Politik
Welche Zukunft wünschen sich die Kinder von Gaza?
Berlin, Köln 26.02.2026
– Zwei Jahre schwerer Bombardierungen und Angriffe haben das Leben von Kindern im Gazastreifen schwer erschüttert. Die Folgen sind verheerend: Zahlreiche Kinder haben Eltern oder andere Angehörige verloren. Ihr Zuhause, ihre Schulen, Parks und Spielplätze wurden zerstört – und damit genau Orte, die eine gute Kindheit überhaupt erst möglich machen.
Während zunehmend über den Wiederaufbau und die Zukunft des Gazastreifens diskutiert wird, hat UNICEF die Initiative „The Gaza We Want“ ins Leben gerufen. Unter der Leitidee „Stell Dir ein Leben in Würde vor“ ist es das Ziel, direkt von Kindern im Gazastreifen zu erfahren, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen – und ihre Stimmen in die Debatten über den Wiederaufbau einzubringen.
„Die entstandenen Zeichnungen und Gedichte sind keine Symbolik. Sie sind Hinweise und Botschaften – festgehalten mit Buntstiften, Papier und Mut. Wenn Tausende Kinder unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Regionen unabhängig voneinander Ähnliches zeichnen – Bäume, Schulen, Krankenhäuser, saubere Straßen, Spielplätze –, dann ist das kein Zufall. Es ist ein direkter Appell an die Weltgemeinschaft: Die Kinder in Gaza möchten ihre Kindheit zurück“, sagte Jonathan Crickx, UNICEF-Sprecher in Palästina.
„Kinder wünschen sich ein richtiges Zuhause. Sie wollen Sicherheit. Und sie wollen wieder zur Schule gehen. Das sind keine außergewöhnlichen Forderungen. Es ist das, was Kindheit ausmacht.“
Die Auswertung der verschiedenen Inhalte zeigt, Kinder in Gaza wünschen sich:
Schutz und Sicherheit. Viele Kinder wünschen sich nichts sehnlicher, als nachts durchschlafen zu können – und ohne Angst zur Schule zu gehen.
Richtige Schulen statt Zelte. Gebäude mit Wänden und Dächern, in denen sie sich sicher fühlen – mit Tischen, Toiletten, fließendem Wasser, Bibliotheken und Spielplätzen. Schulen sollen Orte für Lernen und Kindheit sein, nicht Unterkünfte für vertriebene Familien.
Ruhige, saubere und sichere Krankenhäuser – keine Orte, die „nach Angst riechen“. Neben medizinischer Versorgung bitten viele auch um psychologische Unterstützung.
Sichere Orte zum Spielen. Denn Spielen ist kein Luxus. Parks, Strände, Sportplätze – es sind Orte, an denen sich Kinder ein Stück von dem zurückholen können, was ihnen der Krieg genommen hat.
„Dies ist ein Fahrplan für den Wiederaufbau – verfasst von Kindern, die so viel verloren haben und dennoch ihre Hoffnung bewahren. Ihre klare Botschaft ist schwer zu überhören, gerade nach so viel Unsicherheit“, so Crickx. „Kindern zuzuhören ist keine Option – es ist die Mindestvoraussetzung für einen glaubwürdigen Wiederaufbau. Denn das Gaza, das die Kinder beschreiben, ist nicht abstrakt: Es ist das Gaza, in dem sie aufwachsen wollen – und in dem sie das Recht haben, aufzuwachsen.“