Wirtschaft
ifo Institut: Etwas weniger Firmen planen Preiserhöhungen
München 03.09.2026
– Im August planten insgesamt etwas weniger Firmen, ihre Preise zu erhöhen. Die ifo Preiserwartungen sanken auf 21,2 Punkte, von 21,6* im Juli. Dies deutet auf einen leicht nachlassenden Preisdruck über die nächsten drei Monate hin. Die Rohölpreise und vor allem die Marktpreise für Erdgas und Strom sind seit Anfang August allerdings wieder deutlich gestiegen. „Je länger der Krieg im Nahen Osten anhält und die Energiepreise hoch bleiben, desto stärker dürften mittelfristig auch die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel, Dienstleistungen und Waren steigen, da die Unternehmen die gestiegenen Kosten mit Verzögerung weitergeben“, sagt ifo-Forscherin Tiphaine Wibault.
Im August sind die Preiserwartungen in vielen Wirtschaftsbereichen gesunken. Bei den energieintensiven Industrieunternehmen fiel der Indikator von 21,3* auf 18,7 Punkte, bei den nicht-energieintensiven Unternehmen von 22,7* auf 19,0. Im Handel reduzierten die Firmen ebenfalls ihre Preiserwartungen leicht von 31,4* auf 30,0 Punkte. Bei den Dienstleistern sind hingegen die Preiserwartungen leicht gestiegen, von 19,1* auf 20,9 Punkte.
Insgesamt dürfte die Teuerung in den kommenden Monaten zunächst noch hoch bleiben. Im Jahr 2026 wird die Inflationsrate voraussichtlich bei 2,8 Prozent liegen und im Jahr 2027 auf 3,0 Prozent steigen. Der Energiepreisschock dürfte sich in der Kernrate (Inflation ohne Energie) erst mit Verzögerung spürbar machen. Diese dürfte um 2,2 Prozent in diesem und 2,9 Prozent im kommenden Jahr steigen.
Wirtschaft
Freiwilliger Standard für KMU
Berlin 07.09.2026
Immer häufiger werden die Unternehmen in Deutschland um Informationen zu ihren Nachhaltigkeitsanstrengungen gebeten. Geschäftspartner, Banken und Investoren erfragen etwa, wie hoch die CO₂-Emissionen eines Betriebes sind oder ob es einen Verhaltenskodex für die Lieferkette gibt. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellt das vor einen enormen Arbeitsaufwand, denn sie müssen dafür häufig unterschiedliche Fragebögen ausfüllen und ähnliche Informationen mehrfach bereitstellen. Obwohl viele von ihnen selbst gar keiner gesetzlichen Nachhaltigkeitsberichterstattungspflicht unterliegen, sind sie immer häufiger mit Informationsanforderungen auch aus ihren Liefer- und Wertschöpfungsketten konfrontiert.
Für Erleichterung soll der „Voluntary Standard“ (VS) sorgen: Mit diesem fakultativen Standard steht nun erstmals ein europaweit einheitlicher Rahmen für die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung zur Verfügung. Ziel des VS ist es, Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten eine verhältnismäßige und standardisierte Möglichkeit zur Bereitstellung von Nachhaltigkeitsinformationen zu bieten. Gleichzeitig sollen in den Liefer- und Wertschöpfungsketten die Datenanforderungen von gesetzlich berichtspflichtigen Unternehmen an ihre selbst nicht berichtspflichtigen Geschäftspartner begrenzt werden. Nach der für Herbst 2026 erwarteten Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union werden diese Wertobergrenzen ab 2027 gelten. Der Standard selbst kann allerdings schon jetzt angewendet werden.
Praxisorientierter Aufbau für KMU
Der VS orientiert sich an den europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattungsstandards für größere Unternehmen, den sogenannten „European Sustainability Reporting Standards” (ESRS). Er ist jedoch deutlich einfacher ausgestaltet und umfasst zwei Module: Im „Basismodul“ werden grundlegende Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen angegeben. Daran anknüpfend beinhaltet der VS ein „Zusatzmodul“ mit weitergehenden Angaben, etwa zu Strategie, Klimarisiken oder Menschenrechten. Diese Informationen werden beispielsweise häufig von Banken beziehungsweise Investoren benötigt. Unternehmen können je nach Größe mit dem Basismodul starten und ihre Berichterstattung schrittweise erweitern.
Anders als bei den Standards für größere Unternehmen verzichtet der VS auf die doppelte Wesentlichkeitsanalyse. Auch sollen einige Angaben nur dann gemacht werden müssen, wenn sie tatsächlich relevant sind. Dadurch soll die freiwillige Berichterstattung insbesondere für kleinere Betriebe praktikabel bleiben.
Informationsanforderungen sind beschränkt
Besonders wichtig ist der VS als Grundlage für den sogenannten „Value Chain Cap“. Dabei handelt es sich um eine Obergrenze für die Nachhaltigkeitsinformationen, die gesetzlich berichtspflichtige Betriebe von selbst nicht berichtspflichtigen Unternehmen in ihrer Wertschöpfungskette für die eigene Nachhaltigkeitsberichterstattung verlangen dürfen. Dabei werden für Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten und für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitenden unterschiedliche Anforderungen definiert.
Diese Begrenzung der Inhalte soll den „Trickle-down-Effekt“ eindämmen, also die Weitergabe von umfangreichen gesetzlichen Berichtspflichten innerhalb der Lieferketten an nicht berichtspflichtige Betriebe. Der VS soll so für mehr Rechtssicherheit und Verhältnismäßigkeit sorgen.
Akzeptanz entscheidet über Entlastung
Die IHK-Organisation sieht die breite Anerkennung des Standards als entscheidende Voraussetzung für seinen Erfolg. Banken, Investoren, Fördermittelgeber und öffentliche Auftraggeber sollten den VS als gemeinsamen Referenzrahmen für die Abfrage von Nachhaltigkeitsinformationen nutzen. Werden hingegen weiterhin zahlreiche individuelle Fragebögen und zusätzliche Daten verlangt, droht die angestrebte Standardisierung auszubleiben, die Belastungen würden fortbestehen.
Den Standard jetzt kennenlernen
Für viele KMU werden Nachhaltigkeitsinformationen eine Rolle bei Finanzierung und Geschäftsbeziehungen spielen. Der VS bietet die Chance, entsprechende Anforderungen auf einer einheitlichen Grundlage zu erfüllen und gleichzeitig den Aufwand für die Datenerhebung zu begrenzen.
Wirtschaft
Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe Berichtsmonat Juli 2026
Berlin 07.09.2026, Statistisches Bundesamt
Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe Berichtsmonat Juli 2026
Die Produktion im Produzierenden Gewerbe verzeichnete zu Beginn des dritten Quartals einen Rücksetzer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ging dessen Ausbringung im Juli preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,1 Prozent zurück, nachdem sie laut revidierten Angaben bereits im Juni stagniert hatte.[1] Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion mit + 0,4 Prozent zwar weiterhin aufwärtsgerichtet, im Vorjahresvergleich ergab sich jedoch ebenfalls ein Rückgang von 1,7 Prozent.
Ursächlich für die rückläufige Gesamtentwicklung im Juli war die deutlich gesunkene Industrieproduktion (- 2,2 %). Demgegenüber legte die Energieproduktion mit + 4,7 Prozent kräftig zu und auch die Bauproduktion konnte mit + 0,9 Prozent spürbar gesteigert werden. Damit fiel das Produktionsniveau in der Industrie deutlich hinter den Vorjahresmonatswert zurück (- 3,3 Prozent). Die Ausbringung im Bausektor lag hingegen ein Prozent über dem Niveau im Juli 2025. Der Energieausstoß fiel im Vorjahresvergleich sogar um 10,9 Prozent höher aus. Im Dreimonatsvergleich stagnierte die Industrieproduktion (+ 0,1 Prozent), während die Bauproduktion spürbar (+ 0,6 Prozent) und die Energieproduktion deutlich (+ 4,0 Prozent) expandierte.
Innerhalb der Industrie entwickelten sich alle Gütergruppen rückläufig, wobei die Produktion von Vorleistungsgütern nur leicht nachgab (- 0,2 Prozent). Bei den Investitionsgüterproduzenten setzte sich der seit dem Jahreswechsel beobachtete Abwärtstrend mit einem Minus von – 3,4 Prozent im Juli fort. Der im zweiten Quartal begonnene Erholungskurs der Konsumgüterproduktion wurde mit einem deutlichen Rückgang um 2,2 Prozent unterbrochen.
Die positive Entwicklung im Baugewerbe wurde im Juli von allen Sparten getragen. Den deutlichsten Anstieg verzeichnete dabei erneut der Tiefbau mit einem Plus von 1,4 Prozent. Das Produktionsvolumen entwickelte sich hier sowohl im Dreimonatsvergleich (+ 4,8 Prozent) als auch im Vorjahresvergleich (+ 5,9 Prozent) dynamisch. Im Hochbau lag der Produktionsindex im Juli zwar leicht unterhalb seines Vorjahreswertes (- 0,7 Prozent), konnte aber zuletzt wieder Boden gutmachen (+ 0,4 Prozent gegenüber Juni). Das Ausbaugewerbe hat sich nach zwei schwachen Monaten mit einem Zuwachs von 1,0 Prozent erholt und liegt damit leicht oberhalb des Vorjahresmonats (+ 0,2 Prozent).
Innerhalb der Industrie ergab sich im Juli ein gemischtes Bild. Spürbare Produktionszuwächse konnten die Bereiche Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse (+ 2,7 Prozent), elektrische Ausrüstungen (+ 1,6 %) sowie der Maschinenbau (+ 1,1 Prozent) vermelden. Demgegenüber standen deutliche Rückgänge bei der Produktion von Kfz- und Kfz-Teilen (- 9,2 Prozent), aber auch bei Herstellern von pharmazeutischen (- 5,7 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (- 2,9 Prozent) sowie von Metallerzeugnissen (- 2,6 Prozent) und von Gummi und Kunststoffwaren (‑ 1,2 Prozent). Während die energieintensiven Wirtschaftszweige ihre Ausbringungsmenge im ersten Halbjahr deutlich gesteigert hatten, verzeichneten sie im Juli mit einem Minus von 1,7 Prozent den zweiten Rückgang in Folge.
Nachdem sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe trotz gestiegener Energiepreise im zweiten Quartal noch vergleichsweise robust gezeigt hat, scheinen die Folgen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten inzwischen zunehmend Spuren zu hinterlassen. Vor allem der deutliche Produktionsrückgang in energieintensiven Industrien, der sich auch in zuletzt rückläufigen Auslandsumsätzen zeigt, deutet auf ein Ende der Sonderkonjunktur im Gefolge des Konflikts im Nahen Osten hin. Kurzfristig könnte zudem die seit Mitte Juni eingeschränkte Rheinschifffahrt in den Sommermonaten die Produktion gedämpft haben. Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher dürften einige Wirtschaftszweige zwar auch weiterhin von staatlichen Investitionsmaßnahmen und dem KI-Boom profitieren. Gewichtige Branchen wie Kfz und Maschinenbau stehen wegen des verstärkten internationalen Wettbewerbs weiter zunehmend unter Druck. Insgesamt bleiben die Aussichten auf eine breitere Belebung der Industriekonjunktur im weiteren Jahresverlauf daher verhalten.
Wirtschaft
ifo Institut: Jeder dritte Beschäftigte im Dienstleistungssektor arbeitet im Homeoffice
München 07.09.2026
– Mehr als ein Drittel (35,1 Prozent) aller Beschäftigten im Dienstleistungssektor arbeitete im August zumindest teilweise im Homeoffice. Das geht aus der jüngsten ifo Konjunkturumfrage hervor. In der Gesamtwirtschaft lag der Homeoffice-Anteil im August bei 24,9 Prozent. „Seit Jahren sehen wir keine nennenswerten Veränderungen im Homeoffice-Anteil – weder insgesamt noch in den Branchen“, sagt ifo-Forscher Jean Victor Alipour.
Die Unternehmen im Großhandel verzeichneten einen Homeoffice-Anteil von 17,7 Prozent. In der Industrie waren es 16,4 Prozent. Deutlich niedriger waren die Anteile im Einzelhandel und im Baugewerbe: Hier arbeiteten im August 6,2 bzw. 5,1 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise von zuhause. „Unsere Ergebnisse decken sich mit internationalen Auswertungen, wonach sich das Homeoffice in den meisten Industrieländern fest etabliert hat“, sagt Alipour.
Eine frühere Auswertung von Online-Stellenanzeigen zeigte ein ähnliches Bild. Demnach enthielt jede fünfte Stellenausschreibung in Deutschland die Option, im Homeoffice zu arbeiten. Besonders hoch war der Anteil in Stellenausschreibungen der Bereiche Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit 42 Prozent. Die Auswertung umfasste über 93 Millionen Stellenausschreibungen im Zeitraum von Januar 2014 bis Juni 2025.
Politik
Mehrheit offen für Rechenzentren vor der eigenen Haustür
- – 66 Prozent stehen einem neuen Rechenzentrum am eigenen Wohnort positiv gegenüber
- – 88 Prozent finden aber, dass Rechenzentren zu viel Energie verbrauchen
- – Kabinett verabschiedet Gewerbesteuerreform für Rechenzentren
Berlin 06.09.2026
– Die Bevölkerung ist neuen Rechenzentren gegenüber deutlich offener, als die Debatten über ihren Energieverbrauch vermuten lassen. So würden zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) einem neuen Rechenzentrum am eigenen Wohnort positiv gegenüberstehen. 40 Prozent wären sogar sehr positiv eingestellt. Rund ein Viertel (25 Prozent) würde einen Neubau hingegen eher oder sehr negativ sehen. Gleichzeitig finden 88 Prozent, dass Rechenzentren zu viel Energie verbrauchen. Das zeigt eine repräsentative Befragung unter 1.006 Personen ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Rechenzentren sind das Rückgrat der digitalen Welt und werden durch KI noch wichtiger, für Wirtschaft und Verwaltung ebenso wie für unseren Alltag. Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir diese Infrastruktur brauchen, sondern wie wir ihren Ausbau möglichst effizient und ohne Beeinträchtigungen von Mensch und Natur gestalten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Dass die Bundesregierung die jeweiligen Kommunen künftig stärker am Gewerbesteueraufkommen von Rechenzentren beteiligen will, schafft im Fall der Fälle finanzielle Kompensation und sollte so auch umgesetzt werden.“
Die Bedeutung von Rechenzentren wird unter der Bevölkerung inzwischen als sehr hoch eingeschätzt: 82 Prozent sagen, Rechenzentren gehörten heute zur Basisinfrastruktur Deutschlands, ähnlich wie Strom, Wasser oder Straßen. 73 Prozent sind der Meinung, Deutschland brauche mehr Rechenzentren. Auch der Standort spielt eine Rolle: 72 Prozent ist es sehr oder eher wichtig, dass ihre Daten in Rechenzentren in Deutschland verarbeitet werden. Die hohe Zustimmung bedeutet allerdings nicht, dass neue Rechenzentren vor Ort immer und überall auf Zustimmung stoßen. In einzelnen Kommunen gibt es Widerstand gegen konkrete Projekte. Dementsprechend wünschen sich 92 Prozent, dass besser erklärt wird, wofür neue Rechenzentren gebraucht werden. 83 Prozent haben zumindest eine grobe Vorstellung davon, was ein Rechenzentrum ist und was dort passiert. Rohleder: „Betreiber und Kommunen müssen frühzeitig erklären, welchen Nutzen ein Rechenzentrum hat, welche Auswirkungen vor Ort entstehen und wie mit Energie, Wasser, Fläche und anderen Ressourcen umgegangen wird.“ Auch mit Blick auf die digitale Souveränität seien eigene Rechenzentrumskapazitäten bedeutend. Wer bei Cloud und KI dauerhaft von Infrastruktur außerhalb Europas abhängig sei, mache sich auch wirtschaftlich und technologisch abhängig. Rohleder: „Deutschland muss im internationalen Wettbewerb um Rechenzentren attraktiver werden. Dazu gehören wettbewerbsfähige Stromkosten, ein schnellerer Zugang zum Stromnetz und deutlich schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren.“
Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.006 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 28 bis KW 32 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Wissen Sie, was Rechenzentren sind und wofür sie gebraucht werden?“; „Stellen Sie sich vor, dass an Ihrem Wohnort ein neues Rechenzentrum gebaut wird. Wie würden Sie dem ganz grundsätzlich gegenüberstehen?“; „Wie wichtig ist Ihnen generell, dass Ihre Daten in Rechenzentren in Deutschland verarbeitet werden?“ und „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie bzw. Ihrer Meinung nach zu bzw. nicht zu?“
Wirtschaft
ifo Institut erhöht Prognose auf 1,4 Prozent Wachstum für 2026
München 04.09.2026
– Das ifo Institut rechnet in seiner aktuellen Prognose mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,4 Prozent für das laufende Jahr. Für das Jahr 2027 erwarten die Konjunkturforscher ein Wachstum von 1,2 Prozent, für 2028 von 0,8 Prozent. „Deutliche Impulse aus dem Ausland und die Mehrausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung in Deutschland verhindern stärkere Bremsspuren beim Wachstum durch den Energiepreisschock und das Niedrigwasser auf den Flüssen. Vor allem für die krisengeplagte Industrie zeigen sich Lichtblicke“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Die Erholung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort.“
Im Vergleich zur letzten Prognose hat das ifo Institut die Wachstumsrate für das laufende Jahr um 0,6 Prozentpunkte und für das kommende Jahr um 0,4 Prozentpunkte angehoben. Dazu haben sowohl eine Revision vergangener Daten durch das Statistische Bundesamt als auch eine Neueinschätzung der konjunkturellen Grunddynamik in Deutschland beigetragen. In der aktuellen Prognose werden vor allem die konjunkturellen Schubkräfte – also die Impulse durch die Finanzpolitik und aus dem Ausland – stärker und die Bremswirkungen des Energiepreisschocks schwächer eingeschätzt.
Der expansive Kurs der Finanzpolitik lässt die Finanzierungsdefizite des Staates kräftig anschwellen. Das Budgetdefizit dürfte sich von 3,0 Prozent des BIP im Jahr 2025 auf 4,6 Prozent im Jahr 2028 ausweiten. Im selben Zeitraum wird der Bruttoschuldenstand voraussichtlich von 62,7 Prozent auf 67,9 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen.
Laut Prognose wird die Inflationsrate in diesem und im kommenden Jahr auf 2,8 beziehungsweise 3,0 Prozent steigen. Erst im Jahr 2028 dürfte sich die Inflation mit 2,3 Prozent wieder in Richtung des Zielwerts der Europäischen Zentralbank bewegen. „Die durch Heizöl und Kraftstoff getriebene Inflation wird im weiteren Prognoseverlauf voraussichtlich sinken. Allerdings dürften vor allem die Verbraucherpreise für Strom und Gas im Winter nochmals steigen“, sagt Wollmershäuser. Insgesamt bleibe die Konsumkonjunktur aufgrund der hohen Inflation gedämpft.
Politik
84 Millionen Euro mehr zur Stärkung des Einzelwagenverkehrs
Berlin 28.08.2026
– Das Bundesverkehrsministerium hat die Förderrichtlinie für den Einzelwagenverkehr zusammen mit dem Bundesfinanzministerium um bis zu 84 Mio. Euro verstärkt. Damit entlastet die Bundesregierung die Eisenbahnverkehrsunternehmen im Einzelwagenverkehr finanziell und setzt somit Anreize zur Sicherung des Einzelwagenverkehrs in der Fläche sowie für zusätzliche Verkehrsverlagerungen hin zur Schiene.
Die Förderrichtlinie ist wettbewerbsorientiert gestaltet und steht den Unternehmen im Schienengüterverkehr auf dem bundeseigenen und nicht bundeseigenen Schienennetz offen.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger:
„Die Förderung des Einzelwagenverkehrs ist eine wichtige Säule für einen wettbewerbsfähigen Schienengüterverkehr in unserem Land. Ich habe mich daher mit Finanzminister Lars Klingbeil darauf verständigt, die Förderung des Einzelwagenverkehrs noch in diesem Jahr um bis zu 84 Mio. Euro erhöhen zu können. Wir können das gemeinsam durch die Nutzung von sogenannten Ausgabenresten erreichen. Damit stehen 2026 insgesamt bis zu 384 Mio. Euro Fördermittel für den Einzelwagenverkehr zur Verfügung. Der Einzelwagenverkehr ist für viele Unternehmen unverzichtbar – er ermöglicht den Gütertransport auf der Schiene auch für kleinere Mengen und bindet Unternehmen flächendeckend an das Schienennetz an. Da er sehr aufwändig und teuer – für die Wirtschaft aber ein wichtiger Bestandteil von Transportketten auf der Schiene ist – ermöglicht unsere Förderung eine gezielte Unterstützung fürdie deutsche Wirtschaft und einen klimafreundlichen Güterverkehr. Ich danke dem Finanzminister, dass wir hier rasch eine gute Lösung finden konnten.“
Das Bundesverkehrsministerium geht nun zügig die weiteren Umsetzungsschritte an, damit die Verstärkung am Markt ankommt. Mit einem Anteil am Schienengüterverkehr von ca. 18 % erfüllt der Einzelwagenverkehr wichtige Grund- und Netzwerkfunktionen mit über 2.000 angefahrenen Güterverkehrsstellen in der Fläche und ist von großer Bedeutung für Branchen wie die Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie.
Wirtschaft
ifo Institut: Geschäftsklima in der Chemie stark verbessert
München, Berlin 28.08.2026
– Das Geschäftsklima in der Chemieindustrie hat sich im August sprunghaft verbessert. Der Index stieg auf minus 2,4 Punkte, nach minus 26,3* Punkten im Juli. Erstmals seit vier Jahren schätzen die Unternehmen die Geschäftslage sogar positiv ein. Der Saldo stieg auf plus 11,6 Punkte nach minus 14,6* Punkten im Juli. Auch die Geschäftserwartungen hellten sich deutlich auf: von minus 37,2* auf minus 15,5 Punkte. „Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus und die dadurch ausgelösten Lieferausfälle in Asien erhöhen die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen aus deutscher Produktion“, sagt ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.
Da sich geopolitisch keine Entspannung abzeichnet, rechnen die Unternehmen mit einer Fortsetzung dieser Sonderkonjunktur. Ihre Produktionspläne deuten auf eine Ausweitung der Fertigung hin. Auch das Exportgeschäft gewinnt weiter an Schwung: Der entsprechende Saldo stieg auf plus 10,1 Punkte, nach minus 22,7 Punkten im Juli. Zugleich hat sich die Versorgungslage etwas entspannt: Im dritten Quartal berichteten nur noch 13,8 Prozent der Chemieunternehmen von Materialknappheit, während es im zweiten Quartal noch jedes dritte Unternehmen war. Die strukturellen Probleme wie hohe Energie- und Standortkosten belasten die Branche jedoch weiter. Die Unternehmen rechnen daher trotz der Belebung mit weiterem Personalabbau. „Mittelfristig könnten allerdings die staatlichen Infrastruktur- und Investitionsprogramme die Nachfrage nach chemischen Vorleistungen stützen, sofern die angekündigten Projekte zügig umgesetzt werden“, sagt Wolf.
Wirtschaft
ifo Institut: Firmen streichen weniger Jobs
München 27.08.2026
– Die Unternehmen in Deutschland wollen weniger Stellen abbauen als bisher. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im August auf 94,8 Punkte, nach 93,0 Punkten im Juli. Das ist der höchste Wert seit Mai 2025. „Der Arbeitsmarkt zeigt eine leichte Aufwärtsbewegung“, sagt Timo Wollmershäuser. „In Summe werden aber noch Arbeitsplätze abgebaut.“
In der Industrie hat der Stellenabbau an Dynamik verloren. Das Beschäftigungsbarometer stieg hier auf den höchsten Wert seit März 2024. Die einzelnen Branchen sind aber mehrheitlich weiterhin auf Kürzungen ausgerichtet. Positive Ausnahmen sind die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen sowie die Nahrungsmittelindustrie. Hier soll die Beschäftigtenzahl steigen.
Im Handel hat sich das Beschäftigungsbarometer zwar verbessert, dennoch überwiegen sowohl im Groß- als auch im Einzelhandel weiterhin die Pläne zum Personalabbau. Bei den Dienstleistern gleichen sich Expansions- und Kürzungspläne genau aus. Die Beschäftigung soll in Summe konstant gehalten werden. Gleiches gilt für den Bausektor.
Berlin
Einsteigen, ankommen, IFA erleben
Berlin 27.08.2026
Mobility Partner machen den Weg zur Messe und durch die Hauptstadt einfach und günstig.
Ob Ride-Hailing, Carsharing, E-Scooter, E-Bike oder E-Roller: IFA Besucher:innen und Aussteller erhalten exklusive Rabatte bei Bolt, Dott, emmy, Free2move, FreeNow und Voi
Wer die IFA 2026 vom 4. bis 8. September 2026 in Berlin besucht, kann nicht nur auf dem Messegelände neue Technologien entdecken, sondern auch besonders flexibel durch die Stadt kommen. Gemeinsam mit Bolt, Dott, emmy, Free2move, FreeNow und Voi bietet die IFA ihren Besuchenden und Ausstellern auch in diesem Jahr wieder exklusive Mobilitätsangebote und Rabatte während der IFA Tage.
Am Morgen mit einem Carsharing-Auto entspannt vom Hotel zur IFA fahren, nach einem ereignisreichen Messetag Berlins schönste Ecken mit E-Bike oder E-Roller erkunden und sich abends vom Restaurant ins Hotel bringen lassen: Die verschiedenen IFA Angebote reichen von Ride-Hailing über Carsharing bis hin zu E-Scooter, E-Bikes und E-Roller.
Ankommen und direkt ins IFA Erlebnis starten
Berlin verfügt über ein dichtes Netz aus S-Bahn, U-Bahn und Bussen, sodass die IFA mit dem öffentlichen Nahverkehr schnell erreichbar ist. Ergänzend dazu bieten die IFA Mobility Partner flexible Möglichkeiten, damit sich Besuchende und Aussteller während der Messetage einfach und günstig durch die Hauptstadt bewegen können.
„Mit unseren Mobility Partnern bringen wir unsere Gäste wieder flexibel und günstig zur IFA und durch die Stadt. Wie auch im letzten Jahr bieten Bolt, Free2Move, und Voi vergünstigte Fahrten für Fahrdienste, Carsharing, E-Scooter und E-Bikes. Neu dabei in diesem Jahr sind die Angebote von Dott, emmy und FreeNow. Gemeinsam mit dem gut ausgebauten Berliner Nahverkehr schaffen wir maximale Flexibilität für den IFA Besuch“, sagt Leif Lindner, CEO der IFA Management GmbH.
Mit Bolt direkt ans Ziel
Mit Bolt kommen IFA Gäste bequem per App mit einem Fahrdienst durch Berlin und profitieren während der gesamten IFA von exklusiven Bolt-Rabatten. Bestandskund:innen erhalten mit dem Code BOLTIFA26 einen Rabatt von 10 Prozent. Neukund:innen sparen 40 Prozent mit BOLTIFA26NEW auf die erste Fahrt.
Beide Angebote sind auf maximal 20 Euro Rabatt pro Fahrt begrenzt. Insgesamt stehen 12.000 Codes nach dem First-come-first-served-Prinzip zur Verfügung. Die Aktion gilt vom 4. bis 8. September 2026 für Ride-Hailing-Fahrten in Berlin. Es gelten die AGB von Bolt.
Kein Stau, kein Stress mit Dott
Gerade für kürzere Strecken zwischen Messe, Hotel und Stadt bietet Dott eine flexible Alternative. Mit dem Code IFAXDOTT erhalten IFA Besucher:innen und Aussteller 30 Prozent Rabatt auf ihre nächsten sechs E-Scooter-Fahrten. Der Code kann ab dem 4. September 2026 in der Dott App eingelöst werden und ist anschließend 14 Tage gültig.
Mit emmy auf dem E-Roller zur IFA
Mit den E-Rollern von emmy kommen IFA Gäste flexibel zur Messe und wieder zurück. Sie erhalten 15 Prozent Rabatt auf Fahrten zum und vom IFA Messegelände. Auf dem Hinweg wird der gemietete E-Roller einfach in der ausgewiesenen IFA Zone an der Masurenallee abgestellt, um die Miete zu beenden. Der Rabatt wird automatisch abgezogen. Für den vergünstigten Rückweg buchen IFA Besucher:innen einen E-Roller innerhalb der IFA Zone via App. Der Rabatt gilt für alle E-Roller mit Rabatt-Flag. Ein Code wird nicht benötigt.
Berlin flexibel entdecken mit Free2move
Mit dem Carsharing-Angebot von Free2move sind IFA Gäste während ihres Messebesuch unabhängig mit dem Auto unterwegs. Die Fahrzeuge, darunter auch E-Autos, stehen Tag und Nacht im Berliner Stadtgebiet zur Verfügung. Bei der Miete sind Kraftstoff bzw. Laden, Versicherung und Parken inklusive. Mit dem Code PSM-IFA-2026 erhalten Neukund:innen 10 Euro Startguthaben bei der ersten Miete. Die Registrierung ist für Neukund:innen kostenlos. Der Code kann bis zum 8. September 2026 in der Free2move-App oder auf der Website eingelöst werden. Das Startguthaben ist 30 Tage gültig.
Mit Freenow by Lyft zur IFA fahren
Auch FreeNow ergänzt die Mobilitätsangebote rund um die IFA und ermöglicht Besuchenden und Ausstellern flexible Taxi-Fahrten in Berlin. Fahrt per App bestellen, reinsetzten, ankommen – einfach den Code IFA26 in der Freenow-App eingeben und 10 Prozent* Rabatt auf zwei Taxifahrten zur Messe erhalten. Neukund:innen erhalten mit dem Code IFANEW26 50 Prozent** Rabatt auf zwei Taxifahrten zur IFA.
*bis max. 7€ pro Fahrt / **bis max. 10€ pro Fahrt.
Mit E-Scooter und E-Bikes von Voi von A nach B
Vom Messegelände schnell zur nächsten S-Bahn-Station oder weiter durch Berlin: Voi bietet IFA-Besuchern mit E-Scootern und E-Bikes eine flexible Ergänzung zu Bus und Bahn. Mit dem Code IFA2026 gibt es 50 Prozent Rabatt auf den Voi 60-Minuten-Pass. Das Angebot gilt bereits ab dem 24. August und ist bis 14. September 2026 gültig. Schnell sein lohnt sich, der Code ist auf 1.000 Einlösungen begrenzt.
Mobility auf der IFA
Mobilität spielt nicht nur auf dem Weg zur IFA eine Rolle, sondern auch direkt auf dem Messegelände. Bei der Show Area Mobility werden aktuelle Entwicklungen rund um E-Mobilität, vernetzte Fahrzeuge und smarte Mobilitätslösungen ausgestellt. Auf dem IFA Mobility-Track ist ausprobieren ausdrücklich erwünscht. E-Scooter und E-Bikes können unter realistischen Bedingungen getestet werden.
Foto: © Messe Berlin, IFA
Politik
Eckpunkte zum Wärmenetzpaket beschlossen
– Der vom Bundeswirtschaftsministerium eingebrachte Entwurf stellt die Weichen für das kommende neue Wärmenetzgesetz. Den Eckpunkten war ein umfangreicher Dialog mit allen beteiligten Interessenvertretern vorausgegangen.
Berlin 26.08.2026
– Die Regelwerke AVB-Fernwärmeverordnung (AVBFernwärmeV) und die Verordnung über die Verbrauchserfassung und Abrechnung bei der Versorgung mit Fernwärme oder Fernkälte (FFVAV) werden in einem gemeinsamen Gesetzgebungsverfahren so schnell wie möglich angepasst und in ein neues Wärmenetzgesetz überführt. Auch die für den Anschluss an die Fernwärme relevanten Vorgaben im BGB werden in diesem Gesetzgebungsverfahren angepasst.
Die Eckpunkte führen die Interessen von Mietern, Vermietern und Fernwärmeunternehmen in einem ausgewogenen Gesamtpaket zusammen und bilden damit die Basis für eine Reform aus einem Guss. Konkret sehen die Eckpunkte Folgendes vor:
Die gesetzliche Ausgestaltung der Preisänderungsklauseln bleibt grundsätzlich bestehen, wird aber um die Möglichkeit einer Preisänderungsklausel ergänzt, die sich nicht an einem Kostenindex, sondern an den tatsächlichen Kosten ausrichtet. Die Nutzung von Gas-Börsenindizes im Marktelement wird ausgeschlossen.
Versorgungsunternehmen sollen rechtssichere Möglichkeiten zur Anpassung von Preisen erhalten, wenn sie in Maßnahmen zur Dekarbonisierung oder zum Netzausbau, der wiederum der Dekarbonisierung dient, investieren.
Das Kostenneutralitätsgebot im BGB (WärmeLV) soll dahingehend angepasst werden, dass bei erheblichen Investitionen des Vermieters oder eines Dritten in die Änderung der Heizungsanlage (z.B. Anschluss an ein Wärmenetz oder Errichtung einer neuen Heizungsanlage) eine Mehrbelastung der Mieter von bis zu 0,50 Euro/qm zulässig ist. Der Anwendungsbereich des Kostenneutralitätsgebots wird auf sich selbst versorgende Mieter (insbesondere im Fall der Versorgung durch Gasetagenheizungen) erstreckt, um eine rechtssichere Umstellung auf Fernwärme zu ermöglichen. Insgesamt schaffen wir so die Möglichkeit Wärmenetze nachzuverdichten, was letztlich dafür sorgen wird, dass das Fernwärmeangebot für alle Fernwärmekunden kostengünstiger wird.
Für eine höhere Planungssicherheit bei den Wärmeleistungen wird das bisher voraussetzungslose und unbeschränkte Leistungsanpassungsrecht der Kundenangepasst: Bei Durchführung von Effizienzmaßnahmen, dem Einsatz erneuerbarer Energien oder im Fall einer Überdimensionierung der Leistung, steht dem Kunden, jeweils nach Durchführung einer Energieberatung, ein Leistungsanpassungsrecht zu. Um einen Ausgleich mit den Interessen der Versorgungsunternehmen herzustellen, soll es Sonderregelungen z.B. für kleine Netze geben.
Das Sonderkündigungsrecht der Kunden wird auf Fälle begrenzt, in denen das Wärmenetz noch nicht ausreichend dekarbonisiert ist. Im Gegenzug erhält das Unternehmen einen Anspruch auf Ersatz der kundenspezifischen Investitionen in den Fernwärmeanschluss.
Eine branchenspezifische Schlichtungsstelle wird im Verantwortungsbereich des BMWE eingerichtet. Sie soll mit Inkrafttreten des neuen Rechtsrahmens für die Beilegung von Streitigkeiten über den Anschluss an das Wärmenetz, die Belieferung mit Wärme und deren Messung sowie die Leistungsanpassung zuständig sein. Hierzu wird das BMWE in einen strukturierten Dialog mit den Stakeholdern eintreten.
Mit der Einführung einer verpflichtenden und anwenderfreundlichen Preistransparenzplattform bei einer Bundesbehörde, auf der Preise, Tarifstrukturen und Strukturparameter durch die Wärmeversorgungsunternehmen veröffentlicht und mindestens einmal jährlich aktualisiert werden, wird die Markttransparenz deutlich erhöht. Durch ihre Einführung werden zugleich die EU-Transparenzanforderungen an Wärmenetze erfüllt und verbesserte Auswertungen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) ermöglicht. Der bürokratische Aufwand für die Unternehmen soll durch den Wegfall oder die Bündelung bestehender Meldepflichten und durch einheitliche Daten- und Berichtsstandards möglichst reduziert werden.
Zudem soll eine Preisaufsicht bei einer Bundesbehörde zur Prüfung der Preise auf Angemessenheit (ex-post), beispielsweise mit Blick auf strukturell vergleichbare Versorgungsunternehmen, eingeführt werden. Für eine höhere Planungs- und Investitionssicherheit sollen Versorgungsunternehmen auch die Möglichkeit erhalten, Preisstrukturen oder -änderungen bei geplanten Investitionen oder Netzausbauvorhaben vorab genehmigen zu lassen.
In dem Gesetzgebungsverfahren werden zudem durch das BMJV die für den Anschluss an die Fernwärme relevanten Vorgaben im BGB zur Wärmelieferverordnung angepasst. Dadurch wird die Möglichkeit, auf Fernwärme umzusteigen, erleichtert. Damit setzen wir eine zentrale Forderung um, die bestehenden Hemmnisse für den Ausbau und die Nachverdichtung von Wärmenetzen im Gebäudebestand abzubauen.
Politik
Die deutsche Wirtschaft ist ein Opfer ausländischer Geheimdienste.
Berlin 27.08.2026
Die deutsche Wirtschaft und Industrie erlitten innerhalb eines Jahres Verluste in Höhe von rund 211 Milliarden Euro durch ausländische Spionage und den Diebstahl von Technologieplänen. Die Spionagequote erreichte 28 Prozent, während sie 2023 noch bei 7 Prozent lag. Die Quote des Informationsdiebstahls bei Unternehmern und Firmeninhabern lag bei 97 Prozent.
Dies gab der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (bitko), Ralf Wintergerst, am Mittwoch, dem 26. August, auf einer Pressekonferenz bekannt. Er erklärte, viele Unternehmer befürchteten, dass ihre Unternehmen Ziel von Spionage seien.
Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz und Sicherheit (BVS), Sinan Selen, erklärte, sein Amt sei wachsam gegenüber den Aktivitäten ausländischer Geheimdienste und gehe entschieden gegen die Aktivitäten der Wirtschaft und Industrie vor. Er rief die Bevölkerung zur Zusammenarbeit mit seinem Amt und den Sicherheitsbehörden auf, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und nicht Opfer von Spionage zu werden.
Wirtschaft
ifo Institut: Exporterwartungen stark gestiegen
München 26.08.2026
– Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich deutlich verbessert. Die ifo Exporterwartungen stiegen im August auf plus 9,6 Punkte, nach minus 2,8 Punkten im Juli. Dies ist der höchste Wert seit Februar 2022 und der stärkste Anstieg seit Juni 2020. „Die Exportwirtschaft nimmt Fahrt auf“, sagt Klaus Wohlrabe. „Insbesondere die Ausfuhr in die EU boomt, während die Exporte nach China weiter schwächeln.“
Die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen sind weiterhin sehr optimistisch. Gleiches gilt für die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen. Die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft und die hohen Investitionen in KI dürften hier eine Rolle spielen. Die Automobilindustrie blickt ebenfalls deutlich optimistischer auf ihre Exportaussichten. Auch bei den Herstellern von Metallerzeugnissen keimt neue Zuversicht auf. Mit rückläufigen Exporten rechnen hingegen das Papiergewerbe sowie die Unternehmen in der Metallerzeugung und -bearbeitung.
Wirtschaft
ifo Institut: Knapp einem Viertel der Unternehmen fehlen Fachkräfte
München 21.08.2026
– Der Fachkräftemangel in Deutschland hat wieder etwas zugenommen. Im Juli gaben 23,2 Prozent der Unternehmen an, dass ihnen qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, nach 21,1 Prozent im April. Trotz des Anstiegs bleibt der Fachkräftemangel damit unter dem langfristigen Durchschnitt, der bei 31,7 Prozent liegt. „Die schwache Konjunktur hält den Fachkräftebedarf derzeit in Grenzen“, sagt ifo-Forscherin Daria Schaller. „Mit einer stärkeren wirtschaftlichen Erholung dürfte auch der Fachkräftemangel aber wieder deutlicher zunehmen.“
Im Dienstleistungssektor liegt der Anteil von Unternehmen, die zu wenig Fachkräfte finden, nahezu unverändert bei 25,7 Prozent. In einzelnen Branchen stieg dieser allerdings deutlich an. In der Telekommunikation erhöhte er sich von 16,3 auf 31,1 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit Oktober 2023. In der Rechts- und Steuerberatung sowie der Wirtschaftsprüfung stieg der Anteil ebenfalls kräftig – auf 64,7 Prozent nach zuletzt 52,4 Prozent. Im Handel bleibt der Fachkräftemangel mit 16,2 Prozent auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. In der Industrie meldeten 18,7 Prozent einen Mangel an Fachkräften – ein spürbarer Anstieg von 4,5 Prozentpunkten im Vergleich zum April. Vor allem die Papierindustrie (35,0 Prozent) findet schwieriger adäquat ausgebildete Mitarbeiter. Im Bauhauptgewerbe berichtet fast jedes dritte Unternehmen (32,6 Prozent) von Fachkräftemangel.
„Mehr Arbeitslose bedeuten nicht automatisch mehr verfügbare Fachkräfte“, sagt Schaller. „Entscheidend ist, ob Qualifikation und Anforderungen der offenen Stellen zusammenpassen„
Wirtschaft
Kraftfahrzeug-Exporte
Berlin 20.08.2026
– Die wichtigste Exportgüter Deutschlands waren im 1. Halbjahr 2026 Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile mit einem Wert von 124,7 Milliarden Euro. Gegenüber dem 1. Halbjahr 2025 sanken die Kraftfahrzeug-Exporte um 5,8 %. An zweiter Stelle lagen Maschinen mit einem Wert von 107,7 Milliarden Euro (-0,9 %). Auf Rang 3 der Exporte lagen Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse im Wert von 73,1 Milliarden Euro vor den chemischen Erzeugnissen mit einem Warenwert von 71,6 Milliarden Euro. Bei diesen beiden Warengruppen konnten Zuwächse von 9,5 % beziehungsweise 1,4 % gegenüber dem 1. Halbjahr 2025 verzeichnet werden.
Wichtigste Importgüter Deutschlands waren im 1. Halbjahr 2026 Kraftwagen und Kraftwagenteile mit einem Wert von 77,1 Milliarden Euro (+3,7 % zum 1. Halbjahr 2025) sowie Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse mit 75,6 Milliarden Euro (+10,0 %).
Der größte Exportüberschuss wurde im Handel mit Maschinen mit 54,0 Milliarden Euro erzielt, gefolgt von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen mit 47,6 Milliarden Euro. Umgekehrt wurden beim Handel mit Erdöl und Erdgas beziehungsweise bei den Erzeugnissen der Landwirtschaft deutlich mehr Waren importiert als exportiert. Hier betrug der Importüberschuss 35,5 Milliarden beziehungsweise 16,5 Milliarden Euro.
Politik
10 % mehr Anerkennungen ausländischer Berufsabschlüsse 2025
Wiesbaden 19.08.2026
– Die Zahl der im Ausland erworbenen und in Deutschland anerkannten
Berufsabschlüsse ist im Jahr 2025 erneut gestiegen. Wie das Statistische
Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden 2025 rund 86 600 Anerkennungsanträge
positiv beschieden, das sind knapp 10 % mehr als im Jahr 2024 (79 100). Damit
zeigt sich allerdings eine Verlangsamung des Wachstums, das in den beiden
vorherigen Jahren wesentlich höher lag (2024: +21 %, 2023: +25 %). Knapp 84 %
der positiv beschiedenen Anerkennungsverfahren gingen im Jahr 2025 auf nach
Bundesrecht geregelte Berufe zurück, 16 % auf nach Landesrecht geregelte
Berufe.
• Anstieg fällt geringer aus als in den Vorjahren
• Deutlich mehr Anerkennungen aus Syrien, weniger Anerkennungen aus Bosnien und Herzegowina
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