Politik
Pressekommentare zum Rücktritt von Jan van Aken
Jan van Aken, der Vorsitzende der Linkspartei, ist für sein ruhiges Auftreten und seine unaufdringliche Arbeit bekannt. Durch seinen Aktivismus und seine volksnahe Art hat er die Popularität seiner Partei deutlich gesteigert und ihr Ansehen im Bundestag wiederhergestellt.
Doch die Frage bleibt: War sein Rücktritt gesundheitsbedingt oder steckt ein Machtkampf innerhalb der Partei dahinter? Die kommenden Tage könnten Überraschungen bringen.
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf schreibt zum Rückzug des Linken-Politikers van Aken vom Parteivorsitz: „Dass van Aken anders als ursprünglich geplant nicht wieder als Vorsitzender antritt, ist ein großer Verlust für die Linke. Im Moment deutet sich kein Nachfolger an, der auf ähnliche hohe Bekanntheitswerte wie van Aken verweisen kann. Von Luigi Pantisano, der seinen Hut im Rennen um die Nachfolge in den Ring geworfen hat, dürften die meisten noch nichts gehört haben. Und Linken-Fraktionschefin Reichinnek hat eine Kandidatur bereits ausgeschlossen. Für die Linke ist das eine Herausforderung: Als Oppositionspartei ist sie in besonderem Maße darauf angewiesen, dass ihr Spitzenpersonal mit der Macht des Wortes für Aufmerksamkeit sorgt“, gibt die RHEINISCHE POST zu bedenken.
Die Zeitung ND.DIE WOCHE sieht die Kandidatur von Pantisano als richtigen Schritt: „Für seine Kandidatur erhält er bereits prominente Unterstützung. Ko-Vorsitzende Ines Schwerdtner begrüßte seinen Schritt und erklärte, sich eine gemeinsame Doppelspitze mit ihm gut vorstellen zu können. Auch aus der Fraktion kommen positive Signale: Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek drückte auf Instagram mit einem gemeinsamen Foto ihre Unterstützung für ihn aus. Offensichtlich ist er der Wunschkandidat der Parteiführung, die den 2024 eingeschlagenen Kurs weiterführen und auf Stabilität setzen möchte“, so die Zeitung ND.DIE WOCHE.
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU sieht es so: „Mit Bundestagsfraktionschefin Heidi Reichinnek verfügt die Partei über eine bekannte Persönlichkeit, die ihre Positionen so knapp, energisch und angriffslustig auf den Punkt bringt wie sonst niemand. Ihr wird kein neuer Vorstand die Show stehlen. Dessen vordringliche Aufgabe wird es sein, die Partei zusammenzuhalten. Unversöhnlich wird derzeit der Streit über den Nahost-Konflikt ausgetragen, einschließlich Antisemitismus-Vorwürfen“, beobachtet die FRANKFURTER RUNDSCHAU.