Welt
Erderwärmung seit 2015 deutlich beschleunigt
Potsdam 09.03.2026
– Die globale Erwärmung hat sich seit 2015 deutlich beschleunigt.
Das zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Das Forschungsteam berücksichtigt in der Untersuchung bekannte natürliche Einflüsse auf die globale Temperatur und weist die Beschleunigung des Erwärmungstrends erstmals statistisch signifikant nach.
Die ermittelte Erwärmungsrate lag in den vergangenen zehn Jahren je nach Datensatz um rund 0,35°C pro Jahrzehnt, verglichen mit knapp 0,2°C pro Jahrzehnt im Durchschnitt der Jahre 1970 bis 2015. Damit ist das jüngste Erwärmungstempo höher als in jedem vorherigen Jahrzehnt seit Beginn der Messungen im Jahr 1880.
„Wir können nun erstmals eine starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung nach 2015 belegen,“ sagt Grant Foster, ein US-Statistikexperte und Co-Autor der Studie, die in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlicht wurde. „Entscheidend ist, dass wir aus den Messdaten bekannte, natürliche Schwankungen herausrechnen, sodass das zufällige ‚Rauschen‘ geringer wird und daher das langfristige Erwärmungssignal klarer hervortritt.“
Kurzfristige natürliche Schwankungen der globalen Temperatur, verursacht durch El Niño, Vulkanausbrüche und solare Zyklen, können Veränderungen der langfristigen Erwärmungsrate überlagern. In der Datenanalyse, die auf Messdaten basiert, arbeitet das Forschungsteam mit fünf großen etablierten, globalen Temperaturdatensätzen (NASA, NOAA, HadCRUT, Berkeley Earth, ERA5). „Die bereinigten Daten zeigen eine Beschleunigung der Erderwärmung seit 2015 mit einer statistischen Sicherheit von über 98 Prozent, konsistent in allen untersuchten Datensätzen und unabhängig von der gewählten Auswertungsmethode,“ erklärt Stefan Rahmstorf, PIK-Forscher und Leitautor der Studie.
Ursachen nicht untersucht
Die extrem warmen Jahre 2023 und 2024 werden nach der Korrektur für El Niño und das Sonnenmaximum kühler, bleiben aber die beiden wärmsten seit Beginn der Messungen. In allen Datensätzen setzt bereits ab 2013 oder 2014 die Beschleunigung ein. Um zu überprüfen, ob sich die Erwärmungsrate seit den 1970er Jahren verändert hat, nutzte das Forschungsteam zwei statistische Ansätze: eine quadratische Trendanalyse und ein stückweise lineares Modell, das statistisch objektiv ermittelt, wann sich die Erwärmungsrate verändert.
Die Studie hat nicht die konkreten Ursachen der beobachteten Beschleunigung untersucht. Klimamodelle zeigen jedoch, dass eine zunehmende Erwärmungsrate grundsätzlich im Rahmen der aktuellen Klimamodellierungen liegt, so das Autorenteam.
„Setzt sich die Erwärmungsrate der vergangenen zehn Jahre fort, würde das zu einem langfristigen Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze des Pariser Abkommens vor dem Jahr 2030 führen,“ sagt Stefan Rahmstorf. „Wie schnell sich die Erde weiter erwärmt, hängt letztlich davon ab, wie rasch wir die globalen CO₂-Emissionen aus fossilen Energien auf null reduzieren.“
Politik
Globaler Hunger bleibt auf kritischem Niveau
Berlin 27.04.2026
– Der weltweite Hunger wird auch im Jahr 2026 auf einem alarmierend hohen Niveau bleiben. Laut dem Global Report on Food Crises 2026 verschärfen bewaffnete Konflikte, Dürren und massiv sinkende Hilfsfinanzierung die Ernährungsunsicherheit – insbesondere in fragilen Staaten.
„Umso unverständlicher ist der gleichzeitige Rückgang der Finanzierung humanitärer Maßnahmen. Angesichts der Dimension des Hungers braucht es sofort mehr internationale Solidarität, verlässliche finanzielle Zusagen und entschlossenes politisches Handeln, um weitere Hungerkatastrophen zu verhindern und Millionen Menschen den Zugang zu Nahrung und lebenswichtiger Hilfe zu sichern”, ordnet Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger, die Ergebnisse des Reports ein.
Dem Bericht zufolge waren im Jahr 2025 insgesamt 266 Millionen Menschen in 47 Ländern und Territorien von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. 1,4 Millionen Menschen lebten dabei unter katastrophalen Bedingungen, der schwersten Stufe akuten Hungers: in Teilen von Haiti, Mali, Gaza, Südsudan, Sudan und Jemen. Erstmals in der Geschichte des Berichts wurden im vergangenen Jahr zwei Hungersnöte offiziell festgestellt, in Gaza und im Sudan.
„Zusätzliche Verschärfung erfährt die Lage durch aktuelle geopolitische Eskalationen, insbesondere im Nahen Osten. Anhaltende Störungen der Energie‑ und Düngemittelmärkte treiben die Lebensmittelpreise weltweit weiter in die Höhe – mit gravierenden Folgen für ohnehin fragile Länder”, ergänzt Friedrich-Rust.
Der Bericht zeigt zudem eine dramatische Entwicklung über die vergangenen zehn Jahre: Die Zahl der Menschen mit akuter Ernährungsunsicherheit hat sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Besonders gravierend ist die Lage von Kindern: Im Jahr 2025 waren schätzungsweise 35,5 Millionen Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten in 23 Ländern und Territorien, die als Ernährungskrisen eingestuft sind, akut unterernährt. Darunter befanden sich 9,7 Millionen Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung, einer unmittelbar lebensbedrohlichen Form der Unterernährung.
Zehn Länder im Fokus
Die weltweite akute Ernährungsunsicherheit konzentriert sich zunehmend auf wenige Länder: Zehn Staaten vereinten 2025 rund zwei Drittel aller Betroffenen, wobei Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und der Sudan fast ein Drittel der weltweiten Gesamtzahl ausmachten. Der Bericht verzeichnet in einzelnen Ländern – darunter Bangladesch, Niger sowie in begrenzten Regionen Nigerias und des Sudan – punktuelle Verbesserungen, die die insgesamt weiterhin dramatische Lage jedoch nicht grundlegend verändert haben. Deutliche Verschlechterungen gab es in Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo und Myanmar.
Neben dem Hunger bleibt auch die akute Mangelernährung auf extrem hohem Niveau. 2025 wurden in 23 Ländern und Territorien offizielle Ernährungskrisen festgestellt, mit besonders schwerer Lage in Gaza, im Sudan, in Myanmar und im Südsudan. Dort führten Hungersnot oder kritische Bedingungen zu lebensbedrohlicher Unterernährung, vor allem bei Kindern.
In den meisten betroffenen Ländern ist akute Mangelernährung das Ergebnis mehrerer gleichzeitiger Krisen – fehlender Zugang zu Nahrung, Krankheiten sowie mangelhafte Gesundheits‑, Wasser‑ und Versorgungsstrukturen. Der Bericht unterstreicht damit, wie eng Hunger, Gesundheit und grundlegende Dienstleistungen miteinander verknüpft sind.
Rückgang internationaler Hilfe
Gleichzeitig warnt der Bericht eindringlich vor einem massiven Rückgang der internationalen Unterstützung. Die Finanzierung humanitärer Maßnahmen im Ernährungssektor ging 2025 um rund 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, während die entwicklungsbezogene Unterstützung um mindestens 15 Prozent schrumpfte und weiter zurückzugehen droht.
Der Global Report on Food Crises 2026 kommt zu dem Schluss, dass ohne eine deutliche Kehrtwende bei Konfliktprävention, Klimaanpassung und internationaler Finanzierung weitere Hungersnöte nicht ausgeschlossen werden können.
Der jährlich veröffentlichte Global Report on Food Crises wird von einem internationalen Netzwerk unter der Koordination des Food Security Information Network (FSIN) erarbeitet. Er gilt als eine der fundiertesten globalen Analysen zur akuten Ernährungsunsicherheit weltweit.
Als internationale humanitäre Organisation arbeitet Aktion gegen den Hunger in zahlreichen besonders betroffenen Ländern, darunter Sudan, Jemen, Gaza, Südsudan, Demokratische Republik Kongo, Nigeria und Afghanistan. Dort unterstützt die Organisation unter anderem unterernährte Kinder, schwangere Frauen und Binnenvertriebene mit lebenswichtiger Hilfe wie Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung.
Politik
Zu den Schüssen beim US-Korrepondentendinner in Washington
Berlin 27.04.2026
Reaktionen der Presse auf den Schusswaffenvorfall bei einer Trump-Veranstaltung.
War der Schusswaffenvorfall bei einer GALA mit US-Präsident Donald Trump ein Attentat? Wenn ja, dann hat Trump sieben Seele..
Seine populistische Politik, die er seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus ohne Rücksicht auf die Stimmung in der amerikanischen Bevölkerung und die Opposition gegen diese Politik verfolgt, wird nicht umsonst gewesen sein. Die Behauptung, er sei gezielt angegriffen worden, soll ihm Sympathien in Teilen der amerikanischen Öffentlichkeit und bei Regierungen von Ländern einbringen, die mit seiner populistischen Politik unzufrieden sind.
Die Geschichte der modernen Politik, insbesondere die Attentatsversuche auf Staatsoberhäupter mit populistischer Politik, ist voll von ähnlichen Vorfällen. So wurde beispielsweise der slowakische Ministerpräsident Robert Fico Anfang Mai 2024 angeschossen und leicht verletzt. Ein slowakischer Journalist, ein Augenzeuge, bestätigte mir, dass es sich um einen Querschläger handelte, der nicht tödlich war. Die gewalttätige Politik des ehemaligen ägyptischen Präsidenten Gamal Abdul Nasser hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die ägyptische Bevölkerung und führte zu einem drastischen Popularitätsverlust. Angeblich ließ er sich 1954 während einer Feier im Stadtteil Manshiyya von einem seiner Geheimdienstagenten ermorden, um Unterstützung für sein Vorgehen gegen die Muslimbruderschaft zu gewinnen. Ähnlich verhielt es sich 1977 mit dem verstorbenen syrischen Diktator Hafiz Assad, der nach seiner Intervention im libanesischen Bürgerkrieg, wo er sich an die Seite der (Kataeb- Milizen christliche Partei) gegen die Palästinenser und Drusen stellte, in der Nähe der Umayyaden-Moschee in Damaskus wahllos das Feuer eröffnen ließ. Dieser Vorfall führte in Teilen der syrischen und libanesischen Bevölkerung zu Solidarität mit Assad.
Man sollte Trump nicht als Diktator bezeichnen, doch seine Politik – der Krieg gegen den Iran, sein harter Umgang mit Flüchtlingen und andere Aktionen – lassen ihn durchaus so erscheinen.
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER hat trotz des anfänglichen Schocks wenig Hoffnung auf eine Deeskalation im politischen Klima der USA: „Gewalt hat keinen Platz in der Demokratie, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz nach dem Anschlagsversuch in Washington. Wieder scheint die hasserfüllte Stimmung in der US-Politik in Gewalt umzuschlagen. Nun könnte der Schock über die Schüsse zum Innehalten führen. Immerhin rief Trump danach selbst zur Versöhnung auf: Differenzen müssten friedlich beigelegt werden. Leider spricht die Erfahrung dagegen, dass daraus Konsequenzen folgen. Denn Trump selbst hält solche Töne selten lange durch. Merz hat zwar recht: Gewalt widerspricht der Demokratie. Doch Eskalation ist der Kern von Trumps Politik – als Mittel, um Ziele durchzusetzen oder von Fehlern abzulenken. Dass dazu Lügen, Beleidigung und im Zweifel Gewalt gehören, steht jeder Hoffnung auf die dringend nötige Deeskalation leider im Weg“, glaubt der KÖLNER STADT-ANZEIGER.
Die STUTTGARTER ZEITUNG geht davon aus, dass Trump den versuchten Anschlag in Washington wie frühere Angriffe zu seinem Vorteil nutzen wird: „So wie die einen Trump verehren, hassen ihn die anderen. Das ist das eine. Das andere: Der Griff zur Waffe ist in einem Land, in dem jede noch so kleine Verschärfung des Waffenrechts ein Streitthema ist, relativ einfach. Gutzuheißen ist das nicht, auch nicht gegen einen wie Donald Trump. Wer den US-Präsidenten aus dem Amt entfernen möchte, muss dafür rechtsstaatliche Möglichkeiten nutzen oder entsprechende Mehrheiten organisieren. Dass Trump aus der Situation erst einmal wieder Kapital schlagen wird, ist wahrscheinlich. Die Attacke im Wahlkampf, die ikonischen Fotos, die dabei entstanden, und seine Reaktion danach haben ihm jedenfalls mehr genutzt als geschadet“, kommentiert die STUTTGARTER ZEITUNG.
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG weist darauf hin, dass Trump bereits kurz nach dem Vorfall versucht habe, die Schüsse zu seinen Gunsten zu interpretieren: „Sein milder Ton dauerte auch am Samstagabend nicht lange an. So antwortete er auf die Frage, warum er wiederholt zum Ziel von Attentatsversuchen werde, dass eben jene zum Ziel würden, die viel erreichten. Trump also sieht sich durch Gewalt, die gegen ihn gerichtet ist – oder sein könnte –, bestärkt und bestätigt. Das passt zu Umfragen, wonach die politische Gewalt im Land zwar deutlich steige, aber jedes Lager das jeweils andere dafür verantwortlich macht. Dieses Land wird so schnell nicht zur Ruhe kommen“, befürchtet die SZ.
Politik
Bundesregierung zu Verlängerung des Waffenstillstand
Berlin 23.04.2026
– Die Bundesregierung begrüßt die Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Sie eröffnet eine wichtige Chance, die diplomatischen Verhandlungen in Islamabad fortzusetzen, um Frieden zu schließen und eine Eskalation des Krieges abzuwenden.
Diese Gelegenheit sollte auch Teheran ergreifen. Den Iran fordert die Bundesregierung auf, sein militärisches Atomprogramm einzustellen und Israel sowie andere Nachbarstaaten nicht länger zu bedrohen. Die Straße von Hormus muss dauerhaft, zuverlässig und ohne Einschränkungen oder Gebühren geöffnet werden.
Gelingt eine umfassende Übereinkunft, ist die Bundesregierung bereit, mit ihren Partnern schrittweise bestehende restriktive Maßnahmen zu lockern. Blockiert der Iran dagegen weiterhin die Straße von Hormus, steht die Bundesregierung bereit, zusätzliche Sanktionen zu erörtern.
Sobald ein anhaltendes Ende der Kampfhandlungen erreicht ist, steht die Bundesregierung gemeinsam mit ihren Partnern bereit, im Einklang mit internationalem Recht sowie unter Einhaltung nationaler Verfahren zur freien Schifffahrt in der Straße von Hormus beizutragen.
Die Bundesregierung wird weiter auf diplomatischem Weg darauf hinwirken, dass der Krieg im Süden des Libanon zu einem dauerhaften Ende kommt.
Berlin
Die Lage im Iran ist äußerst besorgniserregend
Berlin 23.04.2026
Auf einer Konferenz am heutigen Donnerstag bezeichnete Reza Pahlavi, Sohn des ehemaligen Schahs von Iran, die Situation des iranischen Volkes als äußerst besorgniserregend und die Gesamtlage als sehr düster. Er erklärte, das Volk wünsche sich Freiheit und die Wiedereingliederung in die Weltgemeinschaft.
Er betrachtete Deutschland als ein befreundetes Land und sein Besuch in Berlin als deutliches Zeichen für die Bedeutung Berlins für die Unterstützung seines Volkes, das sich nach Freiheit sehnt.
Foto: © PWO
Politik
Geopolitische Krisen verzögern Erholung
Berlin 22.04.2026
Katherina Reiche, die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung vorgestellt. Sie dient als Grundlage der Steuerschätzung sowie der Haushaltsplanungen der Gebietskörperschaften und der Sozialversicherungen.
Die Ausgangslage für die wirtschaftliche Entwicklung stellt sich derzeit ungünstiger dar als noch zur Jahreswende erwartet. Zu Jahresbeginn zeigte die Konjunktur bereits Anzeichen der Abkühlung. Zum Ende des ersten Quartals hat der kriegerische Konflikt im Nahen Osten mit der faktischen Sperrung der Straße von Hormus zu Engpässen und Preisanstiegen bei Energie und weiteren Rohstoffen geführt, von denen auch Unternehmen und private Haushalte in Deutschland betroffen sind. Vor diesem Hintergrund erwartet die Bundesregierung für das laufende Jahr nur noch einen verhaltenen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,5 Prozent. Unter der Annahme einer baldigen Beruhigung des Konflikts, sollten sich die Belastungen im späteren Jahresverlauf jedoch schrittweise verringern, sodass die fiskalischen Impulse spürbar werden. Für das Jahr 2027 wird mit einem realen BIP-Zuwachs von 0,9 Prozent gerechnet. Die Inflationsrate dürfte 2,7 Prozent in diesem und 2,8 Prozent im kommenden Jahr betragen.
Neben dem Irankrieg wird der internationale Handel auch von protektionistischen Maßnahmen und Fragmentierung belastet. Die deutsche Exportentwicklung bleibt schwach, auch aufgrund einer verminderten Wettbewerbsfähigkeit. Die Erholung der deutschen Wirtschaft wird vor allem von der Binnennachfrage getragen. Bei steigenden Realeinkommen bleibt der private Konsum trotz der Kaufkraftverluste infolge des Energiepreisschocks eine Stütze der deutschen Wirtschaft. Daneben werden fiskalische Impulse die Bruttoanlageinvestitionen anregen, während Staatsausgaben, besonders in Infrastruktur und Verteidigung, zur gesamtwirtschaftlichen Belebung beitragen.
Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt wesentlich von den Entwicklungen des Konfliktes im Nahen Osten ab und ist mit erheblichen Ungewissheiten verbunden. Zur Veranschaulichung dieser Unsicherheiten weist das BMWE neben der Frühjahrsprojektion erstmals auch Szenarien mit Simulationen für eine wirtschaftliche Entwicklung unter alternativen Annahmen der Energiepreisentwicklung aus.
Dazu Bundesministerin Katherina Reiche:
„Die für dieses Jahr erwartete wirtschaftliche Erholung wird einmal mehr durch externe geopolitische Schocks ausgebremst. Der Krieg im Iran treibt die Preise für Energie und Rohstoffe in die Höhe. Das belastet die privaten Haushalte und erhöht die Kosten für die deutsche Wirtschaft.
Mit dem Kraftstoffmaßnahmenpaket und mit dem Energie-Sofortprogramm haben wir als Bundesregierung schnell und entschlossen reagiert, um die Bürger und unsere Unternehmen zu entlasten. Das hilft kurzfristig, löst aber nicht die strukturellen Ursachen der deutschen Wachstumsschwäche. Für eine wieder wachsende und wettbewerbsfähige Wirtschaft brauchen wir zusätzlich tiefgreifende Strukturreformen. Wir müssen die im internationalen Vergleich viel zu hohe Steuer- und Abgabenlast angehen, die Energiekosten senken und Bürokratie abbauen. Unsere Unternehmen brauchen wieder Luft zum Atmen – vom Start-up über den Mittelständler bis zum DAX-Konzern. Deutschland kann mehr, wenn wir Innovationen ermöglichen statt den Status Quo zu verwalten.“
Politik
Grünes Licht für Tschechischen Grenzvertrag
Berlin 23.4.2026
– Der Innenausschuss hat den Weg für einen Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Vertrag vom 12. März 2025 mit der Tschechischen Republik über die gemeinsame Staatsgrenze (21/5070) frei gemacht. In dem Gremium votierten am Mittwoch alle Fraktionen für die Vorlage, die die Zustimmung des Bundesgesetzgebers zu dem Abkommen vorsieht.
Mit dem Vertrag sollen die Regelungen über die gemeinsame Staatsgrenze laut Bundesregierung im Interesse der freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern auf eine „moderne Grundlage“ gestellt werden. Ziel ist es den Angaben zufolge, „durch die Neugestaltung der Regelungen die langfristige Bestandkraft des neuen Vertrags zu sichern sowie die Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Grenzverlaufs zu verbessern“.
Die bisherige Festlegung des Verlaufs der gemeinsamen Staatsgrenze bleibt unverändert, wie die Bundesregierung ausführt. Der neue Staatsvertrag ermögliche eine verbindliche Darstellung „des Verlaufs des festen, das heißt unbeweglichen Teils der Staatsgrenze anhand präziser digitaler Daten in Form eines Koordinatenverzeichnisses“.
Der Bundesrat hatte laut Vorlage am 27. März beschlossen, gegen den Gesetzentwurf keine Einwendungen zu erheben.
Politik
Kritische Lage im Libanon
Berlin 22.04.2026
– Die Organisation „Aktion gegen den Hunger“ rief alle Konfliktparteien im Libanon zur Zurückhaltung auf und forderte sie dringend auf, auf den Einsatz von Waffen zu verzichten und das humanitäre Völkerrecht zu achten. Der Schutz der Zivilbevölkerung muss oberste Priorität haben, ebenso wie die Gewährleistung eines jederzeit sicheren und ungehinderten humanitären Zugangs.
Auf einem Symposium am Mittwoch, dem 22. April, wies die Organisation auf die sich rapide verschlechternde humanitäre Lage im Libanon hin, trotz der brüchigen Waffenruhe. Nach einer erneuten Eskalation des Konflikts im April mit über 100 Luftangriffen deuten Berichte nun darauf hin, dass mehr als 2.100 Menschen getötet und über 7.000 verletzt wurden.
Zehn Krankenhäuser und 54 Gesundheitszentren wurden teilweise oder vollständig zerstört, und zahlreiche Gesundheitsfachkräfte wurden getötet oder verletzt. Es gab wiederholt Berichte über gezielte Angriffe auf Krankenwagen, die die Behandlung von Kranken und Verwundeten zusätzlich behindern. Gleichzeitig behindern Schäden an Straßen, Brücken und Wasserleitungen den Zugang zu lebensnotwendigen Gütern. Wichtige Transportwege für Lebensmittel und andere Hilfsgüter wurden ebenfalls zerstört.
Es gibt über 1,2 Millionen Flüchtlinge, darunter 390.000 Kinder. Inmitten dieser schwierigen Umstände unterstützen wir diejenigen, die Hilfe benötigen.
Die Organisation appellierte an alle Akteure in Industrie und Wirtschaft, die über die entsprechenden Kapazitäten verfügen, die Organisation durch die Unterstützung ihrer humanitären Arbeit zu fördern.
Politik
Kritik an der Menschenrechtspolitik des Weißen Hauses
Berlin 20.01.2026
Amnesty International bestätigt einen Anstieg der Menschenrechtsverletzungen weltweit, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Julia Duchrow Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, sagte in Berlin, die Neue US- Regierung hat einem Flächenbrand entfacht. Tramps Politik ist ein systematischerAbgriff auf die Menschenrechte und gibt weltweiten Kräften, Auftrieb, die Menschenrechte zu missachten.
Foto: © PWO
Politik
EU verschärft Migrationskurs
Berlin 21.04.2026
– Deutschland, Italien und Frankreich drängen auf mehr Kontrolle und Konsequenz
Beim Treffen in Italien verständigen sich die drei Länder Italien, Frankreich und Deutschland auf einen härteren Kurs: mehr Kontrolle, schnellere Abschiebungen, klarere Kante.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Mit dem EU-Asylpakt holt sich Europa die Kontrolle über Migration zurück. Mit klaren Abkommen, konsequentem Kurs und kontrollierten Rückführungen stoppen wir illegale Migration; und zerschlagen das Geschäft der Schleuser.“
Die Botschaft ist klar: Die EU-Außengrenzen sollen besser gesichert, illegale Migration spürbar reduziert und die Zusammenarbeit in Europa deutlich gestärkt werden. Dafür setzen die drei Staaten auf neue Maßnahmen wie „Return Hubs“ und mehr Druck auf Drittstaaten, damit Abschiebungen auch wirklich funktionieren. Gleichzeitig soll die Sekundärmigration, wirksam gestoppt werden.
Auch gegen Schleuser wird härter vorgegangen: Kriminelle Netzwerke sollen gezielt zerschlagen werden.
Politik
Wirtschaftseziehung zu Iran
Wiesbaden 21.04.2026
– Exporte in den Iran im Jahr 2025 um 24,5 % gegenüber dem Vorjahr gesunken
• Im Jahr 2025 lag der Iran exportseitig auf Platz 72 der wichtigsten
Handelspartner Deutschlands
• Exportüberschuss im Handel mit dem Iran – Maschinen wichtigste
Expotgüter
• Immer weniger Unternehmen am Handel mit dem Iran beteiligt
Im Jahr 2025 wurden Waren im Wert von 961,6 Millionen Euro von
Deutschland in den Iran exportiert. Damit sanken die Exporte dorthin gegenüber
dem Vorjahr um 24,5 %. Aus dem Iran nach Deutschland importiert wurden im Jahr
2025 Waren im Wert von 234,5 Millionen Euro. Wie das Statistische Bundesamt
(Destatis) weiter mitteilt, nahmen die Importe im Vergleich zum Vorjahr um 1,7
% zu. Gegenüber dem Jahr 2018 sanken die Exporte im Jahr 2025 um 64,3 % und
die Importe um 46,8 %. Im Jahr 2018 hatten die deutschen Exporte in den Iran
noch 2,7 Milliarden Euro und die Importe von dort 440,8 Millionen Euro
betragen. Ende 2018 hatten die Vereinigten Staaten umfassende Sanktionen gegen
den Iran wieder in Kraft gesetzt, was sich auf den weltweiten Handel mit dem
Iran auswirkte.
Politik
Deutsch-Brasilianische Erklärungen zur Unterstützung der Tropical
Hannover 20.04.2026
– Anlässlich des Treffens des brasilianischen Präsidenten Lula da Silva und Bundeskanzler Merz in Hannover bekräftigten beide Regierungen ihr gemeinsames Bekenntnis zu Erhalt und nachhaltiger Nutzung der Tropenwälder als zentralen Baustein zur Bewältigung globaler Umweltprobleme.
Die „Tropical Forest Forever Facility“ (TFFF) als innovatives Finanzierungsinstrument soll Tropenwaldländern langfristige, an konkrete Leistungen geknüpfte Zahlungen für nachweislichen Walderhalt bereitstellen. Dafür werden transparenten Kriterien, belastbare Daten und starke Umwelt- und Sozialstandards zu Grunde gelegt. Sie setzt auf die Beteiligung Indigener Völker und lokaler Gemeinschaften und verbindet Klima- und Naturschutz mit nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung.
Deutschland würdigt die Führungsrolle Brasiliens bei der Entwicklung der TFFF, die am 6. November 2025 auf dem Klimagipfel in Belém gelauncht wurde. Die Gründungserklärung der TFFF wurde von 67 Staaten unterstützt, die über 90 Prozent der tropischen Waldfläche in Entwicklungsländern beheimaten. Die Geberzusagen für die TFFF belaufen sich auf mehr als 6,7 Milliarden US‑Dollar.
Der deutsche Beitrag
Deutschland unterstützt die TFFF politisch und finanziell als wichtigen Baustein der internationalen Klima‑, Biodiversitäts- und Waldfinanzierungsarchitektur. Aufbauend auf seinem langjährigen Engagement in der Wald- und Klimafinanzierung hat Deutschland 20 Millionen Euro in einen Treuhandfonds der Weltbank eingezahlt, um den Start der TFFF zu ermöglichen.
Ab 2027 beabsichtigt die Bundesregierung, insgesamt eine Milliarde Euro für den „Tropical Forest Investment Fund“ (TFIF) über die KfW als Treuhänderin bereitzustellen. Die Bundesregierung plant, den deutschen Beitrag im Haushaltsaufstellungsverfahren 2027 im Wirtschaftsplan des Klima- und Transformationsfonds abzubilden. Bis zum Abschluss dieses Verfahrens steht der deutsche Beitrag unter Haushalts- und Parlamentsvorbehalt.
Der brasilianische Beitrag
Brasilien war das erste Land, das einen finanziellen Beitrag zur TFFF angekündigt hat: Präsident Lula sagte im September 2025 eine Investition in Höhe von einer Milliarde US‑Dollar zu, die aus dem brasilianischen Klimafonds stammt und mit Unterstützung öffentlicher Entwicklungsbanken umgesetzt werden soll. Brasilien hält das Finanzierungsmodell der TFFF für tragfähig und betrachtet es als einen innovativen, skalierbaren Mechanismus, um mehr private Investitionen in den Umweltschutz zu lenken – bei gleichzeitiger Anerkennung der wichtigen Rolle öffentlicher Mittel, um private Investitionen zu hebeln und Risiken zu mindern.
Durch die finanzielle Vergütung für stehende tropische Wälder setzt die TFFF Anreize für deren Erhalt. Gleichzeitig entsteht so eine zusätzliche, verlässliche Finanzierungsquelle, mit der Entwicklungs- und Schwellenländer ihre Waldschutzvorhaben umsetzen können.
Politik
Brücken bauen für Syriens Zukunft
Berlin 21.04.2026
–Jahresjubiläum der Plattform ‘Neuanfang für Syrien‘ –
Entwicklungsministerin Alabali Radovan würdigt Engagement der syrischen Diaspora
Mehr als ein Jahr nach dem Fall des Assad-Regimes steht Syrien vor großen Herausforderungen: Aufarbeitung, Neuanfang und Wiederaufbau verlaufen unter schwierigen Bedingungen. Es geht dabei um Stabilität in der Region und darum, dass Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive haben. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt dabei – in Bereichen der Bildung, Gesundheit und Infrastruktur. Die syrische Diaspora nimmt dabei eine wichtige Rolle ein.
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan:
„Der Wiederaufbau Syriens braucht starke Stimmen und engagierte Brückenbauerinnen und Brückenbauer, die Verantwortung übernehmen und Verbindungen schaffen. Viele Mitglieder der syrischen Diaspora leisten einen wichtigen Beitrag – bauen Brücken für Syriens Zukunft – oft unter schwierigsten Bedingungen. Mit der Plattform ‚Neuanfang für Syrien‘ haben wir ein starkes Netzwerk geschaffen, das dieses Engagement bündelt und gezielt unterstützt. So verbinden wir die Erfahrungen der Menschen hier in Deutschland mit dem Wunsch nach einem friedlichen, demokratischen Syrien. Gemeinsam schaffen wir Zukunftsperspektiven für ein Syrien, in dem alle Menschen in Frieden und Sicherheit miteinander leben können.“
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat im Februar 2025 die Diaspora-Plattform „Neuanfang für Syrien“ (www.neuanfang-syrien.de) ins Leben gerufen, um das Engagement gezielt zu stärken. Die Plattform dient dem Dialog und der Vernetzung zwischen der syrischen Diaspora, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Privatwirtschaft und Kommunen. Sie macht sichtbar, welchen Beitrag Menschen mit syrischen Wurzeln in Deutschland für ihr Herkunftsland leisten – und wie daraus neue Chancen für beide Seiten entstehen. Inzwischen sind bereits über 1500 Personen Teil des Netzwerks.
Zum Jahresjubiläum veranstaltet das BMZ gemeinsam mit dem Plattform-Sekretariat und dem Entwicklungspolitischen Forum der GIZ die erste große Fach- und Netzwerkveranstaltung zu syrischem Wiederaufbau und Diasporathemen in Berlin. Sie umfasst ein breit gefächertes ganztägiges Programm aus Paneldiskussionen, Workshops, einer Fotoausstellung und einen „Marktplatz des Engagements“.
Erwartet werden rund 300 Vertreterinnen und Vertretern der syrischen Diaspora, aus der Zivilgesellschaft und Politik, darunter auch die syrische Ministerin für Soziales und Arbeit, Hind Kabawat.
Politik
Irankrieg- Pressekommentare
Berlin 21.04.2026
– Wird die Energiekrise zum Sturz der Regierung von Friedrich Merz führen?
Die explodierenden Treibstoffpreise infolge des Krieges der USA und der Regierung Benjamin Netanjahu gegen den Iran sowie der Blockade der Straße von Hormus durch Teheran haben die Wirtschaftskrisen weltweit verschärft und die Armut verstärkt, insbesondere in Europa, Afrika und dem Nahen Osten. Die steigenden Treibstoff- und Energiepreise haben auch Wirtschaftsministerin Katarina Reiche zunehmend unter Druck gesetzt. Nun steht Lars Kinnebeil, der Vorsitzende der SPD und Koalitionspartner der CDU, vor seinem Rücktritt. Dies würde höchstwahrscheinlich den Sturz der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz bedeuten – ein Szenario, vor dem der ehemalige Wirtschaftsminister Peter Altmaier, der unter Angela Merkel diente, bereits gewarnt hatte.
Niemand hat ein Interesse an diesem Krieg im Arabischen Golf, nicht einmal die US-Regierung, die sich durch Netanjahus Regierung in einer Sackgasse befindet. Präsident Donald Trump versucht, sich durch Erpressung der Europäer, insbesondere der NATO-Mitgliedstaaten, aus der Affäre zu ziehen. Seine Drohung, die USA aus dem Bündnis zurückzuziehen, ist ein verzweifelter Versuch, der weit verbreiteten globalen Unzufriedenheit zu entkommen, insbesondere angesichts der Auswirkungen der explodierenden Kraftstoff- und Energiepreise. Die kommenden Tage bergen viele Überraschungen.
Auswirkungen des Irankriegs auf die deutsche Wirtschaft. Der Chef der Internationalen Energieagentur Birol hatte vor einer Kerosinknappheit gewarnt. Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen kommentiert dazu: „Es ist richtig, dass Ökonomen auf ein mögliches Kerosinproblem im Sommer hinweisen – denn Europa importiert nun mal mehr als 50 Prozent seines Flugbenzins aus dem Nahen Osten. Aber gerade weil die Stimmung im Land angesichts der wirtschaftlichen Lage seit Monaten angespannt ist, müssen die verantwortlichen Politiker jetzt ruhig und besonnen handeln – und nicht erneut so zerstritten auftreten wie bei den Maßnahmen zur Senkung der Spritpreise“, fordert die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen.
Der MÜNCHNER MERKUR legt den Fokus noch mehr auf die öffentliche Wahrnehmung der Bundesregierung in der Energiekrise und kommentiert: „Die Giftigkeit des Energie-Streits zwischen Klingbeil und Reiche stellt zunehmend sogar die schwarz-roten Auseinandersetzungen um die Sozialstaatsreform in den Schatten. Und sie zieht weitere Kombattanten mit in die Schlacht. Richtig: Geld zum Verteilen von Sprit-Trostpflastern an Bürger und Betriebe hat die Regierung nicht mehr. Aber es ist fahrlässig, dass SPD und Union mit ihrer Kakophonie auch noch das Vertrauen verspielen, dass die Regierung gemeinsam zügig zu sachgerechten Lösungen findet“, heißt es im MÜNCHNER MERKUR.
Der TAGESSPIEGEL analysiert einen möglichen drastischen Schritt – den Rücktritt von Finanzminister Klingbeil. Dort heißt es: „Die Kombination aus Parteivorsitz und Ressortchef ist politisch zwar mächtig, aber auch systematisch verzerrend. Wer beides zugleich ist, gerät zwangsläufig in einen Rollenkonflikt. Entweder verwässert er oder sie die Parteiprogrammatik zugunsten fiskalischer Zwänge, oder betreibt symbolische Parteipolitik. Gerade für die SPD ist das heikel. Klingbeil könnte sich stärker darauf konzentrieren, die Partei inhaltlich zu erneuern. Unterm Strich lässt sich also argumentieren: Der Verzicht von Lars Klingbeil auf das Finanzministerium wäre kein Machtverlust, sondern eine Verschiebung von Einfluss – weg von kurzfristiger Verwaltung hin zu langfristiger Gestaltung. Und das wäre klug“, urteilt der TAGESSPIEGEL.
Politik
Deutsch-Irische Gespräche
Berlin 16.04.2026
– Bundeskanzler Friedrich Merz und der irische Premierminister Micheál Martin äußerten die Hoffnung, dass die Wiederaufnahme der von Islamabad vermittelten Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zu einem Ende des Krieges im Nahen Osten führen werde, da sich alle ein Ende des Krieges wünschten. Merz und Martin lobten die Entwicklung der Beziehungen zwischen ihren beiden Ländern und ihre Entschlossenheit, diese weiter auszubauen.
Merz und Martin sprachen auch über den russischen Krieg gegen die Ukraine und bekräftigten ihre Unterstützung für die Ukraine sowie für die Politik der Europäischen Union und der NATO.
Foto: © PWO
Politik
Kommentare zur Berliner Sudan-Konferenz
Berlin 16.04.2026
Immer wenn ich den sudanesischen Armeechef Abdel Fattah al-Burhan oder den Anführer der sogenannten Rapid Support Forces-Miliz sah, wurde mir übel. Ihre Gesichter strahlen keinerlei Trost oder Zuversicht aus; Kriminalität ist ihr prägendes Merkmal.
Die Berliner Sudan-Konferenz, an der europäische und afrikanische Regierungen teilnahmen, die aber von Menschenrechts- und zivilgesellschaftlichen Organisationen boykottiert wurde, endete ohne Resolutionen, die das Vertrauen der sudanesischen Bevölkerung in die internationale Gemeinschaft wiederherstellen könnten. Zwar sagte die Konferenz humanitäre Hilfe in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro für eine Bevölkerung zu, von der 65 % unter extremer Armut und einer akuten Hungersnot leiden, doch die Frage der Eindämmung der Arroganz der Armee und der Rapid Support Forces-Miliz wurde nicht thematisiert.
Seit über drei Jahren kämpft die sudanesische Armee gegen die Rapid Support Forces, um ihre Macht zu festigen. Obwohl der Putsch gegen Omar Hassan al-Baschir von den meisten Teilen der sudanesischen Bevölkerung begrüßt wurde, ist es der Armee nicht gelungen, Sicherheit herzustellen und Sudan wiederaufzubauen. Staaten wie die Regierung von Abu Dhabi waren unzufrieden über die Erleichterung der sudanesischen Bevölkerung nach dem Ende der über zwanzigjährigen Herrschaft von Omar Hassan al-Baschir und unterstützten daher die Miliz der Schnellen Unterstützungskräfte (RSF), um die Etablierung von Sicherheit in dem Land, das als Kornkammer Afrikas gilt, zu verhindern.
Der Sudan benötigt die Unterstützung der Vereinten Nationen, um Militärteams zu entsenden, die die Anführer der Armee und der RSF-Miliz festnehmen und die zivile Herrschaft im Land wiederherstellen.
Das Militär sollte in keinem Land der Welt herrschen.
Die BERLINER MORGENPOST stellt fest: „Seit drei Jahren kämpfen im Sudan Armee und Paramilitärs gegeneinander. Inzwischen hungert die Hälfte der Bevölkerung, mehr als 30 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen, Millionen sind vertrieben. Gewalt gehört vor allem für Frauen und Mädchen zum Alltag. Und doch sieht kaum jemand hin. Die Aufmerksamkeit der Menschen folgt simplen Kriterien, etwa der Gefahr, selbst hineingezogen zu werden. So fühlt sich Europa von Russland bedroht. Und den Iran-Krieg spüren Autofahrer an den Tankstellen. Was im Sudan passiert, hat keine Auswirkungen auf unseren Alltag. Die Sudan-Konferenz in Berlin soll den Konflikt ins Bewusstsein rücken. Aber sie kann nicht ersetzen, was so fehlt: politischer Druck auf die Kriegsparteien“, vermerkt die BERLINER MORGENPOST.
Die TAGESZEITUNG – TAZ – vertritt folgende Ansicht: „Dass Sudans Kriegsparteien und die international anerkannte Regierung des Landes nicht eingeladen waren, war kein Fehler. Dies war keine Friedenskonferenz der Kriegsbeteiligten, die einen Friedensprozess voranbringen soll. Es war eine Konferenz der Nichtbeteiligten, um gemeinsame Positionen im Hinblick auf einen möglichen zukünftigen Friedensprozess auszuloten. Gemessen am desaströsen Zustand der internationalen Diplomatie bei sonstigen Kriegen auf der Welt, wo meistens nicht einmal Einigkeit über das Gesprächsthema besteht, kann sich das sehen lassen“, lautet das Fazit der TAZ.
„Unter den mehr oder weniger vergessenen Kriegen auf der Welt nimmt der Sudan einen traurigen Spitzenrang ein“, betont die VOLKSSTIMME aus Magdeburg: „Es ist daher neben der Sammlung von Millionen-Geldern für humanitäre Hilfe globale Aufmerksamkeit, auf die das geschundene Land dringend angewiesen ist. Dabei könnte der Sudan – gemessen an seinem Rohstoffreichtum – ein blühendes Staatswesen sein. Es gibt Gold, Erdöl, Erdgas, Seltene Erden. Die Kriegsherren beider Seiten lassen ihre Truppen um den maximalen Zugriff auf diese Schätze kämpfen. Die Zukunft ist düster: Ein militärisches Engagement erscheint hier nicht mal Trumps US-Truppen lohnenswert. Es wird beim Appellieren und Geldsammeln bleiben“, vermutet die VOLKSSTIMME.
Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN findet: „Was den Konflikt besonders grausam macht, sind die Kriegswaffen, die eingesetzt werden, um Menschen einzuschüchtern. Das klappt zwar auch mit Gewehren und Drohnen, doch es gibt noch eine perfidere Waffe, die sogar ganze Bevölkerungsgruppen zersetzen kann: Sexualisierte Gewalt – vor allem gegen Frauen. Die Überlebendenberichte sind unvorstellbar in ihrer Grausamkeit. Sexuelle Versklavung, Übergriffe mit vorgehaltener Waffe und Gruppenvergewaltigungen gehören vor allem für nicht-arabische Frauen zum täglichen Horror. Paramilitärische Gruppen setzen diese Form der Gewalt gezielt gegen sie ein. Die Männer bleiben ungestraft. Das Stigma, das den betroffenen Frauen anhaftet, macht sie zu Ausgestoßenen. Das belastet Familien – und schwächt die Gesellschaft von innen. Darum geht es den Angreifern“, analysiert die MEDIENGRUPPE BAYERN.
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