Politik
Wirtschaftliche Stabilisierung zum Jahreswechsel
Berlin 15.12.2025
– Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland zeigt sich auf Basis der aktuell vorliegenden Daten zum Jahresende 2025 insgesamt stabil. So legte die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Oktober preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,8 Prozent im Vormonatsvergleich zu. Dabei erholte sich nicht nur die Industrieproduktion den zweiten Monat in Folge, auch das Baugewerbe und die Energieerzeugung stiegen zuletzt spürbar an. Gleichzeitig zeigt die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen mit einem Anstieg um 0,6 Prozent Stabilisierungstendenzen.
Auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe legten deutlich zu, wobei rückläufigen Auslandsbestellungen eine kräftige Steigerung der Inlandsaufträge um knapp 10 Prozent gegenüberstand. Hierbei hat vor allem ein Großauftrag im Verteidigungsbereich zu dem Plus beigetragen.
Die jüngsten Stimmungs- und Frühindikatoren lassen für die verbleibenden Monate jedoch noch keine durchgreifende konjunkturelle Verbesserung erwarten: Laut ifo Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe waren die Unternehmen im November mit den laufenden Geschäften zwar etwas zufriedener, allerdings haben die Erwartungen einen Dämpfer erfahren, insbesondere in der bedeutsamen Automobilindustrie. Eine Ursache dafür sind sicherlich auch die erneut rückläufigen Ausfuhrerwartungen, die die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft belasten. Auch der S&P-Einkaufsmanagerindex schwächte sich im November ab, vor allem infolge einer ungünstigeren Auftragslage aus dem Ausland sowie einem Anstieg der Lieferzeiten, die sich den dritten Monat hintereinander verlängerten. Auch ifo-Umfragen zeigen zunehmende Schwierigkeiten der Unternehmen bei der Versorgung mit Vorprodukten. Für die Industrieproduktion im November deutet der jüngste LKW-Maut-Fahrleistungsindex nach dem kräftigen Anstieg im Oktober eine Abschwächung an.
Bei den binnenwirtschaftlich orientierten Dienstleistungen zeigt sich ebenfalls ein uneinheitliches Bild: Während die Einzelhandelsumsätze im Oktober, vor allem infolge eines schwächeren Handels bei Nicht-Lebensmitteln, leicht rückläufig waren, haben die Kfz-Zulassungen von Privatpersonen erneut spürbar zugelegt. Die Stimmung im Handel weist aktuell keine klare Tendenz auf. Einerseits führt laut GfK-Konsumklima ein Anstieg der Anschaffungsneigung und ein erneuter Rückgang der Sparneigung im November zu einer leichten Verbesserung des Konsumklimas zum Jahresende. Andererseits sank die Konsumstimmung laut HDE-Konsumbarometer im Dezember auf das niedrigste Niveau seit Jahresbeginn und das ifo Geschäftsklima im Handel trübte sich im November wieder ein. Einer Umfrage des HDE zufolge zeigt sich der Einzelhandel mit dem für die Branche bedeutsamen Weihnachtsgeschäft bis zuletzt unzufrieden, was neben einer generell verhaltenen Konsumstimmung auch auf zunehmende Käufe bei ausländischen Online-Handelsplattformen zurückzuführen sein dürfte.
Insgesamt befindet sich die deutsche Wirtschaft weiterhin in einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite dämpfen außenwirtschaftliche Belastungen in Form einer schwachen Auslandsnachfrage, nachlassender Wettbewerbsfähigkeit und vereinzelter Engpässe bei bestimmten Vorprodukten, auf der anderen Seite deutet sich eine schrittweise binnenwirtschaftliche Stabilisierung an, getragen auch von den zuletzt zunehmend spürbaren fiskalischen Impulsen.
ROBUSTER WELTHANDEL, ABER REGIONALE UNTERSCHIEDE
Die weltweite Industrieproduktion ist im September nach einem vorübergehenden leichten Rückgang wieder um 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat ausgeweitet worden. Dabei wurde die Ausbringungsmenge insbesondere in Japan, China sowie in anderen asiatischen Volkswirtschaften gesteigert, während sie in den USA und im Euroraum in etwa stagnierte. Gegenüber September 2024 lag die globale Produktion damit zum Ende des dritten Quartals um 3,5 Prozent im Plus. Auch für die folgenden Monate stellt sich die Indikatorenlage derzeit robust dar: Der PMI von S&P Global für die Weltwirtschaft deutet trotz des leichten Rückgangs um 0,3 Punkte auf 52,7 im November weiterhin auf ein solides Wachstum hin. Im Dienstleistungsbereich signalisiert der Indikator dabei mit 53,3 Punkten nach wie vor eine höhere Aktivität als in der Industrie mit 50,5 Punkten. Die Stimmung unter Finanzinvestoren hat sich im Dezember mit Blick auf die Weltkonjunktur weiter aufgehellt. Mit einem Anstieg von 8,1 auf 10,4 Punkte lag der Indikator zum Jahresende auf seinem höchsten Niveau seit Juni 2024. Dabei schätzen die Anlegerinnen und Anleger die Konjunkturaussichten vor allem in Osteuropa, Lateinamerika und Asien (ohne Japan) positiv ein.
Der Welthandel hat sich bis zuletzt als überraschend widerstandsfähig erwiesen. Nach einem leichten Rückgang um 0,4 Prozent im August hat er im September wieder um 1,1 Prozent zugelegt und lag damit um über 5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Allerdings verbergen sich hinter diesen Zahlen deutliche Disparitäten. Haupttreiber des weltweiten Güterhandels war die Dynamik in vielen asiatischen Schwellenländern. Dagegen stellte sich die Entwicklung in fortgeschrittenen Volkswirtschaften wie den USA, Europa und Japan schwächer dar. Ein ähnliches Bild zeichnen auch die Oktober-Daten des RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Zwar stieg der Gesamtindikator saisonbereinigt leicht von 136,8 auf 137,2 Punkte. Mit dem dritten Rückgang in Folge reduziert sich die Containerfracht in den deutschen und europäischen Häfen jedoch weiter deutlich. In den chinesischen Häfen ging der Umschlag dagegen nur leicht zurück. Da die höheren US-Zölle infolge von Lageraufbau, Umsetzungsverzögerungen oder auch Ausnahmen für schon auf See befindlicher Fracht noch nicht ihre volle Wirkung entfaltet haben dürften, rechnen Beobachter für die kommenden Monate mit einer Abschwächung der Welthandelsdynamik.
AUSFUHREN ZULETZT IM PLUS, ABSATZPERSPEKTIVEN ABER WEITERHIN HERAUSFORDERND
Zu Beginn des vierten Quartals waren die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen nach dem vorangegangenen Anstieg saison- und kalenderbereinigt mit +1,2 Prozent weiter aufwärtsgerichtet. Von Januar bis Oktober übertrafen sie das Vorjahresniveau damit um 1,1 Prozent, wobei vor allem nach China (-11,5 Prozent) und in die USA (-7,5 Prozent) deutlich weniger geliefert wurde, während das EU-Geschäft stützte (+3,8 Prozent). Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen im Oktober nach der vorangegangenen kräftigen Expansion um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Damit liegen sie vor allem infolge der allmählichen Erholung der inländischen Konsumgüternachfrage seit Jahresbeginn in Summe um 4,6 Prozent über dem Vergleichszeitraum 2024, wobei sowohl aus der EU (+3,2 Prozent) als auch aus Drittstaaten wie China (+8,3 Prozent) oder den USA (+2,6 Prozent) mehr Güter bezogen wurden. Der monatliche Außenhandelsüberschuss erhöhte sich infolge steigender Exporte und rückläufiger Importe im Oktober saisonbereinigt von 7,7 Milliarden Euro auf 10,1 Milliarden Euro. Von Januar bis Oktober fällt er aber im Vorjahresvergleich mit 100,4 Milliarden Euro nach wie vor deutlich um 48,2 Milliarden Euro geringer aus.
Die Einfuhrpreise sind im Oktober saisonbereinigt erneut um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Während sich Energieimporte vergünstigten, kam gewisser Preisdruck vor allem von Vorleistungsgütern. Da die Ausfuhrpreise mit +0,2 Prozent im Vormonatsvergleich etwas stärker zunahmen, verbesserten sich die Terms of Trade geringfügig um 0,1 Prozent. In realer Rechnung dürfte der Zuwachs bei den Ausfuhren entsprechend etwas geringer und der Rückgang der preisbereinigten Einfuhren geringfügig höher ausgefallen sein.
Trotz der nach wie vor recht resilienten Entwicklung der Weltwirtschaft senden die Frühindikatoren für den deutschen Außenhandel bislang kaum positive Signale. Die Auftragseingänge aus dem Ausland bleiben volatil. Nach dem vorangegangenen Anstieg sind sie im Oktober wieder um 4,0 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, wobei insbesondere die Nachfrage nach Investitions- und Vorleistungsgütern aus dem Nicht-Euroraum nachgab: Im Sonstigen Fahrzeugbau sowie bei den elektrischen Ausrüstungen kam es hier nach kräftigen Orderzugängen im September zuletzt zu einer Gegenbewegung. Ohne die stark schwankenden Großaufträge lagen die Bestellungen aus dem Ausland zuletzt insgesamt um 0,5 Prozent im Plus. Die ifo Exporterwartungen haben sich im November wieder deutlich eingetrübt, von +2,2 auf -3,4 Saldenpunkte. Nach zwei hoffnungsvollen Monaten rechnet die Automobilwirtschaft wieder mit rückläufigen Exporten. Auch im gewichtigen Maschinenbau wird lediglich eine Stagnation des Auslandsgeschäfts erwartet.
Die aktuelle Datenlage weist zu Beginn des Schlussquartals lediglich auf eine Stabilisierung, nicht aber auf eine durchgreifende Erholung der Exportwirtschaft hin. Basierend auf aktuellen Prognosen dürften die negativen Auswirkungen der Zollanhebungen auch um die Jahreswende 2025/26 noch deutlich spürbar sein. Damit bleiben die Absatzperspektiven für die deutschen Exporteure für die kommenden Monate herausfordernd.
INDUSTRIEKONJUNKTUR BLEIBT TROTZ POSITIVEM START INS SCHLUSSQUARTAL VERHALTEN
Im Oktober ist die Ausbringung im Produzierenden Gewerbe erneut gestiegen. Preis-, kalender- und saisonbereinigt lag das Produktionsvolumen 1,8 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Für September wurde der Anstieg leicht von +1,3 Prozent auf 1,1 Prozent nach unten korrigiert. Kalenderbereinigt liegt der Ausstoß im Produzierenden Gewerbe im Oktober 2025 um 0,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor.
Die Industrieproduktion verzeichnete gegenüber dem Vormonat einen Anstieg um 1,5 Prozent. Diese Ausweitung war erneut insbesondere auf spürbare Zuwächse in der Investitionsgüterproduktion (+2,1 Prozent) zurückzuführen. Nach vorherigen Rückgängen konnte die Bauproduktion mit einem Plus von 3,3 Prozent kräftig erhöht werden. Erstmals in der zweiten Jahreshälfte expandierte dabei auch der Hochbau wieder leicht um +0,9 Prozent. Gleichzeitig setzte die Energieproduktion ihren Aufwärtstrend mit +1,4 Prozent weiter fort.
Innerhalb der Industrie entwickelten sich die einzelnen Wirtschaftszweige überwiegend positiv. Besonders deutlich wurde die Produktion von Datenverarbeitungsgeräten und optischen Erzeugnissen (+3,9 Prozent), von pharmazeutischen Produkten (+3,3 Prozent) sowie im Maschinenbau (+2,8 Prozent) ausgeweitet. Die Ausbringung von Kfz- und Kfz-Teilen (-1,3 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (-0,3 Prozent) ging nach vorherigen Zuwächsen hingegen zurück.
Im Dreimonatsvergleich war der Ausstoß im Produzierenden Gewerbe mit -1,5 Prozent weiterhin rückläufig. Auch die Industrieproduktion fiel von August bis Oktober um 1,9 Prozent geringer aus als im Zeitraum Mai bis Juli. Lediglich die Bau- sowie die Energieproduktion verzeichneten im Dreimonatsvergleich leichte Zuwächse von jeweils +0,2 Prozent.
Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Oktober erneut spürbar gestiegen. So legte das Ordervolumen gegenüber September preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,5 Prozent zu. Im Vormonat war es schon zu einem aufwärtsrevidierten Plus von 2,0 Prozent gekommen (zuvor: +1,1 Prozent). Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich liegen die Auftragseingänge dagegen um 0,5 Prozent unterhalb des Niveaus des Vergleichszeitraums. Auch gegenüber dem Oktober 2024 ergibt sich ein Minus von 0,7 Prozent.
Für das Plus im Vormonatsvergleich war eine gesteigerte Inlandsnachfrage ausschlaggebend, die um 9,9 Prozent anzog. Demgegenüber gingen die Bestellungen aus dem Ausland, vornehmlich aus dem Nicht-Euroraum, um 4,0 Prozent zurück. In der Gliederung nach Gütergruppen wird der Anstieg von Investitionsgütern getragen, die vor allem infolge eines Großauftrages aus dem Inland eine Steigerung um 4,9 Prozent verbuchen konnten. Dagegen wurden Konsum- und Vorleistungsgüter mit -2,2 Prozent bzw. -3,4 Prozent weniger stark nachgefragt.
Bei Betrachtung der einzelnen Wirtschaftszweige zeigt sich insbesondere eine deutliche Zunahme im Sonstigen Fahrzeugbau, der auch militärische Güter beinhaltet, um 87,1 Prozent. Auch die Metallerzeugung und -bearbeitung nahm mit +11,9 Prozent deutlich mehr Bestellungen entgegen. Daneben war der Orderverlauf in den übrigen Branchen teils deutlich abwärtsgerichtet, etwa bei elektrischen Ausrüstungen (-16,2 Prozent), EDV und Optik (-3,3 Prozent) oder dem Maschinenbau (-2,2 Prozent). Die Nachfrage nach Chemischen Erzeugnissen blieb stabil (+0,0 Prozent).
Trotz wiederholt anziehender Produktions- und steigender Auftragszahlen bleibt der Ausblick für die Industriekonjunktur verhalten. Die Entwicklung der Auftragseingänge ist erneut von Großaufträgen vor dem Hintergrund verteidigungswirtschaftlicher Beschaffungen geprägt. Bereinigt um deren Einfluss ergibt sich für den Berichtsmonat Oktober eine moderate Zunahme von 0,5 Prozent. Zudem zeichnet sich zwar bei den Auftragseingängen aus dem Inland mittlerweile eine Aufwärtstendenz ab. Die Order aus dem Ausland – insbesondere von Drittländern – fallen jedoch angesichts der handels- und geopolitischen Unwägbarkeiten schwach aus. Diese verhaltene Nachfrageentwicklung insbesondere aus dem Ausland dürfte die Industrieproduktion auch weiterhin dämpfen.
ERLÖSE IM EINZELHANDEL IM MINUS; STIMMUNGSINDIKATOREN UNEINHEITLICH
Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Oktober um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Während der Handel mit Lebensmitteln mit 1,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat zulegte, gab der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln zum dritten Mal in Folge nach (-0,7 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Oktober ein Plus von 0,8 Prozent, wobei der Handel mit Lebensmitteln um 1,7 Prozent zulegte und der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 1,0 Prozent anstieg. Im Dreimonatsvergleich zeigte sich der Gesamtumsatz im Einzelhandel mit -0,3 Prozent rückläufig, wobei die Entwicklung der Umsätze mit Nicht-Lebensmitteln schwächer ausfiel als bei Lebensmitteln.
Der Umsatz im Gastgewerbe sank im September ggü. dem Vormonat nominal um 0,4 Prozent und preisbereinigt um 1,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete das Gastgewerbe einen nominalen Umsatzrückgang von 1,4 Prozent, in realer Rechnung von
-4,9 Prozent. Die rückläufigen Ausgaben der privaten Haushalte für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen im dritten Quartal 2025 bremsten nach Angaben des Statistischen Bundesamts zudem die Entwicklung des privaten Konsums insgesamt.
Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im November im Vormonatsvergleich um 2,2 Prozent gesunken; in der Dreimonatsbetrachtung legten sie jedoch um 6,9 Prozent zu. Gegenüber November 2024 ergab sich ein Plus von 2,5 Prozent. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Vormonatsvergleich ein Plus von 4,8 Prozent und in der Dreimonatsbetrachtung eine Zunahme um 9,3 Prozent. Im Vergleich zum November 2024 lagen die Neuzulassungen durch Privatpersonen um deutliche 10,3 Prozent höher. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen reduzierten sich im November um 5,8 Prozent gegenüber dem Vormonat und stiegen in der Dreimonatsbetrachtung. Nachdem der private Konsum im dritten Quartal 2025 das erste Mal seit knapp zwei Jahren um 0,3 Prozent Vorquartalsvergleich zurückgegangen ist, zeigen die Frühindikatoren für die Entwicklung am aktuellen Rand ein eher gemischtes Bild. Laut Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im Dezember mit einer Zunahme von 0,9 Zählern auf -23,2 Pt. leicht aufhellen, während es im November um 1,6 Pt. auf ‑24,1 Pt. sank. Dämpfende Effekte gingen von einem erneuten Rückgang bei den Einkommenserwartungen aus, auch die Konjunkturerwartungen sanken. Dagegen legte die Anschaffungsneigung zum zweiten Mal in Folge zu und die Sparneigung verringerte sich. Das HDE-Konsumbarometer trübte sich im Dezember allerdings ein und fiel auf den niedrigsten Wert seit Beginn des Jahres. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) sank im November deutlich um 4,1 Zähler auf -27,4 Pt. und damit auf den niedrigsten Wert seit Februar 2024. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen nahmen signifikant ab, obwohl die Indikatoren sich bereits zuvor spürbar im negativen Bereich bewegten.
Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine eher verhaltene Konsumentwicklung im letzten Quartal 2025 und im wichtigen Weihnachtsgeschäft hin. Teuerungen bei Lebensmitteln und Dienstleistungen in den zurückliegenden Monaten sowie grundlegende Sorgen um die zukünftige Preisentwicklung und Jobsicherheit schmälern die Konsumlaune der Verbraucherinnen und Verbraucher. Laut GfK ist jedoch angesichts der Konsolidierung des Konsumklimas auf dem Vorjahresniveau ein stabiles Weihnachtsgeschäft zu erwarten.
STABILE PREISENTWICKUNG IM NOVEMBER
Die Inflationsrate – der Verbraucherpreisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat – lag im November bei 2,3 Prozent. Sie blieb damit unverändert ggü. Oktober, verlangsamte sich aber ggü. dem Sommer. Der Preisauftrieb verlagert sich weiter von Gütern zu Dienstleistungen. Während die Kernrate minimal sank, blieb das Wachstum der Dienstleistungspreise mit 3,5 Prozent der stärkste Preistreiber. Waren verteuerten sich um 1,1 Prozent, die Nahrungsmittelpreisinflation reduzierte sich auf 1,2 Prozent. Energiepreise bleiben zwar rückläufig, allerdings deutlich weniger deutlich als im Sommer.
Dienstleistungen erklären den größten Teil des Preisanstiegs und kompensieren den weiterhin negativen Beitrag der Energie. Der Beitrag des Preisauftriebs von Waren zur Gesamtinflation schwächte sich weiter ab, da die Preissteigerungen zwar niedrig blieben, aber nicht mehr so deutlich nachließen wie zuvor. Lebensmittel lieferten nur noch einen marginalen Beitrag zur Gesamtinflation. Die Verbraucherpreisentwicklung wird damit zunehmend von Dienstleistungspreisen (z.B. bei Pflege oder sozialen Diensten) und weniger von Import- und Energiepreisen bestimmt.
Die Verbraucherpreise dürften auch in den kommenden Monaten knapp oberhalb von zwei Prozent verbleiben, wobei die Dienstleistungspreise weiter überproportional steigen dürften, unter anderem wegen höherer Tarifabschlüsse vor allem in der Pflege. Die Preise auf den vorgelagerten Stufen (Erzeugerpreise) sind binnen Jahresfrist dagegen im Trend rückläufig, am deutlichsten bei den Agrarprodukten, aber auch in der Industrie.
STAGNATION AM ARBEITSMARKT SETZT SICH IM SCHLUSSQUARTAL FORT
Der Arbeitsmarkt zeigt zum Jahresende eine saisonübliche Entwicklung. So blieb die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit im November mit einem Plus von ein Tausend Personen nahezu unverändert. Die Unterbeschäftigung nahm um acht Tausend Personen abermals leicht ab. Auch die Zahl der Erwerbstätigen stagnierte im Oktober gegenüber dem Vormonat mit einem Rückgang um zwei Tausend Personen in etwa. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte im September mit +12 Tausend Personen leicht zu und liegt damit in etwa auf Vorjahresniveau. Die Inanspruchnahme konjunktureller Kurzarbeit stieg im September mit einem Plus von 37 Tausend Personen erstmals seit Jahresbeginn. Dies entspricht jedoch dem üblichen Anstieg nach Ende der Sommerferien. Gleichzeitig bewegt sich die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit weiterhin in etwa auf dem Niveau der Vormonate.
Die Frühindikatoren lassen bisher keine Belebung der Arbeitsnachfrage erkennen. Die Zahl der bei der Bundesagentur gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich im November zwar spürbar, dies ist jedoch auf eine gesammelte Erfassung der Meldung eines einzelnen Unternehmens zurückzuführen und deutet nicht auf eine Trendwende beim Arbeitskräftebedarf hin. Der anhaltende Stellenabbau zeigt sich auch am deutlichen Rückgang des ifo Beschäftigungsbarometers. So verschlechterten sich die Beschäftigungsperspektiven im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor abermals spürbar. Während der Stellenabbau auch im Handel anhält, zeichnet sich lediglich im Bauhauptgewerbe ein leicht steigender Arbeitskräftebedarf ab. Angesichts der anhaltend schwachen konjunkturellen Entwicklung ist eine Belebung der Arbeitsnachfrage daher bisher nicht absehbar
Politik
Kommentare zur Berliner Sudan-Konferenz
Berlin 16.04.2026
Immer wenn ich den sudanesischen Armeechef Abdel Fattah al-Burhan oder den Anführer der sogenannten Rapid Support Forces-Miliz sah, wurde mir übel. Ihre Gesichter strahlen keinerlei Trost oder Zuversicht aus; Kriminalität ist ihr prägendes Merkmal.
Die Berliner Sudan-Konferenz, an der europäische und afrikanische Regierungen teilnahmen, die aber von Menschenrechts- und zivilgesellschaftlichen Organisationen boykottiert wurde, endete ohne Resolutionen, die das Vertrauen der sudanesischen Bevölkerung in die internationale Gemeinschaft wiederherstellen könnten. Zwar sagte die Konferenz humanitäre Hilfe in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro für eine Bevölkerung zu, von der 65 % unter extremer Armut und einer akuten Hungersnot leiden, doch die Frage der Eindämmung der Arroganz der Armee und der Rapid Support Forces-Miliz wurde nicht thematisiert.
Seit über drei Jahren kämpft die sudanesische Armee gegen die Rapid Support Forces, um ihre Macht zu festigen. Obwohl der Putsch gegen Omar Hassan al-Baschir von den meisten Teilen der sudanesischen Bevölkerung begrüßt wurde, ist es der Armee nicht gelungen, Sicherheit herzustellen und Sudan wiederaufzubauen. Staaten wie die Regierung von Abu Dhabi waren unzufrieden über die Erleichterung der sudanesischen Bevölkerung nach dem Ende der über zwanzigjährigen Herrschaft von Omar Hassan al-Baschir und unterstützten daher die Miliz der Schnellen Unterstützungskräfte (RSF), um die Etablierung von Sicherheit in dem Land, das als Kornkammer Afrikas gilt, zu verhindern.
Der Sudan benötigt die Unterstützung der Vereinten Nationen, um Militärteams zu entsenden, die die Anführer der Armee und der RSF-Miliz festnehmen und die zivile Herrschaft im Land wiederherstellen.
Das Militär sollte in keinem Land der Welt herrschen.
Die BERLINER MORGENPOST stellt fest: „Seit drei Jahren kämpfen im Sudan Armee und Paramilitärs gegeneinander. Inzwischen hungert die Hälfte der Bevölkerung, mehr als 30 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen, Millionen sind vertrieben. Gewalt gehört vor allem für Frauen und Mädchen zum Alltag. Und doch sieht kaum jemand hin. Die Aufmerksamkeit der Menschen folgt simplen Kriterien, etwa der Gefahr, selbst hineingezogen zu werden. So fühlt sich Europa von Russland bedroht. Und den Iran-Krieg spüren Autofahrer an den Tankstellen. Was im Sudan passiert, hat keine Auswirkungen auf unseren Alltag. Die Sudan-Konferenz in Berlin soll den Konflikt ins Bewusstsein rücken. Aber sie kann nicht ersetzen, was so fehlt: politischer Druck auf die Kriegsparteien“, vermerkt die BERLINER MORGENPOST.
Die TAGESZEITUNG – TAZ – vertritt folgende Ansicht: „Dass Sudans Kriegsparteien und die international anerkannte Regierung des Landes nicht eingeladen waren, war kein Fehler. Dies war keine Friedenskonferenz der Kriegsbeteiligten, die einen Friedensprozess voranbringen soll. Es war eine Konferenz der Nichtbeteiligten, um gemeinsame Positionen im Hinblick auf einen möglichen zukünftigen Friedensprozess auszuloten. Gemessen am desaströsen Zustand der internationalen Diplomatie bei sonstigen Kriegen auf der Welt, wo meistens nicht einmal Einigkeit über das Gesprächsthema besteht, kann sich das sehen lassen“, lautet das Fazit der TAZ.
„Unter den mehr oder weniger vergessenen Kriegen auf der Welt nimmt der Sudan einen traurigen Spitzenrang ein“, betont die VOLKSSTIMME aus Magdeburg: „Es ist daher neben der Sammlung von Millionen-Geldern für humanitäre Hilfe globale Aufmerksamkeit, auf die das geschundene Land dringend angewiesen ist. Dabei könnte der Sudan – gemessen an seinem Rohstoffreichtum – ein blühendes Staatswesen sein. Es gibt Gold, Erdöl, Erdgas, Seltene Erden. Die Kriegsherren beider Seiten lassen ihre Truppen um den maximalen Zugriff auf diese Schätze kämpfen. Die Zukunft ist düster: Ein militärisches Engagement erscheint hier nicht mal Trumps US-Truppen lohnenswert. Es wird beim Appellieren und Geldsammeln bleiben“, vermutet die VOLKSSTIMME.
Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN findet: „Was den Konflikt besonders grausam macht, sind die Kriegswaffen, die eingesetzt werden, um Menschen einzuschüchtern. Das klappt zwar auch mit Gewehren und Drohnen, doch es gibt noch eine perfidere Waffe, die sogar ganze Bevölkerungsgruppen zersetzen kann: Sexualisierte Gewalt – vor allem gegen Frauen. Die Überlebendenberichte sind unvorstellbar in ihrer Grausamkeit. Sexuelle Versklavung, Übergriffe mit vorgehaltener Waffe und Gruppenvergewaltigungen gehören vor allem für nicht-arabische Frauen zum täglichen Horror. Paramilitärische Gruppen setzen diese Form der Gewalt gezielt gegen sie ein. Die Männer bleiben ungestraft. Das Stigma, das den betroffenen Frauen anhaftet, macht sie zu Ausgestoßenen. Das belastet Familien – und schwächt die Gesellschaft von innen. Darum geht es den Angreifern“, analysiert die MEDIENGRUPPE BAYERN.
Berlin
Deutsch-ukrainische Militärgespräche in Berlin
Berlin 15.04.2026
– Die Teilnehmer des heutigen NATO-Ukraine-Militärgesprächs in Berlin, das von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, seinem ukrainischen Amtskollegen Mychajlo Fjodorov, dem britischen Verteidigungsminister John Healey und NATO-Generalsekretär Mark Rutte organisiert wurde, bekräftigten ihre uneingeschränkte Unterstützung für die Ukraine im Kampf gegen die russische Militärmaschinerie.
Der deutsche Verteidigungsminister gab eine Vereinbarung über eine Partnerschaft Kiews mit der NATO bekannt, die ohne NATO-Mitgliedschaft auskommt. Der ukrainische Verteidigungsminister betonte, sein Land verteidige nicht nur sich selbst, sondern auch Europa und wies auf den dringenden Waffenbedarf seines Landes hin.
Foto: © PWO Von links nach rechts: Marc Rutte, Boris Pistorius, Mykhailo Fesrov und John Hesley
Politik
Inlandsflüge mit klimafreundlichen Treibstoffen
Berlin 15.04.2026
– Der Petitionsausschuss spricht sich für eine Evaluierung aus, um Inlandsflüge künftig mit alternativen, klimafreundlichen Treibstoffen durchzuführen. Ein Verbot von Inlandsflügen, wie in einer öffentlichen Petition (ID 141557) gefordert, lehnt der Ausschuss mehrheitlich ab, wie bei der Sitzung am Mittwoch deutlich wurde.
Kurzstreckenflüge seien klimaschädlich, schreibt der Petent in seiner Eingabe. Sie hätten im Jahr 2018 zwei Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Es gebe bereits Forderungen von NGOs, Kurzstreckenflüge abzuschaffen, und eine Kampagne, die Züge als sinnvolle Alternative bewerbe, heißt es in der Vorlage. Eine Flugreise sei Studien zufolge angeblich mindestens 20-mal so klimaschädlich wie eine Bahnfahrt, betont der Petent.
Auch für den Petitionsausschuss und die Bundesregierung sei der Umweltschutz ein wichtiges Anliegen, heißt es in der Begründung zur Beschlussempfehlung des Ausschusses, der zufolge die Petition dem Bundesverkehrsministerium „als Material“ überwiesen werden soll, „soweit es um eine Evaluierung geht, Inlandsflüge künftig mit alternativen, klimafreundlichen Treibstoffen durchzuführen“. Im Übrigen sei das Petitionsverfahren abzuschließen, heißt es in der Beschlussvorlage an den Bundestag.
Darin macht der Ausschuss deutlich, dass insbesondere die Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Schiene aus seiner Sicht ein wesentliches Ziel ist. So werde die Schienenanbindung von Drehkreuzen gefördert, heißt es. Zudem solle durch weitere Bahnverbindungen die Anzahl von Kurzstrecken verringert werden. Auch würden Anreize zum freiwilligen Umstieg auf die Schiene gesetzt. Ferner werde die Verlagerung insbesondere durch ein erhöhtes Investitionsvolumen für den Ausbau und die Erneuerung des Schienennetzes, die Einführung eines deutschlandweit abgestimmten integralen Taktfahrplans (Deutschlandtakt) sowie mit Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung unterstützt, schreibt der Petitionsausschuss. Ein Verbot von Kurzstreckenflügen sei aktuell nicht geplant.
Politik
Warken erläutert Sparpaket im Gesundheitsausschuss
Berlin 15.4.2026
– Nach der öffentlichen Vorstellung der Reformpläne zur Entlastung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) am Dienstag hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) auch den Gesundheitsausschuss informiert. Sie erläuterte am Mittwoch das geplante Sparpaket und beantwortete Fragen der Abgeordneten dazu.
Das Reformpaket zur finanziellen Stabilisierung der Krankenkassen sieht zahlreiche Veränderungen auf der Basis von Vorschlägen vor, die von der Finanzkommission Gesundheit (FKG) vor zwei Wochen vorgelegt worden waren. Geplant sind konkret Sparbeiträge der Krankenhäuser, der Pharmaindustrie, der Apotheken, Ärzte, Versicherten, Arbeitgeber und Krankenkassen.
Die Finanzkommission war zu dem Schluss gekommen, dass die GKV schon 2027 eine Deckungslücke von rund 15 Milliarden Euro aufweisen wird. Ohne kostendämpfende Reformen könnte die Finanzlücke demnach auf rund 40 Milliarden Euro bis 2030 anwachsen.
Warken kündigte an, dass mehr als Dreiviertel der Vorschläge der Kommission umgesetzt werden sollen. Mit der geplanten Reform können nach ihrer Ansicht bereits 2027 knapp 20 Milliarden Euro eingespart werden, bis 2030 rund 40 Milliarden Euro.
In der Ausschusssitzung erläuterte Warken, dass künftig, wie von der Kommission vorgeschlagen, zu den Leitlinien die einnahmeorientierte Ausgabenpolitik zähle und Leistungen nur noch finanziert würden, wenn sie einen nachweisbaren Nutzen (Evidenz) für die Versicherten hätten.
In der Diskussion ging es unter anderem um die geplanten Änderungen bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern in der GKV, um das Krankengeld, die Kosten für Arzneimittel sowie Verwaltungs- und Bürokratiekosten im Gesundheitssystem.
Warken sprach von einer ausgewogenen Reform, die nun zügig umgesetzt werden solle. Schon am 29. April soll der Gesetzentwurf im Kabinett verabschiedet werden, möglichst bis zur Sommerpause soll die Reform abgeschlossen sein.
Die Ministerin ging im Ausschuss auf weitere Reformen ein, die sich bereits in der Planung befinden, darunter die Notfallreform, die Apothekenreform und die Primärversorgung. Auch die Prävention sei wichtig, sagte Warken und erwähnte die Themen Zucker, Alkohol und Tabak.
Warken ging auch auf die geplante Finanzreform in der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) ein. Der SPV fehlen laut Warken nächstes Jahr sechs Milliarden Euro und bis 2030 rund 20 Milliarden Euro. Anhand der bereits vorliegenden Vorschläge einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll auch hier zeitnah ein Gesetzentwurf vorgelegt werden.
Politik
Sudan-Konferenz in Berlin
Berlin 15.04.2026
– Deutschland erhöht Unterstützung für notleidende Bevölkerung Sudans um 20 Mio. Euro
Drei Jahre nach Beginn des Krieges im Sudan erleben die Menschen dort die größte humanitäre Katastrophe der Welt. Mehr als 12 Millionen Menschen wurden vertrieben, etwa 4,5 Millionen davon sind in die umliegenden Länder geflohen. Über zwei Drittel der Bevölkerung – 33 Millionen Menschen – sind auf Hilfe angewiesen. Besonders alarmierend ist die systematische sexuelle Gewalt: Laut Vereinte Nationen sind mehr als 12 Millionen Frauen und Mädchen davon bedroht.
Zum dritten Jahrestag des Kriegsausbruchs richtet die Bundesregierung gemeinsam mit der Europäischen Union, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den USA und der Afrikanischen Union in Berlin die Sudan-Konferenz aus. Ziel ist es, eine sofortige Waffenruhe voranzubringen und zusätzliche Unterstützung für die betroffenen Menschen im Sudan zu mobilisieren.
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Wir dürfen die Menschen im Sudan nicht vergessen. Drei Jahre Krieg haben unfassbares Leid über die Bevölkerung im Sudan gebracht. Das BMZ engagiert sich im Sudan insbesondere für Frauen und Kinder, die wie so oft vom Kriegsgeschehen am stärksten betroffen sind. Frauen zeigen aber auch große Stärke und Resilienz. Während viele Männer durch den Krieg abwesend sind, kümmern sie sich um die Familien und den Lebensunterhalt. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die sudanesische Bevölkerung, aber auch die Flüchtlinge in den aufnehmenden Gemeinden der Nachbarländer, und baut so Grundlagen für eine friedliche Zukunft im Sudan auf.”
Seit Ausbruch des Krieges unterstützt das BMZ die notleidenden Menschen im Sudan dabei, sich unter schwierigsten Umständen selbst zu helfen. Ende 2025 hat das BMZ 155,4 Mio. Euro für Projekte im Sudan sowie in von der Krise betroffenen Nachbarländern bereitgestellt. 2026 werden wir unsere Unterstützung ausbauen und stellen weitere 20 Mio. Euro bereit. Damit verbessern wir den Zugang zur Basisversorgung, vor allem Wasser, Gesundheit, Bildung und Ernährung, sowie den sozialen Zusammenhalt in der Bevölkerung. Weitere Mittelzusagen sind in Prüfung.
Mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützen wir die Menschen im Sudan und in den Nachbarländern dabei sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Sie verbessern dadurch ihre Ernährung, erhalten besseren Zugang zu Bildungs-, Gesundheits-, Kinder- und Frauenschutzangeboten sowie zu nachhaltiger Wasser- und Sanitärversorgung. Durch diese Hilfe kann die Bevölkerung auf ihre eigenen Stärken und Leistungen zurückgreifen. So legen wir gemeinsam bereits jetzt den Grundstein für und eine friedliche Zukunft im Sudan.
Foto: © PWO
Politik
Auswirkungen der Krise im Nahen Osten
Berlin 15.04.2026
– Kommission konsultiert Mitgliedstaaten zu befristetem Krisenrahmen für staatliche Beihilfen.
Die Europäische Kommission holt derzeit die Stellungnahmen der Mitgliedstaaten zu einem Entwurf eines vorübergehenden Krisenrahmens für staatliche Beihilfen ein. Ziel ist es, die EU-Wirtschaft im Hinblick auf die Krise im Nahen Osten zu stützen. Dies hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 13. April angekündigt.
Die Kommission befragt die Mitgliedstaaten zu einem gezielten und befristeten Rahmen für einige der am stärksten von der Krise betroffenen Wirtschaftssektoren, wie Landwirtschaft, Fischerei, Straßenverkehr und innergemeinschaftliche Kurzstreckenseeschifffahrt. Der Vorschlagsentwurf enthält zudem eine vorübergehende Anpassung des Beihilferahmens für den Clean Industrial Deal (CISAF), die höhere Beihilfeintensitäten zur Bewältigung von Strompreisspitzen ermöglicht.
Vorschläge zur maßgeschneiderten befristeten Unterstützung für die am stärksten betroffenen Sektoren
· Übernahme eines Teils der Preissteigerungen für Kraftstoff oder Düngemittel im Vergleich zum Stand vor dem 28. Februar 2026, basierend auf dem Verbrauch der Begünstigten, sowie eine vereinfachte Maßnahme, die einen begrenzten Beihilfebetrag pro Unternehmen zulässt (mit Ausnahme der EU-Nahseeschifffahrt). Auf dieser Grundlage können sich die Mitgliedstaaten auf einschlägige Statistiken stützen, um eine individuelle Nachverfolgung des tatsächlichen Verbrauchs zu vermeiden.
· Eine Anhebung der maximalen Beihilfeintensität für die Stromkosten energieintensiver Industrien gemäß Abschnitt 4.5 des CISAF über das bisherige Maximum von 50 Prozent hinaus.
Bis Ende April soll ein befristeter Rahmen verabschiedet werden
Darüber hinaus ist die Kommission bereit, auf Einzelfallbasis und unter bestimmten Voraussetzungen vorübergehende Maßnahmen zu prüfen, die die Subventionierung der Brennstoffkosten für die Stromerzeugung aus Erdgas umfassen können, um die Gesamtstromkosten zu senken.
Die Kommission stellt den Mitgliedstaaten zudem weitere Fragen zu den Maßnahmen im Rahmenentwurf und dazu, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind, um den Auswirkungen der Krise zu begegnen. Die Mitgliedstaaten haben nun die Möglichkeit, zum Entwurf der Kommission Stellung zu nehmen und diese Fragen zu beantworten. Die Kommission wird die Antworten zügig prüfen, mit dem Ziel, bis Ende April einen befristeten Rahmen zu verabschieden.
Politik
Wadephul eröffnete Sudan Konferenz
Berlin 15.04.2026
– Der deutsche Außenminister Johannes Wadephul eröffnete heute eine Konferenz zum Sudan. Teilnehmer sind Vertreter der Europäischen Union, der Afrikanischen Union, zivilgesellschaftlicher Organisationen, Menschenrechtsgruppen und weitere.
Die Konferenz, die bis morgen, Donnerstag, andauert, gilt als umstritten. Die sudanesische Regierung hat ihre Ablehnung der Konferenz angekündigt. Kritiker sehen darin eine Wiederholung der Konferenzen in London und Paris, die keine neuen Erkenntnisse bringe. Sie betrachten das Treffen der sudanesischen Fraktionen als Zeitverschwendung und betonen die dringende Notwendigkeit, den Sudan unter direkte UN-Aufsicht zu stellen und Druck auf die Regierungen der arabischen Länder auszuüben, die das Chaos im Sudan unterstützen.
Der Sudan, einst als Kornkammer Afrikas und der arabischen Welt bekannt, verfügt über mehr als eine Million Quadratkilometer Ackerland und einen riesigen Viehbestand von über einer Million Rindern, Schafen und Ziegen. Sudan besitzt ein immenses Exportpotenzial, doch anhaltende Konflikte haben seine Anbauflächen erheblich reduziert. Ackerland macht derzeit nur noch etwa 45 % der Gesamtfläche Sudans aus, und diese Konflikte verschärfen Hunger und Armut.
Wandel von der Kornkammer zur humanitären Krise.
Kriege und Konflikte: Der Krieg, der im April 2023 begann, hat die Produktion in wichtigen Regionen zum Erliegen gebracht.
Hungerkrise: Das Welternährungsprogramm warnt, dass sich Sudan von einer Kornkammer zur größten Hungerkrise der Welt entwickelt hat, in der Millionen Menschen unter akutem Hunger leiden.
Zerstörte Infrastruktur
Der Krieg hat zum Zusammenbruch der Infrastruktur und landwirtschaftlicher Anlagen geführt und Investitionen und Produktion behindert.
Trotz seiner reichen natürlichen Ressourcen kann Sudan sein Potenzial aufgrund anhaltender politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen und Konflikte nicht voll ausschöpfen.
Politik
Afrika Gespräch in Bundeskanzleramt
Berlin 15.04.2026
– Die Afrikanische Union ist für Deutschland ein zentraler strategischer Partner. Bundeskanzler Merz hat nun den Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Youssouf, getroffen.
Einige Themen: Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Afrika und der Krieg im Sudan. Die Afrikanische Union (AU) – als einzige kontinentale afrikanische Organisation – ist ein entscheidender Partner der Bundesregierung in Afrika. In vielen Bereichen wolle man die Zusammenarbeit verstärken, so Bundeskanzler Friedrich Merz vor seinem Gespräch mit Mahmoud Ali Youssouf. Der Präsident der Afrikanischen Union befindet sich anlässlich der Sudan-Konferenz am 15. April in Berlin, bei der er Co-Gastgeber ist. Deutschland unterstützt die Bemühungen einer Konfliktlösung. Denn, so betont der Kanzler: „Frieden und Sicherheit sind in Europa und Afrika eng miteinander verbunden.
Auswirkungen des Irankriegs: Die Folgen des Irankriegs – insbesondere die Blockade der Straße von Hormus und die Zerstörung von Infrastruktur in den Golfstaaten – träfen Afrika stark, so der Bundeskanzler. Es würden Inflation, Ernteausfälle, Nahrungsmittelengpässe drohen. Wichtig seien Gespräche darüber, wie Deutschland, Europa, die AU und ihre Mitgliedsstaaten politisch, wirtschaftlich und humanitär gemeinsam auf die Auswirkungen des Kriegs reagieren.
Sudan: Im Sudan herrscht die größte humanitäre Krise der Gegenwart. Deutschland richtet gemeinsam mit der AU und weiteren Staaten die Sudan-Konferenz in Berlin aus. Deutschland zählt zu den größten Gebern humanitärer Hilfe und unterstützt die Bemühungen der USA, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Ägyptens um einen Waffenstillstand.
Zusammenarbeit mit Afrika: Deutschland strebt noch engere Wirtschaftspartnerschaften mit Afrika an, so der Kanzler. Zudem unterstütze die Bundesregierung die Bemühungen um eine afrikanische Freihandelszone. Gleichzeitig unterstützt sie das Friedensengagement der AU auf dem Kontinent. Für die künftige Ausrichtung der deutschen Afrikapolitik gelte dem Kanzler zufolge: „Engere Kooperation, engerer Dialog – und das partnerschaftlich“
Politik
Alles steht und fällt mit der Eingliederungshilfe
Berlin 15.04.2026
– Beim Parlamentarischen Abend der Lebenshilfe appellierte gestern die Bundesvorsitzende Ulla Schmidt an die Abgeordneten des Bundestages, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung nicht zu gefährden und keine Leistungskürzungen zuzulassen.
Aufgrund des großen Kostendrucks in Deutschland befürchtet die Bundesvereinigung Lebenshilfe harte Einschnitte für Menschen mit Behinderung und ihre Familien. Um Kürzungen bei der Eingliederungshilfe zu verhindern, hat der Verband die bundesweite Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“ gestartet und richtet sich mit einer Petition direkt an den Deutschen Bundestag.
Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und frühere Bundesgesundheitsministerin, machte jetzt beim Parlamentarischen Abend in Berlin deutlich, wie unverzichtbar die Eingliederungshilfe für Menschen mit Unterstützungsbedarf ist: „Ohne diese Leistung können Menschen mit Behinderung nicht teilhaben. Die Eingliederungshilfe ist für sie die Tür, durch die sie in die Gesellschaft kommen und die Hilfe, mit der sie ihr Leben führen. Alles steht und fällt mit der Eingliederungshilfe!“
Rund 150 Gäste waren der Einladung der Lebenshilfe in die Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund gefolgt – darunter: der Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit beim Bundeskanzler, Dr. Michael Meister, die Parlamentarischen Staatsekretär*innen Michael Brand (Familie), Kerstin Griese und Katja Mast (beide Arbeit und Soziales), Johann Saathoff (wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), Anette Kramme (Justiz und Verbraucherschutz), der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, die teilhabepolitischen Fraktionssprecher*innen Heike Heubach (SPD), Wilfried Oellers (CDU/CSU), Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen), die Ausschussvorsitzenden Saskia Esken (Familie) und Bernd Rützel (Arbeit und Soziales) sowie weitere Abgeordnete des Bundestages.
Politik
Die internationale Gemeinschaft muss handeln
Berlin 15.04.2026
– Im Sudan wütet die schlimmste humanitäre Krise der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung – 33,7 Millionen Menschen – benötigt humanitäre Hilfe. Seit Beginn des Krieges vor drei Jahren hat Aktion gegen den Hunger rund zwei Millionen Menschen unterstützt. Die Organisation fordert verbindliche finanzielle und politische Zusagen der internationalen Gemeinschaft.
„Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung die Sudan-Konferenz ausrichtet. Das allein aber reicht nicht. Die Konferenz muss konkrete Ergebnisse liefern, um das Leid der Menschen zu beenden. Eine Abschlusserklärung mit messbaren Zusagen zum Schutz der Zivilbevölkerung, einem sicheren humanitären Zugang und einer ausreichenden Finanzierung muss im Rahmen der Konferenz vereinbart werden“, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger.
„Mehr als 21 Millionen Menschen leiden im Land unter akutem Hunger. Das ist eine direkte Folge des Konflikts, der Märkte zerstört, Ernten beeinträchtigt sowie Handelswege und die humanitäre Hilfe blockiert“, sagt Samy Guessabi, Landesdirektor von Aktion gegen den Hunger, der für die Sudan-Konferenz in Berlin ist.
Politik
Ausschuss lehnt Linken-Antrag zu Rassismusbekämpfung ab
Berlin 15.04.2026
– Die Fraktion Die Linke ist im Innenausschuss mit einem Antrag zur Bekämpfung von institutionellem Rassismus (21/4751) gescheitert. Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD sowie der AfD-Fraktion lehnte das Gremium die Vorlage am Mittwochvormittag ab. Für den Antrag votierte neben der Linken auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.
Der Vorlage zufolge untersuchte das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) für eine 2020 vom damaligen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in Auftrag gegebene Studie „erstmals umfassend und empirisch, wie sich Rassismus in staatlichen Institutionen in Deutschland manifestiert“. Zu den Erkenntnissen der Untersuchung gehöre der Befund, „dass rassistische Diskriminierung in allen untersuchten Institutionentypen nachweisbar ist und kein Phänomen bloßer Einzelfälle darstellt, sondern vielmehr ein strukturelles Risiko ist, das tief in behördlichen Praktiken, Ermessensspielräumen und der Organisationskultur verankert ist“.
Die Bundesregierung wird in dem Antrag aufgefordert, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den Anwendungsbereich des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes auf das staatliche Handeln ausweitet und der ein Verbandsklagerecht für Antidiskriminierungsverbände einführt. Auch soll die Bundesregierung nach dem Willen der Fraktion flächendeckend niedrigschwellige und unabhängige externe sowie weisungsunabhängige behördeninterne Beschwerde- und Monitoringstellen aufbauen und eine einheitliche, wissenschaftlich fundierte Rassismusdefinition für die Bundesverwaltung bindend als Verwaltungsvorschrift erlassen.
Zugleich will die Fraktion sichergestellt haben, dass in Bundesbehörden bei gravierenden Entscheidungen wie etwa Leistungssanktionen oder Asylentscheidungen „konsequent das Vier-Augen-Prinzip angewendet wird“. Daneben plädiert sie dafür, Bewerbungs- und Einstellungsverfahren in Bundesbehörden „diskriminierungskritisch zu überarbeiten“. Des Weiteren spricht sie sich dafür aus, Sprachbarrieren in der Bundesverwaltung abzubauen, indem ein Rechtsanspruch auf Sprachmittlung geschaffen wird und Dolmetscherdienste sowie Formulare in verschiedenen Herkunftssprachen flächendeckend auf Kosten der Behörden bereitgestellt werden.
Ferner fordert die Fraktion die Bundesregierung auf, „strukturelle Maßnahmen gegen rassistische polizeiliche Kontrollpraktiken (Racial Profiling) zu ergreifen“. Dazu gehören dem Antrag zufolge die Ausgabe von Kontrollquittungen und der verpflichtende Einsatz von Bodycams auf Verlangen der Betroffenen einer polizeilichen Maßnahme. Darüber hinaus machen sich die Abgeordneten in der Vorlage unter anderem dafür stark, die Befugnisse der Bundespolizei zu „anlass- und verdachtsunabhängigen Personenkontrollen, insbesondere im Kontext der Feststellung unerlaubter Einreisen an Grenzen und in Zügen sowie bei Kontrollen wegen Waffenbesitzes“, ersatzlos zu streichen.
Politik
Reform des Vereinsgesetz: Weniger Einfluss aus dem Ausland
Berlin 15.04.2026
– Die Bundesregierung geht gegen die Einflussnahme ausländischer Regierungen in Deutschland vor: Künftig sollen Vereine offenlegen, wenn sie mehr als 10.000 Euro aus dem Ausland oder von damit verbundenen Organisationen erhalten. Das Bundeskabinett hat heute eine entsprechende Reform des Vereinsgesetzes auf den Weg gebracht. Damit setzt die Bundesregierung eine wichtige Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um: Vereine, die in Deutschland tätig sind, müssen offenlegen, woher finanzielle Mittel stammen. So sollen Sicherheitsbehörden Finanzströme deutlich besser nachvollziehen können, verdeckte Methoden wie das sogenannte „Hawala Banking“ oder nicht registrierte Barspenden gezielter bekämpft – und damit extremistischen und terroristischen Bestrebungen die finanzielle Grundlage entzogen werden.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Bei auslandsbezogenem Extremismus und Spionage spielt die Finanzierung aus dem Ausland eine zentrale Rolle: Uns geht es um Aufdecken, Aufklären, Abstellen. Einflussnahme ausländischer Regierungen über hier gemeldete Vereine nehmen wir dabei stärker in den Blick.“
Politik
Regierungskooperation zwischen Berlin und Kiew
Berlin 14.04.2026
Heute wurden im Bundeskanzleramt unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Kooperationsabkommen zwischen Berlin und Kiew unterzeichnet. Die Zusammenarbeit umfasste auch die Militärpolitik. Hierzu wurden Absichtserklärungen zwischen den deutschen und ukrainischen Verteidigungsministern Boris Pistorius bzw. Mychajlo Fjodorow unterzeichnet. Fjodorow wird am Mittwoch, dem 15. April, an den Gesprächen zwischen NATO-Generalsekretär Mark Röttge und Verteidigungsminister Pistorius teilnehmen. Zwei weitere Absichtserklärungen wurden zum Wiederaufbau der Ukraine und zum Ausbau der Infrastruktur für Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion unterzeichnet.
Bundeskanzler Merz und der ukrainische Präsident bezeichneten die Unterzeichnung der Kooperations- und strategischen Partnerschaftsabkommen zwischen ihren beiden Ländern als klares Signal an Russland, dass die Ukraine nicht allein ist und uneingeschränkte europäische Unterstützung genießt. Mertz erklärte, die Ukraine sei zwar kein NATO-Mitglied, eine enge Zusammenarbeit zwischen Kiew und der NATO sei aber unausweichlich. Kiews Bemühungen um die Integration in die EU-Politik seien bereits weit fortgeschritten, bräuchten aber Zeit.
Bezüglich der ungarischen Wahlen äußerte der ukrainische Präsident die Hoffnung, dass die Missverständnisse mit Ungarn mit einem Machtwechsel der Opposition zur Regierung von Viktor Orbán beigelegt würden. Bundeskanzler Mertz bezeichnete die Wahlergebnisse als positiv für die Europäer und kündigte ein Treffen mit der neuen ungarischen Führung in zwei Wochen an.
Foto: © PWO
Politik
Wiederaufbau der ukrainischen Industrie
Berlin 14.04.2026
Bei den hochrangig besetzten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen heute in Berlin vereinbarten Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und der ukrainische Wirtschaftsminister Oleksii Sobolew eine neue Initiative zum Wiederaufbau der ukrainischen Industrie.
Entwicklungsministerin Alabali Radovan betonte die Chancen für die deutsche Wirtschaft: „Russland greift seit Jahren gezielt auch die industrielle Infrastruktur der Ukraine an. Die wirtschaftlichen Folgen sind massiv. Nur wenn die Wirtschaft in der Ukraine weiterläuft, können die Ukrainerinnen und Ukrainer im Land ihr Land verteidigen. Mit unserer neuen Initiative unterstützen wir den Wiederaufbau der Industrie – und schaffen zugleich Perspektiven für eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit. Davon profitieren ukrainische wie deutsche Unternehmen.“
Die ukrainische Industrie und die kritische Infrastruktur gehören zu den Hauptzielen russischer Angriffe. Die Ukraine hat bereits einen erheblichen Teil ihrer technologischen und industriellen Kapazitäten verloren, insbesondere in Branchen mit hoher Wertschöpfung.
Zum industriellen Wiederaufbau der Ukraine haben heute Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und der ukrainische Wirtschaftsminister Oleksii Sobolew eine Absichtserklärung („Joint Declaration of Intent on the Support of Industrial Recovery and Resilience in Ukraine“) unterzeichnet. Die Initiative soll es ukrainischen Unternehmen erleichtern, Maschinen und Ersatzteile zu günstigeren Konditionen aus Deutschland sowie aus der EU zu erwerben. Unterstützt werden insbesondere Betriebe, deren Produktionsanlagen durch den Krieg beschädigt oder zerstört wurden.
Oleksii Sobolew, ukrainischer Minister für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft: „Das ‚Industrial Ramstein‘ bildet einen systemischen Rahmen für die Unterstützung der ukrainischen Industrie. Und wir sind unseren deutschen Partnern dankbar für die Bereitschaft, diese Initiative gemeinsam umzusetzen. Dabei geht es nicht nur um die Wiederherstellung zerstörter Kapazitäten, sondern auch um Modernisierung, den Aufbau neuer Produktionsstätten und die Integration in die europäischen Märkte. Es geht um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der ukrainischen Industrie, die wir gemeinsam mit unseren Partnern aufbauen.“
Die Umsetzung soll über die ukrainische „National Development Institution“ (NDI, ehemals Business Development Fund) erfolgen, einem langjährigen und zentralen Partner des Entwicklungsministerium in der Ukraine zur Förderung des ukrainischen Privatsektors. Das BMZ hat die Weiterentwicklung der Institution in den vergangenen Jahren begleitet – mit dem Ziel, sie zu einer leistungsfähigen Förderbank nach dem Vorbild der KfW auszubauen.
Das BMZ stellt für die Initiative insgesamt zunächst 30 Millionen Euro bereit.
Darüber hinaus wurden bei den Regierungskonsultationen Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine vereinbart. Insgesamt stellt das BMZ 233 Millionen Euro an neuen Mitteln für die Unterstützung der Ukraine bereit. Diese Mittel fließen in die Stärkung der Energieinfrastruktur, den Katastrophenschutz, die Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte sowie den sozialen Wohnungsbau für Menschen, deren Häuser zerstört oder die vertrieben wurden. Auch unterstützt das BMZ die Ukraine dabei, fit für den EU-Beitritt zu sein und den Kampf gegen Korruption voranzutreiben.
Politik
Deutsch-Südafrikanische Partnerschaft
Berlin 13.04.2026
– Der deutsche Außenminister Bohan Vadephul und sein südafrikanischer Amtskollege Ronald Ozzy Lamola zeigten sich zufrieden mit den Beziehungen zwischen ihren beiden Ländern auf allen Ebenen. Der deutsche Außenminister bekräftigte zudem Berlins Unterstützung für die Kandidatur der Afrikanischen Union für einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat.
Bezüglich des Scheiterns der Verhandlungen in Islamabad zwischen den USA und dem Iran betonte Vadephul die dringende Notwendigkeit, das Waffenstillstandsabkommen einzuhalten, um die Verhandlungen wiederaufzunehmen. Der südafrikanische Minister hob hingegen hervor, wie wichtig es sei, die Drohgebärden zu mäßigen, und merkte an, dass Krieg allen schade.
Foto: © PWO
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