Politik

WMO: Das Erdklima ist aus dem Gleichgewicht

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Genf 24.03.2026

– Das Klima der Erde ist laut einem neuen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) stärker aus dem Gleichgewicht geraten als jemals zuvor in der beobachteten Geschichte. Grund dafür sind die durch hohe Treibhausgaskonzentrationen hervorgerufene weitere Erwärmung der Atmosphäre und des Ozeans und das Schmelzen von Eis. Diese schnellen und groß angelegten Veränderungen seien innerhalb weniger Jahrzehnte aufgetreten, hätten aber schädliche Auswirkungen auf Hunderte und möglicherweise Tausende von Jahren.

Der Climate Report 2025 der WMO bestätigt, dass 2015 bis 2025 die heißesten elf Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen waren und dass 2025 das zweit- oder drittwärmste Jahr war, das jemals verzeichnet wurde. Extreme Ereignisse wie intensive Hitze, starke Regenfälle und heftige Wirbelstürme verursachten weltweit Schäden und Zerstörungen.

Dem Bericht zufolge ist die jährliche Meereisausdehnung in der Arktis in der Nähe eines Rekordtiefs, die antarktische Meereisausdehnung war die drittniedrigste seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch die Gletscherschmelze setzte sich unvermindert fort.

Klima im Ausnahmezustand

Der Zustand des globalen Klimas befindet sich im Ausnahmezustand. Der Planet Erde wird über seine Grenzen hinausgetrieben. Jeder wichtige Klimaindikator blinkt rot“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. „Die Menschheit hat gerade die elf heißesten Jahre der Geschichte überstanden. Wenn sich die Geschichte elfmal wiederholt, ist sie kein Zufall mehr. Es ist ein Aufruf zum Handeln“, sagte Herr Guterres.

Zum ersten Mal führt der Bericht das Energieungleichgewicht der Erde als einen der wichtigsten Klimaindikatoren an. Die Energiebilanz der Erde misst die Geschwindigkeit, mit der Energie in das Erdsystem eintritt und verlässt. Unter einem stabilen Klima ist die Energieeinströmung aus der Sonne ungefähr gleich der Menge an ausgehender Energie.

Die steigenden Konzentrationen von wärmespeichernden Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan und Lachgas sind auf dem höchsten Stand seit mindestens 800.000 Jahren und haben dieses Gleichgewicht gestört.

„Wissenschaftliche Fortschritte haben unser Verständnis des Energieungleichgewichts der Erde und der Realität, mit der unser Planet und unser Klima konfrontiert sind, verbessert“, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo. „Menschenaktivitäten stören zunehmend das natürliche Gleichgewicht und wir werden mit diesen Folgen für Hunderte und Tausende von Jahren leben.“

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