Politik
Münchner Sicherheitskonferenz zum Thema NATO
München 14.02.2026 vor Ort Redaktionsleiter Haitham Aiash
–Die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz setzten ihre Diskussionen am Samstag, dem 14. Februar, über globale Entwicklungen, insbesondere in Europa, dem Nahen Osten, China, Russland, den europäisch-amerikanischen Beziehungen und der Zukunft der NATO, fort. Sie streiften – wenn auch kurz – auch Spekulationen über die Bildung einer „islamischen NATO“.
In einem Seminar am späten Freitagabend zur Lage im Iran, an dem Reza Pahlavi, der Sohn des ehemaligen Schahs von Iran, der erneut die Herrschaft anstrebt, teilnahm, wurde die Situation im Iran seit Anfang 2026 als eine gefährliche Wiederholung und Eskalation des Teufelskreises dargestellt, anstatt als dessen Durchbruch. Nach großangelegten direkten militärischen Auseinandersetzungen mit Israel und den Vereinigten Staaten im Jahr 2025 und einer erneuten Protestwelle, die im Dezember desselben Jahres begann, befindet sich das Land in einem „neuen Kapitel“ schwerer wirtschaftlicher Not und politischer Repression.
Reza Pahlavi beteuert, dass die Beziehungen seines Landes zu Israel im Falle seiner Rückkehr nach Teheran umgehend wiederhergestellt würden. Er werde ein säkulares System etablieren, die bürgerlichen Freiheiten fördern und den Iran in die Ära seines Vaters zurückführen. Er ist überzeugt, dass seine Rückkehr von der echten Unterstützung des Westens, insbesondere der Vereinigten Staaten, abhängt.
Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Mosola, erklärte, Demokratie und bürgerliche Freiheiten seien Forderungen des iranischen Volkes und die Achtung der Religionsfreiheit ein fundamentales Prinzip der Menschenrechte und Freiheiten. Sie fügte hinzu, das iranische Volk brauche dringend eine Atempause.
Sie hält die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen das iranische Regime, sollte es seine repressive Politik gegenüber dem iranischen Volk nicht beenden, nicht für ernst zu nehmen. Diese Drohungen bedeuteten nicht die Bereitschaft der US-Regierung, die iranische Regierung auszutauschen und Reza Pahlavi wieder als König einzusetzen. Vielmehr dienten sie dazu, die iranische Führung unter Druck zu setzen, ihr Atomprogramm zu beenden und die Urananreicherung einzustellen. Darüber hinaus sollen die Drohungen Israel versichern, dass Washington Irans Uranbesitz als Bedrohung für alle betrachtet. Die US-Regierung hat sich weder unter dem Schah noch unter der jetzigen Regierung jemals um das Leid des iranischen Volkes gekümmert.
Auf der Ebene des Konflikts: Die direkte militärische Konfrontation im Juni 2015, bei der die Vereinigten Staaten iranische Atomanlagen angriffen („Operation Midnight Hammer“) und Iran mit Raketen zurückschoss, senkte die Schwelle für einen Konflikt.
Iran gab seine Strategie auf, Angriffe primär über Stellvertreter zu führen, und setzte stattdessen auf direktere Konfrontationen.
Wirtschaftlicher und sozialer Zusammenbruch: Die erneute Abwertung des iranischen Rial Ende Dezember 2015 führte zu landesweiten Protesten, an denen sich sogar Basarhändler beteiligten, die traditionell dem Regime treu ergeben waren. Diese „Rial-Revolution“ richtete sich gegen den wirtschaftlichen Niedergang und die Unfähigkeit des Regimes, grundlegende Dienstleistungen zu erbringen.