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Wirtschaft

Vorsichtige Stabilisierung in fragilem globalen Umfeld

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Berlin 14.07.2026

– Die wirtschaftliche Ausgangslage und die Perspektiven hatten sich zur Jahresmitte im Zuge der Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran Mitte Juni und den in der Folge deutlich gesunkenen Energiepreisen etwas aufgehellt. Die Ausbringung im Produzierenden Gewerbe legte im April und Mai leicht zu, wobei vor allem das Baugewerbe mit einem Aufholen der witterungsbedingen Einbrüche zu Jahresbeginn deutliche Impulse setzte. Aber auch die Industrieproduktion erhöhte sich in den vergangenen beiden Monaten etwas, wobei neben der Produktion von Kfz- und Kfz-Teilen auch energieintensive Bereiche wie die chemische Industrie sowie Metallerzeugnisse von einer höheren Nachfrage profitierten.

Vor dem Hintergrund der Verhandlungen zur Lösung des Irankonflikts haben sich die Stimmungsindikatoren in der Wirtschaft im Juni aufgehellt: Sowohl das ifo-Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe als auch der S&P Einkaufsmanagerindex legten zu und deuten eine weitere leichte Erholung im Verlauf des zweiten Quartals an. Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher blickten trotz der energiepreisbedingten Kaufkraftverluste und der anhaltend schwachen Arbeitsmarktentwicklung zuletzt wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Hierauf deuten der jüngste Anstieg des GfK-Konsumklimaindexes wie auch des HDE-Konsumbarometers hin, ausgehend allerdings von einem niedrigen Niveau. Insbesondere die Einkommens- und Konjunkturerwartungen haben sich demnach erholt. Diese Aufhellung spiegelt sich auch in einer Belebung der Einzelhandelsumsätze im Mai sowie des ifo-Geschäftsklimas im Handel für den Juni, bei dem sich sowohl die Lage- als auch die Erwartungskomponente verbesserten. Im Dienstleistungssektor insgesamt zeigen die jüngsten Produktionsdaten, die aktuell bis April vorliegen, nach dem Einbruch im März eine Stabilisierung an, die vor allem von den konsumnahen Bereichen ausgeht, während die Unternehmensdienstleistungen bis zuletzt leicht rückläufig waren.

Ungeachtet dieser etwas positiveren Indikatoren-Lage dürften die zwischenzeitlich deutlich gestiegenen und nach wie vor erhöhten Energie- und Rohstoffpreise über Kostensteigerungen in Unternehmen und Kaufkraftverlusten bei privaten Haushalten die Konjunktur zunächst noch dämpfen. Zudem bleibt die Unsicherheit mit Blick auf den weiteren Konfliktverlauf und die Entwicklung der Energiepreise angesichts der jüngsten militärischen Eskalation im Nahen Osten und der erneuten Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus hoch. Die Industriekonjunktur dürfte in den kommenden Monaten im Spannungsfeld gestiegener Auftragseingänge und -bestände, insbesondere bei den energieintensiven Industrien sowie beim sonstigen Fahrzeugbau auf der einen Seite, und sich erst langsam auflösenden Lieferkettenproblemen, ungünstigeren Finanzierungsbedingungen sowie erhöhten Rohstoff- und Energiekosten auf der anderen Seite verbleiben. So lässt der deutliche Rückgang des LKW-Maut-Fahrleistungsindexes im Juni eine Abschwächung der Industrieproduktion am aktuellen Rand erwarten. Bei den privaten Haushalten dürften die bisherigen Kaufkraftverluste sowie die anhaltende geopolitische Unsicherheit die Konsumlaune zunächst noch dämpfen, was sich in einer anhaltend geringen Anschaffungsneigung widerspiegelt. Im weiteren Jahresverlauf dürften im Falle einer Verringerung der belastenden Auswirkungen der gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise die fiskalischen Impulse stärker zum Tragen kommen und die erwartete konjunkturelle Erholung unterstützen. Mittel- bis längerfristig zielen die jüngsten Reformvorhaben der Bundesregierung auf eine Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen, eine nachhaltige Stabilisierung der Sozialversicherungssysteme und damit auch auf eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ab.

AUSWIRKUNGEN DES NAHOST-KONFLIKTS AUF DIE WELTWIRTSCHAFT BISLANG ÜBERSCHAUBAR, KI-BOOM STÜTZT

Die weltweite Industrieproduktion ist im April mit saisonbereinigt – 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat erneut zurückgegangen und liegt damit im Vorjahresvergleich nur noch um 1,0 Prozent im Plus. Während die Ausbringungsmenge in den Industrieländern im Vergleich zum März 2026 mit + 0,5 Prozent moderat expandierte, wurde sie in den Schwellenländern um 1,5 Prozent gedrosselt. Die Frühindikatoren für die Weltkonjunktur signalisieren nach wie vor eine robuste Entwicklung der Weltwirtschaft: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Weltwirtschaft ist im Juni geringfügig um 0,1 auf 52,0 Punkte gestiegen und signalisiert damit nach wie vor moderates Wachstum. Während sich die Stimmung in der Industrie nach der positiven Entwicklung in den Vormonaten etwas eintrübte (-0,5 auf 52,2 Punkte), deutet der Index für den Dienstleistungssektor auf eine etwas höhere Dynamik als im Vormonat hin (+ 0,4 auf 51,7 Punkte). Die Konjunkturerwartungen der Finanzinvestoren haben sich im Juli weiter aufgehellt. Der Sentix-Index hat seine Erholung nach dem Stimmungseinbruch im März und April mit einem Anstieg von 8,0 auf 13,3 Punkte fortgesetzt. Damit befindet er sich wieder nahe den Werten vom Jahresbeginn 2026. Anlegerinnen und Anleger rechnen insbesondere in den USA und in Asien mit einer anziehenden Konjunktur, wohingegen die Erwartungen für den Euroraum weniger optimistisch ausfallen. Allerdings basieren diese Umfragewerte auf dem Zeitraum vor dem erneuten Aufflammen des Konflikts im Iran.

Der Welthandel stieg im April laut dem niederländischen Forschungsinstitut CPB saisonbereinigt um 0,7 Prozent gegenüber März, der einen Rückgang um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zu aufwies. Der Konflikt im Iran scheint im April vor allem den Handel in der Golfregion beeinträchtigt zu haben, während die globalen Auswirkungen wohl begrenzt blieben. Ein durch den Konflikt beschleunigter Lageraufbau sowie die starke Nachfrage nach KI-bezogener Elektronik dürften zudem gestützt haben.

Laut Schiffsbewegungs- und Containerumschlagsdaten dürfte sich der Welthandel im zweiten Quartal insgesamt verhalten entwickeln. Nach den vorangegangenen beiden Rückgängen hat sich der RWI/ISL-Containerumschlagindex im Mai mit einem leichten Anstieg um 0,3 auf 141,9 Zähler stabilisiert. Dies dürfte mit den allmählich nachlassenden Belastungen durch die bis Ende April stark gestiegenen Öl- und Erdgaspreise zusammenhängen. Während der Nordrange-Index etwas zulegte, ging die Aktivität in den chinesischen Häfen nach dem starken Jahresstart erneut zurück. Der Trade Monitor des Internationalen Währungsfonds deutet im Mai auf eine Stagnation des weltweiten Handelsvolumens hin.

Laut dem kürzlich veröffentlichten Update des World Economic Outlook des Internationalen Währungsfonds hat die Weltwirtschaft den Energiepreis- und Angebotsschock durch den Konflikt im Iran bislang besser überstanden als zunächst befürchtet. Die Beeinträchtigungen durch die mehrmonatige Sperrung der Straße von Hormus dürften sich allerdings erst schrittweise vollumfänglich bemerkbar machen. Denn der Abbau von Lagerbeständen bei Rohstoffen hat vorübergehend für Entlastung angesichts der reduzierten Energielieferungen gesorgt. Gleichzeitig deuten Indikatoren für Lieferkettenstress oder Einkaufsmanagerindizes im Verarbeitenden Gewerbe auf eine nachlassende Dynamik hin. Unter der Annahme, dass sich der Konflikt im Nahen Osten beruhigt, geht der IWF in seiner Juli-Prognose von einer Wachstumsabschwächung der Weltwirtschaft auf 3,0 Prozent im laufenden Jahr und einer allmählichen Erholung mit einem BIP-Zuwachs von 3,4 Prozent im Jahr 2027 aus.

AUSSENHANDEL TROTZ RÜCKSETZER WEITER AUFWÄRTSGERICHTET

Nach der dynamischen Entwicklung im April kam es beim Außenhandel im Mai zu einem Rücksetzer. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen, saison- und kalenderbereinigt um 2,4 Prozent gegenüber April zurück, nachdem sie zuvor um 4,2 Prozent zugelegt hatten. Während die Warenausfuhren in die EU-Staaten nachgaben, nahmen die Lieferungen in die übrigen Länder zu. Insbesondere die Warenexporte in die USA stiegen kräftig und lagen damit nach einer ausgeprägten zollbedingten Schwächephase wieder auf dem Niveau von März 2025. Auch im Auslandsgeschäft mit China war ein spürbares Plus zu verzeichnen. Die Dienstleistungsexporte gingen gleichzeitig um 4,6 Prozent zurück. Insgesamt blieben die Exporte von Waren und Dienstleistungen aber weiterhin aufwärtsgerichtet: Seit Januar lagen sie um 3,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die nominalen Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen im Mai um 4,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Sowohl aus der EU als auch aus den Drittstaaten wurden weniger Güter bezogen, allerdings legte der Handel mit den USA auch importseitig zu. Die Dienstleistungsimporte reduzierten sich im Vormonatsvergleich um 3,4 Prozent. Seit Jahresbeginn liegen die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen damit im Vorjahresvergleich insgesamt immer noch um 3,7 Prozent im Plus. Der monatliche Saldo im Handel mit Waren und Dienstleistungen nahm nach den vorangegangenen Rückgängen im Mai um 3,6 Milliarden Euro auf 12,0 Milliarden Euro zu.

Die Einfuhrpreise sind im Mai nach den vorangegangenen kräftigen Anstiegen saisonbereinigt mit + 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat weiter gestiegen. Während insbesondere importierte Vorleistungsgüter zum Preisaufrieb beitrugen, gaben die Importpreise für Mineralölerzeugnisse erstmals seit Dezember 2025 etwas nach. Die Ausfuhrpreise nahmen gleichzeitig um 0,5 Prozent zu. Damit verschlechterten sich die Terms of Trade den fünften Monat in Folge, von April auf Mai um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. In realer Rechnung dürften die Rückgänge der Ex- und Importe damit stärker ausgefallen sein.

Die Frühindikatoren zeichnen trotz des latent schwelenden Konflikts im Nahen Osten ein etwas günstigeres Bild als in den Vormonaten: Die ifo-Exporterwartungen haben sich im Juni um 2,0 auf – 3,7 Saldenpunkte etwas verbessert. Die Elektroindustrie rechnet mit einem deutlichen Anstieg ihrer Ausfuhren, die chemische Industrie erwartet nach dem vorangegangenen Einbruch nur noch ein leicht rückläufiges Auslandsgeschäft. Die Automobil- sowie die Metallbranche gehen dagegen weiterhin von rückläufigen Exporten aus.

Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im Mai nach dem Rücksetzer im Vormonat wieder um 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen und lagen damit im Dreimonatsvergleich um 4,9 Prozent im Plus. Während sich die Bestellungen aus dem Euroraum – v.a. dank Neuaufträgen im Bereich des sonstigen Fahrzeugbaus – wieder erholten (+ 11,2 Prozent), ging die Nachfrage aus den Drittstaaten zurück (- 3,2 Prozent).

Trotz des Energiepreisschocks bleibt die Dynamik des Welthandels robust, was vor allem auf die starke Handelsdynamik in Asien in Zusammenhang mit dem KI-Boom zurückzuführen ist. Durch den jüngsten Rückgang der Ölpreise dürfte der Welthandel zusätzlich gestützt werden. Allerdings ist die handels- und geopolitische Unsicherheit weiterhin hoch und ab Ende Juli stehen neue US-Zollanpassungen bevor. Insgesamt bleiben die Absatzperspektiven der deutschen Exporteure herausfordernd.

Auftragseingänge und Produktion stabilisieren sich

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Mai spürbar gestiegen. Preis-, kalender- und saisonbereinigt nahm sie gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent zu und liegt damit in kalenderbereinigter Betrachtung wieder auf Vorjahresniveau. Im Dreimonatsvergleich fällt die Ausbringung saisonbereinigt in etwa so hoch aus wie im Vorzeitraum (+ 0,1 Prozent). Die während der Wintermonate beobachteten Produktionsrückgänge konnten somit nahezu aufgeholt werden.

Nachdem im bisherigen Jahresverlauf vor allem von der Energie- und Bauproduktion positive Impulse ausgingen, legte im Mai auch die Industrieproduktion wieder zu (+ 0,8 Prozent). Allerdings fällt der Ausstoß von Industriegütern weiterhin deutlich geringer aus als im Vorjahr (- 1,0 Prozent). Das Baugewerbe verzeichnete gegenüber April ein Plus von 0,9 Prozent und bewegte sich damit um 3,5 Prozent oberhalb der Ausbringungsmenge des Vorjahres. Auch die Energieproduktion expandierte im Mai um 0,8 Prozent und liegt damit weiterhin deutlich über Vorjahresniveau (+ 2,0 Prozent).

Innerhalb der industriellen Gütergruppen meldeten die Produzenten von Investitions- (+ 1,3 Prozent) und Konsumgütern (+ 1,2 Prozent) eine deutlich höhere Ausbringung. Auch die Investitionsgüterproduktion wurde damit erstmals in diesem Jahr ausgeweitet, liegt jedoch weiter deutlich unter ihrem Vorjahreswert (- 2,7 Prozent). Dagegen war bei den Vorleistungsgütern ein leichter Rückgang gegenüber dem Vormonat zu beobachten (- 0,4 Prozent).

Der Produktionszuwachs im Baugewerbe wurde im Mai vom Ausbaugewerbe getragen (+ 1,5 Prozent). Der Hochbau entwickelte sich weiterhin schwach (- 0,4 Prozent), der Tiefbau erlebte nach kräftigen Anstiegen aufgrund witterungsbedingter Nachholeffekte in den beiden Vormonaten im Mai einen Rücksetzer (- 1,0 Prozent). Im Vorjahresvergleich liegt das Produktionsniveau im Tiefbau jedoch weiter deutlich im Plus (+ 4,6 Prozent).

Die einzelnen industriellen Wirtschaftszweige entwickelten sich unterschiedlich: Während die Produktion von Kfz und Kfz-Teilen (+ 3,6 Prozent), Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (+ 2,3 Prozent), Metallerzeugnissen (+ 1,7 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (+ 1,0 Prozent) deutlich erhöht wurde, war die Ausbringung im sonstigen Fahrzeugbau (- 4,0 Prozent), von elektrischen Ausrüstungen (- 1,4 Prozent), pharmazeutischen Erzeugnissen (-0,5 Prozent) und im Maschinenbau (- 0,5 Prozent) rückläufig. In den energieintensiven Industrien setzte sich der seit Jahresbeginn beobachtete Aufwärtstrend mit abgeschwächter Dynamik fort (+ 0,2 Prozent) und übertraf das Vorjahresniveau damit um knapp drei Prozent.

Die im Mai leicht aufwärtsgerichtete Produktion im Produzierenden Gewerbe wird insbesondere von der positiven Entwicklung im Baugewerbe und im Energiebereich getragen. Die Industrieproduktion fasste zuletzt zwar wieder etwas Tritt, sie ist jedoch weiterhin von sektoralen Unterschieden und starken Schwankungen in den einzelnen Wirtschaftszweigen geprägt.

Auch die Auftragslage stabilisiert sich zur Mitte des zweiten Quartals: Im Mai legten die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,9 Prozent zu. Dabei waren erneut Großaufträge bedeutsam. Ohne deren Berücksichtigung betrug der Zuwachs 1,0 Prozent. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich nahm das gesamte Ordervolumen mit – 0,2 Prozent leicht ab. Im Vorjahresvergleich lag die Nachfrage im Mai arbeitstäglich bereinigt jedoch 6,2 Prozent höher.

Zuletzt nahm die Auslandsnachfrage (+ 2,2 Prozent) stärker zu als die Inlandsnachfrage (+ 1,3 Prozent). Dabei gingen allerdings weniger Bestellungen aus Drittländern ein (- 3,2 Prozent), während es zu einem starken Orderplus aus dem Euroraum kam (+ 11,2 Prozent).

Mit Blick auf die Gütergruppen konnten die Konsumgüter die stärksten Zugewinne verzeichnen (+ 2,4 Prozent), gefolgt von den Investitionsgütern (+ 2,2 Prozent). Die Bestellungen von Vorleistungsgütern erhöhte sich unterproportional (+ 1,4 Prozent). Im Dreimonatsvergleich ergaben sich für die Investitionsgüter allerdings Auftragseinbußen (- 4,2 Prozent). Dagegen blieb die Tendenz bei Konsum- und Vorleistungsgütern aufwärtsgerichtet (+ 4,9 Prozent bzw. + 5,4 Prozent).

In den einzelnen Wirtschaftszweigen konnte der Sonstige Fahrzeugbau eine massive Auftragssteigerung von 85,0 Prozent verzeichnen, zu dem Großaufträge aus dem In- und Ausland geführt haben. Deutlich voller wurden die Auftragsbücher auch in anderen gewichtigen Bereichen wie der Herstellung elektrischer Ausrüstungen (+ 5,7 Prozent), im Maschinenbau (+ 3,7 Prozent), in der Metallerzeugung (+ 3,4 Prozent) und bei der Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse (+ 1,7 Prozent). Demgegenüber mussten einige Sektoren einen deutlichen Rückgang der Auftragseingänge hinnehmen. Dazu gehören Kfz- und Kfz-Teile (- 3,8 Prozent), Datenverarbeitungs-, elektrische und optische Geräte (- 7,8 Prozent) und Metallerzeugnisse (- 3,1 Prozent).

Nach Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten ist es nachfrageseitig zunächst zu Vorzieheffekten und im Anschluss zu einem erwartbaren Rückprall gekommen. Zuletzt scheinen die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe jedoch ihrem Aufwärtstrend, der in der zweiten Jahreshälfte 2025 eingesetzt hat, wieder fortzusetzen. Allerdings ist die Entwicklung aufgrund von Großaufträgen nach wie vor sehr volatil.

Auch wenn der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zuletzt wieder angelaufen ist, bleibt die Unsicherheit bezüglich einer Normalisierung der Handelsaktivitäten hoch. Vor dem Hintergrund nach wie vor volatiler Auftragseingänge und anhaltender Lieferkettenstörungen ist eine breit angelegte Belebung der Industriekonjunktur derzeit noch nicht absehbar.

Erlöse im Einzelhandel im Plus; Frühindikatoren zeigen weiterhin Stabilisierung

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Mai um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, was in etwa auch der Zunahme im Handel mit Lebensmitteln und Nicht-Lebensmitteln entsprach. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Mai ein Plus von 1,5 Prozent, getragen vor allem vom Wachstum im Handel mit Nicht-Lebensmitteln (+ 2,4 Prozent). Der Handel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) wirkte sich mit – 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut dämpfend aus, während der Internet- und Versandhandel um 7,0 Prozent zulegte. Im Dreimonatsvergleich stagnierte der Gesamtumsatz im Einzelhandel, wobei die Umsätze mit Nicht-Lebensmitteln um 0,9 Prozent zunahmen und die mit Lebensmitteln um 1,0 Prozent sanken.

Der Umsatz im Gastgewerbe stagnierte im April preisbereinigt und legte nominal leicht um 0,4 Prozent zu. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergab sich ein deutlicher realer Rückgang von 7,1 Prozent und ein nominales Plus von 0,7 Prozent.

Die Dynamik der Neuzulassungen von Pkw insgesamt hat sich im Juni im Vormonatsvergleich mit 0,2 Prozent verlangsamt. Im Vorjahresvergleich legten sie hingegen kräftig zu und auch im Dreimonatsvergleich war weiterhin ein spürbarer Anstieg von 1,4 Prozent zu verzeichnen. Während sich der Absatz von Diesel- und Benzin-PKW deutlich reduzierte, nahm die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und Hybrid-PKW weiter kräftig zu. Vor dem Hintergrund des Förderprogramms für Elektroautos nahmen vor allem die Neuzulassungen durch Privatpersonen gegenüber Juni 2025 dynamisch zu (+ 28,6 Prozent). Im Vormonats- und Dreimonatsvergleich belief sich der Zuwachs auf 2,1 bzw. 11,1 Prozent. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen waren gegenüber dem Vorjahresmonat zwar deutlich im Plus (+ 9,3 Prozent), nahmen gegenüber Mai jedoch spürbar ab (- 0,9 Prozent) und stagnierten im Dreimonatsvergleich.

Nach starken Rückgängen infolge des Konflikts im Nahen Osten haben sich die Frühindikatoren für die Entwicklung des privaten Konsums mit Beginn der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung der Auseinandersetzung stabilisiert, zeichnen jedoch weiterhin ein gedämpftes Bild. Laut Prognose der GfK wird sich das Konsumklima im Juli mit einer geringfügigen Zunahme um 0,5 Zähler auf – 29,2 Punkte auf niedrigem Niveau stabilisieren. Positiv wirkte sich der leichte Anstieg der Einkommenserwartungen im Juni aus, die schon im Vormonat Mai deutlich zugelegt hatten. Die Anschaffungsneigung nahm minimal ab und die Sparneigung blieb unverändert. Das HDE-Konsumbarometer legte im Juni zwar erneut zu, liegt aber weiterhin deutlich unter Vorjahresniveau. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (einschließlich Kfz) stieg im Juni um 4,8 Zähler auf – 32,4 Punkte. Sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Geschäftslage wurden positiver beurteilt. Die Verkaufspreiserwartungen stiegen wieder an, blieben aber hinter dem Aprilwert zurück, der mit 44,5 Punkten einen 3-Jahres-Höchststand markiert hatte. Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand weiter stabilisiert, bleibt aber fragil und bewegt sich auf niedrigem Niveau. Trotz insgesamt leichter Aufhellung deuten die Frühindikatoren weiterhin keine Belebung der Konsumentwicklung im zweiten Quartal 2026 an. Insbesondere die schwierigen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran und die nach wie vor kritische Lage im Nahen Osten mit ihren weltwirtschaftlichen Folgen dürften dafür sorgen, dass die Unsicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher hoch bleibt. Positiv dürften sich dagegen die sinkenden Rohölpreise und die damit zusammenhängenden rückläufigen Inflationserwartungen auswirken.

Inflation LÄSST IM MAI ETWAS NACH

Die Inflationsrate ist im Juni auf + 2,3 % gefallen, nach + 2,6 % im Mai. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) blieb mit + 2,5 % unverändert erhöht. Energie- und Nahrungsmittelpreissteigerungen trugen nur geringfügig zur Inflation bei. Der Preisdruck dürfte nur langsam weiter nachlassen. Die ifo‑Preiserwartungen sind zuletzt deutlich gestiegen. Insbesondere im Einzelhandel, aber auch im Verarbeitenden Gewerbe und bei Dienstleistungen planen die Unternehmen laut ifo deutlich mehr Preissteigerungen als Preissenkungen. Zudem dürfte das Auslaufen der Energiesteuersatzsenkung auf Benzin und Diesel zu Ende Juni die Inflation wieder etwas antreiben.

Arbeitsmarkt startet schwunglos in die Sommermonate

Der Stellenabbau setzte sich zuletzt mit leicht verringerter Dynamik fort. Die saisonbereinigte Erwerbstätigkeit hat im Mai um achttausend Personen abgenommen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im April einen Rückgang um fünftausend Personen. Die Zahl der Arbeitslosen bewegte sich im Juni mit Minus eintausend in etwa auf Vormonatsniveau. Gleichzeitig nahm die Unterbeschäftigung um achttausend Personen ab. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit ging im April leicht zurück und liegt mit 133 Tausend Personen voraussichtlich um etwa 100 Tausend unterhalb ihres Vorjahresniveaus. Die Anzeigen von Kurzarbeit dürften nach vorläufigen Meldungen im Juni in etwa auf Vormonatsniveau verharren. Die Folgen des anhaltenden Konflikts in Nahen Osten machen sich damit auf dem Arbeitsmarkt bisher nicht unmittelbar bemerkbar. 

Die Frühindikatoren am Arbeitsmarkt bleiben zu Beginn des dritten Quartals schwach. Insbesondere die Beschäftigungsaussichten im Handel und im Dienstleistungssektor haben sich abermals eingetrübt. Die Zahl der bei der Bundesagentur gemeldeten Stellen hat sich im Vorjahresvergleich zwar stabilisiert, die Zugänge an neuen Stellen fallen jedoch weiterhin sehr gering aus. Neben der schwachen Arbeitskräftenachfrage und hoher geopolitischer Unsicherheit prägen strukturelle Anpassungsprozesse infolge der zunehmenden Bedeutung künstlicher Intelligenz und den Folgen des demografischen Wandels die Arbeitsmarktentwicklung. Auch wenn sich die Dynamik von Beschäftigungsverlusten und Arbeitslosigkeit zuletzt verringert hat, deutet sich noch keine Verbesserung der Perspektiven am Arbeitsmarkt an.

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Förderung von Investitionen in Deutschland

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Berlin 20.10.2026

– In seiner Eröffnungsrede auf der Konferenz „Deutschland – ein Land für Investitionen“ betonte Friedrich Merz, dass Deutschland ein bedeutender Industrie- und Wirtschaftsstandort sei. Das Gütesiegel „Made in Germany“ genieße weltweit nach wie vor hohes Ansehen, und viele Länder seien bestrebt, deutsche Industrieprodukte zu erwerben. Deutschland biete zudem Unternehmern ein attraktives Umfeld, um ihre geschäftlichen Vorhaben zu verwirklichen und ihre unternehmerischen Ziele zu erreichen.

Merz rief die deutschen Wirtschafts- und Industrievertreter dazu auf, diesen guten Ruf durch die ständige Weiterentwicklung ihrer Technologien zu wahren und die Beziehungen zu Partnern in der globalen Wirtschaft zu stärken. Ziel sei es, Deutschland dauerhaft als ein weltweit führendes Zentrum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft zu erhalten.

An der Konferenz „Deutschland – ein Land für Investitionen“ nehmen führende Persönlichkeiten aus Industrie und Wirtschaft aus Europa, Nord- und Südamerika, China, Japan sowie weiteren Teilen Asiens teil.

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Politik

Betonung der Stärke von Wirtschaft und Produktion.

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Berlin 20.10.2026

– Dies unterstrichen der Bundeskanzler Friedrich Merz, die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und der Finanzminister Lars Klingbeil in einer gemeinsamen Erklärung nach Abschluss der Konferenz „Investitionen in Deutschland“, die an diesem Dienstag, dem 20. Oktober, in Berlin stattfand. Sie hoben die Bedeutung des Investorenschutzes sowie der Förderung von Investitionen in Deutschland hervor und verwiesen zudem auf eine neue Dynamik im deutschen Wirtschaftsgeschehen.

Foto: © PWO

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Politik

Empfehlungen des Bundeszentrums Weidetiere und Wolf

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Berlin 20.10.2026

– Nachdem eine im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) veröffentlichte Publikation zu wolfsabweisenden Herdenschutzzäunen zeitweise zurückgezogen und überarbeitet wurde, bittet die Grünen-Fraktion die Bundesregierung in einer Kleinen Anfrage (21/8683) um Auskunft zu diesem Vorgang sowie inhaltlichen Fragen. Das Bundeszentrum Weidetiere und Wolf (BZWW) habe die im Auftrag des BMLEH erarbeitete Publikation „Empfehlungen für zumutbare Anforderungen an wolfsabweisende Herdenschutzzäune“ im Mai 2026 kurzzeitig veröffentlicht, schreiben die Fragesteller. Dann habe sie die Online-Veröffentlichung bis zum Erscheinen einer überarbeiteten Fassung im August 2026 ausgesetzt.

Die Fraktion erkundigt sich nach den Gründen für die zwischenzeitliche Aussetzung und Überarbeitung der Publikation. In Bezug auf den Überarbeitungsprozess geht es den Abgeordneten um verschiedene Detailfragen. Auch zum Einbezug von Expertinnen und Experten wollen die Fragesteller Näheres wissen. Zudem weist die Fraktion auf ihrer Ansicht nach fehlende und fehlerhafte Quellenangaben hin und fragt die Bundesregierung nach den Gründen dafür. Weitere Punkte betreffen etwa die wissenschaftliche Evaluierung der Empfehlungen sowie kritische Nachfragen zur genutzten Datenerhebung.

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Politik

Einsatz des Hormons PMSG in der Landwirtschaft

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Berlin 20.10.2026

– Herstellung, Zulassung und Einsatz des Hormons Equines Choriongonadotropin (eCG), besser bekannt als Pregnant Mare Serum Gonadotropin (PMSG), ist Thema einer Kleinen Anfrage (21/8572) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Das vor allem in der konventionellen Schweinezucht eingesetzte PMSG wird durch Blutentnahme von trächtigen Stuten gewonnen.

Die Bundesregierung soll zunächst den Einsatz PMSG-haltiger Tierarzneimittel seit dem Jahr 2019 in Dosen sowie dem jährlichen Verkaufsvolumen beziffern. In weiteren Fragen bezieht sich die Grünen-Fraktion unter anderem auf die Herstellerstandorte der in Deutschland zugelassenen Arzneimittel, insbesondere mit Blick auf China. Auch soll die Bundesregierung mehrere Fragen zu Tierschutzstandards bei der Gewinnung des Wirkstoffs.

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Climate, Peace and Security

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Berlin 21.10.2026

– Der Policy Brief untersucht, wie der Zusammenhang zwischen Klima, Frieden und Sicherheit besser in die UN-Klimaverhandlungen (UNFCCC) integriert werden kann. Während jüngste Initiativen wie die „COP28 Declaration on Climate, Relief, Recovery and Peace“ wichtige Grundlagen geschaffen haben, identifiziert der Policy Brief konkrete Ansatzpunkte innerhalb der Verhandlungen zu Anpassung, Klimaschutz sowie Verlusten und Schäden. Er bietet konkrete Empfehlungen an, wie der Zusammenhang nicht nur anerkannt, sondern auch in die Verhandlungen und die Umsetzung im Rahmen der COP31 und darüber hinaus eingebettet werden kann.

Er baut auf zwei von Germanwatch und der Arbeitsgruppe für Frieden und Entwicklung (FriEnt) organisierten Expertenrunden auf, an denen Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der deutschen Bundesregierung teilnahmen.

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Politik

Weltbank: Klimafinanzierung nur ein Randthema

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Berlin 21.10.2026

– Nach der Jahrestagung von IWF und Weltbank hat die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch eine ernüchternde Bilanz gezogen. Internationale Klimafinanzierung war nur ein Randthema, das vor allem Gastgeber Thailand unter dem Stichwort „Resilienz“ einbrachte. Weite Teile Bangkoks hatten noch vor zwei Wochen schwere Überschwemmungen erlebt. Die offizielle Agenda bestimmte stattdessen die Mobilisierung privaten Kapitals. 

„Private Investitionen sind unbedingt notwendig, um die enormen Finanzierungsbedarfe für Klimaschutz und die Anpassung an die Klimakrise zu decken. Aber privates Kapital kann die öffentliche Klimafinanzierung nicht ersetzen – es sollte sie sinnvoll ergänzen”, betont Ute Sudmann, Leiterin des Bereichs Zukunftsfähige Finanzflüsse bei Germanwatch, die die Tagung vor Ort beobachtet hat. “Bisher werden private Gelder weder im Anpassungsbereich noch in den am wenigsten entwickelten Staaten ausreichend zur Verfügung gestellt. Investitionen zum Beispiel in den Hochwasserschutz sind aufgrund fehlender Rendite für private Investoren häufig wenig attraktiv, aber für Länder wie beispielsweise Thailand unerlässlich. Hinzu kommt, dass viele Entwicklungsländer zunehmend unter einer hohen Schuldenlast leiden, die ihren finanziellen Spielraum für dringend notwendige Klimaschutz- und anpassungsmaßnahmen weiter einschränkt.“

Xingu Finance Talks

Positiv hebt Germanwatch die erstmals durchgeführten Xingu Finance Talks hervor. Das neue Dialogformat im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen sollte praktische Lösungen für die Schaffung von fiskalischen Spielräumen für Klimainvestitionen sowie niedrigere Kapitalkosten durch Risikoteilung und Garantien schaffen. „Wir waren von der Tiefe der Diskussionen dort beeindruckt”, so Ute Sudmann. „Es ist wichtig und sinnvoll, eine Brücke zwischen der Klimawelt und der Finanzwirtschaft zu bauen und verschiedene Akteure zusammenzubringen. Entscheidend ist jetzt, dass die Ergebnisse und erste Lösungsansätze zum Beispiel zu fairen Steuersystemen und Abgaben nach dem Verursacherprinzip in die Verhandlungen der nächsten Weltklimakonferenz einfließen und konkrete nächste Schritte vereinbart werden.“

Schwindender Einsatz fürs Klima

Der Elefant im Raum bei den Xingu Finance Talks war der schwindende Einsatz für das Klima. Dazu gehören die Aufhebung des Klimafinanzierungsziels der Weltbank sowie die sinkenden öffentlichen Klimafinanzierungsbeiträge vieler Industrieländer. Auch in Deutschland sinken diese massiv: von 6,1 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 4,7 Milliarden Euro im Jahr 2025. Dieser Abwärtstrend wird voraussichtlich auch in 2026 und 2027 fortgesetzt – aufgrund gekürzter Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit. Dabei hatte Deutschland 2021 zugesagt, mindestens sechs Milliarden Euro jährlich zu zahlen.

“Die Bundesregierung muss diesen Kurs schnellstmöglich korrigieren und die Mittel im Haushalt 2027 wieder deutlich aufstocken“, fordert Anja Gebel, Referentin für öffentliche Finanzen und Klima bei Germanwatch. „Klimaschutz und -anpassung sind eine Investition, die sich auszahlt. Sie liegt im ureigenen Interesse Deutschlands. Eine verlässliche internationale Klimafinanzierung stärkt nicht nur den globalen Klimaschutz, sondern dient ebenso Deutschlands wirtschafts-, außen- und sicherheitspolitischen Interessen. Mit einem ambitionierten Beitrag zur Klimafinanzierung stärkt Deutschland das Vertrauen in internationale Vereinbarungen und seine Glaubwürdigkeit als verlässlicher Partner.“

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Technik

ifo Institut: Deutsche Industrie verschenkt Wachstumspotenzial bei Hightech-Forschung

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München 20.10.2026

– Deutschland zählt beim Hightech-Anteil der industriellen Forschungs- und Entwicklungsausgaben zu den Schlusslichtern unter den entwickelten Industriestaaten. Ein höherer Hightech-Anteil geht jedoch mittelfristig mit stärkerem Wirtschaftswachstum einher. Das zeigt eine neue Studie des ifo Instituts für 18 OECD-Länder. In Deutschland fließen nur 20 Prozent der industriellen Forschungsausgaben in Hightech-Branchen, wie die Pharma- oder Chipindustrie sowie die Luft- und Raumfahrt. Am oberen Ende liegen die USA mit einem Hightech-Anteil von 68 Prozent. Frankreich liegt mit 46 Prozent im Mittelfeld. „Deutschland konzentriert seine Forschung auf klassische Industriebranchen. Länder mit einem höheren Anteil an Hightech-Forschung wachsen dagegen in der Regel stärker, auch wenn man Unterschiede im allgemeinen Niveau der Forschungsausgaben berücksichtigt“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Innovationsökonomik und Digitale Transformation.  

Dabei wächst der Abstand zur Spitzengruppe seit Jahren. Der deutsche Hightech-Anteil sank von 32 Prozent im Jahr 1995 auf rund 20 Prozent im Jahr 2023. In den USA stieg er im selben Zeitraum von 57 auf 68 Prozent. Zugleich entfallen drei Viertel der deutschen Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf die sogenannte Mitteltechnologie, etwa auf den Automobil- oder Maschinenbau sowie die Chemieindustrie. Damit zählt Deutschland beim Mitteltechnologie-Anteil zu den Spitzenreitern. 

Die Forscher haben insbesondere untersucht, wie die Struktur der Forschungsausgaben mit dem Wachstum zusammenhängt. Liegt der Hightech-Anteil eines Landes in einem Jahr zehn Prozentpunkte höher, fällt das reale Wirtschaftswachstum pro Kopf in den darauffolgenden fünf Jahren im Schnitt um knapp einen halben Prozentpunkt pro Jahr höher aus. Läge Deutschlands Hightech-Anteil an Forschungs- und Entwicklungsausgaben im Jahr 2023 auf dem internationalen Durchschnittsniveau von 38 Prozent statt bei 20 Prozent, ginge dies den Ergebnissen zufolge mittelfristig mit einem um rund 0,9 Prozentpunkte höheren jährlichen BIP-Wachstum pro Kopf einher.  

Ein reines Ausgabenziel für das Forschungsvolumen halten die Autoren für ungenügend. „Entscheidend ist nicht allein die Höhe der Ausgaben, sondern ob sie auf Technologien entfallen, die mit höherem Wachstum einhergehen. Die Politik sollte zugleich die Rahmenbedingungen so setzen, dass riskante und womöglich disruptive Innovationsvorhaben für Unternehmen attraktiver werden“, sagt ifo-Forscher Yuchen Guo. Dazu gehören ein innovationsfreundliches Steuersystem und ein besserer Zugang zu Wagniskapital.  

Die Studie nutzt Daten der OECD zu Forschungsausgaben einzelner Branchen des Verarbeitenden Gewerbes zusammen mit Zahlen zur Wirtschaftsleistung für 18 Länder im Zeitraum 2000 bis 2024. Die Branchen sind dabei in Hoch-, Mittel- und Niedrigtechnologie eingeteilt. Die Autoren vergleichen, wie die Forschungsausgaben eines Landes in einem bestimmten Jahr auf die Technologieklassen verteilt sind und wie stark ein Land in den Jahren danach wächst. Dabei rechnen sie dauerhafte Länderunterschiede und allgemeine Zeittrends heraus. Sie berücksichtigen zudem Einkommen, das Niveau der Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Staatsausgaben, Inflation, Bevölkerung, Bildung und Rechtsstaatlichkeit.  

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Wirtschaft

Commerzbank unterliegt Unicredit

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Frankfurt am Main, 21. Oktober 2026

– Etwas mehr als zwei Jahre sind seit dem Einstieg der italienischen Großbank Unicredit bei der Commerzbank vergangen. Seit jenem Tag haben die Frankfurter sich unermüdlich gegen die drohende Übernahme gestemmt. Dieser Kampf ist inzwischen verloren. Für die Firmenkunden beider Häuser beginnt jetzt die richtige Arbeit: Wie sollen sie in Zukunft ihre Hausbanken aufstellen, besonders wenn sich Unicredit und Commerzbank als Kreditgeber überschneiden?

Die geplante Übernahme der Commerzbank durch Unicredit stößt bei deutschen Firmenkunden auf wachsende Skepsis. Das zeigt eine exklusive Befragung von FINANCE und F.A.Z. Business Media | research unter 334 CFOs, Finanzleitern und Treasurern deutscher Unternehmen.

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

– 75 Prozent sehen die Übernahme negativ: Nur jeder Fünfte bewertet den Zusammenschluss positiv. Unter Unternehmen mit der Commerzbank als Hausbank steigt die Ablehnung auf 79 Prozent.

– Der Mittelstand ist besonders skeptisch: Im Umsatzsegment zwischen 250 Millionen und einer Milliarde Euro liegt die Ablehnung sogar bei 81 Prozent.

– Die Bankenpolitik gerät in Bewegung: 64 Prozent der Befragten geben an, dass die Übernahmeankündigung ihre Bankenpolitik verändert hat. Fast jeder Zweite überdenkt inzwischen seinen Bankenpool.

– Sorgen um Konditionen und Betreuung: Viele Finanzentscheider rechnen mit höheren Finanzierungskosten, weniger Wettbewerb und Veränderungen in der Betreuung. 15 Prozent berichten bereits von konkreten Auswirkungen auf ihre Geschäftsbeziehungen zu Commerzbank oder Unicredit.

– Der Wirtschaftsstandort Deutschland unter Druck: 62 Prozent befürchten, dass die Übernahme den Standort Deutschland schwächt.

– Noch führt die wachsende Verunsicherung nicht flächendeckend zu konkreten Konsequenzen: Die meisten Unternehmen sehen weiterhin ausreichend alternative Finanzierungspartner. Wie stark die Skepsis in tatsächliche Veränderungen der Bankbeziehungen mündet, dürfte wesentlich vom weiteren Verlauf der Übernahme und der angekündigten Restrukturierung abhängen.

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Politik

ifo Institut: Tankrabatt wirkt bei Benzin, bei Diesel nur teilweise

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München 22.10.2026

– Der seit 1. Oktober geltende Tankrabatt der Bundesregierung kommt in den letzten sieben Tagen bei Benzin nahezu vollständig an den Zapfsäulen an, bei Diesel nur zum Teil. Das zeigen neue Daten des ifo Tankrabatt-Trackers. Bei Superbenzin wurde die Steuersenkung von 17 Cent je Liter nahezu vollständig weitergereicht. Bei Super E10 sind es 16 Cent, bei Super E5 die vollen 17 Cent. „Bei Diesel bleibt die Weitergabe unvollständig. Hier wurden von den 17 Cent nur rund 14 Cent an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergereicht“, sagt Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des ifo Zentrums für Finanzwissenschaft.  

Damit wiederhole sich die Erfahrung des letzten Tankrabatts, so Neumeier. Im Mai und Juni blieb die Weitergabe bei Diesel ebenfalls hinter den von der Regierung in Aussicht gestellten 17 Cent zurück. ifo-Experte Neumeier weist auch darauf hin, dass es seit Beginn des Tankrabatts am 1. Oktober deutliche Lücken in der Weitergabe gibt. Kumuliert ergebe dies nun rund 16 Cent bei E5 und nur jeweils 14 Cent bei Diesel und E10.  

Zum ifo Tankrabatt-Tracker: Das ifo Institut hat Berechnungen zur Weitergabe von Tankrabatten in Deutschland erstmals 2022 durchgeführt und für die jetzigen Auswertungen im Mai und Juni sowie ab Oktober wissenschaftlich überprüft. Dabei werden Benzinpreise aus Deutschland mit denen aus Frankreich verglichen, wo ein solcher Tankrabatt nicht eingeführt wurde. Die Experten nutzen dazu Daten der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts und des französischen Wirtschaftsministeriums. Wichtig für den Vergleich ist die Referenzperiode. Diese erstreckt sich über die drei Wochen vor Einführung des Tankrabatts.

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Wirtschaft

Neue Güterverkehrsstrecken weniger befahren als erwartet

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Berlin 22.10.2026   

– Nach Auskunft der DB InfraGO handelt es sich bei den in den vergangenen 25 Jahren wesentlich neu in Betrieb genommenen Schienenstrecken um die Verbindungen Köln-Rhein/Main, Nürnberg-Ingolstadt, Erfurt-Leipzig/Halle, Ebensfeld-Erfurt sowie Wendlingen-Ulm. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (21/8593) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/8031) hervor. Für die Strecke Köln-Rhein/Main sei die Trassierung für den schnellen Personenverkehr erfolgt, heißt es. Für Nürnberg-Ingolstadt, Erfurt-Leipzig/Halle, Ebensfeld-Erfurt sowie Wendlingen-Ulm erfolgte die Trassierung der Antwort zufolge auch für den Güterverkehr.

Für letztgenannte Strecken liegt den Angaben zufolge die Zahl der bei Baubeginn eingeplanten Güterverkehrszüge pro Tag deutlich über der im Jahr 2025 festgestellten Zahl tatsächlicher Befahrungen. Bei der Strecke Nürnberg-Ingolstadt sei von etwa 100 Güterverkehrszügen am Tag ausgegangen worden. „2025 galt auf der Strecke ein Tunnelbegegnungsverbot“, heißt es in der Antwort. „Vereinzelt“ sei die Strecke von Schienengüterverkehrszügen (SGV) befahren worden, überwiegend im Umleiterverkehr, wird mitgeteilt.

Auf der Strecke zwischen Erfurt und Halle/Leipzig seien zum Zeitpunkt der Planfeststellung im Jahr 1996 131 Güterzüge pro Tag prognostiziert worden. Nach Auskunft der Deutschen Bahn AG befuhren im Jahr 2025 insgesamt 449 SGV-Züge die Strecke, heißt es. Dies ergebe gemittelt 1,2 Züge pro Tag.

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Wirtschaft

Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im August 2026: +23,0 %

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Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,3 % gestiegen

Auftragseingang im Bauhauptgewerbe, August 2026
+23,0 % zum Vormonat (real, saison- und kalenderbereinigt)
+17,3 % zum Vorjahresmonat (real, kalenderbereinigt)
+23,8 % zum Vorjahresmonat (nominal, unbereinigt)

Umsatz im Bauhauptgewerbe, August 2026
+4,9 % zum Vorjahresmonat (real, unbereinigt)
+10,1 % zum Vorjahresmonat (nominal, unbereinigt)

Berlin, Wiesbaden 23.10.2026 

– Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist
im August 2026 gegenüber Juli 2026 kalender- und saisonbereinigt um 23,0 %
gestiegen. Bedingt durch mehrere Großaufträge war dies der höchste
saisonbereinigte Anstieg zum Vormonat im Bauhauptgewerbe seit Beginn der
Zeitreihe im Jahr 1991. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter
mitteilt, nahm der Auftragseingang im Hochbau um 12,4 % und im Tiefbau um 31,6
% zu. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war der kalender- und
saisonbereinigte Auftragseingang von Juni 2026 bis August 2026 um 7,6 % höher
als in den drei Monaten zuvor (Hochbau: +0,6 %; Tiefbau: +13,8 %).

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Wirtschaft

ifo-Präsident: Europäische Forschung wird noch zu häufig in den USA zu Geld gemacht

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München 23.10.2026

– Laut ifo-Präsident Clemens Fuest gibt es noch zu wenige Anstrengungen, die Innovationskraft Europas in wirtschaftliche Stärke zu übersetzen. In Europa geförderte Forschung fließe zudem häufig in Patente von US-Startups ein und begründe deren Markterfolg. „Wir müssen Fördermittel dorthin lenken, wo aus Forschungsergebnissen in Europa marktfähige Innovationen entstehen können“, sagt Fuest. Gemeinsam mit mehr als 50 weiteren Wissenschaftler*innen fordert er das in einem Beitrag in der Fachzeitschrift „Science“. 
 
Als Beleg verweisen die Autoren darauf, dass Forschung, die der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert, überproportional in Patenten US-amerikanischer Start-ups zitiert wird. Zudem fließen nur etwa 1 bis 2 Prozent des ERC-Budgets in die Weiterentwicklung neuer Forschungsideen (Proof-of-Concept-Förderung). Auch die Fördersummen sind in Europa deutlich niedriger als in den USA: Während die europäischen Programme zur Frühphasenförderung (Pathfinder und Transition) zusammen nur rund 500 Millionen Euro ausgeben können, verfügen die US-Forschungsagenturen ARPA über ein gemeinsames Budget von mehr als 7 Milliarden Euro. 
 
Die Autoren schlagen unter anderem vor, Mittel aus Programmen mit begrenztem Innovationspotenzial hin zu Förderungen von potenziellen Sprunginnovationen umzuschichten. So binde beispielsweise das Programm „Global Challenges and European Industrial Competitiveness“ über die Hälfte des Horizon-Europe-Budgets, für substanzielle Effekte auf Umsätze oder Patente dieses Programms gebe es aber keine Belege. 
 
Außerdem sollen die Mitgliedstaaten Projekte mitfinanzieren, die EU-weit als exzellent bewertet, aus Budgetgründen aber nicht gefördert wurden. Die Autoren fordern darüber hinaus effizientere Prozesse in der Forschungsförderung: Allein die Vorbereitung eines Antrags beim Innovationsrat erfordere laut Studien derzeit noch 36 bis 45 Personentage.  
 
Der Zeitpunkt für Änderungen sei nun günstig, so die Autoren: Die EU-Kommission hat für Horizon Europe 2028 bis 2034 ein Budget von knapp 175 Milliarden Euro vorgeschlagen, fast doppelt so viel wie im laufenden Programm. Über das Budget wird derzeit verhandelt.

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Politik

Hilfen verlängert für Fischer bis Ende 2026 

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Berlin PWO 19.10.2026  

– Weiterhin hohe Preise für Diesel – schnelle Unterstützung für energieintensiven Sektor Fischerei

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) verlängert die Betriebsbeihilfen für die deutsche Fischerei an Nord- und Ostsee bis Ende dieses Jahres. Hintergrund sind die weiterhin stark erhöhten Preise für Diesel. Eine entsprechende Förderrichtlinie wurde am Freitag im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Hilfen waren bislang für den Zeitraum vom 1. März bis 23. Juli 2026 möglich; nun wird dieser Zeitraum für alle Antragsteller bis zum 31. Dezember 2026 verlängert.

Dazu erklärt Bundesminister Rainer: „Die stark gestiegenen Energiepreise stellen unsere Fischerinnen und Fischer weiterhin vor Herausforderungen. Mit der Verlängerung der Beihilfe sorgen wir auch in dieser Phase für schnelle Unterstützung sowie Planbarkeit und Verlässlichkeit. Ich danke der EU-Kommission, dass sie die Verlängerung der Hilfen ermöglicht hat.“

Die Beihilfen sollen die vor allem aufgrund der Krise am Golf entstandenen Energiepreissteigerungen abfedern. Die Fischerei ist als energieintensiver Sektor besonders stark von den Preissteigerungen betroffen. Da auf Schiffsdiesel keine Energiesteuer erhoben wird, profitiert der Fischereisektor nicht von der aktuell erneuten Senkung dieser Steuer durch die Bundesregierung.

Wie gehabt richtet sich die Hilfe an alle im Haupterwerb geführten Unternehmen der Seefischerei und der Meeresaquakultur an der deutschen Nord- und Ostsee. Die neue Förderrichtlinie löst die bisherige ab: Fischerinnen und Fischer können somit fortgesetzt Anträge auf Beihilfen stellen. Bereits gestellte Anträge müssen nicht neu eingereicht werden, sondern werden auf die neue Richtlinie bezogen.

Die Finanzierung erfolgt vollständig über Einnahmen aus dem Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG), die dem BMLEH unter anderem für Fischereistrukturmaßnahmen zur Verfügung stehen. Die Betriebsbeihilfen werden in Form von Pauschalen je Fahrzeug für den beihilfefähigen Zeitraum gewährt. Der Erstattungsbetrag liegt bei 0,24 Euro pro Liter Diesel. Die gesamte Beihilfeleistung ist auf maximal 50.000 Euro je Unternehmen begrenzt. Es stehen Mittel in Höhe von bis zu 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) setzt die Maßnahme um.

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Politik

Reiche plant Milliarden-Investition für die Industrie

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Berlin 19.10.2026

– Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie will Milliarden in klimafreundliche Technologien stecken.

Das Wirtschaftsministerium plant eine neue Förderrunde für den klimafreundlichen Umbau der Industrie. Milliardensummen sollen ab 2027 fließen. Das Bundeswirtschaftsministerium bereitet eine neue, milliardenschwere Förderrunde für den klimafreundlichen Umbau der deutschen Industrie vor. Dabei will Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) neue Schwerpunkte bei Wasserstoff und der Abscheidung von Kohlendioxid setzen.

Für das Programm der sogenannten CO2-Differenzverträge (CCfD) seien im Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 bis zu 8,7 Milliarden Euro eingeplant, teilte das Ministerium am Montag mit. Ein Großteil davon solle in die nun vorbereitete Gebotsrunde 2027 fließen. Die Finanzierung stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundestages und einer beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission. Das Gebotsverfahren soll im Mai 2027 starten.

Reiche will Wasserstoff und CCS in Deutschland aufbauen

Als wesentliche Neuerung sollen demnach erstmals technologiespezifische Förderbudgets für Wasserstoff, die Abscheidung und Nutzung oder Speicherung von Kohlendioxid (CCU/S) sowie für Prozesswärme eingeführt werden. Damit sollen der Markthochlauf gezielter angereizt und die unterschiedlichen Kosten der Technologien besser berücksichtigt werden.

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Technik

ifo Institut: Potenziale der Halbleiterindustrie bleiben in Deutschland teilweise ungenutzt

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München 14.10.2026

– Das Potenzial der deutschen Halbleiterbranche für Innovation und Wachstum wird im Inland zu wenig ausgeschöpft. Das zeigt eine neue ifo-Studie, die den weltweiten „Halbleiter-Fußabdruck“ am Beispiel Deutschlands und der USA nachzeichnet. Im deutschen Markt gebe es deutlich weniger Nachfrage nach Hochtechnologie, was die Nachfrage nach Halbleitern bremst. „Hierzulande verläuft die Verbreitung von modernen, datengetriebenen Technologien wie der KI schleppend“, sagt ifo-Expertin Anita Wölfl. 

International habe die deutsche Halbleiterindustrie einen starken Stand und erreiche rund ein Siebtel der US-Industrie, heißt es in der Studie. Diese Zahl bemisst sich daran, was die deutsche Halbleiterindustrie über alle Wertschöpfungsstufen hinweg einen Beitrag zur Befriedigung der weltweiten Konsum- und Investitionsnachfrage leistet. Allerdings erwirtschafte sie den weitaus größten Teil davon im Ausland. Bei Maschinen und Kraftwagen ist ihr globaler Beitrag mehr als fünfmal so hoch wie der für die inländische Nachfrage, bei IT-Dienstleistungen sogar noch mehr. Hier wird auch die digitale Abhängigkeit von den USA deutlich, immerhin entfallen rund 75 Prozent der weltweiten Hochleistungsrechenkapazität auf die USA, auf Deutschland nur ein Bruchteil dessen. 

Nach Eurostat-Daten nutzten 2025 gut 26 Prozent der deutschen Unternehmen KI, im EU-Vergleich liegt Deutschland damit auf Rang 9. „Klare, bürokratiearme Regeln zu Datenschutz und Datennutzung in Deutschland könnten hier helfen. Auch Start-ups und damit zusammenhängend den Wagniskapitalmarkt zu stärken, wäre wichtig. Dieser ist in Deutschland noch sehr schwach ausgeprägt“, sagt Wölfl. Insofern gehe auch der EU Chips Act 2.0, der die Nachfrage stärker in den Blick nimmt, und dabei unter anderem die Rolle von Start-ups hervorhebt, in die richtige Richtung.

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