Welt
Tigray: Caritas warnt vor humanitärer Katastrophe
Freiburg 23.10.2026
– Für ihren außergewöhnlichen Einsatz wird die äthiopische Ordensschwester Medhin Tesfay am 23. Oktober in Freiburg mit der Lorenz-Werthmann-Medaille des Deutschen Caritasverbandes ausgezeichnet. Sister Medhin Tesfay engagiert sich seit mehr als 20 Jahren mit ihrem Team der „Daughters of Charity“ für die Menschen in Tigray.
Die Ehrung fällt in eine Zeit, in der die Menschen vor Ort erneut um ihre Sicherheit und Zukunft bangen. Seit Ende September liefern sich Regierungstruppen und bewaffnete Gruppen erneut Kämpfe um wichtige Städte und Gebiete in Tigray.
„Ich hatte gehofft, dass die Menschen nach den verheerenden Folgen des Krieges von 2020 bis 2022 endlich in Frieden leben können. Dass jetzt wieder gekämpft wird, erfüllt uns mit großer Sorge. Die Lage in Tigray war durch Dürre, Ernteausfälle und gekürzte Hilfsleistungen zuvor schon dramatisch“, sagt Sister Medhin Tesfay.
Erneut schwere Kämpfe
Angesichts der erneuten schweren Kämpfe in der nordäthiopischen Region Tigray ist die Unterstützung durch Caritas international und ihre lokalen Partner wichtiger denn je. Es braucht dringend weiterhin Lebensmittel und Unterstützung für notleidende Familien, sauberes Trinkwasser, medizinische Versorgung sowie psychosoziale Betreuung für traumatisierte Kinder. Bereits vor der jüngsten Eskalation benötigten 3,9 Millionen Menschen dringend Nahrungsmittelhilfe – mehr als die Hälfte der Bevölkerung.
Gemeinsam mit Sister Medhin Tesfay, den „Daughters of Charity“ und ihrem Netzwerk aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden unterstützt Caritas international in der Region Tigray seit Jahren Familien in Not, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Zudem werden Brunnen instandgesetzt und zerstörte Schulen wieder aufgebaut. Im Kinderzentrum in Mekelle erhalten Kinder und Jugendliche Schutz, warme Mahlzeiten, medizinische und psychosoziale Betreuung sowie Bildungsangebote. Auch während des vergangenen Krieges hielten die Ordensschwestern ihre Arbeit unter Lebensgefahr aufrecht und weiteten ihre Nothilfe aus.
„Schwester Medhin, ihre Mitschwestern und alle ihre Helferinnen und Helfer in Tigray stehen beispielhaft für eine Caritas, die auch unter schwierigsten Bedingungen an der Seite der Menschen bleibt. Die erneuten Kämpfe gefährden nicht nur das Leben der Zivilbevölkerung, sondern auch die dringend benötigte humanitäre Hilfe. Unsere Partner brauchen Sicherheit, um ihre lebenswichtige Arbeit fortsetzen zu können“, sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international.