Politik
Vier Jahre Russisch-Ukrainischen Krieg, ein Presseüberblick
Berlin 24.02.2026
– Krieg beginnt mit Worten. Das haben Philosophen bestätigt, und das haben wir selbst erlebt. Vier Jahre sind seit Beginn des russisch-ukrainischen Krieges vergangen, der mit Kritik und Drohungen zwischen Russland und dem Westen seinen Anfang nahm. Die ukrainische Bevölkerung ist sich der Kriegsgründe jedoch größtenteils nicht bewusst. Erstaunliche 53 % der Ukrainer kennen die Gründe, verglichen mit 29 % der Europäer und 61 % der Westeuropäischen.
Der Krieg begann inoffiziell im Jahr 2004, als Kiew eine Erhöhung der Transitgebühren für russisches Gas durch sein Territorium nach Europa ankündigte. Dies führte zum Bau der Nord-Stream-Pipeline, die russisches Gas über Deutschland nach Europa transportieren soll. Zwar dämpfte dies die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine, doch die Glut des Konflikts schwelte weiter und wartete nur darauf, neu entfacht zu werden. Als die Europäische Union ihre Absicht zur Annexion der Ukraine erklärte, führte dies zur russischen Annexion der Krim und deren Abspaltung von der Ukraine. Dadurch wurden die Spannungen verschärft und gipfelten schließlich im russisch-ukrainischen Krieg, den wir seit 2022 erleben.
Wir müssen realistisch sein: Der andauernde Krieg ist auf einen Mangel an Weisheit zurückzuführen.
„Nun steht das fünfte Kriegsjahr an – und es sieht nicht gut aus für die Ukraine“, prognostiziert der TAGESSPIEGEL: „Durch die Entwicklungen der vergangenen Monate fühlen sich hierzulande jene bestätigt, die westliche Militärhilfen ohnehin schon lange infrage stellen. Das ist rund die Hälfte der Deutschen, wie Umfragen aus den vergangenen Jahren mehrfach zeigten. ‚Was hat unsere Unterstützung denn bitte gebracht?‘, hört man sie fragen. Oder: ‚Hätte man Putin nicht weiter entgegenkommen müssen? Mehr ukrainisches Land opfern sollen, damit weniger Menschen sterben?‘ Auch wenn hinter diesen Fragen teils ehrliches Mitgefühl oder Angst vor einer noch größeren Eskalation stecken mag: Die Annahmen dahinter sind falsch. Richtig ist vielmehr: Das Engagement von USA und Europäern mag in den vergangenen vier Jahren oft zu klein gewesen sein. Umsonst war es keinesfalls“, unterstreicht der TAGESSPIEGEL.
„Putin setzt darauf, dass die Kriegsmüdigkeit in Europa weiter steigt und den Unterstützern der Ukraine der Atem ausgeht“, beobachtet der KÖLNER STADT-ANZEIGER: „Bereits gelungen ist es ihm, einen Keil zwischen die USA und Europa zu treiben. Umso wichtiger ist es nun, dass die Europäer zusammenstehen. Mit an ihnen liegt es, ob die Ukraine sich in diesem existenziellen Krieg behaupten kann, der über die Zukunft des Kontinents entscheiden könnte. Die Ukrainer halten den Angriffen seit vier Jahren entgegen allen Erwartungen stand. Europas Verantwortung ist es, sie zu befähigen, ihren Kampf weiterzuführen – bis Putin der Preis für diesen Krieg endlich zu hoch wird“, heißt es im KÖLNER STADT-ANZEIGER.
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Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG merkt an: „Ob Europa am Ende gestärkt oder geschwächt aus der von Moskau aufgezwungenen Zeitenwende hervorgeht, hängt davon ab, ob es gelingt, militärische Abschreckung, wirtschaftliche Reformen und sozialen Ausgleich so zu verbinden, dass die Ukraine-Unterstützung nach innen mehrheitsfähig bleibt. Gleichzeitig darf die EU ihre politische Weitsicht nicht verlieren. Wenn Moskau eines Tages wieder auf den Weg der Vernunft zurückfindet, muss Europa bereit sein, Brücken zu bauen. Ohne eine Perspektive auf Aussöhnung wird es keinen dauerhaften Frieden auf dem Kontinent geben. Im fünften Kriegsjahr bleibt Europa herausgefordert“, resümiert die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG.