Politik
Anhörung zur Grundsicherung 2026
Berlin 24.02.2026
– Die von der Bundesregierung geplante neue Grundsicherung, mit der viele Regelungen des Bürgergeldes abgeschafft werden sollen, ist von Sachverständigen in einer Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales überwiegend positiv aufgenommen worden. Gleichwohl mahnten fast alle von den verschiedenen Fraktionen geladenen Experten Korrekturen an.
Gegenstand der Anhörung war zum einen der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze (21/3541). Außerdem standen Anträge der Fraktionen der AfD (21/3605; 21/2222), von Bündnis90/Die Grünen (21/3606) und der Fraktion Die Linke (21/3604) zur Diskussion.
Jens Hildebrandt, Leiter des Fachbereichs Arbeit und Soziales der Stadt Mannheim, begrüßte den Gesetzentwurf der Regierung grundsätzlich, ergänzte ihn aber durch den Vorschlag, Vermittlungsbemühungen der Jobcenter bereits vor der Bewilligung von Leistungen einzuleiten. Zu diesem Zeitpunkt nämlich sei die Bereitschaft der Antragsteller, sich auf Angebote der Arbeitsagenturen einzulassen, nachgewiesen am größten. Er erinnerte daran, dass rund 40 Prozent der Antragsteller eine Flucht- oder Zuwanderungsbiografie hätten. Diesem Umstand müsse besonders Rechnung getragen werden. Das sei durch möglichst dezentrale und lokal orientierte Vorgaben besser möglich als durch ein allzu „starres Regelwerk“. Die Vorschläge des Gesetzgebers nannte der Experte „gut, aber nicht sehr gut“.
Für die Bundesagentur für Arbeit begrüßte Regine Schmalhorst die erweiterten Möglichkeiten der Kooperation zwischen Antragsteller und Jobcenter. Das komme den „unterschiedlichen Bedürfnissen“ beider Seiten entgegen. Die Sachverständige wies auf die komplexen Probleme hin, mit denen sich die Arbeitsagenturen zu beschäftigen hätten – Sprachschwierigkeiten, Mietrechtsfragen, Arbeitsrechtsprobleme. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort können nicht in allen Bereichen der aufgerufenen Rechtsfragen Profis sein“, erklärte sie.
Der Volkswirt Ulrich van Suntum sagte, der Regierungsentwurf gehe „in die richtige Richtung“, sei aber „bei weitem nicht ausreichend“. Vor allem die Umgehungstatbestände müssten in den Blick genommen werden. Das Grundproblem aber bleibe: „Es lohnt sich für viele Bezieher von Bürgergeld nicht, eine gering bezahlte Tätigkeit anzunehmen.“ Daher sei es nötig, diese Antragsteller zu „gemeinnütziger Arbeit“ heranzuziehen, die sich nach Art und Umfang am ersten Arbeitsmarkt orientieren müsse.
Für den Deutschen Städtetag erklärte Nikolas Schelling, die Kommunen stünden wegen wachsender Sozialkosten „vor dem Kollaps“. Das Dilemma vieler Gemeinden sei, hohe Mittel zur Vermeidung von Obdachlosigkeit einsetzen zu müssen, während dann Geld für andere Aufgaben im Sozialbereich fehle. In manchen Ballungszentren und Großstädten belasteten die Verhältnisse auf dem Mietwohnungsmarkt alle Anstrengungen auf dem Feld der Sozialkosten, etwa bei den „Kosten der Unterkunft“.
Martin Künkler vom Deutschen Gewerkschaftsbund bewertete die Neuregelung des Aktiv-Passiv-Transfers im Gesetzentwurf „grundsätzlich positiv“, weil er das Prinzip verfolge, „Arbeit zu finanzieren statt Arbeitslosigkeit“. Das komme schon dadurch zum Ausdruck, dass 600 Millionen Euro mehr für Vermittlung in Arbeit zur Verfügung stünden. Allerdings bezeichnete der DGB-Vertreter die vorgesehenen „Schutzmaßnahmen für vulnerable Gruppen“ (Kinder, psychisch Kranke) als „nicht ausreichend“. Hier sehe er dringenden Korrekturbedarf.
Katja Kipping vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband hielt Veränderungen bei den angedrohten Sanktionen für erforderlich. Schließlich betreffe jede dritte bisher verhängte Sanktion Bedarfsgemeinschaften mit Kindern. Daher reichten die Schutzvorkehrungen bei weitem nicht aus. Kipping schlug vor, eine persönliche Anhörung von Betroffenen vor Verhängung von Sanktionen als obligatorisch einzuführen. Zudem sei ein Problem, dass „viele psychisch Erkrankte ihre Probleme gegenüber den Jobcentern aus Scham verschweigen“.
Der Bürgergeld-Aktivist Thomas Andreas Wasilewski urteilte: „Diese Regelungen gehören nicht ins 21. Jahrhundert.“ Bei Leistungskürzungen sei sehr schnell „der Kühlschrank leer“. Viele Arbeitslose bemühten sich um einen Job, aber es gebe davon einfach zu wenig. Außerdem sollten „Menschen das Recht haben, ein Arbeitsangebot abzulehnen“. Wenn manche Bürgergeldbezieher den Kontakt zu den Jobcentern abbrächen, liege das oft an der „Frustration nach zahlreichen erfolglosen Bewerbungen“, sagte Wasilewski.
Stefan Graaf vom Jobcenter Aachen erklärte: „Die allermeisten Leistungsberechtigten nehmen an den Vermittlungsbemühungen teil.“ Andererseits müsse man „die wenigen, die den Kontakt ablehnen, mit neuen Regelungen erreichen“. Das Problem sei, diese Vorschriften dann auch umzusetzen. Vor allem dürfe „keine Endlosschleife an Kontaktversuchen entstehen“. Seine Erfahrung sei jedoch, dass sich manchmal „Menschen als arbeitsfähig erweisen, von denen man das vorher nicht erwartet hätte“. Um diese Gruppe müsse man sich bemühen.
Politik
ifo Institut: Iran-Konflikt belastet Reisebranche stark
München 10.04.2026
– Das Geschäftsklima bei Reisebüros und Reiseveranstaltern hat sich im März stark abgekühlt. Der Branchenindikator des ifo Instituts fiel auf minus 41,7 Punkte, nach minus 14,8 Punkten im Februar. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage erheblich zurückhaltender als noch im Februar, auch die Geschäftserwartungen haben sich deutlich verschlechtert. „Die geopolitische Situation führt zu hoher Verunsicherung bei Reisenden und Reiseunternehmen, besonders für Reisen über die Golfstaaten im Nahen Osten“, sagt ifo-Branchenexperte Patrick Höppner.
Seit der Eskalation des Konflikts Ende Februar wurden für wichtige Transitländer mit Drehkreuzflughäfen in der Golfregion Reisewarnungen ausgesprochen: Viele Flugreisende mit Reisezielen in Asien steigen dort um. Nach Zahlen der Luftverkehrsstatistik des Statistischen Bundesamts hatten 2025 etwa 2,7 Millionen Flugpassagiere mit Start auf einem Hauptverkehrsflughafen in Deutschland ein erstes Streckenziel in Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dies entsprach etwa 5,9 Prozent aller abfliegenden Passagiere mit einem ersten Streckenziel außerhalb der Europäischen Union.
Mit der Türkei und Ägypten grenzen zudem zwei wichtige Reisezielländer an die Konfliktregion: 2025 flogen etwa 20,3 Prozent der Flugreisenden, die aus Deutschland in ein Zielland außerhalb der Europäischen Union reisten, in die Türkei. Der entsprechende Anteil lag für Ägypten bei etwa 4,8 Prozent. Die Monate Januar und Februar sind traditionell die buchungsstärksten Monate für Urlaubsreisen. „Viele Reisebüros und Reiseveranstalter mussten für bereits gebuchte Reisen in oder über Länder im Nahen Osten Umbuchungen oder Stornierungen vornehmen“, erklärt Höppner.
Der Anteil der Reisebüros und Reiseveranstalter, der in den ifo Konjunkturumfragen für die kommenden Monate von steigenden Preisen für Reisedienstleistungen ausgeht, hat sich im März erhöht: Einer der Gründe ist der Anstieg der Treibstoffkosten in den vergangenen Wochen, der perspektivisch An- und Abreiseflüge verteuern kann. „Ein Anstieg der Inflationsrate dürfte die Reisebudgets vieler Urlauberinnen und Urlauber im weiteren Jahresverlauf belasten“, sagt Höppner.
Politik
Nachweis zivil nutzbarer Anteile militärischer Verwendung
Berlin 13.04.2026 (hib/STO)
– Über Bescheinigungen des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr über zivilberuflich verwertbare Anteile der militärischen Ausbildung und Verwendung berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/5132) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/4624). Danach bescheinigt der Berufsförderungsdienst auf Antrag gemäß Paragraf 37 der Berufsförderungsverordnung (BFöV) Art und Umfang dieser Ausbildungs- und Verwendungsanteile.
Mit den durch den Berufsförderungsdienst erstellten Bescheinigungen „können die (ehemaligen) Soldatinnen und Soldaten bei den zuständigen Stellen (zum Beispiel Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Luftfahrtbundesamt) die zivilberufliche Anerkennung beziehungsweise Umschreibung beantragen“, heißt es in der Antwort weiter. Im Fall der Umschreibung der im militärischen Bereich erworbenen Berechtigungen durch die zuständige zivile Stelle erstatte der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr nach Paragraf 36 BFöV die Kosten.
Die Bescheinigungen können den Angaben zufolge für eine Vielzahl an militärischen Verwendungen ausgestellt werden. In der Regel erfolgt die Ausstellung auf individuellen Antrag der dienenden oder ehemaligen Soldatinnen und Soldaten für Zwecke der zivilen Fort- und Weiterbildung, zum Beispiel im kaufmännischen, technischen oder logistischen Bereich, wie die Bundesregierung weiter ausführt.
Politik
Internationale Freiwilligendienste für junge Mensche
Berlin 11.4.2026
– Junge Leute können nach Angaben der Bundesregierung an internationalen Freiwilligendiensten teilnehmen, die vom Bund gefördert werden. Der Freiwilligendienst „kulturweit“ der Deutschen UNESCO-Kommission werde vom Auswärtigen Amt finanziert. Zielgruppe seien junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren, die sich für sechs oder zwölf Monate in der Kultur- und Bildungsarbeit der Mittlerorganisationen im Ausland engagieren wollten, heißt es in der Antwort (21/5165) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (21/4725) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.
Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) wird den Angaben zufolge vom Bundesbildungsministerium gefördert Der IJFD stehe jungen Menschen nach Ende der Vollschulzeitpflicht bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres offen. Teilnehmer könnten dabei für mindestens sechs und maximal 18 Monate im Ausland interkulturelle, gesellschaftspolitische und persönliche Erfahrungen in einer anderen Kultur sammeln.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert zudem den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „weltwärts“. Dieser richtet sich den Angaben zufolge an junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren (bis 35 Jahre bei Menschen mit Beeinträchtigung/Behinderung) aus Deutschland, die einen Freiwilligendienst zwischen sechs und 18 Monaten in einem Land der OECD DAC-Liste (Nord-Süd Komponente) leisten wollen sowie an junge Menschen aus dem globalen Süden, die einen Freiwilligendienst in Deutschland leisten wollen (Süd-Nord Komponente).
Ziel des Programms sei die Förderung globalen Lernens, entwicklungspolitischen Engagements, internationaler Solidarität und internationaler Partnerschaften.
Politik
Theorie der modernen Kriegsführung
John Wardens 1751-1828
Berlin 13.04.2026
Wenn die Zentren getroffen werden und die Peripherie in Flammen aufgeht
In der Welt der Militärstrategie zählt John Wardens Theorie der „Fünf Ringe“ zu den einflussreichsten Ideen der modernen Kriegsführung.
Diese Theorie basiert auf einer einfachen, aber tiefgreifenden Idee: Ein Staat ist nicht bloß eine Armee, sondern ein integriertes System, bestehend aus Führung, lebenswichtigen Systemen (wie Energie und Wirtschaft), Infrastruktur, Bevölkerung und Streitkräften. Warden argumentiert, dass der schnellste Weg, einen Gegner zu besiegen, nicht darin besteht, seine Armee auf dem Schlachtfeld zu erschöpfen, sondern darin, den Kern dieses Systems – die Führung – und die umliegenden lebenswichtigen Elemente anzugreifen, um seine Funktionsfähigkeit von innen heraus zu schwächen.
Diese Idee zeigt sich deutlich im Krieg, der seit dem 28. Februar 2016 zwischen den Vereinigten Staaten und Israel einerseits und dem Iran andererseits tobt. Die Militärkampagne konzentrierte sich auf Angriffe gegen die iranische Führung und lebenswichtige Infrastruktur, um die Handlungsfähigkeit und Selbsterhaltungsfähigkeit des Staates zu schwächen.
Das Besondere an diesem Krieg ist jedoch, dass der Iran ihn nicht als passives Ziel betrachtete, sondern mit einem Gegenplan reagierte, der die Kräfteverhältnisse völlig umkehrte.
Anstatt auf die Angriffe mit ähnlichen Schlägen innerhalb Israels zu reagieren – angesichts der praktisch unmöglichen Lage, amerikanisches Territorium zu erreichen –, verlagerte der Iran den Konflikt auf einen heiklen Punkt der globalen Ordnung: die Straße von Hormus.
Diese Meerenge ist nicht nur eine Seestraße, sondern eine lebenswichtige Ader, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels verläuft. Ihre Unterbrechung würde daher nicht nur ein Land, sondern die gesamte Weltwirtschaft beeinträchtigen.
Hier liegt ein kluger Strategiewechsel: Während Wardens Plan darauf abzielte, den Staat von innen heraus zu schwächen, konzentriert sich der iranische Plan darauf, das Umfeld des Gegners von außen zu zerstören. Mit anderen Worten: Der Iran sagt: „Ich kann eure Angriffe vielleicht nicht verhindern, aber ich kann die Kosten dieses Krieges für euch und die Welt extrem hoch treiben.“ Folglich beschränken sich die iranischen Reaktionen nicht auf Ziele im Inland, sondern umfassen Bedrohungen der Schifffahrt, Angriffe auf amerikanische Interessen im Golf und das Hineinziehen der gesamten Region in einen Spannungskreislauf.
Diese Divergenz zeigt, dass es sich nicht einfach um einen konventionellen Krieg handelt, sondern um einen Konflikt zwischen zwei unterschiedlichen Denkmodellen. Das erste, das amerikanisch-israelische Modell, setzt auf Präzisionsschläge gegen Machtzentren und lebenswichtige Infrastruktur.
Das zweite, das iranische Modell, setzt auf Abnutzung, die Ausweitung des Schlachtfelds und die Ausdehnung des Konflikts auf die Weltwirtschaft, um sicherzustellen, dass er nicht länger auf die Grenzen des angegriffenen Staates beschränkt bleibt.
Die eigentliche Frage lautet daher nicht: Wer besitzt die größere militärische Macht? Sondern: Wer kann die langfristigen Kosten tragen? Bislang deuten die Daten darauf hin, dass der Iran trotz der Intensität der Angriffe intern geeint bleibt. Es ist gelungen, den Krieg kostspielig und langwierig zu gestalten, insbesondere angesichts der anhaltenden Spannungen in der Straße von Hormus und deren Auswirkungen auf die Weltmärkte.
Aus dieser Perspektive lässt sich der Charakter dieses Krieges besser verstehen: Die Vereinigten Staaten und Israel versuchen, durch einen Angriff auf das Zentrum des Konflikts einen schnellen Sieg zu erringen, während der Iran einen solchen Sieg durch die Schürung von Konflikten in der Peripherie zu verhindern sucht.
Die USA setzen auf Lähmung, der Iran auf Abnutzung. Das Ergebnis ist bisher weder ein entscheidender Sieg noch eine vollständige Niederlage, sondern ein Konflikt, der sich ausweitet und mit der Zeit immer komplexer wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass John Wardens Theorie zwar weiterhin relevant für das westliche Militärdenken ist, aber allein nicht mehr ausreicht, um moderne Kriegsführung zu verstehen. Wenn ein Gegner in der Lage ist, den Kampf über seine Grenzen hinaus zu tragen und die Weltwirtschaft zu beeinflussen, wird ein Krieg nicht mehr allein in der Luft oder am Boden entschieden, sondern auch auf Seewegen, Märkten und in der Fähigkeit einer Nation, Not zu ertragen. In diesem speziellen Konflikt scheint der eigentliche Kampf nicht mehr nur um den Iran zu gehen, sondern darum, wer dem anderen Kosten auferlegen kann, die keiner von beiden tragen kann.
Politik
Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland
Wiesbaden 13.04.2026
– Im Jahr 2025 lebten in Deutschland rund 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Veröffentlichung von Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 mitteilt, stieg der Anteil dieser Personengruppe an der Gesamtbevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 26,3 % (2024: 25,8 %). Eine Einwanderungsgeschichte haben Personen, die entweder selbst (erste Generation) oder deren beide Elternteile (Nachkommen, zweite Generation) seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind.
39 % der Eingewanderten aus den Ländern Polen, Türkei, Ukraine, Russland und Syrien
Etwa jede fünfte in Deutschland lebende Person (19,8 % der Bevölkerung) ist selbst eingewandert, das entspricht 16,4 Millionen Eingewanderten im Jahr 2025 und 1,7 % oder 281 000 Personen mehr als im Jahr 2024. Damit stieg die Zahl der Eingewanderten deutlich schwächer als in den Vorjahren. Zum Vergleich: Im Zeitraum von 2021 bis 2024 war die Zahl der Eingewanderten pro Jahr um durchschnittlich 6,2 % oder 888 000 Personen gestiegen. Von den 16,4 Millionen in Deutschland lebenden Eingewanderten im Jahr 2025 wurden 6,3 Millionen (39 % aller Eingewanderten) in einem der folgenden fünf Länder geboren: Polen (1,5 Millionen), Türkei (1,5 Millionen), Ukraine (1,3 Millionen), Russische Föderation (1,0 Millionen) und Syrien (1,0 Millionen).
Mehr als ein Viertel der Bevölkerung hat eine Einwanderungsgeschichte, Anteil im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte gestiegen.
Ein Fünftel der Bevölkerung ist seit 1950 selbst nach Deutschland eingewandert, weitere 6,5 % haben zwei eingewanderte Elternteile.
Fast so viele akademische Abschlüsse bei eingewanderten 25- bis 34-Jährigen wie in der Gesamtbevölkerung dieses Alters, aber deutlich weniger Berufsabschlüsse.
5,4 Millionen Personen (6,5 % der Bevölkerung) im Jahr 2025 waren direkte Nachkommen von Eingewanderten – also in Deutschland geborene Kinder von zwei seit 1950 eingewanderten Elternteilen. Sie zählen neben den selbst eingewanderten Personen ebenfalls zur Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte. Ihre Zahl stieg gegenüber 2024 um 3 % oder 160 000 Personen.
Nicht zur Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte zählen Personen, bei denen nur einer der beiden Elternteile eingewandert ist. Dies traf im Jahr 2025 auf 4,2 Millionen in Deutschland geborene Personen oder 5,0 % der Bevölkerung zu (+0,2 % oder +10 000 Personen zum Vorjahr).
Im Jahr 2025 lebten 56,8 Millionen Personen ohne Einwanderungsgeschichte in Deutschland (-0,9 % oder -488 000 zum Vorjahr), waren also weder selbst seit 1950 nach Deutschland eingewandert noch Kind mindestens eines eingewanderten Elternteils. Das waren mehr als zwei Drittel (68,6 %) der Bevölkerung.
Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte seit 2005 um zwei Drittel gewachsen
Seit 2005 ist die Zahl der Personen mit Einwanderungsgeschichte von 13,0 Millionen auf 21,8 Millionen Personen im Jahr 2025 gestiegen. Das war ein Zuwachs um insgesamt 8,8 Millionen Personen (+67 %). Davon sind rund zwei Drittel (67 % beziehungsweise 5,9 Millionen Personen) selbst nach Deutschland eingewandert und rund ein Drittel (33 % beziehungsweise 2,9 Millionen Personen) sind Kinder von zwei eingewanderten Elternteilen. Der Anteil der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte an der Gesamtbevölkerung stieg zwischen 2005 und 2025 um rund 10 Prozentpunkte von 16,0 % auf 26,3 %.
Die Bevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten ist im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt um 38 000 Personen kleiner geworden. Ohne die steigende Zahl der Personen mit Einwanderungsgeschichte wäre der Rückgang mit 478 000 Personen (-0,9 %) deutlich stärker ausgefallen.
Über ein Drittel der 25- bis 34-Jährigen mit Einwanderungsgeschichte
Personen mit Einwanderungsgeschichte sind jung im Vergleich zur Gesamtbevölkerung: In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen hatte 2025 mehr als jede dritte Person eine Einwanderungsgeschichte (36 %). Demgegenüber war es in der Gruppe der über 65-Jährigen nur jede siebte Person (14 %). Die Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte war 2025 mit einem Durchschnittsalter von 38,2 Jahren etwa 9 Jahre jünger als die Bevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte (47,6 Jahre).
Deutliche Unterschiede in beruflicher Qualifikation bei jungen Eingewanderten
Von den selbst eingewanderten jungen Erwachsenen im Alter von 25 bis 34 Jahren hatten 33 % (896 000 Personen) einen akademischen Abschluss. Damit war der Anteil mit akademischem Abschluss unter den Eingewanderten fast so hoch wie in der Gesamtbevölkerung dieser Altersgruppe (34 %). Zugleich hatten 36 % der selbst eingewanderten 25- bis 34-Jährigen (1,0 Millionen Personen) keinen beruflichen Abschluss und befanden sich weder in Bildung noch in Ausbildung. Damit war der Anteil mehr als doppelt so hoch wie bei den Personen in dieser Altersgruppe insgesamt (17 %). Entsprechend gering war der Anteil eingewanderter junger Erwachsener mit Berufsabschlüssen: Während 46 % aller 25- bis 34-Jährigen in Deutschland eine Berufsausbildung im dualen System oder eine Fachschule abgeschlossen hatten, traf dies bei den selbst Eingewanderten nur auf 27 % zu.
Politik
Erleichterung über Orbáns Niederlage
Berlin 13. 04.2026
– Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich zufrieden mit dem Sieg der Opposition bei den Parlamentswahlen am Sonntag, dem 12. April. Am Montagmorgen gratulierte er dem ungarischen Wahlsieger Péter Magyar herzlich zu seinem überwältigenden Erfolg und fügte hinzu, er habe mit ihm telefoniert und ihm alles Gute gewünscht.
Der Erfolg der proeuropäischen Opposition wird als Erleichterung für die Europäer, als Rückschlag für die US-Regierung und als Enttäuschung für Israel gewertet.
Politik
Petition soll Kürzungen bei der Eingliederungshilfe verhindern
Berlin 13.04.2026
– Im Rahmen der Lebenshilfe-Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“ sammelt Ulla Schmidt Unterschriften. Bis 25. Mai sollen mindestens 30.000 Menschen unterzeichnen.
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe befürchtet, dass der in Deutschland immer weiter steigende Kostendruck zu harten Einschnitten für Menschen mit Behinderung führen wird. Um Kürzungen bei der Eingliederungshilfe zu verhindern, hat der Verband die bundesweite Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“ gestartet. Als Hauptpetentin wendet sich Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesministerin a.D. direkt an den Deutschen Bundestag. Ab heute ist ihre Petition öffentlich. Wenn bis zum 25. Mai 30.000 Unterschriften zusammenkommen, wird sich der Petitionsausschuss in einer öffentlichen Sitzung mit den Forderungen der Lebenshilfe befassen.
Wer die Petition mit der Nummer 195716 und dem Titel „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“ unterstützen möchte, zeichnet direkt auf der Petitionsseite des Bundestages oder geht zunächst auf die Kampagnenseite www.lebenshilfe.de/teilhabe-ist-menschenrecht. Mit einem Video wird dort für alle einfach erklärt, wie man sich registrieren und eine Bundestagspetition unterzeichnen kann. Außerdem gibt es weiterführende Informationen – auch in Leichter Sprache – und vielfältiges Kampagnenmaterial, um es im Internet zu teilen.
Ulla Schmidt betont: „Der Kostendruck, den Länder und Kommunen aufbauen, ist enorm. Wir müssen den Abgeordneten des Bundestages klar machen, dass dieser auf gar keinen Fall zu Kürzungen an der ohnehin knappen Eingliederungshilfe führen darf. Denn die Eingliederungshilfe gibt Menschen mit Behinderung ihre Möglichkeit zur menschenwürdigen Teilhabe. Deshalb ist es so wichtig, dass die Petition Erfolg hat. Wir brauchen jede Unterschrift!“
Politik
Gesetzentwurf für mehr Barrierefreiheit
Berlin 02.04.2026
– Die Bundesregierung will die Barrierefreiheit in Deutschland sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich umfassend verbessern. Das ist das Ziel eines entsprechenden Gesetzenwurfes (21/5140) zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes. Die erste Lesung ist für die nächste Sitzungswoche des Bundestages geplant.
Für Menschen mit Behinderungen – ebenso wie für ihre Familien und Freunde – sei Barrierefreiheit eine grundlegende Voraussetzung für gleichberechtigte und gemeinschaftliche Teilhabe in allen Lebensbereichen. Auch ältere Menschen oder Eltern mit Kinderwagen würden von Barrierefreiheit profitieren. „Barrierefreie Angebote verbessern das Alltagsleben spürbar. Barrierefreiheit ist der Schlüssel zu einer inklusiven Gesellschaft und stärkt den sozialen Zusammenhalt“, schreibt die Regierung im Entwurf und weist zugleich darauf hin, dass die Teilhabeberichte der Bundesregierung noch erhebliche Lücken in dieser Hinsicht offenbart hätten.
Der Gesetzentwurf verfolgt für den privaten Bereich das Ziel, den Zugang zu privaten Gütern und Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen spürbar und nachhaltig zu verbessern, ohne dabei Unternehmen unverhältnismäßig stark zu belasten. „Statt detaillierter Barrierefreiheitsvorschriften setzt das Regelungskonzept auf Eigenverantwortung und Dialog der Beteiligten“, so die Regierung.
Im öffentlichen Bereich sollen die Pflichten des Bundes zur Herstellung baulicher und kommunikativer Barrierefreiheit konkretisiert werden. Der Bund soll noch verbleibende Barrieren bis zum Jahr 2035 abbauen. Bis 2045 müssen die Barrieren abgebaut werden. Bei der Bundesfachstelle für Barrierefreiheit soll ein Bundeskompetenzzentrum für Leichte Sprache und Deutsche Gebärdensprache eingerichtet werden. Dieses soll die Bundesministerien und ihre nachgeordneten Behörden beraten, damit sie mehr öffentliche und politische Informationen in Gebärdensprache und Leichter Sprache zur Verfügung stellen.
Künftig sollen neben Bescheiden, Allgemeinverfügungen, öffentlich-rechtlichen Verträgen und Vordrucken auch alle Nachfragen und Hinweise seitens der Behörden barrierefrei gestaltet werden. Außerdem sollen die Behörden die Pflicht haben, Menschen mit geistigen oder seelischen Behinderungen auf ihr Recht hinzuweisen, sich in einfacher und verständlicher Sprache beraten zu lasse
Politik
BMZ-Reform: Nicht auf Kosten von Schukindern
Wiesbaden 02.04.2026
– Das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) befindet sich in einem Reformprozess, der tiefe Einschnitte in der Struktur des Hauses mit sich bringen wird. Das Recht auf Bildung dürfe im aktuellen BMZ-Reformprozess nicht unter die Räder kommen, fordert der World University Service (WUS) als Teil der Globalen Bildungskampagne.
Die Abschaffung eines eigenständigen Referats Bildung wäre ein schwerwiegender Fehler, erklärte die Globale Bildungskampagne. „Wir fordern den Erhalt und die Stärkung dieses Referats, denn Grundbildung ist die Grundlage einer menschenrechtsbasierten und zukunftsfähigen Entwicklungspolitik.“
Dass Bildung kein „Nice to have“ ist, habe Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan selbst im internationalen Dialog mit Partnern betont. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, brauche es ein eigenständiges Bildungsreferat und verstärkte Investitionen in die Grundbildung, denn sie sei der Schlüssel zur Armutsbekämpfung, wirtschaftlichen Entwicklung und gesellschaftlichen Teilhabe.
Deutsche Vorbildfunktion
International genieße Deutschland bislang als Vorreiter in der Bildungsförderung in Ländern mit niedrigem Einkommen und in Krisenkontexten hohes Ansehen und sei somit derzeit ein Vorbild für andere Länder. Als zentraler Geber bei den Fonds Global Partnership for Education und Education Cannot Wait für Bildung in Krisen und Konflikten, verfüge Deutschland über erhebliche Gestaltungskraft. Diese Rolle könne jedoch nur wirksam wahrgenommen werden, wenn die fachliche Expertise erhalten bleibt, um Qualität, Kontinuität, politische Steuerungsfähigkeit sowie internationale Sichtbarkeit langfristig zu sichern.
Das Streichen eines eigenständigen Referats für Bildung sende ein fatales Signal zum falschen Zeitpunkt, betonen die Sprecher*innen der Globalen Bildungskampagne Sandra Dworack und Malte Pfau. Die brandneuen Zahlen der UN verdeutlichten den dringenden Handlungsbedarf. Zum siebten Mal in Folge sei die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, gestiegen.
Derzeit können 273 Millionen Kinder und Jugendliche nicht zur Schule gehen. Das betrifft jedes sechste Kind weltweit. Nach neuesten Schätzungen wird diese Zahl weiter steigen. Sollten die angekündigten weiteren Kürzungen der offiziellen Entwicklungszusammenarbeit Realität werden, könnte die Zahl laut UNICEF bis Ende des Jahres um weitere sechs Millionen Kinder wachsen. Das entspreche der Anzahl aller Grundschulkinder in Deutschland und Italien zusammen.
Die Globale Bildungskampagne ist Teil der Global Campaign for Education (GCE), einem internationalen Bündnis von Nichtregierungsorganisationen und Bildungsgewerkschaften, das sich für die Verwirklichung des Menschenrechts auf gute, gebührenfreie, öffentliche und inklusive Bildung für alle Menschen weltweit einsetzt. Die GCE ist in ca. 100 Ländern aktiv. Mitglieder der GBK sind neben dem WUS auch: Kindernothilfe, Brot für die Welt, World Vision, Oxfam Deutschland, Weitblick, Christoffel-Blindenmissionund die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.
Politik
Einschätzung von Trumps Rede zum Iran
Berlin 02.04.2026
Wir haben die Rede von US-Präsident Donald Trump an die amerikanische Bevölkerung und die Öffentlichkeit zum Krieg gegen den Iran verfolgt. Er bekräftigte seine Entschlossenheit, die Militäroperationen fortzusetzen, seine verdeckte Drohung, die USA aus der NATO zurückzuziehen, und seine Kritik an den Europäern, die sich seinen Kriegsabenteuern nicht anschließen.
Trumps Worte brachten nichts Neues. Er versäumte es, die Gründe für den Krieg zu erläutern, ignorierte die Menschenrechte und die Politik der Teheraner Mullahs, die unter anderem die Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten umfasst. Er begann den Krieg mit fadenscheinigen Vorwänden. Obwohl er nicht klarstellte, ob er den Krieg beenden will, zeigte er sich bereit, die Verhandlungen mit der iranischen Führung fortzusetzen, um eine Einigung zu erzielen. Seine Ankündigung, den Kontakt zu Teheran fortzusetzen, ist ein deutlicher Beweis für seine Beteiligung an einem Krieg, dessen Ursachen er selbst nicht vollständig versteht.
Die Behauptungen der Regierung Benjamin Netanjahu bezüglich des Irans, seines Atomprogramms und der Urananreicherung haben sich als falsch erwiesen, wie internationale Geheimdienste, insbesondere die US-Geheimdienste, bestätigt haben. Washington ist in den Krieg gegen den Iran verwickelt, und die Schließung der Straße von Hormus durch Teheran ist ein deutlicher Beweis für die Torheit der US-Regierung und ihre planlose Politik. Die USA intervenierten im Irak unter fadenscheinigen Vorwänden des zionistischen Gebildes und mit Unterstützung der irakischen Opposition, indem sie behaupteten, Saddam Hussein besitze gefährliche Waffen. Dies führte dazu, dass das US-Militär in einen Sumpf geriet, aus dem es sich bis heute nicht befreien konnte.
Trumps Drohung, die USA aus der NATO zurückzuziehen, ist bedeutungslos; er hatte dies bereits während seiner ersten Amtszeit erklärt und nach seinem Amtsantritt für eine zweite Amtszeit bekräftigt. Amerika braucht die NATO dringend, nicht umgekehrt. Dies ist nichts anderes als Erpressung der Europäer, um sie zu einem Krieg zum Schutz des zionistischen Gebildes zu zwingen.
Politik
Bundestagspräsidentin informiert über 16 Parteispenden
Berlin 02.04.2026
– Bundestagspräsidentin Julia Klöckner informiert in einer Unterrichtung (21/5085) über 16 Parteispenden, die im Januar 2026 gemeldet wurden und die im Einzelfall die Höhe von 35.000 Euro übersteigen. Empfängerin der Spenden war in acht Fällen die CDU. Sie erhielt am 27. Januar 100.000 Euro von der Deutschen Vermögensberatung Aktiengesellschaft (DVAG) in Frankfurt am Main und am 28. Januar weitere 100.000 Euro von Andreas Lapp aus Stuttgart. Jeweils 50.000 Euro spendeten ihr am 6. Januar Philipp Möller von der Möller & Förster GmbH & Co. KG in Hamburg, am 14. Januar Dr. Martin Herrenknecht aus Schwanau (Baden-Württemberg), am 19. Januar Arnd Franz aus Böblingen und Thomas Herrmann aus Karlsruhe und am 23. Januar Dr. Arend Oetker aus Berlin. 40.000 Euro erhielt sie am 23. Januar von Harald Christ von der Christ Capital GmbH in Berlin.
Drei Spenden gingen an die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD). Sie meldete am 15. Januar den Eingang von jeweils 110.000 Euro von Andrea und Klaus Dumberger aus Recklinghausen. Am 14. Januar meldete die Partei eine Spende über 40.000 Euro von Ernst Schlüter aus Kiel. Am 27. Januar spendete die DVAG der SPD 100.000 Euro sowie Bündnis 90/Die Grünen und der FDP jeweils 50.000 Euro. Die AfD meldete am 21. Januar eine Spende der Vakuum-Härtetechnik Schwer GmbH & Co. KG aus Tuningen (Baden-Württemberg) über 50.000 Euro.
Beim Südschleswigschen Wählerverband (SSW), der Partei der dänischen und friesischen Minderheit in Deutschland, ging am 15. Januar eine Spende über 46.684,15 Euro vom Südschleswig-Ausschuss im dänischen Kulturministerium in Kopenhagen ein. Nach dem Parteiengesetz müssen Spenden, die im Einzelfall 35.000 Euro übersteigen, der Bundestagspräsidentin unverzüglich angezeigt und von dieser als Bundestagsdrucksache veröffentlicht.
Berlin
Ahmed al-Sharaa in Berlin
Berlin 30.03.2026
– Der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa und seine Delegation begannen ihre offiziellen Gespräche mit der Bundesregierung. Den Auftakt bildeten Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und den Ministern des Innern, der Entwicklung und der Wirtschaft im Auswärtigen Amt, gefolgt von einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz.
Die Gespräche al-Sharaas und seiner Delegation mit der Bundesregierung fielen zeitlich mit Äußerungen zusammen, die sich gegen die Anwesenheit syrischer und anderer Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern aussprachen. Einige forderten die Abschiebung von Personen, die Diebstahl, Mord oder Betrug begehen, während andere eine Vereinbarung mit der syrischen Regierung verlangten, die entweder die Rückkehr syrischer Flüchtlinge in ihr Heimatland vorsieht oder deren Abschiebung.
Die Zahl der syrischen Flüchtlinge in Deutschland beläuft sich derzeit auf rund 920.000. Deutschland ist bereit, etwa 300.000 aufzunehmen und rund 500.000 in ihr Heimatland abzuschieben.
Al-Sharaas Gespräche in Berlin fielen zeitlich mit den Entwicklungen im Krieg zwischen Israel und der US-Regierung gegen den Iran, den Beziehungen der syrischen Regierung zu den Kurden und religiösen Minderheiten sowie der Frage der Zivilgesellschaft zusammen. Die Gespräche gelten als hochsensibel, da sie sowohl Demonstrationen gegen als auch für das Gesetz auslösen werden.
Foto: © PWO
Berlin
Adopt a Revolution
Berlin 30.03.2026 – Die Organisation „Adopt a Revolution“ forderte klare demokratische Bedingungen anstelle von Abschiebungsabkommen für Syrer.
Dies geschah auf einer Pressekonferenz der Organisation am Rande des Besuchs des syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa in Berlin und seiner Gespräche mit der Bundesregierung, die am Montag begonnen hatten.
Die Präsidentin der Organisation, Sophie Bischoff, erklärte, die Zivilgesellschaft in Syrien benötige die Unterstützung deutscher Politiker für demokratische Prozesse.
„Adopt a Revolution“, eine deutsch-syrische Menschenrechtsorganisation, appellierte an die Bundesregierung, jegliche politische, demokratische und finanzielle Unterstützung für Syrien an die Schaffung klarer demokratischer Bedingungen zu knüpfen.
Die Organisation warnte jedoch davor, Abschiebungen nach Syrien zum Hauptziel der deutschen Syrienpolitik zu machen. Sie betonte, der Sturz des syrischen Diktators Baschar al-Assad habe dem syrischen Volk und den Völkern der freien Welt die Chance eröffnet, in ihren Ländern Demokratie zu etablieren.
Foto: © PWO
Politik
Mehr Kontrolle, klare Regeln: Bundesrat beschließt Asyl-Pakt
Berlin 27.03.2026
Mit dem heutigen Beschluss des Bundesrats zum Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) ist der Weg frei für den Systemwechsel in der Migrationspolitik. Ziel ist: mehr Kontrolle, schnellere Verfahren und deutlich weniger illegale Migration.
Kern der Reform, die ab dem 12. Juni dieses Jahres in Kraft treten wird, ist mehr Kontrolle an den Außengrenzen. Mit verpflichtenden Screenings aller irregulär Einreisenden durch Identitäts- und Sicherheitsprüfung, mit schnellen Grenzverfahren für Personen mit geringer Bleibeperspektive, mit klaren Zuständigkeiten und einem neuen Migrationsmanagement wird das dysfunktionale Dublin-System abgelöst und auf neue Pfeiler gestellt. Der verpflichtende Solidaritätsmechanismus, der alle EU-Staaten einbindet, ist ein weiterer wichtiger Faktor.
Damit gilt künftig: Wer geringe Chancen auf Schutz hat, wird ein schnelleres Asylverfahren bekommen und schneller zurückgeführt.
Der Beschluss im Bundesrat markiert dabei den entscheidenden Schritt: Deutschland schafft die rechtlichen Voraussetzungen, um diese Reform konsequent umzusetzen. Das ist ein klares Signal für mehr Ordnung und Steuerung in der Migration.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Mit GEAS härten und schärfen wir die europäische Migrationspolitik. Wir setzten damit das Ziel weiter um: Kontrolle, Kurs und klare Kante. Wir setzen bei der Neuordnung der Migration auf klare Regeln, schnelle Verfahren und wirksame Rückführungen. Die Botschaft ist eindeutig: Wer keinen Schutzanspruch hat, kann nicht dauerhaft in Europa bleiben. Gleichzeitig stärken wir die Kontrolle an den Außengrenzen und sorgen für mehr Ordnung im System. Der Beschluss im Bundesrat ist deshalb ein entscheidender Meilenstein. Deutschland übernimmt Verantwortung und sorgt dafür, dass diese Reform nicht auf dem Papier stehen bleibt, sondern in der Praxis wirkt.“
Berlin
Digitales Planen und Bauen, künftig deutschlandweit zum Einsatz
Berlin 27.03.2026
Den Startschuss gab Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder heute beim „Dialogforum Bundesfernstraßen Digital“ in Berlin. Ab sofort sollen alle relevanten Projekte im Bereich der Bundesfernstraßen nach einheitlichen digitalen Standards geplant, gebaut und betrieben werden. Bislang gab es erfolgreiche Pilotprojekte, nun wird die Methode „Building Information Modeling“ (BIM) zum Regelprozess. Hierfür braucht es ein enges Zusammenspiel zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis– und genau deshalb hatte das Bundesverkehrsministerium (BMV) zum Austausch nach Berlin geladen.
Insgesamt mehr als 1000 Gäste begleiteten den bundesweiten BIM-Rollout – sowohl im Ministerium vor Ort als auch digital.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder:
„Deutschland braucht zuverlässige und leistungsfähige Verkehrswege. Dafür investieren wir
umfangreich und schaffen mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz die Voraussetzungen, um Planungen deutlich zu beschleunigen. Wir vereinfachen Verfahren, reduzieren Bürokratie und machen die Digitalisierung zum Standard. Eine Schlüsselrolle spielt BIM: Damit schaffen wir die Grundlage für effizientere Planungs- und Bauprozesse, mehr Kostenkontrolle und eine deutlich bessere Zusammenarbeit aller Beteiligten. Deutschland wird BIM-Land! Dafür brauchen wir das Zusammenspiel aller Beteiligten, das wir mit dem Dialogforum unterstützen wollen. Jetzt kommt es darauf an, BIM konsequent anzuwenden – bei großen wie bei kleinen Projekten.“
BIM wird zum Standard – für Planung, Bau und Betrieb. Mit der Einführung von BIM als Regelprozess setzt das BMV einen zentralen Baustein der Digitalisierungsstrategie im Infrastrukturbereich um. Ziel ist es, Planungs- und Bauzeiten zu verkürzen, Kosten und Risiken frühzeitig zu erkennen, die Qualität der Bauwerke zu erhöhen, und den Betrieb sowie die Erhaltung der Infrastruktur effizienter zu gestalten.
Ein wichtiger Impuls hierfür kommt aus dem Infrastruktur‑Zukunftsgesetz, das digitale Methoden wie BIM stärkt und verbindlicher macht. Es schafft die rechtlichen Voraussetzungen, um Planungsprozesse zu beschleunigen, Genehmigungsverfahren zu modernisieren und digitale Standards dauerhaft im Infrastrukturbereich zu verankern.
Dialogforum als Plattform für Austausch und Praxisnähe. Das Dialogforum diente als zentrale Austauschplattform, um Erfahrungen, Anforderungen und Herausforderungen aus der Praxis sichtbar zu machen.
-
Politik1 Stunde ago
Erleichterung über Orbáns Niederlage
-
Politik50 Minuten ago
Theorie der modernen Kriegsführung
-
Politik45 Minuten ago
Internationale Freiwilligendienste für junge Mensche
-
Politik42 Minuten ago
ifo Institut: Iran-Konflikt belastet Reisebranche stark
-
Politik44 Minuten ago
Nachweis zivil nutzbarer Anteile militärischer Verwendung
-
Politik1 Stunde ago
Petition soll Kürzungen bei der Eingliederungshilfe verhindern
-
Politik51 Minuten ago
Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland




