Welt
Kraftfahrzeugexporte nach China und in die Vereinigten Staaten gehen stark zurück
Berlin 19.11.2025
– Mit einem Außenhandelsumsatz von 185,9 Milliarden Euro von Januar bis September 2025 hat die Volksrepublik China die Vereinigten Staaten wieder als wichtigster Handelspartner Deutschlands abgelöst. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurde mit den Vereinigten Staaten im gleichen Zeitraum ein Außenhandelsumsatz (Summe der Exporte und Importe) in Höhe von 184,7 Milliarden erreicht. Der Außenhandelsumsatz mit China stieg dabei von Januar bis September 2025 leicht um 0,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum an, während der Umsatz mit den Vereinigten Staaten im gleichen Zeitraum um 3,9 % zurückging. China war bereits von 2016 bis 2023 Deutschlands wichtigster Handelspartner und wurde im Jahr 2024 durch die Vereinigten Staaten vom ersten Platz verdrängt.
Januar bis September 2025: Deutsche Exporte nach China gehen stärker zurück (-12,3 %) als in die Vereinigten Staaten (-7,8 %)
Im Zeitraum von Januar bis September 2025 sanken die Exporte Deutschlands in die Volksrepublik China mit -12,3 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum stärker als die Exporte in die Vereinigten Staaten, die nur um 7,8 % zurückgingen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 wurden nach China Waren im Wert von 61,4 Milliarden Euro exportiert, in die Vereinigten Staaten gingen Waren im Wert von 112,7 Milliarden Euro. Damit waren die Vereinigten Staaten weiterhin wichtigstes Empfängerland deutscher Waren – wie bereits seit 2015. China lag in der Rangliste der wichtigsten deutschen Exportländer auf Rang 6.
Importe aus China um 8,5 % gestiegen, aus den Vereinigten Staaten um 2,8 %
Während die Exporte Deutschlands nach China und in die Vereinigten Staaten von Januar bis September 2025 im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Jahres 2024 zurückgingen, stiegen die deutschen Importe aus beiden Staaten an. Aus China wurden 8,5 % mehr Waren importiert als im Vergleichszeitraum Januar bis September 2024, die Importe aus den Vereinigten Staaten stiegen um 2,8 %. Die Volksrepublik China war dadurch mit Importen in Höhe von 124,5 Milliarden Euro mit weitem Abstand vor den Niederlanden (73,5 Milliarden Euro) für Deutschland das wichtigste Lieferland. Die Vereinigten Staaten belegten von Januar bis September 2025 mit Importen in Höhe von 71,9 Milliarden Euro Rang 3 in der Rangfolge wichtigsten deutschen Lieferländer.
Kraftfahrzeugexporte nach China und in die Vereinigten Staaten gehen stark zurück
Die Exporte von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen gingen von Januar bis September 2025 sowohl nach China als auch in die Vereinigten Staaten stark zurück. Nach China wurden Kraftfahrzeuge im Wert von 10,9 Milliarden Euro exportiert. Das war ein Einbruch um 6,1 Milliarden Euro (-35,9 %) gegenüber Januar bis September 2024. Die Kraftfahrzeugexporte in die Vereinigten Staaten gingen um 3,6 Milliarden Euro (-13,9 %) auf 22,4 Milliarden Euro zurück. Starke Rückgänge bei den Exporten nach China verzeichneten von Januar bis September 2025 auch die Maschinenexporte, die um 1,5 Milliarden Euro (-10,7 %) auf 12,6 Milliarden Euro zurückgingen, sowie Exporte von elektrischen Ausrüstungen mit einem Rückgang von 1,3 Milliarden Euro (-13,2 %) auf 8,3 Milliarden Euro. Bei den Exporten in die Vereinigten Staaten waren die größten Rückgänge – neben den Kraftfahrzeugexporten – in den Warenbereichen „Sonstige Fahrzeuge (vor allem Flugzeuge)“ mit einem Minus von 3,2 Milliarden Euro (-44,3 %) auf 4,0 Milliarden Euro und „Maschinen“ mit einem Rückgang von 2,1 Milliarden Euro (-9,5 %) auf 19,7 Milliarden Euro zu verzeichnen.
Bei den deutschen Importen aus China gab es von Januar bis September 2025 den größten absoluten Anstieg bei elektrischen Ausrüstungen mit +3,1 Milliarden Euro (+14,7 %) auf 24,2 Milliarden Euro. Der zweitgrößte Anstieg ergab sich bei den Importen von Bekleidung mit einem Zuwachs von 1,2 Milliarden Euro (+20,6 %) auf 7,1 Milliarden Euro, der drittgrößte bei Maschinen mit einem Anstieg von ebenfalls 1,2 Milliarden Euro (+12,4 %) auf 10,6 Milliarden Euro.
Im Handel mit den Vereinigten Staaten stiegen von Januar bis September 2025 am stärksten die Importe von sonstigen Fahrzeugen (Flugzeugen) um 1,9 Milliarden Euro (+25,9 %) auf 9,3 Milliarden Euro. Weitere große Zuwächse waren bei den Importen von pharmazeutischen Erzeugnissen um 1,2 Milliarden Euro (+11,6 % auf 11,5 Milliarden Euro) und von Metallen mit einer Steigerung von 0,7 Milliarden Euro (+49,4 % auf 2,1 Milliarden Euro) zu verzeichnen.
Berlin
Knödel, Käse und Cannoli: Die Aromen Südeuropas auf der Grünen Woche
21.01.2026
– Kaiserschmarrn aus Österreich, Raclette aus der Schweiz, sizilianische Oliven, französische Macarons und portugiesische Klassiker: Die Grüne Woche schmeckt nach Südeuropa – und nach Wohlfühlen.
Zwei Stunden bevor die ersten Gäste die Hallen der Grünen Woche betreten, wird auf der Christl Alm bereits geschäftig gewerkelt. Es gibt auch einiges zu tun im beliebten Restaurant am österreichischen Gemeinschaftsstand: Brötchen aufschneiden für Bratwurst, Leberkäs und Käsekrainer, Semmelknödel und Spinatknödel drehen, Salatdressing vorbereiten und – ganz wichtig – Das Fleisch in den Ofen schieben.
Vor dem Ansturm: Hochbetrieb auf der Christl Alm
„Es dauert etwa zwei Stunden, bis die erste Runde Schweinebraten fertig ist“, sagt Hannes Traunberger aus Linz, Chef der Christl Alm. Seit über zehn Jahren gehört das Restaurant mit den rot-weiß-karierten Tischdecken zu den Anziehungspunkten der World Tour der Grünen Woche. An über 50 Tischen verköstigen Hannes und sein 33-köpfiges Team die Besucherinnen und Besucher mit hausgemachten Marillenknödeln, Kaiserschmarrn und Riesengermknödeln, Kartoffelgröstl, Grillschinken und Schweinebraten „Viele kommen wegen des Schweinebratens oder der Speckknödel. Vor drei Jahren haben wir mit den Spinatknödeln etwas Neues mitgebracht und die werden geliebt“, sagt Hannes. Er mag die Atmosphäre in der südeuropäisch geprägten Halle 4.2: „Die Gäste sind gern und lange hier – und wir auch. Es ist einfach super mit der Schweiz, Italien und Frankreich“, sagt er.
Die süße und herzhafte Seite Siziliens
Wer den Blick durch die Halle schweifen lässt, sieht zunächst die farbenfrohen Macarons von Petit Paris, etwas weiter hinten stapeln sich in der Auslage grüne und schwarze Oliven aus Sizilien, gefüllt mit Mandeln oder Knoblauch, wahlweise mit oder ohne Kern, getrocknete Tomaten sowie Thunfisch aus dem Mittelmeer. Es ist der Stand von Giuseppe Farruggio und Corinn Gallo von La Qualita Autentica. Die Reise durch die Aromen Siziliens hat gerade begonnen, das sagt Corinn: „Wir haben noch einen zweiten Stand.“
Mit einem Lächeln weist sie in Richtung der Berge von kandierten Mandeln und Erdnüssen. In dunkle Schokolade gehüllte Orangen- und Zitronensticks liegen neben kunstvollen Schokoblöcken aus heller und dunkler Schokolade, veredelt mit Chili, Kaffeebohnen und der berühmten Pistazie aus Bronte – dem „grünen Gold“ Siziliens. Neben Torrone (karamellisierter Mandel- oder Pistazien-Nougat) Aragustina und Cannoli mit Vanille-, Schoko- oder Pistazienfüllung gibt es Schoko-Lollies in verspielten Formen wie Schmetterling, Hase, Teddybär oder Clown – und frische Erdbeeren und Bananen zum Genießen mit geschmolzener Schokolade direkt am Stand.
Schweizer Klassiker und ein Abstecher nach Portugal
Schokolade findet sich natürlich auch in der Schweiz, zum Beispiel bei Chocosuisse, dem Verband der Schweizer Schokoladenfabrikanten. Und was darf in der Schweiz nicht fehlen? Natürlich, Raclette. Die mit geschmolzenem Käse gefüllten Pfännchen haben bei uns in Deutschland zwischen Weihnachten und Silvester ihren großen Auftritt. Danach verschwindet der Raclette-Grill in meisten Haushalten wieder im Keller. Bei Raclette Suisse gilt: „Raclette geht immer!“ Und das zeigt sich auch an der langen Schlange am Stand. Hier wird der original Schweizer Raclettekäse mit dem typisch würzigen Aroma traditionell vom Laib geschabt (frönzösisch:„racler“) und mit oder ohne Schinken und Pfeffer auf dem Handbrot serviert.
Danach bietet sich ein kleiner Verdauungsspaziergang in die Halle 7.2c an, wo Galáxia Gulosa mit saftigen Bifana- oder Leitão-à-Bairrada-Sandwiches die herzhafte Seite der portugiesischen Küche präsentiert. Cremige Pastéis de Nata und kunstvoll gefertigte Doce Fino aus der Algarve bilden die süße Ergänzung.
Foto: Messe Berlin
Politik
Reem Alabali Radovan in Sierra Leone
Berlin 22.01.2026
– Die Ministerin für Entwicklung und internationale Zusammenarbeit Alabali Radovan reist von Berlin nach Sierra Leone, um sich über die soziale Lage und die deutschen Entwicklungspläne im Land zu informieren.
Vor ihrer Abreise zum Flughafen erklärte die Ministerin:
Im Mittelpunkt der Reise von Ministerin Reem Alabali Radovan nach Sierra Leone steht der gemeinsame Kampf gegen den Hunger. Sierra Leone gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt. Die Ministerin richtet den Fokus Entwicklungszusammenarbeit gezielt auf Länder, in denen die Not am größten ist – dort, wo Armut und Perspektivlosigkeit ganze Generationen betreffen.
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Die Entwicklungspolitik setzt dort an, wo Armut und Hunger Zukunft rauben. Das ist Schwerpunkt Nummer Eins meiner Arbeit. Besonders Kinder und Jugendliche brauchen Entwicklungsperspektiven. Sichere Ernährung macht sie stark fürs Leben und schafft die Basis für eine selbstbestimmte Zukunft. Die deutsche Zivilgesellschaft und internationale Organisationen sind dabei für uns wichtige strategische Partner. In Sierra Leone unterstützt Deutschland mit dem Welternährungsprogramm die Weiterentwicklung des nationalen Schulernährungsprogramms. Diese Partnerschaft schafft einen dreifachen Nutzen: Kinder bekommen täglich eine gesunde Mahlzeit, sie erhalten besseren Zugang zu Bildung und die lokale Wertschöpfung wird gestärkt. So schaffen wir gemeinsam nachhaltige Strukturen weit über akute Nahrungsmittelhilfe hinaus.“
Wie Ernährungssicherheit konkret wirkt und Kinder, Jugendliche und Gemeinschaften nachhaltig gestärkt werden können, davon macht sich die Entwicklungsministerin in Sierra Leone am 22. und 23. Januar einen direkten Eindruck. Im Fokus stehen dabei partnerschaftliche Ansätze und gemeinsame Projekte, die die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zusammen mit zivilgesellschaftlichen und internationalen Organisationen wie dem Welternährungsprogramm oder der Deutschen Welthungerhilfe umsetzt.
Politik
Brot für die Welt fordert Milliardärssteuer und Entschuldungsinitiative
Berlin 22.01.2026
– In Davos treffen sich führende Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft zum jährlichen Weltwirtschaftsforum. Brot für die Welt fordert zur Armutsbekämpfung eine Milliardärssteuer und eine Entschuldungsinitiative.
«Die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte in der Armutsbekämpfung, der Ernährungssicherheit und ganz besonders in der Gesundheitsversorgung stehen durch massive globale Kürzungen in der Entwicklungspolitik auf dem Spiel», mahnte Dagmar Pruin, die Präsidentin des evangelischen Entwicklungswerkes Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe. «Bundeskanzler Friedrich Merz sollte die Gelegenheit in Davos nutzen und sich für mehr globale Gerechtigkeit einsetzen. Dazu gehört, Themen wie eine globale Milliardärssteuer und die Entschuldung von Ländern des Globalen Südens auf die Agenda des hochrangigen Treffens zu setzen.»
Eine globale Mindeststeuer auf das Vermögen von Milliardärinnen von einem einstelligen Prozentsatz ihres Vermögens sei ein konkreter, wirksamer und gerechter Schritt, sagte Pruin. «Das ist kein radikales Experiment, sondern längst überfällig: Weltweit gibt es über 3.000 Milliardärinnen, deren Gesamtvermögen laut aktuellen Oxfam-Analysen im vergangenen Jahr auf etwa 18,3 Billionen US‑Dollar stieg. Allein der Anstieg in 2025 um 2,5 Billionen entspricht nahezu dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung.»
Währenddessen kämpfe fast die Hälfte der Menschheit, 3,8 Milliarden Menschen, mit weniger als 8,30 US‑Dollar pro Tag um ein Leben in Würde. Mehr als drei Milliarden Menschen lebten in Ländern, die mehr Geld für den Schuldendienst als für Gesundheit oder Bildung ausgeben. Das sei untragbar, sagte Pruin.
Die generierten Mittel, mehrere hundert Milliarden Dollar, sollten unmittelbar zur Stärkung der internationalen Entwicklungsfinanzierung und zum Abbau globaler Ungerechtigkeit eingesetzt werden. Auch auf dem Weltwirtschaftsforum müsse Deutschland dieses Thema mit Nachdruck einbringen, fordert Brot für die Welt. «Es geht um Gerechtigkeit, um die Beseitigung von Hunger und um globale Stabilität – und damit auch um eine sichere Welt für alle.»
Politik
Trumps Ambitionen in Grönland
Berlin 21.01.2026
Wir alle wissen, dass US-Präsident Donald Trump Immobilienentwickler ist und sein in New York ansässiges Unternehmen zu den größten Immobilienkonzernen zählt. Doch fragen wir uns: Was will dieser Präsident, der sich bereits die Europäische Union und andere Länder weltweit (mit Ausnahme der arabischen Staaten) vor den Kopf gestoßen hat, von der abgelegenen Insel Grönland?
Vielleicht hatte der französische Präsident Emmanuel Macron recht, als er seinen Freund Trump fragte, was er in Grönland wolle. Die Insel ist ganzjährig schneebedeckt, und die bittere Kälte ist – außer für die Bewohner – unerträglich.
Wir fragen Trump, ob er plant, eine Niederlassung seines Immobilienunternehmens auf der Insel zu eröffnen, um seine Geschäftstätigkeit auszuweiten.
Die kommenden Tage werden unsere Fragen beantworten.
Von einer Schicksalswoche spricht der TAGESSPIEGEL aus Berlin: „Deutschland und Europa können ihre Sicherheit nicht ohne die USA garantieren und brauchen von Trump ein Minimum an Solidarität in der Ukraine. Hat sich da etwas Entscheidendes verändert? Ja und Nein. Die Europäer haben aus ihren Erfahrungen mit Trump gelernt und sind nun bereit, den Konflikt anzunehmen. Sie haben begonnen, die militärische Abhängigkeit zu reduzieren. Aber sie sind noch immer nicht so klarsichtig und entschlossen, wie es nötig wäre. Deshalb ist dies eine Schicksalswoche für Europa. Sie kann die Selbstbehauptung einleiten. Sie kann aber auch zur Demütigung der EU vor aller Welt führen“, warnt DER TAGESSPIEGEL.
In der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG heißt es: „Merz und die anderen europäischen Staats- und Regierungschefs sind nichtum die Aufgabe zu beneiden, eine kohärente Politik zu formen. Sie wird wohl darin bestehen müssen, Trump Deals anzubieten, wo das möglich ist, und ihn auflaufen zu lassen, wo es nötig ist. Das gilt auch für Trumps ‚Friedensrat‘. Wer als Europäer einen Rest Anstand besitzt, wird nicht allen Ernstes daran denken, diesem Privatklub des Potentaten beizutreten.“
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU kommentiert die persönliche Nachricht des französischen Präsidenten Macron an Trump: „’Mein Freund, ich verstehe nicht, was du in Grönland tust.‘ So schreibt der Präsident Frankreichs an den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Wir erleben gerade einen historischen Moment. Nicht nur, weil Trump um jeden Preis Grönland haben will. Sondern auch, weil der mächtigste Mann der Erde behandelt wird wie ein Kind, das man vom Rand einer Klippe weglocken will. Macrons Nachricht ist nur ein Symptom einer lange gärenden Krankheit. Wir erleben den Aufstieg des Anti-Intellektualismus“, konstatiert die FRANKFURTER RUNDSCHAU.
Die TAGESZEITUNG aus Berlin betont die enge Abhängigkeit Europas von den USA: „Trump kann Europa erniedrigen, weil der Kontinent tatsächlich schwach ist. Wir sind erpressbar, weil wir die USA als Exportmarkt benötigen, weil wir die Informationen der US-Geheimdienste brauchen und weil wir ohne den atomaren Schutzschild der USA ziemlich schutzlos wären. Es wird Jahre und Jahrzehnte dauern, diese Abhängigkeiten zu reduzieren. Und trotzdem muss Europa signalisieren: Bis hier und nicht weiter“, fordert die TAZ.
Berlin
Wenn Reis zu Kunst wird – Asien auf der Grünen Woche
Berlin 20.01.2026
Auf der Grünen Woche trifft Tadschikistans Kunsthandwerk auf Cosplay und Onigiri aus Japan: Kulinarik, Handwerk und Anime-Kultur zeigen Asiens Vielfalt mitten in Berlin.
Eine der vielleicht aufwändigsten Würdigungen der Grünen Woche steht am Stand von Tadschikistan. Auf 1,35 Meter Breite und 60 Zentimeter Höhe klebt Reiskorn an Reiskorn, rote Linse an Buchweizen und Leinsamen sowie ein Schriftzug aus kleinen grünen Bohnen. „Die Bohnen haben wir alle einzeln im Bild arrangiert“, sagt Fayzimakhmad Amonov, Leiter der Abteilung für internationale Beziehungen des Landwirtschaftsministeriums von Tadschikistan.
Seit vier Jahren ist das kleinste Land Zentralasiens auf der Grünen Woche präsent. Am Stand gibt es Mandeln, Walnüsse und Trockenfrüchte, Äpfel und Granatäpfel, die in den fruchtbaren Tälern des Landes angebaut werden, sowie Honig von regionalen Imkern und traditionelles Kunsthandwerk. Ein ganz besonderer Publikumsmagnet ist das kunstvolle Grüne-Woche-Reisbild, an dem laut Fayzimakhmad Amonov sechs Personen drei Tage gearbeitet haben, bevor es auf dem Luftweg nach Berlin kam.
Japanische Reisbällchen zum Selbermachen
Ein anderes Kunstwerk aus Reis kommt aus Japan. Es heißt Onigiri. Wörtlich übersetzt bedeutet das „gegriffener Reis“ oder „Reisknödel“. Damit sind traditionelle japanische Reisbällchen gemeint mit verschiedenen Füllungen wie Lachs, Pflaume oder Gemüse, die oft in Dreiecks- oder Kugelform gebracht und häufig in Nori-Algenblätter eingewickelt werden. Sie sind ein handlicher Snack für unterwegs oder als Pausenbrot sehr beliebt. Im Gegensatz zu Sushi wird der Reis nicht gesäuert, und die Füllung ist vollständig vom Reis umschlossen, wodurch sich die Aromen intensivieren.
Im Rahmen des Schulprogramms findet im Bereich „Home Green Home“ noch am Donnerstag, 22.01. und Freitag, 23.01. der Koch-Workshop: „How to Onigiri – Das japanische Butterbrot“ statt. Dabei bereiten Schüler:innen gemeinsam mit Showkoch Mori ihre eigenen Onigiri zu. Besucherinnen und Besucher können zuschauen.
Onigiri sind in Deutschland und anderen Ländern nicht nur wegen ihres Geschmacks, sondern auch durch ihre Präsenz in Anime und Manga bekannter geworden. Viele Menschen außerhalb Japans wurden durch Serien und Filme auf diese typischen japanischen Reisbällchen aufmerksam, zum Beispiel durch Szenen, in denen Figuren Onigiri beim Picknick, auf Reisen oder einfach als Snack essen.
Foto: © Messe Berlin
Politik
Oxfam-Bericht: Soziale Ungleichheit so groß wie nie
Berlin 20.01.2026
– Im Jahr 2025 ist das Vermögen von Milliardär*innen dreimal so schnell gewachsen wie in den Jahren davor. Seit 2020 hat es inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent zugelegt. Das zeigt der Bericht „Resisting the Rule of the Rich”, den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlicht.
Gleichzeitig lebt fast die Hälfte der Menschheit in Armut. Die politische Macht von Superreichen setzt die Demokratie zunehmend unter Druck. Oxfam fordert die Bundesregierung auf, Superreiche angemessen zu besteuern, in soziale Gerechtigkeit zu investieren sowie die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit wieder zu erhöhen.
Der Bericht zeigt, dass das Vermögen von Milliardär*innen weltweit 2025 um 2,5 Billionen US-Dollar gewachsen ist und einen neuen Höchstwert von 18,3 Billionen US-Dollar erreicht hat. Dieser Anstieg in nur einem Jahr entspricht fast dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung (4,1 Milliarden Menschen).
Mit einem Wachstum von rund 16 Prozent hat das Vermögen der Milliardär*innen 2025 dreimal so schnell zugenommen wie in den fünf Jahren davor. In vier Sekunden verdient Elon Musk, der reichste Mann der Welt, so viel wie ein Mensch im weltweiten Durchschnitt in einem Jahr.
Seit März 2020 hat das Gesamtvermögen von Milliardär*innen inflationsbereinigt um 81 Prozent oder 8,2 Billionen US-Dollar zugelegt. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung, rund 3,8 Milliarden Menschen, lebt in Armut, also von weniger als 8,30 US-Dollar pro Tag. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung besitzt nur 0,52 Prozent des weltweiten Vermögens, das reichste Prozent besitzt 43,8 Prozent.
Die Situation in Deutschland
Auch in Deutschland wächst der Superreichtum unaufhaltsam: In Deutschland ist 2025 die Gesamtzahl der Milliardär*innen um ein Drittel auf 172 gestiegen. Deutschland hat die viertmeisten Milliardär*innen weltweit. Ein*e deutsche*r Milliardär*in verdient in weniger als anderthalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland.
Das Gesamtvermögen aller deutschen Milliardär*innen stieg 2025 inflationsbereinigt um 30 Prozent auf 840,2 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig lebt etwa ein Fünftel der Menschen in Deutschland in Armut.
Gefährdung der Demokratie
Der neue Oxfam-Ungleichheitsbericht verdeutlicht auch, wie sich Superreiche mit ihren beispiellosen Ressourcen politische Macht sichern und die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen, um die Regeln von Wirtschaft und Gesellschaft zu ihrem eigenen Vorteil zu gestalten. Superreiche stützen ihre politische Macht durch finanzielle Einflussnahme auf Politik, Eigentum und Kontrolle von Medien und direkten Zugang zu politischen Ämtern, so Oxfam. Das gefährdet die Demokratie.
Charlotte Becker, Vorständin von Oxfam Deutschland: „Wir befinden uns in der Ära der Milliardär*innen – und das ist keine gute Nachricht für die Welt. Während sich Reichtum an der Spitze in noch nie dagewesenem Tempo konzentriert, kämpft fast die Hälfte der Menschheit ums Überleben. Allein im letzten Jahr haben Milliardär*innen 2,5 Billionen US-Dollar hinzugewonnen. Das ist so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt. Was uns besonders besorgt: Die Wirtschaftsmacht der Superreichen schlägt sich immer deutlicher in politischer Macht nieder und höhlt die Demokratie immer weiter aus. Das sehen wir zum Beispiel in den USA, wo der Milliardär Donald Trump mit seiner reichenfreundlichen Agenda die Ungleichheit immer weiter anfacht, mit weltweiten Folgen.“
Gerechtigkeitslücken schließen
Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland: „Immer mehr Milliardär*innen auf der einen Seite und sich verfestigende Armut auf der anderen Seite sind auch in Deutschland ein idealer Nährboden für antidemokratische Kräfte. Um die Demokratie zu schützen, muss die Bundesregierung endlich entschieden gegensteuern und eklatante Gerechtigkeitslücken schließen: Während Durchschnittsverdienende ordentlich Steuern und Abgaben zahlen, tragen Milliardär*innen oft zu wenig zum Gemeinwohl bei. Das ist Gift für die Demokratie.“
Oxfam fordert von der Bundesregierung, Superreiche mit einer Milliardärssteuer in die Pflicht zu nehmen. Sie müsse in soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und Demokratiestärkung hier und weltweit investieren. Dafür müsse sie zum Beispiel die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit wieder erhöhen statt zu kürzen
Europa
EU Erklärung zu Grönland
Berlin 20.01.2026
Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa haben die uneingeschränkte Solidarität der EU mit Dänemark und der Bevölkerung Grönlands unterstrichen. In einer gemeinsamen Erklärung vom Samstag betonten sie: „Territoriale Unversehrtheit und Souveränität sind Grundprinzipien des Völkerrechts. Sie sind für Europa und für die gesamte internationale Gemeinschaft von grundlegender Bedeutung.“
Frieden und Sicherheit in der Arktis – im transatlantischen Interesse
„Wir haben stets unser gemeinsames transatlantisches Interesse an Frieden und Sicherheit in der Arktis betont, auch durch die NATO. Die im Vorfeld abgestimmte dänische Übung, die zusammen mit Verbündeten durchgeführt wird, findet statt, weil die Sicherheit in der Arktis gestärkt werden muss, und stellt für niemanden eine Bedrohung dar.“
Solidarität mit Dänemark und Grönland
„Die EU bekundet ihre uneingeschränkte Solidarität mit Dänemark und der Bevölkerung Grönlands. Ein Dialog ist und bleibt entscheidend; wir sind gewillt, auf dem bereits in der vergangenen Woche zwischen dem Königreich Dänemark und den USA begonnenen Prozess weiter aufzubauen.“
Geeintes Europa
„Zölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und könnten eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang setzen. Europa bleibt geeint, koordiniert und zur Wahrung seiner Souveränität entschlossen.“
Politik
Politischer Verschiebebahnhof
Berlin 19.01.2026
– Die Verschiebung des geplanten Besuchs des syrischen Präsidenten Ahmad al-Sharaa in Berlin und seiner für Dienstag, den 20. Januar, geplanten Gespräche mit deutschen Regierungsvertretern – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz sowie den Ministern für Auswärtiges, Innern und Wirtschaft – ist nicht allein den aktuellen Ereignissen in Syrien geschuldet, sondern auch dem Konflikt zwischen der Europäischen Union und der US-Regierung.
Die Entschlossenheit von US-Präsident Donald Trump, Grönland zu annektieren, und die Drohung der US-Regierung, die Zölle auf NATO-Exporte in die USA zu erhöhen, haben den Unmut der Europäer hervorgerufen. Diese beschlossen daraufhin, eine außerordentliche Sitzung einzuberufen, um gegen die US-Regierung vorzugehen. Zuvor hatten die europäischen Minister Anfang letzter Woche angekündigt, dass die EU eine Militäreinheit zum Schutz Grönlands entsenden werde.
Die Drohungen des US-Präsidenten, NATO-Mitgliedstaaten mit finanziellen Sanktionen zu belegen und Grönland der US-Einflusssphäre zu annektieren, sind eine Folge der europäischen Ablehnung von Trumps Plänen zur Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine, der in wenigen Tagen ins vierte Jahr geht. Die US-Regierung übt Druck auf Kiew aus, die Abtretung einiger Provinzen an Russland zu akzeptieren. Die Ablehnung dieser Vorschläge durch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurde von den Europäern unterstützt.
Trumps Forderungen veranlassten den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die Bereitschaft der Europäer zur Verteidigung der Ukraine zu erklären und sie zu völliger Unabhängigkeit von der US-Regierung aufzurufen, die er der wiederholten Erpressung beschuldigte.
Der Besuch des syrischen Präsidenten in Berlin wurde bis nach der Beilegung des europäisch-amerikanischen Konflikts verschoben.
Politik
Asylanträge irakischer und syrischer Jesiden
Berlin 20.1.2026
– In den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres sind laut Bundesregierung 1.878 Asylanträge irakischer Jesiden und 229 von syrischen Jesiden registriert worden. Davon waren 1.670 beziehungsweise 214 Erstanträge, wie aus der Antwort der Bundesregierung (21/3583) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (21/3188) weiter hervorgeht. Ende November 2025 waren danach noch 1.124 Asylverfahren irakischer und 374 Verfahren syrischer Jesiden anhängig. Wie die Bundesregierung zugleich ausführt, beruhen die Angaben zu Asylanträgen nach Volkszugehörigkeiten auf freiwilligen Angaben der Antragsteller.
Berlin
Deutsch-Österreichische Gespräche
Berlin 16.01.2026
– Der deutsche Außenminister Johannes Wadephul begrüßte am Freitag, den 16. Januar, in Berlin auf einer Pressekonferenz mit seiner österreichischen Amtskollegin Beate Reisinger das palästinensische Abkommen über eine nationale Einheitsregierung. Beide bekräftigten ihre Unterstützung für die Bevölkerung des Gazastreifens und dessen Wiederaufbau.
Wadephul und seine österreichische Gästin gaben bekannt, dass sie über Russlands Krieg gegen die Ukraine und die europäische Unterstützung für Kiew im Kampf für Freiheit und die Unabhängigkeit des ukrainischen Volkes gesprochen hätten.
Die beiden Minister erörterten auch die Europäische Union und betonten, dass deren Stärke in der Solidarität der Regierungen ihrer Mitgliedstaaten und deren Politik liege, die auf dem Bekenntnis zur europäischen Einheit beruhe.
Die beiden Minister bezeichneten die Beziehungen ihrer Länder als gut und eng und brachten ihren Wunsch zum Ausdruck, diese weiter zu vertiefen.
Foto: © PWO
Berlin
Ein Ort für Brücken, nicht für Gräben
Berliner Agrarministerkonferenz 2026
Berlin 17.01.2026
Ministerinnen und Minister aus rund 60 Staaten wollen effizientere Wassernutzung in der Landwirtschaft fördern.
Unter Vorsitz des Bundesministers für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, fand heute die 18. Berliner Agrarministerkonferenz mitAgrarministerinnen und Agrarministern aus 61 Staaten sowie Vertreterinnen und Vertretern von 14 internationalen Organisationen statt. In ihrer Abschlusserklärung betonten die Ministerinnen und Minister, dass die Landwirtschaft auf ausreichend Wasser angewiesen ist, um Lebensmittel zu produzieren. Landwirtschaft spielt damit eine Schlüsselrolle für die globale Ernährungssicherheit. Zugleich machten die Agrarminister deutlich, dass die Landwirtschaft als einer der größten Wassernutzer ein zentraler Teil der Lösung bei der Bewältigung von Wasserknappheit ist. Sie kann entscheidend zu einer nachhaltigen Wassernutzung beitragen und wirksame Lösungen für eine globale Wasserresilienz liefern.
Dazu sagt Bundesminister Rainer: „Wasser entscheidet über Ernten, Ernten entscheiden über Ernährung und eine gesicherte Ernährung entscheidet über unsere Zukunft. Uns Agrarministerinnen und Agrarminister eint ein Auftrag: die Produktivität der Land- und Ernährungswirtschaft zu stärken, Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und damit die Einkommen der Höfe zu stabilisieren. Und dabei ist klar: Landwirtschaft braucht Wasser.
Ich freue mich, dass heute von Berlin das klare Bekenntnis ausgeht, dass die Landwirtschaft nicht das Problem, sondern ein zentraler Teil der Lösung für eine nachhaltige Wassernutzung ist. Darauf haben wir uns in unserer Abschlusserklärung verständigt. Diese Abschlusserklärung ist der Ausdruck unseres gemeinsamen Willens, Verantwortung zu übernehmen. Wir bekennen uns dazu, eine effizientere Wassernutzung in der Landwirtschaft zu fördern, etwa durch präzise Bewässerung, Wassereinsparung, besseren Bodenschutz und die Reduzierung von Lebensmittelverlusten. Das zeigt, dass die Agrarministerkonferenz ein Ort für Brücken ist, nicht für Gräben.“
Die Ministerinnen und Minister haben zudem gefordert, die Stimme der Landwirtschaft im Vorfeld der UN-Wasserkonferenz 2026 zu stärken und den Sektor in der globalen Wasserpolitik einzubeziehen.
Welt
ifo Institut: Mercosur-Abkommen kann negative Effekte der US-Zollpolitik abfedern
München 16. 01.2026
– Das Mercosur-Abkommen kann Einbußen der US-Zollpolitik teilweise kompensieren. „Die Unterzeichnung des Handelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten ist ein wichtiger erster Schritt. Es sind aber zusätzliche Handelsabkommen mit weiteren Handelspartnern nötig, um die negativen Folgen der US-Zollpolitik zu kompensieren“, sagt Lisandra Flach, Leiterin des ifo Zentrums für Außenwirtschaft. „Die EU sollte sich darauf konzentrieren, auch in den derzeit laufenden Freihandelsverhandlungen zügig zu Ergebnissen zu kommen. Das Handelsabkommen mit Indonesien liegt beispielsweise bereits ausgehandelt auf dem Tisch.“
Eine Studie des ifo Instituts im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat ergeben, dass neue Freihandelsabkommen mit sieben wichtigen Handelspartnern die negativen Effekte der US-Zollpolitik nicht nur ausgleichen, sondern sogar überkompensieren würden. Die deutschen Exporte würden durch diesen Schritt trotz der US-Zölle um bis zu 4,1 Prozent wachsen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt würde um bis zu 0,5 Prozent erhöht. Positive Wertschöpfungseffekte könnten vor allem in exportstarken Industriebranchen wie dem Maschinenbau (2,7 Prozent), der Chemieindustrie (3,1 Prozent) und der Automobilindustrie (3,2 Prozent) realisiert werden.
Für die Studie wurden neben dem EU-Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) auch Abkommen mit Indien, Australien, Indonesien, Malaysia, Thailand und den Vereinigten Arabischen Emiraten angenommen. Ohne neue Handelsabkommen würden die US-Zölle das deutsche BIP mittelfristig um 0,13 Prozent und die Exporte um 1,3 Prozent verringern.
Politik
Zahl getöteter und verletzter Kinder stieg 2025 im Jemen um 70 Prozent
Berlin 16.01.2026
– „An jedem einzelnen Tag starb 2025 ein Kind im Jemen durch Waffengewalt oder wurde schwer verletzt – oft durch Bomben, Landminen oder andere Explosivwaffen. Die Folgen sind verheerend: Amputationen, Verbrennungen oder der Verlust von Augenlicht oder Gehör“, sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland. „Wenn Kinder Gliedmaßen verlieren, brauchen sie Rehabilitation und regelmäßig neue Prothesen. Doch all das – medizinische Betreuung, Reha und auch die nötige psychologische Unterstützung – ist im Jemen völlig unterfinanziert oder schlicht nicht vorhanden, sodass die meisten Kinder keine angemessene Versorgung erhalten.“
Laut Daten des Civilian Impact Monitoring Project wurden im Jahr 2025 mindestens 103 Kinder im Jemen getötet und 246 verletzt – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024, als 44 Todesfälle und 161 verletzten Minderjährige registriert wurden. Zu den Hauptursachen gehören Luftangriffe, bei denen mindestens 155 Kinder getötet oder verletzt wurden. Einer der verheerendsten Monate war der September: Am 25. September wurden bei einem Angriff des israelischen Militärs auf Häuser nahe einer Schule neben weiteren Zivilist*innen auch 67 Kinder getötet oder verletzt – die höchste Opferzahl des Jahres bei einem einzelnen Vorfall.
Verletzungen durch Explosivwaffen sind die mit Abstand häufigste Todesursache für Kinder in Konflikten. Überleben Kinder einen Angriff, sind die Folgen für sie meist gravierender als für Erwachsene, weil ihre Körper kleiner, fragiler und noch im Wachstum sind. So ist die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen einer solchen Verletzung zu sterben, bei Kindern siebenmal höher.
Eskalation der Gewalt
Die 13-jährige Nadin* nahm im vergangenen Mai an einer Hochzeit teil, als Artilleriegeschosse das Haus der Feiernden trafen. Sie erlitt schwere Verletzungen, ein Bein musste amputiert werden. Drei weitere Kinder kamen mit ihr ins Krankenhaus; ein neun Monate alter Junge verlor seine Hand. Nadin hofft nun, eine Prothese zu bekommen, damit sie endlich wieder zur Schule gehen kann. Save the Children übernahm die Kosten für ihre Operation und unterstützt das Mädchen durch psychologische Betreuung.
Die Eskalation der Gewalt im Süden des Jemen erhöht aktuell erneut die Gefahr für Kinder, bei Angriffen getötet oder verletzt zu werden. „Wir fordern die Konfliktparteien auf, diese Krise zu deeskalieren, den Einsatz explosiver Waffen einzustellen und das humanitäre Völkerrecht einzuhalten, um weiteren Schaden für Zivilist*innen zu verhindern“, mahnt Florian Westphal. „Gleichzeitig müssen Geber dringend mehr Mittel für den Jemen bereitstellen, damit Menschen – insbesondere Kinder – angemessen versorgt und über die Gefahren durch Minen und andere Explosivwaffen aufgeklärt werden können. Diese wichtige Arbeit musste durch die internationalen Hilfskürzungen leider stark zurückgefahren werden.“
Der Humanitarian Needs and Response Plan der UN für den Jemen für das Jahr 2025 war Ende Dezember nur zu knapp 28 Prozent finanziert. Von den umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro, die benötigt werden, fehlen noch1,6 Milliarden Euro. Besonders stark betroffen sind Gesundheits- und Schutzdienste.
Save the Children ist seit 1963 im Jemen tätig. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist der Kinderschutz, unter anderem mit spezialisierter Hilfe für Kinder, die durch Landminen, Blindgänger oder andere Explosivwaffen verletzt wurden.
Politik
Deutschland beteiligt sich an multinationaler Erkundung in Grönland
Berlin 15.01.2026
Deutschland wird gemeinsam mit weiteren NATO-Partnern ein Erkundungsteam nach Grönland schicken. Es geht darum, die Möglichkeiten der Gewährleistung der Sicherheit mit Blick auf russische und chinesische Bedrohungen in der Arktis zu eruieren. Dies erfolgt auf Einladung und unter der Führung unserer dänischen Bündnispartner.
Wir haben uns nach weiteren Absprachen mit Dänemark entschieden, heute zunächst nach Dänemark (Karup) zu fliegen. Wir nutzen das Angebot der Dänen, mit dem dänischen Erkundungsteam und weiteren Partnern am Freitag gemeinsam nach Grönland zu fliegen. Dies wird mit einem zivilen dänischen Luftfahrzeug erfolgen. Aus unserer Sicht ist der gemeinsame Flug ein starkes Zeichen unserer Geschlossenheit.
Weitere Bündnispartner werden sich an der Erkundung beteiligen. Konkrete Fähigkeitsbeiträge stehen dabei noch nicht im Fokus. Der Auftrag ist, grundlegende Erkenntnisse zu den Rahmenbedingungen vor Ort für Einsatz- und Übungsmöglichkeiten zu erheben.
Ziel ist es, dass wir uns ein fundiertes Bild vor Ort verschaffen, für weitere Gespräche und Planungen innerhalb der NATO.
Dazu Verteidigungsminister Pistorius: „Russland und China nutzen die Arktis zunehmend militärisch und stellen damit die Freiheit der Verkehrs-, Kommunikations- und Handelswege in Frage. Die NATO wird dies nicht zulassen und auch weiterhin für die regelbasierte internationale Ordnung eintreten. Entscheidend ist für mich, dass wir uns bei der gemeinsamen Erkundung in Grönland unter dänischer Führung innerhalb der NATO, insbesondere mit unseren US-Partnern, sehr gut abstimmen“.
Politik
Pressemeinungen zum Iran
Berlin 15.01.2026
Steht das Ende der Mullah-Herrschaft im Iran bevor, und ist die Rückkehr der Monarchie, die das iranische Volk einst unterdrückte, unmittelbar bevorstehend?
Die Khomeini-Revolution wäre ohne die Unterstützung der Regierung des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter und Europas nicht erfolgreich gewesen. Religiöser Fanatismus widerspricht den Lehren des Christentums, des Islams und des Judentums. Er entfremdet die Menschen von der Religion, wie wir in Afghanistan und im Iran deutlich sehen. Darüber hinaus wurzelt religiöser Fanatismus in Unkenntnis von Rechtsprechung, Politik und Geschichte.
Dennoch müssen wir unabhängig bleiben. Ist das, was im Iran geschieht, nicht allein eine Folge des von den Mullahs praktizierten religiösen Fanatismus? Die iranische Regierung verfolgt eine rein nationalistische Politik. Diese Regierung und die Khomeini-Revolution repräsentierten nicht den Islam, insbesondere nicht die schiitischen Muslime weltweit. Wir dürfen auch die Kampagnen gegen den Islam vor und nach Khomeinis Rückkehr in den Iran nicht vergessen.
Die Massenproteste im Iran und das gewaltsame Vorgehen des Regimes in Teheran bleiben Thema auf den Meinungsseiten der Zeitungen. Die KÖLNISCHE RUNDSCHAU geht in ihrem Kommentar auf eine aktuelle Äußerung des Bundeskanzlers ein. „Friedrich Merz geht sehr weit: Nur noch Tage oder Wochen gibt er dem Regime im Iran. Kaum ein Iran-Experte wagt es zurzeit, sich dermaßen festzulegen – aber wichtiger ist die öffentliche Wirkung des Kanzler-Worts: Der iranische Außenminister sah sich genötigt, mit diffamierenden Worten zu antworten und der Merz-Prognose damit zusätzliche Resonanz zu verleihen. Der iranischen Demokratiebewegung kann das nur Mut machen. Umso wichtiger wäre es, den Wandel im Iran konkret zu befördern. Merz verweist dazu auf Bemühungen europäischer Botschaften. Die können helfen, aber sie allein reichen nicht. US-Präsident Donald Trump wendet sein Lieblingsinstrument Strafzölle an, ohne dass klar wäre, wie sie funktionieren sollen. China und andere Abnehmerländer umgehen beim Kauf iranischen Öls alle Sanktionen. Welche Handelstätigkeiten will Trump noch bestrafen, auch den Export von Medikamenten?“, fragt die KÖLNISCHE RUNDSCHAU.
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG hält fest: „Das Regime in Teheran kämpft mit aller Härte um seine Herrschaft, so viel scheint sicher. Ist es deswegen schon am Ende, wie der Bundeskanzler sagt? Die Niederlage der Revolutionsgarden im strategischen Ringen mit Israel, vor allem aber die schwierige wirtschaftliche Lage haben die ohnehin geringe Popularität des Regimes sicherlich nicht vergrößert. Trotzdem sollte man mit Prognosen über seine Durchhaltefähigkeit vorsichtig sein. Deshalb stellt sich schon die Frage, wie Europa und die Vereinigten Staaten reagieren – vom Westen mag man ja schon kaum noch sprechen. Die Europäer werden wie üblich reden und ‚besorgt‘ sein, aber nicht entscheidend handeln. Am Ende läuft es wieder auf den früheren Isolationisten Trump hinaus, der weit mehr Mittel hat als die Zölle, mit denen er den Druck jetzt als Erstes erhöht hat“, analysiert die F.A.Z.
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