Welt
Presseschau: Afghanistan August 2024
Berlin PWO 16.08.2024
Drei Jahre sind vergangen, seit die Taliban wieder die Herrschaft über Afghanistan übernommen haben
Wer glaubt, dass die NATO, die USA und Deutschland überraschend ihren Abzug aus Afghanistan im Jahr 2021 angekündigt haben, der irrt. Im Jahr 2011 fand in Bonn eine internationale Afghanistan-Konferenz statt. Es wurde angekündigt, dass die Präsenz der internationalen Militärkoalition gegen die Taliban in Afghanistan innerhalb von zehn Jahren ab dem Datum der Bonner Internationalen Konferenz beendet werden würde.
In den letzten drei Jahren, seit die Taliban wieder die Herrschaft über ihr Land übernommen haben, haben viele Veränderungen stattgefunden, von denen die wichtigste darin besteht, dass Afghanistan seine Schulden gegenüber vielen Ländern der Welt begleicht, und die Taliban konnten die Situation etwas verbessern seine Leute.
Berichte darüber, dass die Taliban etwa eine Million vierhunderttausend Mädchen von der Schule ferngehalten haben, mögen wahr sein. Vielleicht . Die Situation in Afghanistan ist düster, da die deutsche Regierung und einige europäische Länder sowie die USA unter dem Vorwand ihres Fanatismus ihre Beziehungen zu den Taliban abgebrochen haben. Wir können uns dessen nicht sicher sein dass Frauen keine Bildung erhalten.
Wenn dies wahr ist, widerspricht es den Lehren des Islam, der auf Wissenschaft, Wissen, Lesen und Schreiben setzt. Wenn Mädchen keine Bildung erhalten, tragen Deutschland und die Länder, die ihre Beziehungen zur Taliban-Regierung abgebrochen haben, die Verantwortung dafür, da der Abbruch der Beziehungen die Taliban und andere fanatischer macht.
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf kommentiert den dritten Jahrestag der erneuten Machtübernahme der Taliban in Afghanistan: „Nach dem Abzug internationaler Truppen konnten sie nach kürzester Zeit Provinz für Provinz einnehmen. Während ausländische Staatsbürger per Luftbrücke in Sicherheit gebracht wurden, blieben die meisten afghanischen Ortskräfte zurück. Inzwischen sind die Taliban seit drei Jahren an der Macht. Gerade Afghaninnen haben unter den Steinzeitislamisten keine Zukunft: Mindestens 1,4 Millionen Mädchen sind vom Schulverbot ab der siebten Klasse betroffen. Und Deutschland? Hat wieder einmal zu viel versprochen. Denn trotz anderslautender Bekundungen wird am dritten Jahrestag der Taliban-Herrschaft endgültig klar: Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit – GIZ – zieht sich zum Jahresende aus Afghanistan zurück. Und die lokalen Beschäftigten werden wieder einmal im Stich gelassen“, hält die RHEINISCHE POST fest.
Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus schreibt: „Afghanen kommen in der öffentlichen Darstellung fast nur noch als Messerstecher vor – und es herrscht ein Überbietungswettbewerb, wenn es darum geht, Menschen an den Hindukusch zurückzubringen. Dort wurde einst unsere Sicherheit verteidigt. Jetzt häufen sich die Vorschläge, mit den Taliban zu reden – vor allem, um Abschiebungen zu ermöglichen. Einst wollten die Deutschen helfen, am Hindukusch eine Demokratie aufzubauen. Jetzt ist das Interesse an dem bettelarmen Land fast erloschen. Dabei hatten Millionen Menschen gehofft, ihr Leben würde mit westlicher Hilfe besser werden. Wenn solche Menschen nun glauben, ihre Hoffnungen bei uns verwirklichen zu können, schlägt ihnen immer mehr Kälte entgegen. Das ist Verrat. Auch an uns selbst“, meint die LAUSITZER RUNDSCHAU.
Politik
Ansichten zu einem Krieg
Berlin 25.03.2026
– Im Jahr 2014, zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs, erklärte der damalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier, dass das Scheitern der Diplomatie in jenem Jahr maßgeblich zum Kriegsausbruch beigetragen habe. Zwölf Jahre nach diesem Vortrag, in einer Rede am Dienstag, dem 24. März, anlässlich des 75. Jahrestages des Auswärtigen Amtes, sagte Präsident Steinmeier, der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran wäre nicht ausgebrochen, hätte die Diplomatie nicht die Chance erhalten, eine zufriedenstellende Einigung zwischen der US-Regierung und dem Iran über die Urananreicherung zu erzielen. Er argumentierte, eine solche Einigung hätte die Regierung von Benjamin Netanjahu möglicherweise zum Einlenken bewegt. Er bezeichnete das militärische Vorgehen gegen den Iran als leichtsinniges Abenteuer ohne internationale Legitimität, das jene unterstütze, die einen viel diskutierten Dritten Weltkrieg erwarteten und nur darauf warteten, dass ihn jemand auslöse.
Jürgen Röttgen, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, erklärte in einem Vortrag, das iranische Regime genieße weltweit mehr Vertrauen und Glaubwürdigkeit als die Trump-Administration. Denn der Trump-Administration fehle es an konkreten Beweisen dafür, dass Teheran eine Atommacht sei, und die von Benjamin Netanjahus Büro verbreitete Propaganda, die weltweit Ängste schüre, müsse gestoppt werden.
Stimmt es aber, wie die New York Times und das Wall Street Journal berichten, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman Präsident Trump zum Krieg gegen den Iran gedrängt und ihn kürzlich aufgefordert hat, den Krieg fortzusetzen, da er darin eine historische Chance sehe, den iranischen Einfluss im Nahen Osten einzudämmen? Womöglich. Experten mit umfassenden Kenntnissen über den Nahen Osten schließen dies jedoch aus, da sie die Erklärung der beiden Zeitungen als Deckmantel für den Krieg der amerikanischen Regierung gegen den Iran im Namen der Sicherheit der arabischen Golfregion betrachten. Andere wiederum sehen darin eine Aufstachelung gegen den saudischen Prinzen aus Abu Dhabi aufgrund des Konflikts um Einfluss im arabischen Golf und anderswo zwischen Mohammed bin Salman und dem Präsidenten der Emirate, Mohammed bin Zayed.
Die Golfstaaten geraten im Nahost-Krieg zunehmend unter Druck. Nun mehren sich Zeichen, dass ihre militärische Zurückhaltung ein Ende haben könnte.
Saudi-Arabiens faktischer Herrscher Mohammed bin Salman soll Präsident Donald Trump in den vergangenen Tagen dazu gedrängt haben, den Krieg gegen den Iran fortzusetzen. Das berichten die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider. Demnach habe der Kronprinz den Konflikt als „historische Chance“ bezeichnet, den Nahen Osten neu zu gestalten und die Macht des Iran in der Region dauerhaft zu brechen.
Der Vorstoß kommt in einer Phase, in der die Golfstaaten selbst zunehmend unter Druck geraten. Seit Beginn der Angriffe durch die USA und Israel vor einem Monat sehen sie sich iranischen Raketen- und Drohnenattacken auf ihre Energieanlagen, Städte und Infrastruktur a
Gleichzeitig ist die für den Öltransport zentrale Straße von Hormus massiv gestört. Trotz dieser direkten Betroffenheit hatten sich die Golfstaaten bislang militärisch zurückgehalten und betont, nicht in den Krieg hineingezogen werden zu wollen.
Öffentlich hält Riad an dieser Linie fest. In einer Stellungnahme erklärte die saudische Regierung, sie habe sich „stets für eine friedliche Lösung dieses Konflikts eingesetzt“. Es sei ihr Hauptanliegen, sich gegen die „täglichen Angriffe auf unser Volk und unsere zivile Infrastruktur zu verteidigen.“ Doch gleichzeitig erklärte der Außenminister Faisal bin Farhan: „Saudi-Arabiens Geduld mit iranischen Angriffen ist begrenzt.“
Nach Darstellung der „New York Times“ argumentierte Mohammed bin Salman in den Gesprächen mit Trump nun, dass ein vorzeitiges Ende des Krieges riskant sei. Ein unvollständiger militärischer Schlag könnte den Iran zwar schwächen, ihn aber nicht daran hindern, weiterhin die Golfstaaten anzugreifen. Deshalb habe der Kronprinz darauf gedrängt, den Druck zu erhöhen, auch durch Angriffe auf zentrale Energieanlagen des Iran.
Golfstaaten rücken näher an die Front
Gleichzeitig weitet Saudi-Arabien die Unterstützung für die USA aus. Die Monarchie hat laut „Wall Street Journal“ die Nutzung des König-Fahd-Luftwaffenstützpunkts für Angriffe gegen den Iran erlaubt. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate gehen nach Angaben des Blatts schärfer gegen iranische Strukturen im eigenen Land vor. Demnach wurden in Dubai ein Krankenhaus des Iranischen Roten Halbmonds und der Iranische Club geschlossen.
Die Regierung in Abu Dhabi erklärte, gezielt Einrichtungen mit direkten Verbindungen zum iranischen Regime und zu den Revolutionsgarden zu verbieten. Zudem steht im Raum, iranische Vermögenswerte in Milliardenhöhe einzufrieren. Das könnte Teheran wirtschaftlich empfindlich treffen, weil die Emirate seit Jahren ein wichtiger Finanz- und Handelsplatz für iranische Unternehmen und Privatpersonen sind.
Derweil geht der Irak einen anderen Weg. Das Land ist längst von beiden Seiten in die Auseinandersetzung hineingezogen worden. So wurden bei Luftangriffen auf Stellungen der regulären Streitkräfte, die auch vom Iran unterstützte Milizen umfassen, zuletzt 15 Kämpfer getötet. Die Milizen machen die USA dafür verantwortlich. Zugleich wurde im Nordirak ein Stützpunkt der kurdischen Peschmerga mit iranischen Raketen angegriffen; dabei wurden sechs Kämpfer getötet und 30 weitere verletzt.
Der Irak ist damit nicht nur zum Transit- und Aufmarschraum, sondern selbst zum Angriffsziel geworden. Raketen und Drohnen fliegen seit Kriegsbeginn regelmäßig über irakisches Gebiet oder schlagen dort ein. Politisch versucht sich die Regierung in Bagdad jetzt von Washington zu lösen. Ministerpräsident Mohammed Shiaa al-Sudani kündigte laut „Arab Weekly“ an, das Ende der von den USA geführten Anti-IS-Koalition im eigenen Land vorzuziehen. Ausländische Truppen sollen den Irak so bald es geht verlassen.
Politik
WMO: Das Erdklima ist aus dem Gleichgewicht
Genf 24.03.2026
– Das Klima der Erde ist laut einem neuen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) stärker aus dem Gleichgewicht geraten als jemals zuvor in der beobachteten Geschichte. Grund dafür sind die durch hohe Treibhausgaskonzentrationen hervorgerufene weitere Erwärmung der Atmosphäre und des Ozeans und das Schmelzen von Eis. Diese schnellen und groß angelegten Veränderungen seien innerhalb weniger Jahrzehnte aufgetreten, hätten aber schädliche Auswirkungen auf Hunderte und möglicherweise Tausende von Jahren.
Der Climate Report 2025 der WMO bestätigt, dass 2015 bis 2025 die heißesten elf Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen waren und dass 2025 das zweit- oder drittwärmste Jahr war, das jemals verzeichnet wurde. Extreme Ereignisse wie intensive Hitze, starke Regenfälle und heftige Wirbelstürme verursachten weltweit Schäden und Zerstörungen.
Dem Bericht zufolge ist die jährliche Meereisausdehnung in der Arktis in der Nähe eines Rekordtiefs, die antarktische Meereisausdehnung war die drittniedrigste seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch die Gletscherschmelze setzte sich unvermindert fort.
Klima im Ausnahmezustand
„Der Zustand des globalen Klimas befindet sich im Ausnahmezustand. Der Planet Erde wird über seine Grenzen hinausgetrieben. Jeder wichtige Klimaindikator blinkt rot“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. „Die Menschheit hat gerade die elf heißesten Jahre der Geschichte überstanden. Wenn sich die Geschichte elfmal wiederholt, ist sie kein Zufall mehr. Es ist ein Aufruf zum Handeln“, sagte Herr Guterres.
Zum ersten Mal führt der Bericht das Energieungleichgewicht der Erde als einen der wichtigsten Klimaindikatoren an. Die Energiebilanz der Erde misst die Geschwindigkeit, mit der Energie in das Erdsystem eintritt und verlässt. Unter einem stabilen Klima ist die Energieeinströmung aus der Sonne ungefähr gleich der Menge an ausgehender Energie.
Die steigenden Konzentrationen von wärmespeichernden Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan und Lachgas sind auf dem höchsten Stand seit mindestens 800.000 Jahren und haben dieses Gleichgewicht gestört.
„Wissenschaftliche Fortschritte haben unser Verständnis des Energieungleichgewichts der Erde und der Realität, mit der unser Planet und unser Klima konfrontiert sind, verbessert“, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo. „Menschenaktivitäten stören zunehmend das natürliche Gleichgewicht und wir werden mit diesen Folgen für Hunderte und Tausende von Jahren leben.“
Politik
NATO zieht Personal aus dem Irak ab
Berlin 21.03.2026
Deutsches Kontingent NMI sicher in Deutschland gelandet
Aufgrund der Auswirkungen des Konfliktes im Nahen und Mittleren Osten hat die NATO entschieden, die NATO Mission Iraq (NMI) vorübergehend anzupassen. In diesem Zusammenhang wurde das internationale Personal der NATO Mission Iraq in den vergangenen Tagen aus Bagdad bis auf Weiteres abgezogen. Die deutschen Soldatinnen und Soldaten, die im Rahmen von NMI in Bagdad eingesetzt waren, kehrten gestern wohlbehalten nach Deutschland zurück.
Nach einer Entscheidung des Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) flogen Luftfahrzeuge mehrerer NATO-Staaten das Personal aus dem Irak in angrenzende Staaten. Das Vorhaben wurde im Bündnis eng zwischen den Partnern abgestimmt und ohne Zwischenfälle durchgeführt.
Die Bundeswehr unterstützte beim Abzug mit A400M Transportflugzeugen.
Mit dem A400M ging es für die Rückkehrer nach einem Zwischenstopp in Jordanien zurück nach Deutschland, wo sie am Abend des 19. März wohlbehalten in Wunstorf landeten. Vor Ort wurden sie vom Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, begrüßt.
BM Pistorius dazu: „Ich bin erleichtert, dass unsere Soldatinnen und Soldaten sicher zurück in der Heimat sind. Die Rückverlegung ist unter maßgeblicher Beteiligung der Bundeswehr erfolgreich durchgeführt worden. Wir haben mit mehreren A400M Personal und Material unter sehr riskanten Bedingungen aus Bagdad ausgeflogen. Darunter selbstverständlich auch das anderer Partnernationen. Die herausragende, professionelle Zusammenarbeit mit allen beteiligten NATO-Partnern, darunter den USA als führende Nation, hat mich sehr beeindruckt.“
Die Bundeswehr beteiligt sich im Rahmen der NATO Mission Iraq an der Beratung und Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte. Ziel ist es, die Stabilität im Land zu festigen und ein Wiedererstarken des Islamischen Staats (IS) zu verhindern. Die NATO führt die Mission bis auf Weiteres von außerhalb des Irak.
Politik
Kritik an der Gewalt israelischer Siedler
Berlin 20.03.2026
Zur Siedlergewalt im Westjordanland erklärt Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan:
„Ich verurteile die Eskalation der Siedlergewalt und die gewaltsame Vertreibung von Palästinensern aus ihren Ortschaften im Westjordanland aufs Schärfste. Im Schatten des Irankonflikts nimmt die tödliche Gewalt immer weiter zu, Palästinenserinnen und Palästinenser sind den Siedlermilizen quasi schutzlos ausgeliefert. Die israelischen Behörden ermöglichen hier die strategische Besetzung des Westjordanlands – das versperrt den Weg für eine friedliche und dauerhafte Lösung des Nahostkonflikts. Die völkerrechtswidrige Landnahme führt zu weiteren Vertreibungen in einer ohnehin krisengerüttelten Region. Die Folgen erfahren wir in der Entwicklungszusammenarbeit unmittelbar: Sie gefährden die dringend nötige Unterstützung der Menschen im Westjordanland sowie die Umsetzung wichtiger Projekte, etwa den Bau von Schulen oder Abwassersystemen.“
Welt
Deutsche Importe: US-Dollar wichtigstes Zahlungsmittel
Wiesbaden 20.03.2026
– Im Jahr 2025 war der Euro bei deutschen Warenexporten in Staaten außerhalb der Europäischen Union (Drittstaaten) das meistverwendete Zahlungsmittel. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden nach vorläufigen Ergebnissen 54,7 % der deutschen Exportgeschäfte in die Drittstaaten in Euro abgewickelt. In US-Dollar wurden 26,4 % der Exporte abgerechnet. Danach folgten Exportgeschäfte in britischem Pfund mit einem Anteil von 4,8 %, chinesischem Renminbi Yuan mit 2,7 % und Schweizer Franken mit 2,4 %. Die restlichen 8,9 % der Exporte in Drittstaaten wurden in anderen Währungen bezahlt. Ab dem Berichtsmonat Januar 2026 bietet das Statistische Bundesamt monatliche Auswertungen zum Außenhandel nach Rechnungswährungen in einem neuen Statistischen Bericht an.
Importseitig war der US-Dollar im Jahr 2025 das am weitesten verbreitete Zahlungsmittel im Warenhandel mit Drittstaaten. 45,2 % der Importgeschäfte wurden in US-Dollar bezahlt. In Euro wurden 43,8 %, in chinesischem Renminbi Yuan 3,6 %, in Schweizer Franken 2,8 % und in britischem Pfund 1,7 %der Importgeschäfte abgerechnet. In anderen Währungen wurden nur 2,9 % der Importe bezahlt.
Exporte in die Vereinigten Staaten werden zu über zwei Dritteln in US-Dollar bezahlt
Im Handel mit den wichtigsten Empfängerländern deutscher Waren außerhalb der Europäischen Union (EU) unterscheiden sich die Anteile der bei Exportgeschäften genutzten Rechnungswährungen stark. So wurden die Exporte in die Vereinigten Staaten im Jahr 2025 zu 68,6 % in US-Dollar und zu 30,6 % in Euro abgerechnet. Nur 0,8 % der exportierten Waren wurden in anderen Währungen gezahlt.
Demgegenüber wurden die von Deutschland nach China exportierten Waren im Jahr 2025 hauptsächlich in Euro bezahlt (61,0 %). Danach folgten die chinesische Währung Renminbi Yuan mit einem Anteil von 23,0 % und der US-Dollar mit 15,1 %. In anderen Währungen wurden lediglich 0,9 % der Exportgeschäfte mit China abgewickelt.
Auch im Handel mit dem Vereinigten Königreich wurden 2025 die meisten deutschen Exporte in Euro bezahlt (48,5 %). Der US-Dollar spielte mit einem Anteil von 8,1 % nur eine untergeordnete Rolle. Weitaus mehr Exporte in das Vereinigte Königreich wurden in britischem Pfund abgerechnet (41,4 %). Andere Währungen hatten bei den deutschen Exportgeschäften mit dem Vereinigten Königreich einen Anteil von 2,0 %.
Beim Handel mit der Schweiz dominierten im Jahr 2025 die Exporte, die in Euro abgewickelt wurden. Der Euro lag mit einem Anteil von 71,0 % weit vor dem Schweizer Franken mit 22,0 % und dem US-Dollar mit 4,4 % an den Rechnungswährungen. Andere Währungen hatten lediglich einen Anteil von 2,6 %.
Importe aus China meist in US-Dollar abgewickelt
Auch bei den Importen nach Deutschland aus den wichtigsten Lieferländern außerhalb der EU ergab sich für die Zahlungsabwicklung nach Währungen ein differenziertes Bild. Im Handel mit China wurden im Jahr 2025 mit einem Anteil von 50,8 % die meisten Wareneinfuhren in US-Dollar abgerechnet. In Euro wurden 31,1 % und in chinesischem Renminbi Yuan nur 16,7 % der Importgeschäfte abwickelt (andere Währungen: 1,4 %).
Bei den Importen aus den Vereinigten Staaten hatte der US-Dollar in Jahr 2025 mit einem Anteil von 78,4 % eine noch größere Bedeutung als bei den Exportgeschäften. In Euro wurden lediglich 20,0 % der Importwaren gezahlt (andere Währungen: 1,7 %).
Bei Importgeschäften mit der Schweiz hingegen spielte der US-Dollar im Jahr 2025 mit einem Anteil von 6,6 % nur eine untergeordnete Rolle. Hier dominierte der Euro mit einem Anteil von 67,0 % der abgerechneten Währungen, gefolgt vom Schweizer Franken mit einem Anteil von 23,4 % (andere Währungen: 3,1 %).
Der Handel mit dem Vereinigten Königreich wurde auch importseitig hauptsächlich in Euro abgerechnet. Im Jahr 2025 lag der Euro mit einem Anteil von 50,3 % an den fakturierten Währungen vor dem US-Dollar mit 25,9 % und dem britischen Pfund mit 23,2 % (andere Währungen: 0,6 %).
Exporte in Drittstaaten machen 44,1 % der gesamten deutschen Exporte aus
Im Jahr 2025 machte der Handel mit Drittstaaten 44,1 % der deutschen Gesamtexporte und 34,6 % der Gesamtimporte aus. Dieser Außenhandel über die EU-Grenzen hinweg (Extrahandel) wird von der Zollverwaltung abgewickelt, dabei werden die jeweiligen Rechnungswährungen erfasst. Für den Handel mit anderen EU-Staaten (Intrahandel) liegen in der Außenhandelsstatistik keine Angaben zu den fakturierten Währungen vor.
Politik
Bundesregierung vereinfacht Ausfuhr von Rüstungsgütern
Berlin 20.03.2026
Befristete Allgemeingenehmigung ermöglicht schnelle Lieferung von Gütern der Luft- und maritimen Verteidigungan die Golfstaaten und die Ukraine.
Gemeinsam mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) setzt das
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) zum 20. März 2026 eine neue, auf 6 Monate befristete Allgemeine Genehmigung (AGG) für die Lieferung von Rüstungsgütern in bestimmte Länder zu Verteidigungszwecken in Kraft. Ziel der neuen AGG ist es, im Einklang mit administrativen Kapazitäten die schnelle Lieferung von Rüstungsgütern zur Luft- und Seeverteidigung in die Golfstaaten sowie die Ukraine risikobasiert weiter zu vereinfachen.
Bundesministerin Katherina Reiche: „Die wahllosen Angriffe des Irans auf die Golfstaaten haben zur Folge, dass dort Rüstungsgüter vor allem zur Luftverteidigung dringend benötigt werden. Gleichzeitig besteht der Bedarf der Ukraine zur militärischen Unterstützung insbesondere der Luftverteidigung unvermittelt fort. Mit der neuen, zeitlich befristeten AGG 48 passen wir unsere Verfahren der Rüstungsexportkontrolle für die Ausfuhr dringend benötigter Rüstungsgüter in diese Länder an die neuen Erfordernisse an. Damit stellen wir schnelle und unbürokratische Ausfuhren zur Stärkung ihrer Verteidigungssysteme sicher und setzen so ein Zeichen der Solidarität.“
Im Einzelnen zur neuen AGG 48:
Es wird eine neue AGG für die Ausfuhr und Verbringung mit anschließender Ausfuhr von
ausgewählten Rüstungsgütern in bestimmte Länder zu Verteidigungszwecken eingeführt. AGGs sind Ausfuhrgenehmigungen, die von Exporteuren in Anspruch genommen werden können, ohne beim BAFA zuvor einen Ausfuhrantrag stellen zu müssen. Zugelassen ist die Ausfuhr oder Verbringung von Gütern zur Verwendung zur Luftverteidigung und zur Marineverteidigung (einschließlich Maßnahmen zum Schutz vor oder Beseitigung von Seeminen).
Zu den von der AGG erfassten bestimmten Bestimmungsländern zählen Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Kuwait, Bahrain, Oman sowie die Ukraine.
Die AGG ist zeitlich befristet bis zum 15. September 2026. Eine Registrierung ist erforderlich, kann jedoch im Sinne der größtmöglichen Beschleunigung bis zu 30 Tage nach der ersten Ausfuhr bzw. Verbringung erfolgen. Die AGG sieht monatliche Meldepflichten für die ausführenden Unternehmen und weitere Bestimmungen vor.
Berlin
Deutsch-Französische Gespräche
Berlin 18.03.2026
– Der deutsche Außenminister Johannes Wadephul und sein französischer Amtskollege Jean-Noël Barrot waren sich einig, dass der andauernde Krieg zwischen Israel und den Vereinigten Staaten gegen den Iran nicht nur den Nahen Osten, insbesondere die Golfstaaten, sondern weite Teile der Welt zu destabilisieren droht. Der Kalte Krieg ist zu einem heißen Krieg geworden, und Bemühungen zur Beendigung der militärischen Auseinandersetzungen sind nun dringend geboten.
Dies erklärten die beiden Minister auf einer Pressekonferenz im Anschluss an ihre Gespräche heute in Berlin.
Die Minister sprachen auch über die Lage in der Ukraine und bekräftigten die Unterstützung ihrer Regierungen für Kiew. Sie erklärten, Russland versuche mit seinem Krieg, europäische Werte, insbesondere Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten, anzugreifen.
Bezüglich des Beitritts der Balkanländer zur Europäischen Union gaben die beiden Minister bekannt, dass der Prozess weit fortgeschritten sei und es keine Hindernisse gebe, die die Europäer an der Aufnahme der Länder dieser Region hinderten. Der deutsche Minister äußerte sich zur Lage im Libanon und erklärte, die militärischen Operationen zwischen der sogenannten Hisbollah und der libanesischen Armee müssten beendet werden, während der französische Minister die Regierung von Benjamin Netanjahu aufforderte, die ihrer Ansicht nach fortschreitende Zerstörung des Libanon zu stoppen.
Foto: © PWO
Politik
Vertane Chance für Menschenrechte
Berlin 18.03.2026
– Anlässlich des Endes des Beschwerdemechanismus der deutschen Automobilindustrie in Mexiko ziehen die beteiligten zivilgesellschaftlichen Organisationen ein ernüchterndes Fazit. Gemeinsam mit ihren mexikanischen Partnerorganisationen kritisieren Germanwatch, INKOTA und WEED, dass das besondere Potenzial des Projektes für den Schutz der Menschenrechte auch auf Grund schwindender politischer und unternehmerischer Ambitionen hinsichtlich der Unternehmensverantwortung in Europa nicht ausgeschöpft wurde.
Das Instrument unternehmensübergreifender Beschwerdesysteme an sich halten alle beteiligten Organisationen hingegen weiter für einen wichtigen Hebel zur Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten, das – auch mit Blick auf die hier gezogenen Lehren – weiterentwickelt werden sollte.
„Das Scheitern des unternehmensübergreifenden Beschwerdemechanismus zeigt nicht, dass Multi-Stakeholder-Beschwerdesysteme keine Zukunft haben. Es verdeutlicht vielmehr, wie destruktiv die aktuelle Debatte über vermeintliche Belastungen durch Sorgfaltspflichtengesetze wirkt: Unternehmen ziehen sich aus ambitionierten Kooperationsprojekten zurück. Dabei bieten gerade solche Beschwerdemechanismen die Möglichkeit, für die Betroffenen direkt und pragmatisch vor Ort Wirkung zu erzielen. Zudem schaden die Unternehmen sich selbst, denn sie übersehen das Potenzial solcher Mechanismen als Frühwarnsysteme für Risiken in ihren globalen Lieferketten. Doch genau das spielt beim Aufbau resilienter Lieferketten eine wichtige Rolle“, konstatiert Cornelia Heydenreich, Leiterin des Bereichs Unternehmensverantwortung bei Germanwatch.
Fortschritte verspielt
„Von den Unternehmen hätten wir uns ein stärkeres Engagement gewünscht. Beispielsweise entfernten sie sich während der Pilotlaufzeit immer mehr von der ursprünglichen gemeinsamen Vision eines Betroffenen-zentrierten Ansatzes, der sich auf Fortschritte aus menschenrechtlicher Perspektive fokussierte, hin zu einem Ansatz, der in erster Linie gesetzliche Mindestansprüche erfüllen sollte. Und auch die Bekanntmachung innerhalb der Unternehmen und entlang ihrer Lieferkette haben wir als unzureichend empfunden“, kritisiert Anton Pieper, Referent Wirtschaft und Menschenrechte bei WEED.
„Besonders bedauerlich ist, dass das Ende des Mechanismus zu einem Zeitpunkt kommt, an dem erste Fälle effektiv bearbeitet wurden und er Wirkung entfalten konnte. Der Mechanismus hätte mehr Zeit benötigt, um weitere eingehende Fälle bearbeiten zu können. Dass er diese nicht bekommt, ist ein fatales Signal für alle Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen in den Lieferketten der deutschen Automobilindustrie in Mexiko, da diese ihre Hoffnungen in den Mechanismus gesetzt hatten“, ergänzt Anne Neumann, Referentin für Rohstoffpolitik, Wirtschaft und Menschenrechte von INKOTA.
Der unternehmensübergreifende Beschwerdemechanismus der deutschen Automobilindustrie in Mexiko war als unabhängiges Projekt aus dem Branchendialog Automobil entstanden und erst im Mai 2024 operativ gestartet. Er sollte Betroffenen in den Lieferketten deutscher Automobilhersteller ermöglichen, tatsächliche und potenzielle Fälle von Menschenrechtsverletzungen in Mexiko zu melden und Unterstützung bei der Aufklärung sowie Zugang zu Abhilfe zu erhalten. Nach nur ca. 1,5 Jahren im operativen Betrieb wird das Projekt nicht über die Pilotphase hinaus verlängert, sondern jetzt eingestellt. Das Empfehlungspapier wurde gemeinsam von den am Mechanismus beteiligten zivilgesellschaftlichen Organisationen ProDESC, Fundación Avina und Centro de Información sobre Empresas y Derechos Humanos sowie Germanwatch, INKOTA und WEED entwickelt.
Politik
Deutsch-Aserbaidschanische Gespräche
Berlin 18.03.2026
Bundeskanzler Merz hat heute mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew telefoniert. Die Regierungschefs tauschten sich zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten und den Auswirkungen auf den Südkaukasus aus. Der Bundeskanzler begrüßte den laufenden Friedensprozess zwischen Aserbaidschan und Armenien und unterstrich dessen Bedeutung für die regionale Stabilität. Beide unterstrichen hierbei auch die Chancen für den Ausbau der bilateralen Beziehungen und der Beziehungen Aserbaidschans mit der EU.
Politik
Europa und der Nahe Osten
Berlin 17.03.2026
– Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola warnte vor den Folgen einer Verwicklung Europas in den andauernden Krieg zwischen Iran, Israel und den USA. In einem Vortrag, den sie am Dienstag, dem 17. März, in Berlin hielt, äußerte sie die Hoffnung, dass die Europäer auf ihrer Konferenz am kommenden Donnerstag und Freitag einstimmig beschließen würden, sich nicht zu beteiligen und stattdessen diplomatische Bemühungen zur Beendigung der Kampfhandlungen zu unternehmen, deren Folgen alle betreffen würden. Sie erklärte, dass die USA unter dem Deckmantel der NATO versuchen, Europa in den Krieg hineinzuziehen, um die Welt in die Atmosphäre eines viel diskutierten dritten Weltkriegs zu stürzen und nur darauf zu warten, dass ihn jemand auslöst.
Die maltesische Politikerin wandte sich auch an die Europäische Union und betonte, dass diese trotz Kritik an bestimmten politischen Maßnahmen weiterhin zusammenhalte. Sie hob hervor, dass die Wahrung ihrer Werte, allen voran der Menschenrechte und der Kampf gegen Rassismus, enorme Anstrengungen zum Schutz der Demokratie in Europa erfordere. Sie behauptete, der russische Krieg gegen die Ukraine ziele darauf ab, die Demokratie in Europa zu untergraben.
Foto: © PWO
Politik
Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah
Berlin 17.03.2026
Gemeinsame Erklärung der Staats- und Regierungschefinnen und -chefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und des Vereinigten Königreichs zu dem eskalierenden Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon.
„Wir sind zutiefst besorgt über die eskalierende Gewalt in Libanon und rufen Israel und Libanon zu konstruktiven Bemühungen um eine nachhaltige politische Lösung auf. Wir unterstützen nachdrücklich Initiativen für Gespräche und fordern dringend eine sofortige Deeskalation.
Die Angriffe der Hisbollah auf Israel und ihre gezielten Angriffe auf die Zivilbevölkerung müssen aufhören, die Hisbollah muss ihre Waffen niederlegen. Wir verurteilen die Entscheidung der Hisbollah, sich Irans Angriffen auf Israel anzuschließen. Dies gefährdet Frieden und Sicherheit in der Region.
Wir verurteilen Angriffe, die gegen die Zivilbevölkerung, die zivile Infrastruktur, medizinisches Personal und die Gesundheitsinfrastruktur sowie die Interimstruppe der Vereinten Nationen in Libanon gerichtet sind. Sie sind inakzeptabel und verstoßen gegen das humanitäre Völkerrecht.
Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen. Dies gilt es abzuwenden. Die humanitäre Lage in Libanon einschließlich der anhaltenden Massenvertreibung ist bereits äußerst alarmierend.
Wir bekräftigen unsere Forderung nach vollständiger Umsetzung der Resolution 1701 des VN-Sicherheitsrates durch alle Parteien und unterstützen die Bemühungen der Regierung von Libanon, die Hisbollah zu entwaffnen, die militärischen Aktivitäten der Hisbollah zu verbieten und ihre bewaffnete Auseinandersetzung einzudämmen. Wir stehen solidarisch an der Seite der Regierung und Bevölkerung Libanons, die gegen ihren Willen in den Konflikt hineingezogen wurden“.
Politik
Deutsch-Niederländische Gespräche
Berlin16.03.2026
– Bundeskanzler Friedrich Merz und der niederländische Ministerpräsident Rob Retten zeigten sich zufrieden mit der Entwicklung der Beziehungen zwischen ihren beiden Ländern. Diese umfassen die Zusammenarbeit auf allen Ebenen, insbesondere im wirtschaftlichen und militärischen Bereich, sowie ihre Unterstützung für die Europäische Union und die NATO.
Merz erklärte, der Krieg im Nahen Osten müsse beendet werden, da die Gefahr bestehe, dass er sich auf alle Länder der Region ausbreite. Er äußerte die Hoffnung, dass die Gespräche zwischen der Hisbollah und Israel zu einer Deeskalation führen würden und dass Berlin, Den Haag und andere europäische Länder den Krieg im Iran auf ihrer bevorstehenden Konferenz erörtern und eine gemeinsame Position zu dem Konflikt einnehmen würden.
Politik
Flüchtlingsdebatte in Deutschland
Berlin 16.03.2026
– Es ist bezeichnend: In etwa 3500 Kilometer Entfernung von Berlin bricht ein Krieg aus – und deutsche Politiker machen sich große Sorgen. Weniger um die iranische Zivilbevölkerung, die bereits jetzt unzählige Tote zu beklagen hat. Sondern davor, dass sich Menschen aus dem Kriegsgebiet auf den Weg nach Deutschland – und damit in Sicherheit – machen könnten. Solidarität mit Menschen, denen israelische und US-amerikanische Bomben um die Ohren fliegen? Nicht mit uns!
Nach Lesart diverser Bundespolitiker könnten unter nach Deutschland Flüchtenden Anhänger des Regimes in Teheran sein, die – wie könnte es anders sein – dem rechtschaffenden Bürger bei uns nur auf der Tasche liegen wollen. Siegfried Walch ist ganz besonders, sagen wir: um unser aller Wohl besorgt. „Die Sicherheit in Deutschland muss zu jeder Zeit oberste Priorität haben“, erklärte der CSU-Mann. Damit auch ja kein Iraner heiligen deutschen Boden betreten kann, fordert Walch eine Abwicklung von Asylverfahren direkt an den EU-Außengrenzen. Andere Politiker aus dem Politikbetrieb in Berlin äußerten sich ähnlich. Selbst Friedrich Merz (CDU) sagte kürzlich: „Wir drängen darauf, dass die Eigenstaatlichkeit des Iran erhalten bleibt. Wir möchten kein syrisches Szenario erleben.“
Wir erinnern uns an den Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Als russische Bomben dort Wohnhäuser in diversen Städten getroffen hatten, war die Empörung zu Recht groß. Und die Bundesregierung war sich schnell einig, Menschen aus den Kriegsgebieten bei uns aufzunehmen. Ein humanistischer Akt, der richtiger nicht hätte sein können. Damals wurde nicht die Frage gestellt, ob Ukrainer ein Sicherheitsrisiko für Deutschland sein könnten. Oder dass sie nur den deutschen Sozialstaat ausnehmen wollen. In anderen EU-Staaten wie Polen war die Stimmung ähnlich migrantenfreundlich. Wenn aber fünf Afrikaner und drei Araber, Perser oder Türken um Asyl bitten, dann bricht die große Hysterie aus.
Wir sehen also: Für die Herrschenden gibt es gute und schlechte Flüchtlinge. Oder anders formuliert: Menschen, die zu uns passen, und Menschen, die es nicht tun. Und genau hier liegt das Problem. Denn ein Mensch ist ein Mensch – egal, wo er geboren wurde, wie er aussieht oder an welchen Gott, Heiden oder Heiligen er glaubt. Die Angst vor Krieg ist universell – so wie die Menschenrechte es auch sind. Dass deutsche Politiker das anders sehen, verrät sehr viel über ihr Menschenbild, das offensichtlich von Vorurteilen und Rassismus geprägt ist.
Nota bene: In Deutschland lebende Iranerinnen und Iraner sind einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft überdurchschnittlich gut in den Arbeitsmarkt integriert. Sie verdienen auch durchschnittlich gut. Das sollte man den Besorgten dieser Republik mal auf die Nase binden.
Politik
Hilfsorganisationen im Südsudan zum Rückzug gezwungen
Berlin 16.03.2026
– Die eskalierende Gewalt im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei hat Hilfsorganisationen zum Rückzug gezwungen, zu Massenvertreibungen geführt und Familien ohne Hilfe zurückgelassen, berichtet Save the Children. Seit Dezember seien im Bundesstaat Jonglei mehr als 280.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen, mehr als die Hälfte davon Frauen und Kinder.
Die Kinderrechtsorganisation Save the Children musste diese Woche alle humanitären Einsätze in Akobo East – bisher ein Rückzugsort für Vertriebene in Jonglei – aussetzen und ihre Mitarbeitenden abziehen. Grund dafür waren die eskalierende Gewalt und die Anordnung des südsudanesischen Militärs vom 6. März, dass alle Zivilist*innen, Nichtregierungsorganisationen sowie Organisationen und Friedenstruppen der Vereinten Nationen den Bezirk Akobo verlassen müssten.
Zum Zeitpunkt des Rückzugs versorgte Save the Children rund 100.000 Kinder in der Stadt Akobo mit lebenswichtigen Gesundheits-, Ernährungs-, Bildungs-, Kinderschutz- sowie Wasser- und Sanitärdienstleistungen. Die Familien, von denen viele bereits mehrmals vertrieben wurden, seien nun auf sich allein gestellt und die Kinder der Gewalt ausgesetzt.
Vor allem Kinder gefährdet
„Die Unterbrechung der humanitären Hilfe birgt die Gefahr, dass sich die ohnehin schon kritische Lage im Bundesstaat Jonglei weiter verschärft“, sagt Chris Nyamandi, Länderdirektor von Save the Children im Südsudan. „Wir hören, dass viele Familien auf ihrer Flucht kaum Lebensmittel, sauberes Wasser oder Zugang zu Gesundheitsversorgung haben. Vor allem Kinder sind durch die Unterbrechung der Hilfsmaßnahmen einem erhöhten Risiko von Mangelernährung, Krankheiten und anderen Gefahren ausgesetzt. Der Schutz und die Sicherheit der Zivilbevölkerung müssen stets Vorrang haben, insbesondere in Gebieten, in denen sich der Konflikt zuspitzt.“
Bereits im vergangenen Monat musste Save the Children Hilfsmaßnahmen im nahegelegenen Walgak aussetzen, nachdem Bewaffnete ein Büro der Kinderrechtsorganisation geplündert und angezündet, ein Gesundheitszentrum zerstört und vier Fahrzeuge gestohlen hatten.
Der Konflikt im Südsudan hat sich seit Ende Dezember landesweit nach erneuten Kämpfen erheblich verschärft, insbesondere im östlichen Jonglei, wo auch Akobo liegt. Der größte südsudanesische Bundesstaat zählt zu den Regionen mit der höchsten Ernährungsunsicherheit im Land.
Save the Children fordert alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, das humanitäre Völkerrecht zu achten und Hilfsorganisationen einen sicheren und ungehinderten Zugang zu den betroffenen Gemeinden zu gewährleisten. Die Kinderrechtsorganisation betont nachdrücklich, dass Einschränkungen von humanitären Maßnahmen oder Zwangsumsiedlungen von Personal die Gefahr bergen, dass Tausende von schutzbedürftigen Menschen keinen Zugang zu lebenswichtiger Hilfe haben.
Politik
Wildlife warnt vor Wildtier-Tourismus
München 16.03.2026
– Selfies mit Faultieren, Elefantenbaden oder das Streicheln von Raubkatzen werden als „einmalige Urlaubserlebnisse“ vermarktet. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife warnt jedoch vor Wildtier-Tourismus: Es handle sich um ein milliardenschweres Geschäftsmodell, das vom Tierleid profitiert.
„Direkter Kontakt zu Wildtieren ist kein Zeichen von Tierfreundlichkeit – sondern ein Warnsignal,” kritisiert Daniela Freyer von Pro Wildlife. „Dahinter verbirgt sich ein milliardenschweres Geschäftsmodell, das vom Tierleid profitiert.” Neue Entwicklungen auf internationaler und nationaler Ebene verdeutlichten die Missstände im Wildtier-Tourismus. Um weltweit Verbesserungen für Wildtiere zu erzielen, brauche es endlich verbindliche Tierschutzstandards im Tourismus, so Pro Wildlife.
Tierwohl im Tourismus berücksichtigen
Der Druck auf die Reisebranche wächst: Ein aktueller Beschluss der IUCN (Internationale Union zur Bewahrung der Natur) kritisiert, dass touristische Angebote mit Wildtieren in Gefangenschaft Tierleid verursachen und Risiken für die biologische Vielfalt sowie die menschliche Gesundheit bergen. Pro Wildlife unterstützt die Forderung der IUCN an Unternehmen und Regierungen, den Tierschutz zukünftig in Leitlinien für nachhaltigen Tourismus sowie Zertifizierungssystemen zu berücksichtigen.
Selfies befeuern tödlichen Tierhandel
Ein Beispiel für die negativen Auswirkungen touristischer Attraktionen ist der illegale Fang von Faultieren in den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas – für „niedliche” Fotos mit Reisenden oder den Verkauf an Zoos. Die Bilanz sei verheerend, so Pro Wildlife. Die meisten Faultiere würde bereits während des Transports oder in den ersten Wochen ihrer Gefangenschaft sterben.
Auch einige deutsche Zoos befeuern den tödlichen Trend und bieten gegen Bezahlung „direkte Berührungen” der stressanfälligen Tiere an. Aufgrund der Bedrohungslage gelten seit März erstmals internationale Schutzbestimmungen, die den Handel mit Zweifinger-Faultieren zukünftig eindämmen sollen.
Neues Marketing, selbes Tierleid
Knapp 3.000 Elefanten werden allein in Thailands touristischen Einrichtungen gehalten. Viele von ihnen bieten noch immer Elefantenreiten an, aber weil dies zunehmend in der Kritik steht, werben die Betreiber nun mit vermeintlich „ethischen” Alternativen: Bade-Erlebnisse, Füttern und Pflegen – all dies weiterhin mit engem Körperkontakt.
„Diese Angebote sind Etikettenschwindel: Sie sind ebenfalls hochproblematisch, weil direkte Interaktionen mit Reisenden durch Gewaltanwendung erzwungen werden. Die Tiere leben in tierquälerischen Bedingungen, häufig fixiert an kurzen Ketten”, erklärt Pro Wildlife-Expertin Daniela Freyer.
Ein positives Signal komme hingegen aus Indonesien: Dort habe die Regierung aufgrund massiven Drucks von Tierschutzorganisationen das Reiten auf Elefanten landesweit verboten.
Profite mit Tierbabys
Tiger- und Löwenbabys werden laut Pro Wildlife im Alter von wenigen Wochen ihren Müttern entrissen, um sie Touristen zum Streicheln und für Selfies anzubieten. Die Tiere würden sediert, um sie „gefügig“ zu machen und Angriffe auf Besucher zu verhindern. Beengte Käfige, chronischer Stress sowie Inzucht förderten zudem Krankheitsausbrüche: Im Februar 2026 starben in Thailands „Tiger Kingdom Chiang Mai” 72 der 240 dort gehaltenen Tiger an einer Infektionskrankheit.
In Südafrika kritisiert Pro Wildlife ein besonders perfides Geschäftsmodell: Der „Lebenszyklus” beginne mit der Vermarktung von Löwenbabys als Kuschel- und Foto-Objekte. Manche landeten auch in unseriösen Freiwilligenprogrammen. Mit zunehmendem Alter würden die Löwen für Spaziergänge (Lion Walks) eingesetzt, bis sie schließlich in der sogenannten Gatterjagd in umzäunten Gebieten von zahlenden Trophäenjägern getötet werden. Selbst nach dem Tod werde noch Profit gemacht: Die Knochen würden für vermeintliche Wundermittel verkauft – eine zynische Verwertung von Tieren, die ihr ganzes Leben lang ausgebeutet wurden.
In Südafrika kündigte Ende Februar zumindest die Regierung der Provinz Mpumalanga an, die kommerzielle Löwenzucht zu verbieten. „Das ist ein wichtiger Schritt, um das Leid der Tiere für touristische Angebote zu beenden. Wir fordern ein Ende der Löwenzucht in ganz Südafrika,“ so die Pro Wildlife Sprecherin.
Vorsicht vor unseriösen Angeboten
Pro Wildlife fordert die Tourismusbranche und Reisende zum Verzicht auf Angebote mit Wildtieren in Gefangenschaft auf. „Einige Branchenriesen, darunter Online-Plattformen wie GetYourGuide und TripAdvisor verdienen noch immer am Tierleid – das muss endlich ein Ende haben”, mahnt Daniela Freyer.
-
Politik6 Tagen agoRassismus ist in Deutschland weit verbreitet
-
Politik6 Tagen agoKooperation zwischen Wirtschaft und Rüstungsindustrie
-
Wirtschaft6 Tagen ago
ifo Institut: Berufseinsteiger mit moderner Berufsausbildung verdienen mehr
-
Politik6 Tagen ago
Kritik an der Gewalt israelischer Siedler
-
Wirtschaft6 Tagen ago
ifo-Präsident Fuest: Sondervermögen künftig für Investitionen einzusetzen
-
Welt6 Tagen ago
Deutsche Importe: US-Dollar wichtigstes Zahlungsmittel
-
Politik6 Tagen ago
Nachhaltiges Regenwassermanagement für besseres Mikroklima
-
Politik6 Tagen ago
Bundesregierung vereinfacht Ausfuhr von Rüstungsgütern
-
Wirtschaft6 Tagen ago
Weiterhin große Unterschiede zwischen den Branchen
-
Berlin15 Stunden agoEarth Hour 2026: Berlins Hotels schalten eine Stunde Licht aus
-
Politik15 Stunden ago
WMO: Das Erdklima ist aus dem Gleichgewicht
-
Politik15 Stunden ago
Ansichten zu einem Krieg
-
Politik15 Stunden ago
NATO zieht Personal aus dem Irak ab
-
Europa15 Stunden ago
Industriebeschleunigungsgesetz
-
Berlin15 Stunden ago
In Berlin werden eine Million Gäste zu Ostern erwartet




