Welt
Humanitäre Hilfe für Sudan
Berlin/Bonn, 15. Juli 2024.
Mehr als die Hälfte der sudanesischen Bevölkerung, insgesamt 26,5 Millionen Menschen, leidet Hunger. Diese Situation wird sich voraussichtlich noch verschlimmern. Denn die Kämpfe eskalieren und die landwirtschaftliche Produktion ist schon jetzt, vor der nächsten Erntezeit im September, zurückgegangen. Seit dem jüngsten Anstieg der Gewalt Anfang Juli im Bundesstaat Sennar im Osten des Sudan suchen viele Menschen Schutz in Nachbarregionen wie Gadarif, New Halfa und Kassala. Dort treffen täglich große Gruppen von Geflüchteten, vor allem Frauen und Kinder, ein.
Für 755.000 Menschen in zehn Bundesstaaten ist die Hungersituation besonders dramatisch. In Teilen von Kordofan, Blue Nile, Al Jazirah und Khartoum sowie in der gesamten Region Darfur wissen die Menschen kaum noch, wie sie sich ernähren sollen. Mit der Eskalation des Konflikts können dringend benötigte Hilfsgüter nicht in die Regionen gelangen. Durch die anhaltenden Kämpfe sind die Preise für Nahrungsmittel und Treibstoff in die Höhe gegangen. Viele Familien wurden seit April 2023 zum Teil mehrfach vertrieben.
„Die Menschen im Sudan sind in einer Spirale des Schreckens gefangen und durchleben einen nicht endenden Albtraum“, sagt Abdirahman Ali, CARE-Länderdirektor im Sudan. „Eltern lassen Mahlzeiten ausfallen, um ihre Kinder versorgen zu können, die durch Unterernährung bereits geschwächt sind. Die Gesundheitseinrichtungen sind überlastet und viele aufgrund von Angriffen und mangelnder Ressourcen nicht funktionsfähig. Wir riskieren, dass Kinder an Unterernährung sterben, weil es an der notwendigen Gesundheitsversorgung fehlt.“
In Darfur ist das Leben für Geflüchtete aus Al Faschir ein täglicher Kampf. Sie ernähren sich von Blättern, um zu überleben. „Meine Kinder verhungern. Jeden Tag sehe ich, wie sie an Gewicht verlieren, weil sie kränker werden“, berichtet eine Mutter von fünf Kindern in Ost-Darfur. „Es gibt wohl Lebensmittel auf den Märkten, aber sie sind zu teuer. Wir haben Angst, dass wir unsere Kinder verlieren. Wir brauchen dringend Lebensmittel, sauberes Wasser, eine gute Unterkunft und medizinische Versorgung.“
Gerade für Frauen und Mädchen ist die Situation besonders hart. Die Kämpfe haben bestehende Ungleichheiten verschärft. Zudem sind Frauen und Mädchen am stärksten von Gewalt, insbesondere sexualisierter Gewalt, Vertreibung, Hunger und dem Verlust ihrer Existenzgrundlage betroffen.
CARE Sudan unterstützt die neu vertriebenen und hungernden Menschen. In Kassala haben in den letzten Wochen mehr als 6.000 Menschen Lebensmittelhilfe erhalten, darunter Sorghum, Speiseöl, Salz und Linsen. In Ost-Darfur hat CARE 1.303 Kinder mit Nahrungsmittelrationen versorgt. Trotz all dieser Hilfe muss noch viel mehr getan werden, um das Leid zu lindern. Es braucht lebensrettende Nahrungsmittelhilfe für Millionen von Menschen, die kurz vor dem Verhungern stehen. Das humanitäre Hilfsprogramm für den Sudan ist stark unterfinanziert, die Absicherung aber wesentlich, um den wachsenden Bedarf der Menschen zu decken. CARE fordert alle Konfliktparteien auf, die Kämpfe unverzüglich einzustellen und den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe zu ermöglichen. Gleichzeitig ist die Unterstützung des Gesundheitswesens von entscheidender Bedeutung, da die Versorgung der vertriebenen Bevölkerung kaum gewährleistet ist. Für die Menschen im Sudan ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben.
Politik
Bundesregierung: Prekäre Menschenrechtslage in Kuba
Berlin 06.07.2026
– Nach Einschätzung der Bundesregierung ist die Menschenrechtslage in Kuba, insbesondere bei bürgerlichen und politischen Rechten wie Versammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit, prekär. Das geht aus der Antwort (21/6788) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/6496) hervor. Medien würden vom Staat überwacht, private Medien blieben durch die Verfassung verboten. Freie und faire Wahlen fänden nicht statt. Auch die humanitäre Versorgungslage in Kuba habe sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert, unter anderem aufgrund von Misswirtschaft, Reformunwillen und wiederkehrenden Naturkatastrophen.
In der Antwort gibt die Bundesregierung zudem einen Überblick über deutsche Mittel für humanitäre Hilfen für Kuba, unter anderem über das Welternährungsprogramm, das Kinderhilfswerk UNICEF und den Nothilfefonds der Vereinten Nationen. „Die Bundesregierung stützt sich für die Bewertung und Bedarfsermittlungen humanitärer Notlagen auf die humanitären Bedarfspläne und weitere Informationen der Vereinten Nationen und der Rotkreuz- Rothalbmondbewegung und verweist insofern auf die von diesen Organisationen veröffentlichten Informationen.“ Dazu gehörten auch die Auswirkungen der US-amerikanische Executive Order 14380 – die Ölblockade der USA – auf die humanitäre Lage in Kuba.
Politik
Klarstellungen zum NATO-Gipfel
Berlin 06.07.2026
– Bundeskanzler Friedrich Merz nimmt am NATO-Gipfel teil, der morgen, Dienstag, in Ankara beginnt und bis Mittwoch dauert.
Günter Sauter, außen- und verteidigungspolitischer Berater im Bundeskanzleramt, erklärte, der NATO-Gipfel finde aufgrund des andauernden russisch-ukrainischen Krieges und des Krieges im Nahen Osten unter schwierigen Umständen statt. Diese Kriege und der Bedarf an verbesserter NATO-Verteidigungsausrüstung erforderten von den Mitgliedstaaten, den Forderungen der NATO nach erhöhter finanzieller Unterstützung nachzukommen.
Sautter betonte, dass die Kriege in Russland und der Nahe Osten sowie andere militärische Konflikte die Weltwirtschaft geschädigt und es den Mitgliedstaaten praktisch unmöglich gemacht hätten, ihre NATO-Beiträge zu erhöhen.
Sautter gab bekannt, dass Deutschland, die zweitgrößte Industrienation in der NATO, zwei Prozent seines BIP für das Bündnis aufbringt. Im Jahr 2025 erreichten Deutschlands NATO-Beiträge 25 Mrd Euro, und er schloss eine Erhöhung dieses Prozentsatzes aus. Trotz der Drohungen von US-Präsident Donald Trump, die Mitgliedschaft seines Landes in der NATO zu kündigen, und der Ablehnung dieser Ankündigung durch einige NATO-Führer, äußerte der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer am Sonntag, dem 5. Juli, gegenüber der Funke Mediengruppe seine Überzeugung, dass Trump seine Drohungen wahr machen werde. Er erklärte, Trump wolle die Europäer erpressen, da er die Vereinigten Staaten von Amerika als wichtigen Schutzschild für Europa betrachte.
Politik
„Die Bevölkerung will diese Kürzungen nicht“
Berlin 06.07.2026.
– An diesem Montag stellt die Bundesregierung ihren Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 vor. Der finanzielle Kahlschlag bei der Entwicklungszusammenarbeit soll sich fortsetzen, die Finanzierung humanitärer Hilfe auf sehr niedrigem Niveau verbleiben. VENRO, der Dachverband der Organisationen in Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe, kritisiert das deutlich. Die Bundesregierung agiere dabei gegen die Wünsche der Bevölkerung.
Die Etats der Bundesregierung für internationale Belange kennen in den letzten Jahren nur eine Richtung: nach unten. Für 2027 soll die Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit um weitere 500 Millionen Euro auf rund 9,5 Milliarden Euro sinken – trotz gestiegener Bedarfe etwa in Syrien und weltweit steigender Kosten für Nahrung und Treibstoff. Gekürzt werden soll vor allem bei der sogenannten Übergangshilfe, ein wichtiges Instrument im Übergang zwischen akuter Hilfe und langfristiger Entwicklung. Die humanitäre Hilfe soll auch dem niedrigen Niveau von nur einer Milliarde Euro bleiben – das wären im kommenden Jahr weniger als 0,2 Prozent des gesamten Bundeshaushaltes.
„Die Bundesregierung realisiert vermutlich gar nicht, was sie da gerade anrichtet“, kommentiert Michael Herbst, Vorstandsmitglied bei VENRO, die Pläne. „Weltweit sinkt die Finanzierung von Hilfsleistungen für Menschen in Krisenlagen und die Förderung einer nachhaltigen globalen Entwicklung.“ Die Folgen zeigt eine Studie im Journal The Lancet aus dem Mai: Mehr als 9,4 Millionen Menschen zusätzlich könnten bis 2030 aufgrund der Kürzungen bei Entwicklungsausgaben an den Folgen von Armut, Hunger, Krankheiten und Klimawandel sterben.
„Bei der humanitären Hilfe sind die Folgen ähnlich dramatisch“, so Herbst. „Das humanitäre System ist massiv unterfinanziert. In diesem Jahr sind aktuell gerade mal 34 Prozent der notwendigen Mittel für humanitäre Hilfe gesichert. Das kostet Menschenleben – direkt und unmittelbar.“ In Krisen wie Sudan oder dem Kongo könne schon jetzt nicht mehr adäquat geholfen werden. „Die Kürzungen in Deutschland, seit 2024 um mehr als 50 Prozent, spielen da eine gewichtige Rolle.“
Politik
Deutsch-baltische Gespräche
Berlin 03.07.2026
– Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte am Freitag, dem 3. Juli, nach seinen Gesprächen mit den Präsidenten Litauens, Lettlands und Estlands (ehemalige Sowjetrepubliken) in Berlin gegenüber Journalisten, die Sorgen dieser Länder über eine mögliche russische Invasion seien ernst zu nehmen. Er fügte hinzu, Deutschlands Unterstützung für die Ukraine und diese Länder sei ein Zeichen für Freiheit und Menschenrechte in Europa und der Welt.
Die Präsidenten betonten gemeinsam mit Bundeskanzler Merz, dass der russische Präsident Wladimir Putin den Krieg nicht gewinnen dürfe und einer Beendigung zustimmen müsse. Sie begrüßten zudem die Reformen der Infrastruktur des Bundesverteidigungsministeriums, die ihrer Ansicht nach zur Stärkung der europäischen Verteidigung gegen russische Aggression und andere Bedrohungen beitragen werden.
Die Präsidenten bekräftigten ihre Unterstützung für die Bemühungen von NATO-Generalsekretär Mark Rutte zur politischen, militärischen und verteidigungspolitischen Stärkung der NATO.
Foto: © PWO
Politik
Präsidenten der baltischen Staaten in Berlin
Berlin 03.07.2026
– Am heutigen Freitag, dem 3. Juli, wird Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin mit den Präsidenten der drei baltischen Staaten – Litauen, Lettland und Estland – über die Befürchtungen dieser ehemaligen Sowjetrepubliken hinsichtlich einer möglichen russischen Invasion sprechen. Diese ähnelt der Annexion der Krim durch Russland und dem andauernden Krieg gegen die Ukraine, einschließlich der Militarisierung einiger ukrainischer Städte an der Grenze zu Russland. Die Gespräche werden sich auch mit der Koordinierung des bevorstehenden NATO-Gipfels in Ankara am kommenden Montag und Mittwoch befassen.
Die drei baltischen Staaten unterstützen zwar das Recht der Ukraine, sich gegen Russland zu verteidigen, unterscheiden sich aber von Berlin, Paris und anderen. Sie machen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für die Verlängerung des vierjährigen Krieges verantwortlich und glauben, dass direkte europäische Gespräche mit Moskau die Spannungen zwischen Europa und Russland abbauen und die baltischen Staaten sowie Finnland vor einer russischen Invasion schützen könnten.
Einige EU-Mitgliedstaaten innerhalb der NATO, insbesondere Deutschland, befinden sich aufgrund der Möglichkeit eines russischen Überraschungsangriffs in erhöhter Alarmbereitschaft. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius bestätigte, dass sich Deutschland in einem direkten Krieg mit Russland befindet und die Koordinierung der EU-Mitgliedstaaten zur Abwehr der russischen Bedrohung dringend erforderlich ist.
Der russische Krieg gegen die Ukraine hat zu erheblichen Veränderungen in der Infrastruktur der Bundeswehr geführt. Nachdem die Wehrpflicht unter der vorherigen Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgeschafft worden war, musste die jetzige Bundesregierung sie wieder einführen.
Politik
Verurteilung der russischen Gewalt gegen die Ukraine
Berlin 02.07.2026
– Die Bundesregierung hat den russischen Beschuss von Zielen in Kiew und anderen Gebieten in der Nacht zum Donnerstag, dem 2. Juli, als barbarisch bezeichnet. Der wahllos erfolgte Beschuss führte zu Toten und Verletzten im Schlaf, zerstörte Wohnhäuser und verursachte schwere Schäden an ziviler Infrastruktur, darunter medizinische Einrichtungen.
Das Auswärtige Amt äußerte seine Besorgnis um das Schicksal vieler Menschen. Die schrecklichen Bilder der Zerstörung bestätigten, dass Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine unter eklatanter Verletzung des Völkerrechts und mit unerbittlicher Brutalität fortsetzt. Präsident Putin zeige keinerlei Verhandlungsbereitschaft und setze weiterhin auf Raketen- und Drohnenangriffe gegen die Bevölkerung, während Russland an den Fronten seines Angriffs gegen die Ukraine schwere Verluste erleide. Deutschland erhöhe daher gemeinsam mit seinen Partnern den Druck auf Russland. Wir werden die Ukraine weiterhin in ihrem Kampf um Selbstverteidigung unterstützen. Diese Unterstützung wird auch ein zentrales Thema beim NATO-Gipfel in Ankara nächste Woche sein.
Welt
Die Hitze ist gefährlich
Berlin 02.07.2026
– Extreme Hitze geht für die Menschen in Deutschland mit gesundheitlichen Problemen einher. Hitzschläge, Sonnenstiche und andere durch Hitze oder Sonnenlicht verursachte Schäden führten im Schnitt in den Jahren 2004 bis 2024 zu knapp 1 400 Krankenhausbehandlungen. Als direkte Todesursache lässt sich Hitze bei durchschnittlich 21 Fällen in den Jahren 2004 bis 2024 allerdings selten feststellen. Sehr hohe Temperaturen lassen die Sterblichkeit jedoch insgesamt steigen, da in vielen Fällen die Kombination aus Hitze und Vorerkrankungen das Sterberisiko erhöht. So stiegen in von Hitzeperioden geprägten Wochen die Sterbefallzahlen zum Teil deutlich an: Es gab bereits mehrfach Sommerwochen mit Hitzewellen, deren Sterbefallzahlen um mehr als 20 % über den Vergleichswerten der Vorjahre lagen – zuletzt betraf dies eine Juliwoche im Jahr 2022.
RKI: 2018 höchste hitzebedingte Sterblichkeit der vergangenen Jahre mit geschätzten 8 500 Sterbefällen
Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur hitzebedingten Mortalität zeigen, dass Hitzeperioden in Deutschland regelmäßig zu einem Anstieg der Sterblichkeit führen. Hierzu werden Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes mit Temperaturmessungen des Deutschen Wetterdienstes kombiniert. Laut RKI gab es die höchste hitzebedingte Sterblichkeit der Jahre 2004 bis 2024 im Jahr 2018 mit schätzungsweise 8 500 Sterbefällen in Verbindung mit Hitze, gefolgt vom Jahr 2006 mit geschätzten 7 700 Sterbefällen.
Zahl der hitzebedingten Krankenhausbehandlungen steigt oft in Jahren mit vielen Hitzetagen
Zu überdurchschnittlich vielen hitzebedingten Krankenhausbehandlungen und Todesfällen kommt es hierzulande häufig in Jahren mit vielen sogenannten Hitzetagen mit Temperaturen von 30 Grad Celsius oder mehr. So lag die Zahl der im Krankenhaus behandelten Schäden durch Hitze und Sonnenlicht beispielsweise im Jahr 2015 mit gut 2 300 Fällen 72 % über dem Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2024. Im selben Jahr waren 60 Todesfälle auf Hitze oder Sonnenlicht zurückzuführen – knapp dreimal so viele wie im Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2024. 2015 war ein Jahr mit überdurchschnittlich vielen Hitzetagen in Deutschland: Durchschnittlich 17,6 solcher Tage zählte der Deutsche Wetterdienst. Die meisten Hitzetage der Jahre 2004 bis 2024 gab es im Jahr 2018 mit 20,4: In diesem Jahr lag die Zahl der Krankenhausbehandlungen aufgrund von Schäden durch Hitze oder Sonnenlicht mit 1 600 um 18 % über dem Schnitt. Auch die Zahl der Todesfälle, die in der Todesbescheinigung direkt auf Hitze oder Sonnenlicht zurückzuführen waren, lag mit 28 leicht über dem Schnitt.
Politik
Versammlung der Union für den Mittelmeerraum
Berlin 02.07.2026
Vertreter des Bundestages nehmen an der Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der Union für den Mittelmeerraum in Kairo teil.
Mit Fragen der verstärkten Zusammenarbeit in der Region des Mittelmeerraums wird sich die Parlamentarische Versammlung der Union für den Mittelmeerraum (PV-UfM) bei ihrer 19. Jahrestagung vom 4. bis 5. Juli 2026 in Kairo beschäftigen.
Für den Deutschen Bundestag nehmen der Delegationsleiter Detlef Seif (CDU/CSU) und Dr. Maximilian Krah (AfD) teil.
In den fünf Ausschüssen stehen die Beratungen über Entschließungen zu unterschiedlichen Themen an. Im Politischen Ausschuss stehen im Vordergrund die parlamentarische Diplomatie und der Frieden in der mediterranen Region. Im Ausschuss für die Rechte der Frauen geht es um die Stärkung der Frauen bei der nachhaltigen Nutzung mariner Ressourcen in der sogenannten „Blauen Wirtschaft“. Im Ausschuss für Umwelt und Energie werden sich die Delegierten mit der Förderung einer effizienten Zusammenarbeit im Mittelmeerraum bei der Bewahrung der Biodiversität und bei der nachhaltigen Bewirtschaftung des Ökosystems im Mittelmeerraum befassen.
Parallel zur Jahrestagung kommen die Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten der PV-UfM zu ihrem 10. Gipfeltreffen zusammen., In Vertretung der Bundestagspräsidentin wird Delegationsleiter Detlef Seif (CDU/CSU) hieran teilnehmen. Beraten werden die Themen: parlamentarische Diplomatie, Künstliche Intelligenz sowie die Stärkung der Rechte von Frauen und Jugendlichen.
Die PV-UfM verfolgt das Ziel, die Arbeit der Union für den Mittelmeerraum (UfM) zu begleiten und die Zusammenarbeit auf parlamentarischer Ebene zu stärken. Die Versammlung umfasst 280 Abgeordnete, davon 140 Mitglieder aus den Parlamenten nördlich des Mittelmeers und aus dem Europäischen Parlament sowie 140 Mitglieder aus den Parlamenten der südlich des Mittelmeers gelegenen Länder Algerien, Ägypten, Jordanien, Israel, Libanon, Marokko, Palästinensische Gebiete, Syrien (Mitgliedschaft ausgesetzt), Tunesien, Türkei und Mauretanien.
Politik
Bundesregierung will Druck auf Russland weiter erhöhen
Berlin 01.07.2026
–Ob und inwieweit die Ukraine im Rahmen von etwaigen Friedensverhandlungen mit Russland auf Forderungen des Aggressors eingeht, ist aus Sicht der Bundesregierung einzig eine Entscheidung der Ukraine. Das geht aus ihrer Antwort (21/6670) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/6140) hervor.
Während die Ukraine bereits mehrfach seine Bereitschaft für einen umfassenden und sofortigen Waffenstillstand sowie direkte Verhandlungen mit Russland unterstrichen habe, sei Russland hierzu nicht bereit. Russland intensiviere seine Angriffe weiter und wiederhole Maximalforderungen, wie einen Rückzug der Ukraine aus dem Donbass, als Voraussetzung für Verhandlungen.
„Die Bundesregierung wird daher die Ukraine weiterhin unterstützen und den Druck auf Russland erhöhen.“ Deutschland und die EU würden durch die Art ihrer Unterstützung der Ukraine, die ihr in der Charta der Vereinten Nationen verbrieftes individuelles Selbstverteidigungsrecht gegen die russische Aggression ausübt, nicht zu einer Konfliktpartei im völkerrechtlichen Sinne.
Die Bundesregierung vertrete darüber hinaus die Position, dass Fragen der europäischen Sicherheit nicht ohne Beteiligung der Europäer verhandelt werden könnten. „So lange Russland keinen ernsthaften erkennbaren Verhandlungswillen zeigt, sind aus Sicht der Bundesregierung öffentliche Äußerungen über etwaige zukünftige Verhandlungen verfrüht.“
Die Bundesregierung geht in der Antwort auch auf ein Diskussionspapier der EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ein: Das Papier sei vom Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) im Februar 2026 mit den EU-Mitgliedstaaten geteilt worden. „Die Bundesregierung nimmt dieses, wie auch andere Papiere des EAD, zur Kenntnis und beteiligt sich konstruktiv an Diskussionen in den dafür vorgesehenen Gremien“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung weiter.
Politik
Reformen der Bundeswehrinfrastruktur
Berlin 01.07.2026
– Die Bundesregierung hielt am Mittwoch, den 1. Juli, im Verteidigungsministerium ihre wöchentliche Sitzung ab. NATO-Generalsekretär Mark Rutte nahm ebenfalls teil.
Die Bundeskanzlerin erklärte, dass die politischen und sicherheitspolitischen Entwicklungen in Deutschland, Europa, dem Nahen Osten und der übrigen Welt – bereits vor Beginn des russischen Krieges in der Ukraine – die Umsetzung von Infrastrukturreformen im Verteidigungsministerium unerlässlich gemacht hätten. Diese Reformen seien notwendig, um die Mobilität der Bundeswehr und ihre Beteiligung an UN- und NATO-Einsätzen zu gewährleisten.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete die Reformen der Bundeswehrinfrastruktur als bedeutende Stärkung des Bündnisses und der Vereinten Nationen, da die Bundeswehr seit jeher eine tragende Säule der NATO sei.
Verteidigungsminister Boris Pistorius gab bekannt, dass zu den Reformen auch der Plan des Verteidigungsministeriums gehöre, bis 2033 rund 260.000 Wehrpflichtige durch Freiwilligen- und Wehrdienst zu rekrutieren.
Foto: © PWO
Politik
Erdbebenopfer in Venezuela schnell unterstützen
Bonn 01.07.2026
– Nach den schweren Erdbeben in Venezuela steigt die Zahl der Toten und Verletzten weiter an, Zehntausende Menschen werden noch vermisst. Die internationale Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe mahnt zur schnellen Unterstützung für Betroffene.
“Allein in Caracas sind rund zwei Millionen Menschen betroffen. Viele haben durch das Erdbeben alles verloren. Falls es noch Überlebende unter den Trümmern geben sollte, zählt für sie jetzt jede Sekunde“, sagt Help-Nothilfekoordinatorin Simone Walter. „Aus unserer Erfahrung von früheren Erdbeben wissen wir, dass nur circa zehn Prozent aller Vermissten noch lebend geborgen werden können, die Zeit rennt also.“
In der Erdbebenregion fehlt es laut Help aktuell vor allem an Wasser, medizinischem Material, Schlafmatten, Hygieneartikeln und psychosozialer Hilfe. Help leistet gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation Nothilfe und verteilt Nahrungsmittel, Hygienepakete und Werkzeug-Sets zur Beseitigung der Trümmer an die betroffenen Menschen in El Junquito und Pericoco im Bundesstaat La Guaira.
La Guaira besonders betroffen
Allein in La Guaira stürzten über 100 Gebäude ein.„Neben der akuten Nothilfe nach einem Erdbeben ist es entscheidend, die Hilfsmaßnahmen fortlaufend an die Lage vor Ort anzupassen und die Menschen langfristig beim Wiederaufbau zu unterstützen“, erklärt Walter. „Doch um unsere Hilfe vor Ort ausweiten und die betroffenen Venezulaner:innen schnell und zielgerichtet unterstützen zu können, sind wir dringend auf Spenden angewiesen.“
Help blickt auf jahrzehntelange Erfahrung in der Erdbeben-Nothilfe zurück, zuletzt leistete die Hilfsorganisation etwa nach den schweren Erdbeben in Myanmar und Afghanistan 2025 humanitäre Unterstützung.
Politik
Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission gestartet
Berlin 01.07.2026
– Bundesministerin Reem Alabali Radovan hat gemeinsam mit den beiden Ko-Vorsitzenden, Laura Chinchilla und Olaf Scholz, auf der Hamburg Sustainability Conference die Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission (ENSK) gestartet. Vor einem internationalen Konferenz-Publikum aus über 110 Ländern präsentierten die beiden Ko-Vorsitzenden die Ziele und den Arbeitsauftrag der Kommission.
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan erklärte: „Die globale Ordnung verschiebt sich. Wenn Deutschland auch in Zukunft global mitgestalten will, brauchen wir stabile Partnerschaften mit Ländern des Globalen Südens. Ziel der neuen Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission ist es, partnerschaftliche Beziehungen mit den Ländern des Globalen Südens weiter zu intensivieren und ein globales Netzwerk zu stärken, sowie konkrete Vorschläge für die Politik zu erarbeiten. Es ist ein wichtiges Signal und eine große Freude, dass sich mit Laura Chinchilla und Olaf Scholz zwei weltweit hoch geschätzte und multilateral erfahrene Co-Vorsitzende für diese Aufgabe einsetzen werden.“
„Die Welt hat sich grundlegend verändert“, sagte Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz. „In Afrika, Asien und Lateinamerika wachsen Bevölkerungen und Volkswirtschaften und damit auch der berechtigte Anspruch, die Zukunft unserer Welt aktiv mitzugestalten. Diesem Anspruch sollten wir mit konkreten Angeboten für starke Partnerschaften mit Ländern des Globalen Südens begegnen: Wachstum und Wohlstand fördern, Armut überwinden, natürliche Lebensgrundlagen sichern, Sicherheit und Multilateralismus stärken. Die Dringlichkeit, bestehende Kooperationsformate auszubauen und neue aufzubauen, ist hoch. Darüber gemeinsam zu beraten, ist Aufgabe der unabhängigen Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission.“
Geopolitische Umbrüche
Laura Chinchilla, Co-Chair der ENSK und ehemalige Präsidentin Costa Ricas: „Die Welt erlebt derzeit eine Phase geopolitischer Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit, klimatischer Umbrüche, technologischen Wandels und wachsender Ungleichheit. Gleichzeitig erleben wir eine zunehmende Fragmentierung der internationalen Ordnung und eine Schwächung des Geistes multilateraler Zusammenarbeit, der jahrzehntelangen Fortschritt getragen hat. Vor diesem Hintergrund wird die Suche nach neuen Formen der Partnerschaft, des Dialogs und des gemeinsamen Handelns nicht nur wünschenswert, sondern unverzichtbar. Die Schaffung einer hochrangigen Plattform zur Erneuerung der Zusammenarbeit zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden ist sowohl notwendig als auch zukunftsweisend.“
Die Kommission der Bundesregierung soll unabhängig arbeiten und mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Privatwirtschaft, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen aus dem Globalen Norden und Globalen Süden besetzt. Sie wird rund 20 Mitglieder umfassen. Die beiden Ko-Vorsitzenden vereinbarten die nächsten Schritte zur Auswahl und Einladung der Kommissar*innen, die im Herbst öffentlich vorgestellt werden sollen.
Ergänzt wird die ENSK durch einen strategischen Begleitkreis. Ihm sollen Vertreter*innen aus Parlament, anderen Bundesressorts, Privatwirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft, Politischen Stiftungen, Zivilgesellschaft, Organisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sowie der Jugend angehören.
Perspektive des Südens wichtig
Das evangelische Entwicklungswerk Brot für die Welt begrüßte die Einsetzung der Kommission. Die Bundesregierung übernehme damit internationale Verantwortung und gestalte die Zukunft globaler Zusammenarbeit aktiv mit. Ob die Kommission, die auch Süd-Nord-Kommission genannt wird, erfolgreich sein wird, hänge aber davon ab, ob die Perspektiven des Globalen Südens konsequent in den Mittelpunkt gestellt und faire Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen werden, erklärte Sunita Narain, Direktorin des Centre for Science and Environment (CSE), einer Partnerorganisation von Brot für die Welt. Das CSE ist eine bekannte Umwelt-NGO und Denkfabrik mit Sitz in Neu-Delhi.
Welt
Auch bei fortgeschrittenem Krebs: Intervalltraining mobilisiert Immunzellen
- Universitätsklinikum Essen 30.06.2026
- – Eine aktuelle Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Instituts für Sport- und Bewegungstherapie am Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikum Essen zeigt, dass bereits ein einziges 20-minütiges hochintensives Intervalltraining (kurz: HIIT) wichtige Immunzellen im Blut vorübergehend ansteigen lässt. Dieser Effekt ließ sich sowohl bei gesunden Menschen als auch bei 20 Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung nachweisen. Die Ergebnisse zeigen, dass selbst unter aktiver Chemotherapie eine gezielte Belastung zu einer signifikanten, wenn auch vorübergehenden Mobilisierung wichtiger Immunzellen führt.
Im Fokus der Essener Forschenden standen die sogenannten natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielen. „Bereits eine einzige HIIT-Einheit führte in beiden Gruppen zu einem signifikanten Anstieg der NK-Zellen im Blut – bei den Krebspatient:innen durchschnittlich um 50 %, bei den gesunden Kontrollpersonen um 38 %. Auch zirkulierende angeborene lymphoide Zellen (cILCs) stiegen deutlich an, im Durchschnitt um 21 % bei Patient:innen und um 55 % in der Kontrollgruppe“, erklärt Sportwissenschaftlerin PD Dr. Miriam Götte, die die Sport- und Bewegungstherapie am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) Essen leitet. Nach einer Erholungsphase von einer Stunde normalisierten sich die Zellzahlen wieder. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Immunreaktion umso stärker ausfiel, je höher die Herzfrequenz während des Trainings anstieg – ein Hinweis darauf, dass die Trainingsintensität eine entscheidende Rolle für das Ausmaß der Immunmobilisierung spielt.
Für die kürzlich in „Cancer Medicine“ veröffentlichte Studie hat die Sport- und Bewegungstherapie des WTZ Essen eng mit der Palliativmedizin der Universitätsmedizin Essen zusammengearbeitet. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit machte es möglich, Fragestellungen zur Bewegungstherapie auch im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf wissenschaftlich zu untersuchen. „Die Studienteilnehmer:innen haben jeweils eine Einheit auf dem Fahrradergometer absolviert, wobei die Belastung individuell anhand des subjektiven Anstrengungsgefühls eingestellt wurde. Für unsere Analysen haben wir Blutproben vor dem Training, direkt danach und nach der Erholungsphase entnommen und die Lebensqualität mithilfe eines Fragebogens erfasst“, erklärt Fabian Kiehl, Erstautor der Studie, der seine medizinische Doktorarbeit in der Sport- und Bewegungstherapie am WTZ Essen angefertigt hat.
Die Autor:innen betonen, dass die Ergebnisse zunächst erste Hinweise liefern, wie körperliche Aktivität das Immunsystem auch bei schwer Erkrankten beeinflussen kann. „Unsere Studie zeigt, dass individuell angepasstes und medizinisch begleitetes Training auch bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen möglich ist, und liefert wichtige Ansätze für weitere Forschungen, wie Sport das Immunsystem beeinflusst“, so PD Dr. Miriam Götte. Ob die vorübergehende Mobilisierung von Immunzellen langfristige Auswirkungen auf Krankheitsverlauf, Therapieansprechen oder Überleben hat, bleibt jedoch Gegenstand weiterer Forschung.
Die Studie unterstreicht das wachsende Potenzial von Sporttherapie als ergänzende, nicht-medikamentöse Maßnahme in der Onkologie. Welche Form und Intensität von Bewegung sinnvoll ist, sollte immer individuell und in Absprache mit dem Behandlungsteam im Rahmen der onkologischen Versorgung entschieden werden. Gerade bei hochintensiven Trainingseinheiten und vorliegenden Symptomen wie Fatigue oder Schmerzen steht eine qualifizierte Begleitung im Vordergrund um die Bewegung zielgerichtet und personalisiert einzusetzen.
Politik
Bundesministerin reist nach Kasachstan
Berlin 29.06.2026
Starke Partnerschaft für Rohstoffsicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, reist am 29. und 30. Juni 2026 nach Kasachstan. Im Mittelpunkt der Reise steht die Vertiefung der bilateralen wirtschaftlichen Beziehungen. Kasachstan kann als strategischer Partner, insbesondere im Energie- und Rohstoffbereich, dazu beitragen, Deutschlands wirtschaftliche Resilienz und Versorgungssicherheit zu erhöhen. Vertiefte Handelsbeziehungen, neue industrielle Wertschöpfungsketten und die komplementären Stärken beider Länder sollen gemeinsames Wachstum und wirtschaftliche Dynamik begründen.
Bundesministerin Reiche: „Versorgungssicherheit braucht Diversifikation und konkrete Projekte, nicht Absichtserklärungen. Kasachstan war 2025 unser viertgrößter Öllieferant mit 10,4 Millionen Tonnen. Eine zukunftsfähige Industrie in Deutschland benötigt Rohstoffe, welche in Kasachstan abgebaut werden. Kasachstan braucht deutsches Kapital und deutsche Technologie, um mehr Wertschöpfung im eigenen Land zu schaffen. Es geht nicht um einseitige Abnahmeverträge, sondern um eine langfristige Partnerschaft mit klarem Gewinn für beide Seiten.“
Während Ihres Aufenthaltes in Astana wird Ministerin Reiche unter anderem mit Staatspräsident Tokajew, Premierminister Bektenov, sowie mit den Ministern für Energie und Industrie Gespräche führen.
Kasachstan verfügt über bedeutende Vorkommen zahlreicher mineralischer Rohstoffe und Seltener Erden und spielt eine zunehmend wichtige Rolle für die Diversifizierung von Bezugsquellen. Eine sichere Versorgung mit Rohstoffen für Batterien, Halbleiter und die Bedarfe im Rahmen der Energiewende ermöglicht es Unternehmen, zuverlässig zu produzieren und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Deutschland setzt sich dafür ein, die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette auszubauen und langfristige wirtschaftliche Partnerschaften zu stärken. Beiden Seiten geht es dabei nicht nur um den Abbau der Rohstoffe, sondern auch um die Verarbeitung und Veredlung. Kasachstan ist unser wichtigster Wirtschaftspartner in Zentralasien. Rund 450 deutsche Unternehmen sind dort bereits aktiv. Das Land verfügt über 21 der 34 Rohstoffe, die die EU als strategisch einstuft. Deutschland bringt industrielle Kompetenz, Spitzentechnologie, Investitionen und Innovationskraft in eine Partnerschaft ein.
Neben politischen Gesprächen wird die Ministerin auch mit Vertreterinnen und Vertretern deutscher und kasachischer Unternehmen zusammenkommen. Der Dialog mit der Wirtschaft soll den Ausbau der bilateralen Handels- und Investitionsbeziehungen begleiten.
Bundesministerin Katherina Reiche ist seit 19 Jahren die erste Bundeswirtschaftsministerin, welche Kasachstan besucht.
Welt
Deutsche Schulen
Berlin 29.06.2026
Zwei deutsche Teams unter den Besten beim Europäischen StatistikwettbewerbWIESBADEN – Beim Europäischen Statistikwettbewerb (European Statistics Competition, ESC) ist Deutschland auch in diesem Jahr erfolgreich vertreten: Gleich zwei deutsche Teams haben im europäischen Finale den Sprung unter die zwölf besten Teams ihrer jeweiligen Alterskategorien geschafft. Die endgültigen Platzierungen wurden von Eurostat im Rahmen der europäischen Preisverleihung am 25. Juni 2026 in Sofia (Bulgarien) bekannt gegeben.
Zwei Berliner Teams überzeugen im internationalen Vergleich
Die Generaldirektorin der europäischen Statistikbehörde Eurostat, Mariana Kotzeva, überreichte die Preise an die Siegerteams der diesjährigen Ausgabe. Mit Blick auf die Juryarbeit teilte sie die Begeisterung über alle eingereichten 74 Beiträge, die gezeigt haben, wie viel Potenzial alle Teilnehmenden mitbringen. Auch über die gestiegenen Teilnahmezahlen zeigte sie sich sehr erfreut. Von den beiden deutschen Teams hatte sich TWINVAR aus Berlin bereits den Sieg in der nationalen Phase geholt. Zusätzlich sicherte sich das Team CALLIDAE, ebenfalls aus Berlin, einen Platz im europäischen Finale.
Länder aus einer statistischen Perspektive kennenlernen
In der europäischen Wettbewerbsphase waren die Teams aufgefordert, auf Basis statistischer Daten eigenständige kreative Videobeiträge zu erstellen. Dabei stand ein gemeinsames Thema im Fokus: „Statistical Portrait – What are the people of your country like?“ Somit nahmen die deutschen Teams landestypische Themen unter die Lupe und bewerteten diese mithilfe amtlicher Statistik.
Datenkompetenz für die Zukunft stärken
Der Europäische Statistikwettbewerb wird auf europäischer Ebene von Eurostat gemeinsam mit den nationalen statistischen Ämtern organisiert. Ziel des Wettbewerbs ist es, Datenkompetenz zu fördern, das Interesse an Statistik zu stärken und jungen Menschen den Umgang mit amtlichen Datenquellen näherzubringen. Europaweit beteiligten sich im Schuljahr 2025/2026 rund 29 000 Schülerinnen und Schüler aus 22 Ländern am Wettbewerb.
ESC startet 2027 seine Jubiläumsausgabe
Im kommenden Schuljahr 2026/2027 findet der ESC auf europäischer Ebene zum zehnten Mal statt und feiert damit ein Jubiläum.
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