Politik
Wohngeld und Kinderzuschlag in reformierte Grundsicherung
München 01.06.2026
– Eine reformierte Grundsicherung, die weitere Leistungen wie Wohngeld und Kinderzuschlag integriert, hätte positive Effekte auf das Arbeitsangebot und das Staatsbudget. Das ergaben Berechnungen des ifo Instituts und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). „Wichtig sind für diese Zielgrößen die Hinzuverdienstregelungen. Wer auf dem Arbeitsmarkt in sozialversicherungspflichtige Jobs wechseln will, dem sollte weniger der Transferleistungen abgezogen werden. Bei Haushalten ohne Kinder, die in Kleinst- und Minijobs verweilen, müsste hingegen stärker angerechnet werden“, sagt Maximilian Blömer, Leiter der Ex-Ante Politikevaluation am ifo Institut.
Das IAB und das ifo Institut hatten unabhängig voneinander mehrere Reformansätze in sogenannten Mikrosimulationen durchgerechnet und dabei Konsensschätzungen zu 84 Reformvarianten abgegeben. „Die Anpassungen der Stellschrauben zeigen, dass das Aufgehen von Wohngeld und Kinderzuschlag in einer Grundsicherung mit veränderten Hinzuverdienstregelungen überwiegend zu fiskalischen Einsparungen führen würde“, sagt IAB-Forscherin Kerstin Bruckmeier. Es sei aber darauf zu achten, dass Haushalte mit Kindern und hohen Wochenarbeitszeiten nicht schlechter gestellt würden als im heutigen System.
Andere Reformansätze, wie die reine Zusammenlegung von Wohngeld und Kinderzuschlag würden nach den Berechnungen der Forscher schwächeren Effekten oder sogar Mehrkosten erzeugen.