Wirtschaft
Neue Elektroautos mit einem Exportanteil von 28,1 %
Wiesbaden 22.09.2026
– Von Januar bis Juli 2026 wurden rund 2,0 Millionen neue Pkw im Wert von 73,5 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Exporte von Neuwagen mengenmäßig um 4,0 %. Wertmäßig nahm der Export von neuen Pkw um 8,9 % ab.
Die wichtigsten Zielländer für deutsche Pkw waren in den ersten sieben Monaten 2026 das Vereinigte Königreich, die USA und Italien. In diese drei Länder gingen 32,7 % der neuen Pkw. In das Vereinigte Königreich wurden rund 258 000 Pkw oder 13,0 % der Neuwagen exportiert, in die USA 245 000 Pkw (12,3 %) und nach Italien 147 000 Pkw (7,4 %).
Der Export von Neufahrzeugen mit Verbrennungsmotor machte in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 den mengenmäßig größten Anteil aus: 52,7 % der deutschen Exporte von Neuwagen hatten diese Antriebsart. Danach folgten Pkw mit Elektromotor (28,1 %) und Hybridfahrzeuge (19,2 %). Diese Anteile blieben weitgehend unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Exporte von Pkw mit Verbrennungsmotor gingen im Zeitraum Januar bis Juli 2026 um 2,9 % auf 1 Million Stück zurück, während die Exporte von Elektroautos um ebenfalls 2,9 % auf 560 000 Stück und von Hybridfahrzeugen um 8,2 % (auf 380 000 Pkw) gegenüber dem Vorjahreszeitraum sanken.
Berlin
InnoTrans zeichnet Influencer und Hackathon-Sieger aus
Berlin 25.09.2026
Kreative Geschichten über Mobilität und innovative KI-Lösungen für die Bahnbranche: Am letzten Tag der InnoTrans 2026 standen gleich zwei Formate im Zeichen neuer Ideen. Beim zweiten Railway Influencer Festival wurden herausragende Content Creator und Beiträge aus der internationalen Mobilitätscommunity ausgezeichnet. Gleichzeitig kürte die InnoTrans die Gewinner des erstmals ausgetragenen internationalen Hackathons „AI on Track“.
„Die Bahnbranche braucht Innovationen – und Menschen, die diese Innovationen verständlich und mit Begeisterung nach außen tragen“, sagt InnoTrans-Direktorin Kerstin Schulz. „Genau dafür stehen unsere beiden Formate: Beim Railway Influencer Festival erleben wir, wie kreativ und authentisch die internationale Community über Mobilität kommuniziert. Beim Hackathon entstehen gleichzeitig innerhalb kürzester Zeit konkrete technologische Lösungen für Herausforderungen der Branche. Beides zeigt, wie viele neue Ideen rund um die Zukunft der Mobilität entstehen.“
Foto: © Messe Berlin GmbH, Christian Jähn, Nura Qureshi
Berlin
Bestmarken zum Jubiläum: InnoTrans 2026 ist das Zentrum der globalen Mobilitätsbranche.
Berlin 25.09.2026
– Bei ihrer 15. Ausgabe hat die InnoTrans 2026 erneut die globale Bahn- und Verkehrsindustrie und dabei Rekordzahlen geschrieben. Rund 175.000 Fachbesuchende aus mehr als 120 Ländern strömten durch die 42 belegten Hallen zur Weltleitmesse für Verkehrstechnik – eine neue Bestmarke in der 30-jährigen Geschichte. 3.190 Aussteller aus 59 Ländern (darunter 750 Neuausteller) präsentierten ihre Produkte und auf dem mit 200.000 Quadratmetern restlos ausgebuchten Gelände der Messe Berlin – ebenfalls eine Bestmarke. Mit rund 200 Ausstellern mehr als 2024 und 180 Weltpremierenunterstrich die InnoTrans zudem ihre Rolle als internationaler Treffpunkt und Innovationsplattform der Branche.
„Die Jubiläumsausgabe war eine InnoTrans der Superlative“, sagt Dirk Hoffmann, Chief Operating Officer der Messe Berlin: „Ein Plus von mehr als 5.000 Fachbesucher:innen im Vergleich zu 2024, dazu 3.190 Aussteller aus 59 Ländern und 180 Weltpremieren: Diese Zahlen machen uns sehr stolz und belegen, welche Strahlkraft die InnoTrans 30 Jahre nach ihrer Premiere besitzt. Einmal mehr hat Berlin die globale Mobilitätsbranche zusammengebracht – und den Raum für persönliche Begegnungen, neue Partnerschaften und konkretes Geschäft geschaffen. Eine echte Weltleitmesse eben.“
„In den vergangenen beiden Jahren ist aus dem Trendthema KI das absolut dominierende Gesprächsthema geworden. Künstliche Intelligenz ist mit der InnoTrans 2026 flächendeckend in der Branche angekommen“, sagt InnoTrans-Direktorin Kerstin Schulz: „Die hohen Zufriedenheitswerte zeigen uns, dass wir mit diesem Angebot den Nerv unserer Besucherinnen und Besucher treffen und gleichzeitig unseren Ausstellern die optimalen Rahmenbedingungen geben, ihre Innovationskraft zu demonstrieren!“ Eine repräsentative Befragung unter InnoTrans-Teilnehmern ergab Zufriedenheitswerte von mehr als 90 Prozent.
Auf dem Frei- und Gleisgelände präsentierten die Aussteller 113 Fahrzeuge aus 17 Ländern – von der Hybrid-Lokomotive des chinesischen Ausstellers CRRC, die in Berlin ihre Weltpremiere feierte, über die wasserstoffbetriebene Schmalspurbahn von Stadler bis hin zur softwaredefinierte Lokomotivplattform von Siemens Mobility. Zu den prägenden Themen der Messe gehörten darüber hinaus Digitalisierung, Automatisierung und Cybersecurity. Mit dem erstmals veranstalteten AI Hackathon „AI on Track“ und dem AI Mobility Lab rückte die InnoTrans neue KI-Anwendungen für den Mobilitätssektor zusätzlich in den Fokus. Der französische Aussteller Alstom etwa stellte den KI-Assistenten „Talk to my train“ vor, der Instandhaltungsteams dabei helfen soll, Probleme an den Zügen schneller zu finden und zu reparieren.
Auch die InnoTrans Convention brachte hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verbänden zusammen – unter anderem beim Rail Leaders’ Summit, der Auftaktveranstaltung des europäischen Infrastrukturverbandes ENIM und dem European African Industry Dialogue.
Sarah Stark, Hauptgeschäftsführerin Verband der Bahnindustrie: „Die InnoTrans ist alle zwei Jahre das Schaufenster einer Industrie, die Millionen Menschen bewegt, Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze mit Zukunft schafft. Es war auch dieses Jahr wieder das Forum zahlreicher Gespräche, technischer Weltpremieren und Startpunkt starker internationaler Partnerschaften. Hier kann die Bahnindustrie zeigen, wie Zukunft geht!“
Enno Wiebe, Generaldirektor UNIFE: „Diese Ausgabe der InnoTrans zeigt, wie weit wir technologisch – insbesondere im Bereich der Digitalisierung – gekommen sind, um bessere Schienenverkehrsdienste zu ermöglichen, und welche Vorteile die Verbesserung und Umsetzung von Fertigungsergebnissen mit sich bringt. Unsere Reise geht weiter – noch schneller und noch weiter als zuvor. Deshalb setzen wir uns aktiv dafür ein, dass es einen Nachfolger für das Gemeinsame Unternehmen „Europe’s Rail“ gibt und dass wir in Partnerschaft mit den europäischen Entscheidungsträgern weiterhin die Grenzen des Möglichen erweitern können.“
Ingo Wortmann, Präsident Verband Deutscher Verkehrsunternehmen: „Die InnoTrans ist auch nach 30 Jahren noch immer der zentrale Treffpunkt für die internationale Verkehrsbranche und macht sichtbar, welche Innovationen unsere Mobilität von morgen prägen werden. Gerade in Zeiten tiefgreifender Transformation in der Branche bietet sie die wichtige Gelegenheit, Menschen zusammenzubringen, um Lösungen zu entwickeln und gemeinsam die Weichen für einen leistungsfähigen, nachhaltigen und verlässlichen Verkehr zu stellen.“
Wolfgang Weber, Vorsitzender Geschäftsführung Verband der Elektro- und Digitalindustrie: „Die InnoTrans hat zu ihrem 30. Jubiläum 2026 einmal mehr gezeigt, wie stark die Bahnindustrie schon heute technologisch aufgestellt ist. Die Hersteller haben die richtigen Antworten auf zentrale Herausforderungen der Schiene, etwa beim Rollout von ETCS und DAK sowie autonomem Fahren. Jetzt brauchen sie den politischen Rückenwind, damit daraus auch Tempo bei Modernisierung und Umsetzung entsteht.“
Dr. Heike van Hoorn, Geschäftsführerin Deutsches Verkehrsforum: „Die InnoTrans hat erneut gezeigt, wieviel in der internationalen Bahnbranche in Bewegung ist. Energie und Innovationsfreude waren überall zu spüren. Wir können stolz sein auf unsere heimische Bahnindustrie und auf die Messe Berlin, die wieder alles gegeben hat, um dieses Event einzigartig zu machen.“
Prof. Dr.-Ing. Roland Leucker, Geschäftsführer der Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen (STUVA) e. V.: „Die InnoTrans hat erneut eindrucksvoll gezeigt, dass eine leistungsfähige Infrastruktur das Rückgrat für die Zukunft der Bahn darstellt. Tunnel sind dafür unverzichtbar. Das STUVA-Tunnelforum bot die ideale Plattform, um im intensiven Austausch über zukunftsweisende Schlüsselthemen wie Nachhaltigkeit und den Einsatz Künstlicher Intelligenz neue Impulse für die Branche zu setzen.“
Pedro Fortea, General Director MAFEX (Spanien): „Seit 2002 habe ich an jeder InnoTrans teilgenommen und aus erster Hand erlebt, wie die Messe gemeinsam mit der Bahnindustrie gewachsen und zu ihrem weltweit führenden Treffpunkt geworden ist. Für Mafex, den Verband der spanischen Bahnindustrie und Koordinator des spanischen Gemeinschaftsstands, ist die InnoTrans eine zentrale Plattform, um die Stärke und Innovationskraft unserer Industrie sichtbar zu machen und die internationale Positionierung spanischer Bahnunternehmen weiter zu stärken.„
Foto: © Messe Berlin GmbH, Christian Jähn, Volkmar Otto
Wirtschaft
ifo Institut: Exporterwartungen gesunken
München 25.09.2026
– Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich im September leicht eingetrübt. Die ifo Exporterwartungen sanken auf 8,0 Punkte, nach 9,8 Punkten im August. Damit bleiben die Unternehmen jedoch mehrheitlich zuversichtlich. „Der Rückschlag ist vor allem auf die Automobilindustrie zurückzuführen“, sagt Klaus Wohlrabe. „In vielen anderen Industriebranchen stehen die Zeichen weiterhin auf Exportwachstum.“
Die Automobilindustrie musste einen deutlichen Dämpfer hinnehmen. Nach den optimistischen Erwartungen im August rechnen die Hersteller nun wieder mit sinkenden Exporten. Deutlich verbessert haben sich dagegen die Aussichten im Maschinenbau. Auch die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen sowie von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen erwarten steigende Ausfuhren. In der Getränkeindustrie sind die Exporterwartungen besonders positiv. Mit rückläufigen Exporten rechnen weiterhin die Unternehmen in der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie im Papiergewerbe.
Wirtschaft
Die besten Konzern-Presseseiten
Berlin 25.09.2026
– Die Deutsche Telekom liegt in Sachen digitaler Pressearbeit vorn. Der Telekommunikationskonzern hat Eon an der Spitze der Rangliste MR Benchmark abgelöst. Der Energieriese belegt in dem von der Beratung Net Federation erstellten Ranking nun Platz drei hinter Henkel.
Der Vorjahresdritte Deutsche Telekom hat sich mit 816 von 1000 zu erreichenden Punkten auf Rang eins vorgeschoben (2025: 780 Punkte). Die Stärke seines Presse- und Medienbereichs laut Net Federation: Das Unternehmen vernetzt seine Informationsangebote konsequent und bündelt Inhalte in thematischen Medienmappen. Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel hat Platz zwei mit 807 Punkten (2025: 808) gehalten. Er verbinde Fakten und Unternehmensinformationen besonders durchgängig mit redaktionellem Storytelling und persönlichen Perspektiven, heißt es in einer Mitteilung der Kölner Digitalagentur und Unternehmensberatung. Eon ist von 840 auf 775 Zähler und damit den dritten Rang abgerutscht. Unabhängig davon punkte das Unternehmen damit, dass es seine Medienkommunikation stark an strategischen Zukunfts- und Transformationsthemen ausrichte.
Im Rahmen ihres MR Benchmark untersucht Net Federation jährlich die Veränderungen in der digitalen Presse- und Medienarbeit. Im dritten Quartal dieses Jahres wurden die Pressebereiche der Dax40-Unternehmen und zehn nicht börsennotierter deutscher Großunternehmen anhand von 99 Kriterien analysiert. Die Kriterien werden entsprechend ihrer Bedeutung gewichtet. Für jedes Kriterium gilt eine 30-Sekunden-Regel: Was sich in dieser Zeit im Pressebereich nicht finden lässt, wird als nicht vorhanden gewertet.
Ein Ergebnis der Analyse ist, dass die Konzerne bei gesellschaftspolitischen Themen zurückhaltender geworden sind. 48 Prozent adressieren politische Themen sichtbar in ihrem Medienbereich, 2022 und 2024 waren es jeweils 68 Prozent. Während Strategie, Storytelling und persönliche Perspektiven an Bedeutung gewinnen, sind Inklusion, Frauenförderung und sexuelle Vielfalt seltener sichtbar als noch 2024. „Wer zu einem Thema schweigt, verschwindet damit nicht aus der Berichterstattung. Er gibt nur ab, wer die Antwort formuliert“, kommentiert NetFed-Geschäftsführer Christian Berens die Entwicklung. „Journalisten, Stakeholder und KI greifen dann auf andere Quellen zurück.“
Unterdessen bauen die Unternehmen laut MR-Benchmark ihre redaktionellen Angebote aus. 98 Prozent kommunizieren inzwischen ihre Unternehmensstrategie im digitalen Medienbereich, 2022 waren es 80 Prozent. Storytelling-Formate stiegen im gleichen Zeitraum von 60 auf 92 Prozent, Mitarbeiter-Testimonials von 52 auf 86 Prozent. Klassische Pressemitteilungen werden nun vermehrt mit Hintergrundinformationen, Kennzahlen, Medienassets und persönlichen Perspektiven verbunden.
Wirtschaft
ifo Geschäftsklimaindex gestiegen
München 24.09.2026
– Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im September auf 89,9 Punkte, nach 88,8 im August. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage positiver. Auch ihre Erwartungen hellten sich weiter auf. Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Erholungskurs fort.
Im Verarbeitenden Gewerbe konnte der Index erneut zulegen. Dies war auf deutlich bessere Erwartungen zurückzuführen, besonders in der Elektrobranche. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen hingegen etwas schlechter. Sie sind weiterhin unzufrieden mit dem Auftragsbestand. Die Automobilbranche bewegt sich auf schwierigem Terrain.
Im Dienstleistungssektor drehte das Geschäftsklima wieder in den positiven Bereich. Die Unternehmen waren vor allem mit den laufenden Geschäften zufriedener. Auch ihre Erwartungen korrigierten sie nach oben.
Im Handel ist der Indikator gestiegen. Die Händler bewerteten ihre aktuelle Lage positiver. Die Erwartungen stiegen ebenfalls. Angesichts steigender Inflation sind die Einzelhändler jedoch weiterhin zurückhaltend.
Im Bauhauptgewerbe ist der Index nahezu unverändert geblieben. Auf der einen Seite waren die Unternehmen etwas zufriedener mit den laufenden Geschäften. Auf der anderen Seite fielen die Erwartungen geringfügig schlechter aus. Der Tiefbau läuft weiterhin besser als der Hochbau.
Wirtschaft
Aufschwung mit Strukturproblemen
Berlin 24.09.2026
– Die deutsche Wirtschaft ist seit Ende 2025 im Aufschwung. Die Erholung fällt stärker aus als noch im Frühjahr erwartet, bleibt aber schwach. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für das laufende Jahr ein BIP-Plus von 1,3 Prozent und für die beiden folgenden Jahre von 1,1 Prozent bzw. 0,4 Prozent. Gegenüber dem Frühjahr wurde die Prognose für 2026 um 0,7 und für 2027 um 0,2 Prozentpunkte angehoben. „Die Wirtschaft hat sich robuster entwickelt als erwartet. Der Aufschwung steht jedoch auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten“, sagt Oliver Holtemöller, Konjunkturchef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Im laufenden Quartal bremst zudem Niedrigwasser die Aktivität vorübergehend. Das staatliche Defizit nimmt weiter zu, sodass sich ein wachsender Konsolidierungsbedarf aufstaut.
Die deutsche Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich kräftiger entwickelt als noch im Frühjahr erwartet. Vor allem die Exporte und die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe legten überraschend stark zu. Impulse kamen von der robusten Weltkonjunktur und dem weltweiten KI-Boom; zugleich waren Wettbewerber aus der Golfregion infolge des Iran-Kriegs erheblichen Produktionsbeeinträchtigungen ausgesetzt. Auch der Staatsverbrauch nahm kräftig zu. Die Unternehmensinvestitionen und der private Konsum blieben dagegen schwach. Der mit dem Iran-Krieg verbundene Energiepreisschock hat die deutsche Wirtschaft zwar gebremst, die höheren Preise für Kraftstoffe und Heizöl sind bislang aber kaum auf die übrigen Verbraucherpreise übergesprungen.
Im dritten Quartal hat sich die Erholung vorübergehend verlangsamt. Die Stimmungsindikatoren haben sich zwar weiter aufgehellt, am aktuellen Rand fallen die harten Konjunkturdaten jedoch schwächer aus. Insbesondere das seit Mitte Juli anhaltende Niedrigwasser behindert die Produktion in der Chemischen Industrie. Zugleich belasten die höheren Energiepreise die Kaufkraft und damit den privaten Konsum. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im dritten Quartal lediglich um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen sein. Mit einer Normalisierung der Pegelstände sollten die Produktionshemmnisse ab dem vierten Quartal nachlassen. Die robuste Nachfrage aus dem Ausland sowie steigende öffentliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur stützen dann die weitere Erholung.
Für das Jahr 2027 erwarten die Institute eine Fortsetzung des Aufschwungs. Dieser wird vor allem von der inländischen Verwendung getragen. Der private Konsum dürfte mit den real verfügbaren Einkommen moderat zulegen, und die Wohnungsbauinvestitionen dürften allmählich anziehen. Die private Investitionstätigkeit bleibt insgesamt jedoch wohl schwach. Im Jahr 2028 verliert die Expansion an Tempo. Dabei zeigt sich zunehmend eine strukturelle Grenze des Aufschwungs: Das Erwerbspersonenpotenzial schrumpft demografiebedingt, und das Potenzialwachstum geht weiter zurück. Bereits geringe Zuwachsraten reichen daher künftig aus, um die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten auszulasten.
Alles in allem rechnen die Institute mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent im Jahr 2026, 1,1 Prozent im Jahr 2027 und 0,4 Prozent im Jahr 2028. Gegenüber dem Frühjahr wird die Prognose für 2026 um 0,7 Prozentpunkte und für 2027 um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Die Inflation dürfte von 2,8 Prozent in diesem Jahr zunächst auf 3,2 Prozent im Jahr 2027 steigen und 2028 auf 2,0 Prozent zurückgehen. Am Arbeitsmarkt kommt die Erholung verzögert an: Die Erwerbstätigkeit sinkt zunächst weiter, während die Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent im Jahr 2026 auf 6,2 Prozent im kommenden und 5,8 Prozent im Jahr 2028 zurückgeht.
Die Institute sehen zunehmenden Handlungsbedarf in der Finanzpolitik. Das staatliche Finanzierungsdefizit steigt von 4,1 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr auf 4,7 Prozent im Jahr 2028. Der Zuwachs der Nettoprimärausgaben dürfte den im europäischen Regelwerk vorgesehenen Pfad deutlich überschreiten. Auch bei Einhaltung der reformierten nationalen Schuldenbremse wird die Schuldenquote mittelfristig weiter steigen; zudem nehmen die Zinsausgaben erheblich zu. Damit wächst der Konsolidierungsbedarf.
Technik
ifo Institut: Digitalisierung birgt Gesundheitsrisiko außerhalb klassischer Bürojobs
München 23.09.2026
– Bei Beschäftigten mit überwiegend körperlichen Tätigkeiten geht mehr Digitalisierung des Arbeitsplatzes mit schlechterer Gesundheit und mehr Krankheitstagen einher. Das zeigt eine neue Studie des ifo Instituts gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Konstanz. „Beschäftigte ohne klassische Bürojobs berichten bei stärkerer Digitalisierung von geringerem gesundheitlichem Wohlbefinden und mehr Fehlzeiten“, sagt Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft in Fürth. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der digitale Wandel bestehende gesundheitliche Ungleichheiten verstärken könnte.“
Die Studie vergleicht zwei Gruppen: Beschäftigte mit überwiegend körperlichen Tätigkeiten und Beschäftigte mit überwiegend geistigen oder bürotypischen Tätigkeiten. Beide Gruppen erleben im Zuge der Digitalisierung, der zunehmenden Nutzung intelligent-vernetzter Soft- und Hardware zu der auch KI gehört, ähnlich starke Veränderungen im Job: Die Aufgaben werden komplexer, Zeit- und Leistungsdruck nehmen zu. Dennoch berichten lediglich Beschäftigte mit körperlichen Tätigkeiten, dass sich ihr Gesundheitszustand deutlich verschlechtert. Sie fehlen digitalisierungsbedingt im Schnitt rund 20 Prozent mehr Tage im Jahr. Bei den Büro- und Wissensberufen zeigt sich hingegen kein nachweisbarer negativer Zusammenhang. Die Digitalisierung könnte damit bestehende gesundheitliche Ungleichheiten verschärfen, denn gerade Beschäftigte mit körperlichen Tätigkeiten und niedriger formaler Bildung sind ohnehin bereits häufiger gesundheitlich belastet. „Eine mögliche Erklärung ist Technostress: Neue digitale Anforderungen können besonders dann belasten, wenn Beschäftigten die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen fehlen“, sagt Schlenker.
Gezieltes Digital-Training und Unterstützung seitens des Arbeitgebers scheinen den Zusammenhang abzumildern. Betroffene Beschäftigte, die an Schulungen teilnehmen, zeigen kaum schlechtere Gesundheit und keine zusätzlichen Fehltage. Auch eine unterstützende Führungskultur scheint entlastend. Beschäftigte, die sich von ihren Vorgesetzten gut unterstützt fühlen, haben deutlich weniger zusätzliche Krankheitstage, wenn ihr Arbeitsplatz digitaler wird. Zugleich finden die Forschenden keinen Hinweis darauf, dass steigende Löhne die gesundheitlichen Belastungen ausgleichen.
Die Studie grenzt Digitalisierung klar von klassischer Computerisierung ab. Während Computer und Standardsoftware schon lange zum Alltag vieler Beschäftigter gehören, meint Digitalisierung hier vor allem smarte Technik. Dazu gehören vernetzte Maschinen, Sensoren, Big-Data-Anwendungen, Robotik, Künstliche Intelligenz oder virtuelle und erweiterte Realität.
Für ihre Analyse nutzen die Forschenden repräsentative Betriebs- und Beschäftigtenbefragungen zur Nutzung digitaler Technologien sowie Sozialversicherungsdaten von 2011 bis 2019. Die Studie misst Gesundheit auf zwei Arten. Zum einen bewerten Befragte ihre eigene Gesundheit auf einer Skala von 0 bis 10. Zum anderen erfasst die Studie die Zahl der Krankheitstage im Jahr vor der Befragung. Andere Einflüsse wie Alter, Einkommen, Bildung, frühere Gesundheit, Persönlichkeit, Branche, Beruf und Betriebsmerkmale sind dabei statistisch berücksichtigt.
Politik
Finanzielle Aufwendungen für Rohstoffpolitik
Berlin 23.09.2026
–Eine Summe der Gesamtausgaben zu finanziellen Aufwendungen der Bundesregierung zur Sicherung der Rohstoffversorgung und zur Förderung der Ressourceneffizienz im In- und Ausland lässt sich nicht seriös ableiten. Das geht aus der Antwort (21/8025) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (21/7519) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor.
Die Bundesregierung verfolge einen breiten Ansatz zur Unterstützung der Wirtschaft bei der Diversifizierung ihrer Rohstoffversorgung. Eine systematische und übergreifende Erfassung aller haushaltsrelevanten Maßnahmen, die dazu geeignet seien, einen Beitrag zur Diversifizierung der Rohstoffversorgung zu leisten, liege der Bundesregierung nicht vor.
Allerdings könnten verschiedene Vorhaben genannt werden. So beliefen sich etwa die Gesamtausgaben des Bundes für das Sektorvorhaben „Rohstoffe und Entwicklung“ der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis zum 1. Juli 2026 auf rund 15 Millionen Euro. Die Gesamtausgaben des Bundes für die Kompetenzzentren Bergbau beziehungsweise Rohstoffe an Auslandshandelskammern beliefen sich in dem Zeitraum auf rund 9,1 Millionen Euro. Für die Extractive Industries Transparency Initiative Germany (D EITI; Umsetzung, Koordinierung, Betreuung) des Bundes seien im Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis zum 1. Juli 2026 rund 9,8 Millionen Euro gezahlt worden. Die Gesamtausgaben des Bundes im Rahmen des Programms FONA (bis 2020) und der FONA-Strategie (ab 2020), jeweils mit Rohstoffbezug, betrugen den Angaben zufolge rund 159,6 Millionen Euro.
Der Bund bezuschusste laut Antwort in der Zeit auch verschiedene Forschungs- und Förderprogramme des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) mit Rohstoffbezug, wie die DigiRess I, DigiRess II (NRW) und DigiRess Circular, sowie den Green AI Hub, die im genannten Zeitraum mit 30, 6 Millionen Euro gefördert wurden. Im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) seien rohstoffbezogene Initiativen, Programme oder Veranstaltungen der Außenhandelskammern (AHKs) und der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) mit rund 2,3 Millionen Euro gefördert worden.
Berlin
Berlin steigt im GDS-Index auf Rang 3
Berlin 23.09.2026
– Berlin gehört zur internationalen Spitzengruppe bei der nachhaltigen Destinationsentwicklung: Im heute veröffentlichten Global Destination Sustainability Index (GDS-Index) erreicht die deutsche Hauptstadt Rang 3 der nachhaltigsten Metropolen und eine Gesamtperformance von 85 Prozent. Damit verbessert sich Berlin gegenüber dem Vorjahr um einen Platz, fünf Prozentpunkte und erzielt sein bislang bestes Ergebnis. Vor Berlin liegen im Ranking der Metropolen mit mehr als 1,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern nur Sydney und Montreal.
- Deutsche Hauptstadt erreicht erstmals Rang 3 der nachhaltigen Metropolen und eine Gesamtperformance von 85 Prozent
- Berlin verbessert sich gegenüber 2025 um einen Platz und erzielt sein bislang bestes Ergebnis
- visitBerlins Zertifizierungsprogramm Sustainable Berlin, die Klima-Roadmap und „Reisen für alle“ für mehr Barrierefreiheit stärken die nachhaltige Tourismus- und Veranstaltungsentwicklung
- Neue Berliner Nachhaltigkeitsstrategie bindet zukunftsfähige Tourismusentwicklung stärker in die gesamtstädtische Politik ein
Sabine Wendt, Geschäftsführerin von visitBerlin: „Zukunftsgerichtete Destinationsentwicklung ist in Berlin Teamarbeit. Erstmals Platz 3 der Metropolen im internationalen GDS-Index zeigt, was wir gemeinsam mit vielen engagierten Partnerinnen und Partnern in der Stadt erreichen. Entscheidend ist für uns, dass Nachhaltigkeit nicht abstrakt bleibt, sondern im Berlin-Erlebnis spürbar wird – für unsere Gäste ebenso wie für die Berlinerinnen und Berliner. Das sehr gute Ergebnis ist Anerkennung und Ansporn zugleich, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“
Auf gesamtstädtischer Ebene gewinnt der GDS-Index an Bedeutung: Die 2026 beschlossene Berliner Nachhaltigkeitsstrategie greift ihn als internationalen Orientierungs- und Vergleichsrahmen für die nachhaltige Tourismusentwicklung auf. Damit wird der Berlin-Tourismus stärker in die Nachhaltigkeitspolitik des Landes Berlin eingebunden. Dies trug dazu bei, dass Berlin in der Environmental-Kategorie sogar den ersten Platz belegt.
GDS-Index als Benchmark für nachhaltige Destinationen
Der Global Destination Sustainability Index (GDS-Index) ist ein international anerkannter Vergleichsindex für die Tourismus- und Veranstaltungsbranche. Er bewertet Destinationen in vier Bereichen: städtische Umweltstrategie und Infrastruktur, soziale Nachhaltigkeit, das Engagement der Visitor Economy sowie Strategien und Initiativen des Destinationsmanagements. Die Ergebnisse ermöglichen es Destinationen, ihre Entwicklung international einzuordnen und weitere Handlungsfelder zu identifizieren. Zu Berlins Ergebnis tragen insbesondere folgende Maßnahmen und Entwicklungen bei:
Mehr zertifizierte Angebote
76 Prozent der Hotelzimmer in den Berliner Hotels mit mindestens 75 Zimmern verfügen über eine aktive Nachhaltigkeitszertifizierung durch Dritte. Bei den Veranstaltungsorten sind 81 Prozent der im Rahmen der Einreichung betrachteten Kongresszentren und auf Konferenzen spezialisierten Locations entsprechend zertifiziert. Aktuell sind außerdem 75 Partner der Berliner Visitor Economy über Sustainable Berlin zertifiziert. Das Programm sieht einen unabhängigen Auditprozess vor; Grundlage ist ein vom Global Sustainable Tourism Council (GSTC) anerkannter Kriterienkatalog mit 59 Kriterien.
Klima-Roadmap schafft eine gemeinsame Grundlage
Für den Berliner Tourismus- und MICE-Sektor hat visitBerlin mit wissenschaftlicher Unterstützung eine Klima-Roadmap entwickelt. Grundlage sind CO2-Bilanzierungen, eine Klimarisikoanalyse und Emissionsszenarien bis 2030. Die Roadmap zeigt mögliche Wege auf, um Emissionen zu reduzieren und den Sektor klimaresilient weiterzuentwickeln.
Politik
ifo-Präsident Fuest: Rüstungsausgaben sind eine Investition in den Frieden
München 22.09.2026
– Höhere Verteidigungsausgaben sind ökonomisch vor allem als Investition in die Wahrung des Friedens zu bewerten – auch dann, wenn sie Einschnitte bei den Sozialausgaben erzwingen. „Der Rückzug der USA aus Europa und der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine liefern starke Argumente dafür, dass Deutschland sich mehr für seine Verteidigung engagieren sollte“, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest. „In einem Kriegsfall wären die wirtschaftlichen Einschnitte ungleich größer.“
Insbesondere die Parteien AfD und BSW haben im Wahlkampf gefordert, die Rüstungsausgaben zugunsten höherer Sozialausgaben zurückzufahren. In diesem Zusammenhang verweist Fuest auf die Debatte über den NATO-Doppelbeschluss aus den 1980er Jahren, als der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt die Stationierung von Nuklearwaffen in Deutschland durchgesetzt hatte. Auch dies sei eine Investition in den Frieden gewesen, durch die Deutschland weiter wirtschaftlich prosperieren konnte.
Allerdings sieht Fuest auch das Gegenargument kritisch, Rüstungsausgaben wirkten wie ein Konjunkturprogramm für die deutsche Industrie. „Kurzfristig könnten Rüstungsaufträge bei brachliegenden Kapazitäten die Nachfrage stützen – das gilt aber ebenso für höhere Sozialausgaben. Mittel- bis langfristig fehlen Ingenieurinnen und Ingenieure sowie andere gut ausgebildete Fachkräfte, die in der Rüstungsindustrie gebunden sind, in anderen Sektoren“, so Fuest.
Besondere gesamtwirtschaftliche Effekte entstehen laut Fuest vor allem dort, wo Mittel in Forschung und Entwicklung fließen. Viele Technologien haben militärische wie zivile Anwendungen, von denen über Wissenstransfer auch andere Branchen profitieren. Tatsächlich entfalle derzeit aber nur ein vergleichsweise kleiner Teil des deutschen Verteidigungsetats auf Forschung.
Politik
Energietransparenz
Berlin 22.09.2026
– Wie steht es um die Bürgerenergie in Deutschland – und wie hat sie sich im letzten Jahr entwickelt? Eine umfassende Antwort darauf gibt es bislang nicht: Die Daten sind verstreut und nur lückenhaft aufbereitet.
Dazu erarbeitet das Bündnis Bürgerenergie gemeinsam mit dem ECOLOG Institut diesen Herbst den ersten Bürgerenergiebericht. Er soll mit belastbaren Daten zeigen, was Bürgerenergie heute leistet, in welchen Geschäftsfeldern sie aktiv ist, vor welchen Herausforderungen Bürgerenergiegemeinschaften stehen und wie sich die Bürgerenergielandschaft entwickelt.
Wirtschaft
Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: Zahl der neuen Auszubildenden gestiegen
Wiesbaden 16.09.2026
• Frauenanteil bei neuen Auszubildenden bei 2,4 %.
• Knapp jede vierte erwerbstätige Person in der Berufsgruppe ist zwischen 55 und 64 Jahre alt
• Preise für Handwerksleistungen in der Branche deutlich gestiegen
– Egal ob Wärmepumpen oder Klimaanlagen – für die Installation und Wartung solcher Geräte braucht es entsprechend ausgebildete Fachkräfte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, begannen im Jahr 2025 knapp 14 400 Menschen eine Ausbildung in einem Beruf der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Damit nahm die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im Zehn- Jahres- Vergleich um 30,5 % zu. 2015 hatte sie bei rund 11 000 gelegen. Zu dem Bereich zählen neben Anlagenmechanikerinnen und -mechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik vereinzelt auch Ofen- und Luftheizungsbauerinnen und -bauer.
Wirtschaft
ifo Institut: Zuversicht im Wohnungsbau wächst
München 16.09.2026
– Die Stimmung im Wohnungsbau hat sich im August deutlich verbessert. Das Geschäftsklima stieg von minus 29,0 auf minus 22,7 Punkte. Ausschlaggebend waren die Erwartungen der Unternehmen: Der Indikator kletterte von minus 35,6 auf minus 23,3 Punkte. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage blieb dagegen unverändert, ist aber noch von einer gewissen Unzufriedenheit gekennzeichnet. „Die Unternehmen sehen zunehmend Licht am Ende des Tunnels“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Die steigenden Baugenehmigungen nähren die Hoffnung, dass sich die Auftragslage in den kommenden Monaten belebt.“
In den Auftragsbüchern ist davon bislang allerdings wenig zu sehen. Der Anteil der Unternehmen mit Auftragsmangel blieb mit 41,3 Prozent nahezu unverändert. Auch werden nach wie vor viele Vorhaben storniert: 13,4 Prozent der Unternehmen berichteten von abgesagten Projekten. An Material kommen die befragten Unternehmen hingegen leichter. Nur noch 2,9 Prozent berichteten im August von Engpässen bei wichtigen Vorprodukten, nach 8,5 Prozent im Juli. „Die bessere Stimmung ist bislang vor allem ein Vorschuss auf die Zukunft“, sagt Wohlrabe. „Für eine nachhaltige Erholung müssen aus den genehmigten Projekten nun auch konkrete Aufträge werden.“
Wirtschaft
ifo Institut: Rentensplitting macht Ehepaare ärmer
München 11.09.2026
– Ein verpflichtendes Rentensplitting als Ersatz für die Witwenrente würde die meisten verheirateten Paare in Deutschland finanziell schlechterstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des ifo Instituts. Die Alterssicherungskommission hatte im Juni 2026 angeregt, die Hinterbliebenenversorgung zu überarbeiten. Die ifo Studie nimmt diese Anregung zum Anlass, ein Rentensplitting als eine mögliche Ausgestaltungsvariante durchzurechnen. „Auch wenn ein Partner in der Ehe von einem Rentensplitting profitiert, würde das Ehepaar als Ganzes in fast allen Fällen verlieren“, sagt Marcel Thum, Leiter der ifo Niederlassung Dresden. „Profitieren würde die gesetzliche Rentenversicherung, deren Ausgaben erheblich sinken, sollte die Witwenrente durch ein Rentensplitting ersetzt werden.“
Die Studie untersucht verschiedene Ehekonstellationen – etwa nach Heiratsalter, Einkommensunterschieden und Altersabstand der Partner. Auf Grundlage typischer Rentenbiografien zeigt sich: Beim Rentensplitting verlieren die Paare im Lebensverlauf teils einen sechsstelligen Euro-Betrag. Die gesetzliche Rentenversicherung gewinnt spiegelbildlich dazu. Nur in einzelnen Fällen, wenn das Paar früh geheiratet hat und der hinterbliebene Partner deutlich weniger verdient und nur eine kleine eigene Rente aufbaut, wäre das Rentensplitting profitabler. Je nach Ehekonstellation reichen die berechneten Effekte von einem Plus von rund 153.000 Euro bis hin zu einem Minus von rund 152.000 Euro über das gesamte Leben.
Beim Rentensplitting teilen sich Partner die während der Ehe erworbenen Rentenansprüche jeweils zur Hälfte. Die Witwen- oder Witwerrente, bei der bis zu 55 Prozent der Rente des Verstorbenen an den hinterbliebenen Partner gehen, fällt dabei weg. Die Rentenansprüche vor der Eheschließung bleiben unangetastet.
Die Studie bildet typische Ehepaare über den gesamten Lebensverlauf ab. Sie variiert den Beginn der Ehe, den Altersunterschied sowie die Einkommensdifferenz der Ehepartner. Für das heutige Recht mit Witwenrente und für das alternative System mit verpflichtendem Rentensplitting berechnen die Autoren jeweils den Barwert aller künftigen Rentenzahlungen. Dieser Wert umfasst alle erwarteten Renten ab dem Renteneintritt, abgezinst mit einem Zinssatz von 2 Prozent pro Jahr.
Die Berechnungen unterstellen, dass sich das Verhalten der Paare bei einem Wechsel zum Rentensplitting nicht ändert. Die Studienautoren diskutieren aber mögliche Verhaltensreaktionen durch veränderte Arbeitsanreize. Sie weisen darauf hin, dass sich diese möglichen Verhaltensreaktionen nicht präzise berechnen lassen. Die Politik sollte sie in einer Reformdiskussion jedoch mitbedenken.
Technik
Streaming ist Mainstream – doch der Markt wird kleinteiliger
Berlin 11.09.2026
Die Postbank Digitalstudie 2026 zeigt: Streaming ist bei Jüngeren nahezu selbstverständlich, Mehrfach-Abos werden zum Normalfall – und die Nutzungsintensität nähert sich über Altersgruppen hinweg an.
Streaming hat in Deutschland den Status eines Zusatzangebots hinter sich gelassen. Was früher als Alternative zum linearen Fernsehen galt, ist für viele Haushalte längst Teil der alltäglichen Medienversorgung. Laut der repräsentativen „Postbank Digitalstudie 2026“ nutzen 72 Prozent der Deutschen mindestens einen kostenpflichtigen Streaming-Dienst im Haushalt. Besonders deutlich ist die Verankerung bei den 18- bis 39-Jährigen: In dieser Altersgruppe kommen kostenpflichtige Angebote auf eine Reichweite von 90 Prozent.
Vom Leitmedium zum Plattform-Mix
Auffällig ist dabei nicht allein die hohe Nutzung, sondern die Art, wie Haushalte ihre Medienzugänge organisieren. Das klassische Einzel-Abo verliert an Gewicht: 46 Prozent der Haushalte zahlen bereits für zwei oder mehr Streaming-Dienste, mehr als jeder fünfte sogar für drei oder mehr Angebote. Der Markt entwickelt sich damit zunehmend zu einem Baukastensystem, in dem Nutzerinnen und Nutzer je nach Inhalt, Preis und Gewohnheit mehrere Plattformen kombinieren. „Streaming hat sich vor allem bei jüngeren Menschen fest im Alltag etabliert. Auffällig ist aber nicht nur die Reichweite, sondern auch die wachsende Parallel-Nutzung mehrerer Plattformen. Viele Haushalte stellen sich ihr Programm heute individuell über verschiedene Dienste hinweg zusammen“, sagt David Dommel, Leiter digitales Performance-Marketing der Postbank.
Generation Gap bei der Reichweite – nicht beim Vielstreaming
Der eigentliche Generationenunterschied liegt weniger in der Intensität als in der grundsätzlichen Verbreitung. Während neun von zehn unter 40-Jährigen kostenpflichtige Streaming-Angebote nutzen, liegt der Anteil bei den ab 40-Jährigen bei 63 Prozent. Umgekehrt verzichten nur zehn Prozent der Jüngeren komplett auf Streaming, aber 37 Prozent der Älteren. Wer jedoch streamt, unterscheidet sich in der Nutzungsdauer weniger stark, als es die Reichweitenwerte vermuten lassen: 35 Prozent der unter 40-Jährigen sehen oder hören mehr als acht Stunden pro Woche kostenpflichtige Streaming-Inhalte, bei den ab 40-Jährigen sind es 29 Prozent.
Auch in der Spitzengruppe der Vielnutzer zeigt sich kaum noch ein Altersgefälle: Jeweils zehn Prozent der Jüngeren und der Älteren streamen mehr als 15 Stunden pro Woche. Für Medienanbieter ist das ein relevanter Befund. Die jüngeren Zielgruppen treiben zwar weiterhin die Reichweite, doch intensive Nutzung entsteht nicht ausschließlich dort. „Streaming ist längst über einzelne Altersgruppen hinausgewachsen. Zwar ist die Nutzung bei Jüngeren verbreiteter. Wer aber streamt, kann unabhängig vom Alter viel Zeit mit Serien, Filmen, Sport oder Musik verbringen“, sagt Dommel.
Hintergrundinformationen zur Postbank Digitalstudie 2026
Für die „Postbank Digitalstudie 2026 – die digitalen Deutschen“ wurden im April und Mai dieses Jahres 3.050 Einwohnerinnen und Einwohner befragt. Die Postbank untersucht mit der Studie im zwölften Jahr in Folge, welche Entwicklungen sich in verschiedenen Lebensbereichen in Bezug auf Digitalisierung allgemein und insbesondere zu Finanzthemen abzeichnen. Um eine bevölkerungsrepräsentative Struktur abzubilden, erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe nach Bundesland (Proportionalisierung), Alter und Geschlecht. Als Referenzdatei wurde der Zensus 2022 des Statistischen Bundesamtes zugrunde gelegt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet. Abweichungen in den Summen lassen sich durch Rundungsdifferenzen erklären.
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