Wirtschaft
ifo Institut: Selbständige setzen stärker auf Künstliche Intelligenz
München 16.06.2026
– Soloselbständige und Kleinstunternehmen treiben den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) kräftig voran: Aktuell nutzen 51,2 Prozent der Befragten KI in ihren Geschäftsprozessen. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2025 mit 30,4 Prozent. Weitere 16,2 Prozent planen den Einstieg in die KI-Nutzung. Damit ist der Abstand zum Einsatz in der Gesamtwirtschaft (54,5 Prozent) inzwischen gering. „KI ist für Selbständige kein Zukunftsthema mehr“, sagt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. „KI-Tools sind in ihrem Alltag angekommen.“
Bei den Selbständigen stehen externe Angebote von Künstlicher Intelligenz klar im Vordergrund: Knapp 59 Prozent greifen auf kostenpflichtige KI-Dienste zurück, 53 Prozent verwenden kostenlose Tools. 7 Prozent setzen auf selbst entwickelte KI-Systeme. Soloselbständige und Kleinstunternehmen nutzen KI vor allem für Recherche und Informationsbeschaffung, zur Ideengenerierung, zur Text- und Content-Erstellung, für Übersetzungen sowie im Marketing und Vertrieb.
Nach der ausgeprägten Krisenstimmung im April hat sich das Geschäftsklima für Soloselbständige und Kleinstunternehmen im Mai moderat verbessert. Der „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ stieg von minus 29,9 Punkten auf minus 27,7 Punkte. Die Unzufriedenheit mit den laufenden Geschäften nahm ab, zugleich blicken die Selbständigen etwas weniger pessimistisch auf die kommenden Monate. Trotz dieses Lichtblicks bleibt das Geschäftsklima für die Selbständigen deutlich tiefer im Minus als das für die Gesamtwirtschaft. „Die Situation für Selbständige hat sich leicht stabilisiert, bleibt aber fragil“, sagt Demmelhuber.
Technik
ifo Präsident warnt vor existenzieller Abhängigkeit bei Künstlicher Intelligenz
München 19.06.2026
– Nach Ansicht von ifo Präsident Clemens Fuest bedroht die Abhängigkeit von amerikanischen KI-Unternehmen Europas Wirtschaft existenziell. „Die Anordnung der US-Regierung, ausländischen Staatsangehörigen den Zugang zu den neuesten Modellen von Anthropic zu verwehren, zeigt erneut die Verwundbarkeit Europas. Hier sind kritische Sektoren wie Forschung, Industrie und Verteidigung betroffen, die Folgen solcher Abschaltungen können dramatisch sein.“
Europa kontrolliere nur einen Bruchteil der globalen KI-Infrastruktur, sei aber ein bedeutender Anwender. Während die USA etwa 75 Prozent der weltweiten Hochleistungs-Rechenkapazität für moderne KI beherrschen und China rund 15 Prozent, liege Europa mit weniger als 5 Prozent weit zurück.
Um dieser existenziellen Bedrohung entgegenzuwirken, sind laut Fuest drei zentrale Aufgaben für Europa von höchster Dringlichkeit. Erstens müsse der Ausbau von Rechenzentren, Chipfabriken und Energieinfrastrukturen massiv beschleunigt und gefördert werden, Genehmigungsverfahren wären drastisch zu verkürzen. Zweitens sei es nötig, dafür schnell mehr Energie bereitzustellen, was die Reaktivierung stillgelegter Kraftwerke nötig machen könnte. Drittens bräuchte es eine kohärente EU-Strategie für den Ausbau der europäischen KI-Kapazitäten, verbunden mit einer Entschlackung bisheriger Regulierungen wie dem EU AI Act.
„Die KI-Revolution ist vermutlich ähnlich folgenreich wie die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts, sie schreitet nur deutlich schneller voran. Wenn die nationalen Regierungen und die EU nicht sofort entschlossen handeln, wird Europa aus dieser Revolution als großer Verlierer hervorgehen,“ sagt Fuest.
Politik
ifo Institut: Fracking könnte Gasversorgung in Deutschland verbessern – aber nicht kurzfristig
München 17.06.2026
– Fracking kann die Versorgung mit Erdgas in Deutschland in einem begrenzten Umfang stärken. Es wird aber weder aktuelle Engpässe schnell beheben noch Gaspreise spürbar senken. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die im ifo Schnelldienst erschienen ist. „Das Potenzial deutscher Schiefergasvorkommen wird zwar als groß eingeschätzt, jedoch wären nach Experteneinschätzungen Hunderte von Bohrungen notwendig, um diese Ressource zu nutzen“, sagt Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen. „Der Aufbau einer Fracking-Industrie, die entsprechende Mengen fördern könnte, würde sich über mehrere Jahre hinziehen.“
Das Fördervolumen durch Fracking entspricht mit etwa 5 bis 10 Milliarden Kubikmetern pro Jahr rund 6 bis 12 Prozent des deutschen Gasverbrauchs von 2025. Aktuell liegt der Eigenanteil bei 4,2 Prozent. Allerdings ist es unsicher, ob Fracking in Deutschland zu wettbewerbsfähigen Kosten möglich wäre oder ob der Staat die Förderung langfristig unterstützen müsste.. „Die zusätzlichen Fördermengen aus Deutschland sind im globalen Vergleich klein und würden die Preise auf dem Weltmarkt kaum beeinflussen. Hinzu kommt, dass in den USA, Kanada und in weiteren Ländern erhebliche neue Förderkapazitäten für 2027 angekündigt sind, die das Angebot erhöhen werden. Damit sinken auch die Chancen auf dauerhaft wettbewerbsfähige Produktion“, sagt Koautor Cyril Stephanos von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).
Die Umweltrisiken durch Fracking bewerten die Forschenden hingegen als gering, wenn Deutschland hohe Standards durchsetzt. Vor diesem Hintergrund sprechen sie sich dafür aus, Probebohrungen zuzulassen, um dadurch weitere Daten zu den tatsächlichen Förderkosten und Umweltwirkungen zu gewinnen. Dafür müsste jedoch das Fracking-Verbot in Deutschland aufgehoben werden, was auf starke gesellschaftliche Widerstände stoßen könnte.
Die Studie basiert auf Ergebnissen von ESYS – Energiesysteme der Zukunft, der gemeinsamen Initiative von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, sowie der Expertenkommission Fracking. Die Autorinnen und Autoren kombinieren diese Quellen zu einer qualitativen Bewertung, die Chancen, Risiken und Unsicherheiten von Fracking in Deutschland gegenüberstellt und politische Handlungsoptionen aufzeigt.
Politik
Besonderheiten des ostdeutschen Arbeitsmarktes
Berlin 16.06.2026
– Der demografische Druck in Ostdeutschland ist aufgrund der Alterung besonders hoch, der Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt kommt daher besondere Bedeutung zu. Dies gilt für Personen mit und ohne Migrationsgeschichte gleichermaßen. Das betont die Bundesregierung in einer Antwort (21/6381) auf eine Kleine Anfrage (21/5433) der Fraktion Die Linke.
Die Regierung schreibt weiter, dass insbesondere die Chancen in den prosperierenden Zentren genutzt werden sollten, damit auch die umliegenden lokalen Arbeitsmärkte davon profitieren. Hingegen sei der Handlungsbedarf in strukturschwachen ländlichen Gebieten abseits von prosperierenden Städten deutlich größer, damit sich dort regionale Ungleichheiten nicht weiter verstärken. Dies gelte aber auch für strukturschwache ländliche Regionen in Westdeutschland.
Weiteren Handlungsbedarf sieht die Regierung unter anderem bei Langzeitarbeitslosen und Personen ohne schulischen oder beruflichen Abschluss, da diese das höchste Arbeitslosigkeitsrisiko beziehungsweise die geringsten Chancen für eine Beschäftigungsaufnahme aufweisen würden. „Regionen sind dann zukunftsfähig und attraktiv für qualifizierte Zuwanderung aus dem In- und Ausland, wenn ansässige Firmen in Digitalisierung und technologische Innovationen, aber auch in Aus- und Weiterbildung investieren“, heißt es in der Antwort.
Berlin
Pioneering Tech for Freedom
Berlin 17.06.2026
Deep Tech Berlin Agenda, Wirtschaftsssenatorin Franziska Giffey, sagte: Die Deep Technologie Agenda ist Berlins strategische Antwort auf veränderte Rahmenbedingungen und neue innovationspolitische Hausforderungen.
Der Senat beschließt Bundesratsinitiative zur Verschärfung des Waffenrechts: Innenssenatorin Iris Spanger erklärte: Berlin verzeichnet einen deutlichen Anstieg von Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen gegenüber dem Vorjahr 2025.

Fotos: © PWO
Berlin
„BerlinPay“ endet mit positiver Bilanz
Berlin 17.06.2026
Am Wochenende ist das Pilotprojekt „BerlinPay“ nach vier Wochen erfolgreich zu Ende gegangen. Vom 14. Mai bis zum 14. Juni verband die Initiative von visitBerlin nachhaltiges Engagement mit besonderen Berlin-Erlebnissen. Erste Ergebnisse zeigen eine hohe Zufriedenheit bei Teilnehmenden, Partnern und Medien. BerlinPay erreichte eine Teilnehmerzahl im vierstelligen Bereich. Das Angebot stieß bei Berliner:innen wie Gästen der Stadt auf positive Resonanz.
„Die vergangenen vier Wochen haben gezeigt, dass unsere Gäste wie Berlinerinnen und Berliner Freude daran hatten, Berlin auf und am Wasser neu zu entdecken und dabei gleichzeitig etwas Gutes für die Stadt zu tun. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden und unseren touristischen Partnern, die dieses Projekt möglich gemacht haben“, sagtSabine Wendt, Geschäftsführerin von visitBerlin. „Die gute Resonanz bestärkt uns in dem Wunsch, BerlinPay künftig weiterzuentwickeln.“
Unter dem Motto „Tu Gutes für Gutes“ boten rund 40 Berliner Unternehmen und Initiativen ein Programm rund um nachhaltigen Wassertourismus an. Wer sich bei Aktionen wie Bäumegießen, einer klimafreundlichen Anreise, der Teilnahme an Workshops rund um Wasser, Umwelt und Nachhaltigkeit oder Müllsammeln engagierte, erhielt als Dankeschön besondere Erlebnisse oder Goodies. Besonders gefragt waren Angebote wie Clean-up-Kajaktouren sowie Mitmachaktionen auf oder am Wasser. Einige Veranstaltungen waren frühzeitig ausgebucht oder wurden aufgrund der hohen Nachfrage um zusätzliche Termine erweitert. Besonders gut angenommen wurden u.a. die Angebote von Kayak Berlin Tours, Reederei Fangrot und dem Van Loon Restaurantschiff. Neben Gästen aus dem In- und Ausland nutzten auch viele Berliner:innen die Angebote.
Die ersten Ergebnisse der gerade angelaufenen Evaluierung zeigen eine hohe Zufriedenheit unter den Teilnehmenden. Alle Befragten bewerteten die Aktion positiv, neun von zehn würden erneut an BerlinPay teilnehmen. Drei Viertel gaben an, durch ihre Teilnahme etwas Neues gelernt zu haben. Besonders geschätzt wurde die Möglichkeit, Berlin aus neuen Perspektiven zu entdecken und gleichzeitig aktiv einen Beitrag für die Stadt zu leisten. So lobte ein Teilnehmer den „besonderen, anderen Blick auf Berlin vom Wasser aus“. Eine weitere Teilnehmerin bezeichnete BerlinPay als „super Weg, um Berlin gemeinsam schöner zu gestalten“.
Positive Rückmeldungen auch aus der Tourismusbranche
Beteiligte Partner ziehen ebenfalls eine erste positive Bilanz. Mehrere berichten von ausgebuchten Angeboten, guter Nachfrage und engagierten Teilnehmenden. „Sehr zufrieden“, bilanziert der Kanu-Touren-Anbieter Canoa Berlin. Die Initiative a tip:tap bezeichnet BerlinPay als „eine schöne Aktion, um Leute zu motivieren, sich für Nachhaltigkeit zu interessieren“. Die Rückmeldungen zeigen das Potenzial des Projekts.
Internationale Aufmerksamkeit
BerlinPay sorgte weit über Berlin hinaus für Aufmerksamkeit. Medien aus Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Australien berichteten über das Berliner Pilotprojekt. Die britische Zeitung The Telegraph reiste eigens nach Berlin, um über BerlinPay zu berichten und zog ein positives Fazit: „Was BerlinPay angeht, hoffe ich sehr, dass das Projekt nach dieser Testphase fortgesetzt wird und dass andere Städte nachziehen. Die Idee ist verblüffend gut: gut organisiert, für alle Seiten gewinnbringend, dabei einfach zugänglich und unterhaltsam. Eine Form von unkompliziertem Freiwilligentourismus.“ Auch internationale Korrespondent:innen aus Spanien, Frankreich und Südamerika nahmen an Angeboten teil und erlebten das Konzept vor Ort. Die Medien beschrieben BerlinPay als innovativen Ansatz für nachhaltigen Tourismus. So schrieb Le Figaro mit AFP: „Das Ziel ist ein Umdenken: Auch Berlin versucht nun, umweltbewusste Touristen zu belohnen.“ Der Independent stellte heraus, dass Berlin „nachhaltiges Verhalten von Gästen belohnt“. The Times beschrieb BerlinPay als Modell für verantwortungsvollen Tourismus an den Berliner Gewässern.
Inspiriert wurde BerlinPay von der Initiative CopenPay aus Kopenhagen. Gemeinsam mit Berliner Partnern entwickelte visitBerlin das Konzept weiter und passte es für die deutsche Hauptstadt an. Ziel des Projekts ist es, nachhaltiges Verhalten sichtbar zu machen und Menschen dazu zu motivieren, aktiv zum Erhalt und zur Lebensqualität ihres Reiseziels beizutragen. Inzwischen wird es in Kopenhagen dauerhaft durchgeführt. Die Ergebnisse des Berliner Pilotprojekts, das gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie 40 Partnern umgesetzt wurde, werden derzeit ausgewertet und daraufhin geprüft, wie das Konzept weiterentwickelt und im Jahr 2027 fortgeführt werden kann.
© visitBerlin, Foto: Joerg Jasper
Wirtschaft
KONJUNKTURELLER DÄMPFER IM FRÜHJAHR
Berlin 12.06.2026
– Nach der wirtschaftlichen Belebung in Deutschland zu Jahresbeginn zeichnet sich im Frühjahr 2026 – vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und des damit zusammenhängenden deutlichen Energiepreisanstiegs – eine Abschwächung der konjunkturellen Dynamik im zweiten Quartal ab.
Angesichts der erhöhten geopolitischen Unsicherheiten, gestiegener Kosten für Energie und Rohstoffe sowie zunehmender Lieferkettenengpässe mehren sich am aktuellen Rand die Anzeichen für eine Abschwächung der in- und ausländischen Nachfrage, insbesondere nach Investitionsgütern. Laut jüngster Umfrage des ifo Instituts hat sich zudem der Anteil der Industrieunternehmen, die von Engpässen betroffen sind, von 7,5 Prozent im Januar auf 15,9 Prozent im Mai mehr als verdoppelt und liegt nunmehr auf dem höchsten Wert seit zweieinhalb Jahren. Vor allem Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Vorprodukten wie die chemische Industrie und Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren spüren die Folgen der globalen Angebotsverknappung.
Nach dem Einbruch der Stimmungsindikatoren infolge der Eskalation im Nahen Osten haben sich diese zwischenzeitlich angesichts der vorläufigen Waffenruhe und der laufenden Friedensverhandlungen auf niedrigem Niveau stabilisiert. Dies spiegelt vermutlich die Erwartung einer sich abzeichnenden Annäherung im Konflikt im Nahen Osten wider. Allerdings dürfte auch in diesem Fall bis zu einer weitgehenden Normalisierung der Produktions- und Handelskapazitäten das Preisniveau für Energie noch längere Zeit deutlich erhöht und die Liefersituation bei wichtigen Vorleistungsgütern angespannt bleiben. Auch wenn sich die Stimmung in den Unternehmen zuletzt nicht weiter eingetrübt hat und aktuelle Indikatoren wie der LKW-Fahrleistungsindex für den Mai eine gewisse Erholung anzeigen, dürfte sich die Industrieproduktion angesichts der anhaltenden Belastungen in den kommenden Monaten weiter nur verhalten entwickeln.
Auch der Dienstleistungssektor bekommt die geopolitische Krisensituation und die energiepreisbedingten Kaufkraftverluste zunehmend zu spüren. Nach einer aktuellen DIHK-Umfrage vom Mai haben sich sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen von Dienstleistern deutlich eingetrübt. Ebenso verharrt der Einkaufsmanagerindex für den deutschen Dienstleistungssektor unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, auch wenn sich der Rückgang der Geschäftstätigkeit zuletzt leicht abschwächte.
Auf der Nachfrageseite hält die Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte an. Obwohl die Reallöhne im ersten Quartal mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal weiter spürbar zulegten, tendieren der private Konsum und die konsumnahen Dienstleistungsbereiche wie Einzelhandel und Gaststättengewerbe weiter schwach. So waren die preisbereinigten Einzelhandelsumsätze (ohne Kfz) im April ebenso wie die realen Umsätze im Gastgewerbe im März weiter rückläufig. Zuletzt scheint sich die Stimmung der Konsumentinnen und Konsumenten aber auf einem niedrigen Niveau stabilisiert zu haben. Das HDE-Konsumbarometer stieg im Juni leicht an und auch das GfK-Konsumklima erholte sich moderat, wobei sich die Einkommenserwartungen etwas aufhellten, während die Anschaffungsneigung auf einem niedrigen Niveau verblieb. Solange die Energiepreise deutlich erhöht bleiben und die geopolitische Unsicherheit anhält, ist eine spürbare Erholung des privaten Konsums nicht zu erwarten.
Insgesamt deuten die aktuell vorliegenden Konjunkturindikatoren auf eine Stagnation der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im zweiten Quartal hin, wobei nach wie vor erhebliche Risiken hinsichtlich einer erneuten Eskalation des Nahost-Konflikts, eines weiteren Anstiegs der Energie- und Rohstoffpreise sowie einer Verschärfung von Materialengpässen bestehen.
WELTWIRTSCHAFTLICHE DYNAMIK VERLANGSAMT SICH
Die weltweite Industriekonjunktur hat sich im März mit einem Rückgang der globalen Ausbringungsmenge um saisonbereinigt 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat spürbar abgekühlt. Während die Produktion in den Industrieländern in etwa stagnierte, brach sie in der Region des Nahen Ostens und Afrika mit – 26,0 Prozent infolge des Kriegs im Iran und der Blockade der Straße von Hormus deutlich ein. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag sie insgesamt nur noch um 1,3 Prozent im Plus. Die Frühindikatoren für die Weltkonjunktur weisen aktuell auf eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau hin: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft bewegte sich mit 51,8 Punkten im Mai seitwärts und signalisiert damit trotz des Iran-Konflikts weiterhin ein moderates Wachstum. Zum Teil dürfte dies damit zusammenhängen, dass Kunden ihre Nachfrage vorzogen, um erwartete Preissteigerungen und Lieferengpässe abzufedern. Die Stimmung in der Industrie (52,6 Punkte) übertraf im Mai zum dritten Mal in Folge die im Dienstleistungsgewerbe (51,3 Punkte). Die Konjunkturerwartungen der Finanzinvestoren bleiben dagegen weiter eher optimistisch: Ungeachtet der anhaltend hohen Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts im Nahen Osten ist der Sentix-Konjunkturindex im Juni um 4,4 auf 8,0 Punkte gestiegen. Dabei verbesserten sich sowohl die Lageeinschätzung als auch die Erwartungen mit Blick auf die Weltkonjunktur.
Der weltweite Güterhandel ging im März im Vormonatsvergleich erstmals seit August 2025 mit – 2,1 Prozent spürbar zurück. Infolge der faktischen Sperrung der Straße von Hormus sank der Außenhandel Afrikas und des Nahen Ostens deutlich. Darüber hinaus kam es zu kräftigen Rückgängen bei den Exporten Chinas sowie der asiatischen Schwellenländer, die zum Teil wohl mit dem in diesem Jahr spät liegenden chinesischen Neujahrsfest zusammenhängen dürften. Gegenüber März 2025 lag das globale Handelsvolumen insgesamt noch um 2,9 Prozent im Plus, im Vormonat hatte es den Vorjahreswert noch um 7,6 Prozent übertroffen.
Schiffsbewegungs- und Containerumschlagsdaten weisen für das zweite Quartal auf weitere Rückgänge hin. Der RWI/ISL-Containerumschlagindex ist im April angesichts der anhaltenden Sperrung der Straße von Hormus erneut von 142,2 auf 141,2 Zähler gesunken. Der Nordrange-Index für die Entwicklung im nördlichen Euroraum gab um 1,5 Punkte auf 118,5 Punkte nach. Besonders deutlich ging die Dynamik in den chinesischen Häfen zurück. Laut RWI dürften Lieferkettenstörungen durch den Konflikt im Nahen Osten und eine sinkende Nachfrage wesentlich dazu beigetragen haben. Auch der Trade Monitor des Internationalen Währungsfonds ist im April zum ersten Mal seit rund drei Jahren in den negativen Bereich gerutscht und deutet auf eine rückläufige Handelsaktivität hin.
Aktuelle Prognosen für die weltwirtschaftliche Entwicklung gehen unter der Annahme einer baldigen Beruhigung des Konflikts im Nahen Osten von BIP-Wachstumsraten von rund drei Prozent für das laufende und das kommende Jahr aus, betonen aber die erheblichen Abwärtsrisiken bei länger anhaltenden und höheren Energiepreisen und Lieferkettenstörungen. Auch für den Welthandel werden spürbare Beeinträchtigungen und damit – trotz des Booms im Handel mit KI-bezogenen Gütern – deutlich geringere Zuwächse als im vergangenen Jahr prognostiziert.
Wirtschaft
ifo Institut: Materialengpässe bremsen Industrieproduktion und treiben Verbraucherpreise
München 11.06.2026
– Der Materialmangel wirkt sich negativ auf die Industrieproduktion aus und erhöht die Preise langfristig. Dies zeigt eine neue Studie des ifo Instituts. Demnach führen unerwartete Materialengpässe zu einem kurzfristigen Rückgang der Industrieproduktion um 2,4 Prozent. „Unerwartete Störungen von Lieferketten können Unternehmen und Wirtschaft erheblich belasten. Besonders lange spüren es die Verbraucher, da die Preise auch Jahre nach dem Engpass steigen“, sagt ifo-Forscherin Lara Zarges. Besonders stark ist der Einbruch der Produktion in der Automobilindustrie. Die stärksten Preiseffekte sind in der Holz- und Pharmaindustrie zu beobachten.
Mit Blick auf die Produktion bremsen zunehmende Materialengpässe die Produktion sofort, sie steigt aber bei verfügbarem Material erst langsam wieder auf das frühere Niveau. „Kurzzeitige Entspannungen in der Materialverfügbarkeit reichen daher nicht aus, um die Produktionsverluste auszugleichen“, sagt ifo-Forscherin Friederike Fourné. Noch zwei Jahre nach einem negativen Schock liegt die Industrieproduktion insgesamt 0,5 Prozent unter dem Niveau, das in einem Szenario ohne Materialengpassschock eingetreten wäre.
Die Erzeugerpreise und Rohstoffpreise erreichen ihren stärksten Preisanstieg etwa ein Jahr nach dem Schock mit etwa 0,3 Prozent (Erzeugerpreise) und 0,6 Prozent (Rohstoffpreise). Am längsten spürbar bleibt der Materialengpass bei den Verbraucherpreisen. Selbst zwei Jahre nach den Engpässen steigen die Verbraucherpreise um rund 0,1 Prozentpunkte pro Quartal.
Die Autorinnen nutzen die monatlichen ifo-Unternehmensbefragungen im Verarbeitenden Gewerbe für den Zeitraum 2002 bis Mitte 2025. Monatlich beantworten zwischen 2.000 und 5.000 Betriebe die Umfrage. Die Studie betrachtet dabei nur unerwartete und kurzfristige Schocks durch Materialmangel. Die Auswirkungen dieser Schocks wurden mit Blick auf Industrieproduktion, Erzeugerpreisindex, Rohstoffpreisindex und Verbraucherpreisindex untersucht.
Politik
Luftfahrtstrategie der Bundesregierung
Berlin 10.06.2026
Zur Eröffnung der größten Luft- und Raumfahrtmesse in Deutschland hat die Bundesregierung heute ihre neue Luftfahrtstrategie beschlossen. Der Strategie liegt das Leitbild zugrunde, Deutschland als führende Luftfahrtnation zu positionieren, die ökonomisch und technologisch wettbewerbsfähig, souverän, resilient und nachhaltig ist. Erstmals werden die zentralen Handlungsfelder der Luftfahrtindustrie, des Luftverkehrs sowie der militärischen Luftfahrt aus einem Guss in einem integrierten Ansatz zusammengeführt.
Neben einem gemeinsamen Leitbild definiert die Strategie die zentralen Ziele und Handlungsfelder für die zukünftige Luftfahrtpolitik der Bundesregierung. Sie beschreibt die notwendigen Weichenstellungen und strategischen Prioritäten und bildet damit die Grundlage für konkrete Maßnahmen in den kommenden Jahren – von der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrs über die gestiegene Bedeutung der militärischen Luftfahrt und Luftfahrtindustrie bis hin zur strategischen Neuausrichtung der Forschungsförderung auf industrielle Zukunftsaufgaben.
Bundesminister für Verkehr Patrick Schnieder:
„Wir stellen jetzt die Weichen, um den Luftverkehrsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb zu stärken. Wir wollen, dass Deutschland als führende Luftfahrtnation wettbewerbsfähig, technologisch stark, souverän, resilient und nachhaltig ist. Dafür schaffen wir mit der Luftfahrtstrategie die Grundlage. Sie benennt kurzfristige Entlastungen für die Luftverkehrswirtschaft, wie zum Beispiel die Senkung der Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026. Sie setzt aber auch auf mittel- und langfristige Entlastungen, zum Beispiel durch Bürokratierückbau und Investitionen in Modernisierungen, nachhaltige Technologien und Digitalisierung. So unterstützen, gestalten und fördern wir aktiv die Zukunft der Luftfahrt.“
Bundesministerin für Wirtschaft und Klimaschutz Katherina Reiche:
„Unsere Luftfahrtindustrie steht mit 19% Wachstum im letzten Jahr und einem Rekordwert von 130.000 Beschäftigten so gut da wie nie. Dies ist Verdienst einer innovativen Industrie und Ergebnis der konsequenten Unterstützung der Bundesregierung. Wir wollen die industrielle Erfolgsgeschichte fortschreiben. Daher richten wir mit der Luftfahrtstrategie unsere Förderinstrumente noch konsequenter auf die nächsten großen Herausforderungen aus, insbesondere die nächste Generation von Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen. Schon der gerade angelaufene neue Förderaufruf des Luftfahrtforschungsprogramms LuFo wird diese neue Schwerpunktsetzung umsetzen. Der heutige Kabinettsbeschluss ist für mich dabei erst ein Anfang. Gemeinsam mit der Branche werden wir nachhalten, dass die heute verabredeten Schwerpunkte und Maßnahmen auch zeitnah umgesetzt werden. Ich werde hierzu einen Steuerungskreis einsetzen.“
Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius:
„Die militärische Luftfahrt spielt eine Schlüsselrolle für die Verteidigung Deutschlands und des Bündnisgebietes. Dafür sind wir auf eine leistungsfähige und innovative nationale Luftfahrtindustrie angewiesen, auch um allzu große Abhängigkeiten zu vermeiden. Mit modernen Kampfflugzeugen, Hubschaubern, aber auch Lenkflugkörpern aus Deutschland beweist unsere Verteidigungsindustrie, dass sie die Truppe für ihren Auftrag ausrüsten kann. Die ressortübergreifende Luftfahrtstrategie berücksichtigt nun erstmals sowohl zivile als auch militärische Aspekte. Damit schaffen wir Synergien. Die Innovationen in einem Bereich können schnell auf den anderen übertragen werden. All das dient der Einsatzbereitschaft und Fähigkeitsentwicklung unserer Bundeswehr“.
Politik
Bundeswirtschaftsministerium startet Förderaufruf für Cross-Innovationen
Berlin 10.06.2026
Das Bundeswirtschaftsministerium startet heute einen weiteren Förderaufruf im Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP). Er fokussiert auf gemeinschaftlich entwickelte Cross-Innovationen von Unternehmen.
Parlamentarische Staatssekretärin Gitta Connemann: „Die besten Ideen entstehen dort, wo Menschen und Betriebe zusammen Neues wagen. Wenn Handwerk auf Digitalwirtschaft trifft. Wenn Start-ups mit Traditionsunternehmen an einem Tisch sitzen. Wenn Kreative und Praktiker ihre Stärken verbinden. Genau das ist Cross-Innovation. Unterschiedliche Erfahrungen. Unterschiedliche Blickwinkel. Ein gemeinsames Ziel: bessere Lösungen für morgen. Daraus entstehen neue Produkte, neue Dienstleistungen und neue Wege des Arbeitens. Mit dem neuen IGP-Förderaufruf wollen wir genau solche Partnerschaften stärken. Denn Innovation braucht Mut, Austausch und Zusammenarbeit. Ich bin gespannt auf viele gute Ideen aus ganz Deutschland. Ideen, die zeigen, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam Zukunft gestalten.“
Das IGP fördert die Entwicklung von unternehmerischen nichttechnischen Innovationen. Der aktuelle Förderaufruf zielt auf gemeinschaftlich entwickelte Geschäftsmodelle und Pionierlösungen von Unternehmen. Im Fokus stehen Cross-Innovationen wie neue Organisationsdesigns, Services oder digitale Anwendungen, die branchen- oder disziplinübergreifend entwickelt werden. Von Interesse sind dabei beispielsweise gemeinsame Projekte von Start-ups und etablierten Mittelständlern, von Unternehmen aus der Kreativwirtschaft und mittelständischen Industriebetrieben oder aus dem Handwerk und jungen Digitalunternehmen. Die besten Ideen werden wettbewerblich in einem mehrstufigen Verfahren ermittelt, erster Schritt ist die Einreichung von Teilnahmeanträgen bis zum 20. August 2026.
Das IGP wird vor allem von kleinen, jungen und digitalaffinen Unternehmen stark nachgefragt. Ein weiterer Förderaufruf wird voraussichtlich noch in diesem Jahr starten.
Wirtschaft
ifo Institut: Unternehmen etwas optimistischer vor Fußballturnieren
München 10.06.2026
– Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft könnten die Unternehmen in Deutschland etwas optimistischer in die Zukunft blicken. Darauf deuten frühere Auswertungen der ifo Konjunkturumfrage hin. „Die Vorfreude auf ein großes Turnier wirkte sich bisher oft positiv auf die Erwartungen in den Chefetagen aus. Der Effekt ist aber eher klein und klingt innerhalb von sechs Monaten nach Ende des Turniers ab“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Bei den Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage sahen wir hingegen kaum Reaktionen.“
In den zwei Monaten vor Turnierbeginn steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Firmen bessere Geschäfte erwarten, um rund sechs Prozentpunkte. Es gab darüber hinaus wenig Unterschiede zwischen den Reaktionen der Sektoren Industrie, Dienstleister und den Groß- und Einzelhandel auf Großereignisse wie Fußball EM oder WM. Mit Blick auf die WM 2026 in Nordamerika gilt: Nur wenn Deutschland die WM gewinnt, besteht die Chance auf einen dauerhaften Impuls: „Die Forschung zeigt, dass Weltmeister-Länder tatsächlich einen realen Wachstumsschub verzeichnen. Ab Platz zwei bleibt es bei der Begeisterung und die verfliegt schnell wieder“, sagt Wohlrabe.
Untersucht wurden rund 2,2 Millionen Firmenbeobachtungen aus Industrie, Dienstleistung und Handel aus 17 Turnieren zwischen 1991 und 2024 im Rahmen der monatlichen ifo Konjunkturumfragen.
Politik
Tempo bei Investionen
Berlin 09.06.2026
– Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) stellt die Bundesregierung 500 Milliarden Euro für die Modernisierung Deutschlands bereit. 2027 wird das dritte Jahr in Folge mit Rekordinvestitionen. Das SVIK ist ein Generationenprojekt: Maßnahmen können über 12 Jahre bewilligt werden. Die effiziente und transparente Verwendung der Mittel aus dem Investitionspaket hat für das Bundesfinanzministerium höchste Priorität.
Der ehrenamtliche und unabhängige Investitions- und Innovationsbeirat (IIB) beim Bundesministerium der Finanzen hat am heutigen 9. Juni 2026 seinen ersten Bericht mit Empfehlungen an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil übergeben. Die Empfehlungen sind ein weiterer wichtiger Baustein, um das Investitionspaket effizient und transparent umzusetzen.
Das Bundesfinanzministerium hat bereits am 1. Juni 2026 einen ersten Monitoringbericht veröffentlicht und auf der Website bundeshaushalt.de ein Dashboard mit detaillierten Informationen zu den Investitionsmitteln des SVIK bereitgestellt. Mit dem Monitoring setzt die Bundesregierung einen neuen Standard in Transparenz und Nachvollziehbarkeit öffentlicher Investitionen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil erklärte: Wachstum, Tempo und Transparenz. Die Investitionen nehmen Fahrt auf. Aber das Tempo aller Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen bei Planungen, Genehmigungen und Umsetzung muss noch höher werden. Die Empfehlungen des Investitions- und Innovationsbeirats zeigen: So kann es schneller gehen. Das ist gut. Wir brauchen Antreiber, überall im Land.
Wirtschaft
Stromerzeugung im 1. Quartal 2026 mehrheitlich aus erneuerbaren Quellen
Wiesbaden 09.06.2026
– Im 1. Quartal 2026 wurden in Deutschland 126,6 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert und in das Stromnetz eingespeist. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 6,0 % mehr Strom als im 1. Quartal 2025 (119,5 Milliarden Kilowattstunden). Mehr als die Hälfte des inländisch erzeugten Stroms (53,3 %)
stammte aus erneuerbaren Energieträgern. Insgesamt stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen gegenüber dem Vorjahresquartal um 13,9 % auf 67,5 Milliarden Kilowattstunden. Im 1. Quartal 2025 hatte der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen bei 49,6 % gelegen. Demgegenüber sank die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern im 1. Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,8 % auf 59,1 Milliarden Kilowattstunden und einen Anteil von 46,7 % an der gesamten inländischen Stromproduktion (1. Quartal 2025: 50,4 %).
• Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien steigt um 13,9 %,
konventionelle Stromerzeugung sinkt um 1,8 % gegenüber dem Vorjahresquartal
• Insgesamt 6,0 % mehr Strom ins Netz eingespeist als im Vorjahresquartal
• Stromexporte steigen um 20,4 %, Stromimporte sinken um 15,5 % –
Deutschland damit erstmals seit dem 4. Quartal 2023 wieder Netto-Exporteur von
Strom
Politik
Auswirkungen des Iran-Krieges auf Lebensmittelpreise
Berlin 09.06.2026
– Die Abgeordneten der Fraktion Die Linke befürchten, dass der Krieg der USA und Israels gegen den Iran und eine sich verschärfende Klimakrise die Preise für Lebensmittel in die Höhe treiben könnten. In einer Kleinen Anfrage (21/6196) mit erkundigen sich die Abgeordneten bei der Bundesregierung unter anderem danach, wie sich die Verbraucherpreise für Lebensmittel sowie die internationalen Agrarrohstoffpreise seit dem 28.Februar 2026 entwickelt haben, welche Maßnahmen sie ergriffen hat, um eine Teuerung von Lebensmittelpreisen zu verhindern oder zu dämpfen und inwiefern sie plant, Menschen infolge von gestiegenen Lebensmittelpreisen gezielt zu entlasten.
Berlin
Berlin gewinnt den EULAR 2027 Kongress
Berlin 09.06.2026
– Berlin wird vom 9. bis 12. Juni 2027 Gastgeberin des Jahreskongresses der European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR). Die internationale Fachveranstaltung zählt zu den weltweit wichtigsten Kongressen im Bereich Rheumatologie und bringt rund 14.000 Fachteilnehmende in die Hauptstadt.
Der mehrtägige Kongress wird auf dem Gelände der Messe Berlin stattfinden und internationale Expert:innen aus Forschung, Klinik und Gesundheitswesen zusammenbringen. Als renommiertes Forum fördert er den weltweiten Austausch zwischen Ärzt:innen, Wissenschaftler:innen, Menschen mit Arthritis und Rheuma, Fachkräften aus dem Gesundheitswesen sowie Vertreter:innen der pharmazeutischen Industrie. Der diesjährige EULAR-Kongress ist am ersten Juni-Wochenende in London zu Ende gegangen; dort wurde Berlin als nächster Austragungsort bekanntgegeben.
„Wieder ist es in einer gemeinsamen Anstrengung mit der Messe Berlin gelungen, einen der ganz großen europäischen Kongresse für Berlin zu gewinnen. Das beweist unsere Marktführerschaft im Bereich der medizinischen Tagungen und bringt viel Wertschöpfung für die Visitor Economy“, sagt Burkhard Kieker, Sprecher der Geschäftsführung von visitBerlin.
Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin: „Der Zuschlag für den EULAR-Kongress 2027 zeigt, wie gefragt Berlin für internationale Kongresse und Tagungen besonders in der Gesundheitswirtschaft ist. Solche Erfolge bestärken uns darin, unsere Infrastruktur konsequent weiterzuentwickeln. Mit dem neuen Kongresszentrum dock9 erweitern wir das Angebot auf dem Messegelände um dringend benötigte Kapazitäten und schaffen optimale Bedingungen für die Kongresse von morgen.“
Die erfolgreiche Akquise des EULAR durch das Berlin Convention Office von visitBerlin gemeinsam mit der Messe Berlin stärkt Berlins Position als führende Kongressmetropole und Standort für Medizin- und Wissenschaftsveranstaltungen. Bereits 2012 war EULAR mit rund 12.000 Teilnehmenden in Berlin zu Gast. Die Austragung des Kongresses im kommenden Jahr setzt wichtige wirtschaftliche Impulse für Hotellerie, Gastronomie, Mobilität und Veranstaltungsdienstleistungen und erhöht zugleich die internationale Sichtbarkeit Berlins als Gesundheits- und Innovationsstandort.
Auf dem Programm des EULAR 2027 stehen mehr als 200 Programmpunkte, darunter wissenschaftliche Präsentationen, Workshops, Fortbildungsangebote, Networking-Formate sowie eine große Fachausstellung. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen in Forschung, Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen sowie neue Ansätze in der Patientenversorgung. 2027 feiert EULAR zudem das 80-jährige Bestehen des Verbands; Präsident ist Prof. Dr. Xenofon Baraliakos aus Nordrhein-Westfalen.
Wirtschaft
ifo Institut: Wirtschaft wächst in zwölf Bundesländern
München 09.06.2026
– Im ersten Quartal 2026 stieg die Wirtschaftsleistung in zwölf Bundesländern im Vergleich zum Vorquartal. Dies ergaben neue Berechnungen des ifo Instituts. Die stärksten Anstiege verzeichneten Berlin und Brandenburg mit jeweils 0,9 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (jeweils 0,8 Prozent). „Insbesondere die Industrie ist stark in das Jahr gestartet, wovon einige Bundesländer stärker profitieren als andere“, sagt ifo-Konjunkturexperte Robert Lehmann. „Jedoch belasten die im Zuge des Irankrieges stark gestiegenen Preise das Wachstum.“
In Mecklenburg-Vorpommern stieg die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent. Die Wirtschaft in Bayern und Sachsen-Anhalt legte um jeweils 0,3 Prozent zu, jene im Saarland und in Bremen um 0,2 Prozent. Nordrhein-Westfalen hingegen schrumpfte um 0,1 Prozent. Da einige norddeutsche Bundesländer im vergangenen Jahr ein kräftiges Wirtschaftswachstum verbuchten, fällt die wirtschaftliche Entwicklung dort zu Jahresbeginn schwächer aus. In Schleswig-Holstein und Hamburg etwa ging die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent zurück, in Niedersachsen um 0,2 Prozent. Spürbare Impulse kommen aus den erhöhten staatlichen Ausgaben für Verteidigung. „Die Standorte mit einer ausgeprägten Rüstungsindustrie in Nord- und Westdeutschland profitieren in erheblichem Umfang von der Aufrüstung und Erneuerung des Verteidigungssektors“, sagt Lehmann. Jedoch macht sich der Strukturwandel in der Industrie bemerkbar, von dem die Bundesländer ganz unterschiedlich erfasst werden. So ist die wirtschaftliche Erholung in Nordrhein-Westfalen verhalten, wo die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Industrie spürbar zurückgegangen ist.
-
Berlin1 Tag agoPioneering Tech for Freedom
-
Berlin1 Tag ago„BerlinPay“ endet mit positiver Bilanz
-
Politik1 Tag ago
Linke: Mehr Geld für „Kultur macht stark“-Programm
-
Politik1 Tag ago
Aufenthaltserlaubnisse für Fachkräfte mit Berufsausbildung
-
Politik1 Tag ago
Gemeinsames Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen eröffnet
-
Kunst1 Tag ago
Bericht zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik
-
Technik1 Tag ago
ifo Präsident warnt vor existenzieller Abhängigkeit bei Künstlicher Intelligenz
-
Politik1 Tag ago
Grüne fordern besseren Schutz vor Hitze
-
Politik1 Tag ago
Keine Todesopfer an deutschen Grenzen im Jahr 2025
-
Politik1 Tag ago
Linke fordert Stärkung der Betriebsrente
-
Politik1 Tag ago
Merz in Danzig
-
Politik1 Tag ago
Antirassismus-Kommission des Europarats stellt Fortschritte und verbleibende Herausforderungen in Österreich fest
-
Politik1 Tag ago
Besonderheiten des ostdeutschen Arbeitsmarktes
-
Welt1 Tag ago
Schlafstörungen
-
Politik1 Tag ago
Bundesrat zu digitalen Ermittlungsbefugnissen der Polizei




