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Aleppo: medico-Partner entführt

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Berlin 14.01.2026 

– Die gewaltsamen Auseinandersetzung in der syrischen Stadt Aleppo dauern auch nach einer Woche weiterhin an. Nach Angriffen sind die kurdischen Stadtteile Sheikh Masqoud und Ahrafieh seit Sonntag unter Kontrolle türkeinaher paramilitärischer Milizen und militärischer Kräfte der syrischen Übergangsregierung. Es kommt zu Entführungen, Verhaftungen und Tötungen der überwiegend kurdischen, jesidischen und christlichen Bevölkerung.

Auch humanitäre Helfer:innen sind unter den Opfern. Der Kurdische Rote Halbmond (KRH), langjährige Partnerorganisation der Frankfurter Hilfsorganisation medico international, gab bekannt, dass im Stadtteil Sheikh Maqsoud von Aleppo drei ihrer Mitarbeiter am Freitagabend entführt und an einen unbekannten Ort gebracht wurden. Seitdem bestehe kein Kontakt mehr zu ihnen. Es handele sich um einen Krankenwagenfahrer, einen Krankenpfleger und den Teamleiter eines orthopädischen Zentrums. Die Namen liegen medico international vor. 



Sherwan Bery, Projektkoordiniator beim Kurdischen Roten Halbmond, erklärte: „Wir sind sehr besorgt um unsere Kollegen. Sie sind für die medizinische Versorgung und humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung verantwortlich und befinden sich nun in den Fängen der Sicherheitskräfte der Übergangsregierung, die für die gewalttätigen Angriffe und Vertreibung der kurdischen Bevölkerung verantwortlich sind. Ihre Freilassung muss sofort erfolgen, humanitäre Hilfe darf nicht verhindert werden.“


Knapp 400.000 Menschen leben in den betroffenen Stadtteilen Aleppos. Laut den Vereinten Nationen wurden 148.000 Menschen vetrieben und halten sich in Notunterkünften in Afrin, Aleppo und Tabqa auf. Durch den Mangel an Notunterkünften verbringen Tausende die kalten Winternächte unter freiem Himmel. Der KRH unterstützt bei der Flucht und kümmert sich um die Notversorgung der Geflohenen in Tabqa. Sie bauen Zelte auf und stellen medizinische Versorgung bereit, auch mit Unterstützung von medico-Spendengeldern. Der KRH ist die größte Gesundheitsorganisation in der Selbstverwaltung Nordost-Syrien und leistete bereits während der Massaker in Latakia und Suweida humanitäre Hilfe.



Anita Starosta, Syrien-Referentin von medico international, bereiste zuletzt im September den Nordosten. Sie berichtete: „Aleppo ist die Blaupause für die Zukunft des Landes. Dort ist die Vielfalt der syrischen Gesellschaft zuhause. Soll diese Vielfalt zerstört werden, verdunkelt sich auch die Hoffnung, die mit dem Ende des Assad-Regimes aufkam. Eine Normalisierung der Beziehungen zur syrischen Übergangsregierung, wie sie von Europa und den USA vorangetrieben wird, verkennt die andauernde Gewalt durch die HTS. Die Bundesregierung darf vor dieser Realität nicht länger fliehen und muss sich überzeugend für die Rechte von Minderheiten einsetzen – notfalls auch mit einem Überdenken ihrer Beziehungen zur HTS-Übergangsregierung.“

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