Politik

Mercosur-Abkommen gefährdet Menschenrechte

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Berlin 12.01.2026

– Das Mercosur-Abkommen ist nach 25 Jahren Verhandlungen von den EU-Botschaftern in Brüssel angenommen worden. Damit steht einer Unterzeichnung durch die EU-Kommissionspräsidentin und die Mitgliedsstaaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay nichts mehr im Wege. Brot für die Welt sieht Rückschritte für Umwelt und Menschenrechte.

Das EU-Mercosur-Abkommen ist ein Rückschritt für die Menschenrechte, den Klimaschutz und die südamerikanische Wirtschaft“, sagte Sven Hilbig, Handelsexperte von Brot für die Welt. „Es ist bitter, dass kein EU-Mitgliedsstaat diesbezüglich Einwände erhoben hat. Europäische Bedenken ergaben sich lediglich in Bezug auf den Schutz der eigenen Konkurrenzfähigkeit.“

Das Vorgehen der EU zeige, dass die Menschenrechte im Globalen Süden keine Priorität in der EU haben, erklärte Brot für die Welt. Das evangelische Hilfswerk sei nicht gegen fairen und nachhaltigen globalen Handel. Die Herausforderung bestehe darin, die internationale Zusammenarbeit und faire Handelsbeziehungen zu stärken, ohne dabei Nachhaltigkeit und Menschenrechte aus dem Blick zu verlieren. Gerade in Zeiten globaler Krisen sei dies von größter Bedeutung. Fehlende Fairness heute nähre die Konflikte von morgen.

„Das Mercosur-Abkommen in seiner jetzigen Form ist alles anderes als fair. Das Abkommen verbietet größtenteils Exportbeschränkungen und baut schützende Importzölle ab. Diese Maßnahmen begünstigen den Ausbau von Monokulturen, wie Soja, und den Bergbau in Südamerika. Diese Wirtschaftszweige sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass Regenwälder zerstört und indigene Gemeinschaften vertrieben werden. Das Abkommen trägt nicht dazu bei, Armut und Arbeitslosigkeit zu mindern. Vielmehr droht es, die ökonomische Kluft zwischen der EU und den Mercosur-Staaten zu vertiefen. Das Abkommen ist eine schwere Hypothek für Klima und Menschenrechte“, sagte Hilbig.

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