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Politik

Wirtschaftliche Stabilisierung zum Jahreswechsel

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Berlin 15.12.2025

– Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland zeigt sich auf Basis der aktuell vorliegenden Daten zum Jahresende 2025 insgesamt stabil. So legte die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Oktober preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,8 Prozent im Vormonatsvergleich zu. Dabei erholte sich nicht nur die Industrieproduktion den zweiten Monat in Folge, auch das Baugewerbe und die Energieerzeugung stiegen zuletzt spürbar an. Gleichzeitig zeigt die Produktion in den energieintensiven Industriezweigen mit einem Anstieg um 0,6 Prozent Stabilisierungstendenzen.

Auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe legten deutlich zu, wobei rückläufigen Auslandsbestellungen eine kräftige Steigerung der Inlandsaufträge um knapp 10 Prozent gegenüberstand. Hierbei hat vor allem ein Großauftrag im Verteidigungsbereich zu dem Plus beigetragen.              
Die jüngsten Stimmungs- und Frühindikatoren lassen für die verbleibenden Monate jedoch noch keine durchgreifende konjunkturelle Verbesserung erwarten: Laut ifo Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe waren die Unternehmen im November mit den laufenden Geschäften zwar etwas zufriedener, allerdings haben die Erwartungen einen Dämpfer erfahren, insbesondere in der bedeutsamen Automobilindustrie. Eine Ursache dafür sind sicherlich auch die erneut rückläufigen Ausfuhrerwartungen, die die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft belasten. Auch der S&P-Einkaufsmanagerindex schwächte sich im November ab, vor allem infolge einer ungünstigeren Auftragslage aus dem Ausland sowie einem Anstieg der Lieferzeiten, die sich den dritten Monat hintereinander verlängerten. Auch ifo-Umfragen zeigen zunehmende Schwierigkeiten der Unternehmen bei der Versorgung mit Vorprodukten. Für die Industrieproduktion im November deutet der jüngste LKW-Maut-Fahrleistungsindex nach dem kräftigen Anstieg im Oktober eine Abschwächung an.

Bei den binnenwirtschaftlich orientierten Dienstleistungen zeigt sich ebenfalls ein uneinheitliches Bild: Während die Einzelhandelsumsätze im Oktober, vor allem infolge eines schwächeren Handels bei Nicht-Lebensmitteln, leicht rückläufig waren, haben die Kfz-Zulassungen von Privatpersonen erneut spürbar zugelegt. Die Stimmung im Handel weist aktuell keine klare Tendenz auf. Einerseits führt laut GfK-Konsumklima ein Anstieg der Anschaffungsneigung und ein erneuter Rückgang der Sparneigung im November zu einer leichten Verbesserung des Konsumklimas zum Jahresende. Andererseits sank die Konsumstimmung laut HDE-Konsumbarometer im Dezember auf das niedrigste Niveau seit Jahresbeginn und das ifo Geschäftsklima im Handel trübte sich im November wieder ein. Einer Umfrage des HDE zufolge zeigt sich der Einzelhandel mit dem für die Branche bedeutsamen Weihnachtsgeschäft bis zuletzt unzufrieden, was neben einer generell verhaltenen Konsumstimmung auch auf zunehmende Käufe bei ausländischen Online-Handelsplattformen zurückzuführen sein dürfte.

Insgesamt befindet sich die deutsche Wirtschaft weiterhin in einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite dämpfen außenwirtschaftliche Belastungen in Form einer schwachen Auslandsnachfrage, nachlassender Wettbewerbsfähigkeit und vereinzelter Engpässe bei bestimmten Vorprodukten, auf der anderen Seite deutet sich eine schrittweise binnenwirtschaftliche Stabilisierung an, getragen auch von den zuletzt zunehmend spürbaren fiskalischen Impulsen.

ROBUSTER WELTHANDEL, ABER REGIONALE UNTERSCHIEDE

Die weltweite Industrieproduktion ist im September nach einem vorübergehenden leichten Rückgang wieder um 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat ausgeweitet worden. Dabei wurde die Ausbringungsmenge insbesondere in Japan, China sowie in anderen asiatischen Volkswirtschaften gesteigert, während sie in den USA und im Euroraum in etwa stagnierte. Gegenüber September 2024 lag die globale Produktion damit zum Ende des dritten Quartals um 3,5 Prozent im Plus. Auch für die folgenden Monate stellt sich die Indikatorenlage derzeit robust dar: Der PMI von S&P Global für die Weltwirtschaft deutet trotz des leichten Rückgangs um 0,3 Punkte auf 52,7 im November weiterhin auf ein solides Wachstum hin. Im Dienstleistungsbereich signalisiert der Indikator dabei mit 53,3 Punkten nach wie vor eine höhere Aktivität als in der Industrie mit 50,5 Punkten. Die Stimmung unter Finanzinvestoren hat sich im Dezember mit Blick auf die Weltkonjunktur weiter aufgehellt. Mit einem Anstieg von 8,1 auf 10,4 Punkte lag der Indikator zum Jahresende auf seinem höchsten Niveau seit Juni 2024. Dabei schätzen die Anlegerinnen und Anleger die Konjunkturaussichten vor allem in Osteuropa, Lateinamerika und Asien (ohne Japan) positiv ein.

Der Welthandel hat sich bis zuletzt als überraschend widerstandsfähig erwiesen. Nach einem leichten Rückgang um 0,4 Prozent im August hat er im September wieder um 1,1 Prozent zugelegt und lag damit um über 5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Allerdings verbergen sich hinter diesen Zahlen deutliche Disparitäten. Haupttreiber des weltweiten Güterhandels war die Dynamik in vielen asiatischen Schwellenländern. Dagegen stellte sich die Entwicklung in fortgeschrittenen Volkswirtschaften wie den USA, Europa und Japan schwächer dar. Ein ähnliches Bild zeichnen auch die Oktober-Daten des RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Zwar stieg der Gesamtindikator saisonbereinigt leicht von 136,8 auf 137,2 Punkte. Mit dem dritten Rückgang in Folge reduziert sich die Containerfracht in den deutschen und europäischen Häfen jedoch weiter deutlich. In den chinesischen Häfen ging der Umschlag dagegen nur leicht zurück. Da die höheren US-Zölle infolge von Lageraufbau, Umsetzungsverzögerungen oder auch Ausnahmen für schon auf See befindlicher Fracht noch nicht ihre volle Wirkung entfaltet haben dürften, rechnen Beobachter für die kommenden Monate mit einer Abschwächung der Welthandelsdynamik.

AUSFUHREN ZULETZT IM PLUS, ABSATZPERSPEKTIVEN ABER WEITERHIN HERAUSFORDERND

Zu Beginn des vierten Quartals waren die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen nach dem vorangegangenen Anstieg saison- und kalenderbereinigt mit +1,2 Prozent weiter aufwärtsgerichtet. Von Januar bis Oktober übertrafen sie das Vorjahresniveau damit um 1,1 Prozent, wobei vor allem nach China (-11,5 Prozent) und in die USA (-7,5 Prozent) deutlich weniger geliefert wurde, während das EU-Geschäft stützte (+3,8 Prozent). Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen im Oktober nach der vorangegangenen kräftigen Expansion um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Damit liegen sie vor allem infolge der allmählichen Erholung der inländischen Konsumgüternachfrage seit Jahresbeginn in Summe um 4,6 Prozent über dem Vergleichszeitraum 2024, wobei sowohl aus der EU (+3,2 Prozent) als auch aus Drittstaaten wie China (+8,3 Prozent) oder den USA (+2,6 Prozent) mehr Güter bezogen wurden. Der monatliche Außenhandelsüberschuss erhöhte sich infolge steigender Exporte und rückläufiger Importe im Oktober saisonbereinigt von 7,7 Milliarden Euro auf 10,1 Milliarden Euro. Von Januar bis Oktober fällt er aber im Vorjahresvergleich mit 100,4 Milliarden Euro nach wie vor deutlich um 48,2 Milliarden Euro geringer aus.

Die Einfuhrpreise sind im Oktober saisonbereinigt erneut um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Während sich Energieimporte vergünstigten, kam gewisser Preisdruck vor allem von Vorleistungsgütern. Da die Ausfuhrpreise mit +0,2 Prozent im Vormonatsvergleich etwas stärker zunahmen, verbesserten sich die Terms of Trade geringfügig um 0,1 Prozent. In realer Rechnung dürfte der Zuwachs bei den Ausfuhren entsprechend etwas geringer und der Rückgang der preisbereinigten Einfuhren geringfügig höher ausgefallen sein.

Trotz der nach wie vor recht resilienten Entwicklung der Weltwirtschaft senden die Frühindikatoren für den deutschen Außenhandel bislang kaum positive Signale. Die Auftragseingänge aus dem Ausland bleiben volatil. Nach dem vorangegangenen Anstieg sind sie im Oktober wieder um 4,0 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, wobei insbesondere die Nachfrage nach Investitions- und Vorleistungsgütern aus dem Nicht-Euroraum nachgab: Im Sonstigen Fahrzeugbau sowie bei den elektrischen Ausrüstungen kam es hier nach kräftigen Orderzugängen im September zuletzt zu einer Gegenbewegung. Ohne die stark schwankenden Großaufträge lagen die Bestellungen aus dem Ausland zuletzt insgesamt um 0,5 Prozent im Plus. Die ifo Exporterwartungen haben sich im November wieder deutlich eingetrübt, von +2,2 auf -3,4 Saldenpunkte. Nach zwei hoffnungsvollen Monaten rechnet die Automobilwirtschaft wieder mit rückläufigen Exporten. Auch im gewichtigen Maschinenbau wird lediglich eine Stagnation des Auslandsgeschäfts erwartet.

Die aktuelle Datenlage weist zu Beginn des Schlussquartals lediglich auf eine Stabilisierung, nicht aber auf eine durchgreifende Erholung der Exportwirtschaft hin. Basierend auf aktuellen Prognosen dürften die negativen Auswirkungen der Zollanhebungen auch um die Jahreswende 2025/26 noch deutlich spürbar sein. Damit bleiben die Absatzperspektiven für die deutschen Exporteure für die kommenden Monate herausfordernd.

INDUSTRIEKONJUNKTUR BLEIBT TROTZ POSITIVEM START INS SCHLUSSQUARTAL VERHALTEN

Im Oktober ist die Ausbringung im Produzierenden Gewerbe erneut gestiegen. Preis-, kalender- und saisonbereinigt lag das Produktionsvolumen 1,8 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Für September wurde der Anstieg leicht von +1,3 Prozent auf 1,1 Prozent nach unten korrigiert. Kalenderbereinigt liegt der Ausstoß im Produzierenden Gewerbe im Oktober 2025 um 0,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Die Industrieproduktion verzeichnete gegenüber dem Vormonat einen Anstieg um 1,5 Prozent. Diese Ausweitung war erneut insbesondere auf spürbare Zuwächse in der Investitionsgüterproduktion (+2,1 Prozent) zurückzuführen. Nach vorherigen Rückgängen konnte die Bauproduktion mit einem Plus von 3,3 Prozent kräftig erhöht werden. Erstmals in der zweiten Jahreshälfte expandierte dabei auch der Hochbau wieder leicht um +0,9 Prozent. Gleichzeitig setzte die Energieproduktion ihren Aufwärtstrend mit +1,4 Prozent weiter fort.

Innerhalb der Industrie entwickelten sich die einzelnen Wirtschaftszweige überwiegend positiv. Besonders deutlich wurde die Produktion von Datenverarbeitungsgeräten und optischen Erzeugnissen (+3,9 Prozent), von pharmazeutischen Produkten (+3,3 Prozent) sowie im Maschinenbau (+2,8 Prozent) ausgeweitet. Die Ausbringung von Kfz- und Kfz-Teilen (-1,3 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (-0,3 Prozent) ging nach vorherigen Zuwächsen hingegen zurück.

Im Dreimonatsvergleich war der Ausstoß im Produzierenden Gewerbe mit -1,5 Prozent weiterhin rückläufig. Auch die Industrieproduktion fiel von August bis Oktober um 1,9 Prozent geringer aus als im Zeitraum Mai bis Juli. Lediglich die Bau- sowie die Energieproduktion verzeichneten im Dreimonatsvergleich leichte Zuwächse von jeweils +0,2 Prozent.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Oktober erneut spürbar gestiegen. So legte das Ordervolumen gegenüber September preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,5 Prozent zu. Im Vormonat war es schon zu einem aufwärtsrevidierten Plus von 2,0 Prozent gekommen (zuvor: +1,1 Prozent). Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich liegen die Auftragseingänge dagegen um 0,5 Prozent unterhalb des Niveaus des Vergleichszeitraums. Auch gegenüber dem Oktober 2024 ergibt sich ein Minus von 0,7 Prozent.

Für das Plus im Vormonatsvergleich war eine gesteigerte Inlandsnachfrage ausschlaggebend, die um 9,9 Prozent anzog. Demgegenüber gingen die Bestellungen aus dem Ausland, vornehmlich aus dem Nicht-Euroraum, um 4,0 Prozent zurück. In der Gliederung nach Gütergruppen wird der Anstieg von Investitionsgütern getragen, die vor allem infolge eines Großauftrages aus dem Inland eine Steigerung um 4,9 Prozent verbuchen konnten. Dagegen wurden Konsum- und Vorleistungsgüter mit -2,2 Prozent bzw. -3,4 Prozent weniger stark nachgefragt.

Bei Betrachtung der einzelnen Wirtschaftszweige zeigt sich insbesondere eine deutliche Zunahme im Sonstigen Fahrzeugbau, der auch militärische Güter beinhaltet, um 87,1 Prozent. Auch die Metallerzeugung und -bearbeitung nahm mit +11,9 Prozent deutlich mehr Bestellungen entgegen. Daneben war der Orderverlauf in den übrigen Branchen teils deutlich abwärtsgerichtet, etwa bei elektrischen Ausrüstungen (-16,2 Prozent), EDV und Optik (-3,3 Prozent) oder dem Maschinenbau (-2,2 Prozent). Die Nachfrage nach Chemischen Erzeugnissen blieb stabil (+0,0 Prozent).

Trotz wiederholt anziehender Produktions- und steigender Auftragszahlen bleibt der Ausblick für die Industriekonjunktur verhalten. Die Entwicklung der Auftragseingänge ist erneut von Großaufträgen vor dem Hintergrund verteidigungswirtschaftlicher Beschaffungen geprägt. Bereinigt um deren Einfluss ergibt sich für den Berichtsmonat Oktober eine moderate Zunahme von 0,5 Prozent. Zudem zeichnet sich zwar bei den Auftragseingängen aus dem Inland mittlerweile eine Aufwärtstendenz ab. Die Order aus dem Ausland – insbesondere von Drittländern – fallen jedoch angesichts der handels- und geopolitischen Unwägbarkeiten schwach aus. Diese verhaltene Nachfrageentwicklung insbesondere aus dem Ausland dürfte die Industrieproduktion auch weiterhin dämpfen.

ERLÖSE IM EINZELHANDEL IM MINUS; STIMMUNGSINDIKATOREN UNEINHEITLICH

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Oktober um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Während der Handel mit Lebensmitteln mit 1,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat zulegte, gab der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln zum dritten Mal in Folge nach (-0,7 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Oktober ein Plus von 0,8 Prozent, wobei der Handel mit Lebensmitteln um 1,7 Prozent zulegte und der Umsatz mit Nicht-Lebensmitteln um 1,0 Prozent anstieg. Im Dreimonatsvergleich zeigte sich der Gesamtumsatz im Einzelhandel mit -0,3 Prozent rückläufig, wobei die Entwicklung der Umsätze mit Nicht-Lebensmitteln schwächer ausfiel als bei Lebensmitteln.

Der Umsatz im Gastgewerbe sank im September ggü. dem Vormonat nominal um 0,4 Prozent und preisbereinigt um 1,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete das Gastgewerbe einen nominalen Umsatzrückgang von 1,4 Prozent, in realer Rechnung von
-4,9 Prozent. Die rückläufigen Ausgaben der privaten Haushalte für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen im dritten Quartal 2025 bremsten nach Angaben des Statistischen Bundesamts zudem die Entwicklung des privaten Konsums insgesamt.

Die Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im November im Vormonatsvergleich um 2,2 Prozent gesunken; in der Dreimonatsbetrachtung legten sie jedoch um 6,9 Prozent zu. Gegenüber November 2024 ergab sich ein Plus von 2,5 Prozent. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen zeigt sich im Vormonatsvergleich ein Plus von 4,8 Prozent und in der Dreimonatsbetrachtung eine Zunahme um 9,3 Prozent. Im Vergleich zum November 2024 lagen die Neuzulassungen durch Privatpersonen um deutliche 10,3 Prozent höher. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen reduzierten sich im November um 5,8 Prozent gegenüber dem Vormonat und stiegen in der Dreimonatsbetrachtung. Nachdem der private Konsum im dritten Quartal 2025 das erste Mal seit knapp zwei Jahren um 0,3 Prozent Vorquartalsvergleich zurückgegangen ist, zeigen die Frühindikatoren für die Entwicklung am aktuellen Rand ein eher gemischtes Bild. Laut Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im Dezember mit einer Zunahme von 0,9 Zählern auf -23,2 Pt. leicht aufhellen, während es im November um 1,6 Pt. auf ‑24,1 Pt. sank. Dämpfende Effekte gingen von einem erneuten Rückgang bei den Einkommenserwartungen aus, auch die Konjunkturerwartungen sanken. Dagegen legte die Anschaffungsneigung zum zweiten Mal in Folge zu und die Sparneigung verringerte sich. Das HDE-Konsumbarometer trübte sich im Dezember allerdings ein und fiel auf den niedrigsten Wert seit Beginn des Jahres. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) sank im November deutlich um 4,1 Zähler auf -27,4 Pt. und damit auf den niedrigsten Wert seit Februar 2024. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen nahmen signifikant ab, obwohl die Indikatoren sich bereits zuvor spürbar im negativen Bereich bewegten.

Das Stimmungsbild deutet am aktuellen Rand insgesamt auf eine eher verhaltene Konsumentwicklung im letzten Quartal 2025 und im wichtigen Weihnachtsgeschäft hin. Teuerungen bei Lebensmitteln und Dienstleistungen in den zurückliegenden Monaten sowie grundlegende Sorgen um die zukünftige Preisentwicklung und Jobsicherheit schmälern die Konsumlaune der Verbraucherinnen und Verbraucher. Laut GfK ist jedoch angesichts der Konsolidierung des Konsumklimas auf dem Vorjahresniveau ein stabiles Weihnachtsgeschäft zu erwarten.

STABILE PREISENTWICKUNG IM NOVEMBER

Die Inflationsrate – der Verbraucherpreisanstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat – lag im November bei 2,3 Prozent. Sie blieb damit unverändert ggü. Oktober, verlangsamte sich aber ggü. dem Sommer. Der Preisauftrieb verlagert sich weiter von Gütern zu Dienstleistungen. Während die Kernrate minimal sank, blieb das Wachstum der Dienstleistungspreise mit 3,5 Prozent der stärkste Preistreiber. Waren verteuerten sich um 1,1 Prozent, die Nahrungsmittelpreisinflation reduzierte sich auf 1,2 Prozent. Energiepreise bleiben zwar rückläufig, allerdings deutlich weniger deutlich als im Sommer.

Dienstleistungen erklären den größten Teil des Preisanstiegs und kompensieren den weiterhin negativen Beitrag der Energie. Der Beitrag des Preisauftriebs von Waren zur Gesamtinflation schwächte sich weiter ab, da die Preissteigerungen zwar niedrig blieben, aber nicht mehr so deutlich nachließen wie zuvor. Lebensmittel lieferten nur noch einen marginalen Beitrag zur Gesamtinflation. Die Verbraucherpreisentwicklung wird damit zunehmend von Dienstleistungspreisen (z.B. bei Pflege oder sozialen Diensten) und weniger von Import- und Energiepreisen bestimmt.   
Die Verbraucherpreise dürften auch in den kommenden Monaten knapp oberhalb von zwei Prozent verbleiben, wobei die Dienstleistungspreise weiter überproportional steigen dürften, unter anderem wegen höherer Tarifabschlüsse vor allem in der Pflege. Die Preise auf den vorgelagerten Stufen (Erzeugerpreise) sind binnen Jahresfrist dagegen im Trend rückläufig, am deutlichsten bei den Agrarprodukten, aber auch in der Industrie.

STAGNATION AM ARBEITSMARKT SETZT SICH IM SCHLUSSQUARTAL FORT

Der Arbeitsmarkt zeigt zum Jahresende eine saisonübliche Entwicklung. So blieb die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit im November mit einem Plus von ein Tausend Personen nahezu unverändert. Die Unterbeschäftigung nahm um acht Tausend Personen abermals leicht ab. Auch die Zahl der Erwerbstätigen stagnierte im Oktober gegenüber dem Vormonat mit einem Rückgang um zwei Tausend Personen in etwa. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte im September mit +12 Tausend Personen leicht zu und liegt damit in etwa auf Vorjahresniveau. Die Inanspruchnahme konjunktureller Kurzarbeit stieg im September mit einem Plus von 37 Tausend Personen erstmals seit Jahresbeginn. Dies entspricht jedoch dem üblichen Anstieg nach Ende der Sommerferien. Gleichzeitig bewegt sich die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit weiterhin in etwa auf dem Niveau der Vormonate.

Die Frühindikatoren lassen bisher keine Belebung der Arbeitsnachfrage erkennen. Die Zahl der bei der Bundesagentur gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich im November zwar spürbar, dies ist jedoch auf eine gesammelte Erfassung der Meldung eines einzelnen Unternehmens zurückzuführen und deutet nicht auf eine Trendwende beim Arbeitskräftebedarf hin. Der anhaltende Stellenabbau zeigt sich auch am deutlichen Rückgang des ifo Beschäftigungsbarometers. So verschlechterten sich die Beschäftigungsperspektiven im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor abermals spürbar. Während der Stellenabbau auch im Handel anhält, zeichnet sich lediglich im Bauhauptgewerbe ein leicht steigender Arbeitskräftebedarf ab. Angesichts der anhaltend schwachen konjunkturellen Entwicklung ist eine Belebung der Arbeitsnachfrage daher bisher nicht absehbar

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Politik

Pressestimmen zum Krieg zwischen Teheran und Washington

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Berlin 17.07.2026

Stimmt es, dass Teheran und Washington vor wenigen Tagen eine zufriedenstellende Vereinbarung zur Beendigung ihres Konflikts getroffen haben? Wenn ja, warum bombardieren sie sich dann weiterhin gegenseitig?

Beobachter der Lage in der Golfregion glauben, dass die andauernden militärischen Auseinandersetzungen zwischen Teheran und Washington einzig und allein dem Machterwerb dienen und die Bevölkerung der Golfregion die Leidtragenden sind. Die Mullahs in Teheran haben die Beherrschung verloren; sie greifen Golfstaaten an, ohne die Folgen ihrer rücksichtslosen Politik zu bedenken. Ebenso wird Washingtons fortgesetzte Bombardierung von Zielen im Iran, ebenfalls ohne die Folgen seiner rücksichtslosen Politik zu bedenken, zu Ressentiments unter den Golfstaatenführern gegenüber ihren amerikanischen Verbündeten führen.

Und wer weiß, vielleicht geben die Vorhersagen des Oberbefehlshabers der NATO in Europa, John Calvin, der 1989 eine Rückkehr zur traditionellen Feindschaft zwischen Islam und Westen voraussagte und seine Befürchtung äußerte, dass sich Muslime gegen den Westen vereinen könnten, doch Anlass zur Sorge. Die Unruhe unter den Menschen in islamischen Ländern hinsichtlich der Fortsetzung des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran ist trotz der doktrinären Unterschiede zwischen Sunniten und Schiiten ein Grund zur Besorgnis.

Die panarabische Tageszeitung SHARQ AL-AWSAT kommentiert zum Iran: „Anstatt Vertrauen aufzubauen und tragfähige Partnerschaften zu entwickeln, versuchte das Regime, seinen regionalen Einfluss auszuweiten, auch durch Angriffe auf die Nachbarstaaten. Teheran betrachtet diese nicht als souveräne Partner, sondern als Einflusssphären. Da die grundlegenden Ursachen des Konflikts unverändert fortbestehen, kamen auch die erneuten amerikanischen Angriffe nicht überraschend“, heißt es in der in London erscheinenden SHARQ AL-AWSAT.

THE OMAN DAILY OBSERVER aus Maskat eruiert aufgrund dessen die Position des Staats, der sich in unmittelbarer Nähe zum Kriegsgeschehen befindet, und fordert Leserinnen und Leser auf: „Schauen Sie auf die Karte. Omans eigene Geschichte erinnert uns, dass Geografie sowohl Gefahr, als auch Möglichkeit sein kann. Die Drohnenattacken auf Musandam und Al Wusta und die Entscheidung Omans, den iranischen Botschafter zu formellem Protest einzubestellen, verdeutlichen, welche Disziplin ein kleiner Staat in gefährlicher Nachbarschaft braucht: Entschlossenheit ohne Hysterie, Protest ohne Leichtsinn. Karten zeigen uns, wo Staaten liegen. Sie zeigen uns nicht, was aus ihnen werden muss.“ Das war THE OMAN DAILY OBSERVER.

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Zahl der Ausländer in Deutschland und Zahl der Abschiebungen nach Gambia 

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Berlin 17.07.2026 

Angaben zur ausländischen Bevölkerung in Deutschland sind ein Thema der Antwort der Bundesregierung (21/7124) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/6414). Danach belief sich die Zahl der ausländischen Bevölkerung in der Bundesrepublik Ende vergangenen Jahres auf 14,07 Millionen. Zum 31. Dezember 2024 lag diese Zahl noch bei 14,06 Millionen, wie aus der Antwort weiter hervorgeht. Im laufenden Jahr sind laut Bundesregierung bis Mai 2026 insgesamt 65 Menschen nach Gambia abgeschoben worden – gegenüber 259 im Gesamtjahr 2025. Im Jahr 2024 waren es 205 Personen, 2023 insgesamt 431, wie aus der Antwort der Bundesregierung (21/7132) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (21/6743) weiter hervorgeht.

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Türkische „Ülkücü“-Bewegung in Deutschland

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Berlin 17.07.2026

– Über die türkische „Ülkücü“-Bewegung berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/7136) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/6785). Danach beruft sich diese rechtsextremistische Bewegung „auf eine extrem nationalistische bis rechtsextremistische Ideologie, die von Elementen wie Rassismus, Antisemitismus und einer Überhöhung des Türkentums geprägt ist“.

Anhängerinnen und Anhänger der „Ülkücü“-Bewegung werden oft als „Graue Wölfe“ bezeichnet, wie die Bundesregierung weiter ausführt. Eine gemeinsame Organisation oder eine Selbstzuordnung der gesamten „Ülkücü“-Anhängerschaft unter diesem Begriff gebe es aber nicht in Deutschland. Von den rund 13.500 in Deutschland lebenden türkischen Rechtsextremisten seien etwa 10.500 in drei großen Dachverbänden organisiert, „die in unterschiedlicher Ausprägung die ,Ülkücü‘-Ideologie vertreten“.

Der „Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland e. V.“ (ADÜTDF) gehören laut Vorlage aktuell zirka 7.000 Anhänger an, während der „ATİB – Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e. V.“ (ATİB) zirka 2.500 Anhänger in Deutschland zugerechnet werden können. Der „Föderation der Weltordnung in Europa“ (ANF) werden den Angaben zufolge zirka 1.000 Anhänger in Deutschland zugerechnet. „Der sogenannten ,freien Szene‘ werden zirka 3.000 Anhänger zugerechnet“, heißt es in der Antwort weiter.

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Und lehnen  Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus ab

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Berlin 17.07.2026 

– Die Linksfraktion lehnt einen Einsatz der Bundeswehr zur Räumung von Seeminen in der Straße von Hormus ab. In einem Antrag (21/7059) fordert sie die Bundesregierung auf, sich weder unmittelbar noch mittelbar an der Planung und Durchführung einer von Einzelstaaten oder Militärbündnissen geführten Militärmission in der Region zu beteiligen. Zudem sollen die diplomatischen Bemühungen zur Deeskalation des Konfliktes zwischen Israel, den USA und dem Iran intensiviert und die humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung in der Golfregion ausgeweitet werden. Die Genehmigungen für Waffenexporte an Staaten, die an einer militärischen Eskalation in der Golfregion beteiligt sind, sollen ausgesetzt werden.

Im Verlauf „des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs der USA und Israels auf den Iran“ im Frühjahr 2026 und der daraus resultierenden militärischen Eskalation habe sich die sicherheitspolitische Lage in der Straße von Hormus trotz der im Juni vereinbarten Waffenruhe deutlich verschärft, heißt es im Antrag der Linksfraktion. Vor diesem Hintergrund sei es „nicht verantwortbar, einen Bundeswehreinsatz zur Unterstützung von Minenräummaßnahmen“ voranzutreiben

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Linke fordert Sanktionen gegen israelische Siedlungen

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Berlin 17.07.2026

– Die Fraktion Die Linke fordert die Bundesregierung in einem Antrag (21/7062) zu gezielten Sanktionen gegen israelische Siedlungen sowie Institutionen und Unternehmen auf, „die zur Konsolidierung der Besatzung beitragen“. Auf EU-Ebene solle sie sich außerdem für ein Importverbot für Waren aus israelischen Siedlungen sowie für den Ausschluss von Waren und Rohstoffen „aus völkerrechtswidrigen wirtschaftlichen Tätigkeiten israelischer Unternehmen“ in den besetzten palästinensischen Gebieten einsetzen. Unternehmen, die direkt zur Konsolidierung der Besatzung beitrügen, sollten nach Ansicht der Abgeordneten von öffentlichen Vergaben, staatlicher Exportförderung, Investitionsgarantien sowie Förderprogrammen des Bundes ausgeschlossen werden.

Die Fraktion beruft sich auf ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) vom 19. Juli 2024, indem festgestellt werde, dass die im Jahr 1967 begonnene israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete im Westjordanland und Gazastreifen unrechtmäßig sei und unverzüglich beendet werden müsse. Deutschland sei verfassungsrechtlich zur Achtung des Völkerrechts verpflichtet, betonen die Abgeordneten. Die daraus folgende Nichtanerkennungs- und Nichtunterstützungspflicht sei damit nicht nur ein politisches, sondern auch ein verfassungsrechtliches Gebot für die Bundesrepublik.

Konkret verweisen sie auf Berichte der Vereinten Nationen und der Medien, wonach beispielsweise der DAX-Konzern Heidelberg Materials im Verdacht steht, über seine hundertprozentige Tochterfirma Hanson Israel am Abbau von Rohstoffen auf palästinensischem Land im Westjordanland beteiligt zu sein und Material für den Bau illegaler israelischer Siedlungen zu liefern. Dieser und andere „Fälle illustrieren exemplarisch ein strukturelles Vollzugsdefizit: Deutschland setzt seine völkerrechtlichen Pflichten gegenüber deutschen Unternehmen, die von der Besatzungsökonomie profitieren, nicht durch“.

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Stärkung zwischen Algerien und Deutschland

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Berlin 16.07.2026

Es wurde eine Vereinbarung zur Stärkung der politischen, sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Algerien und Deutschland erzielt. Dies bestätigten Bundeskanzler Friedrich Merz und der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune bei ihrem Treffen am Donnerstag, dem 16. Juli, in Berlin.

Algerien ist ein gasreiches Land und nach Katar ein wichtiger Gaslieferant für Europa, insbesondere für Deutschland. Der algerische Präsident war am Mittwochabend in Berlin eingetroffen und hatte sich auch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen.

Foto: © PWO

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Aktionsplan: Steuer-und Finanzkriminalität,

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Berlin 16.07.2026

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil: „Die Ehrlichen dürfen nicht die Dummen sein. Deshalb erhöhen wir im Kampf gegen Steuerbetrug den Ermittlungsdruck und das Entdeckungsrisiko. Uns geht es um Gerechtigkeit. Wer unseren Staat und unsere Gesellschaft betrügt, darf damit nicht durchkommen. Wir wollen, dass künftig höhere Strafen drohen. Keiner soll sich mehr so einfach mit einer Selbstanzeige freikaufen können.

Wir bündeln staatliche Verantwortung und steigern die operative Schlagkraft. Dafür gründen wir beim Zoll ein neues Gemeinsames Zentrum gegen Steuer- und Finanzkriminalität. Dort können die Ermittlungen von Bund und Ländern eng koordiniert werden. Mit einem neuen Datenanalysezentrum sorgen wir dafür, dass Verbindungen und Muster schneller erkannt werden. KI wird uns dabei helfen, gezielt dort zuzuschlagen, wo das größte Betrugsrisiko besteht.“

Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig: „Steuerkriminalität schadet uns allen. Sie untergräbt das Vertrauen in die Gerechtigkeit unseres Rechtsstaats. Bürgerinnen und Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass Regeln für alle gelten. Deshalb müssen wir beim Kampf gegen Steuerkriminalität vorankommen. Der Aktionsplan sieht dafür viele Maßnahmen vor – darunter auch höhere Strafen und eine effektive Abschöpfung von illegalem Vermögen. Es muss klar sein: Steuerkriminalität darf sich nicht lohnen!“

Foto: © PWO

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Europa

Deutscher Beitrag zur internationalen Klimafinanzierung

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Berlin 16.07.2026 

–Der deutsche Beitrag zur internationalen Klimafinanzierung wird laut Bundesregierung immer erst im Folgejahr ex-post erhoben, sodass noch keine verbindlichen Aussagen für das Jahr 2026 getroffen werden könnten. Das geht aus einer Antwort (21/6957) auf eine Kleine Anfrage (21/6605) der AfD-Fraktion hervor.

Die Zusammensetzung des deutschen Beitrags zur internationalen Klimafinanzierung seit 2022 betreffend verweist die Bundesregierung auf die Berichterstattung an die Europäische Union unter Verordnung (EU) 2018/1999, zu Kriterien und Zielen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf die Kernthemenstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), „Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie“, sowie den Reform- und Strategieplan „Zukunft zusammen global gestalten“.

Die Ziele der internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) bezüglich der Entwicklung von Deutschlands Partnerländern könnten der IKI-Strategie bis 2030 entnommen werden, die Auswahlkriterien und -verfahren für Förderinstrumente der IKI-Webseite.

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Europa

Deutscher Beitrag zur Finanzierung des Europarates

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Berlin 16.7.2026

– Deutschland hat 2024 einen Pflichtbeitrag in Höhe von rund 49,1 Millionen Euro zur Finanzierung des Europarates geleistet, was einem Anteil von circa 13 Prozent am gesamten Pflichtbeitragsaufkommen entspricht. Das geht aus dem als Unterrichtung (21/7080) vorliegendem „Bericht der Bundesregierung über die Tätigkeit des Europarats im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024“ hervor.

Über seinen Status als „großer Beitragszahler“ hinaus (gemeinsam mit Frankreich, Italien, Großbritannien) habe Deutschland auch 2024 mit 12,8 Millionen Euro zu den wichtigsten Gebern freiwilliger Leistungen gezählt. Wie in den Vorjahren seien dabei schwerpunktmäßig Vorhaben des Europarats zur Förderung von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit unterstützt worden. Zu den größten Einzelposten gehörten der Vorlage zufolge zwei Millionen Euro für den Aktionsplan Ukraine, 1,5 Millionen Euro für den Sonderfonds Jugendarbeit des Europarats und eine Million Euro für den Sonderfonds zugunsten des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Mit vier Millionen Euro seien Kooperationsaktivitäten des Europarats in den Ländern des Westlichen Balkans und Osteuropas unterstützt worden.

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Politik

332.524 Einbürgerungen im Jahr 2025

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Berlin 16.07.2026 

– Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts insgesamt 332.524 Personen eingebürgert worden. Dies entspricht einer Steigerung von 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/7078) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/6758) weiter ausführt.

Bei den häufigsten Staatsangehörigkeiten der Eingebürgerten liegt danach Syrien mit 65.574 vor der Türkei mit 34.092 und Russland mit 19.661, gefolgt vom Irak mit 13.750, Afghanistan mit 10.861, der Ukraine mit 10.562 und dem Iran mit 10.093.

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Politik

Deutsch-österreichische Zusammenarbeit

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Berlin 15.07.2026

Migration und Asyl sind die Top-Bereiche der heutigen Gespräche im Rahmen der Deutsch-österreichische Zusammenarbeit zwischen den deutschen und österreichischen Innenministern Gerhard Karner und Alexander Dobrindt.

Foto: © PWO

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Beginn seiner Sommerpause

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Berlin 15.07.2026

– Bundeskanzler Friedrich Merz bekräftigte in einer Pressekonferenz vor Beginn seiner Sommerpause, dass seine Regierung auf viele Forderungen der Bevölkerung eingegangen sei, darunter Steuersenkungen, Infrastrukturreformen und Bürokratieabbau.

Er betonte zudem die Stärkung der Europäischen Union und der Vereinten Nationen sowie das Vertrauen der UN und der internationalen Gemeinschaft in Deutschland.

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Kampagne zur Zerschlagung des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH)

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Berlin 15.07.2026

– Der US-Außenminister Marco Rubio hat eine Kampagne zur Zerschlagung des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) angekündigt. Diese Kampagne richtet sich nicht nur gegen Mitarbeiter des Gerichts, sondern auch gegen Staaten, die mit dem IStGH kooperieren. Umso wichtiger ist es, dass sich die Vertragsstaaten nicht einschüchtern lassen und dem IStGH entschlossene Unterstützung zusichern.

„Wenn Marco Rubio ankündigt, den Internationalen Strafgerichtshof ‚Stein für Stein‘ zu demontieren, müssen wir das Völkerrecht ‚Stein für Stein‘ verteidigen“, sagt Andreas Schüller, Co-Leiter des Programms „Völkerstraftaten und Rechenschaftspflicht“ beim ECCHR. „Gegen autoritäre Machtpolitik können sich nur internationale Zusammenarbeit, politischer Mut und die Integrität der Rechtsstaatlichkeit durchsetzen.“

Seit seinem Amtsantritt übt Donald Trump zunehmend Druck auf den IStGH aus, indem er Sanktionen gegen die Chefanklägerin, die beiden stellvertretenden Ankläger sowie acht Richter des Gerichts verhängt hat. Zudem hat die US-Regierung Sanktionen gegen die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese sowie gegen drei führende palästinensische Menschenrechtsorganisationen erlassen: das Palestinian Centre for Human Rights (PCHR), Al-Haq und das Al Mezan Center for Human Rights, mit denen das ECCHR eng zusammenarbeitet.

Diese Eskalation folgt einem besorgniserregenden Muster politisch motivierter Angriffe auf die internationale Rechtsordnung und die Unabhängigkeit der Justiz. Ziel ist es, Ermittlungen gegen US-Verbündete oder US-Staatsangehörige zu behindern und so die strafrechtliche Aufarbeitung potenzieller Völkerstraftaten zu verhindern. Die Leidtragenden sind die Opfer und Überlebenden von Völkerstraftaten sowie all jene, die weltweit unter zunehmend schwierigen Bedingungen für Gerechtigkeit und gegen Straflosigkeit kämpfen.

Der IStGH wird tätig, wenn nationale Justizsysteme nicht willens oder in der Lage sind, die schwersten Völkerstraftaten zu verfolgen. Genau deshalb gerät er immer wieder in Konflikt mit mächtigen Staaten und politischen Interessen. Der Schutz seiner Unabhängigkeit ist eine gemeinsame Verantwortung der Vertragsstaaten.

Dies gilt auch für die Bundesregierung: Als Vertragsstaat des Römischen Statuts muss Deutschland nun fest hinter dem IStGH stehen und darf sich nicht unter Druck setzen lassen. Dazu gehört auch der Erlass nationaler und regionaler Abwehrvorschriften, die die Befolgung von US-Sanktionen untersagen und so Unternehmen und Einzelpersonen vor deren Auswirkungen schützen.

Die von den Sanktionen betroffenen Personen setzen ihre Arbeit unbeirrt fort – trotz der persönlichen und institutionellen Risiken, denen sie ausgesetzt sind. Damit verteidigen sie nicht nur die Unabhängigkeit der internationalen Justiz, sondern auch die Rechte der von internationalen Verbrechen Betroffenen – im Streben nach Gerechtigkeit, gegen staatliche Gewalt und zur Verteidigung des Völkerrechts.

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Armut und Schulden

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Wiesbaden 15.07.2026

– Für Personen, die im Jahr 2025 die Hilfe einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch genommen haben, waren Erkrankung, Sucht oder Unfall mit 18 % die am häufigsten genannten Hauptauslöser einer Überschuldung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Ergebnissen der Überschuldungsstatistik 2025 mitteilt, wurde als zweithäufigste Ursache Arbeitslosigkeit mit rund 17 % angegeben.

Die durchschnittliche Schuldenhöhe aller beratenen Personen belief sich auf 34 650 Euro. Männer wiesen dabei mit 39 717 Euro eine höhere durchschnittliche Schuldenhöhe auf als Frauen mit 29 500 Euro.

Trennung oder Scheidung häufigste Ursache bei Alleinerziehenden

Bei Alleinerziehenden waren familiäre Veränderungen besonders häufig Anlass für finanzielle Schwierigkeiten. Für alleinerziehende Frauen war in rund 23 % der Fälle eine Trennung, eine Scheidung oder der Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin der Hauptauslöser der Überschuldung. Bei alleinerziehenden Männern lag dieser Anteil ebenfalls bei etwa 23 %. Die durchschnittliche Schuldenhöhe alleinerziehender Mütter belief sich auf 34 386 Euro. Alleinerziehende Väter wiesen mit durchschnittlich 46 219 Euro eine deutlich höhere Schuldenlast auf.

Mehrheit der beratenen Personen lebt allein

Die Betrachtung der Haushaltsgröße zeigt, dass Einpersonenhaushalte im Jahr 2025 die größte Gruppe unter den Ratsuchenden bildeten. Mehr als die Hälfte (knapp 52 %) aller beratenen Personen lebte allein. Bei knapp einem Viertel dieser Personen (rund 24 %) waren gesundheitliche Probleme der wichtigste Hauptauslöser der Überschuldung. Die durchschnittlichen Verbindlichkeiten aller Einpersonenhaushalte beliefen sich auf 32 155 Euro. Auch bei den Alleinlebenden zeigten sich deutliche Unterschiede bei der Schuldenhöhe zwischen den Geschlechtern. Während alleinlebende Männer durchschnittliche Verbindlichkeiten von 35 293 Euro aufwiesen, lagen diese bei alleinlebenden Frauen mit durchschnittlich 27 629 Euro deutlich niedriger.  

Zahlungsrückstände am häufigsten gegenüber der öffentlichen Hand

Die Verbindlichkeiten der Ratsuchenden bestanden oftmals gegenüber mehreren Gläubigern gleichzeitig. Am häufigsten lagen Zahlungsrückstände gegenüber der öffentlichen Hand vor, wie beispielsweise Finanzämtern, gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungsträgern sowie der Bundesagentur für Arbeit und deren Jobcentern: Hier hatten mehr als die Hälfte (rund 57 %) aller beratenen Personen im Jahr 2025 offene Forderungen zu begleichen. Ebenfalls verbreitet waren Verbindlichkeiten gegenüber Telekommunikationsunternehmen mit einem Anteil von etwa 47 %. Ratenkredite bei Kreditinstituten betrafen rund 37 % der Fälle, während knapp 29 % der Ratsuchenden offene Rechnungen im Online- und Versandhandel aufwiesen.

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Politik

Bundesregierung beschließt weitere Entlastungen

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Berlin 15.07.2026

Über 10 Milliarden Euro Entlastung seit November umgesetzt / Wildberger: „Regierung hält Wort beim Bürokratierückbau“

Das Bundeskabinett ist heute zu seinem zweiten Entlastungskabinett zusammengekommen und hat umfassende Erleichterungen u.a. im Gesundheitsbereich, im Verkehr sowie beim Arbeitsrecht beschlossen. Die verabschiedeten Vorhaben entlasten Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger direkt um rund 10,4 Milliarden Euro jährlich.

Bei der heutigen Sitzung wurde ein positives Fazit zu den Entlastungsschritten gezogen.

Bundesminister für Staatsmodernisierung, Dr. Karsten Wildberger:

„Diese Regierung hält Wort beim Bürokratierückbau. Wir haben in den letzten Monaten über 40 Maßnahmen umgesetzt und entlasten damit die Wirtschaft und die Bürger mit insgesamt 10 Milliarden Euro. Das ist Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses des Staates: Schlank, effizient und mit mehr Vertrauen in die Eigenverantwortung von Unternehmen und Bürgern. Wir werden künftig nur das wirklich Notwendige regulieren. Entlastung bleibt eine Daueraufgabe und wir werden hier nicht nachlassen. Wir arbeiten bereits am Berichtsentlastungsgesetz, mit dem wir über alle Ressortgrenzen hinweg Berichtspflichten im vierstelligen Bereich aufheben werden.“

Bundesministerin für Arbeit, Bärbel Bas:

„Wir befreien Unternehmen und Beschäftigte von unnötiger Bürokratie und geben so Rückenwind für mehr Wachstum. Dabei halten wir die hohen Standards im Arbeitsschutz. Konkret fallen etwa die Extra-Prüfungen für Wasserkocher und Ladekabel im Büro weg. Das entlastet die Betriebe, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Mehr als 720 Millionen Euro jährliche Bürokratiekosten fallen so durch unser Entlastungspaket im Arbeitsrecht weg.“

Bundesministerin für Gesundheit, Nina Warken:

„Unnötige Dokumentations- und Nachweispflichten lähmen unser Gesundheitssystem. Wir wollen diese zurückfahren und die notwendigen Freiräume sowie mehr Zeit für die Versorgung schaffen. Wo Prozesse etwa aufgrund von Qualitätsgründen nicht verzichtbar sind, müssen sie digitalisiert werden. Genau hier setzen wir mit dem Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen an: Mit der elektronischen Überweisung wird der letzte analoge Prozess in der Versorgung digitalisiert. Die elektronische Patientenakte soll nicht nur für Personen mit Krankheitsgeschichte, sondern im Versorgungsalltag für alle Versicherten durch eine einfache Handhabung und Anwendungen mit klarem Mehrwert unersetzbar werden. Insgesamt macht dieses Gesetz die Versorgung einfacher, besser und effizienter.“

Bundesminister für Verkehr, Patrick Schnieder:

„Manche Regelungen werden von der Zeit überholt und sind damit überflüssig. Als Bundesregierung haben wir uns vorgenommen, solche Regelungen konsequent abzuschaffen oder anzupassen. Das haben wir uns als Bundesregierung vorgenommen und das setzen wir auch konsequent um. Wir erleichtern damit den Alltag der Verkehrsunternehmen, entlasten Bürgerinnen und Bürger spürbar und reduzieren auch in der Verwaltung bürokratischen Aufwand. Wir streichen überflüssig gewordene Vorschriften, vereinfachen Verfahren und setzen auf digitale Lösungen. Ob im Taxi- und Mietwagenverkehr oder beim Gütertransport – überall dort, wo Regeln einfacher werden können, machen wir sie einfacher.“

Zeitgleich wurde auch ein Paket an Maßnahmen beschlossen, das noch bis Ende des Jahres umgesetzt werden soll.

Beschlossene Maßnahmen

Seit dem ersten Entlastungskabinett am 5. November 2025 hat die Bundesregierung 43 konkrete Maßnahmen quer über alle Ressorts umgesetzt. Dazu gehören u.a. weniger Hürden beim Ausbau von Telekommunikationsnetzen und Glasfaser, beschleunigte Genehmigung von Verkehrsinfrastruktur-Projekten, Kostensenkung beim Führerschein durch digitalen statt Präsenzunterricht; das Digitale-Identitäten-Gesetz zur Einführung einer Wallet, mehr Flexibilität beim Einbau und Austausch von Heizungen durch das Gebäudemodernisierungsgesetz sowie ein Sofortprogramm für den Bürokratierückbau im Arbeitsschutz, durch das rund 123.000 Sicherheitsbeauftragte in kleinen und mittleren Betrieben entfallen können.

Mit dem zweiten Entlastungskabinett kommen zehn weitere Entlastungsmaßnahmen hinzu. Zusammen mit den in den letzten sechs Wochen beschlossenen Maßnahmen ergibt sich eine Entlastung von 2,1 Milliarden Euro, seit dem ersten Entlastungskabinett beträgt die Gesamtentlastung 10,4 Milliarden Euro.

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