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Welt

Rohingya-Geflüchtete 7 Jahre nach der Flucht leben die Menschen in ständiger Angst

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Berlin / Cox’s Bazar/ (Bangladesch ) 22.08.2024

Sieben Jahre nachdem mehr als 700.000 Menschen vor Gewalt in Myanmar nach Bangladesch geflohen sind, leben Rohingya-Kinder in den dortigen Geflüchtetencamps in ständiger Angst. Das zeigen Interviews von Save the Children mit mehr als 70 Bewohner*innen von Cox‘s Bazar, die meisten von ihnen Frauen und Kinder im Teenageralter.

„Meine Schwester kann nachts vor lauter Panik nicht schlafen; sie ist die ganze Nacht unruhig und verstört. Es wird Tag und Nacht geschossen. Wir können nicht einmal zur Schule gehen”berichtet die 15-jährige Kohinoor*, deren Familie von bewaffneten Gruppen bedroht wurde. “Wir haben Angst – wir haben zu viel Angst, um irgendwohin zu gehen. Wir wünschen uns ein Leben wie früher, als wir rausgehen und spielen konnten.“

Weitere von Save the Children Befragte berichteten von Entführungen, Lösegelderpressungen und der Rekrutierung von Kindern durch bewaffnete Gruppen. Die Interviews machen deutlich, wie sehr Unsicherheit das Leben der Kinder einschränkt und unterstreichen, dass Rohingya-Geflüchtete dringend mehr Schutzbrauchen. Die jüngsten politischen Unruhen in Bangladesch haben die Lage weiter verschärft, da auch in den Camps von Cox’s Bazar weniger Polizeibeamte imEinsatz sind.

Dass die Kinder dort unter Angst, Stress und Depressionen leiden, zeigten bereits frühere Untersuchungen von Save the Children. Die fehlende Sicherheit verschlechtert ihre mentale Gesundheit weiter. In der aktuellen Befragung gab fast die Hälfte (48 Prozent) der Haushalte an, dass sie sich vor Kriminalität und Gewalt fürchten. Viele berichteten außerdem, dass Früh- und Zwangsverheiratungen aufgrund der unsicheren Lage zugenommen hätten – einerseits erzwungen durch bewaffnete Gruppen, andererseits von den Familien selbst veranlasst mit dem Wunsch, ihre Töchter vor sexualisierter Gewalt zu schützen.

Wir merken auch in unserer Arbeit, dass die Menschen Angst haben, ihre Unterkünfte zu verlassen“, sagt Marina Seizov, die bei Save the Children Deutschland Projekte in Cox’s Bazar betreut und letztes Jahr vor Ort war. „Unsere Kolleg*innen berichten etwa, dass weniger Menschen unsere Lern- und Gesundheitszentren aufsuchen oder sich Bargeld auszahlen lassen, und dass auch weniger Mädchen und Jungen in unsere Kinderclubs kommen. Das finde ich besonders bedrückend, denn die Kinder – immerhin mehr als eine halbe Million – kennen ohnehin nur das eintönige Leben in den Camps, und die Clubs sind Orte, an denen sie sich wohlfühlen und Freunde treffen können.“

Fast eine Million Rohingya-Geflüchtete leben in Bangladesch; etwas mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder. Seit sieben Jahren erhalten sie keine formale Bildung, ihre Eltern dürfen nicht arbeiten. Zusätzlich zur Gewalt kommt es in den Camps immer wieder zu Großbränden, Überschwemmungen und Erdrutschen, dieUnterkünfte unbewohnbar machen.

Save the Children appelliert an die neue Übergangsregierung von Bangladesch, die Kinder und ihre Familien vor Gewalt und Unsicherheit zu schützen und ihnen Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten und damit eine Zukunft zu eröffnen. Die Kinderrechtsorganisation ist eine der führenden Hilfsorganisationen in Cox‘s Bazar und arbeitet in 29 der 33 Camps unter anderem in den Bereichen Kinderschutz, Bildung, Gesundheit und Ernährung sowie Wasser- und Sanitärversorgung. Seit 2017 hat Save the Children rund 600.000 Rohingya-Geflüchtete erreicht, darunter mehr als 320.000 Kinder.

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Politik

Westjordanland: Die Zerstörung von Wohnhäusern, Schulen und Kindheit

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Genf, Berlin, den 12.05.2026

Zusammenfassung des Statements von UNICEF-Sprecher James Elder bei der heutigen Pressekonferenz im Palais des Nations in Genf.

“Kinder und Jugendliche zahlen einen untragbaren Preis für die Eskalation militarisierter Einsätze und die zunehmenden Angriffe durch Siedler im besetzten Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem.  

Seit Januar 2025 wurde im Durchschnitt mindestens ein Minderjährige/r pro Woche getötet. Insgesamt kamen in diesem Zeitraum 70 palästinensische Kinder und Jugendliche ums Leben, 93 Prozent von ihnen durch israelische Streitkräfte. Weitere 850 Kinder wurden verletzt. Die meisten der getöteten oder verletzten Minderjährigen wurden von scharfer Munition getroffen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer historisch hohen Zahl von Angriffen durch Siedler. Das UN-Nothilfebüro OCHA erklärte im vergangenen Monat, dass im März 2026 so viele Palästinenser*innen durch Angriffe von Siedlern verletzt wurden wie in keinem anderen Monat der vergangenen 20 Jahre. Gleichzeitig beobachten wir, dass diese Angriffe zunehmend koordiniert erfolgen. Zu den dokumentierten Vorfällen zählen Fälle, in denen Kinder und Jugendliche angeschossen, niedergestochen, geschlagen oder mit Pfefferspray angegriffen wurden.

Dies sind keine Einzelfälle. Vielmehr verdeutlichen sie ein anhaltendes Muster schwerster Verletzungen der Kinderrechte sowie Angriffe auf das Zuhause von Kindern, auf ihre Schulen und auf die Wasserversorgung, auf die sie angewiesen sind. Was sich derzeit abzeichnet, ist nicht nur eine Eskalation der Gewalt gegen palästinensische Kinder, sondern auch eine schrittweise Zerstörung der Lebensgrundlagen, auf die Kinder für ihr Überleben und Aufwachsen angewiesen sind.

Wohnhäuser werden zerstört. Schulen werden angegriffen. Wassersysteme werden zerstört. Der Zugang zur Gesundheitsversorgung wird erschwert. Die Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt. In den vergangenen 30 Monaten wurden im gesamten Westjordanland mehr als 900 zusätzliche Barrieren und Restriktionen errichtet. Infolgedessen sind Minderjährige im Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem, immer häufiger von Schulen, Krankenhäusern und anderen lebenswichtigen Diensten abgeschnitten, weil ihre Bewegungsfreiheit zunehmend eingeschränkt oder ihnen vollständig verweigert wird.

Wohnhäuser sind zu einem zentralen Ort der Angriffe auf Kinder und Jugendliche geworden. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden mehr als 2.500 Palästinenser*innen vertrieben, darunter 1.100 Minderjährige – und damit mehr als im gesamten Jahr 2025. Ein Beispiel von meiner jüngsten Reise ins Westjordanland: Der achtjährige Ezzaldin schlief, als Siedler sein Dorf angriffen. Das Haus seiner Familie war zwei Monate zuvor zerstört worden, deshalb schlief Ezzaldin im Freien. Er wurde mit einem Holzstück geschlagen und mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Seine Mutter erlitt Brüche an beiden Armen, als sie versuchte, ihr vier Monate altes Baby zu schützen, indem sie ihre Arme zwischen ihr Kind und den Knüppel des Angreifers hielt.

Auch Bildung ist anhaltenden Angriffen ausgesetzt. Für Tausende Kinder und Jugendliche im gesamten Westjordanland ist der tägliche Schulweg zu einem Weg der Angst geworden. Allein in diesem Jahr wurden 99 bildungsbezogene Vorfälle dokumentiert, darunter die Tötung, Verletzung und Inhaftierung von Schüler*innen, die Zerstörung von Schulen, die militärische Nutzung von Schulgebäuden sowie die Verweigerung des Zugangs. In etwas mehr als zwei Jahren bis Ende 2025 wurden mehr als 550 solcher Vorfälle dokumentiert. Schulen, die Orte der Sicherheit und Stabilität sein sollten, werden zunehmend zu Orten der Angst. Angriffe auf Schulen und die Verweigerung des Zugangs von Kindern zu Bildung sind schwere Verletzungen ihrer Rechte und haben langfristige Folgen für ihre Sicherheit, ihr Wohlergehen und ihre Zukunft.

Es war erschütternd, mit einem zwölfjährigen Mädchen namens Roa’a durch ihre von Siedlern und israelischen Streitkräften zerstörte Schule zu gehen – einen Ort, an dem sie in wenigen Monaten eigentlich ihren Abschluss der 6. Klasse hätte feiern sollen, statt die Zerstörung der Schule zu betrauern. Wieder einmal wurde eine Schule zu Trümmern.

Sie zeigte mir jeden Teil ihrer Schulzeit an diesem Ort: vom Klassenraum der 1. Klasse über Unterlagen aus ihrem letzten Schuljahr bis zu einem inzwischen zerstörten Heizgerät, das die Lehrkraft nutzte, wenn den Kindern kalt war. Inmitten der Trümmer stellte Roa’a eine Frage, die wir uns alle stellen, und die nicht nur Verurteilung, sondern konkretes Handeln erfordern sollte: ‚Als ich meine zerstörte Schule sah, überkam mich ein schweres Gefühl, und ich fragte mich: Warum wurde unsere Schule zerstört?‘

Laut OCHA wurden in diesem Jahr mehr als 60 Wasser- und Sanitäranlagen beschädigt oder mutwillig zerstört, darunter Leitungen, Bewässerungssysteme und Wassertanks. Dadurch wird der ohnehin fragile Zugang zu sauberem Wasser weiter eingeschränkt. Dies hat schwerwiegende Folgen für die palästinensische Wirtschaft ebenso wie für die Gesundheit, Hygiene und Würde von Kindern. Zudem werden Lebensgrundlagen durch den Diebstahl von Nutztieren weiter untergraben.

All dies geschieht vor dem Hintergrund eines deutlichen Anstiegs von Festnahmen und Inhaftierungen von Kindern. Die jüngsten verfügbaren Daten zeigen, dass sich 347 palästinensische Minderjährige aus dem Westjordanland wegen mutmaßlicher sicherheitsbezogener Delikte in israelischer Militärhaft befinden – die höchste Zahl seit acht Jahren. Besonders alarmierend ist, dass mehr als die Hälfte dieser Kinder und Jugendlichen, insgesamt 180, in Administrativhaft festgehalten wird, ohne die erforderlichen rechtsstaatlichen Garantien, darunter regelmäßiger Zugang zu Rechtsbeistand und das Recht, ihre Inhaftierung anzufechten.

Zusammengenommen veranschaulichen diese Entwicklungen eine übergreifende Realität: Kinder sind sowohl direkter Gewalt ausgesetzt als auch den Folgen der Zerstörung grundlegender Systeme und Dienstleistungen. Ihr Leid darf nicht zur Normalität werden.

UNICEF unterstützt Kinder und ihre Familien im Westjordanland beim Zugang zu sicherem Wasser, Sanitärversorgung und Gesundheitsdiensten und stellt darüber hinaus Bargeldhilfen, Lernmaterialien und psychosoziale Unterstützung bereit.

UNICEF fordert die israelischen Behörden – die in allen Gebieten unter ihrer Hoheitsgewalt oder Kontrolle, einschließlich der besetzten Gebiete, rechtlich verpflichtet sind, die Rechte von Kindern zu wahren – auf, unverzüglich entschlossene Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Tötungen und Verletzungen palästinensischer Kinder zu verhindern und ihre Wohnhäuser, Schulen sowie ihren Zugang zu Wasser im Einklang mit dem Völkerrecht zu schützen. UNICEF fordert zudem die UN-Mitgliedstaaten auf, ihren Einfluss zu nutzen, um sicherzustellen, dass das Völkerrecht beachtet wird.“

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Politik

UNIFIL-Einsatz der Bundeswehr im Libanon soll auslaufen

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Berlin 12.05.2026  

– Die Bundeswehr soll ihren Einsatz im Rahmen der UNIFIL-Mission (United Nations Interim Force in Lebanon) vor der libanesischen Küste ein letztes Mal verlängern und dafür weiterhin bis zu 300 Soldatinnen und Soldaten entsenden. Wie aus dem Antrag (21/5778) der Bundesregierung hervorgeht, soll der Einsatz operativ zum 31. Dezember 2026 enden, gefolgt von einer Abwicklungsphase bis 30. Juni 2027, in der sich die Rückverlegung der sich an Land befindlichen deutschen Restkräfte inklusive der Übergabe von Material und Infrastruktur an die Vereinten Nationen anschließen soll.

In dieser Phase sollen nur noch bis zu 80 Soldatinnen und Soldaten zum Einsatz kommt. Aufgabe der Operation bleibt den Angaben zufolge bis Ende 2026 die Unterstützung bei der Sicherung der libanesischen Grenzen und Einreisepunkte mit dem Ziel, Waffenschmuggel nach Libanon zu verhindern.

Wie die Bundesregierung mit Blick auf den Libanonkrieg zwischen Israel und der islamistischen Hisbollah ausführt, ist die Ausbildung der libanesischen Streitkräfte aufgrund der aktuellen Bedrohungs- und Sicherheitslage in der Region im März 2026 temporär ausgesetzt worden, das Mandat sieht diese aber weiterhin vor. Aufgrund der Ausbildung durch den UNIFIL-Marineverband habe die libanesische Marine bei der Überwachung der eigenen Hoheitsgewässer erhebliche Fortschritte erzielt und sei inzwischen in der Lage, alle technischen Prozeduren bis hin zur Inspektion verdächtiger Schiffe eigenständig durchzuführen.

Die libanesische Regierung stehe grundsätzlich weiterhin vor der Herausforderung, die Hisbollah zu entwaffnen und einzuhegen, einen Abzug der israelischen Truppen zu erwirken und eigene Streitkräfte in ausreichender Anzahl in das gesamte Staatsgebiet zu verlegen, um dort die Sicherheitskontrolle zu übernehmen.

„In dieser volatilen und komplexen Lage ist es von herausragender Bedeutung, die verbleibende Mandatsdauer von UNIFIL bestmöglich zu nutzen, um die libanesischen Streitkräfte auf die eigenverantwortliche Kontrolle des Staatsgebiets vorzubereiten, eine geordnete Übergabe von UNIFIL-Aufgaben sicherzustellen und die Grundlagen für ein mögliches Folgeengagement der VN und der Europäischen Union zu schaffen“, schreibt die Bundesregierung.

Die einsatzbedingten Zusatzausgaben für die Verlängerung des Mandates bis Ende einschließlich Ende Juni 2027 beziffert sie auf rund 42,8 Millionen Euro. Der Einsatz erfolge auf Grundlage einer Reihe von Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, zuletzt 2790 (2025). Diese Resolution hatte das UN-Mandat von UNIFIL letztmalig bis zum 31. Dezember 2026 verlängert – verbunden mit einer sich anschließenden Abwicklungsphase.

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Politik

AfD will finanzielle Unterstützung für Syrien einstellen

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Berlin 12.05.2026

– Die AfD-Fraktion fordert in einem Antrag (21/5765), sämtliche Finanzierungs- und Unterstützungsleistungen des Bundes für das syrische Übergangsregime auszusetzen. Konkret sollten etwa keine Fördergelder, Strukturhilfen oder Sachleistungen mit Geldwert mehr gezahlt werden, sofern nicht „durch wirksame, unabhängige und nachprüfbare Mechanismen“ ausgeschlossen sei, dass diese Mittel zu Menschenrechtsverletzungen beitragen, heißt es im Antrag.

Nach dem Machtwechsel in Syrien am 8. Dezember 2024 sei es zu einer grundlegenden Veränderung der politischen Rahmenbedingungen gekommen. Die menschenrechtliche und sicherheitspolitische Lage bleibe aber volatil: So sei über schwere Übergriffe im Kontext sektiererischer Gewalt berichtet worden, führen die Abgeordneten an. Eine UN-gestützte Untersuchungskommission habe für März 2025 unter anderem außergerichtliche Tötungen, Folter und Plünderungen gegen Zivilisten beschrieben,

Bei multilateralen Unterstützung solle die Bundesregierung darauf hinwirken, dass „kein faktischer Budget-Support“ für staatliche syrische Machtstrukturen erfolge, solange die vorgenannten Mindestvoraussetzungen nicht erfüllt sind.

Die Abgeordneten fordern zudem, dass jede Finanzierungs- und Unterstützungsleistung des Bundes an die Kooperationsbereitschaft der neuen neuen syrischen Regierung bei der Rückführung ihrer Staatsangehörigen aus Deutschland geknüpft wird.

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Europa

EU bekräftigt Unterstützung für Wiederaufbau in Syrien

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Berlin 11.05.2026

Die Europäische Kommission hat bei einem Koordinierungsforum mit den syrischen Übergangsbehörden in Brüssel das Engagement der EU für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung Syriens bekräftigt. Bei dem Treffen stehen die Koordinierung und Abstimmung aller internationalen Bemühungen in den Bereichen Hilfe, Wiederaufbau und Entwicklung im Fokus.

Dubravka Šuica, EU-Kommissarin für den Mittelmeerraum, sagte: „Der heutige Tag markiert einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen der EU und Syrien. Seit über einem Jahrzehnt stehen die EU und ihre Mitgliedstaaten entschlossen an der Seite der syrischen Bevölkerung und haben mehr als 41 Milliarden Euro an lebenswichtiger Hilfe bereitgestellt. Jetzt ist es an der Zeit, den Übergang von der Krise hin zu sozioökonomischem Wiederaufbau und Erholung zu beschreiten. Bei diesem Engagement geht es darum, Vertrauen wiederherzustellen, Resilienz zu stärken und die Bestrebungen des syrischen Volkes in den Mittelpunkt der Zukunft ihres Landes zu stellen. Die EU ist weiterhin fest entschlossen, mit den syrischen Behörden zusammenzuarbeiten, um den Konflikt hinter uns zu lassen und gemeinsam auf ein stabiles, prosperierendes und wirklich inklusives Syrien für alle hinzuarbeiten.“

Schritte in Richtung Wiederaufbau

Die EU arbeitet derzeit an der Einrichtung eines mit 15 Millionen Euro ausgestatteten „Technical Assistance Hub“ – einer Vorzeigeinitiative von „Team Europe“, die darauf abzielt, die Kapazitäten syrischer Institutionen zu stärken. Dieser Hub soll den syrischen Behörden als Anlaufstelle dienen, um technisches Fachwissen von der EU und ihren Partnern zu erhalten. Konkret wird der Hub durch die Zusammenführung der Kommission und wichtiger Entwicklungsagenturen die Koordinierung zwischen den internationalen Partnern verbessern. Er soll die öffentlichen Institutionen Syriens stärken, einen nachhaltigen sozioökonomischen Wiederaufbau fördern und die Erbringung öffentlicher Dienstleistungen verbessern.

Unterstützung für Gesundheitssektor

EU-Kommissarin Šuica kündigte zudem einen EU-Beitrag in Höhe von 14 Millionen Euro für die Sanierung des Al-Rastan-Krankenhauses in Homs an. Dieses wichtige Projekt wird dazu beitragen, den Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung für die Syrer wiederherzustellen. Darüber hinaus wurde eine „Team Europe“-Initiative im Gesundheitsbereich ins Leben gerufen, um eines der wichtigsten Krankenhäuser Syriens wiederherzustellen. Diese Initiativen sind Teil des sozioökonomischen Wiederaufbaupakets in Höhe von 175 Millionen Euro, das Kommissarin Šuica während ihres Besuchs in Damaskus im Juni 2025 angekündigt hatte. Die EU arbeitet zudem an weiteren 280 Millionen Euro für die Jahre 2026 und 2027.

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Politik

Kontroverse Gespräche zwischen Israel und Deutschland

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Berlin 05.05.2026

– Die Gespräche zwischen dem deutschen Außenminister Johannes Wadephul und seinem israelischen Amtskollegen Gideon Seier verliefen nicht ohne Kritik. Wadephul forderte Seier auf, eine Politik zu verfolgen, die Angriffe von Siedlern auf palästinensisches Eigentum verhindert, den Siedlungsbau beendet und sich um ein Ende der militärischen Konflikte mit dem Iran bemüht. Er argumentierte, der Krieg habe allen geschadet: dem Iran, dem Libanon, Palästina, Israel, Europa und den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig betonte er jedoch die Notwendigkeit, dass die libanesische Regierung ihre Autorität auf alle Bevölkerungsgruppen ausdehne.

Netanjahus Außenminister verteidigte seinerseits die Politik seiner Regierung und betrachtete den Iran, die Hisbollah und irakische Milizen als Bedrohungen für Israels Sicherheit. Zu den Angriffen von Siedlern auf palästinensisches Eigentum schwieg er.

Der deutsche Außenminister bekräftigte, Israels Sicherheit und Existenz seien Deutschlands Verantwortung, und wies jegliche Belastung der Beziehungen zwischen Berlin und Tel Aviv infolge des Krieges zurück.

Foto: © PWO

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Politik

Zeitungskommentar zu Trumps Truppenabzug aus Deutschland

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Berlin 04.05.2026

– Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, rund 5.000 Soldaten aus NATO-geführten Militäroperationen in Deutschland sowie aus unabhängigen Operationen abzuziehen, ist nicht beispiellos. Bereits sein Vorgänger Barack Obama hatte im Weißen Haus den Wunsch geäußert, Hunderte amerikanische Soldaten aus Deutschland abzuziehen, um die Verteidigungsausgaben zu senken, obwohl der Fokus der USA damals auf Asien lag.

Trumps Ankündigung des Truppenabzugs aus Deutschland ist weder eine Folge seiner Meinungsverschiedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz noch eine Form der Bestrafung. Vielmehr ist sie ein Vorbote für Trumps Plan, Washington aus der NATO zurückzuziehen. Trump, der sich aufgrund seines Vorgehens gegen den Iran in einer schwierigen Lage befindet, leidet unter der europäischen Isolation und sucht einen Ausweg. Er glaubt, sich aus dem Sumpf des Krieges gegen den Iran befreien zu können, indem er die Europäer, insbesondere Deutschland und andere NATO-Mitgliedstaaten, erpresst.

Hören Sie zunächst die AUGSBURGER ALLGEMEINE. „Mit der Ankündigung, mindestens 5.000 Soldaten abzuziehen, erinnert Donald Trump die Bundesregierung brachial daran, wie sehr die Sicherheit Europas noch immer an seiner persönlichen Laune hängt. Wie viele US-Streitkräfte hier stationiert sind, ist dabei gar nicht so entscheidend. Die Truppenstärke variiert ständig – auch unabhängig von Trumps Wutausbrüchen. Standorte wie der Übungsplatz im bayerischen Grafenwöhr oder das Drehkreuz Ramstein sind für die Amerikaner zudem strategisch derart wichtig, dass die US-Militärs sie kaum ohne Widerstand aufgeben würden. Also mehr Gelassenheit wagen? Ganz so einfach ist es leider nicht. Denn sicherheitspolitisch gravierender ist, dass die USA auch die Stationierung von Mittelstreckenraketen abgesagt haben“, gibt die AUGSBURGER ALLGEMEINE zu bedenken.#

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG ruft in Erinnerung, wie die Idee der Raketenstationierung zustande kam. „Das war explizit als eine Botschaft transatlantischer Stärke in Richtung Kreml gedacht, als ein handfestes Signal der Abschreckung. Und genauso hatte ein erboster Putin den Beschluss auch verstanden: als Warnung. Dass Trump nun die geplante Verlegung ausgerechnet dieser Einheit stoppen lässt, nachdem er zuvor mal wieder eine Stunde mit Putin telefoniert hat, könnte man – wäre man Pessimist – fast schon als Einladung an den Kreml interpretieren.“

 „.“

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU fährt fort: „Wer diese ärgerliche Art der Auseinandersetzung vermeiden will, muss den eingeleiteten Prozess der Europäer unterstützen, verteidigungspolitisch unabhängiger von den USA zu werden. Dafür muss Europa nach und nach immer mehr Aufgaben des US-Militärs auf dem alten Kontinent übernehmen. Das wird zwar dauern. Doch nur dann werden Deutschland und die anderen europäischen NATO-Staaten weniger erpressbar.“

Ganz ähnlich klingt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG. „Schon seit Obama ist klar, dass Amerika sich nach Asien wendet und Europa sicherheitspolitisch mehr Verantwortung übernehmen muss. Viel zu lange hat man sich im bequemen Akkord eingerichtet: Die Russen liefern billiges Gas, die Amerikaner Schutz und wir erklären der Welt vom hohen Ross, wie es zu laufen hat. Der Ami geht, das Gas ist teuer und Deutschland ist alleine nicht verteidigungsfähig. Ein Kanzler muss das wissen und seine Worte abwägen.“

Der Kommentator der WESTDEUTSCHEN ZEITUNG aus Wuppertal fasst die Debatte zusammen: „Deutschland kann es sich nicht leisten, die USA als militärischen Sicherheitsgaranten leichtfertig zu relativieren – so berechtigt politische Kritik im Einzelfall auch sein mag. Sicherheitspolitik folgt nicht moralischer Eindeutigkeit, sondern strategischer Notwendigkeit.“

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Politik

Trump erpresst Deutschland und Europa

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Berlin 30.04.2026

– Die Drohung von US-Präsident Donald Trump, Truppen aus Deutschland abzuziehen, ist nicht neu. Sie reicht bis in die Zeit vor seiner Rückkehr ins Weiße Haus zurück, insbesondere während seiner Wahlkämpfe vor seiner ersten und zweiten Amtszeit.

Schon vor seinem Amtsantritt vor über einem Jahr drohte Trump mit einer Reduzierung der US-Militärpräsenz in Deutschland und wiederholte diese Drohung seither mehrfach. Ein umfassenderer Rückzug aus Europa gilt jedoch angesichts der strategischen Bedeutung der US-Basen in Deutschland, die auch eine entscheidende logistische Rolle bei den laufenden US-Militäroperationen im Nahen Osten spielen, als unwahrscheinlich.

Diese jüngste Drohung erfolgte als Reaktion auf die Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an Trumps Nahostpolitik und seinem Krieg gegen den Iran. Merz erklärte, Trump habe sich in den iranischen Sumpf manövriert und suche verzweifelt nach einem Ausweg. Der Iran habe seine Widerstandsfähigkeit bewiesen. Diese Aussagen verärgerten Trump, der Bundeskanzler Merz daraufhin unterstellte, er wisse nicht, wovon er rede.

Die Kritik beschränkt sich nicht auf Deutschland, sondern richtet sich auch gegen Spanien, Dänemark und die NATO. Diese Kritikpunkte belegen, dass die Politik von US-Präsident Trump chaotisch ist. Allerdings bleiben Trump´s Drohungen ein Sturm im Wasserglas, der niemandem außer ihm selbst schadet.

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Politik

Strategische Partnerschaft mit der Ukraine und unerschütterliche Unterstützung

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Berlin 29. 04.2026

– Am Dienstag, den 28. April, wurde im Verteidigungsministerium in Anwesenheit des ukrainischen Verteidigungsministers Mykhailov Fedorov und unter der Schirmherrschaft seines deutschen Amtskollegen Boris Pistorius, Finanzminister Lars Klingbeil und Wirtschaftsministerin Katarina Reiche eine strategische Partnerschaft verkündet. Die Minister erklärten, die strategische Partnerschaft mit der Ukraine sei ein deutliches Zeichen der deutschen Unterstützung für das ukrainische Volk und Berlins Rückhalt für Kiew in dessen Selbstverteidigung. Die Partnerschaft sei ein Motor für Wirtschaft und Investitionen in Deutschland und der Ukraine und somit ein Vorbote, weitere EU-Mitgliedstaaten für die strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und der Ukraine zu gewinnen.

Foto: © PWO

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Politik

150 NGOs fordern mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

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Berlin 29.04.2026.

– Heute stellt der Bundesfinanzminister die Eckwerte des Haushalts 2027 vor. Erneut drohen massive Kürzungen beim Etat für Entwicklungszusammenarbeit. Auch die Mittel für humanitäre Hilfe könnten weiter sinken – trotz der vielen globalen Krisen wurden seit 2022 hier mehr als 70 Prozent gestrichen. Statt Kürzungen brauche es Aufwüchse, fordern die Entwicklungsorganisation ONE und VENRO, der Dachverband entwicklungspolitischer und humanitärer Organisationen, stellvertretend für über 150 zivilgesellschaftliche Organisationen. Ansonsten könnten mühsam erarbeitete Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit zunichtegemacht werden und Millionen Menschen ihr Leben verlieren.

Angesichts der kritischen Lage und großen Bedarfe fordern VENRO und ONE die Bundesregierung auf, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe im Haushalt 2027 aufzustocken. Für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) braucht es im kommenden Jahr einen Etat von mindestens 11,2 Milliarden Euro. Die Finanzierung humanitärer Hilfe muss auf mindestens 2,8 Milliarden Euro steigen.

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Politik

Krieg am Golf verschärft Schuldenkrise im Globalen Süden

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Berlin 29.04.2026  

– In Ländern, die bereits jetzt durch Zahlungen an ausländische Gläubiger stark belastet sind, wächst in der aktuellen Weltlage die Gefahr von Schuldenkrisen. Mit gravierenden Folgen für die betroffenen Menschen. 44 Staaten im Globalen Süden leiden unter einer sehr hohen Auslandsschuldenlast. Zu diesem Ergebnis kommt der Schuldenreport 2026, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Weitere 25 Staaten sind hoch belastet.

In 15 Ländern besteht ein latentes Belastungsrisiko. „Länder mit einer sehr hohen Auslandsschuldenlast müssen mehr als 15 Prozent ihrer Staatseinnahmen für Zins- und Tilgungszahlungen an ausländische Gläubiger aufbringen. In Angola sind es sogar 60 Prozent, im Senegal 39 Prozent“, erklärt Malina Stutz, Politische Referentin beim deutschen Entschuldungsbündnis erlassjahr.de. „Damit fließt ein untragbar hoher Teil der öffentlichen Einnahmen in diesen Ländern nicht in elementare Staatsaufgaben wie Bildung, Gesundheit oder Infrastruktur, sondern an ausländische Gläubiger.“ Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Quote für den Auslandsschuldendienst lediglich bei rund zwei Prozent.

 Krise am Golf verschärft Situation

„Zu der hohen Auslandsverschuldung vieler Länder kommen nun noch die verheerenden Folgen des Kriegs am Golf hinzu“, warnt Benjamin Rosenthal, Experte für Entwicklungsfinanzierung bei Misereor. „Hohe Energie- und Lebensmittelpreise belasten zusätzlich die Staatshaushalte und werden zu einem Abzug von Kapital und höheren Kreditkosten in vielen verschuldeten Ländern führen. Das macht etwa den Erhalt von Schulen und Krankenhäusern und die soziale Grundsicherung noch teurer.“

Der Libanon zum Beispiel leistet gemessen an den Staatseinnahmen den höchsten Schuldendienst weltweit und befindet sich im Zahlungsausfall. „Die Menschen dort kämpfen bereits seit Jahren mit den Auswirkungen einer schweren Finanzkrise, die ihnen ihre Ersparnisse genommen hat“, beschreibt Rosenthal die Situation. „Durch den Krieg in der Region stehen sie nun buchstäblich vor dem Nichts.“ 

Wie die Analyse zeigt, ist eine Entspannung der Situation aktuell nicht zu erwarten. „Die öffentliche Vergabe von Zuschüssen und Krediten an Länder des Globalen Südens ist zuletzt deutlich eingebrochen, auch infolge gekürzter Mittel in der Entwicklungszusammenarbeit“, erklärt Malina Stutz. Private Gläubiger hätten hingegen bereits vor der Krise am Golf Kredite nur noch zu sehr hohen Zinssätzen vergeben – insbesondere an bereits hoch verschuldete Staaten. „Dies birgt die Gefahr, dass Schuldenkrisen verschleppt, statt gelöst werden und die Länder tiefer in Abhängigkeiten geraten“, so Stutz. Gleichzeitig biete die gläubigerzentrierte, internationale Schuldenarchitektur keine effektiven Lösungen, um Auslandsschuldenkrisen nachhaltig zu überwinden. Länder wie Ghana, Sambia, Sri Lanka und Suriname, die in den vergangenen Jahren Umschuldungen im Rahmen dieser gläubigerdominierten Strukturen durchgeführt haben, weisen weiterhin eine der höchsten Belastungen weltweit auf. 

Reformblockade muss gelöst werden

„Reformen, die diese problematischen Strukturen aufbrechen, werden von Ländern des Globalen Nordens bisher blockiert. Darunter sind Deutschland und die EU“, kritisiert Benjamin Rosenthal. Eine radikale Neugestaltung der internationalen Schulden- und Finanzarchitektur sei jedoch dringend erforderlich. Dafür brauche es verbindliche Mechanismen zur Schuldenstreichung sowie deutlich ausgeweitete und verbindliche öffentliche Entwicklungsinvestitionen. Außerdem eine grundlegende Neuausrichtung des primär auf private Finanzierungsquellen ausgerichteten Entwicklungsmodells.

Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass dringend benötigte, umfassende Reformen der internationalen Finanz- und Schuldenarchitektur endlich umgesetzt werden und betroffene Länder stärker mitbestimmen können“, erklärt Rosenthal. „Faire und verlässliche Schuldenerleichterungen sind kein Akt der Gnade. Sie müssen zum integralen Bestandteil der internationalen wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit werden. Eine Zusammenarbeit, die Würde, Teilhabe und Entwicklung für alle Menschen ermöglicht.“ 

Der Schuldenreport, der jedes Jahr vom deutschen Entschuldungsbündnis erlassjahr.de und Misereor herausgegeben wird, analysiert die aktuelle Auslandsverschuldung weltweit sowie die Rolle Deutschlands in der internationalen Entschuldungspolitik und gibt Empfehlungen für den Umgang mit der globalen Schuldenkrise. Besonderes Augenmerk richtet die Analyse auf die Schuldenlast von Ländern des Globalen Südens.

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Politik

Globaler Hunger bleibt auf kritischem Niveau

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Berlin 27.04.2026

– Der weltweite Hunger wird auch im Jahr 2026 auf einem alarmierend hohen Niveau bleiben. Laut dem Global Report on Food Crises 2026 verschärfen bewaffnete Konflikte, Dürren und massiv sinkende Hilfsfinanzierung die Ernährungsunsicherheit – insbesondere in fragilen Staaten. 

„Umso unverständlicher ist der gleichzeitige Rückgang der Finanzierung humanitärer Maßnahmen. Angesichts der Dimension des Hungers braucht es sofort mehr internationale Solidarität, verlässliche finanzielle Zusagen und entschlossenes politisches Handeln, um weitere Hungerkatastrophen zu verhindern und Millionen Menschen den Zugang zu Nahrung und lebenswichtiger Hilfe zu sichern”, ordnet Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von Aktion gegen den Hunger, die Ergebnisse des Reports ein.   

Dem Bericht zufolge waren im Jahr 2025 insgesamt 266 Millionen Menschen in 47 Ländern und Territorien von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. 1,4 Millionen Menschen lebten dabei unter katastrophalen Bedingungen, der schwersten Stufe akuten Hungers: in Teilen von Haiti, Mali, Gaza, Südsudan, Sudan und Jemen. Erstmals in der Geschichte des Berichts wurden im vergangenen Jahr zwei Hungersnöte offiziell festgestellt, in Gaza und im Sudan. 

„Zusätzliche Verschärfung erfährt die Lage durch aktuelle geopolitische Eskalationen, insbesondere im Nahen Osten. Anhaltende Störungen der Energie‑ und Düngemittelmärkte treiben die Lebensmittelpreise weltweit weiter in die Höhe – mit gravierenden Folgen für ohnehin fragile Länder”, ergänzt Friedrich-Rust.  

Der Bericht zeigt zudem eine dramatische Entwicklung über die vergangenen zehn Jahre: Die Zahl der Menschen mit akuter Ernährungsunsicherheit hat sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Besonders gravierend ist die Lage von Kindern: Im Jahr 2025 waren schätzungsweise 35,5 Millionen Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten in 23 Ländern und Territorien, die als Ernährungskrisen eingestuft sind, akut unterernährt. Darunter befanden sich 9,7 Millionen Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung, einer unmittelbar lebensbedrohlichen Form der Unterernährung. 

Zehn Länder im Fokus 

Die weltweite akute Ernährungsunsicherheit konzentriert sich zunehmend auf wenige Länder: Zehn Staaten vereinten 2025 rund zwei Drittel aller Betroffenen, wobei Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und der Sudan fast ein Drittel der weltweiten Gesamtzahl ausmachten. Der Bericht verzeichnet in einzelnen Ländern – darunter Bangladesch, Niger sowie in begrenzten Regionen Nigerias und des Sudan – punktuelle Verbesserungen, die die insgesamt weiterhin dramatische Lage jedoch nicht grundlegend verändert haben. Deutliche Verschlechterungen gab es in Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo und Myanmar.  

Neben dem Hunger bleibt auch die akute Mangelernährung auf extrem hohem Niveau. 2025 wurden in 23 Ländern und Territorien offizielle Ernährungskrisen festgestellt, mit besonders schwerer Lage in Gaza, im Sudan, in Myanmar und im Südsudan. Dort führten Hungersnot oder kritische Bedingungen zu lebensbedrohlicher Unterernährung, vor allem bei Kindern.  

In den meisten betroffenen Ländern ist akute Mangelernährung das Ergebnis mehrerer gleichzeitiger Krisen – fehlender Zugang zu Nahrung, Krankheiten sowie mangelhafte Gesundheits‑, Wasser‑ und Versorgungsstrukturen. Der Bericht unterstreicht damit, wie eng Hunger, Gesundheit und grundlegende Dienstleistungen miteinander verknüpft sind. 

Rückgang internationaler Hilfe

Gleichzeitig warnt der Bericht eindringlich vor einem massiven Rückgang der internationalen Unterstützung. Die Finanzierung humanitärer Maßnahmen im Ernährungssektor ging 2025 um rund 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, während die entwicklungsbezogene Unterstützung um mindestens 15 Prozent schrumpfte und weiter zurückzugehen droht. 

Der Global Report on Food Crises 2026 kommt zu dem Schluss, dass ohne eine deutliche Kehrtwende bei Konfliktprävention, Klimaanpassung und internationaler Finanzierung weitere Hungersnöte nicht ausgeschlossen werden können. 

Der jährlich veröffentlichte Global Report on Food Crises wird von einem internationalen Netzwerk unter der Koordination des Food Security Information Network (FSIN) erarbeitet. Er gilt als eine der fundiertesten globalen Analysen zur akuten Ernährungsunsicherheit weltweit. 

Als internationale humanitäre Organisation arbeitet Aktion gegen den Hunger in zahlreichen besonders betroffenen Ländern, darunter Sudan, Jemen, Gaza, Südsudan, Demokratische Republik Kongo, Nigeria und Afghanistan. Dort unterstützt die Organisation unter anderem unterernährte Kinder, schwangere Frauen und Binnenvertriebene mit lebenswichtiger Hilfe wie Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung. 

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Politik

Zu den Schüssen beim US-Korrepondentendinner in Washington

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Berlin 27.04.2026

Reaktionen der Presse auf den Schusswaffenvorfall bei einer Trump-Veranstaltung.

War der Schusswaffenvorfall bei einer GALA mit US-Präsident Donald Trump ein Attentat? Wenn ja, dann hat Trump sieben Seele..

Seine populistische Politik, die er seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus ohne Rücksicht auf die Stimmung in der amerikanischen Bevölkerung und die Opposition gegen diese Politik verfolgt, wird nicht umsonst gewesen sein. Die Behauptung, er sei gezielt angegriffen worden, soll ihm Sympathien in Teilen der amerikanischen Öffentlichkeit und bei Regierungen von Ländern einbringen, die mit seiner populistischen Politik unzufrieden sind. 

Die Geschichte der modernen Politik, insbesondere die Attentatsversuche auf Staatsoberhäupter mit populistischer Politik, ist voll von ähnlichen Vorfällen. So wurde beispielsweise der slowakische Ministerpräsident Robert Fico Anfang Mai 2024 angeschossen und leicht verletzt. Ein slowakischer Journalist, ein Augenzeuge, bestätigte mir, dass es sich um einen Querschläger handelte, der nicht tödlich war. Die gewalttätige Politik des ehemaligen ägyptischen Präsidenten Gamal Abdul Nasser hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die ägyptische Bevölkerung und führte zu einem drastischen Popularitätsverlust. Angeblich ließ er sich 1954 während einer Feier im Stadtteil Manshiyya von einem seiner Geheimdienstagenten ermorden, um Unterstützung für sein Vorgehen gegen die Muslimbruderschaft zu gewinnen. Ähnlich verhielt es sich 1977 mit dem verstorbenen syrischen Diktator Hafiz Assad, der nach seiner Intervention im libanesischen Bürgerkrieg, wo er sich an die Seite der (Kataeb- Milizen christliche Partei) gegen die Palästinenser und Drusen stellte, in der Nähe der Umayyaden-Moschee in Damaskus wahllos das Feuer eröffnen ließ. Dieser Vorfall führte in Teilen der syrischen und libanesischen Bevölkerung zu Solidarität mit Assad. 

Man sollte Trump nicht als Diktator bezeichnen, doch seine Politik – der Krieg gegen den Iran, sein harter Umgang mit Flüchtlingen und andere Aktionen – lassen ihn durchaus so erscheinen.

Der KÖLNER STADT-ANZEIGER hat trotz des anfänglichen Schocks wenig Hoffnung auf eine Deeskalation im politischen Klima der USA: „Gewalt hat keinen Platz in der Demokratie, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz nach dem Anschlagsversuch in Washington. Wieder scheint die hasserfüllte Stimmung in der US-Politik in Gewalt umzuschlagen. Nun könnte der Schock über die Schüsse zum Innehalten führen. Immerhin rief Trump danach selbst zur Versöhnung auf: Differenzen müssten friedlich beigelegt werden. Leider spricht die Erfahrung dagegen, dass daraus Konsequenzen folgen. Denn Trump selbst hält solche Töne selten lange durch. Merz hat zwar recht: Gewalt widerspricht der Demokratie. Doch Eskalation ist der Kern von Trumps Politik – als Mittel, um Ziele durchzusetzen oder von Fehlern abzulenken. Dass dazu Lügen, Beleidigung und im Zweifel Gewalt gehören, steht jeder Hoffnung auf die dringend nötige Deeskalation leider im Weg“, glaubt der KÖLNER STADT-ANZEIGER.

Die STUTTGARTER ZEITUNG geht davon aus, dass Trump den versuchten Anschlag in Washington wie frühere Angriffe zu seinem Vorteil nutzen wird: „So wie die einen Trump verehren, hassen ihn die anderen. Das ist das eine. Das andere: Der Griff zur Waffe ist in einem Land, in dem jede noch so kleine Verschärfung des Waffenrechts ein Streitthema ist, relativ einfach. Gutzuheißen ist das nicht, auch nicht gegen einen wie Donald Trump. Wer den US-Präsidenten aus dem Amt entfernen möchte, muss dafür rechtsstaatliche Möglichkeiten nutzen oder entsprechende Mehrheiten organisieren. Dass Trump aus der Situation erst einmal wieder Kapital schlagen wird, ist wahrscheinlich. Die Attacke im Wahlkampf, die ikonischen Fotos, die dabei entstanden, und seine Reaktion danach haben ihm jedenfalls mehr genutzt als geschadet“, kommentiert die STUTTGARTER ZEITUNG.

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG weist darauf hin, dass Trump bereits kurz nach dem Vorfall versucht habe, die Schüsse zu seinen Gunsten zu interpretieren: „Sein milder Ton dauerte auch am Samstagabend nicht lange an. So antwortete er auf die Frage, warum er wiederholt zum Ziel von Attentatsversuchen werde, dass eben jene zum Ziel würden, die viel erreichten. Trump also sieht sich durch Gewalt, die gegen ihn gerichtet ist – oder sein könnte –, bestärkt und bestätigt. Das passt zu Umfragen, wonach die politische Gewalt im Land zwar deutlich steige, aber jedes Lager das jeweils andere dafür verantwortlich macht. Dieses Land wird so schnell nicht zur Ruhe kommen“, befürchtet die SZ.

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Politik

Bundesregierung zu Verlängerung des Waffenstillstand

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Berlin 23.04.2026 

– Die Bundesregierung begrüßt die Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Sie eröffnet eine wichtige Chance, die diplomatischen Verhandlungen in Islamabad fortzusetzen, um Frieden zu schließen und eine Eskalation des Krieges abzuwenden.

Diese Gelegenheit sollte auch Teheran ergreifen. Den Iran fordert die Bundesregierung auf, sein militärisches Atomprogramm einzustellen und Israel sowie andere Nachbarstaaten nicht länger zu bedrohen. Die Straße von Hormus muss dauerhaft, zuverlässig und ohne Einschränkungen oder Gebühren geöffnet werden.

Gelingt eine umfassende Übereinkunft, ist die Bundesregierung bereit, mit ihren Partnern schrittweise bestehende restriktive Maßnahmen zu lockern. Blockiert der Iran dagegen weiterhin die Straße von Hormus, steht die Bundesregierung bereit, zusätzliche Sanktionen zu erörtern.

Sobald ein anhaltendes Ende der Kampfhandlungen erreicht ist, steht die Bundesregierung gemeinsam mit ihren Partnern bereit, im Einklang mit internationalem Recht sowie unter Einhaltung nationaler Verfahren zur freien Schifffahrt in der Straße von Hormus beizutragen.

Die Bundesregierung wird weiter auf diplomatischem Weg darauf hinwirken, dass der Krieg im Süden des Libanon zu einem dauerhaften Ende kommt.

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Berlin

Die Lage im Iran ist äußerst besorgniserregend

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Berlin 23.04.2026

Auf einer Konferenz am heutigen Donnerstag bezeichnete Reza Pahlavi, Sohn des ehemaligen Schahs von Iran, die Situation des iranischen Volkes als äußerst besorgniserregend und die Gesamtlage als sehr düster. Er erklärte, das Volk wünsche sich Freiheit und die Wiedereingliederung in die Weltgemeinschaft.

Er betrachtete Deutschland als ein befreundetes Land und sein Besuch in Berlin als deutliches Zeichen für die Bedeutung Berlins für die Unterstützung seines Volkes, das sich nach Freiheit sehnt.

Foto: © PWO

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Politik

Geopolitische Krisen verzögern Erholung

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Berlin 22.04.2026

Katherina Reiche, die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung vorgestellt. Sie dient als Grundlage der Steuerschätzung sowie der Haushaltsplanungen der Gebietskörperschaften und der Sozialversicherungen.

Die Ausgangslage für die wirtschaftliche Entwicklung stellt sich derzeit ungünstiger dar als noch zur Jahreswende erwartet. Zu Jahresbeginn zeigte die Konjunktur bereits Anzeichen der Abkühlung. Zum Ende des ersten Quartals hat der kriegerische Konflikt im Nahen Osten mit der faktischen Sperrung der Straße von Hormus zu Engpässen und Preisanstiegen bei Energie und weiteren Rohstoffen geführt, von denen auch Unternehmen und private Haushalte in Deutschland betroffen sind. Vor diesem Hintergrund erwartet die Bundesregierung für das laufende Jahr nur noch einen verhaltenen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,5 Prozent. Unter der Annahme einer baldigen Beruhigung des Konflikts, sollten sich die Belastungen im späteren Jahresverlauf jedoch schrittweise verringern, sodass die fiskalischen Impulse spürbar werden. Für das Jahr 2027 wird mit einem realen BIP-Zuwachs von 0,9 Prozent gerechnet. Die Inflationsrate dürfte 2,7 Prozent in diesem und 2,8 Prozent im kommenden Jahr betragen.

Neben dem Irankrieg wird der internationale Handel auch von protektionistischen Maßnahmen und Fragmentierung belastet. Die deutsche Exportentwicklung bleibt schwach, auch aufgrund einer verminderten Wettbewerbsfähigkeit. Die Erholung der deutschen Wirtschaft wird vor allem von der Binnennachfrage getragen. Bei steigenden Realeinkommen bleibt der private Konsum trotz der Kaufkraftverluste infolge des Energiepreisschocks eine Stütze der deutschen Wirtschaft. Daneben werden fiskalische Impulse die Bruttoanlageinvestitionen anregen, während Staatsausgaben, besonders in Infrastruktur und Verteidigung, zur gesamtwirtschaftlichen Belebung beitragen.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt wesentlich von den Entwicklungen des Konfliktes im Nahen Osten ab und ist mit erheblichen Ungewissheiten verbunden. Zur Veranschaulichung dieser Unsicherheiten weist das BMWE neben der Frühjahrsprojektion erstmals auch Szenarien mit Simulationen für eine wirtschaftliche Entwicklung unter alternativen Annahmen der Energiepreisentwicklung aus.

Dazu Bundesministerin Katherina Reiche:

„Die für dieses Jahr erwartete wirtschaftliche Erholung wird einmal mehr durch externe geopolitische Schocks ausgebremst. Der Krieg im Iran treibt die Preise für Energie und Rohstoffe in die Höhe. Das belastet die privaten Haushalte und erhöht die Kosten für die deutsche Wirtschaft.

Mit dem Kraftstoffmaßnahmenpaket und mit dem Energie-Sofortprogramm haben wir als Bundesregierung schnell und entschlossen reagiert, um die Bürger und unsere Unternehmen zu entlasten. Das hilft kurzfristig, löst aber nicht die strukturellen Ursachen der deutschen Wachstumsschwäche. Für eine wieder wachsende und wettbewerbsfähige Wirtschaft brauchen wir zusätzlich tiefgreifende Strukturreformen. Wir müssen die im internationalen Vergleich viel zu hohe Steuer- und Abgabenlast angehen, die Energiekosten senken und Bürokratie abbauen. Unsere Unternehmen brauchen wieder Luft zum Atmen – vom Start-up über den Mittelständler bis zum DAX-Konzern. Deutschland kann mehr, wenn wir Innovationen ermöglichen statt den Status Quo zu verwalten.“

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