Uncategorized

Zeitungskommentar zum Berlin-Besuch von al-Sharaa

Published

on

Berlin 02.04.2026

– Der Besuch des syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa in Berlin, der am Sonntagabend, dem 29. März, begann, und seine offiziellen Gespräche mit der Bundesregierung am Montag wurden von regierungsfreundlichen und regierungsfeindlichen Demonstrationen begleitet. Die regierungsfeindlichen Demonstrationen wurden von Drusen, Karamaten und der Organisation „Dialog“ organisiert, deren Mitglieder die Freiheiten ablehnen, die Menschen in einigen Ländern der Welt unter dem Deckmantel der Menschenrechte fordern.

Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa stand die Rückkehr syrischer Flüchtlinge in ihr Heimatland. Diese Forderung wird nicht nur von der CDU unter Bundeskanzler Merz und der SPD unter Ministerpräsident Marx Söder unterstützt. Alle großen politischen Parteien sind der Ansicht, dass die Mehrheit der syrischen Flüchtlinge würdevoll und unter Wahrung ihrer Rechte in ihr Heimatland zurückkehren sollte. Die Alternative für Deutschland (AfD), eine rassistische Partei, fordert unterdessen die wahllos erfolgte Rückführung syrischer Flüchtlinge in ihr Heimatland. 

Trotz der Brisanz der Gespräche wurden Präsident al-Sharaa und seine Delegation nicht nur von der Bundesregierung, sondern auch von Menschenrechtsorganisationen und Mitgliedern des Bundestages herzlich empfangen. Diese Organisationen appellierten an die Bundesregierung, die syrische Regierung moralisch, politisch und ethisch zu unterstützen, um ein neues Syrien aufzubauen, dessen Bevölkerung über sechzig Jahre unter dem Joch eines tyrannischen Regimes gelitten habe, und äußerten die Hoffnung auf eine enge Zusammenarbeit.

Der TAGESSPIEGEL aus Berlin kommentiert den Empfang des syrischen Übergangspräsidenten Al-Scharaa durch die Bundesregierung: „Der Besuch aus Syrien zeigt die Zwickmühlen deutscher Politik in einer Welt, in der Kriege und Konflikte zunehmen und auf die früher gewohnten Grundregeln immer weniger Verlass ist. Niemand weiß, wann und wie der Iran-Krieg endet und ob in den nächsten Tagen eher mit einem Abkommen zur Öffnung der Straße von Hormus oder mit einer Eskalation mit schwer kalkulierbaren Folgen zu rechnen ist. Das macht den Versuch, in Syrien zur Stabilität beizutragen, umso wertvoller. Gewiss, Syrien ist nur ein Land im konfliktreichen Nahen Osten. Es lässt sich nicht ausschließen, dass Ahmed al-Scharaa die in ihn gesetzten Hoffnungen enttäuscht. Wer es aber erst gar nicht versucht, hat die Moral auch nicht unbedingt auf seiner Seite“, folgert der TAGESSPIEGEL.

Die TAZ kritisiert die von Kanzler Merz geäußerte Absicht, 80 Prozent der hierzulande lebenden Syrer zurückzuführen: „Eine Politik, die krampfhaft darauf fokussiert ist, Syrien möglichst schnell für sicher zu erklären, nur um Menschen dorthin zurückzuzwingen, droht am Ende das Gegenteil zu erreichen. Bevor al-Scharaa Präsident wurde, führte er die islamistische Miliz Al-Nusra-Front an. Damit haben CDU-Politiker, die sonst schon beim Wort Islamismus Atemnot bekommen, aber offensichtlich kein Problem. Plötzlich werden autoritär regierende Ex-Islamisten hofiert, Hauptsache die Abschiebeflieger können bald regelmäßig in Damaskus landen“, bemerkt die TAZ.

Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg moniert: „Die 80 Prozent sind in der Welt. In drei Jahren dürfte die Zahl Merz im Bundestagswahlkampf von Rechtsaußen vorgehalten werden: Haben wirklich 800.000 Syrer das Land verlassen? Nein? Aha! So richtig es ist, deren Heimkehr aktiv zu fördern, man sollte realistisch sein. Viele Syrer leben seit zehn Jahren hier, arbeiten, sind integriert, werden bleiben wollen. Und sollten das, trifft all dies zu, dürfen. Einfach mal eine Zahl rauszuhauen, wird weder den Menschen, noch der Situation in Syrien gerecht“, gibt die BADISCHE ZEITUNG zu bedenken. Und damit so viel zu diesem Thema.

The Week

Die mobile Version verlassen