Politik
Weltordnung? Mit wem?
Berlin 14.02.2026 aus München Redaktionsleiter Haitham Aiash
– Die Notwendigkeit einer neuen internationalen Ordnung, ein häufig diskutiertes und gefordertes Thema, stand im Mittelpunkt eines Seminars auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Der saudische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan Al Saud argumentierte, unterstützt von der Hohen Vertreterin der Europäischen Kommission für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, dass die Dominanz der Großmächte im UN-Sicherheitsrat eine neue, auf Gerechtigkeit basierende internationale Ordnung zwingend erforderlich mache. Er betonte, dass das Vetorecht eines einzelnen Mitgliedstaates, insbesondere der Vereinigten Staaten, maßgeblich zur Eskalation von Kriegen und zur Missachtung von UN- und Sicherheitsratsresolutionen durch andere Länder beigetragen habe.
Die gegenwärtige internationale Ordnung, die vom ehemaligen US-Präsidenten George H.W. Bush etabliert wurde, besteht seit etwa 25 Jahren und geht auf die internationale Koalition zurück, die Kuwait von der irakischen Invasion befreite. Diese fragile Koalition hat es den Vereinigten Staaten ermöglicht, ihre globale Hegemonie aufrechtzuerhalten und Hindernisse geschaffen, die Deutschland, die Europäische Union, die Afrikanische Union, die Arabische Liga und die Organisation für Islamische Zusammenarbeit daran hindern, eine Mitgliedschaft im Sicherheitsrat anzustreben. Daher glauben viele Beobachter, dass Reformen der Vereinten Nationen durch die Einbeziehung der Europäischen und der Afrikanischen Union in den Sicherheitsrat diesem Chaos ein Ende setzen könnten.