Wirtschaft
ifo Institut: Energiepreisanstieg und Niedrigwasser bremsen deutsche Wirtschaft nur wenig aus
München 30.10.2026
– Die kräftig gestiegenen Energiepreise und das Niedrigwasser auf deutschen Flüssen belasteten die Industrie- und Konsumkonjunktur im dritten Quartal 2026. „Trotzdem hat sich der Aufschwung der deutschen Wirtschaft nur wenig abgeschwächt“, kommentiert ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent. In den drei Quartalen zuvor hatte die Wirtschaftsleistung im Schnitt um 0,3 Prozent zugelegt.
Laut Wollmershäuser dürfte die deutsche Wirtschaft zum Jahresende wieder mehr Fahrt aufnehmen und der Aufschwung sich fortsetzen. Darauf deutet die Aufhellung des ifo Geschäftsklimas der vergangenen Monate hin. Während die Finanzpolitik nach wie vor für Schub sorgt, gewinnt die Erholung im krisengeplagten Verarbeitenden Gewerbe zunehmend an Breite. So profitieren Unternehmen in der Elektroindustrie und im Maschinenbau von einer steigenden Auslandsnachfrage und haben ihre Exporterwartungen spürbar nach oben korrigiert. Der private Konsum leidet hingegen weiterhin unter der Inflation, die im Winterhalbjahr voraussichtlich wieder anzieht.
Politik
Neues Ökodesign-Gesetz
Berlin 03.11.2026
Neue Regelungen zu Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung treten in Kraft und sorgen für mehr Verbraucherschutz. Am 1. November treten das neue Ökodesign-Gesetz und die Änderungen des Energieverbrauchskennzeichnungsgesetzes in Kraft. Die Neuerungen zielen darauf ab, dass von Herstellern zu erfüllende Produkteigenschaften zu Effizienz, Reparierbarkeit und Haltbarkeit eingehalten und von Händlern korrekt dargestellt werden. So werden Effizienzvorteile abgesichert und der Verbraucherschutz gestärkt. Zugleich werden die flankierenden Bußgeldverordnungen neu gefasst, um den Marktüberwachungsbehörden der Länder bei Verstößen die Verhängung von Sanktionen zu ermöglichen. Die neuen Regelungen gewährleisten die einheitliche Anwendung geltenden EU-Rechts in Deutschland, um faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern, ohne dabei über die bestehenden EU-Vorgaben hinauszugehen.
Künftig können die Marktüberwachungsbehörden nun noch konsequenter gegen Hersteller vorgehen, deren Produkte den für sie geltenden Ökodesign-Anforderungen, z.B. an die Reparierbarkeit des Produktes, nicht entsprechen oder deren Produkte eine falsche Energieverbrauchskennzeichnung aufweisen. Damit wird sichergestellt, dass Verbraucher eine verlässliche und objektive Grundlage für ihre Kaufentscheidungen haben und nachhaltige Produkte einen fairen Wettbewerbsvorteil erhalten. Verbraucher können so durch sparsame, langlebige und reparierbare Produkte bares Geld bei der Nutzung und bei Neuanschaffungen sparen. Im Jahr 2024 waren dies für einen durchschnittlichen EU-Haushalt 317 Euro, weil die Produkte beispielsweise weniger Strom und Wasser verbrauchen und langlebiger sind.
Derzeit gibt es für mehr als 30 Produktgruppen, darunter Smartphones, Server und Lichtquellen,Elektromotoren, Transformatoren, Heizungskessel und Ventilatoren entsprechende Ökodesign-Anforderungen. Die bekannten Energielabel mit der markanten grün-roten A-bis-G-Skala gibt es derzeit für 16 Produktgruppen – von Leuchtmitteln, Smartphones und Fernsehern über Küchengeräte bis hin zu Heizungskesseln, Wärmepumpen und Klimaanlagen.
Das Gesetzespaket wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie initiiert, um die nationalen Rahmenbedingungen an die dynamischen Entwicklungen der europäischen Gesetzgebung anzupassen, technologieoffene energieeffiziente Technik zu fördern und autonome Verbraucherentscheidungen zu stärken.
Technik
ifo Institut: Deutschland schlecht auf KI-Boom vorbereitet
München 02.11.2026
– Deutschland fehlen laut ifo Institut wichtige Voraussetzungen, um das Wachstumspotenzial Künstlicher Intelligenz auszuschöpfen. Das besagen Ergebnisse einer Analyse im Auftrag der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, die in Kürze veröffentlicht wird. „Die Hightech-Branche ist noch zu klein, die Verwaltung ist zu wenig digitalisiert, das Bildungssystem passt sich nicht schnell genug an die Veränderungen durch KI an“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Innovationsökonomik und digitale Transformation.
Der IKT-Sektor (Informations- und Kommunikationstechnologien) trägt nur 4,6 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Deutschland bei. Damit liegt der Anteil im unteren EU-Mittelfeld. Bei IKT-Dienstleistungen importierte Deutschland 2025 Leistungen im Wert von 11 Milliarden US-Dollar mehr, als es exportierte. „Kein anderes EU-Land ist im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie stärker vom Ausland abhängig als Deutschland“, sagt ifo-Forscher Christian Pfaffl.
Kaum Fortschritte gibt es nach Analysen des ifo Instituts auch bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung – obwohl gerade sie mithilfe von KI und der umfangreich vorhandenen Verwaltungsdaten Bürger*innen und Unternehmen bessere Dienstleistungen anbieten könnte. So steckt Deutschland beispielsweise bei der Bereitstellung vorausgefüllter Formulare noch in der Experimentierphase, während dies in Nachbarländern wie den Niederlanden, Dänemark, Polen oder Österreich längst weitgehend umgesetzt ist.
Ein weiteres Problem sehen die ifo-Forschenden im Bildungsbereich: Bei Kompetenzen über dem Grundniveau liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt. 40 Prozent der Achtklässler*innen erreichen nicht Stufe 2 der Computer- und Informationskompetenz. „KI-Anwendungen verbreiten sich rasant, aber zu vielen fehlt das Wissen, sie produktiv zu nutzen”, sagt Falck. Mangelnde Fachkompetenz ist der häufigste Grund, warum Unternehmen geplante KI-Projekte nicht umsetzen.
Berlin
Niedersachsen wird Partnerland der Grünen Woche 2027
Berlin 03.11.2026
Vom 15. bis 24. Januar 2027 lädt die Grüne Woche Fach- und Privatpublikum nach Berlin ein. Partnerland der internationalen Leitmesse für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau wird Niedersachsen.
Niedersachsen wird Partnerland der Grünen Woche 2027. Das Bundesland gestaltet den offiziellen Auftakt der Veranstaltung und präsentiert sich einem nationalen und internationalen Publikum.
„Die Grüne Woche bringt seit Jahrzehnten Menschen, Märkte und Ideen aus aller Welt in Berlin zusammen. Mit Niedersachsen gewinnen wir 2027 ein Partnerland, das für eine starke Land- und Ernährungswirtschaft ebenso steht wie für Innovation und Zukunftsorientierung. Wir freuen uns darauf, Niedersachsen auf unserem Berliner Messegelände eine internationale Bühne zu bieten“, sagt Dr. Mario Tobias, CEO der Messe Berlin.
Mit einem landwirtschaftlichen Produktionswert von rund 18 Milliarden Euro zählt Niedersachsen zu den bedeutendsten Agrarstandorten Deutschlands. Landwirtschaftliche Betriebe, Unternehmen des vor- und nachgelagerten Bereichs sowie Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen bilden eine breit aufgestellte Land- und Ernährungswirtschaft mit stabilen Wertschöpfungsketten.
„Die Grüne Woche ist weit über Deutschland hinaus ein wichtiges Schaufenster für Landwirtschaft und Ernährung. Und Niedersachsen ist als Agrarland Nummer 1 der ideale Partner. Land- und Ernährungswirtschaft sind hierzulande sowohl gelebte Tradition als auch hochmoderner High-Tech-Sektor und stehen buchstäblich für die Bodenhaftung und Stärken unseres Landes. Innovative Unternehmen und vor allem die Menschen gestalten mit ihrem Wissen und ihrer täglichen Arbeit unsere ländlichen Räume. Ich freue mich darauf, diese Vielfalt gemeinsam in Berlin zu präsentieren“, sagt Olaf Lies, Niedersächsischer Ministerpräsident.
Mit der neuen Standortkampagne „Niedersachsen. Das ist groß.“ rückt das Land selbstbewusst seine Stärken z. B. in der Land- und Ernährungswirtschaft in den Fokus. Bei der Grünen Woche geht es darum, einem breiten Publikum zu zeigen, dass in Niedersachsen in der Branche schon jetzt Großes bewegt wird und sie durch Einbindung hochmoderner Technologie gleichzeitig bestens für die Zukunft aufgestellt ist.
„Niedersachsen prägt die Land- und Ernährungswirtschaft Deutschlands seit Generationen. Als Partnerland der Grünen Woche 2027 möchten wir die Menschen, Unternehmen und Ideen unseres Landes in den Mittelpunkt stellen und zeigen, welchen Beitrag Niedersachsen für die Zukunft von Ernährung, Landwirtschaft und ländlichen Räumen leistet. Die Grüne Woche bietet dafür die ideale Bühne“, sagt Miriam Staudte, Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Foto: Visualisierung der Niedersachsen-Halle zur Grünen Woche 2027, © Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V.
Wirtschaft
ifo Institut: Unternehmen wollen weniger Stellen abbauen
München 28.10.2026
– Die Unternehmen in Deutschland planen insgesamt etwas weniger Stellen abzubauen. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im Oktober leicht auf 95,5 Punkte, nach 95,1 Punkten im September. „Die Unternehmen werden beim Stellenabbau etwas vorsichtiger. Für einen breiten Beschäftigungsaufbau fehlt dem Aufschwung aber noch die Stärke“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen.
In der Industrie hat sich die Situation gegenüber September leicht verschlechtert. Die Unternehmen planen weiterhin mit weniger Personal. Vor allem in der Automobilindustrie sollen weitere Stellen abgebaut werden. Bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen sind dagegen mehr Neueinstellungen vorgesehen. Zuletzt plante die Industrie Anfang 2023 einen Personalaufbau.
Die Dienstleister wollen eher Stellen aufbauen. Auch bei den Leiharbeitsfirmen wächst angesichts der verbesserten Konjunkturaussichten die Zuversicht. Im Handel planen die Unternehmen dagegen unverändert mit weniger Personal. Auch im Baugewerbe zeichnet sich ein leichter Stellenabbau ab.
Berlin
Senat beschließt Bericht zur Umsetzung der Solarpflicht
Berlin 27.10.2026
Der Senat hat heute auf Vorlage der Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe,
Franziska Giffey, den jährlichen Bericht an den Hauptausschuss im Abgeordnetenhaus zur Umsetzung des Solargesetzes sowie Unterstützungsmaßnahmen des Landes für die Umsetzung im Wohnungsbestand beschlossen.GUffey sagte
Berkin hat beim Ausbau der Solarenergie in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt.
Berliner Senatorin fürArveit und Soziales Xabsel Kizilteps berichtet weniger Asysuchende in Berlin.
Foto: © PWO
Wirtschaft
ifo Institut: Exporterwartungen gestiegen
München, 27.10.2026
– Die Stimmung unter den Exporteuren hat sich im Oktober deutlich gebessert. Die ifo Exporterwartungen stiegen auf 12,2 Punkte, nach 9,0 Punkten im September. Das ist der höchste Wert seit Februar 2022. „Vor allem die Automobilindustrie hat ihre Exportaussichten deutlich nach oben korrigiert“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Auch in vielen anderen Industriebranchen stehen die Zeichen auf Exportwachstum.“
Nach einem deutlichen Minus im September rechnen nun auch die Automobilhersteller wieder mit steigenden Exporten. Im Maschinenbau bleiben die Unternehmen optimistisch. Besonders zuversichtlich sind weiterhin die Hersteller elektrischer Ausrüstungen sowie von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen. In der Metallerzeugung und -bearbeitung haben sich die Exportaussichten ebenfalls verbessert. Die Getränkeindustrie erwartet weiterhin ein kräftiges Exportgeschäft. Dagegen rechnen die Unternehmen der Chemischen Industrie und des Papiergewerbes im Oktober mit rückläufigen Ausfuhren.
Wirtschaft
Bruttosparquote in Deutschland
Wiesbaden 27.10.2026
– Private Haushalte in Deutschland sparen anteilig mehr als in vielen anderen Industriestaaten. Mit 18,9 % lag die Bruttosparquote im Jahr 2025 deutlich über dem Durchschnitt in der Europäischen Union von 14,3 %, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Weltspartag am 30./31. Oktober mitteilt. In Frankreich sparten die privaten Haushalte 17,8 % ihres verfügbaren Bruttoeinkommens, in den Niederlanden 17,4 %, in Österreich 15,7 % und in Italien 10,8 %. Einen deutlich höheren Wert unter den international mit Deutschland vergleichbaren Staaten wies die Schweiz mit 27,4 % aus, was an der dortigen höheren Bedeutung der privaten Altersvorsorge liegt. Vergleichsweise niedrig war die Bruttosparquote dagegen mit 10,7 % in den Vereinigten Staaten.
Die Bruttosparquote wird üblicherweise für internationale Vergleiche genutzt. Sie weist den Anteil des Gesparten am verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte vor Abzug von Abschreibungen, vor allem auf Immobilien, aus.
Haushalte in Deutschland neigten auch in den Vorjahren stärker zum Sparen
Auch in einer langfristigen Betrachtung zeigt sich die hohe Sparneigung der Haushalte in Deutschland. In den letzten zehn Jahren sparten die Haushalte im Durchschnitt 19,1 % ihres Einkommens. In Frankreich war der Anteil mit 16,6 % geringer, ebenso in den Niederlanden (16,3 %), in Österreich (15,3 %), in Italien (12,1 %) und in den Vereinigten Staaten (13,0 %). In der Schweiz war die Bruttosparquote im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2025 dagegen höher (24,5 %).
Zuletzt ging die Sparquote in Deutschland leicht zurück. Im ersten Halbjahr 2026 lag sie wie im gesamten Jahr 2025 bei 18,9 %. Im Jahr 2024 hatte sie bei 19,6 % gelegen. Einen Höchststand hatte sie im Jahr 2020 mit 22,9 % erreicht. Während der damals herrschenden Covid-19-Pandemie konsumierten die Menschen weniger als gewöhnlich, was zu einem Anstieg der Sparquote führte.
Politik
Pressestimmen zum Chef des Automobilkonzerns Audi
Berlin 27.10.2026
– Mitglieder der Linksfraktion im Bundestag sowie humanitäre Hilfsorganisationen fordern den Rücktritt von Audi-Chef Gernot Döllner. Anlass ist die Eröffnung eines Werks seines Konzerns im US-Bundesstaat Georgia zeitgleich mit einem Wahlkampfauftritt des US-Präsidenten Donald Trump in eben jenem Bundesstaat. Viele werten diesen Schritt als Unterstützung für Trumps Wahlkampagne.
Deutschland ist bereits Schauplatz für Präsidentschaftswahlkämpfe geworden: So hielt der ehemalige US-Präsident Barack Obama 2009 eine mitreißende Rede am „Großen Stern“ im Herzen Berlins – ein Auftritt, der ihn auf dem Weg ins Weiße Haus unterstützte, wo er bis 2017 amtierte. Seit April dieses Jahres führt zudem Reza Pahlavi, der Sohn des Schahs von Iran, von Berlin aus seine Kampagne gegen die Mullahs in Teheran, mit dem Ziel, erneut die Herrschaft im Iran zu übernehmen.
Dass der Audi-Chef nun ein Werk in den USA eröffnet und sich dabei an die Seite von US-Präsident Trump stellt, ist ein schwerer Schlag für die deutsche Bundesregierung sowie für die deutsche Bevölkerung – von der sich eine Mehrheit ein baldiges Ende von Trumps Amtszeit im Weißen Haus wünscht.
Zum nächsten Thema. Der Audi-Vorstandsvorsitzende Döllner steht in der Kritik, weil er an einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Trump teilgenommen hat. Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN halten fest: „Sicher: BMW und Mercedes produzieren schon seit Längerem in den USA, und alle drei deutschen Premium-Hersteller investieren kräftig und unter Beifall der kommunistischen Funktionäre im demokratiefreien China. Dem Mitbewerber Audi gereichte es bisher zum Nachteil, keine Produktion in den Vereinigten Staaten zu unterhalten. Der Bau einer Audi-Fabrik jenseits des Atlantiks ist ökonomisch folgerichtig. Völlig unakzeptabel aber ist, diese Entscheidung ganz offen zum Wahlkampfgeschenk für einen europafeindlichen Präsidenten zu machen, der sich damit in seinen protektionistischen Zoll-Orgien bestätigt fühlen kann. Dem Ansehen der Premium-Marke in Europa ist das abträglich. Was ist eigentlich aus den ethischen Grundsätzen geworden, denen sich der Konzern einmal verschrieben hat?“, fragen die NÜRNBERGER NACHRICHTEN.
„Der Auftritt des Audi-Chefs an der Seite Donald Trumps wird völlig zu Recht zerrissen, er war unsäglich“, findet die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG. „Das Motiv dürfte eine Zahl mit wenigstens neun Stellen sein. Denn was Döllner in Trumps Jubelveranstaltung offenbar nicht sagen durfte: Voraussetzung für das neue Audi-Werk in den USA sind hohe Subventionen und/oder Zollvorteile. Die Wahlkampfhilfe des Unternehmenschefs gehört zur Gegenleistung wie die Zahl der Arbeitsplätze. Man kann nur hoffen, dass Trump das Audi-Engagement wenigstens teuer eingekauft hat. Diese Rechnung wird Döllner nun zumindest allen internen Kritikern aufmachen, die ihm den Imageschaden und damit die Schädigung der Unternehmensinteressen vorwerfen. Der Preis, den die gesamte deutsche Wirtschaft zu zahlen hat, ist die Glaubwürdigkeit“, urteilt die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG.
Die Zeitung DIE WELT kommt zu einer anderen Bewertung: „Gernot Döllner ist ein mutiger CEO. Er überarbeitet radikal die Designsprache von Audi, er hat den Schritt in die Formel 1 gewagt, und nun riskiert er auch noch Anfeindungen in einem politisch tief nach links gerutschten deutschen Heimatmarkt. Aber vielleicht ist genau das ja das neue, gute Profil von Audi: Autos zu bauen für erfolgreiche Menschen, denen schlecht wird, wenn sie es mit moralischen Weltmeistern zu tun bekommen, die in ihrem eigenen Leben nichts zustande bringen. Vorsprung durch Technik – für jene erfolgsverliebte bürgerliche Mittel- und Oberschicht, die sich politisch gerade nicht mehr repräsentiert fühlt. Alle vernünftigen Deutschen, zumindest aber die Nettosteuerzahler, sollten Döllner dankbar sein, wenn es ihm gelingt, damit wenigstens die wichtigsten Arbeitsplätze in Ingolstadt zu retten.“ Das war die Zeitung DIE WELT.
Die GLOCKE aus Oelde nimmt den Audi-Chef ebenfalls in Schutz: „Welcher deutsche Unternehmenschef mit Interessen in den USA würde in schwierigen Zeiten die Einladung eines US-Präsidenten ablehnen? Betriebsräte und Gewerkschaften sollten sich lieber auf die Frage konzentrieren, wie sie dazu beitragen können, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie zu stärken.“
Wirtschaft
ifo Geschäftsklimaindex gestiegen
München 26.10.2026
– Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im Oktober auf 90,2 Punkte, nach 89,9 im September. Dies war auf zuversichtlichere Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage wurde hingegen etwas schlechter eingeschätzt. Die Konjunkturbelebung setzt sich fort.
Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index deutlich gestiegen. Die Unternehmen beurteilten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Erwartungen substanziell besser. Beide Indikatoren drehten erstmals seit mehr als drei Jahren wieder ins Plus. Die Zahl der Neuaufträge ist gestiegen. Infolgedessen planen die Unternehmen die Produktion zu steigern.
Im Dienstleistungssektor erlitt das Geschäftsklima einen Dämpfer. Die Unternehmen waren unzufriedener mit den laufenden Geschäften. Die Erwartungen fielen hingegen besser aus. Positiv stachen die IT-Dienstleister hervor.
Im Handel hat sich der Indikator nicht bewegt. Auf der einen Seite beurteilten die Händler ihre aktuelle Lage schlechter. Auf der anderen Seite hellten sich ihre Erwartungen etwas auf. Der Großhandel entwickelte sich besser als der Einzelhandel.
Im Bauhauptgewerbe ist der Index gestiegen. Die Unternehmen waren spürbar zufriedener mit den laufenden Geschäften. Auch die Erwartungen legten leicht zu.
Politik
Förderung von Investitionen in Deutschland
Berlin 20.10.2026
– In seiner Eröffnungsrede auf der Konferenz „Deutschland – ein Land für Investitionen“ betonte Friedrich Merz, dass Deutschland ein bedeutender Industrie- und Wirtschaftsstandort sei. Das Gütesiegel „Made in Germany“ genieße weltweit nach wie vor hohes Ansehen, und viele Länder seien bestrebt, deutsche Industrieprodukte zu erwerben. Deutschland biete zudem Unternehmern ein attraktives Umfeld, um ihre geschäftlichen Vorhaben zu verwirklichen und ihre unternehmerischen Ziele zu erreichen.
Merz rief die deutschen Wirtschafts- und Industrievertreter dazu auf, diesen guten Ruf durch die ständige Weiterentwicklung ihrer Technologien zu wahren und die Beziehungen zu Partnern in der globalen Wirtschaft zu stärken. Ziel sei es, Deutschland dauerhaft als ein weltweit führendes Zentrum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft zu erhalten.
An der Konferenz „Deutschland – ein Land für Investitionen“ nehmen führende Persönlichkeiten aus Industrie und Wirtschaft aus Europa, Nord- und Südamerika, China, Japan sowie weiteren Teilen Asiens teil.
Politik
Betonung der Stärke von Wirtschaft und Produktion.
Berlin 20.10.2026
– Dies unterstrichen der Bundeskanzler Friedrich Merz, die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und der Finanzminister Lars Klingbeil in einer gemeinsamen Erklärung nach Abschluss der Konferenz „Investitionen in Deutschland“, die an diesem Dienstag, dem 20. Oktober, in Berlin stattfand. Sie hoben die Bedeutung des Investorenschutzes sowie der Förderung von Investitionen in Deutschland hervor und verwiesen zudem auf eine neue Dynamik im deutschen Wirtschaftsgeschehen.
Foto: © PWO
Politik
Empfehlungen des Bundeszentrums Weidetiere und Wolf
Berlin 20.10.2026
– Nachdem eine im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) veröffentlichte Publikation zu wolfsabweisenden Herdenschutzzäunen zeitweise zurückgezogen und überarbeitet wurde, bittet die Grünen-Fraktion die Bundesregierung in einer Kleinen Anfrage (21/8683) um Auskunft zu diesem Vorgang sowie inhaltlichen Fragen. Das Bundeszentrum Weidetiere und Wolf (BZWW) habe die im Auftrag des BMLEH erarbeitete Publikation „Empfehlungen für zumutbare Anforderungen an wolfsabweisende Herdenschutzzäune“ im Mai 2026 kurzzeitig veröffentlicht, schreiben die Fragesteller. Dann habe sie die Online-Veröffentlichung bis zum Erscheinen einer überarbeiteten Fassung im August 2026 ausgesetzt.
Die Fraktion erkundigt sich nach den Gründen für die zwischenzeitliche Aussetzung und Überarbeitung der Publikation. In Bezug auf den Überarbeitungsprozess geht es den Abgeordneten um verschiedene Detailfragen. Auch zum Einbezug von Expertinnen und Experten wollen die Fragesteller Näheres wissen. Zudem weist die Fraktion auf ihrer Ansicht nach fehlende und fehlerhafte Quellenangaben hin und fragt die Bundesregierung nach den Gründen dafür. Weitere Punkte betreffen etwa die wissenschaftliche Evaluierung der Empfehlungen sowie kritische Nachfragen zur genutzten Datenerhebung.
Politik
Einsatz des Hormons PMSG in der Landwirtschaft
Berlin 20.10.2026
– Herstellung, Zulassung und Einsatz des Hormons Equines Choriongonadotropin (eCG), besser bekannt als Pregnant Mare Serum Gonadotropin (PMSG), ist Thema einer Kleinen Anfrage (21/8572) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Das vor allem in der konventionellen Schweinezucht eingesetzte PMSG wird durch Blutentnahme von trächtigen Stuten gewonnen.
Die Bundesregierung soll zunächst den Einsatz PMSG-haltiger Tierarzneimittel seit dem Jahr 2019 in Dosen sowie dem jährlichen Verkaufsvolumen beziffern. In weiteren Fragen bezieht sich die Grünen-Fraktion unter anderem auf die Herstellerstandorte der in Deutschland zugelassenen Arzneimittel, insbesondere mit Blick auf China. Auch soll die Bundesregierung mehrere Fragen zu Tierschutzstandards bei der Gewinnung des Wirkstoffs.
Politik
Climate, Peace and Security
Berlin 21.10.2026
– Der Policy Brief untersucht, wie der Zusammenhang zwischen Klima, Frieden und Sicherheit besser in die UN-Klimaverhandlungen (UNFCCC) integriert werden kann. Während jüngste Initiativen wie die „COP28 Declaration on Climate, Relief, Recovery and Peace“ wichtige Grundlagen geschaffen haben, identifiziert der Policy Brief konkrete Ansatzpunkte innerhalb der Verhandlungen zu Anpassung, Klimaschutz sowie Verlusten und Schäden. Er bietet konkrete Empfehlungen an, wie der Zusammenhang nicht nur anerkannt, sondern auch in die Verhandlungen und die Umsetzung im Rahmen der COP31 und darüber hinaus eingebettet werden kann.
Er baut auf zwei von Germanwatch und der Arbeitsgruppe für Frieden und Entwicklung (FriEnt) organisierten Expertenrunden auf, an denen Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der deutschen Bundesregierung teilnahmen.
Politik
Weltbank: Klimafinanzierung nur ein Randthema
Berlin 21.10.2026
– Nach der Jahrestagung von IWF und Weltbank hat die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch eine ernüchternde Bilanz gezogen. Internationale Klimafinanzierung war nur ein Randthema, das vor allem Gastgeber Thailand unter dem Stichwort „Resilienz“ einbrachte. Weite Teile Bangkoks hatten noch vor zwei Wochen schwere Überschwemmungen erlebt. Die offizielle Agenda bestimmte stattdessen die Mobilisierung privaten Kapitals.
„Private Investitionen sind unbedingt notwendig, um die enormen Finanzierungsbedarfe für Klimaschutz und die Anpassung an die Klimakrise zu decken. Aber privates Kapital kann die öffentliche Klimafinanzierung nicht ersetzen – es sollte sie sinnvoll ergänzen”, betont Ute Sudmann, Leiterin des Bereichs Zukunftsfähige Finanzflüsse bei Germanwatch, die die Tagung vor Ort beobachtet hat. “Bisher werden private Gelder weder im Anpassungsbereich noch in den am wenigsten entwickelten Staaten ausreichend zur Verfügung gestellt. Investitionen zum Beispiel in den Hochwasserschutz sind aufgrund fehlender Rendite für private Investoren häufig wenig attraktiv, aber für Länder wie beispielsweise Thailand unerlässlich. Hinzu kommt, dass viele Entwicklungsländer zunehmend unter einer hohen Schuldenlast leiden, die ihren finanziellen Spielraum für dringend notwendige Klimaschutz- und anpassungsmaßnahmen weiter einschränkt.“
Xingu Finance Talks
Positiv hebt Germanwatch die erstmals durchgeführten Xingu Finance Talks hervor. Das neue Dialogformat im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen sollte praktische Lösungen für die Schaffung von fiskalischen Spielräumen für Klimainvestitionen sowie niedrigere Kapitalkosten durch Risikoteilung und Garantien schaffen. „Wir waren von der Tiefe der Diskussionen dort beeindruckt”, so Ute Sudmann. „Es ist wichtig und sinnvoll, eine Brücke zwischen der Klimawelt und der Finanzwirtschaft zu bauen und verschiedene Akteure zusammenzubringen. Entscheidend ist jetzt, dass die Ergebnisse und erste Lösungsansätze zum Beispiel zu fairen Steuersystemen und Abgaben nach dem Verursacherprinzip in die Verhandlungen der nächsten Weltklimakonferenz einfließen und konkrete nächste Schritte vereinbart werden.“
Schwindender Einsatz fürs Klima
Der Elefant im Raum bei den Xingu Finance Talks war der schwindende Einsatz für das Klima. Dazu gehören die Aufhebung des Klimafinanzierungsziels der Weltbank sowie die sinkenden öffentlichen Klimafinanzierungsbeiträge vieler Industrieländer. Auch in Deutschland sinken diese massiv: von 6,1 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 4,7 Milliarden Euro im Jahr 2025. Dieser Abwärtstrend wird voraussichtlich auch in 2026 und 2027 fortgesetzt – aufgrund gekürzter Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit. Dabei hatte Deutschland 2021 zugesagt, mindestens sechs Milliarden Euro jährlich zu zahlen.
“Die Bundesregierung muss diesen Kurs schnellstmöglich korrigieren und die Mittel im Haushalt 2027 wieder deutlich aufstocken“, fordert Anja Gebel, Referentin für öffentliche Finanzen und Klima bei Germanwatch. „Klimaschutz und -anpassung sind eine Investition, die sich auszahlt. Sie liegt im ureigenen Interesse Deutschlands. Eine verlässliche internationale Klimafinanzierung stärkt nicht nur den globalen Klimaschutz, sondern dient ebenso Deutschlands wirtschafts-, außen- und sicherheitspolitischen Interessen. Mit einem ambitionierten Beitrag zur Klimafinanzierung stärkt Deutschland das Vertrauen in internationale Vereinbarungen und seine Glaubwürdigkeit als verlässlicher Partner.“
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ifo Institut: Exporterwartungen gestiegen




