Politik
Kürzung von Hilfsbudgets gefährdet Flüchtlinge
Berlin, Freiburg 29.12.2025
– Nach einem Besuch eines Rohingya-Camps in Bangladesch warnt Oliver Müller, Leiter von Caritas international, vor den Folgen staatlicher Kürzungen in der humanitären Hilfe. Im größten Flüchtlingslager der Welt leben 1,2 Millionen Rohingya in äußerst prekären Verhältnissen.
Aufgrund des Bürgerkrieges in Myanmar seien seit Juni 150.000 neue Geflüchtete angekommen, die meisten davon Frauen und Kinder, berichtet Oliver Müller: „Nicht allen Menschen kann ausreichend geholfen werden. Die Zahl unterernährter Kinder ist im vergangenen Jahr um elf Prozent angestiegen.“
Die Situation der Geflüchteten in dem Camp Kutupalong steht beispielhaft für den Zusammenbruch der Mittel für humanitäre Hilfe im Jahr 2025, so Caritas international. Weltweit konnten nur noch elf Prozent des Bedarfs gedeckt werden. Das Deutsche Auswärtige Amt hat die Mittel für humanitäre Hilfe um die Hälfte auf eine Milliarde gekürzt. Und das, obwohl aufgrund der Zunahme von Kriegen und Konflikten sowie den Folgen der Klimakrise der Bedarf gleichbleibend hoch ist. Weltweit sind mehr als 300 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.
„Weniger humanitäre Hilfe heute multipliziert nur die Notfälle von morgen“, sagt Oliver Müller und prognostiziert, „dass es bis 2030 Millionen vermeidbarer Todesfälle geben wird, verbunden mit der Destabilisierung der Wirtschaft in zahlreichen Ländern, deren Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen ist.“
Während immer mehr Staaten dem von den USA angestoßenen Trend folgen und ihrer internationalen Verantwortung nicht mehr angemessen gerecht werden, zeigen sich die Spenderinnen und Spender von Caritas international weiterhin in hohem Maße solidarisch mit Menschen in Not. „Ich bin dafür sehr dankbar“, sagt Oliver Müller. „Ich sehe die Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender auch gesellschaftspolitisch als ein Signal, das mir Hoffnung macht. Aus zahlreichen Gesprächen weiß ich, dass damit auch oftmals eine Botschaft an die Politik verbunden ist, dass internationales Engagement wichtig ist.“