Politik

Gemeinsames Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen eröffnet

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Berlin 16.06.2026

– Bundesinnenminister Alexander Dobrindt im Beisein zahlreicher Vertreterinnen und Vertretern von Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen (GAZ Hybrid) eröffnet. Zentrale Aufgabe des GAZ Hybrid ist, Spionage, Sabotage, Desinformation, Proliferation, transnationale Repression, Staatsterrorismus und weitere Formen hybrider Bedrohungen zu erkennen und zu bekämpfen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: „Hybride Bedrohungen sind schon längst zur täglichen Bedrohung geworden. Im Gemeinsamen Zentrum zur Abwehr Hybrider Bedrohungen vereinen die Sicherheitskräfte von Bund und Ländern, von Polizei, Verfassungsschutz und Sicherheit in der Informationstechnik ihre Fähigkeiten. Wir schützen unser Land gegen feindliche Akteure und sichern die Stabilität unserer Infrastruktur, unserer Wirtschaft und unserer Demokratie. Wir investieren in Vorsorge. Mit Lagebildern, täglichem Informationsaustausch und koordinierter Reaktion erhöhen wir mit dem Abwehrzentrum unsere Widerstandsfähigkeit.“

Das neue Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen ergänzt die bestehende Sicherheitsarchitektur in Deutschland und vervollständigt die Fähigkeiten der bereits bestehenden Abwehrzentren, darunter das Nationale Cyber-Abwehrzentrum (NCAZ), das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) und das Gemeinsame Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum (GETZ). Das GAZ Hybrid ist eine Weiterentwicklung des bisher im GETZ verorteten Arbeitsbereichs zur Bekämpfung der Spionage und Proliferation (GETZ-SP), der mit seinen etablierten Formaten ins GAZ Hybrid überführt wird.

Die im GAZ Hybrid beteiligten Partner analysieren und verdichten Erkenntnisse. Zudem koordinieren sie operative nachrichtendienstliche und polizeiliche Schutz- und Abwehrmaßnahmen. Im GAZ Hybrid werden Fälle bearbeitet, bei denen es Anhaltspunkte auf Aktivitäten fremder Nachrichtendienste gibt. Dabei kann es sich um geheimdienstliche Akteure handeln, jedoch genauso um sogenannte Low-Level-Agents, die für einzelne Aktionen angeworben wurden und möglicherweise keine Kenntnis über den Auftraggeber oder das verfolgte Ziel haben.

Wie die übrigen Abwehrzentren ist das GAZ Hybrid nicht als eigenständige Behörde organisiert. Es bietet als gemeinsame Plattform die Möglichkeit für vernetztes Agieren der nationalen Sicherheitsbehörden, um zusammen Bedrohungslagen frühzeitig erkennen und entschlossen disruptiv einwirken zu können.

Die Kooperation der Behörden wird in fünf Arbeitsgruppen stattfinden: Die AG Lage bündelt Bewertungen und phänomenrelevante Informationen, um Muster zu erkennen, Bezüge in andere Bundesländer bzw. ins Ausland festzustellen und gezielte Abwehrmaßnahmen treffen zu können. In der AG Operativer Informationsaustausch besprechen sich die Partner zu konkreten sensiblen, zeitkritischen Erkenntnissen, die eine koordinierte und behördenübergreifende Vorgehensweise erfordern. In der AG Desinformation und Einflussnahme stehen der Austausch und die gemeinsame Bewertung von relevanten Informationen und Erkenntnissen sowie deliktsspezifischen Trends und Analysen im Zentrum. Im Vorfeld von nationalen, europäischen und ggf. internationalen Wahlen fungiert die AG als zentrale Plattform für den Informations- und Erkenntnisaustausch. Die AG Wirtschaft verfolgt das Ziel, relevante Akteure der Behörden mit denen in Unternehmen und Verbänden zu vernetzen und einen Austausch von Informationen zu etablieren. Der Abgleich der jeweiligen Erkenntnisse und Bewertungen soll zu einem gesamtstaatlichen Lagebild beitragen. In der AG Analyse und Berichtswesen werden ausgewählte Phänomene und aktuelle Schwerpunktthemen vertieft bearbeitet, Muster und Netzwerke identifiziert sowie vom Einzelfall losgelöste disruptive Abwehrmaßnahmen betrachtet.

Als ständige Teilnehmer vertreten sind das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Landesbehörden für Verfassungsschutz, das Bundeskriminalamt, die Landeskriminalämter, die Bundespolizei, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, das Bundesamt für den Militärischen Abwehrdienst, der Bundesnachrichtendienst, der Generalbundesanwalt und die Generalzolldirektion.

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