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Wirtschaft

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Februar 2025

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Berlin 13.2.2025 

Die deutsche Wirtschaftsleistung fiel zum Jahresende 2024 mit einem BIP-Rückgang um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal schwächer aus als zunächst gemeldet. Aktuelle Frühindikatoren zeigen eine leichte Aufhellung, wobei sich die Zweiteilung zwischen positiv tendierendem Dienstleistungssektor und rezessiver Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe fortzusetzen scheint. Vor dem Hintergrund der anhaltend schwachen binnen- und außenwirtschaftlichen Nachfrage, der gestiegenen innen- und geopolitischen Risiken, insbesondere mit Blick auf die US-Handelspolitik, und der daraus gedämpften Konsum- und Investitionsstimmung ist eine spürbare wirtschaftliche Belebung zu Jahresbeginn noch nicht erkennbar.

Ø  Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe erhöhten sich im Dezember gegenüber dem Vormonat zwar um 6,9 % spürbar; bereinigt um Großaufträge stiegen sie um 2,2 %. Im vierten Quartal insgesamt blieben die Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe unverändert. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ging zum Jahresende 2024 um 2,4 % im Dezember gegenüber dem Vormonat zurück. Maßgeblich hierfür war eine sinkende Industrieproduktion. Das Baugewerbe stagnierte, während der Energiesektor leicht expandierte. Im vierten Quartal insgesamt tendierte die Produktion im Produzierenden Gewerbe mit -0,9 % unverändert rückläufig. Angesichts der Stimmungsindikatoren von ifo und S&P Global, die nach wie vor ein niedriges Niveau anzeigen, zeichnet sich bei der Industriekonjunktur noch keine Trendwende zu Jahresbeginn ab.

Ø  Die realen Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Dezember gegenüber dem Vormonat um 1,6 % gesunken, im vierten Quartal war insgesamt aber ein Plus von 0,6 % zu verzeichnen. Neuzulassungen von Pkw sind im Januar sowohl gegenüber dem Vormonat mit -5,5 % als auch dem Vorjahresmonat mit -2,8 % rückläufig. Sorgen um Arbeitsplatzsicherheit und anhaltende geopolitische Unsicherheiten stehen einer spürbaren Erholung des Konsumklimas weiter entgegen.

Ø  Der deutliche Anstieg der Verbraucherpreise zum Jahresende 2024 setzte sich im Januar nicht fort. Die Inflationsrate ging im Januar um 0,3 Prozentpunkte auf +2,3 % zurück. Maßgeblich hierfür waren ein deutlich abgeschwächter Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+0,8 %) sowie der anhaltende Rückgang der Energiepreise (-1,6 %). Auch die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) ging deutlich um 0,4 Prozentpunkte auf 2,9 % zurück. Hier spielt der geringere Preisdruck bei Dienstleistungen eine Rolle.

Ø  Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter vergleichsweise robust, leidet aber zunehmend unter der schwachen Konjunkturentwicklung. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Dezember zwar noch leicht an, gleichzeitig erhöhte sich im Januar jedoch auch die registrierte Arbeitslosigkeit und die Unterbeschäftigung. Die Zahl der Kurzarbeitenden lag im November deutlich höher als im Vorjahresmonat. Die Frühindikatoren lassen zum Jahresanfang 2025 noch keine spürbare Erholung am Arbeitsmarkt erwarten.

Ø  Der IWH-Insolvenztrend weist für Januar mit 1.342 Insolvenzen einen gegenüber dem Vormonat nahezu unveränderten Wert aus, bewegt sich aber weiterhin auf vergleichsweise hohem Niveau. Die Zahl der von Insolvenz betroffenen Beschäftigten bewegt sich im historischen Vergleich auf einem deutlich erhöhten Niveau.

Verhaltene wirtschaftliche Dynamik zu Jahresbeginn

Im vierten Quartal hat sich die Wirtschaftsleistung mit einem Rückgang um 0,2 % im Vergleich zum Vorquartal stärker abgeschwächt als zuvor vom Statistischen Bundesamt mitgeteilt. Damit ist die deutsche Wirtschaft etwas schwächer in das neue Jahr gestartet als zunächst angenommen.

Aktuelle Frühindikatoren zeigen eine leichte Aufhellung zu Jahresbeginn an, wobei sich die in der Vergangenheit zu beobachtende Zweiteilung zwischen Industrie und Dienstleistungen weiter abzeichnet. So hat sich die Stimmung der Unternehmen in Deutschland im Januar laut ifo Geschäftsklimaindex zwar leicht verbessert; dabei waren allerdings vor allem Unternehmen im Dienstleistungssektor und im Handel zufriedener mit den laufenden Geschäften. Im Verarbeitenden Gewerbe hat die Skepsis der Unternehmen mit Blick auf die kommenden Monate das Geschäftsklima dagegen erneut gedämpft. Ursächlich dafür dürften neben der schwachen Auftragslage nicht zuletzt die erhöhten Risiken angesichts der angedrohten US-Zölle sein. Dagegen überraschte der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe im Januar mit einem deutlichen Anstieg, wobei er mit 45 Punkten weiterhin deutlich unter der Expansionsgrenze verbleibt.

Die industrielle Schwäche spiegelt sich in dem deutlichen Rückgang der Industrieproduktion im Dezember, der insbesondere auf Rückgänge in den Bereichen Automobilindustrie, Chemie und Maschinenbau zurückzuführen war. Angesichts der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen und anhaltender binnen- und außenwirtschaftlicher Unsicherheiten ist nicht mit einer raschen Erholung des verarbeitenden Gewerbes zu rechnen. Darauf deutet auch die Fahrleistung mautpflichtiger Lastkraftwagen als Frühindikator für die Industrieproduktion hin, die im Januar gegenüber Dezember saison- und kalenderbereinigt um 0,1 % gesunken ist.

Damit dürfte es der deutschen Wirtschaft auch zu Jahresbeginn schwerfallen, sich aus der anhaltenden Stagnation zu lösen. Eine schwache binnen- und außenwirtschaftliche Nachfragesituation, eine erhöhte politische Unsicherheit und schwach ausgelastete Kapazitäten belasten Produktion und Investitionen. Zudem dürfte die gesunkene Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie die Exportentwicklung weiterhin dämpfen. Auch beim privaten Konsum zeigen aktuelle Indikatoren wie das GfK-Konsumklima oder die ifo Geschäftserwartungen trotz der gestiegenen Löhne nur eine verhaltene Entwicklung zu Jahresbeginn an. Dabei dürften Sorgen bezüglich der Arbeitsplatzsicherheit sowie die innenpolitischen Unsicherheiten mit Blick auf die vorgezogene Bundestagswahl die Erholung des Konsumklimas bremsen. Zudem stellt die seitens der neuen US-Regierung angekündigte Verschärfung des globalen Zollregimes ein Abwärtsrisiko für die Konjunktur dar.

WELTWIRTSCHAFT mit wenig schwung

Die weltweite Produktion von Industriegütern entwickelt sich nach wie vor verhalten. Im November wurde sie saisonbereinigt um 0,3 % gegenüber dem Vormonat ausgeweitet und lag damit um 1,8 % über dem Wert des Vorjahres. Für die Jahreswende sendeten Frühindikatoren für die globale Industrieproduktion gemischte, aber zuletzt etwas positivere Signale. Der Stimmungsindikator von S&P Global hat sich im Januar zwar um ‑0,8 Punkte auf 51,8 Punkte verringert, verbleibt damit aber oberhalb der Expansionsschwelle. Ursächlich hierfür war in erster Linie der Rückgang im Dienstleistungsbereich um 1,6 Punkte auf 52,2 Punkte. Der Index für die Industrie verbesserte sich dagegen und lag mit 50,1 Punkten zum Jahresanfang wieder leicht über der Wachstumsschwelle. Auch der SENTIX-Index, der die Stimmung unter Finanzinvestoren mit Blick auf die Weltkonjunktur widerspiegelt, ist im Februar gestiegen. Sowohl die Erwartungen als auch die Lage verbesserten sich.

Der weltweite Güterhandel hat sich im November im Vormonatsvergleich um 0,4 % erhöht. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt er aktuell mit 3,6 % im Plus. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index hat sich dagegen im Dezember weiter schwach entwickelt und ist von 124,1 auf 123,0 Punkte gesunken. Während sich die Aktivität in den chinesischen Häfen erhöhte, ist sie in den europäischen Häfen zurückgegangen.

SCHWACHES EXPORTJAHR 2024 TROTZ KLEINEM ENDSPURT ZUM JAHRESENDE

Nachdem die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen bereits im November um saison- und kalenderbereinigt 2,0 % gegenüber dem Vormonat angestiegen waren, erhöhten sie sich im Dezember mit +2,2 % erneut. Im Gesamtjahr 2024 gingen die Exporte trotz des kleinen Endspurts zum Jahresende allerdings das zweite Jahr in Folge zurück. Gegenüber 2023 verringerten sie sich um 0,2 %, insbesondere, weil die Nachfrage nach deutschen Waren aus wichtigen Absatzmärkten wie den EU-Ländern (-1,3 %) und China (-7,4 %) spürbar zurückging. Im Gegensatz dazu stiegen die Warenexporte in die USA um 2,4 % an. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen erhöhten sich im Dezember saison- und kalenderbereinigt ebenfalls, im Vormonatsvergleich um 1,1 %. Im Gesamtjahr 2024 blieben die Importe im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Insbesondere die Warenimporte aus den EU-Ländern und den Vereinigten Staaten gingen zurück (jeweils -3,3 %).

Der monatliche Handelsbilanzüberschuss weitete sich im Dezember infolge des stärkeren Anstiegs der Exporte von Waren und Dienstleistungen im Vergleich zu den Importen um 1,8 Mrd. Euro auf 10,6 Mrd. Euro aus. Im Gesamtjahr ging er allerdings leicht von 160,9 Mrd. Euro im Jahr 2023 auf 158,8 Mrd. Euro zurück.

Die Einfuhrpreise sind im Dezember saisonbereinigt mit +0,4 % ggü. dem Vormonat nicht mehr so stark wie im November gestiegen, die Ausfuhrpreise legten ebenfalls um 0,4 % zu. Preistreibend wirkten sowohl export- als auch importseitig, insbesondere Konsumgüter. Die Terms of Trade haben sich damit gegenüber dem Vormonat kaum verändert. In realer Betrachtung dürfte der Anstieg sowohl bei den Aus- als auch bei den Einfuhren etwas geringer ausgefallen sein.

Die Frühindikatoren senden nach wie vor zurückhaltende Signale. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im Dezember saisonbereinigt um 1,4 % gegenüber dem Vormonat gestiegen, nachdem sie im Vormonat um 10,3 % eingebrochen waren. Ohne die stark schwankenden Großaufträge lagen die Auslandsbestellungen im Dezember um 1,8 % gegenüber dem Vormonat im Plus, nach -1,0 % im November. Die ausländische Nachfrage nach Konsumgütern nahm im Dezember um 10,4 % zu und glich damit den starken Einbruch im November nahezu wieder aus. Auch die Bestellungen von Vorleistungsgütern lagen im Dezember mit 2,2 % gegenüber dem Vormonat im Plus, während die Auslandsorder von Investitionsgütern im Dezember nach dem deutlichen Rückgang im Vormonat lediglich stagnierte. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lagen die Auslandsaufträge insgesamt mit -0,8 % leicht im Minus. Die ifo Exporterwartungen sind im Januar weiter gesunken (von -6,1 auf -7,3 Punkte). Insbesondere Kernbranchen der Industrie wie der Automobilsektor und die Metallerzeugung und -bearbeitung sowie in geringerem Maße der Maschinenbau rechnen mit abnehmenden Exporten. Die Zollandrohungen der neuen US-Regierung drücken die Stimmung in der Exportwirtschaft. Die Aussichten für die deutschen Exporteure bleiben daher durchwachsen.

NOCH KEINE KONJUNKTURELLE ERHOLUNG IN DER INDUSTRIE IN SICHT

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Dezember nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 2,4 % gegenüber dem Vormonat gesunken. Im November war eine Zunahme um 1,3 % gemeldet worden. In der Industrie verringerte sich die Ausbringung spürbar um 3,3 %, im Baugewerbe ist sie konstant geblieben und im Bereich Energie hat sie um 1,1 % zugelegt.

In den einzelnen Wirtschaftszweigen innerhalb der Industrie war im Dezember eine unterschiedliche Entwicklung zu beobachten: Ein deutliches Minus meldeten die Hersteller von Kfz und Kfz-Teilen (-10,0 %). Rückgänge waren auch in den Bereichen Metallerzeugung und -bearbeitung (-4,6 %), Chemische Erzeugnisse (-3,2 %), Maschinenbau (-1,7 %) und elektrische Ausrüstungen (-1,4 %) zu verzeichnen. Bei der Herstellung pharmazeutischer Erzeugnisse ist es indes zu einem deutlichen Plus gekommen (+11,6 %). Auch Metallerzeugnisse wurden spürbar mehr produziert (+4,4 %). Im sonstigen Fahrzeugbau und bei DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen wurde die Ausbringung gleichermaßen ausgeweitet (jeweils +2,0 %). Im Gesamtjahr 2024 ging die Produktion im Produzierenden Gewerbe kalenderbereinigt um 4,5 % zurück. In der Industrie kam es dabei zu einem etwas stärkeren Rückgang von 4,9 % und im Baugewerbe und im Bereich Energie zu einer etwas leichteren Abnahme von jeweils 3,2 %.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Dezember gegenüber dem Vormonat um 6,9 % gestiegen, nachdem sie allerdings im November um 5,2 % zurückgegangen waren. Vor allem aus dem Inland gingen im Dezember mit einem Plus von 14,6 % spürbar mehr Bestellungen ein; die Auslandsorders legten um 1,4 % zu. Bereinigt um Großaufträge nahmen die Ordereingänge insgesamt gegenüber dem Vormonat um 2,2 % zu. Im Gesamtjahr 2024 gingen die Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe kalenderbereinigt um 3,0 % zurück. Dabei ging die Inlandsnachfrage merklich stärker um 7,3 % zurück, während sich die Auslandsbestellungen um 1,9 % reduzierten.

Insgesamt zeichnet sich in der Industrie noch keine konjunkturelle Trendwende ab. Dafür sprechen auch die Stimmungsindikatoren von ifo und S&P Global, die für das Geschäftsklima in den Firmen weiterhin ein niedriges Niveau anzeigen.

Einzelhandelsumsatz zuletzt schwächer;

FRÜHINDIKATOREN SPRECHEN NICHT FÜR EINE TRENDWENDE

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Dezember um 1,6 % gegenüber dem Vormonat gesunken. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Dezember ein reales Umsatzplus von 1,8 %. Der Handel mit Lebensmitteln ging im Dezember um 1,7 % zurück. Der Umsatz im Internet- und Versandhandel legte um 4,4 % zu, gegenüber dem Vorjahr ergab sich sogar ein Plus von 13,9 %. Neuzulassungen von Pkw insgesamt waren im Januar sowohl gegenüber dem Vormonat mit -5,5 % als auch gegenüber dem Vorjahresmonat mit -2,8 % deutlich rückläufig. Im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich nahmen die Neuzulassungen gegenüber der Vorperiode hingegen noch leicht um 1,4 % zu. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im Januar im Vormonatsvergleich ein Anstieg um 1,3 %. In der Dreimonats-Betrachtung legten die Zahlen deutlich um 5,7 % zu. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen reduzierten sich im Januar um kräftige 8,9 %.

Die Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland zeigte sich zuletzt uneindeutig. Lt. Prognose der GfK wird das Konsumklima im Februar um einen Zähler auf ‑22,4 Pt. sinken. Für Januar gibt das Marktforschungsinstitut hingegen eine Zunahme von 1,7 Zählern auf

-21,4 Pt. an. Negative Effekte hatten laut Institut am aktuellen Rand der Rückgang von Konjunktur- und Einkommenserwartungen sowie der Anschaffungsneigung bei gleichzeitig steigender Sparneigung. Das HDE-Konsumbarometer hellte sich im Februar dagegen wieder etwas auf, nachdem es im Januar auf den niedrigsten Wert seit einem Jahr gefallen war.

Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) ist im Januar um 2,3 Zähler auf ‑25,3 Punkte gesunken. Die Beurteilung der aktuellen Lage verschlechterte sich um einen Zähler auf ‑13,8 Punkte. Die Erwartungen sanken um 3,4 Zähler -36,1 Punkte. Gleichzeitig planen die Unternehmen des Einzelhandels laut ifo-Umfrage weiterhin Preiserhöhungen. So kletterten die Preiserwartungen zum vierten Mal in Folge auf nun 30,2 Punkte.

Nach der enttäuschenden Konsumentwicklung im zurückliegenden Jahr zeichnet sich mit Blick auf die Frühindikatoren keine Trendwende ab. Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit sowie anhaltende innen- und geopolitische Unsicherheiten stehen einer spürbaren Erholung des Konsumklimas weiterhin entgegen.

Inflationsrate sinkt zu Jahresbeginn

Nachdem sich der Druck auf die Verbraucherpreise zum Jahresende 2024 erhöht hatte, ließ er zu Jahresbeginn 2025 etwas nach. Die Inflationsrate, also der Anstieg des Niveaus der Verbraucherpreise, ist im Januar deutlich auf +2,3 % gesunken, nachdem die Rate im Dezember +2,6 % betragen hatte.

Der Rückgang der Inflationsrate zu Jahresbeginn ist zum einen auf einen nachlassenden Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln im Januar zurückzuführen. Die Preise lagen hier im Januar um 0,8 % höher als im Vorjahresmonat und nahmen damit spürbar weniger stark als im Dezember mit +2,0 % zu. Zum anderen waren die Energiepreise im Januar -1,6 % im Vorjahresvergleich weiterhin rückläufig. Auch die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) fiel mit +2,9 % wieder merklich geringer aus als im Vormonat, als die Veränderungsrate +3,3 % betrug. Mit ausschlaggebend hierfür war ein etwas geringerer Preisdruck im Bereich der Dienstleistungen.

Die Preise auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen entwickeln sich insbesondere im Vorjahresvergleich weiterhin eher moderat und wirken insgesamt noch entlastend auf die Inflationsrate: Die Erzeugerpreise nahmen im Dezember 2024 im Vorjahresvergleich um 0,8 % zu, gegenüber November 2024 sind sie um 0,1 % gesunken. Die Einfuhrpreise legten im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,4 % zu und lagen damit um 2,0 % über ihrem Vorjahresniveau. Die Verkaufspreise im Großhandel blieben im Dezember sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahresmonat nahezu unverändert (jeweils +0,1 %).

An den Spotmärkten haben die Preise für Erdgas in den letzten Monaten spürbar angezogen und der TTF Base Load lag zuletzt etwas über 58 €/MWh und damit ca. 125 % über dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat stieg er um knapp 30 %. Die Markterwartungen deuten darauf hin, dass sich die Erdgaspreise in den kommenden Quartalen bei etwa 50 €/MWh bewegen dürften. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent lag mit rund 74 €/bl geringfügig unter dem Niveau des Vormonats und des Vorjahres.

In den nächsten Monaten dürfte die Inflationsrate über der 2 %-Marke bleiben, auch wegen administrativer Preisanhebungen zu Jahresbeginn wie der Erhöhung der CO2-Bepreisung, der Anhebung des Briefportos und der Verteuerung des Deutschlandtickets. Im weiteren Jahresverlauf sollten dann aber inflationsdämpfende Faktoren wie die moderate Preisentwicklung auf vorgelagerten Wirtschaftsstufen, die Nachwirkung der restriktiven Geldpolitik und niedrige Tarifabschlüsse wieder die Oberhand gewinnen. Die Bundesregierung rechnet in ihrer Jahresprojektion von Ende Januar für die Jahre 2025 und 2026 mit Inflationsraten von +2,2 % bzw. +1,9 %.

SCHWACHE KONJUNKTUR DÄMPFT DEN ARBEITSMARKTAUSBLICK

Auch zum Jahreswechsel entwickelt sich der Arbeitsmarkt weiter verhalten. Die Arbeitslosigkeit lag im Januar zwar weiterhin knapp unter 3 Mio. Personen, ihr Anstieg fiel jedoch mit saisonbereinigt +11.000 Personen etwas stärker als saisonal üblich aus. Auch die Unterbeschäftigung legte mit 6.000 Personen abermals zu. Die Erwerbstätigkeit stieg im Dezember gegenüber November mit 4.000 Personen zwar noch leicht, die SV-pflichtige Beschäftigung nahm im November jedoch um 5.000 Personen ab. Die realisierte Kurzarbeit lag im November mit 293.000 unverändert deutlich höher als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig nahm die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit im Januar – ebenso wie im Dezember – weniger stark zu als in vorherigen Monaten.

Die Frühindikatoren lassen noch keine spürbare Erholung auf dem Arbeitsmarkt zu Beginn des neuen Jahres erwarten: Das IAB-Arbeitsmarktbarometer erreichte im Januar mit 99,2 Punkten seinen niedrigsten Wert außerhalb des Zeitraums der Corona-Pandemie. Insbesondere die erwartete Beschäftigungsentwicklung kühlte sich abermals merklich ab. So deutet auch das ifo Beschäftigungsbarometer mit 92,4 Punkten wiederholt auf eine spürbar restriktiver werdende Personalplanung in fast allen Branchen hin. Die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen liegen weiter auf historisch geringem Niveau, was angesichts des weiter abnehmenden gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots gemäß letzter IAB-Erhebung auf eine stetig sinkende Arbeitskräftenachfrage hindeutet. Trotz einer im historischen und internationalen Vergleich weiterhin robusten Lage am Arbeitsmarkt ist im neuen Jahr daher vorerst nicht mit einer Umkehr der schwachen Entwicklung am Arbeitsmarkt zu rechnen.

Unternehmensinsolvenzen pausieren auf hohem Niveau

Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist für Januar mit 1.342 Insolvenzen den dritten Monat in Folge nahezu denselben Wert aus, lag aber zugleich 24,1 % höher als im Januar 2024 sowie 48,7 % über dem Januar-Mittelwert der Jahre 2016-2019. Die Zahl der betroffenen Beschäftigten war mit 13.427 auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Das IWH erwartet auf Basis von Frühindikatoren im Februar und März keinen wesentlichen Anstieg der Insolvenzzahlen.

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Wirtschaft

Neue Elektroautos mit einem Exportanteil von 28,1 %

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Wiesbaden 22.09.2026

– Von Januar bis Juli 2026 wurden rund 2,0 Millionen neue Pkw im Wert von 73,5 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Exporte von Neuwagen mengenmäßig um 4,0 %. Wertmäßig nahm der Export von neuen Pkw um 8,9 % ab.

Die wichtigsten Zielländer für deutsche Pkw waren in den ersten sieben Monaten 2026 das Vereinigte Königreich, die USA und Italien. In diese drei Länder gingen 32,7 % der neuen Pkw. In das Vereinigte Königreich wurden rund 258 000 Pkw oder 13,0 % der Neuwagen exportiert, in die USA 245 000 Pkw (12,3 %) und nach Italien 147 000 Pkw (7,4 %).

Der Export von Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotor machte in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 den mengenmäßig größten Anteil aus: 52,7 % der deutschen Exporte von Neuwagen hatten diese Antriebsart. Danach folgten Pkw mit Elektromotor (28,1 %) und Hybridfahrzeuge (19,2 %). Diese Anteile blieben weitgehend unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Exporte von Pkw mit Verbrennungsmotor gingen im Zeitraum Januar bis Juli 2026 um 2,9 % auf 1 Million Stück zurück, während die Exporte von Elektroautos um ebenfalls 2,9 % auf 560 000 Stück und von Hybridfahrzeugen um 8,2 % (auf 380 000 Pkw) gegenüber dem Vorjahreszeitraum sanken.

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Politik

ifo-Präsident Fuest: Rüstungsausgaben sind eine Investition in den Frieden

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München 22.09.2026

– Höhere Verteidigungsausgaben sind ökonomisch vor allem als Investition in die Wahrung des Friedens zu bewerten – auch dann, wenn sie Einschnitte bei den Sozialausgaben erzwingen. „Der Rückzug der USA aus Europa und der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine liefern starke Argumente dafür, dass Deutschland sich mehr für seine Verteidigung engagieren sollte“, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest. „In einem Kriegsfall wären die wirtschaftlichen Einschnitte ungleich größer.“

Insbesondere die Parteien AfD und BSW haben im Wahlkampf gefordert, die Rüstungsausgaben zugunsten höherer Sozialausgaben zurückzufahren. In diesem Zusammenhang verweist Fuest auf die Debatte über den NATO-Doppelbeschluss aus den 1980er Jahren, als der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt die Stationierung von Nuklearwaffen in Deutschland durchgesetzt hatte. Auch dies sei eine Investition in den Frieden gewesen, durch die Deutschland weiter wirtschaftlich prosperieren konnte. 

Allerdings sieht Fuest auch das Gegenargument kritisch, Rüstungsausgaben wirkten wie ein Konjunkturprogramm für die deutsche Industrie. „Kurzfristig könnten Rüstungsaufträge bei brachliegenden Kapazitäten die Nachfrage stützen – das gilt aber ebenso für höhere Sozialausgaben. Mittel- bis langfristig fehlen Ingenieurinnen und Ingenieure sowie andere gut ausgebildete Fachkräfte, die in der Rüstungsindustrie gebunden sind, in anderen Sektoren“, so Fuest. 

Besondere gesamtwirtschaftliche Effekte entstehen laut Fuest vor allem dort, wo Mittel in Forschung und Entwicklung fließen. Viele Technologien haben militärische wie zivile Anwendungen, von denen über Wissenstransfer auch andere Branchen profitieren. Tatsächlich entfalle derzeit aber nur ein vergleichsweise kleiner Teil des deutschen Verteidigungsetats auf Forschung.

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Politik

Energietransparenz

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Berlin 22.09.2026

– Wie steht es um die Bürgerenergie in Deutschland – und wie hat sie sich im letzten Jahr entwickelt? Eine umfassende Antwort darauf gibt es bislang nicht: Die Daten sind verstreut und nur lückenhaft aufbereitet.

Dazu erarbeitet das Bündnis Bürgerenergie gemeinsam mit dem ECOLOG Institut diesen Herbst den ersten Bürgerenergiebericht. Er soll mit belastbaren Daten zeigen, was Bürgerenergie heute leistet, in welchen Geschäftsfeldern sie aktiv ist, vor welchen Herausforderungen Bürgerenergiegemeinschaften stehen und wie sich die Bürgerenergielandschaft entwickelt.

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Wirtschaft

Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: Zahl der neuen Auszubildenden gestiegen

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Wiesbaden 16.09.2026

• Frauenanteil bei neuen Auszubildenden bei 2,4 %.

• Knapp jede vierte erwerbstätige Person in der Berufsgruppe ist zwischen 55 und 64 Jahre alt

• Preise für Handwerksleistungen in der Branche deutlich gestiegen

– Egal ob Wärmepumpen oder Klimaanlagen – für die Installation und Wartung solcher Geräte braucht es entsprechend ausgebildete Fachkräfte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, begannen im Jahr 2025 knapp 14 400 Menschen eine Ausbildung in einem Beruf der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Damit nahm die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im Zehn- Jahres- Vergleich um 30,5 % zu. 2015 hatte sie bei rund 11 000 gelegen. Zu dem Bereich zählen neben Anlagenmechanikerinnen und -mechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik vereinzelt auch Ofen- und Luftheizungsbauerinnen und -bauer.

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Wirtschaft

ifo Institut: Zuversicht im Wohnungsbau wächst

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München 16.09.2026

– Die Stimmung im Wohnungsbau hat sich im August deutlich verbessert. Das Geschäftsklima stieg von minus 29,0 auf minus 22,7 Punkte. Ausschlaggebend waren die Erwartungen der Unternehmen: Der Indikator kletterte von minus 35,6 auf minus 23,3 Punkte. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage blieb dagegen unverändert, ist aber noch von einer gewissen Unzufriedenheit gekennzeichnet. „Die Unternehmen sehen zunehmend Licht am Ende des Tunnels“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Die steigenden Baugenehmigungen nähren die Hoffnung, dass sich die Auftragslage in den kommenden Monaten belebt.“ 

In den Auftragsbüchern ist davon bislang allerdings wenig zu sehen. Der Anteil der Unternehmen mit Auftragsmangel blieb mit 41,3 Prozent nahezu unverändert. Auch werden nach wie vor viele Vorhaben storniert: 13,4 Prozent der Unternehmen berichteten von abgesagten Projekten. An Material kommen die befragten Unternehmen hingegen leichter. Nur noch 2,9 Prozent berichteten im August von Engpässen bei wichtigen Vorprodukten, nach 8,5 Prozent im Juli. „Die bessere Stimmung ist bislang vor allem ein Vorschuss auf die Zukunft“, sagt Wohlrabe. „Für eine nachhaltige Erholung müssen aus den genehmigten Projekten nun auch konkrete Aufträge werden.“

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Wirtschaft

ifo Institut: Rentensplitting macht Ehepaare ärmer

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München 11.09.2026

– Ein verpflichtendes Rentensplitting als Ersatz für die Witwenrente würde die meisten verheirateten Paare in Deutschland finanziell schlechterstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des ifo Instituts. Die Alterssicherungskommission hatte im Juni 2026 angeregt, die Hinterbliebenenversorgung zu überarbeiten. Die ifo Studie nimmt diese Anregung zum Anlass, ein Rentensplitting als eine mögliche Ausgestaltungsvariante durchzurechnen. „Auch wenn ein Partner in der Ehe von einem Rentensplitting profitiert, würde das Ehepaar als Ganzes in fast allen Fällen verlieren“, sagt Marcel Thum, Leiter der ifo Niederlassung Dresden. „Profitieren würde die gesetzliche Rentenversicherung, deren Ausgaben erheblich sinken, sollte die Witwenrente durch ein Rentensplitting ersetzt werden.“

Die Studie untersucht verschiedene Ehekonstellationen – etwa nach Heiratsalter, Einkommensunterschieden und Altersabstand der Partner. Auf Grundlage typischer Rentenbiografien zeigt sich: Beim Rentensplitting verlieren die Paare im Lebensverlauf teils einen sechsstelligen Euro-Betrag. Die gesetzliche Rentenversicherung gewinnt spiegelbildlich dazu. Nur in einzelnen Fällen, wenn das Paar früh geheiratet hat und der hinterbliebene Partner deutlich weniger verdient und nur eine kleine eigene Rente aufbaut, wäre das Rentensplitting profitabler. Je nach Ehekonstellation reichen die berechneten Effekte von einem Plus von rund 153.000 Euro bis hin zu einem Minus von rund 152.000 Euro über das gesamte Leben.

Beim Rentensplitting teilen sich Partner die während der Ehe erworbenen Rentenansprüche jeweils zur Hälfte. Die Witwen- oder Witwerrente, bei der bis zu 55 Prozent der Rente des Verstorbenen an den hinterbliebenen Partner gehen, fällt dabei weg. Die Rentenansprüche vor der Eheschließung bleiben unangetastet.

Die Studie bildet typische Ehepaare über den gesamten Lebensverlauf ab. Sie variiert den Beginn der Ehe, den Altersunterschied sowie die Einkommensdifferenz der Ehepartner. Für das heutige Recht mit Witwenrente und für das alternative System mit verpflichtendem Rentensplitting berechnen die Autoren jeweils den Barwert aller künftigen Rentenzahlungen. Dieser Wert umfasst alle erwarteten Renten ab dem Renteneintritt, abgezinst mit einem Zinssatz von 2 Prozent pro Jahr.

Die Berechnungen unterstellen, dass sich das Verhalten der Paare bei einem Wechsel zum Rentensplitting nicht ändert. Die Studienautoren diskutieren aber mögliche Verhaltensreaktionen durch veränderte Arbeitsanreize. Sie weisen darauf hin, dass sich diese möglichen Verhaltensreaktionen nicht präzise berechnen lassen. Die Politik sollte sie in einer Reformdiskussion jedoch mitbedenken.

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Technik

Streaming ist Mainstream – doch der Markt wird kleinteiliger

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Berlin 11.09.2026

Die Postbank Digitalstudie 2026 zeigt: Streaming ist bei Jüngeren nahezu selbstverständlich, Mehrfach-Abos werden zum Normalfall – und die Nutzungsintensität nähert sich über Altersgruppen hinweg an.

Streaming hat in Deutschland den Status eines Zusatzangebots hinter sich gelassen. Was früher als Alternative zum linearen Fernsehen galt, ist für viele Haushalte längst Teil der alltäglichen Medienversorgung. Laut der repräsentativen „Postbank Digitalstudie 2026“ nutzen 72 Prozent der Deutschen mindestens einen kostenpflichtigen Streaming-Dienst im Haushalt. Besonders deutlich ist die Verankerung bei den 18- bis 39-Jährigen: In dieser Altersgruppe kommen kostenpflichtige Angebote auf eine Reichweite von 90 Prozent.

Vom Leitmedium zum Plattform-Mix

Auffällig ist dabei nicht allein die hohe Nutzung, sondern die Art, wie Haushalte ihre Medienzugänge organisieren. Das klassische Einzel-Abo verliert an Gewicht: 46 Prozent der Haushalte zahlen bereits für zwei oder mehr Streaming-Dienste, mehr als jeder fünfte sogar für drei oder mehr Angebote. Der Markt entwickelt sich damit zunehmend zu einem Baukastensystem, in dem Nutzerinnen und Nutzer je nach Inhalt, Preis und Gewohnheit mehrere Plattformen kombinieren. „Streaming hat sich vor allem bei jüngeren Menschen fest im Alltag etabliert. Auffällig ist aber nicht nur die Reichweite, sondern auch die wachsende Parallel-Nutzung mehrerer Plattformen. Viele Haushalte stellen sich ihr Programm heute individuell über verschiedene Dienste hinweg zusammen“, sagt David Dommel, Leiter digitales Performance-Marketing der Postbank.

Generation Gap bei der Reichweite – nicht beim Vielstreaming

Der eigentliche Generationenunterschied liegt weniger in der Intensität als in der grundsätzlichen Verbreitung. Während neun von zehn unter 40-Jährigen kostenpflichtige Streaming-Angebote nutzen, liegt der Anteil bei den ab 40-Jährigen bei 63 Prozent. Umgekehrt verzichten nur zehn Prozent der Jüngeren komplett auf Streaming, aber 37 Prozent der Älteren. Wer jedoch streamt, unterscheidet sich in der Nutzungsdauer weniger stark, als es die Reichweitenwerte vermuten lassen: 35 Prozent der unter 40-Jährigen sehen oder hören mehr als acht Stunden pro Woche kostenpflichtige Streaming-Inhalte, bei den ab 40-Jährigen sind es 29 Prozent.

Auch in der Spitzengruppe der Vielnutzer zeigt sich kaum noch ein Altersgefälle: Jeweils zehn Prozent der Jüngeren und der Älteren streamen mehr als 15 Stunden pro Woche. Für Medienanbieter ist das ein relevanter Befund. Die jüngeren Zielgruppen treiben zwar weiterhin die Reichweite, doch intensive Nutzung entsteht nicht ausschließlich dort. „Streaming ist längst über einzelne Altersgruppen hinausgewachsen. Zwar ist die Nutzung bei Jüngeren verbreiteter. Wer aber streamt, kann unabhängig vom Alter viel Zeit mit Serien, Filmen, Sport oder Musik verbringen“, sagt Dommel.

Hintergrundinformationen zur Postbank Digitalstudie 2026

Für die „Postbank Digitalstudie 2026 – die digitalen Deutschen“ wurden im April und Mai dieses Jahres 3.050 Einwohnerinnen und Einwohner befragt. Die Postbank untersucht mit der Studie im zwölften Jahr in Folge, welche Entwicklungen sich in verschiedenen Lebensbereichen in Bezug auf Digitalisierung allgemein und insbesondere zu Finanzthemen abzeichnen. Um eine bevölkerungsrepräsentative Struktur abzubilden, erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe nach Bundesland (Proportionalisierung), Alter und Geschlecht. Als Referenzdatei wurde der Zensus 2022 des Statistischen Bundesamtes zugrunde gelegt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet. Abweichungen in den Summen lassen sich durch Rundungsdifferenzen erklären.

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Wirtschaft

ifo Institut: Zweckentfremdung

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München 10.09.2026

– Mehr als ein Drittel (38,5 Prozent) der zusätzlichen Schulden, die der Bund 2025 im Rahmen der sogenannten Bereichsausnahme für Verteidigung (BAV) und Sicherheit aufgenommen hat, fließt nicht in zusätzliche Ausgaben für diesen Bereich. Das zeigt eine aktuelle Analyse des ifo Instituts. „Ein großer Teil der zusätzlichen Schulden hat nicht zu zusätzlichen Verteidigungsausgaben geführt. Stattdessen wurde der freigewordene Ausgabenspielraum im Kernhaushalt für andere Zwecke genutzt“, sagt ifo-Forscherin Emilie Höslinger. 

Im Jahr 2024 lagen die Ausgaben des Bundes, die unter die Definition der BAV fallen, bei 54,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2025 waren es 72,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 17,6 Milliarden Euro. Die im Rahmen der BAV aufgenommenen zusätzlichen Schulden beliefen sich 2025 auf 28,6 Milliarden Euro. Damit bleiben 11 Milliarden Euro an zusätzlichen Schulden, die nicht zu zusätzlichen Ausgaben im Bereich Verteidigung und Sicherheit geführt haben. Daraus ergibt sich, dass 38,5 Prozent der Mittel für andere Zwecke eingesetzt wurden.

Unter die BAV fallen neben Verteidigungsausgaben auch die Ukrainehilfen, IT-Sicherheit, Zivil- und Bevölkerungsschutz und Nachrichtendienste. Der größte Teil des Zuwachses entfiel auf die Verteidigung selbst (plus 9 Milliarden Euro). Innerhalb der Verteidigung flossen die zusätzlichen Mittel vor allem in klassische Rüstungsgüter wie Munition und Fahrzeuge. Für Wehrforschung und -entwicklung wurden dagegen nur 884 Millionen Euro ausgegeben – gerade einmal 1,2 Prozent der gesamten BAV-Ausgaben und nur 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. 

ifo-Forscherin Höslinger sieht Gefahren in der Konstruktion der Bereichsausnahme, mit der der Bund Verteidigungsausgaben über Schulden finanzieren darf, die 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts übersteigen. „Mittelfristig sollte die 1-Prozent-Grenze erhöht werden, wenn vermieden werden soll, dass Verteidigungsausgaben langfristig die Staatsverschuldung und Zinskosten erhöhen. So ließe sich auch sicherstellen, dass Verteidigungsausgaben nicht dauerhaft aus dem regulären steuerfinanzierten Haushalt verdrängt werden“, so Höslinger.

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Wirtschaft

ifo Institut: Selbständige weniger pessimistisch

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München 09.09.2026

– Das Geschäftsklima bei den Selbständigen und Kleinstunternehmen hat sich im August zum vierten Mal in Folge verbessert. Der „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ stieg von minus 22,6 Punkten im Juli auf minus 19,7 Punkte im August. „Gestützt wurde der Indikator zuletzt vor allem durch die weniger pessimistischen Erwartungen. Diesmal bewerteten die Selbständigen jedoch auch ihre laufenden Geschäfte seltener negativ“, sagt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. „Trotz der positiven Signale bleibt die Situation herausfordernd.“ 

Die Selbständigen haben aktuell etwas weniger Schwierigkeiten, ihre künftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen. Im August gaben 32,2 Prozent der Befragten an, dass ihnen dies schwerfalle. Während der Verschärfung der Krise im Nahen Osten im April lag der Anteil mit 38,8 Prozent spürbar höher. „Wenn sich Krisen zuspitzen, wächst bei Selbständigen die Verunsicherung über die eigene Zukunft“, sagt Demmelhuber. „Sie sind auf stabile Rahmenbedingungen und Planungssicherheit angewiesen.“ 

Bei den Dienstleistern hat sich die Stimmung etwas verbessert. Dort zeigten sich die Selbständigen und Kleinstunternehmen deutlich seltener unzufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Auch ihre Geschäfts- und Umsatzerwartungen korrigierten sie im August nach oben. Auf Branchenebene äußerten sich IT-Dienstleister und Unternehmensberatungen im Vergleich zu den zurückliegenden Monaten zuversichtlicher. Im Gastgewerbe und bei den Kreativen bleibt die Situation schwierig. 

Im Einzelhandel konnte der Geschäftsklimaindex zulegen, wenn auch auf niedrigem Niveau. Der aktuelle Anstieg ging auf besser laufende Geschäfte zurück. Die Skepsis bei den Erwartungen hielt dagegen an.

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Wirtschaft

ifo Institut: Optimismus in der Elektroindustrie steigt

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München 08.092026

– Das Geschäftsklima in der Elektroindustrie* hat sich im August erneut verbessert. Der Index stieg auf 16,0 Punkte, nach 10,0 Punkten im Juli. Das ist der höchste Wert seit Mai 2023. Ausschlaggebend waren dafür vor allem die Geschäftserwartungen, die deutlich optimistischer ausfielen. Ihre aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen zwar etwas zurückhaltender als im Vormonat, aber weiterhin klar positiv. „Die Elektroindustrie gehört derzeit zu den wenigen Bereichen der Industrie, in denen die Geschäfte gut laufen“, sagt ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Zuletzt hat sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt zwar ebenfalls verbessert, die Elektroindustrie war aber bereits vorher deutlich optimistischer.“ 
 
Getragen wird die Zuversicht vom Auslandsgeschäft: Die Exporterwartungen sprangen in dieser Branche von minus 7,6 auf plus 24,7 Punkte. Generell entwickelt sich die Auftragslage sehr gut. Die Zahl der Neuaufträge nimmt kontinuierlich zu. Entsprechend wollen die Unternehmen ihre Produktion ausweiten und zusätzliche Mitarbeitende einstellen. Im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt planen die Firmen dagegen weiterhin Stellenabbau. Auch die Nachfrage zog in der Elektroindustrie erneut an, und die Kapazitätsauslastung stieg im Juli auf 81,2 Prozent, nach 79,7 Prozent im April. Ein Problem stellt die Versorgung mit Vorprodukten dar. Ein Drittel der Unternehmen berichtete von Materialmangel. 
 
Im ähnlich gelagerten Bereich der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen zeigen sich vergleichbar positive Entwicklungen. Dort kletterte das Geschäftsklima im August auf 13,7 Punkte, nach 5,6 Punkten im Juli. „Hinter der Entwicklung steht vor allem die Digitalisierung“, sagt Wohlrabe. „Der Ausbau von Rechenzentren, die Investitionen in Künstliche Intelligenz und die Automatisierung in den Kundenbranchen schlagen direkt auf die Auftragsbücher durch. Das ist kein kurzzeitiges Strohfeuer, sondern das Ergebnis langfristiger Investitionen, das die Branche noch eine Weile stützen dürfte.“ 

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Berlin

113 Fahrzeuge aus 17 Ländern

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Berlin 08.09.2026

InnoTrans 2026 wird zum internationalen Showroom auf Schienen

Das Frei- und Gleisgelände gehört zu den Publikumsmagneten der InnoTrans. 2026 erwarten die Fachbesucher 113 Fahrzeuge aus 17 Ländern, darunter Südkorea und China. Ein besonderer Fokus liegt auf alternativen Antriebstechnologien.

  • 130 Aussteller zeigen Innovationen auf rund 20.000 Quadratmetern 
  • Schnellzug aus Südkorea, Hybrid-Lok aus China: InnoTrans zeigt ganze Bandbreite der Branche
  • Zu den Trends gehören neben alternativen Antriebstechnologien auch Nachtzugkonzepte

Vom modernen Hochgeschwindigkeitszug über Lokomotiven mit alternativen Antrieben bis hin zu innovativen Nachtzugkonzepten: Auf dem Frei- und Gleisgelände der InnoTrans 2026 (22. – 25. September) präsentieren Hersteller aus aller Welt ihre neuesten Fahrzeuge der internationalen Bahnindustrie. Insgesamt stellen Aussteller aus 17 Ländern in diesem Jahr 113 Fahrzeuge aus. 

In Summe sind 130 Aussteller auf dem Frei- und Gleisgelände vertreten, darunter 30 Unternehmen erstmals in diesem Bereich, der insgesamt rund 20.000 Quadratmeter Bruttofläche umfasst. 

„Unser Frei- und Gleisgelände gehört für viele Fachbesucher zu den Highlights der InnoTrans. Nirgendwo sonst lässt sich die Vielfalt der internationalen Bahnindustrie so unmittelbar erleben“, sagt InnoTrans-Direktorin Kerstin Schulz: „113 Fahrzeuge aus 17 Ländern zeigen eindrucksvoll den Stellenwert der InnoTrans für die internationale Mobilitätsbranche.“

Von China und Südkorea bis zur InnoTrans nach Berlin

All die Fahrzeuge ausstellen zu können, erfordert eine komplexe Logistik. Besonders weit ist der Weg für Exponate aus Asien: Die Fahrzeuge aus China und Südkorea wurden zunächst per Schiff nach Europa transportiert. Anschließend ging es teilweise per Binnenschiff weiter in Richtung Berlin. Andere Fahrzeuge reisen auf der Schiene oder über die Straße an.

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Politik

ifo Institut: PISA-Abstieg gefährdet unseren Wohlstand

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München 08.09.2026

– Der Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann, warnt vor den wirtschaftlichen Folgen der schlechten PISA-Leistungen. „Die grundlegenden Kompetenzen der Bevölkerung sind von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche Produktivität, individuelle Einkommen und gesamtwirtschaftliches Wachstum“, sagt Wößmann. „Deshalb muss der eklatante Abstieg der PISA-Ergebnisse zu einem Umdenken in der Bildungspolitik führen. Die Vermittlung der Basiskompetenzen muss höchste Priorität haben.“ 

Der Rückgang der Mathematik- und Leseleistungen seit der letzten Studie von 2022 entspricht langfristig einem durchschnittlichen Verlust im Erwerbseinkommen von 3 bis 4 Prozent. Im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau von 2018 sind es sogar 9 bis 10 Prozent. Auch gesamtwirtschaftlich gehen der deutschen Volkswirtschaft Billionenbeträge verloren. Personen mit geringeren Basiskompetenzen sind weniger produktiv bei ihren wirtschaftlichen Tätigkeiten und üben eher Berufe mit geringerer Wertschöpfung aus. Darüber hinaus geht ein geringeres Bildungsniveau mit fehlender Innovationsfähigkeit einher. „Um in gut bezahlten Hightech-Berufen international wettbewerbsfähig zu sein, benötigen wir ein Bildungssystem, das Spitzenleistungen hervorbringt“, sagt Wößmann. Da Künstliche Intelligenz (KI) Antworten auf Faktenfragen leicht liefere, ginge es in Zukunft umso mehr darum, die richtigen Fragen zu stellen, Antworten zu hinterfragen und Problemlösungen zu entwickeln. Daher würden gute Basiskompetenzen nur noch wichtiger werden. 

Die heute veröffentlichte PISA-Studie zeigt, dass die Lese-, Mathematik- und Naturwissenschaftsleistungen der deutschen 15-Jährigen nach dem Einbruch während der Coronazeit (2018-2022) bis 2025 noch einmal deutlich gesunken sind und historische Tiefststände erreicht haben. „Es ist auch nicht beruhigend, dass viele andere westliche Länder ebenfalls Rückgänge zu verzeichnen haben“, sagt Wößmann. „Das bedeutet lediglich, dass dort der Wohlstand ebenfalls gefährdet ist – zumal die Leistungen in vielen ostasiatischen Ländern uns mehrere Schuljahre voraus sind.“ 

Der PISA-Abstieg müsse in Politik und Gesellschaft zu einem neuen Fokus auf die Vermittlung von Basiskompetenzen führen. In den Schulen müssten die Lehrkräfte die in der Coronazeit abgesenkten Standards wieder auf das vorherige Anspruchsniveau anheben. Die Noteninflation müsse zurückgedreht werden. Auch in den Familien müssten Eltern ihre Kinder zum Lernen motivieren und begeistern. In der Bildungspolitik könnten jährliche deutschlandweit einheitliche Tests die Transparenz erhöhen. Gleichzeitig sollten Schulen mehr Autonomie erhalten, um den besten Weg zum Erreichen der Ziele zu finden. Kinder aus benachteiligten Hintergründen sollten durch Nachhilfe- und Mentoringprogramme gezielt gefördert werden. Schließlich müsse man früh ansetzen: Alle Kinder sollten wie in Hamburg mit viereinhalb einen Sprachtest machen – wer ein Mindestniveau nicht erreicht, bekommt automatisch Förderung.

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Berlin

IFA 2026 übertrifft Vorjahreswerte und machte Zukunftstechnologien erlebbar

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Berlin 08.09.2026 

– Die IFA Berlin, das weltweit größte Event für Consumer Electronics, Home Appliances und Future Tech, zieht eine erfolgreiche Bilanz. Mit 240.000 Besucher:innen aus 155 Ländern und mehr als 2.000 Ausstellern übertraf die IFA 2026 die Vorjahreswerte und stärkte ihre Position als globale Plattform für Technologie, Handel, Medien, Kultur und Politik. Fünf Tage lang machte die IFA die wichtigsten Technologietrends und Innovationen auf dem Berliner Messegelände erlebbar.

„Die IFA 2026 war größer und internationaler als je zuvor. Noch mehr Aussteller und Besucher:innen, noch mehr Präsenz von Medien und Content Creators, ein stark erweitertes Programm und neue Erlebniswelten haben gezeigt, wie dynamisch und vielfältig die IFA Berlin ist. Künstliche Intelligenz und Robotik spielen in immer mehr Produktsegmenten eine Rolle und waren in nahezu allen Show Areas präsent. Gleichzeitig konnten wir mit dem Ausbau unserer Bereiche viele neue Besucher:innen erreichen. Die IFA bringt eine außergewöhnliche Vielfalt an Menschen zusammen – globale Marken, Handel und Industrie, Start-ups und Forschung, Medien, Creators, Konsument:innen und Politik. Von smarten Haushaltsgeräten über humanoide Roboter bis hin zu neuen Mobilitäts-, Beauty- und Entertainment-Lösungen zeigte die IFA, wie breit Innovation heute gedacht wird. Die IFA ist damit weit mehr als eine Produktschau. Sie ist ein Ort für Austausch, Inspiration und neue Ideen – und eine internationale Bühne, auf der sichtbar wird, wie Technologie unser Leben von morgen prägen wird“, sagt Leif Lindner, CEO der IFA Management GmbH.

Die IFA 2026 hat erneut gezeigt: Sie ist die wichtigste Plattform für die Begegnung von Industrie und Handel. Hier werden Kundenbeziehungen gefestigt, neue Kontakte geknüpft und Produkte nicht nur präsentiert, sondern unmittelbar erlebbar gemacht. Gerade in einer zunehmend digitalen Welt sind der persönliche Austausch und das direkte Produkterlebnis unersetzlich. Genau das macht die IFA zur weltweit führenden Plattform für Consumer Electronics, Home Appliances und Future Tech. Klar ist, der Fachhandel steht bei der IFA im Mittelpunkt. Deshalb investieren wir gezielt in den weiteren Ausbau unserer Angebote und Formate für nationale und internationale Händler. Gleichzeitig schafften wir neue Formate, die den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik stärken. So bringt die IFA die entscheidenden Akteure zusammen, fördert den Austausch und gestaltet die Zukunft der Home- und Consumer-Industrieaktiv mit“, sagt Carine Chardon, Geschäftsführerin der GFU GmbH, Markeninhaberin und Gesellschafterin der IFA. 

IFA 2026 zeigte, wie Technologie unser Leben von morgen prägen wird

Auf der IFA überzeugte Technologie vor allem da, wo sie Dinge für Menschen einfacher macht, und Komplexität reduziert. Beispielsweise, wenn eine Spülmaschine automatisch das richtige Programm auswählt; wenn die Waschmaschine die Dosierung des Waschmittels übernimmt oder wenn intelligente Systeme Energie und Wasser effizienter nutzen. KI-Anwendungen, smarte Geräte, intelligente Bewässerung und vernetzte Outdoorküchen machen deutlich: Das Smart Home erstreckt sich bis in den Garten. 

Neben den etablierten Ausstellungsbereichen wie zum Beispiel Home Appliances, Beauty Tech & Wellbeing, Audio sowie Computing & Gaming prägten die Themen KI, Mobilität und Robotik die IFA 2026. 

Auf dem Messegelände waren so viele Roboter wie nie zuvor zu sehen: von autonomen Mährobotern über smarte Haushaltsroboter bis hin zu humanoiden Robotern, die künftig Nutzer:innen im Alltag unterstützen können. Im Rahmen von „Robots on the Runway“ präsentierten humanoide Roboter und Entertainment-Roboter ihre Fähigkeiten auf der Creator Stage und interagierten mit dem Publikum. Zudem zeigte die IFA Mobilitätslösungen, von Elektroautos und vernetzten Fahrzeugen bis hin zu Flugautokonzepten. Damit bildete die Tech-Show die volle Bandbreite von Consumer Electronics, Home Appliances und Future Tech ab.

IFA stärkte ihre Rolle als internationale Business-Plattform und wichtigsten Treffpunkt für Handel und Industrie

Für Handel und Industrie bot die IFA 2026 viel Raum für Austausch und zielgruppengerechte, teils neue Formate: Der IFA Retail Leaders Summit brachte über 100 hochrangige internationale Entscheider:innen aus Handel und Industrie zusammen. Sie diskutierten etwa über die Rolle von KI im Einkaufsprozess, Omnichannel-Strategien, Fulfillment und Logistik sowie die Rolle von Marktplätzen. Die neu geschaffene Retail Innovation Zone machte zukunftsweisende Store-Konzepte, Services und Geschäftsmodelle praxisnah erlebbar. Der Bereich IFA Global Markets vernetzte Zulieferer aus mehr als 20 Ländern mit Einkäufer:innen sowie Produktverantwortlichen und stärkte damit seine Position als internationale Beschaffungsplattform für Consumer Electronics, Home Appliances und Future Tech. Mit rund 300 Ausstellern aus 24 Ländern stärkte IFA Next zugleich seine Bedeutung als Schaufenster für Start-ups, Forschung und zukunftsweisende Technologien – von humanoider Robotik über Smart Glasses und KI-Wearables bis zu Smart Living.

Foto: IFA Messe Berlin

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Wirtschaft

Freiwilliger Standard für KMU

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Berlin 07.09.2026

Immer häufiger werden die Unternehmen in Deutschland um Informationen zu ihren Nachhaltigkeitsanstrengungen gebeten. Geschäftspartner, Banken und Investoren erfragen etwa, wie hoch die CO₂-Emissionen eines Betriebes sind oder ob es einen Verhaltenskodex für die Lieferkette gibt. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellt das vor einen enormen Arbeitsaufwand, denn sie müssen dafür häufig unterschiedliche Fragebögen ausfüllen und ähnliche Informationen mehrfach bereitstellen. Obwohl viele von ihnen selbst gar keiner gesetzlichen Nachhaltigkeitsberichterstattungspflicht unterliegen, sind sie immer häufiger mit Informationsanforderungen auch aus ihren Liefer- und Wertschöpfungsketten konfrontiert.
 
Für Erleichterung soll der „Voluntary Standard“ (VS) sorgen: Mit diesem fakultativen Standard steht nun erstmals ein europaweit einheitlicher Rahmen für die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung zur Verfügung. Ziel des VS ist es, Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten eine verhältnismäßige und standardisierte Möglichkeit zur Bereitstellung von Nachhaltigkeitsinformationen zu bieten. Gleichzeitig sollen in den Liefer- und Wertschöpfungsketten die Datenanforderungen von gesetzlich berichtspflichtigen Unternehmen an ihre selbst nicht berichtspflichtigen Geschäftspartner begrenzt werden. Nach der für Herbst 2026 erwarteten Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union werden diese Wertobergrenzen ab 2027 gelten. Der Standard selbst kann allerdings schon jetzt angewendet werden.

Praxisorientierter Aufbau für KMU 

Der VS orientiert sich an den europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattungsstandards für größere Unternehmen, den sogenannten „European Sustainability Reporting Standards” (ESRS). Er ist jedoch deutlich einfacher ausgestaltet und umfasst zwei Module: Im „Basismodul“ werden grundlegende Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen angegeben. Daran anknüpfend beinhaltet der VS ein „Zusatzmodul“ mit weitergehenden Angaben, etwa zu Strategie, Klimarisiken oder Menschenrechten. Diese Informationen werden beispielsweise häufig von Banken beziehungsweise Investoren benötigt. Unternehmen können je nach Größe mit dem Basismodul starten und ihre Berichterstattung schrittweise erweitern.
 
Anders als bei den Standards für größere Unternehmen verzichtet der VS auf die doppelte Wesentlichkeitsanalyse. Auch sollen einige Angaben nur dann gemacht werden müssen, wenn sie tatsächlich relevant sind. Dadurch soll die freiwillige Berichterstattung insbesondere für kleinere Betriebe praktikabel bleiben.

Informationsanforderungen sind beschränkt

Besonders wichtig ist der VS als Grundlage für den sogenannten „Value Chain Cap“. Dabei handelt es sich um eine Obergrenze für die Nachhaltigkeitsinformationen, die gesetzlich berichtspflichtige Betriebe von selbst nicht berichtspflichtigen Unternehmen in ihrer Wertschöpfungskette für die eigene Nachhaltigkeitsberichterstattung verlangen dürfen. Dabei werden für Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten und für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitenden unterschiedliche Anforderungen definiert.
 
Diese Begrenzung der Inhalte soll den „Trickle-down-Effekt“ eindämmen, also die Weitergabe von umfangreichen gesetzlichen Berichtspflichten innerhalb der Lieferketten an nicht berichtspflichtige Betriebe. Der VS soll so für mehr Rechtssicherheit und Verhältnismäßigkeit sorgen.

Akzeptanz entscheidet über Entlastung

Die IHK-Organisation sieht die breite Anerkennung des Standards als entscheidende Voraussetzung für seinen Erfolg. Banken, Investoren, Fördermittelgeber und öffentliche Auftraggeber sollten den VS als gemeinsamen Referenzrahmen für die Abfrage von Nachhaltigkeitsinformationen nutzen. Werden hingegen weiterhin zahlreiche individuelle Fragebögen und zusätzliche Daten verlangt, droht die angestrebte Standardisierung auszubleiben, die Belastungen würden fortbestehen.

Den Standard jetzt kennenlernen 

Für viele KMU werden Nachhaltigkeitsinformationen eine Rolle bei Finanzierung und Geschäftsbeziehungen spielen. Der VS bietet die Chance, entsprechende Anforderungen auf einer einheitlichen Grundlage zu erfüllen und gleichzeitig den Aufwand für die Datenerhebung zu begrenzen.

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Wirtschaft

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe Berichtsmonat Juli 2026

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Berlin 07.09.2026, Statistisches Bundesamt

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe Berichtsmonat Juli 2026

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe verzeichnete zu Beginn des dritten Quartals einen Rücksetzer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ging dessen Ausbringung im Juli preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,1 Prozent zurück, nachdem sie laut revidierten Angaben bereits im Juni stagniert hatte.[1] Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion mit + 0,4 Prozent zwar weiterhin aufwärtsgerichtet, im Vorjahresvergleich ergab sich jedoch ebenfalls ein Rückgang von 1,7 Prozent.

Ursächlich für die rückläufige Gesamtentwicklung im Juli war die deutlich gesunkene Industrieproduktion (- 2,2 %). Demgegenüber legte die Energieproduktion mit + 4,7 Prozent kräftig zu und auch die Bauproduktion konnte mit + 0,9 Prozent spürbar gesteigert werden. Damit fiel das Produktionsniveau in der Industrie deutlich hinter den Vorjahresmonatswert zurück (- 3,3 Prozent). Die Ausbringung im Bausektor lag hingegen ein Prozent über dem Niveau im Juli 2025. Der Energieausstoß fiel im Vorjahresvergleich sogar um 10,9 Prozent höher aus. Im Dreimonatsvergleich stagnierte die Industrieproduktion (+ 0,1 Prozent), während die Bauproduktion spürbar (+ 0,6 Prozent) und die Energieproduktion deutlich (+ 4,0 Prozent) expandierte.

Innerhalb der Industrie entwickelten sich alle Gütergruppen rückläufig, wobei die Produktion von Vorleistungsgütern nur leicht nachgab (- 0,2 Prozent). Bei den Investitionsgüterproduzenten setzte sich der seit dem Jahreswechsel beobachtete Abwärtstrend mit einem Minus von – 3,4 Prozent im Juli fort. Der im zweiten Quartal begonnene Erholungskurs der Konsumgüterproduktion wurde mit einem deutlichen Rückgang um 2,2 Prozent unterbrochen.

Die positive Entwicklung im Baugewerbe wurde im Juli von allen Sparten getragen. Den deutlichsten Anstieg verzeichnete dabei erneut der Tiefbau mit einem Plus von 1,4 Prozent. Das Produktionsvolumen entwickelte sich hier sowohl im Dreimonatsvergleich (+ 4,8 Prozent) als auch im Vorjahresvergleich (+ 5,9 Prozent) dynamisch. Im Hochbau lag der Produktionsindex im Juli zwar leicht unterhalb seines Vorjahreswertes (- 0,7 Prozent), konnte aber zuletzt wieder Boden gutmachen (+ 0,4 Prozent gegenüber Juni). Das Ausbaugewerbe hat sich nach zwei schwachen Monaten mit einem Zuwachs von 1,0 Prozent erholt und liegt damit leicht oberhalb des Vorjahresmonats (+ 0,2 Prozent).

Innerhalb der Industrie ergab sich im Juli ein gemischtes Bild. Spürbare Produktions­zuwächse konnten die Bereiche Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse (+ 2,7 Prozent), elektrische Ausrüstungen (+ 1,6 %) sowie der Maschinenbau (+ 1,1 Prozent) vermelden. Demgegenüber standen deutliche Rückgänge bei der Produktion von Kfz- und Kfz-Teilen (- 9,2 Prozent), aber auch bei Herstellern von pharmazeutischen (- 5,7 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (- 2,9 Prozent) sowie von Metallerzeugnissen (- 2,6 Prozent) und von Gummi und Kunststoffwaren (‑ 1,2 Prozent). Während die energieintensiven Wirtschaftszweige ihre Ausbringungsmenge im ersten Halbjahr deutlich gesteigert hatten, verzeichneten sie im Juli mit einem Minus von 1,7 Prozent den zweiten Rückgang in Folge.

Nachdem sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe trotz gestiegener Energiepreise im zweiten Quartal noch vergleichsweise robust gezeigt hat, scheinen die Folgen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten inzwischen zunehmend Spuren zu hinterlassen. Vor allem der deutliche Produktionsrückgang in energieintensiven Industrien, der sich auch in zuletzt rückläufigen Auslandsumsätzen zeigt, deutet auf ein Ende der Sonderkonjunktur im Gefolge des Konflikts im Nahen Osten hin. Kurzfristig könnte zudem die seit Mitte Juni eingeschränkte Rheinschifffahrt in den Sommermonaten die Produktion gedämpft haben. Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher dürften einige Wirtschaftszweige zwar auch weiterhin von staatlichen Investitionsmaßnahmen und dem KI-Boom profitieren. Gewichtige Branchen wie Kfz und Maschinenbau stehen wegen des verstärkten internationalen Wettbewerbs weiter zunehmend unter Druck. Insgesamt bleiben die Aussichten auf eine breitere Belebung der Industriekonjunktur im weiteren Jahresverlauf daher verhalten.

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