Politik

Zeitungsreaktionen auf die Berliner Ukraine-Konferenz

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Berlin 16.12.2025 

– Wie sehr sehnen wir uns nach einer Waffenstillstandsverkündung in der Ukraine und in Russland! Die Menschen beider Länder leiden unter den verheerenden Folgen des Krieges. Die Russen leiden unter dem Druck ihrer Regierung, die Freiheiten, insbesondere die Meinungsfreiheit, unterdrückt und jeden verhaftet, der es wagt, Präsident Wladimir Putin zu kritisieren oder seine Wut über den Krieg auszudrücken. Die Ukrainerinnen und Ukrainer leiden zusätzlich unter ihrer erzwungenen Flucht auf der Suche nach Sicherheit. 

Die Berliner Ukraine-Konferenz, die gestern im Bundeskanzleramt unter Beteiligung mehrerer EU-Staats- und Regierungschefs stattfand, brachte nichts Neues – außer einem Hoffnungsschimmer auf eine Lösung zur Beendigung des Krieges, die allen ein Aufatmen ermöglichen würde. Der drohende Tonfall der Diskussionen spiegelt jedoch nicht die Entschlossenheit der Europäer wider, Frieden in der Ukraine zu schaffen.

Erinnert Euch an den palästinensischen Führer Jassir Arafat? Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ähnelt Arafat. Seit Kriegsbeginn trägt er keine formelle Kleidung mehr und reist zwischen europäischen Hauptstädten und Washington hin und her, um Unterstützung im Kampf gegen das Leid der Ukrainer zu gewinnen. Jassir Arafat reiste einst für das palästinensische Volk zwischen den Hauptstädten arabischer Länder hin und her, wurde aber im Stich gelassen.

Die MEDIENGRUPPE BAYERN, zu der unter anderem der DONAUKURIER gehört, wendet ein: „Der enorme Aufwand rund um die Ukraine-Gespräche in Berlin ist trügerisch. ‚Es liegt nur noch an Russland‘. Das sagte der Kanzler gestern. Und darin irrt er sich. Es liegt weiterhin auch und zuvorderst an den USA, ob und wie und wann dieser Krieg endet. Nur die USA werden Putin zum Frieden bewegen können. Und sie werden das auch ohne die Europäer und die Ukraine tun. Europa muss, so brutal das ist, endlich eine Idee entwickeln, was Putin bekommen kann, damit er Ja sagt. Nur dann wird er Sicherheitsgarantien für die Ukraine von westlicher Seite akzeptieren“, ist die MEDIENGRUPPE BAYERN überzeugt.

„Bewegen muss sich in erster Linie die Ukraine“, findet DIE VOLKSSTIMME aus Magdeburg: „Das ist zwar abstrus, schließlich ist das Land in diesem Krieg Opfer und nicht Angreifer, aber Kiew wird von zwei Seiten die Zange genommen. Da ist zum einen Russland, das keinen Millimeter von seinen Gebietsforderungen und den politischen Prioritäten abrücken will. Und da sind die USA, die vom Ukraine-Unterstützer zum Vermittler geworden sind und endlich einen Deal verkünden wollen. Die territoriale Unversehrtheit der Ukraine ist den Amerikanern dabei schnuppe. Für Kiew ist diese Frage entscheidend. Nichts von dem, was heute ukrainisches Gebiet ist, soll morgen russisch sein. Genau an diesem Punkt muss ein tragfähiger Kompromiss gefunden werden. Gebietsverlust als Preis des Friedens. Anders wird es nicht gehen.“ Wir zitierten DIE VOLKSSTIMME aus Magdeburg.

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG wirft ein: „Wieder einmal ist für die Verhandlungen ‚eine entscheidende Woche‘ angebrochen, wie sie schon so oft angekündigt wurde, ohne dass es dann Entscheidungen gegeben hätte, die zu einem Schweigen der Waffen geführt hätten. Das liegt nicht an den überfallenen und Nacht für Nacht bombardierten Ukrainern, sondern an der Weigerung Putins, seinen Truppen den Haltbefehl zu erteilen. Das muss man immer wieder in Erinnerung rufen, weil nicht nur der Kreml, sondern auch das Weiße Haus von Kiew Zugeständnisse verlangt, als habe die Ukraine diesen verbrecherischen Krieg begonnen und müsse deshalb zur Strafe Gebiete abtreten sowie Souveränitätsrechte aufgeben“, hält die F.A.Z fest.

Die KÖLNISCHE RUNDSCHAU ist im Hinblick auf mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine skeptisch: „Kiew könnte auf die Perspektive einer NATO-Mitgliedschaft verzichten, wenn es NATO-ähnliche Garantieren bekäme. Woher sollen die wohl kommen? Risikominimierung durch gemeinsame Risikotragung ist das Prinzip der NATO, und außerhalb des Bündnisses ist das nicht zu haben. Diese Ideen liegen genauso weit neben der Realität wie der US-Vorschlag eines von der Ukraine zu räumenden und dann vermeintlich demilitarisierten Donbass, der tatsächlich zur Basis der nächsten russischen Aggressionsschritte würde“, glaubt die KÖLNISCHE RUNDSCHAU

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