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Politik

Fallzahlen des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen weiterhin besorgniserregend hoch.

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Berlin 21.07.2026

Die Fallzahlen von sexuellen Mißbrauchshandlungen an Minderjährigen zeigen in Berichtsjahr 2025 einen Anstieg auf 17.126 Fälle bei Kindern (2024: 16.354) sowie auf 1.239 Fälle bei Jugendlichen (2024: 1.191)

Bundesinnenminister Alexander Dobrind, sagte:„Wir müssen unsere Kinder noch besser schützen – besonders in der digitalen Welt. Täter dürfen sich nicht in der Anonymität des Internets sicher fühlen.

Die Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen Kerstin Claus sagte:“Das Bundeslagebild kann das tatsächliche Ausmaß der sexuellen Gewalt, der Jugendliche im Netz tagtäglich ausgesetzt sind, nicht ansatzweise abbilden und forderte das Cybergrooming und Sextortion als eigene Sexualstraftat erfasst werden.“

Foto: © PWO

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Europa

Die Europäer sind bankrott und wollen eine Sparpolitik verfolgen.

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Berlin 09.09.2026

– Dies erklärte EU-Präsident Antonio Costa in seinen Gesprächen mit Bundeskanzler Friedrich Merz, der seine Unterstützung für die von der Europäischen Kommission verfolgte Politik bekräftigte und die dringende Notwendigkeit betonte, dass die Mitgliedstaaten der Union die Europäische Kommission unterstützen, damit diese die Europäische Union weiterhin als wirtschaftliche und politische Kraft in der Welt hervorheben kann.

Foto: © PWO

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Europa

Bezahlbare Wohnungen

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Berlin, Brüssel 09.09.2026

– Die Europäische Kommission will Kommunen und Mitgliedstaaten unterstützen, die Maßnahmen für bezahlbaren Wohnraum auf den Weg bringen wollen. Ein heute vorgelegter Gesetzesentwurf hat zum Ziel, Behörden Rechtssicherheit zu geben, wenn sie sich entscheiden, auf der Grundlage lokaler Gegebenheiten zu handeln. Laut der jüngsten Eurobarometer-Umfrage ist für mehr als 50 Prozent der Menschen, die in Städten wohnen, das Thema Wohnraum ein unmittelbares und dringendes Anliegen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte: „Vor einem Jahr habe ich versprochen, die Erschwinglichkeit von Wohnraum in Europa anzugehen. Heute machen wir einen Schritt in diese Richtung. Durch mehr Klarheit und Unterstützung für lokale Behörden und Gemeinschaften, verankert in den Realitäten vor Ort. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist eine Angelegenheit, die für so viele unserer europäischen Bürgerinnen und Bürger Anlass zur Sorge gibt. Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Studierende können sich nicht leisten, dort zu leben, wo sie arbeiten und studieren. Vor allem geht es um Fairness.“

Mehr Klarheit für Kommunen

In vielen Städten und beliebten Reisezielen steigt der Druck auf den Wohnungsmarkt. Einige Mitgliedstaaten haben Maßnahmen ergriffen, um diesen Druck abzubauen, standen dabei jedoch vor Herausforderungen in Bezug auf die Vereinbarkeit mit dem EU-Recht. Der Affordable Housing Act gibt den EU-Staaten und Kommunen mehr Klarheit, wie sie im Rahmen des EU-Binnenmarkts handeln können. Dabei geht es beispielsweise um eine gemeinsame Methodik, um Gegenden zu identifizieren, die unter besonderem Druck auf den Wohnungsmarkt leiden und um Kriterien zum Umgang mit Kurzzeitvermietungen.

Keine neuen EU-Zuständigkeiten

Der Vorschlag überlässt die Entscheidung darüber, ob und welche Maßnahmen zu ergreifen sind, den zuständigen Behörden. Wohnungspolitische Entscheidungen bleiben auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene.

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Politik

Linke fordert Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie

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Berlin 09.09.2026 

– Die Fraktion Die Linke fordert, die Entgelttransparenzrichtlinie europarechtskonform umzusetzen und Lohndiskriminierung zu beenden. In einem Antrag (21/7916) kritisieren die Abgeordneten, dass Deutschland bei der Entgeltgleichheit zu den Schlusslichtern Europas gehöre. „Frauen haben derzeit einen 16 Prozent niedrigeren Brutto-Stundenlohn als Männer. In Bezug auf den Jahresverdienst verdienen Frauen in Deutschland sogar 39 Prozent weniger“, heißt es in dem Antrag.

Die Fraktion fordert von der Bundesregierung unter anderem, einen Gesetzentwurf zur vollständigen Umsetzung der europäischen Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht vorzulegen, der unter anderem Unternehmen verpflichten soll, Berichtspflichten umfassend und für alle Entgeltbestandteile einzeln zu erfüllen und eine konzernweite Berichterstattung auszuschließen. Darin soll auch klargestellt werden, dass Betriebsräte und andere Gremien der betrieblichen Interessenvertretung ein umfassendes Beratungsrecht bei der Erstellung des Entgeltberichts und ein zwingendes Mitbestimmungsrecht bei der gemeinsamen Entgeltbewertung und allen erforderlichen Abhilfemaßnahmen haben. Ferner soll die Regierung einen Gesetzentwurf vorlegen, mit dem für Klagen wegen Entgeltdiskriminierung ein Verbandsklagerecht eingeführt wird, um effektiven Rechtsschutz zu gewähren

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Politik

Gefährdungslage für Rüstungsunternehmen

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Berlin 09.09.2026

– Die Bundesregierung schätzt die Gefährdungslage für Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft in Deutschland im Zusammenhang mit Russlands Krieg gegen die Ukraine als hoch ein. Das geht aus der Antwort (21/7830) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/7390) hervor, in der sie auf einen Sicherheitshinweis für die Wirtschaft durch das Bundesamt für Verfassungsschutz vom Juli dieses Jahres verweist.

Die Gefährdung gelte mit Blick auf die strategische Aufklärung, die verdeckte Beschaffung von militärischen Technologien und einschlägigem Know-how, aber auch gezielte Einflussnahme und Sabotagehandlungen. Unternehmen, die mit der Ukraine kooperieren, stünden besonders im Fokus. Es bestehe eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sie das Ziel von Ausspähungs- und Sabotagehandlungen durch russische staatliche oder in deren Auftrag agierende Stellen werden. Abhängig vom weiteren Verlauf des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges seien selbst gezielte Angriffe gegen Einzelne, insbesondere Beschäftigte auf der Leitungsebene, nicht auszuschließen.

Die Bundesregierung verweist unter anderem auf ihre Maßnahmen zur Spionageabwehr, zum Schutz kritischer Infrastruktur sowie auf die Unterstützung des Bundeskriminalamtes für die Wirtschaft, etwa durch sicherheits- und gegebenenfalls auch gefährdungsrelevante Lageinformationen.

Wie die Bundesregierung allgemeiner ausführt, bedrohe Russland die Sicherheit in Deutschland und Europa mit hybriden Aktivitäten, die unter anderem Desinformation, Spionage, Sabotage sowie Luftraumverletzungen umfassen. „Die Bundesregierung reagiert auf diese Bedrohung mit umfassenden Maßnahmen, die die nationale und euroatlantische Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit dauerhaft stärken. Zugleich unterstützt die Bundesregierung die Ukraine in ihrer rechtmäßigen Verteidigung gegen den völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg im Einklang mit dem Völkerrecht.“ Zudem setze sie sich intensiv für ein rasches Ende dieses Krieges ein. „Die Bundesregierung weist darauf hin, dass Russland seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine jederzeit beenden kann, sich aber einem sofortigen, umfassenden Waffenstillstand verweigert, während die Ukraine hierzu bereit ist.“

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Berlin

Wegner zum Versand falscher Stimmzettel bei der Briefwahl

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Berlin 09.09.2026

– Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner: „Wahlen sind das Herzstück unserer Demokratie. Jede Stimme zählt. Und jede Berlinerin und jeder Berliner muss sich darauf verlassen können, dass Wahlen in Berlin sicher, fair und zugänglich ablaufen. Ich danke der Bezirksbürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf, Kirstin Bauch, genau das sicherzustellen. Am 20. September wird gewählt. Ich gehe davon aus, dass die Innensenatorin und der Landeswahlleiter gemeinsam sicherstellen, dass diese Wahl überall in Berlin reibungslos funktioniert – auch in Charlottenburg-Wilmersdorf. Das ist eine Kernaufgabe des Staates, und das sind wir den Berlinerinnen und Berlinern schuldig.“

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Politik

Strafbarkeit des bildbasierten sexuellen Missbrauchs

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Berlin 09.09.2026 

– Der Petitionsausschuss unterstützt die Forderung, bildbasierten sexuellen Missbrauch unter Strafe zu stellen. In der Sitzung am Mittwoch verabschiedete der Ausschuss einstimmig die Beschlussempfehlung an den Bundestag, eine dahingehende Petition dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz mit dem zweithöchsten Votum „zur Erwägung“ zu überweisen.

Mit der Petition wird gefordert, bildbasierten sexuellen Missbrauch unter Strafe zu stellen und Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren vorzusehen. Begründet wird das Anliegen unter anderem mit dem Verweis darauf, dass bildbasierter sexueller Missbrauch nach heutigem Recht nicht strafbar sei.

In der Begründung zu seiner Beschlussempfehlung macht der Petitionsausschuss darauf aufmerksam, dass das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz am 17. April 2026 einen Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung des zivilrechtlichen und strafrechtlichen Schutzes vor digitaler Gewalt vorgelegt habe. Danach solle die Verletzung der Intimsphäre durch das Herstellen oder Zugänglichmachen bestimmter sexualisierter Bildaufnahmen zukünftig unabhängig vom Ort (öffentlich oder privat), der Individualisierbarkeit der Person oder der Herstellungsmethode (reale Aufnahme oder computergeneriert) strafbar sein. Die vorliegende Eingabe halten die Abgeordneten für geeignet, „in die diesbezüglichen politischen Beratungen und Entscheidungsprozesse mit einbezogen zu werden“, heißt es in der Beschlussempfehlung.

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Schulbegleitung und Co

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Wiesbaden 09.09.2026  

– Die geplante Reform der Kinder- und Jugendhilfe betrifft auch die Zahl der Eingliederungshilfen für junge Menschen mit seelischer Behinderung binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

• Psychische Belastungen und Entwicklungsauffälligkeiten sowie schulische oder berufliche Probleme häufigste Gründe.

• Ausgaben für entsprechende Eingliederungshilfen für Kinder und Jugendliche mit seelischer Behinderung lagen 2024 bei 3,5 Milliarden Euro.

• Zahl der Schülerinnen und Schüler mit emotionalem und sozialem Förderbedarf nahm binnen zehn Jahren um 44 % zu.

Schulbegleitung von Kindern mit sogenannter seelischer Behinderung. Die Zahl der Eingliederungshilfen für betroffene Kinder, Jugendliche und junge Volljährige, unter die auch individuelle Schulbegleitungen fallen, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Jahr 2024 haben die Träger der Kinder- und Jugendhilfe gut 174 000 solcher Eingliederungshilfen gewährt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Das waren mehr als doppelt so viele (+115 %) wie im Jahr 2014 mit knapp 80 800 Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen. Diese Hilfen sollen Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen, die von einer seelischen Behinderung betroffen oder bedroht sind, die Teilhabe am sozialen Leben erleichtern. Das umfasst beispielsweise Beratungs- und Therapieangebote, aber auch Kita- und Schulbegleitungen und Integrationsassistenzen. Diese haben im Schulalltag an Bedeutung gewonnen und dürften eine Ursache für den Anstieg der gewährten Hilfen sein.

Die Hilfen richten sich an junge Menschen, deren seelische Gesundheit von dem für ihr Alter typischen Zustand abweicht und deren Teilhabe am Leben in der Gesellschaft deshalb beeinträchtigt oder bedroht ist.

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 CO2-Preis soll 2027 stabil bleiben

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Berlin 09.09.2026  

– Die Bundesregierung will den CO2-Preis für Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas auch im kommenden Jahr auf dem gegenwärtigen Niveau halten. Einen entsprechenden Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) hat die Bundesregierung nun dem Bundestag vorgelegt (21/7869(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). Demnach soll der CO2-Preis pro ausgestoßene Tonne Kohlendioxid im nationalen Brennstoffemissionshandel 2027 – wie bereits 2026 – in einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro liegen. Damit werde ein Beschluss des Koalitionsausschusses vom 12. Mai umgesetzt, heißt es im Entwurf. Ziel sei es, Unternehmen angesichts angespannter Energie- und Rohstoffmärkte Planungssicherheit zu geben.

Hintergrund der Reform ist die Verschiebung des neuen europäischen Emissionshandels für Gebäude und Verkehr (EU-ETS 2) auf 2028. Ohne die nun vorgesehene Änderung hätte der CO2-Preis im Übergangsjahr 2027 gemäß BEHG aus dem schwankenden Durchschnittspreis der Versteigerungen aus dem EU-ETS 1 errechnet werden müssen.

Darüber hinaus sind laut Bundesregierung mit dem Entwurf Anpassungen der ebenfalls unter dem BEHG erlassenen Doppelbilanzierungsverordnung (BEDV) vorgesehen, um einen „sachgerechten Umgang mit eingelagerten Brennstoffmengen zu gewährleisten“.

Das BEHG regelt seit 2021 die nationale CO2-Bepreisung für Verkehr und Wärme.

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Dachverband fordert Trendwende bei Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe

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Berlin 09.09.2026

– In dieser Woche beschäftigt sich der Bundestag in 1. Lesung mit dem Haushaltsgesetz 2027. Es drohen weitere Kürzungen bei den Etats für Entwicklungszusammenarbeit. Die Mittel für humanitäre Hilfe sollen auf sehr niedrigem Niveau stagnieren. Die Kürzungen haben bereits jetzt massive Auswirkungen auf die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen, wie eine Umfrage des Dachverbandes VENRO unter seinen Mitgliedern zeigt. Er fordert Nachbesserungen im parlamentarischen Prozess, zum Beispiel durch Anwendung der Bereichsausnahme.

„Die erneuten Kürzungen bei internationaler Zusammenarbeit verschärfen die ohnehin schon kritische Lage weiter“, sagt Michael Herbst, VENRO-Vorstandsmitglied. „Die Auswirkungen der Klimakrise und zahlreiche kriegerische Konflikte sorgen dafür, dass es mehr Mittel für Resilienz und nachhaltige Entwicklung sowie ausreichende Finanzierung für Nothilfe braucht.“ Beide Ziele seien mit dem Haushaltsentwurf 2027 in weiter Ferne.

Der Bundestag müsse im parlamentarischen Prozess nachbessern, meint Herbst. Es dürfe bei der Entwicklungszusammenarbeit nicht weiter überproportional gekürzt werden. „Seit fünf Jahren sinken die staatlichen Mittel und auch in diesem Jahr muss prozentual kein Ministerium mehr einsparen als das BMZ“, konstatiert Herbst. „Das ist Raubbau an der internationalen Solidarität.“ 

Bei der humanitären Hilfe sei die Lage genauso kritisch: Die vorgesehene Milliarde im Etat des Auswärtigen Amtes reiche schlicht nicht. „Im kommenden Jahr werden wir mehr in den Kampf gegen Hunger investieren müssen, weil der Iran-Krieg und der trockene Sommer zu massiv sinkenden Ernteerträgen führen werden“, so Herbst. Die Regierung habe eine auskömmliche Finanzierung der humanitären Hilfe im Koalitionsvertrag versprochen. „Dieses Versprechen bricht sie erneut, ohne mit der Wimper zu zucken. Es braucht endlich eine Trendwende.“ 2,8 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe und mindestens 11,2 Milliarden Euro für Entwicklungszusammenarbeit fordert Herbst von der Bundesregierung.

Die Auswirkungen der deutschen Kürzungen sind schon jetzt deutlich sichtbar. So ergab eine Umfrage unter VENRO-Mitgliedsorganisationen, dass die Anzahl der unterstützten Projekte dramatisch sinkt und damit auch die Stabilität der lokalen Partnerorganisationen geschwächt wird. „In unserer Stichprobe von 34 Organisationen zeigt sich, dass alleine von diesen Organisationen mehr als zehn Millionen Menschen weniger erreicht werden. Und lokale Partnerorganisationen, zentral für gelingende Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, sind vielfach nicht mehr handlungsfähig“, so Herbst. Zudem sei klar, dass die vollen Auswirkungen erst in drei bis vier Jahren zu sehen sein werden.

Für das Parlament gebe es eine einfache Möglichkeit, mehr Geld zur Verfügung zu stellen. „Die Regierung kann bestimmte Ausgaben von der Schuldenbremse ausnehmen – bei der Modernisierung der Bundeswehr und der militärischen Versorgung der Ukraine ist das ja auch längst geschehen“, so Michael Herbst. „Diese Bereichsausnahme sollte auch für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe angewendet werden.“ Würde man lediglich die Unterstützung für die Ukraine von der Schuldenbremse ausnehmen, werde ein signifikanter dreistelliger Millionenbetrag frei, der in Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe fließen könne. „Deutschland könnte so wieder mehr Verantwortung übernehmen.“

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915.840 Syrer in Deutschland zur Jahresmitte 2026

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Berlin 08.09.2026 

– Ende Juni dieses Jahres haben sich ausweislich des Ausländerzentralregisters (AZR) laut Bundesregierung 915.840 syrische Staatsangehörige in Deutschland aufgehalten nach 936.286 am Ende vergangenen Jahres. Von den genannten 915.840 hatten 70.018 Personen eine Niederlassungserlaubnis und 640.304 eine Aufenthaltserlaubnis, wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/7816) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/7477) weiter ausführt. 9.856 Personen waren danach ausreisepflichtig, davon 6.781 Personen mit und 3.075 ohne Duldung.

61.370 Syrer waren den Angaben zufolge im Besitz einer Aufenthaltsgestattung. Unter „Sonstiges“ (zum Beispiel Aufenthaltstitel beantragt, Fiktionsbescheinigung) sind laut Bundesregierung 134.292 Personen zu subsumieren.

Zugleich waren Ende Juni des laufenden Jahres 4.426 syrische Staatsangehörige im AZR erfasst, die im bisherigen Jahr 2026 freiwillig ausgereist sind, wie die Bundesregierung ferner darlegt. Davon waren laut Vorlage nach vorläufigen Zahlen 2.736 mit Rückkehrförderung ausgereist und 1.690 ohne eine solche Förderung. Dabei sei zu beachten, „dass die Gesamtzahl der freiwilligen Ausreisen syrischer Staatsangehöriger höher liegt, da Behörden nicht immer davon Kenntnis haben, wenn eine Person Deutschland freiwillig verlässt“, schreibt die Bundesregierung des Weiteren.

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Die deutsche und Studenten sind Faul

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Insbesondere in den Naturwissenschaften, der Mathematik und beim Lesen.

Berlin 08.09.2026

– Die Daten sind ernüchternd: Sowohl in Mathe als auch im Lesen und in den Naturwissenschaften sind die Leistungen der Jugendlichen in Deutschland so schlecht wie noch nie.Dabei geht es nicht um Schulstoff oder Noten: Getestet wird für die PISA-Studie weltweit in mehr als 90 Ländern, ob 15-Jährige ihr Wissen anwenden können. Zum Beispiel eine längere E-Mail verstehen und herausfinden, was von ihnen verlangt wird. Weitere Fähigkeiten, die geprüft werden, sind Preise vergleichen oder Informationen aus einer Grafik richtig deuten.In Deutschland erreicht jeder dritte 15-Jährige beim Lesen und in Mathematik nicht das grundlegende Kompetenzniveau, in den Naturwissenschaften ist es ungefähr jeder Vierte. Die Leistungen liegen damit in allen drei Bereichen so niedrig wie noch nie seit Beginn der PISA-Studien vor 25 Jahren.Die Aufholjagd sei vorbei, sagt der Leiter der deutschen PISA-Studie Samuel Greiff. Seit 2015 sinken die Leistungen kontinuierlich. In Mathematik erreichten die Jugendlichen damals noch mehr als 500 PISA-Punkte. Heute sind es 464.

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ifo Institut: PISA-Abstieg gefährdet unseren Wohlstand

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München 08.09.2026

– Der Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann, warnt vor den wirtschaftlichen Folgen der schlechten PISA-Leistungen. „Die grundlegenden Kompetenzen der Bevölkerung sind von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche Produktivität, individuelle Einkommen und gesamtwirtschaftliches Wachstum“, sagt Wößmann. „Deshalb muss der eklatante Abstieg der PISA-Ergebnisse zu einem Umdenken in der Bildungspolitik führen. Die Vermittlung der Basiskompetenzen muss höchste Priorität haben.“ 

Der Rückgang der Mathematik- und Leseleistungen seit der letzten Studie von 2022 entspricht langfristig einem durchschnittlichen Verlust im Erwerbseinkommen von 3 bis 4 Prozent. Im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau von 2018 sind es sogar 9 bis 10 Prozent. Auch gesamtwirtschaftlich gehen der deutschen Volkswirtschaft Billionenbeträge verloren. Personen mit geringeren Basiskompetenzen sind weniger produktiv bei ihren wirtschaftlichen Tätigkeiten und üben eher Berufe mit geringerer Wertschöpfung aus. Darüber hinaus geht ein geringeres Bildungsniveau mit fehlender Innovationsfähigkeit einher. „Um in gut bezahlten Hightech-Berufen international wettbewerbsfähig zu sein, benötigen wir ein Bildungssystem, das Spitzenleistungen hervorbringt“, sagt Wößmann. Da Künstliche Intelligenz (KI) Antworten auf Faktenfragen leicht liefere, ginge es in Zukunft umso mehr darum, die richtigen Fragen zu stellen, Antworten zu hinterfragen und Problemlösungen zu entwickeln. Daher würden gute Basiskompetenzen nur noch wichtiger werden. 

Die heute veröffentlichte PISA-Studie zeigt, dass die Lese-, Mathematik- und Naturwissenschaftsleistungen der deutschen 15-Jährigen nach dem Einbruch während der Coronazeit (2018-2022) bis 2025 noch einmal deutlich gesunken sind und historische Tiefststände erreicht haben. „Es ist auch nicht beruhigend, dass viele andere westliche Länder ebenfalls Rückgänge zu verzeichnen haben“, sagt Wößmann. „Das bedeutet lediglich, dass dort der Wohlstand ebenfalls gefährdet ist – zumal die Leistungen in vielen ostasiatischen Ländern uns mehrere Schuljahre voraus sind.“ 

Der PISA-Abstieg müsse in Politik und Gesellschaft zu einem neuen Fokus auf die Vermittlung von Basiskompetenzen führen. In den Schulen müssten die Lehrkräfte die in der Coronazeit abgesenkten Standards wieder auf das vorherige Anspruchsniveau anheben. Die Noteninflation müsse zurückgedreht werden. Auch in den Familien müssten Eltern ihre Kinder zum Lernen motivieren und begeistern. In der Bildungspolitik könnten jährliche deutschlandweit einheitliche Tests die Transparenz erhöhen. Gleichzeitig sollten Schulen mehr Autonomie erhalten, um den besten Weg zum Erreichen der Ziele zu finden. Kinder aus benachteiligten Hintergründen sollten durch Nachhilfe- und Mentoringprogramme gezielt gefördert werden. Schließlich müsse man früh ansetzen: Alle Kinder sollten wie in Hamburg mit viereinhalb einen Sprachtest machen – wer ein Mindestniveau nicht erreicht, bekommt automatisch Förderung.

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Alkoholsteuer soll um 20 Prozent angehoben werden

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Berlin 08.09.2026  

– Die Bundesregierung will die Alkohol-, die Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer sowie die Alkopopsteuer um jeweils 20 Prozent erhöhen. Dies sieht der von der Regierung eingebrachte Entwurf eines Haushaltsbegleitgesetzes (21/7860(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vor. Mit dem Gesetzentwurf würden umfangreiche Maßnahmen zur strukturellen Konsolidierung des Bundeshaushalts umgesetzt, schreibt die Regierung. Durch die Maßnahmen im Alkoholsteuerbereich sollen im kommenden Jahr 380 Millionen Euro Mehreinnahmen für den Bundeshaushalt entstehen und 2028 455 Millionen Euro. Von 2027 bis 2031 sollen sich die erwarteten Mehreinnahmen auf rund 2,2 Milliarden Euro summieren.

Zu den weiteren Maßnahmen in dem Gesetzentwurf gehören Änderungen im Klima- und Transformationsfondsgesetz. Dadurch werden im Jahr 2027 Einnahmen aus der Versteigerung von Berechtigungen zur Emission von Treibhausgasen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro nicht mehr dem Klima- und Transformationsfonds (KTF), sondern direkt dem Bundeshaushalt zugeführt. Infolge einer umfassenden Kürzung von Finanzhilfen im KTF werde dessen finanzielle Situation verbessert. Daraus ergebe sich Spielraum für eine notwendige Entlastung auch des Bundeshaushalts, sodass ein Teil der Einnahmen im Bundeshaushalt veranschlagt werden könne, heißt es in dem Entwurf.

Außerdem soll durch eine Änderung des Bundeswehrfinanzierungs- und sondervermögensgesetzes später mit der Rückzahlung der aufgenommenen Kredite begonnen werden. Statt zum 1. Januar 2031 soll die Tilgung jetzt zum 1. Januar 2033 beginnen. Die Rückführung der Schulden soll „innerhalb eines angemessenen Zeitraums“ erfolgen.

Der zum 1. Juli 2022 eingeführte Sofortzuschlag im Kinderzuschlag war als zusätzliche Leistung zur Unterstützung von Kindern aus Geringverdienerfamilien bis zu der damals noch vorgesehenen Einführung einer Kindergrundsicherung eingeführt worden. „Weil es dazu nicht gekommen ist, wird dieser Sofortzuschlag nun wieder abgeschafft“, schreibt die Bundesregierung. Erwartet werden Einsparungen in Höhe von 450 Millionen Euro, denen allerdings Mehrausgaben beim Grundsicherungsgeld gegenüberstehen. Außerdem soll der Erhöhungsbetrag des zusätzlichen Bundeszuschusses zur Rentenversicherung im Jahr 2027 um eine Milliarde Euro gekürzt werden. Einschließlich früherer Maßnahmen ergibt sich ein Minderungsbetrag in Höhe von insgesamt 2,2 Milliarden Euro im nächsten Jahr bei der Rentenversicherung.

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Europa

Partner-Vertrauenswürdig

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Berlin 08.09.2026

Deutschland ist ein vertrauenswürdiger Partner der Europäischen Kommission und der EU, wie Außenminister Johann  Wadephul in einer Pressekonferenz mit dem Handelskomissar Maroš Šefčovič der Europäischen Kommission erklärte.

Deutschland und die Europäische Union werden zur Zusammenarbeit aufgerufen, um Arroganz und Spionage gegen europäische Technologien entgegenzuwirken.

Bundesaußenminister Johannes Wadephul erklärte am Dienstag in seiner Eröffnungsrede zur Konferenz der deutschen Botschafter in Berlin, dass das Hauptziel des russischen Krieges gegen die Ukraine die Schwächung der europäischen Wirtschaft und Industrie sei und dass der europäisch-amerikanische Handelsstreit durch europäische Solidarität zum Schutz europäischer Werte beendet werden müsse.

EU-Handelskommissar Šefčovič erklärte seinerseits, die amerikanische Politik gegenüber dem europäischen Handel sei ein Versuch, den europäischen Welthandel zu untergraben und werde letztlich scheitern.

Die Konferenz der deutschen Botschafter dauert noch bis Donnerstag, den 10. September. NATO-Generalsekretär Mark Rutte wird sprechen. Der russisch-ukrainische Krieg und die Entwicklungen im Nahen Osten, insbesondere im Iran, gehören zu den wichtigsten Themen der Gespräche der deutschen Botschafter.

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Modernisierung bei der Bundesagentur für Arbeit

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Berlin 08.09.2026

– Die Arbeitsförderung der Bundesagentur für Arbeit (BA) soll moderner und digitaler werden. Das ist das Ziel eines Gesetzentwurfes (21/7870(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der Bundesregierung, mit dem die Handlungsfähigkeit des Staates durch entbürokratisierte und schnellere Verwaltungsverfahren gestärkt werden soll. So führe das bislang geltende Schriftformerfordernis im Zusammenhang mit Verträgen zwischen Arbeitsuchenden und privaten Arbeitsvermittlern zu einem Aufwand, der in Zeiten zunehmender Digitalisierung vermeidbar sei, heißt es im Entwurf. Zudem soll die Vermittlung in Erwerbsarbeit als zentrale Aufgabe der BA gestärkt werden, womit auch eine Anpassung einzelner Instrumente der Arbeitsförderung einhergeht. Aufgrund des demografischen Wandels stehe die BA zudem vor grundlegenden Herausforderungen, die durch eine digitalisierte Arbeitsverwaltung gemindert werden könnten. So rechne die BA demnach bis 2032 mit einem Personalrückgang aufgrund altersbedingter Abgänge und Fluktuation in erheblichem Ausmaß. „Die konsequente Digitalisierung der Arbeitsverwaltung kann hier dazu beitragen, dem drohenden Personalengpass entgegenzuwirken“, betont die Regierung weiter.

Konkret ist unter anderem geplant, den Vermittlungsprozess weiterzuentwickeln, das Recht der Arbeitslosenversicherung zu vereinfachen und vorhandene Förderinstrumente zielgerichtet anzupassen. Anträge sowie die für die im SGB III (Drittes Buch Sozialgesetzbuch) vorgesehenen Sozialleistungen erforderlichen Angaben sollen künftig vorrangig digital gestellt werden. Die derzeit noch im SGB III vorhandenen Schriftformerfordernisse sollen abgeschafft werden. „So wird bei der Vermittlung durch Dritte unter anderem das Schriftformerfordernis bei Verträgen mit privaten Arbeitsvermittlern durch ein Textformerfordernis ersetzt. Regelungen, die ein persönliches Erscheinen vor Ort erfordern, werden durch die Möglichkeit der Videotelefonie ersetzt und die Verbindlichkeit der Terminwahrnehmung wird erhöht. Durch eine Experimentierklausel werden zusätzliche Räume für innovatives Verwaltungshandeln und moderne Ansätze geschaffen.“

Das Gesetz soll zudem Erleichterungen für Unternehmen bringen, indem der Arbeitsschutz digitalisiert und modernisiert wird. Dabei geht es insbesondere um die Herabstufung von Schriftformerfordernissen auf die Textform nach Paragraf 126b des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). „Denn die Schriftform verlangt die eigenhändige Unterschrift auf Papier und verursacht somit Medienbrüche in digitalisierten Prozessen. Durch das Gesetz sollen Abläufe vereinfacht werden, ohne dabei Schutzstandards in Frage zu stellen“, bekräftigt die Regierung.

Mit dem Gesetzentwurf sind Mehrausgaben durch einmalige Umstellungsaufwände inklusive IT-Aufwände in Höhe von rund acht Millionen Euro im Jahr 2027 sowie rund 11 Millionen Euro ab dem Jahr 2028 verbunden.

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