Politik
Weltumwelttag 2026
Straßburg 04.06.2026
– Sprecherin des Kongresses des Europarates: Kommunale und nationale Behörden müssen gemeinsam an innovativen Lösungen arbeiten – und zwar jetzt
Der Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarates ist die politische Versammlung, die die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften in den 46 Mitgliedstaaten vertritt und für die Förderung sowie Überwachung der lokalen Demokratie zuständig ist.
„Angesichts der rekordverdächtigen Temperaturen im Mai ist völlig offensichtlich, dass wir eine grundlegende Wende beim Klimaschutz benötigen – eine Wende, bei der lokale, regionale und nationale Regierungen gemeinsam an innovativen neuen Lösungen für die Klimakrise arbeiten“, erklärte Meropi Ydraiou (Griechenland, EVP/CCE), Sprecherin für Umwelt und Klimawandel des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates, im Vorfeld des Weltumwelttages.
„In diesem Jahr würdigen wir jene lokalen und regionalen Führungspersönlichkeiten, die angesichts des Klimawandels mutige Schritte unternehmen, um die Natur und die Gemeinschaften, denen sie dienen, zu bewahren – und die dabei eine führende Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel sowie bei dessen Eindämmung spielen“, sagte sie.
„Die aktuelle Arbeit des Kongresses zum Thema Küstenerosion – die maßgeblich durch den Klimawandel vorangetrieben wird – zeigt, dass neue Handlungsansätze möglich sind. Der Bericht mit dem Titel ‚Wie können wir mit Küstenerosion umgehen?‘, der während der Tagung im Oktober 2026 erörtert werden soll, verweist auf den beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels, von dem mehr als ein Viertel der europäischen Küstenabschnitte betroffen ist. Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit eines verstärkten ‚geplanten Rückzugs‘ – also der Verlegung gefährdeter Infrastrukturen und Objekte weg von den Küsten –, wobei den Kommunalverwaltungen im Rahmen eines Mehrebenen-Governance-Ansatzes eine Schlüsselrolle zukommt. Auf diese Weise lassen sich höhere langfristige Kosten vermeiden, und die Gemeinschaften werden in die Lage versetzt, sich trotz der sich verschärfenden Herausforderungen durch die Küstenerosion anzupassen – und sogar aufzublühen“, betonte die Sprecherin des Kongresses.
Frau Ydraiou verwies zudem auf den bevorstehenden Bericht zum Verlust der biologischen Vielfalt – eine weitere große Herausforderung für Europa, wo der Vogelbestand innerhalb von 40 Jahren um 25 % zurückgegangen ist (in landwirtschaftlich genutzten Gebieten sogar um fast 60 %) und wo zudem ein drastischer Rückgang der Bienen- und anderer Bestäuberpopulationen zu verzeichnen ist. „Wir benötigen dringend lokale und regionale politische Maßnahmen zur Förderung naturbasierter Lösungen; dazu gehören die Begrünung städtischer Räume, eine nachhaltige Stadtentwicklung, das Engagement der Bürgerschaft sowie eine angemessene finanzielle Ausstattung“, so Frau Ydraiou. „Wir können nachhaltige Städte und Regionen nur dann aufbauen, wenn die lokalen und regionalen Behörden – unterstützt von den nationalen Regierungen – ihre volle Rolle bei diesen Bemühungen wahrnehmen“, schloss sie.