Politik
Handicap- International bestätigt: Explosivwaffen: Zivile Opfer und Schäden in 65 Ländern
Berlin 12.06.2026
– Die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International (HI) und ihre Partnerorganisationen des Internationalen Netzwerks INEW haben den Explosivwaffen-Monitor 2025 veröffentlicht. Demnach wurden im vergangenen Jahr mindestens 22.600 Zivilist*innen durch Explosivwaffen getötet. Vor allem in der Ukraine, Jemen und Syrien stieg die Zahl der Opfer.
In Gaza und Libanon nahm die Zahl der Opfer aufgrund der 2025 geltenden Waffenruhen ab. Die Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser haben sich fast verdreifacht. Angriffe auf humanitäre Hilfsmaßnahmen und der Beschuss mit Drohnen erhöhten sich massiv. Allein in der Ukraine stieg die Zahl getöteter Zivilist*innen um 45% an.
Der Explosivwaffen-Monitor bezieht sich auf den Berichtszeitraum 2025 und enthält Informationen zu Vorfällen, bei denen Explosivwaffen in Wohngebieten eingesetzt wurden und Opfer forderten sowie Vorfällen, die den Zugang zu Hilfe, Bildung und Gesundheitsversorgung beeinträchtigen.
„Wir sind besonders schockiert darüber, dass immer mehr Länder und Gebiete – insgesamt 65 – von dieser Praxis betroffen sind. Der Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten nimmt der Zivilbevölkerung systematisch den Zugang zu lebenswichtigen Einrichtungen: Schulen, Krankenhäuser, Hilfskonvois, Wasserleitungen und Lebensmittelmärkte werden in immer größerem Umfang, an immer mehr Orten und von immer mehr Akteuren zerstört“, sagt Eva Maria Fischer, Leiterin der politische Analyse des Handicap.
Anstieg der Angriffe mit Drohnen
Luftgestützte Waffen – zunehmend Drohnen – waren für 67 % aller Vorfälle verantwortlich, bei denen Zivilist*innen zu Schaden kamen. Dieser Anteil nimmt weiter zu: Allein in der Ukraine stieg der Einsatz von Drohnen bei Angriffen auf Bildungseinrichtungen um 358 %, und die Zahl der Drohnenangriffe auf Hilfslager im Gazastreifen stieg im Jahresvergleich von 64 auf 303 Vorfälle.
Anstieg der Angriffe mit Drohnen
Luftgestützte Waffen – zunehmend Drohnen – waren für 67 % aller Vorfälle verantwortlich, bei denen Zivilist*innen zu Schaden kamen. Dieser Anteil nimmt weiter zu: Allein in der Ukraine stieg der Einsatz von Drohnen bei Angriffen auf Bildungseinrichtungen um 358 %, und die Zahl der Drohnenangriffe auf Hilfslager im Gazastreifen stieg im Jahresvergleich von 64 auf 303 Vorfälle.
Angriffe auf die Zivilbevölkerung
o Zivile Opfer: Mindestens 22.600 Zivilistinnen wurden getötet. Dies ist insgesamt eine Abnahme von 28.600 im Jahr 2024 aufgrund der 2025 geltenden Waffenruhen in Gaza und Libanon. Schäden und Opfer gab es in 65 Ländern und Gebieten. Allein in der Ukraine erhöhte sich die Zahl getöteter Zivilistinnen um 45%.
o Humanitäre Hilfe: Es gab 2.541 Angriffe mit Explosivwaffen auf humanitäre Hilfsaktionen, ein Anstieg um 52 % gegenüber 2024. Etwa 90 % davon fanden in den Palästinensischen Gebieten statt. Mindestens 108 Helferinnen und Helfer wurden getötet.
o Bildung: Die Angriffe auf Schulen und Universitäten haben sich fast verdreifacht – von 865 Vorfällen im Jahr 2024 auf 1 416 im Jahr 2025, verteilt auf 27 Länder. In der Ukraine stiegen die russischen Drohnenangriffe auf Schulen um 358 %.
o Gesundheitswesen: 1 272 Vorfälle betrafen Krankenhäuser, Kliniken und Krankenwagen in 22 Ländern. In der Ukraine kam es zu einem Anstieg um 20 %, der auf russische Drohnenangriffe zurückzuführen war. 267 Gesundheitsfachkräfte wurden getötet. 806 Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt oder zerstört.
o Nahrungsmittel & Wasser: 1 082 Angriffe auf die Nahrungsmittelversorgung in 15 Ländern, darunter 190 Angriffe auf Märkte und 154 auf landwirtschaftliche Flächen. 87 Angriffe auf die Wasserinfrastruktur
„Zerstörte Schulen, Krankenhäuser, Märkte, Wasserversorgung und humanitäre Konvois stehen nicht nur für beschädigte Infrastruktur, sondern für verlorene Chancen und Zukunft. Auch lange nach den Explosionen leiden Zivilist*innen unter Blindgängern, fehlender Versorgung, unterbrochener Bildung und zerstörten Lebensgrundlagen – für viele werden die Folgen von Explosivwaffen zum jahrelangen Alltag“, so Fischer.