Wirtschaft
Anteil ausländischer Ärzte gestiegen
Wiesbaden 25.02.2026
42 % aller zugewanderten Ärztinnen und Ärzte sind weniger als zehn Jahre in Deutschland
Der Beruf der Ärztin und des Arztes war 2024 der am zweithäufigsten anerkannte ausländische Berufsabschluss
– In Deutschland arbeiten immer mehr ausländische Ärztinnen und Ärzte. In der Human- und Zahnmedizin ist ihr Anteil in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hatten 13 % oder 64 000 Ärztinnen und Ärzte im Jahr 2024 keine deutsche Staatsangehörigkeit. Zehn Jahre zuvor waren es noch 7 % oder 30 000. Zum Vergleich: Bei den Erwerbstätigen insgesamt lag der Anteil jener mit ausländischer Staatsangehörigkeit 2024 bei 15 % (2014: 9 %). Von den ausländischen Ärztinnen und Ärzten im Jahr 2024 war knapp die Hälfte (49 %) jünger als 35 Jahre, unter den deutschen Ärztinnen und Ärzten waren es 18 %.
121 000 Ärztinnen und Ärzte nach Deutschland zugewandert
Dass vor allem in den vergangenen zehn Jahren viele Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland nach Deutschland gekommen sind, zeigt sich auch mit Blick auf die Einwanderungsgeschichte der Erwerbstätigen. In der Human- und Zahnmedizin arbeiteten 2024 insgesamt 121 000 aus dem Ausland zugewanderte Ärztinnen und Ärzte, das war knapp ein Viertel (24 %) der gesamten Ärzteschaft. Ein Teil der zugewanderten Ärztinnen und Ärzte besitzt inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft, wie die oben angeführten Zahlen zur Staatsangehörigkeit dieser Berufsgruppe zeigen. 51 000 oder 42 % der zugewanderten Ärztinnen und Ärzte waren weniger als zehn Jahre in Deutschland. Dabei kann keine Aussage darüber getroffen werden, ob die Zugewanderten in der Human- und Zahnmedizin ihre Ausbildung bereits vollständig im Ausland abgeschlossen hatten.
Gut 7 600 ausländische Abschlüsse in Human- und Zahnmedizin wurden 2024 voll anerkannt
Neben dem Medizinstudium und der Approbation hierzulande können auch im Ausland erworbene Abschlüsse mit voller Gleichwertigkeit anerkannt werden. Im Jahr 2024 waren Ärztinnen und Ärzte nach Pflegefachfrauen und -männern die Berufsgruppe mit den zweitmeisten Anerkennungen ausländischer Abschlüsse. Rund 7 000 Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Abschluss erhielten die Anerkennung mit voller Gleichwertigkeit in Deutschland. Darunter waren 21 % oder gut 1 400 Deutsche, gefolgt von 11 % oder knapp 800 Syrerinnen und Syrern. Zahnärztinnen und Zahnärzte lagen auf Rang 7 der Berufe mit den meisten Anerkennungen ausländischer Abschlüsse. Im Jahr 2024 wurden in der Zahnmedizin knapp 700 ausländische Abschlüsse als voll gleichwertig anerkannt. Die meisten Anerkennungen erhielten auch hier deutsche Zahnärztinnen und Zahnärzte (46 % oder rund 300), gefolgt von syrischen (12 % oder rund 100).
2 600 Deutsche studierten zuletzt Humanmedizin in Österreich, 1 900 in Ungarn
Die Daten über die Anerkennung ausländischer Abschlüsse zeigen, dass viele Medizinstudierende aus Deutschland den Umweg über ein Studium im Ausland wählen – oft um die Zulassungsbeschränkungen des Studienfachs hierzulande zu umgehen. Nach den aktuellsten Daten zu deutschen Medizinstudierenden im Ausland studierten im Berichtsjahr 2023 in Österreich rund 2 600 deutsche Studierende Humanmedizin, in Ungarn waren es 2024 knapp 1 900. Auch in der Zahnmedizin zog es die meisten deutschen Auslandsstudierenden nach Österreich (500) und Ungarn (300).
30 % mehr Studienanfängerinnen und -anfänger in der Humanmedizin binnen zehn Jahren
In Deutschland ist die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger im 1. Fachsemester in der Humanmedizin in den vergangenen Jahren nahezu kontinuierlich gestiegen. Im Wintersemester 2024/2025 begannen 15 900 Studierende ein Studium der Humanmedizin. Das waren 30 % mehr als zehn Jahre zuvor (Wintersemester 2014/2015: 12 200). In der Zahnmedizin hat sich die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in den vergangenen Jahren kaum verändert und lag im Wintersemester 2024/2025 mit knapp 2 000 Studierenden lediglich um 1 % über der im Wintersemester 2014/2015. Zum Vergleich: Die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger im 1. Fachsemester ist über alle Fächergruppen hinweg im selben Zeitraum um 3 % gesunken auf 651 000 im Wintersemester 2024/2025.
Knapp ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte ist 55 Jahre und älter
Ein großer Teil der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland dürfte in den nächsten Jahren altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden: Im Jahr 2024 waren 31 % der Ärztinnen und Ärzte in der Human- und Zahnmedizin 55 Jahre und älter. Der Anteil dieser Altersgruppe lag damit über dem bei allen Erwerbstätigen (27 %). Insgesamt ist die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in der Human- und Zahnmedizin binnen zehn Jahren zwar um gut ein Fünftel (21 %) auf 497 000 im Jahr 2024 gestiegen. Doch auch der Anteil der Altersgruppe 55plus hat bei den Ärztinnen und Ärzten zugenommen: Zehn Jahre zuvor hatte er in der Human- und Zahnmedizin noch bei 29 % gelegen. Dagegen ist der Anteil der Medizinerinnen und Mediziner im mittleren Alter gesunken: 47 % waren 35 bis 54 Jahre alt, 2014 waren es noch 52 %. Der Anteil junger Berufskolleginnen und -kollegen unter 35 Jahren ist leicht gestiegen und lag zuletzt bei 22 % (2014: 19 %). Einen großen Anteil daran haben die ausländischen Ärztinnen und Ärzte: Von ihnen war im Jahr 2024 knapp die Hälfte (49 %) jünger als 35 Jahre.
Ärztinnen und Ärzte arbeiteten 2024 rund sechs Stunden pro Woche mehr als Erwerbstätige insgesamt
Die Arbeitszeiten von Ärztinnen und Ärzten in der Human- und Zahnmedizin sind in den vergangenen zehn Jahren im Vergleich zu den Erwerbstätigen insgesamt überdurchschnittlich stark gesunken. Ein Grund für diese Entwicklung ist der gestiegene Anteil der Teilzeitarbeit. Arbeiteten 2014 noch 15 % der Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit, waren es 2024 bereits 28 %. Bei den Erwerbstätigen insgesamt stieg der Anteil im selben Zeitraum von 28 % auf 31 %.
Dennoch zählen Ärztinnen und Ärzte nach wie vor zu den Erwerbstätigen mit überdurchschnittlich langen Arbeitszeiten. 2024 leisteten sie normalerweise im Durchschnitt 40,3 Stunden pro Woche (46,0 Stunden in Vollzeit, 25,6 Stunden in Teilzeit). Das waren rund sechs Stunden pro Woche mehr als bei Erwerbstätigen insgesamt, die durchschnittlich 34,4 Stunden pro Woche arbeiteten (40,3 Stunden in Vollzeit, 20,9 Stunden in Teilzeit).
Innerhalb der Human- und Zahnmedizin unterscheiden sich die Arbeitszeiten je nach Fachrichtung teils erheblich. In der Chirurgie arbeiteten Fachärztinnen und Fachärzte in Vollzeit im Schnitt 49,7 Stunden pro Woche und damit rund sechseinhalb Stunden mehr als Zahnärztinnen und Kieferorthopäden (43,1 Wochenstunden in Vollzeit).
Berlin
Wer bestimmt, wie wir 2046 reisen?
Berlin 14.04.2026
– Von KI-Agenten, die unsere Reisen buchen, bis hin zu Städten, die Besucherzugänge begrenzen: Ein neuer Executive Brief 2026 von Phocuswright und der ITB Berlin zeigt, wie Vertrauen, Daten und Ungleichheit das globale Reisen in den kommenden zwei Jahrzehnten neu definieren könnten.
Wer wird das Reisen im Jahr 2046 bestimmen: KI-Konzerne, Staaten oder die Reisenden selbst? Wovon hängt in einer KI-geprägten Branche künftig der wirtschaftliche Erfolg ab? Und bleibt Reisen für alle zugänglich – oder wird es zum Privileg? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des ersten „Leadership Exchange“, den das international tätige Marktforschungs- und Analyseunternehmen für die Reisebranche Phocuswright gemeinsam mit der ITB Berlin am 3. März 2026 im CityCube Berlin veranstaltete.
Ein Blick ins Jahr 2046: KI-Unternehmen steuern globale Datenströme, Reisende verlassen sich auf intelligente Assistenten bei der Reiseplanung- und buchung, und manche Destinationen begrenzen den Zugang, um dem Massentourismus entgegenzuwirken. Das ist keine Science-Fiction, sondern eines von mehreren realistischen Zukunftsszenarien, die führende Köpfe der Reisebranche im Rahmen des nicht öffentlichen Leadership Exchange auf der ITB Berlin 2026 diskutiert haben.
Beim Leadership Exchange kamen Branchenexperten in einem vertraulichen Rahmen nach der Chatham-House-Regel zusammen. In einem Thinktank-Format diskutierten sie vier zentrale Fragen: Wem gehört das Vertrauen? Wo liegt der wirtschaftliche Wert in einer Branche, die von KI bestimmt wird? Ist Reisen ein Recht für alle oder ein Privileg? Und wird die Branche von wenigen großen Akteuren dominiert – oder zunehmend fragmentiert? Ziel war es, über reine Trenddebatten hinauszugehen und konkrete, umsetzbare Impulse für Unternehmen, Politik und weitere Akteure in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen zu liefern.
In allen Diskussionen wurde ein klares Bild sichtbar: Künstliche Intelligenz wird das Reisen deutlich einfacher und reibungsloser machen – und dabei zugleich die Machtverhältnisse in der Branche grundlegend verschieben.
„Die Reisebranche steht vor einem strukturellen Wandel, wie wir ihn seit den Anfängen der Digitalisierung nicht mehr erlebt haben“, sagte Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin. „Mit dem Leadership Exchange haben wir ein Format geschaffen, in dem Entscheider nicht nur über die Zukunft sprechen, sondern sie aktiv mitgestalten. Die Entscheidungen, die wir jetzt in Bezug auf Vertrauen, Daten und Wertschöpfung treffen, werden die Branche über Jahrzehnte prägen.“
Vertrauen wird zur neuen Währung
In einer von KI geprägten Welt ist Vertrauen nicht mehr fest an einzelne Anbieter gebunden. Es verteilt sich auf viele Ebenen – und gewinnt gerade dadurch an Bedeutung. Vertrauen entsteht heute nicht mehr primär durch Marken oder direkte Erfahrungen, sondern aus vielen kleinen Faktoren: etwa aus Bewertungen, nutzergenerierten Inhalten und jeder einzelnen Interaktion entlang der Customer Journey. Deshalb muss Vertrauen gezielt in alle Schritte der Reise eingebettet werden.
Gleichzeitig führen immer mehr KI-gestützte Buchungs- und Entscheidungskanäle dazu, dass Verantwortlichkeiten schwerer nachvollziehbar werden. Das erhöht kurzfristig das Risiko größerer, sogenannter „katastrophaler“ Vertrauensbrüche.
„Vertrauen ist kein Algorithmus. Es gibt kein einfaches Rezept – und künftig werden nicht nur Unternehmen, sondern auch Konsumenten danach bewertet, wie vertrauenswürdig sie sind“, sagte Mieke De Schepper, CEO der Sunweb Group.
KI verschiebt den Wert – und stellt Marken vor neue Herausforderungen
Wenn KI-Agenten Suche und Reiseplanung zunehmend übernehmen, wird Personalisierung zur größten Chance der Branche. Reiseerlebnisse lassen sich in Echtzeit individuell zuschneiden – auf Basis umfangreicher Datenanalysen und persönlicher Vorlieben.
Diese Entwicklung hat jedoch auch Konsequenzen: Klassische Anbieter könnten an Bedeutung verlieren, und selbst starke Marken riskieren, an Einfluss einzubüßen, wenn nicht mehr die Marke, sondern die „maßgebliche Informationsquelle“ zum entscheidenden Faktor wird.
„Bis 2029 wird die klassische Reiseinspiration und -suche fast keine Rolle mehr spielen. Im Mittelpunkt stehen künftig persönliche Agenten, die in unserem Auftrag handeln“, sagte Timothy O’Neil-Dunne, Strategieberater bei T2Impact.
Reisen wird leichter – und zugleich ungleicher
Technologische Entwicklungen können Reisen künftig deutlich vereinfachen und für mehr Menschen zugänglich machen. Gleichzeitig bleiben grundlegende Spannungen bestehen: Mehr Mobilität kann zwar offene, vernetzte Gesellschaften fördern, führt jedoch auch zu wachsendem Massentourismus und belastet vielerorts Infrastruktur und Lebensräume.
Parallel dazu bestimmen wirtschaftliche Ungleichheit, geopolitische Entwicklungen und regulatorische Rahmenbedingungen zunehmend darüber, wer reisen kann. Mobilität entwickelt sich damit weniger zu einem universellen Recht als vielmehr zu einem selektiven Privileg.
„Um Migration und Massentourismus zu steuern, könnte Reisen zunehmend zu einem Privileg werden. Staaten könnten den Tourismus entweder über strengere Visa-Regeln begrenzen oder Menschen durch Preisgestaltung vom Reisen ausschließen“, sagte Stephen Joyce, Global Strategy Lead bei Protect Group.
Foto: VOLKMAR OTTO © ITB Berlin
Wirtschaft
Schrumpfen der Industrie in Deutschland besonders problematisch
München 14.04.2026
– Ein Schrumpfen der Industrie ist nach Ansicht von ifo-Präsident Clemens Fuest in Deutschland besonders problematisch, weil hier ländliche Regionen stärker davon betroffen sind als in vergleichbaren Ländern. „Wenn die Industrie schrumpft, ohne dass neue, hochproduktive Branchen entstehen, ist der Wohlstand bedroht. Besonders gefährdet sind ländliche Regionen, die auf industriegetriebene Wertschöpfung, Investitionen und gut bezahlte Arbeitsplätze angewiesen sind“, sagt er.
Anders als in einigen anderen Volkswirtschaften sei die deutsche Industrie stark regional verteilt, begründet Fuest seine Sorge. Zahlreiche Mittelständler und familiengeführte Unternehmen seien in ländlichen Regionen verwurzelt und hätten dort für Wohlstand und Stabilität gesorgt. Verliere diese Basis an Gewicht, drohe nicht nur ein gesamtwirtschaftlicher Rückgang, sondern ein deutlicher Rückfall vieler ländlicher Gebiete mit erheblichen ökonomischen und politischen Folgen.
Der ifo-Präsident fordert deshalb entschiedene Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit: Bürokratieabbau, eine kostengünstigere Energieversorgung sowie Entlastungen bei Steuern und Abgaben, um die industrielle Grundlage in den Regionen zu sichern und regionale Wohlstandsunterschiede zu begrenzen.
Politik
ifo Institut: Iran-Konflikt belastet Reisebranche stark
München 10.04.2026
– Das Geschäftsklima bei Reisebüros und Reiseveranstaltern hat sich im März stark abgekühlt. Der Branchenindikator des ifo Instituts fiel auf minus 41,7 Punkte, nach minus 14,8 Punkten im Februar. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage erheblich zurückhaltender als noch im Februar, auch die Geschäftserwartungen haben sich deutlich verschlechtert. „Die geopolitische Situation führt zu hoher Verunsicherung bei Reisenden und Reiseunternehmen, besonders für Reisen über die Golfstaaten im Nahen Osten“, sagt ifo-Branchenexperte Patrick Höppner.
Seit der Eskalation des Konflikts Ende Februar wurden für wichtige Transitländer mit Drehkreuzflughäfen in der Golfregion Reisewarnungen ausgesprochen: Viele Flugreisende mit Reisezielen in Asien steigen dort um. Nach Zahlen der Luftverkehrsstatistik des Statistischen Bundesamts hatten 2025 etwa 2,7 Millionen Flugpassagiere mit Start auf einem Hauptverkehrsflughafen in Deutschland ein erstes Streckenziel in Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dies entsprach etwa 5,9 Prozent aller abfliegenden Passagiere mit einem ersten Streckenziel außerhalb der Europäischen Union.
Mit der Türkei und Ägypten grenzen zudem zwei wichtige Reisezielländer an die Konfliktregion: 2025 flogen etwa 20,3 Prozent der Flugreisenden, die aus Deutschland in ein Zielland außerhalb der Europäischen Union reisten, in die Türkei. Der entsprechende Anteil lag für Ägypten bei etwa 4,8 Prozent. Die Monate Januar und Februar sind traditionell die buchungsstärksten Monate für Urlaubsreisen. „Viele Reisebüros und Reiseveranstalter mussten für bereits gebuchte Reisen in oder über Länder im Nahen Osten Umbuchungen oder Stornierungen vornehmen“, erklärt Höppner.
Der Anteil der Reisebüros und Reiseveranstalter, der in den ifo Konjunkturumfragen für die kommenden Monate von steigenden Preisen für Reisedienstleistungen ausgeht, hat sich im März erhöht: Einer der Gründe ist der Anstieg der Treibstoffkosten in den vergangenen Wochen, der perspektivisch An- und Abreiseflüge verteuern kann. „Ein Anstieg der Inflationsrate dürfte die Reisebudgets vieler Urlauberinnen und Urlauber im weiteren Jahresverlauf belasten“, sagt Höppner.
Wirtschaft
Deutsche Wirtschaftsinstitute warnen vor schweren Einbußen für die Weltwirtschaft
Berlin 01.04.2026
– Wirtschaftsexperten von sieben wirtschaftswissenschaftlichen Instituten deutscher Universitäten befürchten, dass die iranische Blockade der Straße von Hormus die Energieknappheit in Industrie- und Entwicklungsländern massiv verschärfen wird. Sie warnten zudem, dass ein anhaltender Konflikt im Nahen Osten ähnliche Folgen wie die COVID-19-Pandemie haben könnte.
Auf ihrer Konferenz am Mittwoch präsentierten die Experten ihre Prognosen für die deutsche und die Weltwirtschaft. Sie sagten voraus, dass Deutschland 2026 nach der aktuellen Stagnation kein signifikantes Wirtschaftswachstum mehr verzeichnen werde und rechneten mit einem Produktionsanstieg von lediglich 0,6 % gegenüber 2025. Für 2027 prognostizierten sie einen leichten Anstieg auf 0,9 %, eine moderate Verbesserung, die etwas Entlastung bringen und eine vorsichtige Entspannung der Wirtschaftslage ermöglichen würde.
Foto: © PWO
Wirtschaft
ifo Institut: Geschäftsklima in der Chemie deutlich verschlechtert
München 02.04.2026
– Das Geschäftsklima in der Chemischen Industrie hat sich im März deutlich verschlechtert. Der Branchenindikator des ifo Instituts fiel auf minus 25,0 Punkte, nach minus 16,7* Punkten im Februar. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage mit minus 31,9 Punkten erheblich schlechter als im Februar mit minus 21,2* Punkten. Auch die Erwartungen trübten sich deutlich ein und sanken von minus 12,1* auf minus 17,9 Punkte. „Die Folgen der Kriegshandlungen im Nahen Osten treffen die ohnehin angeschlagene Chemiebranche mit voller Wucht“, sagt ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.
Die Chemische Industrie litt bereits vor dem Iran-Krieg unter einem ausgeprägten Auftragsmangel, der sich im März weiter verschärfte. Hinzu kommen nun die stark gestiegenen Kosten für Rohöl, Rohstoffe und Energie. Um den Kostendruck aufzufangen, planen die Unternehmen mit deutlich höheren Preisen. Gleichzeitig brachen die Beschäftigungserwartungen mit minus 32,1 Punkten auf ein historisches Tief ein. „Die Unternehmen können die schwierigen Rahmenbedingungen kaum beeinflussen; ihnen bleibt daher nur der Abbau von Arbeitsplätzen als Handlungsspielraum“, sagt Wolf.
Wirtschaft
Viele Eier aus Holland
Wiesbaden 02.04.2026
– Ob bemalt, gefärbt oder ausgeblasen – bunte Eier gehören an Ostern für viele dazu. Ein Teil der hiesigen Versorgung mit Hühnereiern wird durch Importe aus den Nachbarländern sichergestellt. Aus den Niederlanden stammten 3,7 Milliarden (68,7 %) der im Jahr 2025 importierten frischen Hühnereier, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Weitere wichtige Eier-Lieferanten waren Polen mit einem Anteil an den Eier-Einfuhren von 15,9 % (861 Millionen) und Belgien mit 3,5 % (190 Millionen).
Insgesamt wurden 5,4 Milliarden Eier im Jahr 2025 importiert. Demgegenüber standen Exporte von 1,2 Milliarden Eiern und eine heimische Produktion von 13,7 Milliarden Eiern. Die Zahl der importierten Eier ist zurückgegangen: Im Jahr 2025 wurden 3,8 % weniger Eier importiert als im Vorjahr (5,6 Milliarden). In den vergangenen zehn Jahren sank die Importmenge um 20,9 % (2015: 6,9 Milliarden Eier). Auch die Zahl der exportierten Eier ist gesunken: Im Jahr 2025 waren es 11,6 % weniger ausgeführte Eier als im Vorjahr (1,4 Milliarden) und 40,1 % weniger als im Jahr 2015 (2,1 Milliarden). Die inländische Eierproduktion hingegen ist in den vergangenen zehn Jahren um 16,4 % gestiegen (2015: 11,8 Milliarden).
Eier-Verbrauch pro Kopf gestiegen
Ob als Osterei, Backzutat oder Frühstücksei: Der Verbrauch von Eiern in Deutschland ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Der durchschnittliche Verbrauch lag im Jahr 2025 nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung(BLE) bei 252 Eiern pro Kopf. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Verbrauch um vier Eier pro Kopf. 2015 waren es 228 Eier pro Kopf.
Wirtschaft
Tai Chi und Yoga in der COPD-Rehabilitation
Berlin 02.04.2026
– Achtsamkeitsbasierte Körperübungen wie Tai Chi und Yoga können die Lungenfunktion und körperliche Leistungsfähigkeit bei Menschen mit COPD signifikant verbessern. Diese Übungen stellen somit eine mögliche nicht-medikamentöse Ergänzung in der Rehabilitation dar.
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) stellt weltweit ein Gesundheitsproblem dar. Achtsamkeitsbasierte Körperübungen wie Tai Chi und Yoga werden zunehmend als nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Behandlung von COPD diskutiert. Eine aktuelle Metaanalyse hat nun den Einfluss dieser Körper-Geist-Übungen auf die Lungenfunktion und körperliche Leistungsfähigkeit bei Menschen mit stabiler COPD. Ziel war es, ihre Wirksamkeit innerhalb der Rehabilitation zu ermitteln.
Können Tai Chi und Yoga eine Rolle in der COPD-Rehabilitation spielen?
Ein systematischer Review in medizin-wissenschaftlichen Datenbanken identifizierte relevante randomisierte kontrollierte Studien bis April 2024. Primäre Endpunkte waren Messungen der Lungenfunktion (FEV1, FVC, FEV1/FVC, FEV1%) sowie die Ergebnisse des 6-Minuten-Gehtests.
Systematischer Review und Metaanalyse über 15 randomisierte, kontrollierte Studien
Insgesamt wurden 15 Studien mit 1 047 Studienteilnehmern in die Metaanalyse einbezogen. Die achtsamkeitsbasierten Körperübungen führten zu signifikanten Verbesserungen bei folgenden Messwerten der Lungenfunktion: FEV1 (Mittelwertdifferenz, MD: 0,87), FEV1/FVC (MD: 0,19), FEV1% (MD: 0,43) sowie beim 6-Minuten-Gehtest (MD: 1,21) im Vergleich zur Standardbehandlung. Die Ergebnisse wurden durch Sensitivitätsanalysen und Subgruppenanalysen bestätigt, was die Robustheit der Ergebnisse unterstreicht. Allerdings war eine gewisse Heterogenität zwischen den Studien vorhanden, berichteten die Autoren.
Signifikante Verbesserungen durch Körper-Geist-Übungen
Achtsamkeitsbasierte Körperübungen wie Tai Chi und Yoga können demnach die Lungenfunktion und die körperliche Leistungsfähigkeit bei stabiler COPD verbessern. Die Studienautoren halten eine Integration dieser Übungen in ganzheitliche Rehabilitationsprogramme deshalb für sinnvoll. Zukünftige Studien sollten den spezifischen Einfluss unterschiedlicher Übungstypen und -intensitäten weiter untersuchen.
Wirtschaft
Unternehmen planen mit höheren Preisen
München 30.03.2026
– Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen. Der ifo Indikator kletterte im März auf 25,3 Punkte, nach 20,3 Punkten im Februar. Das ist der höchste Wert seit März 2023. „Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Die hohen Energiepreise dürften die Inflation in den kommenden Monaten erhöhen.“
Der jüngste Anstieg der Preiserwartungen steht laut Wohlrabe im Zusammenhang mit deutlich höheren Preisen für Rohöl, Gas und Strom infolge des Kriegs im Nahen Osten. Nachdem die Energiekomponente die Inflation zuletzt gedämpft hatte, zeichnet sich nun eine Umkehr ab. „Die Unternehmen geben steigende Kosten zunehmend weiter“, so Wohlrabe. „Über höhere Produktions- und Transportkosten werden die Energiepreise auch auf Waren und Dienstleistungen durchschlagen.“
Besonders stark fiel der Anstieg der Preiserwartungen in der Industrie aus: Dort legten sie von 13 auf 20 Punkte zu. Auch im Baugewerbe zogen sie deutlich an, von 10 auf 20,2 Punkte. Die konsumnahen Dienstleister erhöhten ihre Preiserwartungen kräftig von 25,1 auf 31,6 Punkte. Auch die unternehmensnahen Dienstleister (inklusive Großhandel) planen öfter mit steigenden Preisen; der Indikator stieg von 24,7 auf 27 Punkte. Die Ergebnisse zeigen, dass der Preisdruck über viele Branchen hinweg wieder zunimmt.
Die Punkte bei den ifo Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem man vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, den prozentualen Anteil derer abzieht, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigten, ihre Preise zu erhöhen, läge der Saldo bei +100 Punkten. Würden alle ihre Preise senken wollen, läge er bei −100. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.
Wirtschaft
Zahl der Campingübernachtungen binnen 20 Jahren mehr als verdoppelt
Wiesbaden 30.03.2026
– Der Boom beim Camping setzt sich fort und hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord erreicht. Mit fast 44,7 Millionen Gästeübernachtungen im Jahr 2025 haben so viele Menschen wie noch nie auf Campingplätzen in Deutschland übernachtet, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Start der Campingsaison mitteilt. Das waren 4,2 % mehr Campingübernachtungen als im Jahr 2024 (42,9 Millionen) und 24,9 % mehr als vor der Pandemie (2019: 35,8 Millionen).
Zahl der Campingübernachtungen binnen 20 Jahren mehr als verdoppelt
Mit Ausnahme der von Reisebeschränkungen und Beherbergungsverboten geprägten Pandemiejahre 2020 und 2021 ist die Zahl der Campingübernachtungen in den vergangenen Jahren nahezu kontinuierlich gestiegen. Binnen 20 Jahren hat sie sich mehr als verdoppelt (+105,5 %): 2005 hatten Campingplätze hierzulande noch 21,7 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Zum Vergleich: Die Übernachtungszahlen über alle Beherbergungsbetriebe hinweg sind im selben Zeitraum um 44,6 % gestiegen.
Jede elfte Gästeübernachtung entfällt auf einen Campingplatz
Rund jede elfte (9,0 %) der insgesamt 497,4 Millionen Gästeübernachtungen im Jahr 2025 fand auf einem Campingplatz statt. Im Pandemiejahr 2020 war sogar jede neunte Übernachtung (11,2 %) auf Campingplätze entfallen, da die Übernachtungszahlen insgesamt damals deutlich stärker eingebrochen waren als die Zahl der Campingübernachtungen. Gegenüber 2024 (8,6 %) ist der Anteil der Campingübernachtungen 2025 wieder gestiegen und lag weiter über dem Vor-Corona-Niveau von 7,2 % im Jahr 2019.
Ostsee und Schwarzwald erneut meistbesuchte Reiseregionen zum Campen
Die meisten Camperinnen und Camper zog es auch 2025 an die schleswig-holsteinische Ostsee mit 3,5 Millionen Übernachtungen, darunter 3,4 Millionen von Gästen aus dem Inland. Dahinter folgten ebenfalls wie im Jahr zuvor der Schwarzwald (2,6 Millionen Übernachtungen), die niedersächsische Nordseeküste (2,0 Millionen) sowie das bayerische Allgäu (1,8 Millionen). Die Region Bodensee-Oberschwaben (1,7 Millionen) konnte ihren Platz in den Top 5 der meistbesuchten Reiseziele zum Campen zurückerobern und an der mecklenburgischen Ostseeküste (1,6 Millionen) sowie Vorpommern (1,5 Millionen) vorbeiziehen.
Grenznahe Regionen im Südwesten bei Campinggästen aus dem Ausland am beliebtesten
Campinggäste aus dem Ausland zieht es insbesondere in den Südwesten Deutschlands. Sie verbrachten 2025 erneut die meisten Nächte im Schwarzwald (735 000), gefolgt von den Regionen Mosel-Saar (369 000), der rheinland-pfälzischen Eifel (301 000), Bodensee-Oberschwaben (239 000) sowie dem bayerischen Allgäu (162 000).
Höchste Campingdichte in Seenlandschaften
Gemessen am Anteil der Übernachtungen auf Campingplätzen an den Übernachtungen über alle Beherbergungsbetriebe hinweg war das Fränkische Seenland 2025 erneut die Campinghochburg. Fast jeder zweite Gast (47,1 %) übernachtete dort auf Campingplätzen. Auch im Lausitzer Seenland (37,3 %), im Hegau am Bodensee (33,7 %), in der Holsteinischen Schweiz (31,1 %) sowie in der Region Haßberge in Franken (26,4 %) hatte Camping einen hohen Anteil an allen Übernachtungen. Bundesweit lag der Anteil 2025 im Schnitt bei 9,0 %.
2025 waren Wohnmobilstellplätze 32,2 % teurer als im Jahr 2020
Die Preise für Übernachtungen auf Campingplätzen sind in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als die Übernachtungspreise insgesamt. Im Jahr 2025 waren Übernachtungen auf einem Wohnmobilstellplatz 32,2 % teurer als im ersten Pandemiejahr 2020. Etwas moderater fiel der Preisanstieg bei der Campingplatzgebühr mit +28,7 % gegenüber dem Jahr 2020 aus. Zum Vergleich: Über alle Formen von Unterkünften hinweg haben sich Übernachtungen insgesamt im selben Zeitraum um 26,9 % verteuert, die Verbraucherpreise insgesamt stiegen um 21,9 % gegenüber 2020.
Wirtschaft
Wirtschaft trägt mehr als zwei Drittel der Ausgaben für Forschung und Entwicklung
Berlin, Wiesbaden 27.03.2026
– Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland sind im Jahr 2024 um 3,8 % gegenüber dem Vorjahr auf 137,1 Milliarden Euro gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lag ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach bei 3,17 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1995 (2023: 3,13 %). Deutschland hat damit das Ziel der EU-Wachstumsstrategie „Europa 2020“, mindestens 3 % des BIP für Forschung und Entwicklung aufzuwenden, im Jahr 2024 erneut übertroffen. Das nationale Ziel, wonach die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bis 2025 auf 3,5 % des BIP steigen sollen, wurde dagegen noch nicht erreicht. In die Zahlen fließen alle Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der Wirtschaft, an Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen ein.
Einen bedeutsamen Ausgabenzuwachs im Bereich Forschung und Entwicklung von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr auf 92,5 Milliarden Euro verzeichneten im Jahr 2024 die Unternehmen. Damit bestritt die Wirtschaft weiterhin mehr als zwei Drittel der Gesamtausgaben in diesem Bereich. Die Ausgaben der Hochschulen stiegen um 4,7 % auf 24,1 Milliarden Euro. Außeruniversitäre Einrichtungen für Forschung und Entwicklung, zu denen öffentliche und überwiegend öffentlich geförderte Forschungseinrichtungen zählen, wendeten 20,4 Milliarden Euro auf. Das war eine überdurchschnittliche Zunahme von 10,1 %.
Naturwissenschaften und Mathematik führend bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung in außeruniversitären Forschungseinrichtungen
Im Jahr 2024 entfiel ein Großteil (39,9 %) der Ausgaben für Forschung und Entwicklung der außeruniversitären Einrichtungen auf Institutionen, die im Wissenschaftszweig Naturwissenschaften und Mathematik aktiv sind. Hier stiegen die Ausgaben im Vorjahresvergleich um 22,8 % auf 8,2 Milliarden Euro. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung waren die Wissenschaftsgebiete Physik und Astronomie mit Ausgaben von insgesamt 4,4 Milliarden Euro. Dieses Plus von 46,2 % im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf hohe Investitionen bei einer Großforschungseinrichtung zurückzuführen.
Bund und Länder investieren weiterhin hohe Summen in Einrichtungen für Forschung und Entwicklung
Mit einem Zuwachs von 4,6 % gegenüber dem Vorjahr auf 14,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 nahmen die etwa 300 gemeinsam von Bund und Ländern geförderten Einrichtungen ohne Erwerbszweck, wie etwa die Institute der Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft, bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung den Spitzenplatz ein. Die übrigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen wendeten im gleichen Zeitraum zusammen 6,0 Milliarden Euro (+26,0 %) für Forschung und Entwicklung auf. Den prozentual stärksten Zuwachs erzielten dabei mit +54,9 % zum Vorjahr die sonstigen öffentlich geförderten Organisationen ohne Erwerbszweck, zu denen auch die bereits erwähnte Großforschungseinrichtung gehört.
Leichte Personalzuwächse in außeruniversitären Forschungseinrichtungen
Die Personalsituation in den außeruniversitären Forschungseinrichtungen verbesserte sich auch im Jahr 2024. Diese Entwicklung folgt einem langjährigen Trend, der sowohl das wissenschaftliche Personal als auch die Beschäftigten insgesamt im Bereich der Forschung und Entwicklung betrifft. So nahm die Zahl der auf die volle Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten für Forschung und Entwicklung (Vollzeitäquivalente) beim wissenschaftlichen Personal um 2,1 % auf 67 200 Personen zu. Bei dem weiblichen Forschungspersonal mit wissenschaftlichen Aufgaben war der Anstieg mit +4,1 % ausgeprägter als bei den männlichen Beschäftigten (+0,9 %).
Mit einem Anteil der Frauen von 36,7 % an allen wissenschaftlichen Beschäftigten konnte beim wissenschaftlichen Personal im Jahr 2024 erneut keine Geschlechterparität erreicht werden, wenngleich der Frauenanteil gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte stieg (2023: 36,0 %). Etwas günstiger stellte sich die Situation beim insgesamt in der Forschung und Entwicklung tätigen Personal dar: Hier lag der Frauenanteil im Jahr 2024 bei 42,2 % (2023: 41,9 %).
Wirtschaft
ifo Institut: Stellenabbau verlangsamt sich leicht
München 27.03.2026
– Der Stellenabbau deutscher Unternehmen hat sich im März etwas verlangsamt. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im März auf 93,4 Punkte, nach 93,1 Punkten im Februar. „Die Unternehmen planen zwar etwas seltener, Stellen zu streichen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Es ist aber noch zu früh, um von einer echten Trendwende zu sprechen.“
In der Industrie bleibt der Personalabbau weiter ein zentrales Thema. Nahezu alle Branchen planen, Stellen zu streichen, aber etwas weniger ausgeprägt als zuletzt. „Der strukturelle Anpassungsprozess in der Industrie hält an“, sagt Wohlrabe. Bei den Dienstleistern hat sich das Barometer etwas erholt. Die Pläne zu Entlassungen und Einstellungen halten sich in etwa die Waage. Auch im Baugewerbe planen die Unternehmen, ihre Mitarbeiterzahl weitgehend konstant zu halten. Der Handel will wieder mehr Personal abbauen. „Die aktuelle geopolitische Lage bleibt ein Unsicherheitsfaktor“, sagt Wohlrabe. „Sollten sich die Rahmenbedingungen weiter eintrüben, könnte das auch den Arbeitsmarkt wieder stärker belasten.“
Politik
Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Umwelt
Berlin 26.03.2026
– Wirtschafts- und Technologieministerin Katharina Reiche und Umweltminister Karsten Schneider kündigten eine Zusammenarbeit ihrer Ministerien an, um die Industrie bei der Sicherung qualifizierter Industrie- und Umwelttechnologien zu unterstützen. Sie erklärten außerdem ihre Absicht, die Belastung für Industrieunternehmen durch Reformen der Steuerinfrastruktur zu verringern und gemeinsam mit dem Finanzministerium finanzielle Entlastungen für Industrieunternehmen zu erarbeiten.
Foto: © PWO
Wirtschaft
ifo Institut: Exporterwartungen gefallen
München 26.03.2026
– Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen sanken im März auf minus 0,9 Punkte, nach plus 2,7 Punkten im Februar. „Der Krieg im Iran hat die Unsicherheit unter den Exporteuren merklich erhöht“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. „Viele Unternehmen befürchten eine sinkende Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten.“
Einen deutlichen Schub bei den Exporten erwarten dagegen die Automobilhersteller; der Indikator stieg auf den höchsten Wert seit Juni 2020. Auch die Möbel- und die Elektronikbranche sowie die Getränkeindustrie rechnen mit steigenden Auslandsumsätzen. Im Maschinenbau zeichnet sich derzeit wenig Dynamik ab, ebenso in der Metallerzeugung und -bearbeitung. Mit rückläufigen Ausfuhren rechnen weiterhin das Papiergewerbe, die Druckindustrie sowie die chemische Industrie. „Wie sich die Exportentwicklung in den kommenden Monaten gestaltet, hängt stark vom weiteren Verlauf des Konflikts ab“, sagt Wohlrabe.
Wirtschaft
ifo Institut: Geschäftsklima in Bayern nähert sich dem gesamtdeutschen Niveau
München 23.03.2026
– Die Stimmung in der bayerischen Wirtschaft hat sich seit Jahresanfang verbessert. Demnach ist der ifo Geschäftsklimaindex für Bayern im Februar gestiegen auf minus 6,6 Punkte, nach minus 9,9 Punkten im Januar. „Die Stimmung in der bayerischen Wirtschaft hinkte der gesamtdeutschen etwa zwei Jahre lang hinterher. Inzwischen liegt sie jedoch nahezu auf dem Niveau des bundesdeutschen Durchschnitts“, sagt ifo-Forscherin Daria Schaller.
Im Oktober 2024 lag das bayerische Geschäftsklima mit 9,8 Punkten Differenz am deutlichsten unter dem gesamtdeutschen. Bis Februar 2026 erholte sich das Geschäftsklima im Freistaat jedoch spürbar, während die gesamtdeutsche Stimmung im selben Zeitraum weitgehend stagnierte. Die Differenz schrumpfte in der Folge auf 0,2 Punkte. Die Erholung des Geschäftsklimas in Bayern geht vor allem auf eine weniger pessimistische Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe zurück. „Insbesondere fehlende Aufträge in der Automobilindustrie und bei der Herstellung elektrischer Ausrüstungen drückten lange Zeit auf die Stimmung in der bayerischen Wirtschaft. Inzwischen ist dort eine Erholung zu beobachten“, sagt Schaller.
Auch im Dienstleistungssektor kletterte das bayerische Geschäftsklima auf das gesamtdeutsche Niveau. Treiber waren vor allem die Bereiche Verkehr und Lagerhaltung. Im Handel, insbesondere im Einzelhandel mit Textilien und Möbeln, bewerten die bayerischen Unternehmen ihre Lage und Erwartungen zuletzt sogar besser als der deutsche Durchschnitt. Das regionale Geschäftsklima im bayerischen Bauhauptgewerbe liegt hingegen seit Juli 2020 durchweg unter dem deutschen Durchschnitt. Maßgeblich für die schlechtere Stimmung waren insbesondere der öffentliche und gewerbliche Hochbau sowie der Straßenbau. „Angesichts der weltpolitischen Ereignisse und den damit immer unklareren Rahmenbedingungen ist eine weitere Erholung keineswegs sicher“, sagt Schaller.
Während die deutsche Wirtschaft in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt stagnierte oder nur minimal wuchs, stand der traditionell international stark verflochtene Industriestandort Bayern besonders unter dem Einfluss der Krisen in der Welt und der globalen Nachfrageschwäche. Die bayerische Industrieproduktion verzeichnete einen deutlichen Rückgang, da Schlüsselbranchen wie der Automobilbau und der Maschinenbau durch hohe Energiekosten, US-Zölle und die schwächelnde Weltkonjunktur unter Druck gerieten.
Berlin
Earth Hour 2026: Berlins Hotels schalten eine Stunde Licht aus
Berlin 25.03.2026
– Wenn am Sonnabend, den 28. März, zur „Earth Hour“ weltweit das Licht ausgeschaltet wird, beteiligen sich auch zahlreiche visitBerlin Partnerhotels an der bekannten Aktion des WWF. Zwischen 20:30 und 21:30 Uhr schalten sie symbolisch das Licht aus oder reduzieren die Beleuchtung in Lobbys, Bars und weiteren öffentlichen Bereichen ihrer Häuser. Von Drei-Sterne-Hotels bis zur gehobenen Hotellerie machen die Hotels damit auf den Klimaschutz aufmerksam und ihr Engagement im Umgang mit Energie sichtbar.
Am Brandenburger Tor findet die zentrale Aktion zur „Earth Hour“ in Berlin statt. Um 20:30 Uhr werden auch hier die Lichter ausgeschaltet. Das Rote Rathaus, Schloss Britz sowie die Rathäuser in Neukölln, Köpenick und Treptow beteiligen sich ebenso.
„Die Earth Hour macht sichtbar, dass sich viele Hotels in Berlin mit dem Thema Klimaschutz auseinandersetzen“, sagt Conny Doß, Sprecherin der beteiligten Partnerhotels. „Neben dem symbolischen Charakter steht vor allem die Sensibilisierung von Gästen und Mitarbeitenden in den Hotels im Mittelpunkt.“
Auch visitBerlin begrüßt die Aktion: „Ich freue mich über das Engagement unserer Partnerhotels zur Earth Hour. Die Aktion setzt ein wichtiges Zeichen und trägt dazu bei, Aufmerksamkeit für die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu schaffen. Gerade die Tourismusbranche ist auf intakte Lebensräume angewiesen – umso wichtiger ist es, das Thema immer wieder sichtbar zu machen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Zusammen mit unseren Partnern in der Stadt arbeiten wir an zahlreichen Projekten, um eine nachhaltige Entwicklung weiter voranzubringen und den Berlin-Tourismus zukunftsfähig aufzustellen“, sagt visitBerlins Geschäftsführerin Sabine Wendt.
„Earth Hour“-Aktionen in den Berliner Hotels
Die teilnehmenden Hotels setzen die „Earth Hour“ unterschiedlich um: So reduzieren Häuser wie das The Ritz-Carlton, Berlin, Hotel Berlin, Berlin und das Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz die Beleuchtung, informieren ihre Gäste über die Aktion und laden sie ein, sich auch in den Zimmern zu beteiligen. Im Scandic Hotel Potsdamer Platz und im Park Plaza Berlin setzen spezielle „Earth Hour“-Drinks und Cocktails an den Bars zusätzliche Akzente. Das MOA Berlin schafft mit gedimmtem Licht im Restaurant und einem vollständig ausgeschalteten Atrium eine besondere Atmosphäre, begleitet von einem eigens kreierten „Earth Hour“-Drink an der Bar.
Das Hotel Oderberger inszeniert die Aktion mit LED-Kerzen sowie reduzierter Beleuchtung und verbindet dies mit langfristigem Engagement: Mit der Aktion „Hotels for Trees“ wird pro Zimmerbuchung ein Baum gepflanzt. Das Hostel Three Little Pigs zeigt mit einer stromfreien „Unplugged“-Lounge, wie sich ein Aufenthalt bewusst ohne Strom gestalten lässt, etwa bei gemeinsamen Brettspielen.
Engagement über die „Earth Hour“ hinaus
Viele der beteiligten Häuser arbeiten kontinuierlich daran, ihren Energie- und Ressourcenverbrauch zu senken, etwa durch effizientere Beleuchtung, angepasste Betriebsabläufe oder veränderte Angebote im Gastronomiebereich. In der Arbeitsgemeinschaft „Green Pillow“ bündeln Hotels entsprechende Maßnahmen und tauschen sich aus. Darüber hinaus beteiligen sich einige Häuser an Initiativen wie am Zertifizierungssystem Sustainable Berlin, dem Clean-up-Day oder Projekten im Bereich erneuerbare Energien. Über visitBerlins E-Learning-Plattform TourismusHub bildet sich die Branche u.a. im Bereich Klimaschutz weiter. Damit zeigt die Berliner Hotellerie, wie sich Klimaschutz zunehmend im Betriebsalltag verankert.
Foto: © PWO
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