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Kunst

Ein 6.000 Kilometer langes Königreich

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Berlin 18.05.2026

– Im Jahr 2002 veröffentlichte die Zeitschrift PANS eine bemerkenswerte Studie über eine kleine Ameisenart namens Argentinische Ameisen, ein Insekt, das nur wenige Millimeter lang ist, und zeigte, dass seine Kolonien in Südeuropa nicht mehr als eigenständige Einheiten agieren, sondern ein riesiges Netzwerk kooperierender Nester bilden, das sich fast 6.000 Kilometer von Italien bis zur spanischen Atlantikküste erstreckt, bis Forscher sie als die größte jemals in der Natur dokumentierte kooperative Einheit beschrieben.

Das soll nicht heißen, dass es eine einzige unterirdische „Ameisenstadt“, eine zentrale Hauptstadt oder eine einzige Königin gibt, die das gesamte Reich regiert, aber was die Forscher entdeckt haben, ist etwas Seltsameres: Es gibt Millionen separater Nester mit einer riesigen Anzahl von Mägden und Königinnen, aber sie verhalten sich, als wären sie Teil einer einzigen sozialen Einheit.

In diesem Zusammenhang beobachtete die Studie beispielsweise, dass eine Ameise aus einem entfernten Nest nicht angegriffen wird, sondern als Mitglied der Gruppe akzeptiert wird, solange sie die entsprechenden chemischen Signale überträgt, und in der Ameisenwelt wirken diese Signale als Ausweiskarte oder Reisepass.

Typischerweise basiert das Ameisenleben auf einer strikten Unterscheidung zwischen „uns“ und „ihnen“, weshalb Arbeiter aus einer Kolonie oft außerirdische Arbeiter angreifen, weil Nahrung, Ressourcen und Nistplätze begrenzt sind. Aber argentinische Ameisen in Europa brachen diese Regel.

Ameisen unterscheiden meist zwischen „uns“ und „ihnen“

Superkolonie

In der Studie sammelten die Forscher Tausende von Arbeitern von 33 Standorten entlang der Küste Südeuropas, von Norditalien bis Nordwestspanien, und verglichen sie dann verhaltens- und genetisch miteinander sowie mit Gruppen aus ihrer Heimat Südamerikas.

Das Ergebnis war entscheidend, da die Studie ergab, dass die meisten Ameisen aus der Superkolonie keine Aggression gegeneinander zeigten, obwohl die Proben aus sehr entfernten Gebieten stammten.

Als Ameisen aus dieser großen Kolonie mit Ameisen einer anderen kleineren Superkolonie in Katalonien zusammengesetzt wurden, änderte sich die Szenerie komplett: Aggressionen traten auf und Konfrontationen endeten mit Tötung, was bedeutete, dass die Ameisen nicht friedlich waren, sondern in beiden Fällen auf eine andere soziale Realität reagierten.

Das Seltsamste ist, dass Ameisenkolonien ohne zentrale Führung geführt werden, ja, es gibt Königinnen, aber die Verwaltung der Angelegenheiten der Kolonie erfolgt völlig dezentral, mit kleinen Regeln, auf die sich alle einigen und die jede Ameise im Kontext der „besonderen Verantwortung“ umsetzt.

Im Kontext biologischer Studien wird dies als „Superkolonie“, „Superorganismus“ oder „kollektives Verhalten“ bezeichnet. In dieser Vorstellung wird die Ameise nicht als völlig unabhängiges Individuum verstanden, sondern als kleine Zelle innerhalb eines großen sozialen Körpers.

So wie die Zellen im menschlichen Körper den Plan des gesamten Körpers nicht verstehen, sondern spezialisierte Funktionen erfüllen, die den Organismus am Leben erhalten, muss die arbeitende Ameise nicht das gesamte System kennen, um zu seinem Betrieb beizutragen.

Zivilisation oder nicht? 

Einige Wissenschaftler stellen dieses Verhalten ähnlich wie das dar, was „Zivilisation“ in der menschlichen Definition bedeutet, da wir von einer großen, geografisch verteilten Gesellschaft sprechen, die miteinander kommuniziert, voneinander lernt, kooperiert und eine kontinuierliche Zeitspanne hat.

Jüngste Forschungen haben gezeigt, dass es in einigen Reichen der Tierwelt ein Element von „Kultur“ gibt, in dem Junge von Erwachsenen lernen und eigene Praktiken entwickeln.

Aber letztlich sollten wir vorsichtig sein, wenn wir über die Tierwelt in Bezug auf „menschliche“ Eigenschaften sprechen, denn in diesem Fall projizieren wir unsere Welt auf ihre, und die Welten können völlig unterschiedlich sein, selbst wenn sie sich auf Lebens- und Überlebensmöglichkeiten einig sind.

Das größte Beispiel dafür ist die Idee der Dezentralisierung in der Ameisenwelt, wo wir einen „Staat ohne Regierung“ sehen, ohne Versorgungsministerium, ohne kartierte Straßen und ohne zentralisiertes militärisches Kommando, und doch bewegt sich das ganze Wesen über kleine, erfolgreiche lokale Basen.

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Berlin

Tu Gutes für Gutes: Berlin startete BerlinPay am 14. Mai

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Berlin 13.05.2026 

– Mit BerlinPay startet visitBerlin vom 14. Mai bis 14. Juni 2026 einen Aktionsmonat zum nachhaltigen Wassertourismus. Das stadtweite Pilotprojekt richtet sich an alle Aktiven auf und am Wasser – ob Berlin-Besucher:in oder alteingesessene Berliner:in – und steht unter dem Motto „Tu Gutes für Gutes“. Das Konzept ist einfach: Wer mitmacht, z.B. beim Pflanzen hilft, Bäume gießt, mit dem Fahrrad anreist oder Müll sammelt, wird dafür belohnt – mit Kulturangeboten über Gratisgetränke bis hin zu Freizeitaktivitäten am Wasser. BerlinPay versteht Tourismus nicht nur als Besuch, sondern als aktive Beteiligung am Stadterlebnis.

Franziska Giffey, Berlins Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Berlin ist die Hauptstadt am Wasser: 7 Prozent unserer Stadtfläche sind mit Wasser bedeckt, das entspricht knapp 60 Quadratkilometern. Der Wassertourismus boomt in Berlin, ist ein veritabler Wirtschaftsfaktor, hinterlässt aber auch Spuren. Mit dem digitalen Gewässeratlas, dem Aktionsmonat Wasser und BerlinPay zeigen wir, wie wir diesem wachsenden Interesse innovativ und nachhaltig gerecht werden können. Das Prinzip ist einfach: Wer Gutes für Berlin tut – klimafreundlich anreist, nachhaltig handelt oder unsere Stadt sauber hält – bekommt Berlin von seiner besten Seite zurück. So schaffen wir einen echten Mehrwert für Berlinerinnen, Berliner und die Gäste unserer Stadt. Wir wollen mit diesem Pilotprojekt zeigen, wie nachhaltiger Tourismus in und für Berlin konkret funktionieren kann.“

Wir freuen uns, dass wir mehr als 40 Partner für das Pilotprojekt gewinnen konnten, die sich mit großem Engagement an der Aktion beteiligen“, sagt Sabine Wendt, Geschäftsführerin von visitBerlin. „BerlinPay zeigt auf innovative Weise, dass Unternehmen und Initiativen bereit sind, Verantwortung für unsere Stadt zu übernehmen. Wir laden Berlinerinnen, Berliner und ihre Gäste mit unserer Aktion dazu ein, Berlin bewusster zu erleben – besonders am und auf dem Wasser.“

Rikke Holm Petersen, Leiterin für Marketing und Kommunikation bei Wonderful Copenhagen: „Als wir CopenPay im Jahr 2024 als wegweisendes Pilotprojekt starteten, wurde uns schnell klar, dass wir damit etwas Großartiges auf den Weg gebracht hatten. Besucher sind nicht nur bereit, sondern auch hoch motiviert, den Orten, die sie besuchen, etwas zurückzugeben. Das hat uns dazu inspiriert, das Konzept weiterzuentwickeln und seine Wirkung zu vergrößern. Wir glauben, dass der Tourismus eine Kraft für positiven Wandel sein kann, und wir freuen uns sehr, dass Berlin diesen nächsten Schritt geht.“

So funktioniert BerlinPay

Wer mitmachen will, findet ab sofort visitBerlin.de/berlinpay alle Angebote, Termine und Teilnahmebedingungen. Dort ist aufgeführt, welche Form des Engagements erforderlich ist, wie dieses vor Ort nachgewiesen wird und welche Belohnungen warten. Die Teilnahme erfolgt direkt über die Partner. Insgesamt gibt es rund 5.000 Einzelaktivitäten mit dem BerlinPay-Effekt. 

BerlinPay setzt bewusst auf Aktivitäten am und auf dem Wasser. 40 Berliner Unternehmen beteiligen sich mit ihren Mitmach-Angeboten an BerlinPay. Die Angebote reichen von geführten Clean-up-Touren auf Spree und Landwehrkanal über Baumgieß-Aktionen entlang der Ufer bis hin zu inklusiven Strandtagen, Spaziergängen mit einer Försterin, kostenlosen Kulturveranstaltungen am Wasser und Umweltaktionen an Berliner Strandbädern.

Das Konzept knüpft an internationale Vorbilder wie „CopenPay“ aus Kopenhagen an und entwickelt den Ansatz mit dem Fokus auf das Thema Wasser weiter. Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie 40 Partnern entsteht so ein Modellprojekt, das zeigt, wie Tourismus am und auf dem Wasser im Einklang mit den Bedürfnissen von Anwohnern und Gästen funktionieren kann.

Engagement, das sich auszahlt

BerlinPay belohnt verantwortungsvolles Verhalten und aktives Mitmachen mit vielfältigen Erlebnissen: Freigetränke, freier Eintritt in Strandbäder und Museen, Rabatte auf Kreativ-Workshops, Gutscheine für Spreefahrten oder die Teilnahme an Paddel- oder Segelkursen.

Einige Beispiele: Der Holzmarkt tauscht mitgebrachte Blumensamenbomben, die vor Ort abgegeben oder direkt eingepflanzt werden, gegen ein Freigetränk an der Bar. Das Strandbad Plötzensee belohnt aktive Mithilfe wie Pflanzen gießen oder bei der Unterstützung mobilitätseingeschränkter Personen mit einem Freiticket für den nächsten Besuch und kostenfreien Leihangeboten wie Stand-up-Paddle, Sonnenschirm oder Volleyball. Die Kunstgalerie Hosek Contemporary lädt bei klimafreundlicher Anreise jeden Mittwoch zu kostenlosen Konzerten ein. Wer an einer „Nah am Wasser“-Tour von visitBerlin teilnimmt, darf sich auf eine Einladung ins Hotel Oderberger zu exklusiven Nachtschwimm-Events im Hotel-Schwimmbad freuen. Das Humboldt Forum bietet beim Besuch der Ausstellung „On Water“ kostenfrei exklusive Führungen und Merchandise an.

Urban Artists ermöglicht bei klimafreundlicher Anreise die kostenlose Teilnahme an Kunstworkshops am Wasser. Wer beim Clean-up mit GoBoat mitmacht, wird mit einer kostenfreien Bootsfahrt belohnt und kann anschließend bei einem Getränk auf einem Solarschiff entspannen. Teamgeist lädt nachhaltig anreisende Teilnehmende am 5. Juni zu einem kostenfreien Drachenbootrennen ein, inklusive Impulse zum Thema Sicherheit durch die DLRG. visitBerlins „Nah am Wasser“-Tour vergibt Gutscheine für verschiedene Wassererlebnisse in der Stadt, etwa fürs Hotel Oderberger, Badeschiff oder Schiffsrundfahrten mit der Reederei BWSG und Stern und Kreisschiffahrt. Alle Partner, Aktionen und Belohnungen von BerlinPay sind zu finden auf visitBerlin.de/berlinpay

Berlins schönste Orte am Wasser in Berlins erstem digitalen Gewässeratlas

Parallel zu BerlinPay veröffentlicht visitBerlin erstmals einen digitalen Gewässeratlas für Berlin. Bereits zum Start sind mehr als 215 Badestellen sowie Gastronomie- und Übernachtungsangebote am Wasser in der neuen Online-Karte verzeichnet. Schrittweise kommen weitere Informationen zu Häfen, Bootsverleihern, Liegeplätzen, Schleusen, Fahrgastschifffahrt sowie ökologisch sensiblen Bereichen wie Schutzzonen hinzu. Perspektivisch werden rund 800 wassertouristische Orte digital erfasst und in einer interaktiven Karte gebündelt. Der Gewässeratlas bietet Gästen und Berliner:innen eine klare Orientierung, macht Angebote besser sichtbar und unterstützt eine nachhaltige Besucherlenkung auf und am Wasser. Der digitale Gewässeratlas ist abrufbar unter visitBerlin.de/gewaesseratlas-berlin.

Umfassende Strategie für nachhaltigen Wassertourismus

BerlinPay und der Gewässeratlas sind Teil des Berliner Wassertourismuskonzepts. Ziel ist es, die Nutzung der Gewässer verantwortungsvoll zu gestalten und gleichzeitig das Erlebnis für Gäste sowie Berlinerinnen und Berliner zu verbessern. Zudem ist Berlin gemeinsam mit Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern Mitglied der länderübergreifenden Initiative „Deutschlands Seenland“, die die Region als nachhaltige und zukunftsfähige Destination für Wassertourismus stärken will.

Foto: © visitBerlin, Dirk Mathesius

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Kunst

Der angepasste Bürger

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Berlin 22.04.2026

Der französische Denker Étienne de La Boétie schreibt in seinem Buch *Abhandlung über die freiwillige Knechtschaft*: „Wenn ein Land über einen längeren Zeitraum unterdrückt wird, entstehen Generationen von Menschen, die keine Freiheit brauchen, sondern sich der Tyrannei anpassen. Dies könnten wir den angepassten Bürger nennen.“

Darauf aufbauend können wir betrachten, wie der angepasste Bürger heute in seiner Welt lebt. Seine Interessen beschränken sich auf drei Dinge:

Erstens: Religion

Zweitens: Broterwerb

Drittens: Fußball

Religion: Für den angepassten Bürger hat sie keinen Bezug zu Wahrheit und Gerechtigkeit. Vielmehr ist sie die Ausübung von Ritualen und die Einhaltung von Formen, die sich selten auf das Verhalten erstreckt. Diejenigen, die schamlos lügen, heuchlerisch sind und bestechen, empfinden nur dann Schuld, wenn sie ein Gebet verpassen! Dieser Bürger verteidigt seine Religion nur, wenn er sicher ist, dass sie ihm nicht schaden wird. Er mag gegen Länder wettern, die die gleichgeschlechtliche Ehe legalisieren, und behaupten, dies widerspreche Gottes Willen. Doch er schweigt, egal wie viele in seinem eigenen Land unrechtmäßig im Gefängnis sitzen, und verschweigt die Opfer der Folter! Er begeht offen unmoralische Taten und ist in Korruption verwickelt – und preist dann Gott!

Der Lebensunterhalt ist die zweite Säule eines stabilen Lebens für diesen Bürger. Er kümmert sich nicht um seine politischen und Menschenrechte und arbeitet einzig und allein darum, seine Kinder großzuziehen. Er verheiratet seine Töchter, verschafft seinen Söhnen Arbeit und liest dann heilige Schriften und dient im Gotteshaus, in der Hoffnung auf ein gutes Ende.

Im Fußball findet der selbstzufriedene Bürger einen Ausgleich für das, was ihm im Alltag fehlt. Der Fußball lässt ihn seine Sorgen vergessen und gibt ihm die Gerechtigkeit zurück, die er verloren hat. Neunzig Minuten lang gelten in diesem Spiel klare und faire Regeln für alle.

Der selbstzufriedene Bürger ist das wahre Hindernis für jeden Fortschritt. Veränderung wird erst eintreten, wenn dieser Bürger seine beschränkte Welt verlässt und erkennt, dass der Preis des Schweigens angesichts von Tyrannei weitaus höher ist als die Folgen des Widerstands dagegen.

Leider finden wir unzählige Beispiele für diesen selbstzufriedenen Bürger in unseren Gesellschaften – Bürger, die sich nicht bewusst sind, dass die Stabilität, in die sie sich zurückgezogen haben, sie zu intellektueller Stagnation, sozialer Lähmung und erbärmlicher Rückständigkeit geführt hat.

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Berlin

Deutscher Friedenspreis für Fotografie 2025

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Berlin 16.04.2026

– Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus zeigt vom 24. April bis 21. Juni 2026 den Deutschen Friedenspreis für Fotografie. Der Preis wird von der Stadt Osnabrück gemeinsam mit dem Spezialpapierhersteller Felix Schoeller vergeben. Er zeichnet professionelle künstlerische Positionen aus, die sich in besonderer Weise mit dem Thema Frieden auseinandersetzen. 

Dieses Mal ging die Auszeichnung an den Fotografen Maximilian Mann und seine Serie Letzte Rettung Oberhausen. Maximilian Mann porträtiert darin das Friedensdorf Oberhausen, in dem Kinder aus Kriegsgebieten neue Hoffnung schöpfen und einen Neuanfang finden können. Diese sowie die nominierten Arbeiten von Maryam Firuzi, Valentina Sinis, Fabian Ritter und Silke Koch werden im Rahmen der Ausstellung präsentiert.

Ausstellungseröffnung:
Donnerstag, 23.04.2026 | 19:00 Uhr

Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V.
Stresemannstraße 28
10963 Berlin

Es sprechen: Mirja Linnekugel (Künstlerische Leiterin FkWBH), Bärbel Bas MdB (SPD-Parteivorsitzende), Hans-Christoph Gallenkamp (CEO Felix Schoeller), Simone Klein (Jury-Vorsitzende), Silke Koch (Fotografin)

Foto: © Maximilian Mann, FKWBH

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Berlin

Susanne Waltermann in Berlin

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Berlin 28.02.2026

– Eröffnung am Freitag, den 13.03.2026, 1800 Uhr in der Galerie Haas und im Rahmen des Charlottenwalk, Samstag, 14.03.2026, 1200-1800 Uhr.

Susanne Waltermann schafft Stich um Stich ein ikonografisch eigensinniges Werk, so komplex wie die Liste der verwendeten Materialien und durchdrungen von verschiedensten Fadenarten. Ihr eigener Körper und dessen Wahrnehmung spielen für ihre künstlerische Praxis eine wichtige Rolle: „Ich lege das Papier auf den Boden, lege mich dann selbst darauf und male die Kontur um mich herum“. In einem langwierigen, intuitiven Prozess entstehen Arbeiten, die in mehreren Schichten auf Japanpapier und Seidenpapier vernäht werden. Das Nähen stellt kunsthistorisch eine zutiefst persönliche Arbeit dar; das Schneiden, Reißen, Nähen und Zusammenfügen geht mit Vorstellungen von Wiedergutmachung und dem Ausdruck seelischer Spannungen einher.

Die Motive Waltermanns Votivbilder reichen vom Kochtopf zum homöopathischen Fläschchen, sie zeigen Strümpfe, Unterhosen, Fische und Würstchen. Mit der Übersteigerung des Alltagsobjekts in den sakralen Raum wird das Sakrale trivialisiert und das Triviale zugleich ästhetisiert. Es geht um eine Sinnsuche, die sich weder in einer Bildwelt aus bluttriefendem Heiland finden ließ, noch im intellektualisierten Katholizismus im Köln der 1960er Jahre.

Bei Waltermann geht es um existenzielle seelische Grundlagen des Lebens, deren Erspürung eher bild- als sprachtauglich ist, wobei das Medium Sprache als genähtes Wort bildhaft auftauchen kann. Susanne Waltermann kommentiert die Tradition des kulturhistorisch als „weiblich“ definierten Handwerks des Nähens, indem sie mit unregelmäßigen, groben Stichen und schwerem Garn die impliziten Imperative von Ordnung, Sauberkeit und stiller Perfektion systematisch unterläuft.

Galerie Michael Haas
Niebuhrstraße 5
10629 Berlin

Foto: © Galerie Haas

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Kunst

Vier Jahre Krieg gegen die Ukraine

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Berlin 23.02.2026  

– Am 24. Februar 2026 jährt sich der Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zum vierten Mal. Der Krieg trifft vor allem die Menschen in der Ukraine – und richtet sich zugleich gezielt gegen ihre Kultur, ihre Geschichte und ihre Identität. So hat die UNESCO bis heute 519 Kulturstätten als beschädigt verifiziert, darunter 270 historische Bauwerke, 39 Museen, 33 Denkmäler und 19 Bibliotheken.

Zum Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erklärt Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer: „Seit nunmehr vier Jahren bringt dieser furchtbare Krieg unermessliches Leid über die Menschen in der Ukraine – sie verlieren ihre Angehörigen, ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlagen. Gleichzeitig richtet sich der Angriff gezielt gegen das kulturelle Gedächtnis des Landes. Kultur ist Identität, Erinnerung und Zukunft zugleich. Wer Kultur zerstört, will ein Land auslöschen. Das werden wir nicht zulassen. Ich spreche den Ukrainerinnen und Ukrainern meine tief empfundene Solidarität aus. Wir stehen weiter fest an der Seite des Landes und seiner Kultur.“

Seit Beginn des Angriffskriegs unterstützt der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) die ukrainische Kultur- und Medienszene mit einem breit angelegten Maßnahmenpaket. Die Hilfsprogramme verbinden akute Nothilfe mit langfristigen Perspektiven für den Wiederaufbau und die Resilienz von Kultur und Medien.

Zu den geförderten Maßnahmen gehören unter anderem die Sicherung gefährdeter Museen, Archive und Bibliotheken, Programme zur Digitalisierung und Dokumentation kultureller Bestände sowie Stipendien- und Residenzprogramme für bedrohte Kultur- und Medienschaffende. Gleichzeitig wird die nachhaltige Stärkung des ukrainischen Kulturbetriebs im In- und Ausland unterstützt, auch im Rahmen des kommenden Wiederaufbaus.

Staatsminister Weimer betont: „Kultur ist kein Luxus in Friedenszeiten – sie ist gerade im Krieg ein Fundament gesellschaftlicher Widerstandskraft. Und im Wiederaufbau ist sie mehr als Dekoration: Sie ist ein Motor für Identität, demokratische Teilhabe und europäische Perspektive.“

Ein starkes Zeichen der Solidarität setzt Deutschland 2026 mit der Unterstützung der ukrainischen Präsentation auf der Leipziger Buchmesse. Ukrainische Autorinnen und Autoren sowie Verlage erhalten dort eine Plattform für Austausch, Debatte und internationale Vernetzung.

Auch die zeitgenössische Kunst steht im Fokus: Am 11. Juni 2026 wird die Kyiv Biennale in Berlin eröffnet. Die von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Ausstellung präsentiert aufstrebende junge wie auch international bedeutende ukrainische Künstlerinnen und Künstler – ein eindrucksvolles Zeugnis der kreativen Kraft einer Gesellschaft, die unter den extremen Bedingungen des Krieges außergewöhnliche Kunst schafft.

Darüber hinaus stärkt der BKM gezielt die ukrainische Filmszene mit dem European Solidarity Fund for Ukranian Films (ESFUF). Das Programm unterstützt Koproduktionen mit ukrainischen Produktionsunternehmen und ermöglicht somit internationale Sichtbarkeit ukrainischer Perspektiven. Damit leistet Deutschland einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Selbstbehauptung und zur pluralen europäischen Filmlandschaft.

„Film, Literatur, bildende Kunst – all das sind Stimmen einer freien Gesellschaft. Indem wir diese Stimmen stärken, unterstützen wir die Ukraine nicht nur kulturell, sondern auch demokratisch“, so Staatsminister Weimer.

Abschließend erklärt der Kulturstaatsminister: „Die Ukraine verteidigt ihre Freiheit und damit auch zentrale Werte Europas. Unsere kulturpolitische Solidarität ist Ausdruck dieser gemeinsamen Verantwortung. Wir werden die ukrainische Kultur im Krieg und im Wiederaufbau weiterhin verlässlich unterstützen“.

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Berlin

Goldener Bär für İlker Çatak

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Berlin 22.02.2026

– Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat heute İlker Çatak zur Auszeichnung mit dem Goldenen Bären der Berlinale gratuliert. Der Bundespräsident schreibt:

„Zu Ihrer Auszeichnung mit dem Goldenen Bären der Berlinale gratuliere ich Ihnen sehr herzlich und freue mich mit Ihnen, dass mit Ihrem Film ‚Gelbe Briefe‘ zum ersten Mal seit 2004 wieder ein deutscher Film mit diesem wichtigen Preis gekürt worden ist. Sie treten damit in die Fußstapfen von Fatih Akin – und dies völlig zu Recht!

Auch wenn ‚Gelbe Briefe‘ vor dem Hintergrund realer Ereignisse der Jahre 2016 und folgender angesiedelt ist, ist der Gegenstand Ihres Films ein allgemeingültiger. Wie sich verhalten, wenn man plötzlich in den Fokus einer doktrinären Staatsmacht gerät und die eigene Handlung als zersetzend betrachtet wird. Wie sich entscheiden zwischen den eigenen Wertvorstellungen, dem Versuch – mit Václav Havel gesprochen –, in der Wahrheit zu leben, und einer heranwachsenden Tochter, die ein gesichertes Umfeld braucht? Oder dem Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit?

Ganz bei Ihren Figuren und ihrer inneren Bedrängnis, beschreiben Sie eine Problemstellung, vor die in einer Zeit, in der Demokratie und Freiheit auch in unserem wiedervereinigten Land so angegriffen sind wie nie zuvor, ein jeder und eine jede von uns sich gestellt sehen könnte. Damit ist Ihr Film ‚Gelbe Briefe‘ auch ein Appell, nicht tatenlos zuzusehen, wie eine neue Faszination des Autoritären um sich greift, sondern unsere liberale Demokratie wehrhaft zu verteidigen. Dafür danke ich Ihnen sehr.“

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Berlin

AICA Deutschland kürt Georg Kolbe Museum zum Museum des Jahres 2025.

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Berlin 05.02.2026

– Am Samstag, 1. Februar 2026 vergab die deutsche Sektion des internationalen Kunstkritikverbands AICA auf ihrer Jahresversammlung in der Hamburger Kunsthalle die Auszeichnungen „Besondere Ausstellung des Jahres“, „Ausstellung des Jahres“ und „Museum des Jahres“.

Die diesjährige Wahl für das Museum des Jahres 2025 fiel auf das Georg Kolbe Museum in Berlin. Nominator Jan Verwoert lobte „hinsichtlich zahlreicher, für Aufgaben und Möglichkeiten von Museen heute entscheidender Gesichtspunkte das hervorragende Programm des Hauses“, das seit 2022 von Dr. Kathleen Reinhardt geführt wird und im letzten Jahr sein 75-jähriges Bestehen feierte. „Der Leitung gelingt es, unter budgetär höchst prekären Bedingungen einen Ort zu schaffen, der auf kleinstem Raum und beispielhafte Weise Konzentration, Selbstreflexion und kritisches Engagement in der Beschäftigung mit der eigenen Sammlung und aktuellen Kunst möglich macht“, so Verwoert.

Das Museum des Jahres wird alljährlich in einem zweistufigen Auswahlverfahren durch die AICA Deutschland bestimmt. Eine dreiköpfige Jury unterbreitet der Jahresversammlung dabei drei Vorschläge, über die nach einer ausführlichen Fachdiskussion abgestimmt wird. Maßgeblich für die Auswahl sind zukunftsweisende Konzepte der Museumsarbeit, nachhaltige Forschungsarbeit mit der eigenen Sammlung, kuratorische Sorgfalt, vorbildliche Vermittlungsarbeit und hohe Standards bei Klimagerechtigkeit und Mitarbeiter:innenführung.
Der Jury für die Auszeichnung zum Museum des Jahres 2025 gehörten an: Jan Verwoert, Annelie Pohlen und Sabeth Buchmann. Die Auszeichnungen der vergangenen Jahre gingen an das Archiv der Avantgarden (ADA) in Dresden, das Brücke-Museum Berlin und die Krefelder Kunstmuseen – Kaiser-Wilhelm-Museum.

Foto: Ausstellungssansicht Tea and Dry Biscuits 2025, Foto: © Enric Duch

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Kunst

AICA Deutschland zeichnet Kunstmuseum Wolfsburg aus

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Małgorzata Mirga-Tas. Eine alternative Geschichte erhält den Preis „Besondere Ausstellung 2025“

Berlin 04.02.2026

– Das Kunstmuseum Wolfsburg gehört erneut zur Spitze der internationalen Museumslandschaft: Die AICA Deutschland e. V. (Association Internationale des Critiques d’Art) hat die von Andreas Beitin im Kunstmuseum Wolfsburg kuratierte Ausstellung Małgorzata Mirga-Tas. Eine alternative Geschichte als die „Besondere Ausstellung 2025“ ausgezeichnet. Mit dieser seit 1996 vergebenen Ehrung würdigt der internationale Kunstkritik-Verband AICA Ausstellungen, die Maßstäbe setzen – konzeptuell, kuratorisch und gesellschaftlich.

Am Samstag, 31. Januar 2026, vergab die deutsche Sektion des internationalen Kunstkritik-Verbands AICA auf ihrer Jahresversammlung in der Hamburger Kunsthalle die Auszeichnungen „Museum des Jahres“, „Ausstellung des Jahres“ und „Besondere Ausstellung des Jahres“. 

Die diesjährige Wahl für das „Museum des Jahres 2025“ fiel auf das Georg Kolbe Museum in Berlin. Nominator Jan Verwoert betonte: „Der Leitung gelingt es, unter budgetär höchst prekären Bedingungen einen Ort zu schaffen, der auf kleinstem Raum und beispielhafte Weise Konzentration, Selbstreflexion und kritisches Engagement in der Beschäftigung mit der eigenen Sammlung und aktuellen Kunst möglich macht“.

Zur „Ausstellung des Jahres 2025“ kürt der deutsche Kunstkritikverband die Ausstellung „Fünf Freunde. John Cage, Merce Cunningham, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Cy Twombly“, die im Museum Ludwig Köln und im Museum Brandhorst in München zu sehen war. Nominatorin der Gruppe Ulrike Lehmann sieht das große Verdienst der Ausstellung darin, dass sie „die enge Verbindung der fünf Künstler und ihre Entwicklung nachzeichnet und dabei anhand der Werke auch die gesellschaftliche und politische Lage für queere Menschen in der McCarthy-Zeit für unsere Gegenwart reflektiert“.

Die Auszeichnung „Besondere Ausstellung 2025“ für Małgorzata Mirga-Tas. Eine alternative Geschichte unterstreicht die herausragende Rolle des Kunstmuseum Wolfsburg als Ort international relevanter Gegenwartskunst und reflektierter kuratorischer Praxis. Bemerkenswert ist zudem, dass Andreas Beitin im Laufe seiner kuratorischen und leitenden Tätigkeit als bisher einziger Kulturschaffender in Deutschland in allen drei AICA-Kategorien – „Museum des Jahres“ (2018), „Ausstellung des Jahres“ (2018) und nun mit „Besondere Ausstellung“ – ausgezeichnet wurde.

Als Gründe für die Anerkennung der Auszeichnung nennt Ann-Katrin Günzel, AICA-Jurorin, unter anderem: „Es ist ihre erste große Einzelausstellung in Deutschland und auch wenn ihre Arbeiten bereits andernorts zu sehen waren und sie in der Kunstwelt keine Unbekannte mehr ist – nicht zuletzt hat sie 2022 als erste Roma-Künstlerin ihre Heimat Polen auf der Biennale in Venedig vertreten – so überzeugt diese Ausstellung dadurch, dass sie schon in der räumlichen Setzung einen ästhetischen Erfahrungsraum erschafft, der die Besucher*innen einlädt, teilzuhaben an Geschichte und Geschichten der Rom*nja. […] Die aktuelle Relevanz dieser Ausstellung ist evident in einem politischen Klima der europaweit erstarkenden rechten Parteien sowie den damit verbundenen Ängsten vor Migration und dem ,Fremden‘ und man muss sich nicht der Utopie hingeben, dass Kunst die Welt retten kann oder soll, aber die ,alternative Geschichte‘ ist ein visionärer Hinweis auf die Möglichkeit einer neuen Perspektive.“

Die Ausstellung Małgorzata Mirga-Tas. Eine alternative Geschichte ist im Kunstmuseum Wolfsburg an ihrer dritten und letzten Station zu sehen, nachdem sie bereits bei den Kooperationspartnern im Kunstmuseum Luzern und dem Henie Onstad Kunstsenter in Høvikodden, Norwegen, präsentiert worden ist. Die Erstauswahl der Kunstwerke erfolgte im Kunstmuseum Luzern durch die dortige Direktorin und Kuratorin Fanni Fetzer. Im Kunstmuseum Wolfsburg wurde die Schau durch weitere Werke ergänzt. Des Weiteren wurde in Kooperation mit dem ERIAC European Roma Institute for Arts and Culture eine „Nomadic Library“ integriert, eine mobile Bibliothek, die Literatur über weitere Rom*nja-Künstler*innen und allgemeine Informationen für die Besucher*innen bereitstellt. 

Andreas Beitin, Kurator der Ausstellung und Direktor des Kunstmuseum Wolfsburg: „Über diese erneute Auszeichnung der AICA freue ich mich außerordentlich, da mir die Ausstellung mit Małgorzata Mirga-Tas eine echte Herzensangelegenheit ist. Die Themen ihrer eindrucksvollen Kunstwerke sind dringender denn je: Solidarität, Zusammenhalt, Widerstand und Empowerment. Bereits in Venedig auf der Biennale von 2022 war ich begeistert von ihren Werken und wenige Wochen später habe ich weitere auf der documenta gesehen. Das war der Zeitpunkt, an dem ich beschlossen habe, Małgorzatas beeindruckende Arbeiten bei uns in einem größeren Umfang zu zeigen. Besonders freut mich, dass wir fast den gesamten Zyklus aus Venedig präsentieren können.
Ich gratuliere auch sehr herzlich den ebenfalls von der AICA ausgezeichneten Kolleg*innen: Kathleen Reinhardt vom Georg Kolbe Museum sowie Yilmaz Dziewior und Achim Hochdörfer.“

Foto: © Kunstmuseum Wolfsburg

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Berlin

Andreas Maus zeigt seine Werke

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Berlin 27.01.2026

Pop-up Ausstellung in der Berliner Philharmonie

„Es ist sinnlos und nutzlos, wenn man die Naziverbrechen unter dem Teppich kehrt, sich hinter Lügen versteckt, da muss man in Deutschland offen und ehrlich sein.“ Andreas Maus

Andreas Maus arbeitet im Kunsthaus KAT18 in Köln und wurde 2021 mit dem „euward 8“, dem europäischen Kunstpreis für Malerei und Grafik im Kontext geistiger Behinderung, ausgezeichnet.

Der Kölner Künstler Andreas Maus, Jahrgang 1963, ist bekannt für seine kunstvollen und gesellschaftskritischen Zeichnungen. Immer wieder beschäftigt er sich mit dem bevorstehenden Tod aus der Perspektive des Opfers und mit der Angst, durch äußere Gewalt zu sterben.

In den ausgestellten Werken geht es um die Gräueltaten des NS-Regimes und um das Leben und erfahrene Leid von Anne Frank und ihrer Familie. Beide Themen sind Schwerpunkte im Schaffen des Ausnahmekünstlers. Er verbindet die historischen Ereignisse mit Gewaltdarstellungen aus anderen Epochen um Leid nachempfindbar zu machen.

Dabei setzt er sich auch mit der eigenen Biografie und erlebten Gefühlen auseinander.

Die Technik von Andreas Maus ist einzigartig: Detailliert und kraftvoll. Fluide und doch auch ganz genau. Sich immer widerholende Muster aus Kästchen, Kreisen und Schnörkeln bilden die Fläche für figurative Zeichnungen und Szenen, die an Kupferstiche erinnern. Entweder in Schwarz-Weiß mit Bleistift oder Grafit gezeichnet. Oder auch knallig mit verschiedenfarbigen Kugelschreiberfarben. Ergänzt werden die Bilder manchmal durch Texte oder Überschriften: Ein genaues Hinschauen und Studieren lohnt sich.

Dabei macht Maus es den Betrachtern seiner Kunst nicht immer einfach: Grausamste Szenen, die ungeschönt die menschenverachtende Haltung der Nationalsozialisten spürbar machen sollen, hat Maus in seinen Künstlerbüchern integriert. Für diese Ausstellung ist eine Kopie des Künstlerbuchs von Anne Frank ausgewählt, wo neben Bildern über Anne Frank und ihre Familie, auch Gräueltaten szenisch dargestellt werden.

Die ergänzend ausgestellten abstrakten Arbeiten sind ein wichtiger Ausgleich zur künstlerischen Erinnerungsarbeit, auch für Andreas Maus selbst. In der Ausstellungskonzeption schaffen sie Bezüge und Anknüpfungspunkte zur expressiven Architektur der Berliner Philharmonie.

Nach einer Begrüßung durch den Behindertenbeauftragten Jürgen Dusel um 13:00 Uhr erwartet Sie außerdem ein Podiumsgespräch mit dem Künstler Andreas Maus, der künstlerischen Leiterin vom Kunsthaus KAT18 Jutta Pöstges und Jürgen Dusel. Um 14:30 Uhr gibt es einen Ausstellungsrundgang mit dem Künstler. Es werden Live-Audiodeskription und Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache und Leichte Sprache angeboten. Die Ausstellung ist nur am 27. Januar von 11:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.

Am 28. Januar um 11:00 Uhr folgt die Gedenkveranstaltung am Gedenk- und Informationsort T4 in der Tiergartenstraße 4 in Berlin. Dort kommen wir zur Kranzniederlegung in Gedenken an die Opfer zusammen. Der Gedenkakt wird musikalisch begleitet von Jeremi und Silas Zschocke. Merken Sie sich gleich unsere Veranstaltungen vor!

Die Termine im Überblick: 

27. Januar 2026 von 11:00 bis 16:00 Uhr 
Ausstellung mit Werken von Andreas Maus
in der Berliner Philharmonie in der Herbert-von-Karajan-Straße 1 in 10785 Berlin

13:00 Uhr Podiumsgespräch mit Jürgen Dusel, Andreas Maus und Jutta Pöstges (Künstlerische Leitung Kunsthaus KAT18, GWK START)
Musikalische Begleitung: Jeremi, Johanna und Silas Zschocke

Veranstaltung mit Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache und Leichte Sprache und Live-Audiodeskription.

14:30 Uhr Ausstellungsführung mit Live-Audiodeskription und Übersetzung in Leichte Sprache und Deutsche Gebärdensprache

28. Januar 2026 um 11:00 Uhr (bis max. 11:30 Uhr) Kranzniederlegung mit musikalischer Begleitung durch Jeremi und Silas Zschocke
am Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde in der Tiergartenstraße 4 in 10785 Berlin

Veranstaltung mit Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache und Leichte Sprache und Live-Audiodeskription.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Quelle: Kunsthaus KAT18/ Andreas Maus

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Berlin

UNICEF Foto des Jahres 2025

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Berlin 27.01.2026

UNICEF Deutschland zeichnet mit dem internationalen Wettbewerb UNICEF Foto des Jahres jährlich Bilder und Reportagen professioneller Fotojournalist:innen aus, die die Persönlichkeit und Lebensumstände von Kindern dokumentieren. Die frisch gekürten Gewinnerbilder des Wettbewerbs 2025 werden vom 30.01. bis 26.04.2026 im Willy-Brandt-Haus präsentiert. Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen unterschiedliche Facetten der prekären Lebenssituation von Millionen Kindern weltweit, deren Rechte tagtäglich verletzt werden – und dabei allzu häufig unsichtbar bleiben.

Ausstellungseröffnung:
Donnerstag, 29.01.2026 | 19:00 Uhr 

  • Es sprechen: Mirja Linnekugel (Künstlerische Leiterin FkWBH), Reem Alabali Radovan MdB (Bundesentwicklungsministerin), Peter-Matthias Gaede (Juryvorsitzender & Mitglied des Deutschen Komitees für UNICEF) und Anya Tsaruk (Preisträgerin) 
  • Eintritt frei | Ausweis erforderlich 
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Berlin

André Thomkins in Berlin

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Berlin 21.01.2026

André Thomkins (1930 Luzern – 1985 Berlin) verbindet surrealistische Impulse, dadaistische Sprachspiele und eine experimentelle Offenheit zu einer künstlerischen Sprache, die ihresgleichen sucht. Im Herzen war Thomkins weniger Maler als vielmehr Zeichner, Dichter, Konzept- und Objektkünstler mit einer Vorliebe für poetische Sprachsysteme und absurde Welten.

Trotz des experimentierfreudigen Gesamtwerkes, ist Thomkins vor allem für seine Zeichnungen bekannt. Erst in den letzten fünfzehn Jahren wurde seine Werkgruppe der Lackskins wiederentdeckt; eine ungewöhnliche Technik, die der zweifache documenta-Teilnehmer durch Zufall bereits in den 1950er Jahren entwickelte: Abgeleitet von einem Buchbindeverfahren ließ er in Experimenten Lack mittels Stäbchen auf eine Wasseroberfläche tropfen. Wie bei der traditionellen Herstellung von Marmorpapier, bearbeitete er den entstehenden Farbfilm, den Zufall miteinbeziehend, um das so entstandene Bild zuletzt mit Papier vom Wasser abzuziehen.

Die Ausstellung André Thomkins. Lackskins startet in der Galerie Michael Haas in Berlin, Niebuhrstraße 5 am 23. Januar 2026. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Foto: © Galerie Haas

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Berlin

Porträts von Stefan Hanke

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Berlin 12.01.2026

Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus vom 23. Januar – bis 26. April 2026 die Ausstellung KZ überlebt mit Porträts des Fotografen Stefan Hanke. Er fotografierte Überlebende nationalsozialistischer Konzentrationslager aller noch erreichbaren Verfolgtengruppen. Neben Porträts von Zeitzeugen jüdischer Herkunft porträtierte Stefan Hanke Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, sowjetische Kriegsgefangene, ehemalige politische Häftlinge und andere Verfolgte.

Mit Empathie fotografierte Stefan Hanke die Zeitzeugen an historischen Orten ihres Leids und in ihrem Lebensumfeld. Seine individuellen Bildkompositionen und die Aufnahmeorte reflektieren die Geschichte der Protagonist:innen. Dabei reduziert Stefan Hanke die Überlebenden nicht auf ihr früheres Häftlingsdasein, sondern nimmt sie als Persönlichkeiten in den Fokus.

Stefan Hanke reiste in insgesamt sieben europäische Länder und fotografierte 121 Überlebende. In der Ausstellung im Willy-Brandt-Haus sind nun 50 großformatige Porträts zu sehen. Die Besucher:innen erfahren durch die Einzelschicksale der Porträtierten, wie die Schreckensherrschaft und die Gräueltaten der Nationalsozialisten das Leben der Menschen bestimmten und wie die Opfer mit dem Leid weiterlebten.

https://www.fkwbh.de/ausstellung/kz-ueberlebt

Fotos: © Stefan Hanke

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Berlin

Berlin-Ausblick auf 2026

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Berlin 23.12.2025

– Berlin ist 2026 eine der spannendsten Städte Europas. Von Shows über internationale Sportereignisse und Kunstausstellungen bis hin zu neuen Attraktionen und einem vollen Messe- und Kongresskalender: Berlins Gäste erwartet ein Programm mit großer Strahlkraft.

Entertainment der Extraklasse

Berlin hat neue Show-Highlights: Der Cirque du Soleil präsentiert im Theater am Potsdamer Platz mit Alizéseine erste permanente Show in Europa. Die Produktion verbindet Artistik mit Magie und großer Erzählkunst – und unterstreicht Berlins Ruf als weltoffene, internationale Entertainment-Metropole. Im Friedrichstadt-Palast läuft eine neue Grand Show: In „Blinded by Delight“ entführen über 100 Künstler:innen das Publikum in eine Traumwelt auf der größten Theaterbühne der Welt. 

Große Sportmomente

2026 hat Berlin die Weltelite des Basketballs zu Gast. Wenn beim NBA Berlin Game 2026 am 15. Januar in der Uber Arena die Orlando Magic auf die Memphis Grizzlies treffen, erlebt Deutschland sein erstes reguläres Saisonspiel der NBA. Rund um die Partie entsteht mit dem „NBA House“ vom 9. bis 11. Januar in der Uber Eats Music Hall ein kostenloses, interaktives Basketball-Fanfest, das Fans mit NBA-Legenden und einem Jugendprogramm für mehr als 2.500 Teilnehmende begeistern wird. Vom 4. bis 13. September gibt es mit dem FIBA Women’s Basketball World Cup 2026 ein weiteres bedeutendes Sportereignis. Unter dem Motto „Time for HER Game“ spielen die besten Basketballerinnen der Welt in der Uber Arena und der Max-Schmeling-Halle um den WM-Titel – ein starkes Zeichen für den Frauensport.

Kunst- und Kultur-Highlights

Ein kultureller Höhepunkt im Jahr 2026 ist die Wiedereröffnung der Hohenzollerngruft im Berliner Dom. Nach sechsjähriger Sanierung ist die 1.500 Quadratmeter große Gruft mit 91 Särgen der Hohenzollern wieder zugänglich. Gefeiert wird das am Tag der offenen Tür am 28. Februar und beim Festgottesdienst am 1. März

Mit einem „French Summer“ geht es weiter: Die Neue Nationalgalerie zeigt in Kooperation mit dem Centre Pompidou vom 20. März bis 9. August die erste große Werkschau des Bildhauers Constantin Brancusi in Deutschland seit mehr als 50 Jahren – inklusive einer Teilrekonstruktion seines Pariser Ateliers. Die Alte Nationalgalerie widmet dem Kunsthändler Paul Cassirervom 22. Mai bis 27. September eine große Sonderausstellung mit über 100 Meisterwerken des französischen Impressionismus. Darunter sind Werke von Monet, Degas oder Cézanne. Vom 1. bis 3. Mai öffnen über 50 Galerien beim Gallery Weekend Berlinihre Türen und präsentieren zeitgenössische Kunst. Immer wichtiger werden interaktive und immersive Ausstellungen: Rund 20 Museen in Berlin bieten eine Kulisse für Selfies und digitale Kunstmomente.

Der kulturelle Sommer spielt sich natürlich auch draußen ab. So bringen der Karneval der Kulturen vom 22. bis 25. Mai, die Staatsoper für alle am 24. Mai, die Fête de la Musique am 21. Juni oder das Festival Classic Open Airvom 9. bis 12. Juli Musik in die Stadt. Auch Open-Air-Kinos, Freilufttheater und das Waldbühnenkonzert der Berliner Philharmoniker am 27. Juni gehören zum traditionellen Outdoor-Programm. Das internationale Pop-Kultur-Festival 2026 findet vom 24. bis 29. August statt, mit der Kulturbrauerei und dem silent green als zentralen Orten für Konzerte, Talks und Lesungen.

Design, Gaming und neue Attraktion zur Faszination Meereswelt

Berlin feiert 2026 das 20-jährige Jubiläum als „UNESCO City of Design“. Über 30.000 Kreativunternehmen machen die Stadt zu einem der spannendsten Designstandorte weltweit – von nachhaltiger Mode bis hin zu offenen Innovationsräumen wie dem CityLab Berlin. Festivals wie die Berlin Design Week oder das DMY Design Festival, Designmuseen, Street-Art-Spots und Kiez-Touren zeigen die Vielfalt der Szene. Im Jubiläumsjahr sind besondere Events geplant, darunter im September die DesignDays.Berlin , das neue Festival für Interior, Architektur und Design.

Mit dem House of Games bekommt Berlin in der zweiten Jahreshälfte 2026 einen neuen Anlaufpunkt für Gaming, E-Sport und digitale Kultur. Auf über 15.000 Quadratmetern entstehen in Friedrichshain Flächen für Ausstellungen, Konferenzen, Turniere und interaktive Erlebnisse.

Ende 2026 steht mit der Eröffnung des Estrel Tower ein Highlight bevor: Der 45-stöckige Wolkenkratzer wird Deutschlands höchster Hotelturm – ein spektakulärer Ort zum Übernachten, Arbeiten, Tagen und Netzwerken. Es wird Event- und Coworking-Flächen sowie ein Restaurant mit Skybar geben.

In Lichtenberg entsteht derzeit mit „Ocean Berlin“ ein hochmodernes Meereserlebniszentrum. Herzstück ist ein 7,5 Millionen Liter fassendes Raubfischbecken. Innovative Vermittlungsformate verbinden Unterhaltung, Bildung und Engagement für das Meer und ergänzen das Berliner Angebot um eine weitere Familienattraktion.

Highlight der Messe- und Kongressmetropole Berlin: 100 Jahre Grüne Woche

Auch der Messe- und Kongresskalender der Hauptstadt ist voll. Vom 16. bis 25. Januar feiert die Internationale Grüne Woche Berlin ihr 100-jähriges Jubiläum. Was 1926 als lokale Landwirtschaftsausstellung begann, hat sich zur weltweit führenden Fachmesse für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau entwickelt und vereint globale Regionen und kulinarische Trends. visitBerlin präsentiert auf der Messe mit „Crafted in Berlin“ vielfältige lokale Produkte vom Parfum bis zur Schokolade, die in kleinen Berliner Handwerksbetrieben und Manufakturen entstehen. 

Weitere wichtige Termine sind der 37. Deutsche Krebskongress vom 18. bis 21. Februar, die 60. ITB vom 3. bis 5. März, der SuperReturn International vom 8. bis 12. Juni, die ILA Berlin vom 10. bis 14. Juni, die Berlin Brettspiel Con vom 10. bis 12. Juli, die IFA Berlin vom 4. bis 8. September und die 30. InnoTrans vom 22. bis 25. September.

©  visitBerlin, Foto: Cirque du Soleil, ALIZÈ

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Gustav Kluge im Künstlergespräch

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Berlin 09.12.2025

– Seit 60 Jahren führt Gustav Kluge Aufzeichnungen zum Tage mit Zeichnungen, Skizzen, Naturstudien, Bildentwürfen und Improvisationen mit Texten in Skizzenblöcken und Tagebüchern und schafft im Wissen um kulturhistorisch bedeutsame Codices seinen eigenen Codex Delta.

»Disegno ≠ Disegno« gibt einen umfassenden Einblick in dieses Schaffen und verbindet die zeichnerische und schreibende Tätigkeit des Malers miteinander. Ein einleitender Text des Kunsthistorikers, Kurators, Autors und ehemaligen Direktors des Museums der bildenden Künste in Leipzig Hans-Werner Schmidt sowie ein Briefwechsel mit dem Dichter und Künstler Arne Rautenberg und weitere Texte und theorienahe Paragraphen begleiten durch den konzeptuellen Band. Die Publikation ist auf 144 Exemplare, davon 55 signierte und nummerierte Vorzugsausgaben, limitiert.

Am Mittwoch, den 10. Dezember, um 18 Uhr findet hierzu ein Künstlergespräch mit Gustav Kluge und Hans-Werner Schmidt in der Galerie Michael Haas in der Niebuhrstraße 5 in Berlin-Charlottenburg statt.

Fotos: © Galerie Michael Haas, Gustav Kluge, Show me the way to the next Galaxy

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Galerie Haas im Charlottenwalk am 29.11.2025

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Berlin 25.11.2025

– Diesen Samstag findet der nächste Charlottenwalk statt. In diesem Rahmen öffnet die Galerie Haas am Samstag für Besichtigungen der aktuellen Ausstellung Reinhard Pods Neue Bilder 2023-2025 ihre Türen. Unter anderem wird der Film ENIGMA PODS, eine 53-minütige Dokumentation aus dem Jahr 2023 von Regisseur und Produzent Michael Krause, nochmals zu sehen sein. Vorführungen finden während der Öffnungszeiten zwischen 12 und 18 Uhr in der Niebuhrstraße 5, 10629 Berlin statt.

Fotos: © Reinhard Pods. Neue Bilder 2023-2025, Ausstellungsansicht, Foto: Sebastian Eggler

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