Welt
Absatz von Fairtrade-Kakao 2025 deutlich gestiegen
· Trotz hoher Rohstoffpreise: Fairtrade-Kakaoabsatz in Deutschland steigt 2025
· 30 Jahre Fairtrade-Kakao als Fundament für resiliente Lieferketten und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen im Kakaoanbau
Berlin 04.02.2026
Fairtrade Deutschland blickt optimistisch auf die Absatzentwicklung von fairem Kakao: Trotz hoher Rohstoffpreise und anhaltender Herausforderungen in den globalen Lieferketten prognostiziert die Organisation für 2025 einen deutlichen Anstieg des Fairtrade-Kakaoabsatzes um rund 11,7 Prozent auf 99.000 Tonnen.
Von dem Wachstum profitieren die Fairtrade-Kakaokooperativen: Rund 22 Mio. Euro Prämien-Gelder erwirtschafteten sie für ihre Kakaoverkäufe 2025, so die Prognose. Die Prämie erhalten sie zusätzlich zum Verkaufspreis. Sie fließt unter anderem in bessere Einkommen, Bildungsprojekte, Klimaanpassungsmaßnahmen und die Stärkung lokaler Strukturen.
„Wir sehen sehr klar: Verbraucher*innen greifen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiterhin zu Schokolade mit echtem Kakao – und setzen dabei zunehmend auf Produkte mit dem Fairtrade-Siegel“, sagt Claudia Brück, Vorständin bei Fairtrade Deutschland „Drei Jahrzehnte Erfahrung im Kakaomarkt machen Fairtrade zu einem stabilen Partner – gerade in Zeiten hoher Unsicherheit.“
30 Jahre Fairtrade-Kakao: Von den ersten Tafeln zum Marktstandard
2026 feiert Fairtrade Deutschland 30 Jahre Fairtrade-Kakao. 1996 kamen die ersten gesiegelten Tafeln Schokolade und Trinkschokoladen auf den deutschen Markt. Im Jahr 2024 erreichte Fairtrade-Kakao einen Marktanteil von 21 Prozent. Inzwischen bieten 185 Partner Produkte mit fair gehandeltem Kakao an.
Ein Meilenstein war die Einführung des Fairtrade-Kakao-Programms im Jahr 2014, das Partnern den Einstieg in Fairtrade-Kakao erleichtert hat und einherging mit der Einführung des Rohstoff-Siegels. Das Fairtrade-Siegel auf weißem Grund zeigt an, dass die auf dem Etikett genannte Zutat aus fairem Handel stammt. Seither können Unternehmen Fairtrade-Kakao als Einzelrohstoff beziehen und über mehrere Sortimente hinweg oder für die Gesamtproduktion verwenden. Bereits im ersten Jahr des Programms stieg der Absatz um das Zwanzigfache.
In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden über 570.000 Tonnen Fairtrade-Kakao in Deutschland abgesetzt. Die daraus resultierenden Prämienzahlungen von mehr als 130 Millionen Euro haben maßgeblich zur Stärkung der Kakaokooperativen beigetragen.
Fairtrade-Strategie zur Existenzsicherung
Die Einkommenssituation von Kakaobauern und -bäuerinnen bleibt eine massive Herausforderung. Um dieser zu begegnen und Einkommen sowie Lebensbedingungen zu verbessern, hat Fairtrade eine Strategie für existenzsichernde Einkommen ins Leben gerufen.
Diese umfasst die Berechnung eines Kakaopreises, in den essentielle Faktoren wie Zugang zu gesunden Nahrungsmitteln, sauberem Wasser, sicheren Wohnverhältnissen, Bildung, medizinischer Versorgung sowie finanzielle Rücklagen für unerwartete Ereignisse und Altersvorsorge miteingerechnet werden.
Neben den monetären Aspekten fördert die Fairtrade-Strategie auch nachhaltige Anbaumethoden und stellt langfristige Handelspartnerschaften her, die größere Abnahmemengen ermöglichen. Fairtrade-Partner investieren in begleitende Programme, die sowohl einzelne Bäuerinnen und Bauern, als auch die Gemeinschaft der Kooperativen stärken.
Politik
Deutsch-Irische Gespräche
Berlin 16.04.2026
– Bundeskanzler Friedrich Merz und der irische Premierminister Micheál Martin äußerten die Hoffnung, dass die Wiederaufnahme der von Islamabad vermittelten Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zu einem Ende des Krieges im Nahen Osten führen werde, da sich alle ein Ende des Krieges wünschten. Merz und Martin lobten die Entwicklung der Beziehungen zwischen ihren beiden Ländern und ihre Entschlossenheit, diese weiter auszubauen.
Merz und Martin sprachen auch über den russischen Krieg gegen die Ukraine und bekräftigten ihre Unterstützung für die Ukraine sowie für die Politik der Europäischen Union und der NATO.
Foto: © PWO
Politik
Kommentare zur Berliner Sudan-Konferenz
Berlin 16.04.2026
Immer wenn ich den sudanesischen Armeechef Abdel Fattah al-Burhan oder den Anführer der sogenannten Rapid Support Forces-Miliz sah, wurde mir übel. Ihre Gesichter strahlen keinerlei Trost oder Zuversicht aus; Kriminalität ist ihr prägendes Merkmal.
Die Berliner Sudan-Konferenz, an der europäische und afrikanische Regierungen teilnahmen, die aber von Menschenrechts- und zivilgesellschaftlichen Organisationen boykottiert wurde, endete ohne Resolutionen, die das Vertrauen der sudanesischen Bevölkerung in die internationale Gemeinschaft wiederherstellen könnten. Zwar sagte die Konferenz humanitäre Hilfe in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro für eine Bevölkerung zu, von der 65 % unter extremer Armut und einer akuten Hungersnot leiden, doch die Frage der Eindämmung der Arroganz der Armee und der Rapid Support Forces-Miliz wurde nicht thematisiert.
Seit über drei Jahren kämpft die sudanesische Armee gegen die Rapid Support Forces, um ihre Macht zu festigen. Obwohl der Putsch gegen Omar Hassan al-Baschir von den meisten Teilen der sudanesischen Bevölkerung begrüßt wurde, ist es der Armee nicht gelungen, Sicherheit herzustellen und Sudan wiederaufzubauen. Staaten wie die Regierung von Abu Dhabi waren unzufrieden über die Erleichterung der sudanesischen Bevölkerung nach dem Ende der über zwanzigjährigen Herrschaft von Omar Hassan al-Baschir und unterstützten daher die Miliz der Schnellen Unterstützungskräfte (RSF), um die Etablierung von Sicherheit in dem Land, das als Kornkammer Afrikas gilt, zu verhindern.
Der Sudan benötigt die Unterstützung der Vereinten Nationen, um Militärteams zu entsenden, die die Anführer der Armee und der RSF-Miliz festnehmen und die zivile Herrschaft im Land wiederherstellen.
Das Militär sollte in keinem Land der Welt herrschen.
Die BERLINER MORGENPOST stellt fest: „Seit drei Jahren kämpfen im Sudan Armee und Paramilitärs gegeneinander. Inzwischen hungert die Hälfte der Bevölkerung, mehr als 30 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen, Millionen sind vertrieben. Gewalt gehört vor allem für Frauen und Mädchen zum Alltag. Und doch sieht kaum jemand hin. Die Aufmerksamkeit der Menschen folgt simplen Kriterien, etwa der Gefahr, selbst hineingezogen zu werden. So fühlt sich Europa von Russland bedroht. Und den Iran-Krieg spüren Autofahrer an den Tankstellen. Was im Sudan passiert, hat keine Auswirkungen auf unseren Alltag. Die Sudan-Konferenz in Berlin soll den Konflikt ins Bewusstsein rücken. Aber sie kann nicht ersetzen, was so fehlt: politischer Druck auf die Kriegsparteien“, vermerkt die BERLINER MORGENPOST.
Die TAGESZEITUNG – TAZ – vertritt folgende Ansicht: „Dass Sudans Kriegsparteien und die international anerkannte Regierung des Landes nicht eingeladen waren, war kein Fehler. Dies war keine Friedenskonferenz der Kriegsbeteiligten, die einen Friedensprozess voranbringen soll. Es war eine Konferenz der Nichtbeteiligten, um gemeinsame Positionen im Hinblick auf einen möglichen zukünftigen Friedensprozess auszuloten. Gemessen am desaströsen Zustand der internationalen Diplomatie bei sonstigen Kriegen auf der Welt, wo meistens nicht einmal Einigkeit über das Gesprächsthema besteht, kann sich das sehen lassen“, lautet das Fazit der TAZ.
„Unter den mehr oder weniger vergessenen Kriegen auf der Welt nimmt der Sudan einen traurigen Spitzenrang ein“, betont die VOLKSSTIMME aus Magdeburg: „Es ist daher neben der Sammlung von Millionen-Geldern für humanitäre Hilfe globale Aufmerksamkeit, auf die das geschundene Land dringend angewiesen ist. Dabei könnte der Sudan – gemessen an seinem Rohstoffreichtum – ein blühendes Staatswesen sein. Es gibt Gold, Erdöl, Erdgas, Seltene Erden. Die Kriegsherren beider Seiten lassen ihre Truppen um den maximalen Zugriff auf diese Schätze kämpfen. Die Zukunft ist düster: Ein militärisches Engagement erscheint hier nicht mal Trumps US-Truppen lohnenswert. Es wird beim Appellieren und Geldsammeln bleiben“, vermutet die VOLKSSTIMME.
Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN findet: „Was den Konflikt besonders grausam macht, sind die Kriegswaffen, die eingesetzt werden, um Menschen einzuschüchtern. Das klappt zwar auch mit Gewehren und Drohnen, doch es gibt noch eine perfidere Waffe, die sogar ganze Bevölkerungsgruppen zersetzen kann: Sexualisierte Gewalt – vor allem gegen Frauen. Die Überlebendenberichte sind unvorstellbar in ihrer Grausamkeit. Sexuelle Versklavung, Übergriffe mit vorgehaltener Waffe und Gruppenvergewaltigungen gehören vor allem für nicht-arabische Frauen zum täglichen Horror. Paramilitärische Gruppen setzen diese Form der Gewalt gezielt gegen sie ein. Die Männer bleiben ungestraft. Das Stigma, das den betroffenen Frauen anhaftet, macht sie zu Ausgestoßenen. Das belastet Familien – und schwächt die Gesellschaft von innen. Darum geht es den Angreifern“, analysiert die MEDIENGRUPPE BAYERN.
Berlin
Deutsch-ukrainische Militärgespräche in Berlin
Berlin 15.04.2026
– Die Teilnehmer des heutigen NATO-Ukraine-Militärgesprächs in Berlin, das von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, seinem ukrainischen Amtskollegen Mychajlo Fjodorov, dem britischen Verteidigungsminister John Healey und NATO-Generalsekretär Mark Rutte organisiert wurde, bekräftigten ihre uneingeschränkte Unterstützung für die Ukraine im Kampf gegen die russische Militärmaschinerie.
Der deutsche Verteidigungsminister gab eine Vereinbarung über eine Partnerschaft Kiews mit der NATO bekannt, die ohne NATO-Mitgliedschaft auskommt. Der ukrainische Verteidigungsminister betonte, sein Land verteidige nicht nur sich selbst, sondern auch Europa und wies auf den dringenden Waffenbedarf seines Landes hin.
Foto: © PWO Von links nach rechts: Marc Rutte, Boris Pistorius, Mykhailo Fesrov und John Hesley
Politik
Sudan-Konferenz in Berlin
Berlin 15.04.2026
– Deutschland erhöht Unterstützung für notleidende Bevölkerung Sudans um 20 Mio. Euro
Drei Jahre nach Beginn des Krieges im Sudan erleben die Menschen dort die größte humanitäre Katastrophe der Welt. Mehr als 12 Millionen Menschen wurden vertrieben, etwa 4,5 Millionen davon sind in die umliegenden Länder geflohen. Über zwei Drittel der Bevölkerung – 33 Millionen Menschen – sind auf Hilfe angewiesen. Besonders alarmierend ist die systematische sexuelle Gewalt: Laut Vereinte Nationen sind mehr als 12 Millionen Frauen und Mädchen davon bedroht.
Zum dritten Jahrestag des Kriegsausbruchs richtet die Bundesregierung gemeinsam mit der Europäischen Union, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den USA und der Afrikanischen Union in Berlin die Sudan-Konferenz aus. Ziel ist es, eine sofortige Waffenruhe voranzubringen und zusätzliche Unterstützung für die betroffenen Menschen im Sudan zu mobilisieren.
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Wir dürfen die Menschen im Sudan nicht vergessen. Drei Jahre Krieg haben unfassbares Leid über die Bevölkerung im Sudan gebracht. Das BMZ engagiert sich im Sudan insbesondere für Frauen und Kinder, die wie so oft vom Kriegsgeschehen am stärksten betroffen sind. Frauen zeigen aber auch große Stärke und Resilienz. Während viele Männer durch den Krieg abwesend sind, kümmern sie sich um die Familien und den Lebensunterhalt. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die sudanesische Bevölkerung, aber auch die Flüchtlinge in den aufnehmenden Gemeinden der Nachbarländer, und baut so Grundlagen für eine friedliche Zukunft im Sudan auf.”
Seit Ausbruch des Krieges unterstützt das BMZ die notleidenden Menschen im Sudan dabei, sich unter schwierigsten Umständen selbst zu helfen. Ende 2025 hat das BMZ 155,4 Mio. Euro für Projekte im Sudan sowie in von der Krise betroffenen Nachbarländern bereitgestellt. 2026 werden wir unsere Unterstützung ausbauen und stellen weitere 20 Mio. Euro bereit. Damit verbessern wir den Zugang zur Basisversorgung, vor allem Wasser, Gesundheit, Bildung und Ernährung, sowie den sozialen Zusammenhalt in der Bevölkerung. Weitere Mittelzusagen sind in Prüfung.
Mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützen wir die Menschen im Sudan und in den Nachbarländern dabei sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Sie verbessern dadurch ihre Ernährung, erhalten besseren Zugang zu Bildungs-, Gesundheits-, Kinder- und Frauenschutzangeboten sowie zu nachhaltiger Wasser- und Sanitärversorgung. Durch diese Hilfe kann die Bevölkerung auf ihre eigenen Stärken und Leistungen zurückgreifen. So legen wir gemeinsam bereits jetzt den Grundstein für und eine friedliche Zukunft im Sudan.
Foto: © PWO
Politik
Auswirkungen der Krise im Nahen Osten
Berlin 15.04.2026
– Kommission konsultiert Mitgliedstaaten zu befristetem Krisenrahmen für staatliche Beihilfen.
Die Europäische Kommission holt derzeit die Stellungnahmen der Mitgliedstaaten zu einem Entwurf eines vorübergehenden Krisenrahmens für staatliche Beihilfen ein. Ziel ist es, die EU-Wirtschaft im Hinblick auf die Krise im Nahen Osten zu stützen. Dies hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 13. April angekündigt.
Die Kommission befragt die Mitgliedstaaten zu einem gezielten und befristeten Rahmen für einige der am stärksten von der Krise betroffenen Wirtschaftssektoren, wie Landwirtschaft, Fischerei, Straßenverkehr und innergemeinschaftliche Kurzstreckenseeschifffahrt. Der Vorschlagsentwurf enthält zudem eine vorübergehende Anpassung des Beihilferahmens für den Clean Industrial Deal (CISAF), die höhere Beihilfeintensitäten zur Bewältigung von Strompreisspitzen ermöglicht.
Vorschläge zur maßgeschneiderten befristeten Unterstützung für die am stärksten betroffenen Sektoren
· Übernahme eines Teils der Preissteigerungen für Kraftstoff oder Düngemittel im Vergleich zum Stand vor dem 28. Februar 2026, basierend auf dem Verbrauch der Begünstigten, sowie eine vereinfachte Maßnahme, die einen begrenzten Beihilfebetrag pro Unternehmen zulässt (mit Ausnahme der EU-Nahseeschifffahrt). Auf dieser Grundlage können sich die Mitgliedstaaten auf einschlägige Statistiken stützen, um eine individuelle Nachverfolgung des tatsächlichen Verbrauchs zu vermeiden.
· Eine Anhebung der maximalen Beihilfeintensität für die Stromkosten energieintensiver Industrien gemäß Abschnitt 4.5 des CISAF über das bisherige Maximum von 50 Prozent hinaus.
Bis Ende April soll ein befristeter Rahmen verabschiedet werden
Darüber hinaus ist die Kommission bereit, auf Einzelfallbasis und unter bestimmten Voraussetzungen vorübergehende Maßnahmen zu prüfen, die die Subventionierung der Brennstoffkosten für die Stromerzeugung aus Erdgas umfassen können, um die Gesamtstromkosten zu senken.
Die Kommission stellt den Mitgliedstaaten zudem weitere Fragen zu den Maßnahmen im Rahmenentwurf und dazu, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind, um den Auswirkungen der Krise zu begegnen. Die Mitgliedstaaten haben nun die Möglichkeit, zum Entwurf der Kommission Stellung zu nehmen und diese Fragen zu beantworten. Die Kommission wird die Antworten zügig prüfen, mit dem Ziel, bis Ende April einen befristeten Rahmen zu verabschieden.
Politik
Wadephul eröffnete Sudan Konferenz
Berlin 15.04.2026
– Der deutsche Außenminister Johannes Wadephul eröffnete heute eine Konferenz zum Sudan. Teilnehmer sind Vertreter der Europäischen Union, der Afrikanischen Union, zivilgesellschaftlicher Organisationen, Menschenrechtsgruppen und weitere.
Die Konferenz, die bis morgen, Donnerstag, andauert, gilt als umstritten. Die sudanesische Regierung hat ihre Ablehnung der Konferenz angekündigt. Kritiker sehen darin eine Wiederholung der Konferenzen in London und Paris, die keine neuen Erkenntnisse bringe. Sie betrachten das Treffen der sudanesischen Fraktionen als Zeitverschwendung und betonen die dringende Notwendigkeit, den Sudan unter direkte UN-Aufsicht zu stellen und Druck auf die Regierungen der arabischen Länder auszuüben, die das Chaos im Sudan unterstützen.
Der Sudan, einst als Kornkammer Afrikas und der arabischen Welt bekannt, verfügt über mehr als eine Million Quadratkilometer Ackerland und einen riesigen Viehbestand von über einer Million Rindern, Schafen und Ziegen. Sudan besitzt ein immenses Exportpotenzial, doch anhaltende Konflikte haben seine Anbauflächen erheblich reduziert. Ackerland macht derzeit nur noch etwa 45 % der Gesamtfläche Sudans aus, und diese Konflikte verschärfen Hunger und Armut.
Wandel von der Kornkammer zur humanitären Krise.
Kriege und Konflikte: Der Krieg, der im April 2023 begann, hat die Produktion in wichtigen Regionen zum Erliegen gebracht.
Hungerkrise: Das Welternährungsprogramm warnt, dass sich Sudan von einer Kornkammer zur größten Hungerkrise der Welt entwickelt hat, in der Millionen Menschen unter akutem Hunger leiden.
Zerstörte Infrastruktur
Der Krieg hat zum Zusammenbruch der Infrastruktur und landwirtschaftlicher Anlagen geführt und Investitionen und Produktion behindert.
Trotz seiner reichen natürlichen Ressourcen kann Sudan sein Potenzial aufgrund anhaltender politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen und Konflikte nicht voll ausschöpfen.
Politik
Afrika Gespräch in Bundeskanzleramt
Berlin 15.04.2026
– Die Afrikanische Union ist für Deutschland ein zentraler strategischer Partner. Bundeskanzler Merz hat nun den Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Youssouf, getroffen.
Einige Themen: Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Afrika und der Krieg im Sudan. Die Afrikanische Union (AU) – als einzige kontinentale afrikanische Organisation – ist ein entscheidender Partner der Bundesregierung in Afrika. In vielen Bereichen wolle man die Zusammenarbeit verstärken, so Bundeskanzler Friedrich Merz vor seinem Gespräch mit Mahmoud Ali Youssouf. Der Präsident der Afrikanischen Union befindet sich anlässlich der Sudan-Konferenz am 15. April in Berlin, bei der er Co-Gastgeber ist. Deutschland unterstützt die Bemühungen einer Konfliktlösung. Denn, so betont der Kanzler: „Frieden und Sicherheit sind in Europa und Afrika eng miteinander verbunden.
Auswirkungen des Irankriegs: Die Folgen des Irankriegs – insbesondere die Blockade der Straße von Hormus und die Zerstörung von Infrastruktur in den Golfstaaten – träfen Afrika stark, so der Bundeskanzler. Es würden Inflation, Ernteausfälle, Nahrungsmittelengpässe drohen. Wichtig seien Gespräche darüber, wie Deutschland, Europa, die AU und ihre Mitgliedsstaaten politisch, wirtschaftlich und humanitär gemeinsam auf die Auswirkungen des Kriegs reagieren.
Sudan: Im Sudan herrscht die größte humanitäre Krise der Gegenwart. Deutschland richtet gemeinsam mit der AU und weiteren Staaten die Sudan-Konferenz in Berlin aus. Deutschland zählt zu den größten Gebern humanitärer Hilfe und unterstützt die Bemühungen der USA, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Ägyptens um einen Waffenstillstand.
Zusammenarbeit mit Afrika: Deutschland strebt noch engere Wirtschaftspartnerschaften mit Afrika an, so der Kanzler. Zudem unterstütze die Bundesregierung die Bemühungen um eine afrikanische Freihandelszone. Gleichzeitig unterstützt sie das Friedensengagement der AU auf dem Kontinent. Für die künftige Ausrichtung der deutschen Afrikapolitik gelte dem Kanzler zufolge: „Engere Kooperation, engerer Dialog – und das partnerschaftlich“
Politik
Die internationale Gemeinschaft muss handeln
Berlin 15.04.2026
– Im Sudan wütet die schlimmste humanitäre Krise der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – 33,7 Millionen Menschen – benötigt humanitäre Hilfe. Seit Beginn des Krieges vor drei Jahren hat Aktion gegen den Hunger rund zwei Millionen Menschen unterstützt. Die Organisation fordert verbindliche finanzielle und politische Zusagen der internationalen Gemeinschaft.
„Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung die Sudan-Konferenz ausrichtet. Das allein aber reicht nicht. Die Konferenz muss konkrete Ergebnisse liefern, um das Leid der Menschen zu beenden. Eine Abschlusserklärung mit messbaren Zusagen zum Schutz der Zivilbevölkerung, einem sicheren humanitären Zugang und einer ausreichenden Finanzierung muss im Rahmen der Konferenz vereinbart werden“, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger.
„Mehr als 21 Millionen Menschen leiden im Land unter akutem Hunger. Das ist eine direkte Folge des Konflikts, der Märkte zerstört, Ernten beeinträchtigt sowie Handelswege und die humanitäre Hilfe blockiert“, sagt Samy Guessabi, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger, der für die Sudan-Konferenz in Berlin ist.
Politik
Regierungskooperation zwischen Berlin und Kiew
Berlin 14.04.2026
Heute wurden im Bundeskanzleramt unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Kooperationsabkommen zwischen Berlin und Kiew unterzeichnet. Die Zusammenarbeit umfasste auch die Militärpolitik. Hierzu wurden Absichtserklärungen zwischen den deutschen und ukrainischen Verteidigungsministern Boris Pistorius bzw. Mychajlo Fjodorow unterzeichnet. Fjodorow wird am Mittwoch, dem 15. April, an den Gesprächen zwischen NATO-Generalsekretär Mark Röttge und Verteidigungsminister Pistorius teilnehmen. Zwei weitere Absichtserklärungen wurden zum Wiederaufbau der Ukraine und zum Ausbau der Infrastruktur für Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion unterzeichnet.
Bundeskanzler Merz und der ukrainische Präsident bezeichneten die Unterzeichnung der Kooperations- und strategischen Partnerschaftsabkommen zwischen ihren beiden Ländern als klares Signal an Russland, dass die Ukraine nicht allein ist und uneingeschränkte europäische Unterstützung genießt. Mertz erklärte, die Ukraine sei zwar kein NATO-Mitglied, eine enge Zusammenarbeit zwischen Kiew und der NATO sei aber unausweichlich. Kiews Bemühungen um die Integration in die EU-Politik seien bereits weit fortgeschritten, bräuchten aber Zeit.
Bezüglich der ungarischen Wahlen äußerte der ukrainische Präsident die Hoffnung, dass die Missverständnisse mit Ungarn mit einem Machtwechsel der Opposition zur Regierung von Viktor Orbán beigelegt würden. Bundeskanzler Mertz bezeichnete die Wahlergebnisse als positiv für die Europäer und kündigte ein Treffen mit der neuen ungarischen Führung in zwei Wochen an.
Foto: © PWO
Politik
Wiederaufbau der ukrainischen Industrie
Berlin 14.04.2026
Bei den hochrangig besetzten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen heute in Berlin vereinbarten Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und der ukrainische Wirtschaftsminister Oleksii Sobolew eine neue Initiative zum Wiederaufbau der ukrainischen Industrie.
Entwicklungsministerin Alabali Radovan betonte die Chancen für die deutsche Wirtschaft: „Russland greift seit Jahren gezielt auch die industrielle Infrastruktur der Ukraine an. Die wirtschaftlichen Folgen sind massiv. Nur wenn die Wirtschaft in der Ukraine weiterläuft, können die Ukrainerinnen und Ukrainer im Land ihr Land verteidigen. Mit unserer neuen Initiative unterstützen wir den Wiederaufbau der Industrie – und schaffen zugleich Perspektiven für eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit. Davon profitieren ukrainische wie deutsche Unternehmen.“
Die ukrainische Industrie und die kritische Infrastruktur gehören zu den Hauptzielen russischer Angriffe. Die Ukraine hat bereits einen erheblichen Teil ihrer technologischen und industriellen Kapazitäten verloren, insbesondere in Branchen mit hoher Wertschöpfung.
Zum industriellen Wiederaufbau der Ukraine haben heute Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und der ukrainische Wirtschaftsminister Oleksii Sobolew eine Absichtserklärung („Joint Declaration of Intent on the Support of Industrial Recovery and Resilience in Ukraine“) unterzeichnet. Die Initiative soll es ukrainischen Unternehmen erleichtern, Maschinen und Ersatzteile zu günstigeren Konditionen aus Deutschland sowie aus der EU zu erwerben. Unterstützt werden insbesondere Betriebe, deren Produktionsanlagen durch den Krieg beschädigt oder zerstört wurden.
Oleksii Sobolew, ukrainischer Minister für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft: „Das ‚Industrial Ramstein‘ bildet einen systemischen Rahmen für die Unterstützung der ukrainischen Industrie. Und wir sind unseren deutschen Partnern dankbar für die Bereitschaft, diese Initiative gemeinsam umzusetzen. Dabei geht es nicht nur um die Wiederherstellung zerstörter Kapazitäten, sondern auch um Modernisierung, den Aufbau neuer Produktionsstätten und die Integration in die europäischen Märkte. Es geht um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der ukrainischen Industrie, die wir gemeinsam mit unseren Partnern aufbauen.“
Die Umsetzung soll über die ukrainische „National Development Institution“ (NDI, ehemals Business Development Fund) erfolgen, einem langjährigen und zentralen Partner des Entwicklungsministerium in der Ukraine zur Förderung des ukrainischen Privatsektors. Das BMZ hat die Weiterentwicklung der Institution in den vergangenen Jahren begleitet – mit dem Ziel, sie zu einer leistungsfähigen Förderbank nach dem Vorbild der KfW auszubauen.
Das BMZ stellt für die Initiative insgesamt zunächst 30 Millionen Euro bereit.
Darüber hinaus wurden bei den Regierungskonsultationen Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine vereinbart. Insgesamt stellt das BMZ 233 Millionen Euro an neuen Mitteln für die Unterstützung der Ukraine bereit. Diese Mittel fließen in die Stärkung der Energieinfrastruktur, den Katastrophenschutz, die Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte sowie den sozialen Wohnungsbau für Menschen, deren Häuser zerstört oder die vertrieben wurden. Auch unterstützt das BMZ die Ukraine dabei, fit für den EU-Beitritt zu sein und den Kampf gegen Korruption voranzutreiben.
Berlin
Wer bestimmt, wie wir 2046 reisen?
Berlin 14.04.2026
– Von KI-Agenten, die unsere Reisen buchen, bis hin zu Städten, die Besucherzugänge begrenzen: Ein neuer Executive Brief 2026 von Phocuswright und der ITB Berlin zeigt, wie Vertrauen, Daten und Ungleichheit das globale Reisen in den kommenden zwei Jahrzehnten neu definieren könnten.
Wer wird das Reisen im Jahr 2046 bestimmen: KI-Konzerne, Staaten oder die Reisenden selbst? Wovon hängt in einer KI-geprägten Branche künftig der wirtschaftliche Erfolg ab? Und bleibt Reisen für alle zugänglich – oder wird es zum Privileg? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des ersten „Leadership Exchange“, den das international tätige Marktforschungs- und Analyseunternehmen für die Reisebranche Phocuswright gemeinsam mit der ITB Berlin am 3. März 2026 im CityCube Berlin veranstaltete.
Ein Blick ins Jahr 2046: KI-Unternehmen steuern globale Datenströme, Reisende verlassen sich auf intelligente Assistenten bei der Reiseplanung- und buchung, und manche Destinationen begrenzen den Zugang, um dem Massentourismus entgegenzuwirken. Das ist keine Science-Fiction, sondern eines von mehreren realistischen Zukunftsszenarien, die führende Köpfe der Reisebranche im Rahmen des nicht öffentlichen Leadership Exchange auf der ITB Berlin 2026 diskutiert haben.
Beim Leadership Exchange kamen Branchenexperten in einem vertraulichen Rahmen nach der Chatham-House-Regel zusammen. In einem Thinktank-Format diskutierten sie vier zentrale Fragen: Wem gehört das Vertrauen? Wo liegt der wirtschaftliche Wert in einer Branche, die von KI bestimmt wird? Ist Reisen ein Recht für alle oder ein Privileg? Und wird die Branche von wenigen großen Akteuren dominiert – oder zunehmend fragmentiert? Ziel war es, über reine Trenddebatten hinauszugehen und konkrete, umsetzbare Impulse für Unternehmen, Politik und weitere Akteure in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen zu liefern.
In allen Diskussionen wurde ein klares Bild sichtbar: Künstliche Intelligenz wird das Reisen deutlich einfacher und reibungsloser machen – und dabei zugleich die Machtverhältnisse in der Branche grundlegend verschieben.
„Die Reisebranche steht vor einem strukturellen Wandel, wie wir ihn seit den Anfängen der Digitalisierung nicht mehr erlebt haben“, sagte Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin. „Mit dem Leadership Exchange haben wir ein Format geschaffen, in dem Entscheider nicht nur über die Zukunft sprechen, sondern sie aktiv mitgestalten. Die Entscheidungen, die wir jetzt in Bezug auf Vertrauen, Daten und Wertschöpfung treffen, werden die Branche über Jahrzehnte prägen.“
Vertrauen wird zur neuen Währung
In einer von KI geprägten Welt ist Vertrauen nicht mehr fest an einzelne Anbieter gebunden. Es verteilt sich auf viele Ebenen – und gewinnt gerade dadurch an Bedeutung. Vertrauen entsteht heute nicht mehr primär durch Marken oder direkte Erfahrungen, sondern aus vielen kleinen Faktoren: etwa aus Bewertungen, nutzergenerierten Inhalten und jeder einzelnen Interaktion entlang der Customer Journey. Deshalb muss Vertrauen gezielt in alle Schritte der Reise eingebettet werden.
Gleichzeitig führen immer mehr KI-gestützte Buchungs- und Entscheidungskanäle dazu, dass Verantwortlichkeiten schwerer nachvollziehbar werden. Das erhöht kurzfristig das Risiko größerer, sogenannter „katastrophaler“ Vertrauensbrüche.
„Vertrauen ist kein Algorithmus. Es gibt kein einfaches Rezept – und künftig werden nicht nur Unternehmen, sondern auch Konsumenten danach bewertet, wie vertrauenswürdig sie sind“, sagte Mieke De Schepper, CEO der Sunweb Group.
KI verschiebt den Wert – und stellt Marken vor neue Herausforderungen
Wenn KI-Agenten Suche und Reiseplanung zunehmend übernehmen, wird Personalisierung zur größten Chance der Branche. Reiseerlebnisse lassen sich in Echtzeit individuell zuschneiden – auf Basis umfangreicher Datenanalysen und persönlicher Vorlieben.
Diese Entwicklung hat jedoch auch Konsequenzen: Klassische Anbieter könnten an Bedeutung verlieren, und selbst starke Marken riskieren, an Einfluss einzubüßen, wenn nicht mehr die Marke, sondern die „maßgebliche Informationsquelle“ zum entscheidenden Faktor wird.
„Bis 2029 wird die klassische Reiseinspiration und -suche fast keine Rolle mehr spielen. Im Mittelpunkt stehen künftig persönliche Agenten, die in unserem Auftrag handeln“, sagte Timothy O’Neil-Dunne, Strategieberater bei T2Impact.
Reisen wird leichter – und zugleich ungleicher
Technologische Entwicklungen können Reisen künftig deutlich vereinfachen und für mehr Menschen zugänglich machen. Gleichzeitig bleiben grundlegende Spannungen bestehen: Mehr Mobilität kann zwar offene, vernetzte Gesellschaften fördern, führt jedoch auch zu wachsendem Massentourismus und belastet vielerorts Infrastruktur und Lebensräume.
Parallel dazu bestimmen wirtschaftliche Ungleichheit, geopolitische Entwicklungen und regulatorische Rahmenbedingungen zunehmend darüber, wer reisen kann. Mobilität entwickelt sich damit weniger zu einem universellen Recht als vielmehr zu einem selektiven Privileg.
„Um Migration und Massentourismus zu steuern, könnte Reisen zunehmend zu einem Privileg werden. Staaten könnten den Tourismus entweder über strengere Visa-Regeln begrenzen oder Menschen durch Preisgestaltung vom Reisen ausschließen“, sagte Stephen Joyce, Global Strategy Lead bei Protect Group.
Foto: VOLKMAR OTTO © ITB Berlin
Politik
Deutsch-Südafrikanische Partnerschaft
Berlin 13.04.2026
– Der deutsche Außenminister Bohan Vadephul und sein südafrikanischer Amtskollege Ronald Ozzy Lamola zeigten sich zufrieden mit den Beziehungen zwischen ihren beiden Ländern auf allen Ebenen. Der deutsche Außenminister bekräftigte zudem Berlins Unterstützung für die Kandidatur der Afrikanischen Union für einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat.
Bezüglich des Scheiterns der Verhandlungen in Islamabad zwischen den USA und dem Iran betonte Vadephul die dringende Notwendigkeit, das Waffenstillstandsabkommen einzuhalten, um die Verhandlungen wiederaufzunehmen. Der südafrikanische Minister hob hingegen hervor, wie wichtig es sei, die Drohgebärden zu mäßigen, und merkte an, dass Krieg allen schade.
Foto: © PWO
Politik
Deutsch-Israelische Gespräche
Berlin 14.04.2026
– Bundeskanzler Friedrich Merz hat heute mit dem Premierminister von Israel, Benjamin Netanjahu, telefoniert.
Der Bundeskanzler bekräftigte, dass die Bundesregierung Bemühungen um eine diplomatische Verständigung zwischen den Vereinigten Staaten und Iran nachdrücklich unterstützt. Nach Ende der Kampfhandlungen sei Deutschland bereit, einen Beitrag zur Sicherung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus zu leisten, wenn die nötigen Voraussetzungen gegeben seien.
Der Bundeskanzler ermutigte Premierminister Netanjahu zur Aufnahme direkter Friedensgespräche mit der libanesischen Regierung. Er sprach sich dafür aus, die Kampfhandlungen im Süden des Libanon zu beenden. Die Hisbollah müsse die Waffen niederlegen.
Im Gespräch brachte der Bundeskanzler seine große Sorge über die Entwicklungen in den palästinensischen Gebieten zum Ausdruck. Eine faktische Teilannexion des Westjordanlandes dürfe es nicht geben.
Politik
Nahost-Kriege vergrößern Armutsrisiko
Berlin 14.04.2026
– Eine neue Schätzung des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) zeigt: Die militärische Eskalation im Nahen Osten setzt in 162 Ländern Millionen von Menschen dem Risiko aus, in Armut abzurutschen. Iim schlimmsten Fall trifft es bis zu 32 Millionen Menschen.
Die Auswirkungen treffen laut UNDP-Bericht – neben den vom Konflikt betroffene Staaten und energieimportabhängige Ländern – vor allem auch Menschen in wirtschaftlich schwächeren Länder, die weit vom Konflikt entfernt sind. Besonders betroffen sind Regionen in Asien, Subsahara-Afrika, der Golfregion sowie kleine Inselentwicklungsstaaten.
Der Bericht zeigt verschiedene Krisenszenarien und zeigt zugleich konkrete Maßnahmen auf, um die Auswirkungen abzumildern – u.a. durch gezielte und befristete Bargeldtransfers für gefährdete Haushalte.
Politik
Theorie der modernen Kriegsführung
John Wardens 1751-1828
Berlin 13.04.2026
Wenn die Zentren getroffen werden und die Peripherie in Flammen aufgeht
In der Welt der Militärstrategie zählt John Wardens Theorie der „Fünf Ringe“ zu den einflussreichsten Ideen der modernen Kriegsführung.
Diese Theorie basiert auf einer einfachen, aber tiefgreifenden Idee: Ein Staat ist nicht bloß eine Armee, sondern ein integriertes System, bestehend aus Führung, lebenswichtigen Systemen (wie Energie und Wirtschaft), Infrastruktur, Bevölkerung und Streitkräften. Warden argumentiert, dass der schnellste Weg, einen Gegner zu besiegen, nicht darin besteht, seine Armee auf dem Schlachtfeld zu erschöpfen, sondern darin, den Kern dieses Systems – die Führung – und die umliegenden lebenswichtigen Elemente anzugreifen, um seine Funktionsfähigkeit von innen heraus zu schwächen.
Diese Idee zeigt sich deutlich im Krieg, der seit dem 28. Februar 2016 zwischen den Vereinigten Staaten und Israel einerseits und dem Iran andererseits tobt. Die Militärkampagne konzentrierte sich auf Angriffe gegen die iranische Führung und lebenswichtige Infrastruktur, um die Handlungsfähigkeit und Selbsterhaltungsfähigkeit des Staates zu schwächen.
Das Besondere an diesem Krieg ist jedoch, dass der Iran ihn nicht als passives Ziel betrachtete, sondern mit einem Gegenplan reagierte, der die Kräfteverhältnisse völlig umkehrte.
Anstatt auf die Angriffe mit ähnlichen Schlägen innerhalb Israels zu reagieren – angesichts der praktisch unmöglichen Lage, amerikanisches Territorium zu erreichen –, verlagerte der Iran den Konflikt auf einen heiklen Punkt der globalen Ordnung: die Straße von Hormus.
Diese Meerenge ist nicht nur eine Seestraße, sondern eine lebenswichtige Ader, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels verläuft. Ihre Unterbrechung würde daher nicht nur ein Land, sondern die gesamte Weltwirtschaft beeinträchtigen.
Hier liegt ein kluger Strategiewechsel: Während Wardens Plan darauf abzielte, den Staat von innen heraus zu schwächen, konzentriert sich der iranische Plan darauf, das Umfeld des Gegners von außen zu zerstören. Mit anderen Worten: Der Iran sagt: „Ich kann eure Angriffe vielleicht nicht verhindern, aber ich kann die Kosten dieses Krieges für euch und die Welt extrem hoch treiben.“ Folglich beschränken sich die iranischen Reaktionen nicht auf Ziele im Inland, sondern umfassen Bedrohungen der Schifffahrt, Angriffe auf amerikanische Interessen im Golf und das Hineinziehen der gesamten Region in einen Spannungskreislauf.
Diese Divergenz zeigt, dass es sich nicht einfach um einen konventionellen Krieg handelt, sondern um einen Konflikt zwischen zwei unterschiedlichen Denkmodellen. Das erste, das amerikanisch-israelische Modell, setzt auf Präzisionsschläge gegen Machtzentren und lebenswichtige Infrastruktur.
Das zweite, das iranische Modell, setzt auf Abnutzung, die Ausweitung des Schlachtfelds und die Ausdehnung des Konflikts auf die Weltwirtschaft, um sicherzustellen, dass er nicht länger auf die Grenzen des angegriffenen Staates beschränkt bleibt.
Die eigentliche Frage lautet daher nicht: Wer besitzt die größere militärische Macht? Sondern: Wer kann die langfristigen Kosten tragen? Bislang deuten die Daten darauf hin, dass der Iran trotz der Intensität der Angriffe intern geeint bleibt. Es ist gelungen, den Krieg kostspielig und langwierig zu gestalten, insbesondere angesichts der anhaltenden Spannungen in der Straße von Hormus und deren Auswirkungen auf die Weltmärkte.
Aus dieser Perspektive lässt sich der Charakter dieses Krieges besser verstehen: Die Vereinigten Staaten und Israel versuchen, durch einen Angriff auf das Zentrum des Konflikts einen schnellen Sieg zu erringen, während der Iran einen solchen Sieg durch die Schürung von Konflikten in der Peripherie zu verhindern sucht.
Die USA setzen auf Lähmung, der Iran auf Abnutzung. Das Ergebnis ist bisher weder ein entscheidender Sieg noch eine vollständige Niederlage, sondern ein Konflikt, der sich ausweitet und mit der Zeit immer komplexer wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass John Wardens Theorie zwar weiterhin relevant für das westliche Militärdenken ist, aber allein nicht mehr ausreicht, um moderne Kriegsführung zu verstehen. Wenn ein Gegner in der Lage ist, den Kampf über seine Grenzen hinaus zu tragen und die Weltwirtschaft zu beeinflussen, wird ein Krieg nicht mehr allein in der Luft oder am Boden entschieden, sondern auch auf Seewegen, Märkten und in der Fähigkeit einer Nation, Not zu ertragen. In diesem speziellen Konflikt scheint der eigentliche Kampf nicht mehr nur um den Iran zu gehen, sondern darum, wer dem anderen Kosten auferlegen kann, die keiner von beiden tragen kann.
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