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Wirtschaft

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Mai 2025

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Berlin 19.05.2025

Im ersten Quartal hat sich die deutsche Wirtschaft mit einem preis-, saison- und kalenderbereinigten BIP-Zuwachs von 0,2 % gegenüber dem Vorquartal leicht erholt. Positive Impulse kamen vor allem vom privaten Konsum, Investitionen und vom Außenhandel infolge von Vorzieheffekten angesichts der angekündigten US-Zölle. Neben einer Erholung der konsumnahen Dienstleistungsbereiche konnten auch das Produzierende Gewerbe und das Baugewerbe von günstigen Bedingungen profitieren, was sich in steigender Produktion und positiveren Stimmungsindikatoren widerspiegelte. Dennoch bleiben die Geschäftserwartungen insbesondere im exportorientierten Verarbeitenden Gewerbe eingetrübt, so dass eine erneute Abschwächung der Konjunktur im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen ist.

–  Die Produktion im Produzierenden Gewerbe konnte zum Ende des ersten Quartals preis‑, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat mit 3,0 % kräftig zulegen. In der Industrie (+3,6 %) und im Baugewerbe (+2,1 %) stieg die Ausbringung deutlich an, die Energieproduktion nahm jedoch um 1,8 % ab. Auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe – insbesondere aus dem Ausland – legten im März gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 3,6 % spürbar zu Dabei dürften auch Vorzieheffekte im Zusammenhang mit den erwarteten US-Zollerhöhungen von Bedeutung gewesen sein.

–  Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im März gegenüber dem Vormonat leicht um 0,4 % gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel ein reales Umsatzplus von 3,0 %. Neuzulassungen von Pkw insgesamt haben im April im Vormonatsvergleich um kräftige 10,6 % zugenommen; im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich nahmen sie jedoch um 6,9 % ab. Gegenüber April 2024 kam es zu einem geringfügigen Rückgang von 0,2 %. Aktuelle Frühindikatoren zeigen überwiegend eine leichte Aufhellung der Verbraucherstimmung an, ausgehend von einem niedrigen Niveau.

–  Die Inflationsrate ist im April mit +2,1 % erneut etwas gesunken. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich wieder etwas abgeschwächt, bleibt aber oberhalb der Gesamtinflation. Die Energiepreise gingen dagegen spürbar zurück. Die Kernrate ist wieder recht deutlich gestiegen. Im weiteren Verlauf dürfte sich die Inflation infolge geringerer Energie- und Rohstoffpreise, moderater Tariflohnsteigerungen sowie der gedämpften gesamtwirtschaftlichen Nachfrage weiter im Bereich um 2 % bewegen.

–  Trotz schwacher Frühjahrsbelebung hat sich der Arbeitsmarkt im April etwas besser entwickelt als in den vorangegangenen Monaten. Die Arbeitslosigkeit ist saisonbereinigt lediglich um 4 Tsd. Personen gestiegen und die Erwerbstätigkeit konnte im März um 6 Tsd. Personen zulegen. Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit durch die US-Zollpolitik und der weiterhin schwachen Beschäftigungsaussichten ist eine Trendwende am Arbeitsmarkt jedoch nicht absehbar.

–  Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist nach amtlichen Daten im Februar 2025 um 13,0 % gegenüber dem Vormonat und um 15,9 % gegenüber Februar 2024 angestiegen. Mit 2.068 beantragten Verfahren wurde der höchste Wert seit Juli 2015 verzeichnet. Auch der IWH-Insolvenzmonitor legte zu, im April gab es 11,4 % mehr Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften als im März.

LEICHTE WACHSTUMSBELEBUNG ZU JAHRESBEGINN

Im ersten Quartal hat sich die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland leicht erholt. Laut Schnellmeldung des Statistischen Bundesamt ist das Bruttoinlandsprodukt preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Positive Wachstumsbeiträge gingen nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes vor allem vom privaten Konsum sowie den Investitionen aus. Da sich vor dem Hintergrund der angekündigten US-Zollanhebungen auch die Ausfuhrtätigkeit zu Jahresbeginn belebt hat, wobei Warenlieferungen zum Teil wohl vorgezogen wurden, dürfte auch vom Außenbeitrag ein positiver Impuls ausgegangen sein.

Entstehungsseitig deuten die aktuellen Indikatoren eine etwas ausgewogenere Entwicklung der einzelnen Wirtschaftsbereiche als in der jüngsten Vergangenheit an: So dürfte sich die Wertschöpfung im stark exportorientierten Verarbeitenden Gewerbe – nach sieben Quartalen mit Rückgängen – dank der Nachfragebelebung aus dem Ausland im ersten Quartal etwas erholt haben. Hierauf deutet der kräftige Anstieg der Produktion im März hin, insbesondere in den gewichtigen Bereichen Kfz und Kfz-Teile, pharmazeutische und chemische Produkte sowie im Maschinenbau. Trotz der hohen handelspolitischen Unsicherheit und der zuletzt gedämpften Geschäftserwartungen hat sich die Geschäftslage in der Industrie im ersten Quartal als insgesamt recht robust erwiesen. Auch im Baugewerbe dürfte im Zuge der milden Witterung ein Anstieg der Aktivität im ersten Quartal zu verzeichnen gewesen sein. Positiv dürften sich zu Jahresbeginn auch die konsumnahen Dienstleister im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe entwickelt haben. Hierauf deuten die gestiegenen Umsätze im Einzelhandel sowie in den Bereichen Verkehr und Lagerei hin.

Die leichte wirtschaftliche Erholung zu Jahresbeginn war auch anhand der jüngsten Aufhellung der Stimmungsindikatoren, vor allem der Geschäftslage, absehbar gewesen. Auch die Verbraucherstimmung, gemessen an dem GfK-Konsumklima und dem HDE-Konsumbarometer, tendierte zuletzt positiver. Allerdings deuten die aktuellen Umfragen zu den Geschäftserwartungen vor dem Hintergrund der angekündigten und zum Teil temporär ausgesetzten US-Zollerhöhungen sowohl bei der Industrie als auch bei den Dienstleistern auf eine erneute Eintrübung hin. Vor diesem Hintergrund ist eine erneute konjunkturelle Abschwächung im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen.

KURZFRISTIG VORZIEHEFFEKTE, IM WEITEREN VERLAUF ABER GEDÄMPFTE AUSSICHTEN FÜR DIE WELTKONJUNKTUR

Nach den Einbrüchen und Schwankungen an den Finanzmärkten in Reaktion auf die weitreichenden US-Zollankündigungen Anfang April hat sich die Lage inzwischen wieder etwas stabilisiert. Die Kurse an den globalen Märkten haben sich vielerorts wieder erholt und finanzmarktbasierte Stimmungsindikatoren haben einen Teil des massiven Einbruchs im April im Mai wieder wettgemacht. Der Sentix-Indikator für die Weltwirtschaft verbleibt aber mit -3,7 Punkten weiterhin im negativen Bereich. Während sich die Konjunkturerwartungen der befragten Finanzinvestoren mit einem Anstieg der Erwartungskomponente von -19,6 Punkte auf -1,6 Punkte wieder etwas aufgehellt haben, hat sich die Lageeinschätzung nochmals verschlechtert; hier ist der Index von -4,0 auf -5,7 Punkte auf seinen tiefsten Wert seit Anfang 2023 zurückgegangen.

Im ersten Quartal dürfte die weltweite Industrieproduktion dagegen – gestützt durch Vorzieheffekte – weiter zugelegt haben. Im Februar expandierte sie saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat nach dem vorangegangenen leichten Rückgang wieder um 0,8 %. Binnen Jahresfrist lag sie damit um 2,9 % im Plus. Frühindikatoren für den weiteren Verlauf der Weltkonjunktur weisen aber auf eine gedämpfte Entwicklung der Weltkonjunktur hin: Der Stimmungsindikator von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im April sowohl im Dienstleistungsbereich als auch in der Industrie gesunken. Der Gesamtindex blieb trotz eines Rückgangs von 52,0 auf 50,8 Punkte oberhalb der Wachstumsschwelle, signalisiert damit jedoch ein geringeres Wachstum der Weltwirtschaft als im Vormonat.

Der Welthandel hat sich nach den Zuwächsen um die Jahreswende im Februar gegenüber dem Vormonat seitwärts bewegt und lag mit +2,9 % weiterhin spürbar über dem Niveau des Vorjahresmonats. Februar-Daten zum Welthandel zeigen, dass die US-Gütereinfuhren nur geringfügig gegenüber dem Vormonat zurückgingen und damit auf dem hohen Niveau verblieben, das sie nach ihrem kräftigen Anstieg von 12,2 % im Januar erreicht hatten. Damit mehren sich die Anzeichen für Vorzieheffekte im Handel mit den USA infolge der angekündigten Zollerhöhungen. Dies wird auch durch aktuelle Containerumschlagsdaten gestützt: Im März lagen die Einfuhren in den Häfen an der Westküste der USA, über die der Großteil des Asienhandels abgewickelt wird, um 12 % über dem Vorjahresniveau. Beim weltweiten Seehandel zeigen sich aber erste Schwächetendenzen; so ist der RWI/ISL-Containerumschlag-Index im März saisonbereinigt auf 135,3 Punkte gegenüber 137,6 Punkte im Vormonat zurückgegangen. Nachdem der Containerumschlag in den europäischen Häfen bereits im Vormonat gesunken war, ging der Schiffshandel zum Ende des ersten Quartals in nahezu allen Weltregionen zurück. Vor dem Hintergrund der nach wie vor unklaren US-Zollpolitik bleibt die handels- und wirtschaftspolitische Unsicherheit deutlich erhöht, was neben direkten Effekten auf den Welthandel im weiteren Verlauf auch negative Auswirkungen auf die globale Produktions- und Investitionstätigkeit mit sich bringen kann.

DEUTSCHE EXPORTE IM ERSTEN QUARTAL SPÜRBAR BELEBT

Zum Ende des ersten Quartals wurde die seit Januar beobachtete Aufwärtsbewegung bei den Exporten unterbrochen. Im März gaben die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saison- und kalenderbereinigt leicht um 0,4 % gegenüber dem Vormonat nach, nachdem sie im Januar und Februar um 1,6 % bzw. 2,0 % expandiert hatten. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war damit im ersten Quartal aber immer noch ein deutlicher Zuwachs von 3,2 % zu verzeichnen, der auch auf Vorzieheffekte im Warenhandel mit Blick auf die angekündigten US-Zollanhebungen zurückzuführen sein dürfte. Nachdem die Lieferungen in die USA schon im Februar mit +9,0 % kräftig gestiegen waren, legten sie im März um weitere 2,4 % zu. Auch im Handel mit den EU-Ländern war ein Zuwachs von 3,1 % zu beobachten. Besonders dynamisch entwickelten sich die Ausfuhren nach China mit +10,2 %. Gleichzeitig lagen die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen im März saison- und kalenderbereinigt um 1,2 % gegenüber dem Vormonat im Minus. Im Quartalsvergleich war aber mit +1,1 % – wie bei den Exporten – ein Anstieg zu verzeichnen. Infolge des geringeren Rückgangs der Exporte im Vergleich zu den Importen nahm der monatliche Überschuss im Handel mit Waren und Dienstleistungen im März gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt von 13,4 Milliarden Euro auf 14,6 Milliarden Euro zu.

Nach den Preissteigerungen in den vorangegangenen Monaten haben die Einfuhrpreise im März saisonbereinigt um 1,1 % gegenüber dem Vormonat nachgegeben. Die Ausfuhrpreise gingen mit -0,3 % weniger stark zurück, so dass sich die Terms of Trade gegenüber dem Vormonat mit +0,8 % recht deutlich verbesserten. In realer Rechnung dürfte der Rückgang der Aus- und Einfuhren von Waren und Dienstleistungen entsprechend etwas geringer ausgefallen sein.

Die Frühindikatoren haben sich zuletzt angesichts der erratischen US-Zollpolitik und der im April in Kraft gesetzten Zollanhebungen überwiegend wieder eingetrübt. Die Exportaussichten wurden – über einen Großteil der Sektoren hinweg – im April spürbar negativer beurteilt, so dass die ifo Exporterwartungen von -2,3 auf -9,8 Punkte fielen. Gewichtige Exportbranchen wie der Automobil- und der Maschinenbau oder die Chemiebranche erwarten wieder rückläufige Ausfuhren. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im März saisonbereinigt um 4,7 % gegenüber dem Vormonat gestiegen, wobei besonders aus dem Euroraum mit +8,0 % mehr bestellt wurde als im Vormonat. Während die Auslandsbestellungen für Konsum- (+14,2 %) und Investitionsgüter (+6,2 %) merklich zulegten, ging die Nachfrage nach Vorleistungen mit -0,5 % etwas zurück. Im ersten Quartal insgesamt lagen die Auslandsorder aber immer noch um 1,8 % im Minus.

Insgesamt dürfte die Exporttätigkeit im ersten Quartal von vorgezogenen Bestellungen mit Blick auf die angekündigten US-Zollanhebungen gestützt worden sein. Die Frühindikatoren deuten aber auf eine erneute Abschwächung der Weltkonjunktur sowie der ausländischen Nachfrage hin. Damit ist eine erneute Abschwächung des deutschen Außenhandels in den kommenden Monaten zu erwarten.

ERHOLUNG DER INDUSTRIEPRODUKTION IM ERSTEN QUARTAL

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im März preis-, kalender- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat mit +3,0 % kräftig zugelegt, nachdem sie im Februar um 1,3 % gesunken war. Besonders deutlich stieg die Ausbringung mit +3,6 % in der Industrie, aber auch das Baugewerbe verzeichnete mit +2,1 % einen spürbaren Zuwachs. Die Energieproduktion ging hingegen um 1,8 % zurück.

Die einzelnen Wirtschaftszweige innerhalb der Industrie entwickelten sich dabei überwiegend positiv: Besonders deutlich stieg die Ausbringung pharmazeutischer Erzeugnisse (+19,6 %). Aber auch in den gewichtigen Bereichen Kfz und Kfz-Teile (+8,1 %), dem Maschinenbau

(+4,4 %) und der Herstellung von Metallerzeugnissen (+2,1 %) konnte die Produktion deutlich ausgeweitet werden. Auch die Produktion chemischer Erzeugnisse (+2,0 %), elektrischer Ausrüstungen (+3,7 %) sowie die Herstellung von DV-Geräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (+2,4 %) nahm spürbar zu. Rückgänge waren dagegen neben dem Bereich der Nahrungs- und Futtermittel (-1,4 %) u.a. in der Kokerei und Mineralölverarbeitung (-4,5 %), der Bekleidungsindustrie (-2,2 %) sowie bei der Herstellung von Papier und Pappe (-0,2 %) zu beobachten.

Im gesamten ersten Quartal 2025 legte die Produktion im Produzierenden Gewerbe gegenüber dem Schlussquartal 2024 mit +1,4 % ebenfalls merklich zu. Dabei konnten sowohl die Industrie (+1,7 %), als auch das Baugewerbe (+0,7 %) und die Energieerzeugung (+1,0 %) Zuwächse verzeichnen. Das Vorjahresniveau unterschritt die Produktion im Produzierenden Gewerbe im ersten Quartal allerdings noch um 2,0 %.

Auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich nach der Stagnation im Februar zuletzt deutlich erhöht. Die Bestellungen sind im März gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 3,6 % gestiegen. Die Nachfrage aus dem Ausland wuchs mit +4,7 % stärker an als die inländischen Aufträge, die um 2,0 % expandierten. Besonders stark fiel das Plus bei den Ordern aus dem Euroraum mit +8,0 % aus. Aber auch die Auftragseingänge aus dem Nicht-Euroraum nahmen um deutliche 2,8 % zu. Bereinigt um Großaufträge erhöhten sich die Ordereingänge insgesamt um 3,2 % gegenüber dem Vormonat.

Im ersten Quartal insgesamt verringerten sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vorquartal um 2,3 %. Dabei gingen die Eingänge aus dem Inland um 3,3 % und aus dem Nicht-Euroraum um 3,1 % zurück. Bei den Bestellungen aus dem Euroraum war dagegen eine leichte Zunahme um 0,3 % zu verbuchen.

Der kräftige Anstieg der Industrieproduktion und der Auftragseingänge zum Ende des ersten Quartals dürfte auch auf Vorzieheffekte im Zusammenhang mit den zollpolitischen Ankündigungen der US-Administration zurückzuführen sein. Die Unsicherheit über den weiteren handelspolitischen Kurs der USA drückt sich jedoch in deutlich gedämpften Geschäfts- und Exporterwartungen aus. Demensprechend könnte es im weiteren Jahresverlauf auch wieder zu einer Abschwächung der Industriekonjunktur kommen.

EINZELHANDELSUMSATZ TRITT AUF DER STELLE; FRÜHINDIKATOREN ZEIGEN AUFHELLUNG

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im März gegenüber dem Vormonat leicht um 0,4 % gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im März ein reales Umsatzplus von 3,0 %. Der Handel mit Lebensmitteln zog im März ebenfalls etwas an (+0,5 %). Der Umsatz im Internet- und Versandhandel stieg um 0,9 % gegenüber dem Vormonat und um deutliche 9,7 % gegenüber dem Vorjahr.

Neuzulassungen von Pkw insgesamt sind im April im Vormonatsvergleich um kräftige 10,6 % gestiegen; im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich nahmen sie jedoch um 6,9 % ab. Gegenüber April 2024 kam es zu einem geringfügigen Rückgang von 0,2 %. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im April im Vormonatsvergleich ein Plus von 8,5 %; in der Drei-Monats-Betrachtung sanken sie um 8,8 %. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen erhöhten sich im März um 11,7 %. Das Gastgewerbe verzeichnete im Februar gegenüber dem Vormonat einen nominalen Umsatzrückgang von 1,2 %; preisbereinigt belief sich das Minus auf 1,7 %. Gegenüber Februar 2024 setzte das Gastgewerbe real 3,2 % weniger und nominal 0,8 %. mehr um.

Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) ist im April um 3,2 Zähler auf -25,8 Punkte gesunken. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage ging um 3,5 Zähler auf -16,9 Punkte zurück wie auch die Erwartungen um 2,9 auf -34,2 Punkte.        
Das Konsumklima wird lt. Prognose der GfK im Mai um 3,7 Zähler auf -20,6 Pt. steigen. Für April gibt das Marktforschungsinstitut eine leichte Zunahme von 0,3 Zählern auf -24,3 Pt. an. Positiv entwickelten sich laut GfK insbesondere die Einkommenserwartungen und die Anschaffungsneigung. Die Sparneigung nahm deutlich ab und hellte das Gesamtbild zusätzlich auf. Das HDE-Konsumbarometer legte im April leicht zu.

Die Aufhellung der Konsumstimmung in Verbindung mit steigenden Realeinkommen dürften den privaten Konsum im weiteren Jahresverlauf stützen.

INFLATIONSRATE MIT 2,1 % WEITER RÜCKLÄUFIG

Die Inflationsrate (Preisniveauanstieg binnen Jahresfrist) ist im April mit +2,1 % erneut etwas gesunken. Gegenüber März erhöhte sie sich um 0,4 %. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich mit +2,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat wieder etwas abgeschwächt, bleibt aber oberhalb der Gesamtinflation. Die Energiepreise gingen dagegen im Vorjahresvergleich spürbar um 5,4 % zurück, so dass sich deren inflationsmindernder Effekt verstärkte.

Die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) ist dagegen recht deutlich auf +2,9 % gestiegen. Hierzu haben maßgeblich die mit +3,9 % wieder anziehenden Preise im Bereich der Dienstleistungen beigetragen. Dies dürfte nicht zuletzt auf den späten Termin der Osterfeiertage dieses Jahr zurückzuführen sein, die im Jahr 2024 Ende März lagen, in diesem Jahr aber erst Mitte April. Typischerweise steigen in dieser Zeit die Kosten für Dienstleistungen wie Reisen, Gastronomie und Übernachtungen temporär überproportional.

Auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen verringerte sich der Preisdruck zuletzt etwas: Die Erzeugerpreise gaben im März gegenüber dem Vormonat um 0,7 % nach, gegenüber dem Vorjahresmonat sanken sie um 0,2 %. Auch die Einfuhrpreise gingen im März im Vormonatsvergleich recht deutlich um 1,0 % zurück und lagen damit nur noch um 2,1 % über ihrem Vorjahreswert. Die Verkaufspreise im Großhandel nahmen im März gegenüber Februar um 0,2 % ab, im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen sie – vor allem wegen höherer Preise für Nahrungsmittel – um 1,3 % höher.

An den Spotmärkten notierte der Preis für Erdgas nach wie vor über den Werten des vorigen Jahres; nach den vorangegangenen deutlichen Anstiegen lag der TTF Base Load zuletzt mit rund 35 Euro/MWh knapp 20 % über dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Gaspreise um fast 6 % verringert. Die Markterwartungen deuten für die kommenden Quartale ebenfalls auf Erdgaspreise von etwa 30 Euro/MWh hin. Rohöl der Sorte Brent wurde mit zuletzt rund 58 Euro/Barrel rund 24 % unter dem Niveau des Vorjahres gehandelt. Gegenüber dem Vormonat erhöhte er sich leicht um 2,4 %.

Im weiteren Verlauf dürfte die Inflation infolge geringerer Energie- und Rohstoffpreise, moderater Tariflohnsteigerungen sowie der gedämpften gesamtwirtschaftlichen Nachfrage weiter um zwei Prozent schwanken.

LEICHTE FRÜHJAHRSBELEBUNG AM ARBEITSMARKT

Trotz schwacher Frühjahrsbelebung hat sich der Arbeitsmarkt im April etwas besser entwickelt als in den vorangegangenen Monaten. So ist die Arbeitslosigkeit im April saisonbereinigt (sb) nur noch um 4 Tsd. Personen gestiegen und die Unterbeschäftigung verzeichnete mit sb -3 Tsd. Personen sogar einen leichten Rückgang. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit geht dabei auf den Rechtskreis des SGB III zurück, während die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis des SGB II zuletzt leicht abnahm. Die Erwerbstätigkeit hat im März mit sb +6 Tsd. Personen leicht zugelegt und auch die SV-pflichtige Beschäftigung verzeichnete im Februar mit sb 12 Tsd. Personen einen Zuwachs. Insgesamt stagnierte die Beschäftigungsentwicklung in den letzten Monaten jedoch weitgehend. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit lag im Februar abermals bei 240 Tsd. Personen, die Zahl der Anzeigen von Kurzarbeit entwickelt sich dabei leicht rückläufig.

Die Frühindikatoren haben sich trotz handelspolitischer Turbulenzen im April stabilisiert. Sowohl das IAB-Arbeitsmarktbarometer als auch das ifo-Beschäftigungsbarometer bewegen sich im historischen Vergleich jedoch weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Demnach ist vorerst mit einer anhaltenden Zunahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Auch wenn die Beschäftigungsaussichten sich im Verarbeitenden Gewerbe, im Handel und im Dienstleistungssektor zuletzt etwas verbessert haben, zeichnet sich insgesamt weiterhin eine rückläufige Beschäftigungsdynamik ab. Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit durch die US-Zollpolitik ist eine spürbare Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt noch nicht absehbar.

UNTERNEHMENSINSOLVENZEN ERREICHEN 10-JAHRES-HOCH

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im Februar 2025 nach endgültigen Ergebnissen um 13,0 % gegenüber dem Vormonat und um 15,9 % gegenüber Februar 2024 auf 2.068 beantragte Verfahren angestiegen. Dies ist der höchste Monatswert seit Juli 2015 (2.187). Zuvor bewegten sich die Insolvenzen von November bis Januar im Bereich um 1.800 Fälle. Auch die Zahl der betroffenen Beschäftigten sowie die Höhe der voraussichtlichen Forderungen haben auf Vormonatsbasis deutlich zugenommen. Als Ursachen für die weiterhin dynamische Entwicklung des Insolvenzgeschehens sind mehrere Faktoren zu nennen, darunter die weiterhin gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung, strukturelle Herausforderungen, gestiegene Kosten und geopolitische Unsicherheiten.

Der im Vergleich mit der amtlichen Statistik methodisch enger gefasste und zeitlich aktuellere IWH-Insolvenztrend für Personen- und Kapitalgesellschaften weist im April mit 1.626 Insolvenzen einen Anstieg von 11,4 % gegenüber dem Vormonat bzw. 20,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Das IWH rechnet in den kommenden Monaten mit sinkenden Insolvenzzahlen, vorausgesetzt die kleineren Verfahren nähern sich wieder dem langjährigen Durchschnitt an.

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Berlin

LGBTQ+ Tourism Pavilion zeigt Inklusion als Wachstumsstrategie

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Berlin 05.02.2026

Der LGBTQ+ Tourism Pavilion in Halle 4.1 bringt zur ITB Berlin 2026 neue starke Partner wie Booking.com, Queer Destinations, Grindr und Turespaña zusammen. Mit seinem vielseitigen Eventprogramm verdeutlicht das Segment seine wachsende Bedeutung für die globale Tourismusbranche. Dabei wird klar: Inklusion ist ein entscheidender Wachstumstreiber und das Thema Sicherheit bleibt ein zentrales Element für nachhaltige Entwicklung. 

Der LGBTQ+ Tourism Pavilion ist vom 3. bis 5. März 2026 auf der ITB Berlin erneut in Halle 4.1 präsent und vereint Destinationen, Unternehmen und Medien zu einem Programm, das den LGBTQ+ Reisemarkt als etablierten und zugleich dynamisch wachsenden Tourismussektor sichtbar macht. Ziel ist es, die Bedeutung von Vielfalt und Inklusion als wirtschaftlichen Erfolgsfaktor zu stärken – gerade in einer Zeit, in der sich globale Rahmenbedingungen und Reiseentscheidungen spürbar verändern. 

Neue Partner, starke Destinationen – und ein klares Signal aus der Branche 

Zu den wichtigsten Neuerungen zählt der erstmalige Auftritt von Booking.com als Aussteller und Supporting Partner im LGBTQ+ Tourism Pavilion 2026. Ebenfalls als Supporting Partner beteiligt, sind Queer Destinations sowie Valencia, Gastgeber der Gay Games 2026. Erstmals engagiert sich zudem die Gay-Dating-Plattform Grindr als Presenting Partner der LGBTQ+ Tourism Lounge und erweitert das Segment um eine starke Community- und Marktperspektive. Als Premium Partnerengagiert sich in diesem Jahr München Tourismus

Auch geografisch zeigt sich 2026 ein deutlicher Trend: Spanien stärkt seine Präsenz als LGBTQ+-freundliche Destination und gewinnt im LGBTQ+ Tourism Pavilion weiter an Bedeutung. Premiere feiert Queer Destinations als Supporting Partner, gemeinsam mit den Unterausstellern Baskenland und Salou, die ihre Positionierung als LGBTQ+-freundliche Reiseziele in Spanien weiter stärken. Als Supporting Partner ist Valencia erneut vertreten – gemeinsam mit Benidorm sowie mit einem internationalen Ausblick auf die Gay Games 2026 in Valencia. Ergänzt wird der spanische Auftritt durch JN Global Project, das im Pavilion ausstellt und weitere Destinationen wie MadridTorremolinosGandia und Gran Canaria präsentiert.

Foto: © Messe Berlin GmbH

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Wirtschaft

ifo Institut: Unternehmen vergeben schlechte Noten für Wirtschaftspolitik der Regierung

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München 05.02.2026

– Die Unternehmen in Deutschland stellen der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus. Im Durchschnitt vergeben die Unternehmen die Schulnote 4,2. Das ergab eine Umfrage des ifo Instituts. Die Kritik erstreckt sich über alle Politikfelder und wird von allen Branchen gleichermaßen geäußert, positive Bewertungen sind selten. „Die Unternehmen sehen derzeit kaum Fortschritte bei den zentralen wirtschaftspolitischen Themen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Das Urteil fällt entsprechend negativ aus.“

Am schlechtesten beurteilen die Unternehmen die Sozial- und Rentenpolitik der Regierung mit einer Durchschnittsnote von 4,6. Auch in der Arbeitsmarkt-, Industrie- sowie der Energie- und Klimapolitik sind die Bewertungen um 4,1 bis 4,2 lediglich „ausreichend“. Etwas besser, wenn auch nur ausreichend, schneidet die Regierung in der Finanzpolitik, der Infrastruktur- und der Digitalisierungspolitik mit jeweils 4,0 ab. 

Zwischen den Branchen zeigen sich kaum Unterschiede. In der Industrie und im Dienstleistungssektor bewegen sich die Schulnoten zwischen 3,8 und 4,5. Keine Branche bewertet die Wirtschaftspolitik im Durchschnitt gut. Selbst die besten vergebenen Noten bleiben im Bereich „befriedigend“ mit der Tendenz zu „ausreichend“, während einzelne Branchen – etwa in der Industrie oder bei arbeitsmarktnahen Dienstleistungen – deutlich schlechtere Noten vergeben.

Die Unternehmen äußern sich klar mit Blick auf die dringenden Handlungsfelder. 40,4 Prozent der Unternehmen fordern vorrangig einen Abbau von Bürokratie und Regulierung. An zweiter Stelle folgen Reformen bei Steuern und Abgaben mit 37,1 Prozent, etwa durch Steuersenkungen oder eine Vereinfachung des Steuersystems. 24,6 Prozent nennen den Arbeitsmarkt und Fachkräfte, 23,3 Prozent die Energiepolitik. Weitere 21,3 Prozent verweisen auf Investitionen, Standortbedingungen und Infrastruktur. 

„Die Unternehmen erwarten nun konkrete Fortschritte bei den zentralen Reformthemen“, sagt Klaus Wohlrabe. „Ankündigungen allein reichen aus ihrer Sicht nicht mehr aus.“

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Wirtschaft

ifo Institut: Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie setzt Abwärtstrend fort

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München 04.02.2026

– Knapp jedes dritte Industrieunternehmen berichtet von einem Rückgang seiner Wettbewerbsfähigkeit. Im Januar gaben 31,2 Prozent an, gegenüber Ländern außerhalb der EU weniger wettbewerbsfähig zu sein. Innerhalb Europas liegt der Anteil bei 17,2 Prozent. „Nur wenige Unternehmen sehen eine Verbesserung ihrer Lage auf den Weltmärkten“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Der schleichende Verlust der Wettbewerbsfähigkeit setzt sich fort.“ 
 
Über nahezu alle Branchen hinweg hat die Wettbewerbsfähigkeit nachgelassen. Besonders schwierig bleibt die Lage im Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung. Hier berichten rund 47 Prozent der Unternehmen, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit sinkt. Ähnlich hoch ist der Anteil in der chemischen Industrie (45 Prozent). Im Maschinenbau liegt der Anteil bei rund 40 Prozent. Einen positiven Lichtblick gab es in der Automobilbranche. Die Unternehmen berichten, dass sich ihre Wettbewerbsposition im Durchschnitt zumindest innerhalb von Europa verbessert hat. Außerhalb von Europa hat sie sich jedoch weiter verschlechtert. „Deutschland droht mittelfristig den Anschluss zu verlieren“, so Wohlrabe weiter. „Tiefgreifende Reformen sind das Gebot der Stunde.“ 

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Politik

Einstieg des Bundes bei TenneT Germany

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Berlin 04.02.2026

– Die KfW hat am 3. Februar im Auftrag der Bundesregierung den Vertrag zum Erwerb eines Anteils von 25,1% an der TenneT Germany von der niederländischen TenneT Holding unterzeichnet. Mit über 14.000 Trassenkilometern betreibt TenneT Germany das größte deutsche Strom-Übertragungsnetz.

Mit dieser Minderheitsbeteiligung wird der Bund gemäß seiner Anteile Einflussmöglichkeiten auf die TenneT Germany erhalten. Neben Mitbestimmungsrechten in Bezug auf die Geschäftsführung und den Geschäftsplan des Unternehmens kann der Bund beispielsweise stimmberechtigte Vertreterinnen bzw. Vertreter in das Gesellschafter- und Aufsichtsgremium entsenden.

Bundesministerin Katherina Reiche:

„Für das Erreichen der energiepolitischen Ziele ist der bedarfsgerechte Ausbau der Stromnetze erforderlich. Der Einstieg des Bundes bei Tennet trägt dazu bei, den milliardenschweren Kapitalbedarf in den kommenden Jahren abzusichern. Mit dieser Investition in die Infrastruktur der Zukunft stärken wir den Standort Deutschland.“

KfW-Vorstandsvorsitzender Stefan Wintels:

„Diese Beteiligung ist ein Meilenstein für Versorgungssicherheit und Resilienz der deutschen und europäischen Energieinfrastruktur. Mit unserer Beteiligung im Auftrag des Bundes und gemeinsam mit drei weiteren institutionellen Investoren leisten wir einen wichtigen Beitrag für langfristige Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum. Das Volumen der Transaktion unterstreicht die Attraktivität Deutschlands als Wirtschafts- und Investitionsstandort und zeigt, wie staatliches und institutionelles Kapital verantwortungsvoll zusammenwirkt. Wir freuen uns, den Bund bei diesem wichtigen Vorhaben mit unserer Expertise zu unterstützen.“

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte bereits in seiner Sitzung am 16. Januar die entsprechenden Haushaltsmittel entsperrt und so den Weg für die Unterzeichnung freigemacht. Der Bund sichert dabei durch eine Risikoübernahme den Anteilserwerb durch die KfW und die zugesagten Kapitaleinlagen ab, ohne dass dafür Mittel aus dem Bundeshaushalt abfließen. Die Refinanzierungs- und Verwaltungskosten der KfW dagegen werden aus dem Bundeshaushalt getragen. Die Angemessenheit des Kaufpreises wurde unter anderem durch die Einholung zweier sogenannter Fairness Opinions geprüft. Die Wirtschaftlichkeit der Beteiligung wurde zudem durch entsprechendes Gutachten bestätigt.

Im September 2025 hatte die niederländische Regierung bekannt gegeben, dass der norwegische Staatsfonds Norges, der niederländische Pensionsfonds APG sowie der singapurische Staatsfonds GIC bis 2029 Anteile in Höhe von insgesamt bis zu 46 % an TenneT Germany erwerben wollen. Die privaten Investoren haben ebenfalls Kapitaleinlagen von bis zu € 9,50 Mrd. zugesagt. Der Bund wird seinen Anteil von 25,1% an TenneT Germany zur gleichen Kaufpreis-Bewertung erwerben wie die Mitinvestoren. Der übrige Anteil verbleibt bei der niederländischen TenneT Holding.

Wie bei Unternehmensbeteiligungen üblich müssen nun noch regulatorische Genehmigungen eingeholt werden, um den Erwerb der TenneT Germany Anteile vollziehen zu können. Mit diesem Schritt wird derzeit spätestens im dritten Quartal 2026 gerechnet. Neben den bereits bestehenden Beteiligungen des Bundes über die KfW an 50Hertz (20 %) und TransnetBW (24,95 %) wäre der Bund dann an drei der vier deutschen Stromübertragungsnetzbetreiber beteiligt.

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Welt

Absatz von Fairtrade-Kakao 2025 deutlich gestiegen

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·        Trotz hoher Rohstoffpreise: Fairtrade-Kakaoabsatz in Deutschland steigt 2025

·        30 Jahre Fairtrade-Kakao als Fundament für resiliente Lieferketten und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen im Kakaoanbau

Berlin 04.02.2026

Fairtrade Deutschland blickt optimistisch auf die Absatzentwicklung von fairem Kakao: Trotz hoher Rohstoffpreise und anhaltender Herausforderungen in den globalen Lieferketten prognostiziert die Organisation für 2025 einen deutlichen Anstieg des Fairtrade-Kakaoabsatzes um rund 11,7 Prozent auf 99.000 Tonnen.

Von dem Wachstum profitieren die Fairtrade-Kakaokooperativen: Rund 22 Mio. Euro Prämien-Gelder erwirtschafteten sie für ihre Kakaoverkäufe 2025, so die Prognose. Die Prämie erhalten sie zusätzlich zum Verkaufspreis. Sie fließt unter anderem in bessere Einkommen, Bildungsprojekte, Klimaanpassungsmaßnahmen und die Stärkung lokaler Strukturen.

„Wir sehen sehr klar: Verbraucher*innen greifen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiterhin zu Schokolade mit echtem Kakao – und setzen dabei zunehmend auf Produkte mit dem Fairtrade-Siegel“, sagt Claudia Brück, Vorständin bei Fairtrade Deutschland „Drei Jahrzehnte Erfahrung im Kakaomarkt machen Fairtrade zu einem stabilen Partner – gerade in Zeiten hoher Unsicherheit.“

30 Jahre Fairtrade-Kakao: Von den ersten Tafeln zum Marktstandard

2026 feiert Fairtrade Deutschland 30 Jahre Fairtrade-Kakao. 1996 kamen die ersten gesiegelten Tafeln Schokolade und Trinkschokoladen auf den deutschen Markt. Im Jahr 2024 erreichte Fairtrade-Kakao einen Marktanteil von 21 Prozent. Inzwischen bieten 185 Partner Produkte mit fair gehandeltem Kakao an.

Ein Meilenstein war die Einführung des Fairtrade-Kakao-Programms im Jahr 2014, das Partnern den Einstieg in Fairtrade-Kakao erleichtert hat und einherging mit der Einführung des Rohstoff-Siegels. Das Fairtrade-Siegel auf weißem Grund zeigt an, dass die auf dem Etikett genannte Zutat aus fairem Handel stammt. Seither können Unternehmen Fairtrade-Kakao als Einzelrohstoff beziehen und über mehrere Sortimente hinweg oder für die Gesamtproduktion verwenden. Bereits im ersten Jahr des Programms stieg der Absatz um das Zwanzigfache.

In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden über 570.000 Tonnen Fairtrade-Kakao in Deutschland abgesetzt. Die daraus resultierenden Prämienzahlungen von mehr als 130 Millionen Euro haben maßgeblich zur Stärkung der Kakaokooperativen beigetragen.

Fairtrade-Strategie zur Existenzsicherung

Die Einkommenssituation von Kakaobauern und -bäuerinnen bleibt eine massive Herausforderung. Um dieser zu begegnen und Einkommen sowie Lebensbedingungen zu verbessern, hat Fairtrade eine Strategie für existenzsichernde Einkommen ins Leben gerufen.

Diese umfasst die Berechnung eines Kakaopreises, in den essentielle Faktoren wie Zugang zu gesunden Nahrungsmitteln, sauberem Wasser, sicheren Wohnverhältnissen, Bildung, medizinischer Versorgung sowie finanzielle Rücklagen für unerwartete Ereignisse und Altersvorsorge miteingerechnet werden.

Neben den monetären Aspekten fördert die Fairtrade-Strategie auch nachhaltige Anbaumethoden und stellt langfristige Handelspartnerschaften her, die größere Abnahmemengen ermöglichen. Fairtrade-Partner investieren in begleitende Programme, die sowohl einzelne Bäuerinnen und Bauern, als auch die Gemeinschaft der Kooperativen stärken.

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Wirtschaft

ifo Institut: Geschäftsklima in der Chemie leicht verbessert

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Berlin, München 04.02.2026

– Das Geschäftsklima in der Chemischen Industrie hat sich im Januar geringfügig verbessert. Der Index stieg auf minus 23,5 Punkte, nach minus 24,6* Punkten im Dezember. Dabei trübte sich die aktuelle Lage deutlich ein und fiel auf minus 34,9 Punkte, nach minus 29,7* Punkten im Dezember. Die Erwartungen hellten sich dagegen auf, von minus 19,3* auf minus 11,4 Punkte im Januar. „Die Chemie blickt etwas weniger pessimistisch in die Zukunft, doch die laufenden Geschäfte bleiben schwach“, sagt ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.

Herrschte zum Jahresende 2025 noch Krisenstimmung, so stabilisiert sich die Nachfrage im Januar leicht. Erstmals seit Monaten stieg der Auftragsbestand. Der Indikator verbesserte sich von minus 23,7 auf plus 3,4 Punkte. Die Auftragsbücher sind für 1,8 Monate gefüllt, im Oktober waren es noch 1,4 Monate. Trotz dieser positiven Signale bewerten die Unternehmen den gesamten Auftragsbestand mit minus 47,1 Punkten weiterhin als sehr niedrig. Die Kapazitätsauslastung in der Chemischen Industrie liegt mit 72,7 Prozent deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 80,9 Prozent. Die Unternehmen planen, die Produktion in den nächsten Monaten zurückzufahren und Personal weiter zu reduzieren. „Der anhaltende Preisdruck und die Unsicherheiten im Außenhandel durch drohende Zölle belasten die Chemische Industrie“, sagt Wolf.

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Wirtschaft

ifo Institut: Familienunternehmen in Europa erwarten ein besseres Wirtschaftsjahr 2026

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München 30.01.2026

– Familienunternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien rechnen mehrheitlich mit einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung. Das geht aus einer Umfrage der Stiftung Familienunternehmen unter 2.000 Familienunternehmen hervor, durchgeführt von Edelman Data & Intelligence in Zusammenarbeit mit dem ifo Institut. In den vier wirtschaftlich stärksten Ländern Europas erwartet mehr als jedes zweite (55 Prozent) befragte Familienunternehmen eine Verbesserung seiner Geschäftslage für das erste Halbjahr 2026. Weniger als ein Drittel geht von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Nur 13 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.  
 
„Noch optimistischer sind die Unternehmen mit Blick auf die kommenden fünf Jahre. Hier erwarten etwa zwei Drittel der Familienunternehmen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien eine bessere Wirtschaftsentwicklung“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Befragungen. Der Anteil der Firmen, die mit einer besseren langfristigen Geschäftsentwicklung rechnen, liegt in Deutschland bei 66 Prozent, in Spanien bei 72 Prozent, in Italien bei 67 Prozent und in Frankreich bei 63 Prozent.  
 
Wichtigste EU-Reformen, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, sind für zwei Drittel der befragten Familienunternehmen Bürokratieabbau sowie schnellere und einfachere Genehmigungsverfahren. „Auch wenn die Familienunternehmen in Europa die vielen bürokratischen Vorhaben der EU kritisch für die eigene Wettbewerbsfähigkeit sehen, bewertet eine Mehrheit die Arbeit der EU in den letzten fünf Jahren als positiv“, sagt Wohlrabe. 
 
Die Umfrage untersuchte auch, welche Risiken die Familienunternehmen für die eigene Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der nächsten fünf Jahre sehen. Am häufigsten nannten die Befragten steigende Energiepreise, dicht gefolgt vom Mangel an Fachkräften und IT-Sicherheitsrisiken. Danach folgen geopolitische Risiken, Zölle und Handelshemmnisse sowie verschiedene Facetten von Regulierung und Bürokratie. Besonders in Deutschland werden die Kosten von Bürokratie häufiger genannt als in den anderen Ländern. 
 
Die Umfrage wurde zwischen dem 28. Mai und 7. Juli 2025 durchgeführt. Die Auswertung umfasst insgesamt knapp 2.000 Familienunternehmen. Jedes der vier Länder ist mit etwa 500 Unternehmen vertreten. 

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Politik

Exportkontrolle von Rüstungs- und Dual use-Gütern

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Berlin 30.01.2026

Maßnahmenpaket zur Beschleunigung und Vereinfachung tritt zum 1. Februar in Kraft

Genehmigungsverfahren für Rüstungsgüter und Dual use Güter werden beschleunigt – Erleichterungen u.a. für europäische Rüstungskooperationen und Cloud-Nutzung zum Technologieaustausch vorgesehen. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) zum 1. Februar 2026 verschiedene Maßnahmen in Kraft, die die Exportkontrolle von Rüstungs- und Dual use-Gütern vereinfachen und beschleunigen.

Dr. Thomas Steffen, Staatssekretär im BMWE: „Mit dem Maßnahmenbündel passen wir die Exportkontrolle an die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen an, indem wir vor allem europäische Kooperationen stärken. Zugleich schaffen wir durch neue Genehmigungsformen und gestraffte Verfahren mehr Verlässlichkeit für die Ausführer. Auf diese Weise bauen wir Bürokratie ab, konzentrieren Ressourcen und schaffen Erleichterungen für Unternehmen, wo immer dies unter Einhaltung hoher Prüfstandards möglich ist. Hierbei wird das BAFA weiterhin risikoorientiert vorgehen und die beteiligten Bundesressorts angemessen einbeziehen.“

Als Teil des Maßnahmenbündels werden weitere Allgemeine Genehmigungen (AGGs) eingeführt und bestehende AGGs aktualisiert. AGGs sind pauschale Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter und Dual use-Güter, die von Exporteuren in Anspruch genommen werden können, ohne beim BAFA einen Ausfuhrantrag stellen zu müssen. Sie gelten für den unkritischen, gleichwohl genehmigungspflichtigen Export ausgewählter Güter in ausgewählte Länder. Dies eröffnet die Möglichkeit, die Kontrollressourcen auf die Exporte zu konzentrieren, die einer vertieften Bewertung bedürfen.

Als weiteres wesentliches Element werden die Entscheidungsbefugnisse des BAFA gestärkt, um die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und zu verkürzen. Insbesondere über den Austausch von Technologie kann so künftig schneller entschieden werden, wenn er innereuropäisch oder konzernintern erfolgt. Einen weiteren Schwerpunkt stellen Verfahrenserleichterungen für Gemeinschaftsprojekte dar. So soll mit einem neuen Verfahren der bürokratische Aufwand für nationale Teilnehmer an amtlich anerkannten Gemeinschaftsprojekten erheblich verringert werden. Hierzu wird das Instrument der „Sondergenehmigung“ geschaffen.

Im Detail zu Änderungen der AGGs:

Es wird eine neue AGG für Anträge auf die Verbringung und Ausfuhr von Technologie und Software im Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds eingeführt. Auch der Upload bzw. die Datenspeicherung auf näher definierten Servern in europäischen Staaten wird geregelt und erleichtert. Die AGG Nr. 21 wird dahingehend erweitert, dass sie stärker für Schutzausrüstung nutzbar ist. Mit dem Beitritt des Vereinigten Königreich zum Übereinkommen über Ausfuhrkontrollen im Rüstungsbereich wird die korrespondierende AGG Nr. 28 auch für entsprechende Ausfuhren in das Vereinigte Königreich nutzbar. Vorübergehende Ausfuhren und Verbringungen (AGG Nr. 24) sind künftig in zusätzliche Länder möglich. Für eine zeitnahe Umsetzung der Regimeentscheidung des Wassenaar Plenary vom 5.12.25 zur Entlistung bestimmter Laser vom Anhang I EU-Dual-Use-Verordnung und einer damit verbundenen möglichen Verfahrenserleichterung wird bis zum Inkrafttreten des überarbeiteten Anhangs I der Verordnung in 2026 der Güterkreis der AGG Nr. 17 um diese Laser erweitert.

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Politik

Arbeitsmarkt weiter unter Druck

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Die Arbeitsmarktzahlen im Januar 2026

Berlin 30.01.2026

Mit der beginnenden Winterpause ist die Zahl arbeitsloser Menschen im Januar 2026 gestiegen. Insgesamt waren 3,085 Millionen Menschen arbeitslos – das waren 177.000 mehr als vor einem Monat. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozentpunkte gestiegen und liegt nun bei 6,6 Prozent.

Ein kräftiger Anstieg der Arbeitslosigkeit ist im Januar aufgrund der Witterungsbedingungen üblich. Saisonbereinigt blieb die Zahl der Arbeitslosen weitgehend unverändert.

Die Unterbeschäftigung, die u. a. auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen umfasst, hat sich gegenüber dem Vormonat um 128.000 erhöht. Saisonbereinigt nahm die Unterbeschäftigung im Vergleich zum Vormonat um 4.000 ab. Im Vergleich zum Vorjahr fiel sie um 8.000 geringer aus. Damit setzt sich der Trend einer leicht abnehmenden Unterbeschäftigung weiter fort.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist von Oktober auf November um 22.000 auf 35,21 Millionen gesunken. Ohne Beschäftigungsaufnahmen von ausländischen Staatsbürgern würde die Zahl der Beschäftigten in Deutschland jedoch schon seit längerem sinken. Im November waren erstmals sechs Millionen Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ihre Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 257.000 gestiegen. Dieser Zuwachs geht ganz auf Personen aus sogenannten Drittstaaten zurück. Insgesamt waren 804.000 Menschen aus den acht wichtigsten Asylherkunftsländern (plus 69.000 im Vergleich zum Vorjahr) und 374.000 Ukrainerinnen und Ukrainer (plus 78.000 im Vergleich zum Vorjahr) in Deutschland sozialversicherungspflichtig oder geringfügig beschäftigt. Das zeigt: Die Bemühungen um die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt wirken.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas: „Die deutsche Wirtschaft zeigte zum Jahresende eine leichte Aufwärtsbewegung. Auf dem Arbeitsmarkt macht sich dies allerdings auch wegen des Wintereinbruchs noch nicht bemerkbar. Saisonbereinigt stagnieren die Arbeitslosenzahlen. Als Bundesregierung investieren wir mit 500 Milliarden Euro gegen die Konjunkturflaute an und bauen unnötige Bürokratie ab. Darüber hinaus investieren wir in Qualifizierung und Weiterbildung, um den Strukturwandel zu gestalten und die Beschäftigten fit zu machen für den Arbeitsmarkt von morgen. An die Arbeitgeber appelliere ich, auch in Zeiten der Krise in Ausbildung zu investieren. Denn die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen, und die werden angesichts des demographischen Wandels dringend gebraucht.“

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Politik

Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien

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Berlin 28.01.2026

Umfassender Marktzugang und tiefere wirtschaftliche Zusammenarbeit – 
Politischer Abschluss der Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen 
zwischen der EU und Indien. Die EU und Indien haben heute am Rande des EU-Indien Gipfels in Neu-Delhi den politischen Abschluss der Verhandlungen über ein wegweisendes Freihandelsabkommen bekanntgegeben. 
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche: „Das Freihandelsabkommen zwischen der EU 
und Indien markiert einen nächsten großen Schritt für Europas wirtschaftliche Resilienz. Mit fast zwei Milliarden Menschen entsteht eine der größten Freihandelszonen der Welt. Das Abkommen macht deutlich: Europa handelt entschlossen und stellt seine Partnerschaften breiter auf. Davon profitiert unsere Exportwirtschaft – und Europas Position in der globalen Wirtschaft.“ 

Das Abkommen verbessert den Marktzugang zum indischen Markt insbesondere für die 
exportorientierten Branchen der deutschen Wirtschaft – darunter Maschinenbau, Chemie / 
Pharmazie, Elektrotechnik. Luft- und Raumfahrt sowie die Fahrzeug- und Zulieferindustrie. 
Nach vollständiger Umsetzung werden Zölle auf rund 96,6 % der EU-Ausfuhren nach Indien 
abgeschafft oder gesenkt. Darüber hinaus zielt das Abkommen darauf ab, bestehende 
Handelshemmnisse zu reduzieren und Verfahren im bilateralen Handel zu erleichtern, um 
den Marktzugang für Unternehmen praktikabler zu gestalten. Dies ist vor allem auch für 
mittelständische Unternehmen ein wichtiger Fortschritt. 
Die Einigung schließt sich an die erfolgreichen Verhandlungsabschlüsse mit Indonesien und 
MERCOSUR und Indien an und fügt sich in die Freihandelsagenda der Europäischen Union 
und Deutschlands ein. 

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Wirtschaft

Höhere Zuwachsrate bei Pflegehelferinnen und -helfern als bei examinierten Pflegekräften

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Berlin 28.01.2026

Die Zahl der auf die volle Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) lag Ende 2024 bei gut 4,4 Millionen und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,4 % (2021: +1,9 %, 2022: +0,4 %, 2023: +0,5 %).

Personalzuwachs in allen (teil-)stationären Einrichtungen

Im Jahr 2024 ist die Zahl der Beschäftigten in (teil-)stationären Einrichtungen mit einem Zuwachs von 64 000 oder 3,0 % wesentlich stärker gestiegen als im ambulanten Sektor (+32 000 oder +1,3 %). In allen (teil-)stationären Einrichtungen hat die Zahl der Beschäftigten zugenommen: in Krankenhäusern um 38 000 Personen oder 2,9 %, in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen um 5 000 Personen oder 4,2 % und in (teil-)stationären Pflegeeinrichtungen um 21 000 Personen oder 2,8 %.

Zuwachs in ambulanten Einrichtungen insbesondere in der Pflege und in Praxen sonstiger medizinischer Berufe

Die Entwicklung der Beschäftigtenzahl war im Jahr 2024 in den verschiedenen Bereichen des ambulanten Sektors unterschiedlich. Beschäftigungszuwächse gab es in der ambulanten Pflege (+11 000 oder +2,6 %), in Praxen sonstiger medizinischer Berufe, zum Beispiel in der Physio- und Ergotherapie (+14 000 oder +2,4 %) sowie in Arztpraxen und Zahnarztpraxen (jeweils +4 000 oder +0,5 % bzw. +1,0 %). Hingegen blieb das Personal in Apotheken mit insgesamt 237 000 Beschäftigten und im Einzelhandel mit augenoptischen, medizinischen und orthopädischen Artikeln mit insgesamt 136 000 Beschäftigten unverändert.

Die Zahl der Pflegekräfte in Krankenhäusern, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen sowie in ambulanten und (teil-)stationären Pflegeeinrichtungen ist gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen. Insgesamt arbeiteten in diesen Einrichtungen 49 000 oder 3,4 % Pflegekräfte mehr als im Jahr 2023. Hierbei stieg die Zahl der Pflegehelferinnen und -helfer mit +5,2 % deutlich stärker als die der examinierten Pflegekräfte (+2,6 %). In absoluten Zahlen bedeutet dies einen Anstieg um 24 000 auf insgesamt 485 000 Pflegehelferinnen und -helfer und um 25 000 examinierte Pflegekräfte auf insgesamt rund 1 Million. Hiermit setzt sich der Trend der letzten zehn Jahre mit höheren Wachstumsraten bei Pflegehelferinnen und -helfern als bei examinierten Pflegekräften fort.

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Wirtschaft

ifo Institut: Exporterwartungen leicht gestiegen

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München 28.01.2026

– Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich etwas verbessert. Die ifo Exporterwartungen stiegen im Januar auf minus 1,2 Punkte, nach minus 3,0 Punkten im Dezember. „Auch wenn die Unternehmen weniger skeptisch bezüglich ihrer Auslandsgeschäfte sind, bleibt die Unsicherheit hoch“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Für das erste Quartal 2026 fehlen klare Signale für einen Aufwärtstrend.“ 

Die Automobilbranche und die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen blicken etwas zuversichtlicher auf das Auslandsgeschäft und planen mit wachsenden Exporten. In der Metallerzeugung und -bearbeitung geht der jahrelang anhaltende Pessimismus spürbar zurück. Die Exporterwartungen stiegen auf den höchsten Wert seit Februar 2022; positive und negative Einschätzungen halten sich derzeit die Waage. In der Getränkeindustrie erwarten die Unternehmen ein stabiles, expansives Exportumfeld. Die Hersteller von Bekleidung und Nahrungsmitteln sowie die Druckindustrie rechnen hingegen weiterhin mit rückläufigen Exporten.

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Politik

Nationale Tourismusstrategie setzt klaren Kurs auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit

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Berlin 28.01.2026

Der Tourismus ist nicht nur eine wichtige Säule unserer Wirtschaft, er ist mit seinen vielfältigen Möglichkeiten für menschliche Begegnungen auch aus unserem gesellschaftlichen Leben nicht wegzudenken. Die Bundesregierung will deshalb dafür sorgen, dass die deutsche Tourismuswirtschaft einen stabilen Wachstumskurs einschlagen kann und hat heute im Kabinett die Nationale Tourismusstrategie (NTS) beschlossen. 
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche: „Mit der Nationalen Tourismusstrategie stellen wir den Tourismusstandort Deutschland konsequent auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Wir entlasten Unternehmen, bauen Bürokratie ab und schaffen mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt. Unser Ziel ist klar: Der Tourismus in Deutschland soll investieren, wachsen und gute Arbeitsplätze sichern können. Dafür setzen wir jetzt die richtigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.“ 
Der Koordinator für Maritime Wirtschaft und Tourismus Christoph Ploß: „Wir schaffen mit der 
Nationalen Tourismusstrategie bessere Rahmenbedingungen für die Unternehmen und Mitarbeiter der Tourismusbranche. Mehr Investitionen in die Infrastruktur, geringe Standortkostenkosten für die Luftfahrt und die Digitalisierung von Visaverfahren werden neben vielen anderen Maßnahmen dazu beitragen, dass die Tourismuswirtschaft in Deutschland in den nächsten Jahren wachsen wird. Die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, mit der in Zukunft eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit gilt, soll noch in diesem Jahr beschlossen werden. Diese Reform wird vor allem den kleinen und mittelständischen Betrieben sehr helfen.“ 

Die Strategie setzt einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um, indem sie die für den Tourismus relevanten Maßnahmen aller Ressorts erstmals unter dem übergeordneten Ziel der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandortes Deutschland bündelt. Dabei werden die fürden Tourismus wichtigen Schwerpunktthemen Unternehmensentlastung und Bürokratieabbau, Attraktivität und Anbindung des Reiselands Deutschland, Digitalisierung, Arbeitsbedingungen und Arbeitskräftegewinnung, nachhaltiger Tourismus und EU-Tourismuspolitik adressiert und alle Bereiche der Querschnittsbranche Tourismus gleichermaßen berücksichtigt. 

So braucht ein wettbewerbsfähiges Reiseland eine gute Anbindung an das Ausland, leistungsfähige Verkehrsverbindungen vor Ort und einen den Ansprüchen entsprechenden Mobilitätsmix an Tourismusstandorten. Deshalb wird die Bundesregierung massiv in eine moderne, effiziente und Berlin, umweltfreundliche Verkehrsinfrastruktur investieren sowie die Digitalisierung und Elektrifizierung vorantreiben. Im Luftverkehr wird auf Kostenreduktionen, Effizienzsteigerung und regulatorische Entlastung gesetzt, um vielfältige und bezahlbare Flugverbindungen zu ermöglichen. Damit mehr Gäste nach Deutschland kommen, wird zudem die Vermarktung Deutschlands als Reiseziel verstärkt. Die Strategie konzentriert sich auf Maßnahmen in Bundeszuständigkeit. Der Bund setzt Rahmenbedingungen und hat eine koordinierende Funktion, die Länder steuern Entwicklung, Vermarktung und Finanzierung des Tourismus und haben ihre eigenen Tourismusstrategien.

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Politik

Krisen, Katastrophen und Konflikte

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Berlin 27.01.2026

Wie sich Unternehmen in Zeiten der Unsicherheit schützen können.

Dies war das Thema des Seminars „Sicherheit und Verteidigung als starker Faktor im Staat – Herausforderungen und Chancen für Unternehmen und Regierungen“, das heute in Berlin stattfand.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betonte, dass Deutschland nicht länger schweigt. Es ist tief in den Krieg Russlands gegen die Ukraine involviert. Die Verteidigung der Ukraine durch militärische und andere Formen der Unterstützung ist eine Verteidigung Deutschlands und der Werte der Freiheit innerhalb der Europäischen Union.

Der Verteidigungsminister rief die Arbeitgeber auf, die Bundeswehr zu unterstützen und das Vertrauen sowie die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Militär und Industrie zu fördern. Er forderte die Rüstungsindustrie auf, ihre Technologien weiterzuentwickeln, um mit der europäischen, amerikanischen und asiatischen Rüstungsindustrie mithalten zu können.

Der Präsident der Bundeswirtschaftskammer, Peter Adrian, erklärte, die Entwicklung deutscher Rüstungstechnologien sei eine Priorität für die deutsche Industrie, um Deutschlands Ruf als „Made in Germany“ zu wahren. Wir leben in Kriegen, und es ist Deutschlands Pflicht, sich militärisch und politisch für den Frieden einzusetzen, nicht für Kriege.

Foto: © PWO

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Politik

Deutschland und Dänemark schließen bilaterale Vereinbarung

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Investition in Bornholm Energy Island und stärken europäische Energiesicherheit

Berlin 27.01.2026

– Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche und der dänische Energieminister Lars Aagaard haben beim Nordsee-Gipfel im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz und der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen eine Vereinbarung zu Bornholm Energy Island getroffen. Die Einigung bedeutet einen wegweisenden Schritt zur Vertiefung der deutsch-dänischen Partnerschaft und zur Umsetzung der gemeinsamen Ziele für einen saubereren, sichereren und wettbewerbsfähigeren Kontinent. Das erste grenzüberschreitende Projekt seiner Art erhöht Europas Energieunabhängigkeit, treibt Innovation voran und schafft Resilienz in Zeiten geopolitischer Herausforderungen.

Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: „Bornholm Energy Island ist ein Flaggschiff europäischer Kooperation und ein strategisches Projekt für unsere gemeinsame Sicherheit. In einer Welt wachsender geopolitischer Spannungen übernehmen Deutschland und Dänemark Verantwortung für Europas Energiezukunft. Grenzüberschreitende Vorhaben wie dieses verringern kritische Abhängigkeiten, stärken unsere strategische Autonomie und machen Europa widerstandsfähiger gegenüber politischem und wirtschaftlichem Druck. Damit senden wir ein klares Signal: Europa handelt geschlossen, souverän und vorausschauend.“

Lars Aagaard, Minister für Klima, Energie und Versorgung: “Bornholm Energy Island markiert eine neue Ära der Verbindung und gemeinsamen Energiesicherheit. Zusammen vertiefen wir die Verbindung zwischen unseren Ländern und zeigen, dass große grenzüberschreitende Projekte möglich sind. Zu einer Zeit, in der internationale Kooperation unter Druck gerät, ist Bornholm Energy Island ein Zeichen für Europas Einheit und Entschlossenheit. Wir setzen unsere gemeinsame Vision um, zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen in beiden Ländern und ganz Europa.“

Durch die Verbindung des deutschen und des dänischen Energienetzes schafft Bornholm Energy Island einen neuen Standard für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa. Die erhöhte Vernetzung stärkt die Versorgungssicherheit und die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen den beiden Ländern und fügt sich in die allgemeinen europäischen Bemühungen für eine stärkere Integration des Energiemarkts ein. Mit einer zusätzlichen Gesamtkapazität von 3 GW Offshore-Windanlagen, die an Dänemark und Deutschland angeschlossen werden, liefert die Energy Island verlässliche Elektrizität um etwa 3 Millionen Haushalte zu versorgen.

Mit der Partnerschaft gehen Deutschland und Dänemark beim Aufbau robuster Lieferketten und enger Industriekooperation in ganz Europa voran. Durch neue technologische Lösungen und Wissensaustausch hilft das Projekt beim Erhalt der Technologieführerschaft Europas und schafft eine Basis für langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Die Umsetzung des Projekts ist nicht nur eine wegweisende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark, sondern auch zwischen den beteiligten Übertragungsnetzbetreibern 50Hertz (Deutschland) und Energinet (Dänemark).

Deutschland und Dänemark haben sich darauf geeinigt, die Kosten für die erforderliche Unterstützung für die Offshore-Windenergie zu teilen. Die Kostenteilung spiegelt die Stromflüsse des Windparks nach Deutschland und Dänemark sowie den beiderseitigen Nutzen des Projekts wider. Das Projekt ist das erste Beispiel für die gemeinsame Finanzierung einer Offshore-Windfarm durch zwei Länder und stellt einen Meilenstein in der Entwicklung der europäischen Offshore-Zusammenarbeit dar.

Bornholm Energy Island ist eine von acht zentralen „Energieautobahnen“, die von der Europäischen Kommission als vorrangig eingestuft wurden, und wird die weltweit erste HVDC-Hybridverbindung mit mehreren Terminals sein. Bornholm Energy Island erhält eine Unterstützung von 645 Millionen Euro durch die Connecting Europa Facility der Europäischen Union.

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