Politik

Presseschau zum Thema CDU/CSU Bundestag Fraktion

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Berlin 23.07.2026

Die Wahl von Torsten Frei, Staatsminister für besondere Aufgaben im Bundeskanzleramt, zum Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Bundestag macht ihn zum idealen Mann für diese Aufgabe. Er gilt als enger Vertrauter von Bundeskanzler Friedrich Merz und könnte dessen Regierung möglicherweise vor dem Zusammenbruch bewahren.

Sein Vorgänger, Jens Spahn, der im letzten Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel als Gesundheitsminister tätig war, genoss kein Vertrauen. Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie behauptete er, das Virus werde Deutschland nicht erreichen – nur um dann mitzuerleben, wie es sich weltweit ausbreitete und 183.000 Menschenleben forderte.

Kanzleramtschef Frei ist aus Sicht der RHEINISCHEN POST eine gute Wahl für den Posten: „Frei war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer, ist immer noch recht beliebt in der Fraktion, sucht gerne das Licht der Öffentlichkeit. Er kennt das Parlament, die Abläufe und ist auch in den anderen Fraktionen verdrahtet. Einfach aber wird es für den 52 Jahre alten Abgeordneten nicht. Frei muss Mehrheiten organisieren, dabei den Unmut der Abgeordneten erspüren und vorher ausräumen. Seinem Vorgänger war das zuletzt etwa im Rentenstreit der Regierung mit der Jungen Gruppe im vergangenen Winter am Ende gelungen. Daran wird Frei gemessen werden“, betont die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf.

Die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus ergänzt: „Frei versteht es bestens, auch schärfste Forderungen und Aussagen in eine freundlich-verbindliche Tonlage zu packen. Während Spahn seine Position häufig so robust wie eine Walze vortrug, pflegt Frei eine deutlich leichtere Gangart, ohne allerdings inhaltlich besonders weit von Spahn entfernt zu sein. Nur weil Frei ausgesucht höflich und gepflegt auftritt, heißt das nicht, dass er nicht auch sehr konservative Positionen pflegt.“

Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg hebt noch einen weiteren Aspekt hervor, der Frei zum Wunschkandidaten von Merz macht: „Im Gegensatz zum ehrgeizigen Jens Spahn, der mehr oder weniger unverhohlen gerne selbst Kanzler geworden wäre, gilt Frei als vorbehaltlos loyaler Merz-Vertrauter. Und davon gibt es in der ersten Reihe der Unionspolitiker nicht mehr viele.“

„Ein Problem weniger also für den Kanzler?“, fragt DIE GLOCKE: „So einfach ist es nicht. Die Unionsfraktion versteht sich mehr denn je als selbstbewusstes Machtzentrum und nicht als Handlanger des Kanzleramts. Freis Ansehen unter den Kollegen hat ohnehin gelitten, nun muss er erst einmal zeigen, dass er nicht Merz‘ Willen verkörpert, sondern die Fraktion als eigenständige Kraft schätzt und zu managen versteht. Immerhin kennt Frei alle entscheidenden Akteure und durch seine Arbeit in der Regierungszentrale ist er auch mit allen großen Reformvorhaben vertraut. Das sind keine schlechten Voraussetzungen, um in der neuen Rolle erfolgreicher zu sein als im Kanzleramt“, meint DIE GLOCKE aus Oelde.

Auch für den KÖLNER STADT-ANZEIGER ist die Entscheidung naheliegend: „Frei tut dem Kanzler gut und dem bayerischen Ministerpräsidenten Söder nicht weh. Das Votum für Frei bietet beiden sicher eine Chance, die Koalition wieder in die Spur zu bekommen, aber vermutlich ist sie auch die letzte. Für die Debatten über die Stärke der AfD nach den Landtagswahlen im September wird eine stabile Koalition gebraucht.“

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