Politik
Reform des EU-Asylrechts tritt in Kraft
Berlin 16.06.2026
– Laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind derzeit rund 118 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Vor diesem Hintergrund tritt am Freitag das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) in Kraft. Die EU will mit dem Maßnahmenpaket unter anderem die Kontrolle der Außengrenzen weiter verschärfen, Grenzverfahren einführen und Abschiebezentren in Drittstaaten ermöglichen. Damit werde die Verantwortung für den Flüchtlingsschutz einmal mehr in den Globalen Süden verlagert, kritisiert Brot für die Welt.
Dagmar Pruin, Präsidentin des evangelischen Entwicklungswerks Brot für die Welt, erklärte zum Start von GEAS: „118 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Sie suchen Schutz vor Vertreibung, Kriegen, Gewalt und Katastrophen. Die meisten von ihnen fliehen in Nachbarstaaten des Globalen Südens. Nur ein geringer Teil der Schutzsuchenden kommt nach Europa. Uganda hat zum Beispiel zwei Millionen Geflüchtete aus den Nachbarländern aufgenommen. Partnerorganisationen von Brot für die Welt berichten von einer angespannten Lage, da internationale Hilfsgelder stark zurückgehen.“
Pakt gegen Flüchtlinge
Anstatt dem afrikanischen Land in dieser schwierigen Lage beiseitezustehen, schmiede die EU Pläne, in Uganda ein Abschiebezentrum einzurichten, sagte Pruin. Dieses sogenannte Return Hub könne die ohnehin angespannte Lage in Uganda zum Kippen bringen und flüchtlingsfeindliche Ressentiments weiter befördern. Die GEAS-Reform sei die falsche Antwort auf die aktuellen Herausforderungen.
Der neue EU-Asyl- und Migrationspakt sei ein Pakt gegen Geflüchtete, betonte Pruin. Sein primäres Ziel sei es nicht, Menschen Schutz in der EU zu gewähren, sondern möglichst vielen diesen Schutz zu verwehren. Die Pläne zur Etablierung von Return Hubs seien menschenverachtend, extrem teuer, ineffektiv und riskant. In Anbetracht der globalen Herausforderungen brauche es mehr effektiven Flüchtlingsschutz statt Abschottung.