Politik

Was hat Trump aus dem Krieg gegen den Iran gewonnen?

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Berlin 17.06.2026

Diese Frage beschäftigt wohl alle. Konnte er die Mullahs in Teheran zwingen, seine Bedingungen zu akzeptieren, keine Atomwaffen zu besitzen und kein Uran im Land anzureichern? Erinnern wir uns noch gut an das Jahr 2015: Damals überraschte der ehemalige US-Präsident Barack Obama, nur wenige Wochen vor seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus, die Welt mit einem Abkommen, das seine Regierung mit Teheran geschlossen hatte. Darin wurde vereinbart, die intensive Urananreicherung im Land aufzugeben, sie auf wissenschaftliche Zwecke zu beschränken und angereichertes Uran zu importieren. Dieses Abkommen wurde von den europäischen Partnern im iranischen Atomstreit – Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Russland und der Europäischen Union – unterstützt, die ihr Bekenntnis dazu bekräftigten. Doch als US-Präsident Donald Trump in seiner ersten Amtszeit sein Amt antrat, kündigte er das Abkommen, während die Europäer daran festhielten. Und nun, nach etwa drei Monaten seines Krieges gegen den Iran, den er zur Unterstützung und Beschwichtigung Israels führte, verkündet er der Welt ein Abkommen mit Teheran in der Uranfrage.

Trump ging trotz seiner Behauptungen, den Sieg errungen zu haben, leer aus.

Abkommen mit dem Iran: Kriegsherr Trump hat nichts erreicht

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Abkommen geeinigt. Trump wird das als Sieg feiern, in Wahrheit ist er aber gescheitert. 

Er hat ihn herbeigeprotzt, herbeigedroht, herbeigefleht. Ungefähr 40 Mal kündigte Donald Trump in den vergangenen Monaten einen Deal mit dem iranischen Regime an, so oft, dass ihn kaum mehr jemand ernst nahm. Jetzt steht ein Abkommen, das zwar noch keinen Frieden, aber vorerst ein Ende der Kämpfe bedeutet. Trump wird das zweifelsohne als großen Sieg verkaufen – tatsächlich ist er auf ganzer Linie gescheitert.

Wie man es dreht und wendet, die USA stehen – Merz hatte recht – gedemütigt da.

Keines der von ihm oder seinem Umfeld formulierten Kriegsziele wurde erreicht. Das Regime hat nicht nur überlebt, sondern seine Macht im Land und in der Region gefestigt. Die Uranvorräte sind noch immer in seinen Händen, das Atomprogramm allem Anschein nach nicht vernichtet. Auch über einen Großteil seiner Raketen verfügen die Machthaber noch. Vom iranischen Volk, dessen Freiheitshoffnung sich als bittere Illusion entpuppte, ganz zu schweigen.

Donald Trump hat im Iran-Krieg rein gar nichts gewonnen

Die Wahrheit ist: Der US-Präsident, der sich ohne Plan in den Krieg gestürzt hatte und innenpolitisch massiv unter Druck geriet, brauchte ein Abkommen um (fast) jeden Preis. Gelandet ist er nun in einem Zustand, der kein Deut besser ist als jener vor dem Krieg. Soweit man weiß, sind die einzigen „Zugeständnisse“ Teherans die Öffnung der Straße von Hormus (die ja erst wegen des Kriegs dicht war) und ein Verzicht auf Atomwaffen. Das sagte das (noch gemäßigtere) Regime schon 2015 Barack Obama zu. Es war damals so wenig wert wie heute.

Wie man es dreht und wendet, die USA stehen – Merz hatte recht – gedemütigt da, während sich die Mullahs in dem Gedanken suhlen können, der mächtigsten Militärmacht der Welt widerstanden zu haben. Dass sie in den nächsten zwei Verhandlungs-Monaten echte Kompromisse eingehen: schwer vorstellbar. Die Zeit spielt für sie; Trump hat, die Zwischenwahlen vor der Brust, keine echten Druckmittel in der Hand. Dabei sind entscheidende Themen ungelöst: was ist mit dem Nuklearprogramm, was mit Teherans Proxis (Hisbollah, Hamas, Huthis)? Statt einer Lösung droht Verschleppung, so wie in Gaza. Die Hamas ist dort bis heute nicht entwaffnet.

Vielleicht weiß es der Käfigkämpfer im Weißen Haus noch nicht, aber noch etwas ist dahin: die Furcht vor ihm. Putin lacht, Xi lacht, die Mullahs lachen. Trump ist an ihnen allen gescheitert.

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