Politik
Linke will Verhinderungspflege erhalten und weiterentwickeln
Berlin 05.11.2026
– Die Linksfraktion will die Verhinderungspflege als eigenständige Leistung erhalten. Die Stabilität der häuslichen Pflege setze voraus, dass Pflegepersonen verlässlich entlastet werden und bei Urlaub, Krankheit oder anderen Verhinderungsgründen eine geeignete Ersatzpflege organisieren könnten. Die Verhinderungspflege ermögliche es Pflegepersonen, zeitweise oder regelmäßig Auszeiten zu nehmen, während die Versorgung der pflegebedürftigen Person sichergestellt bleibe, heißt es in einem Antrag (21/8927) der Fraktion.
Seit dem 1. Juli 2025 stelle die Pflegekasse dazu ein flexibles Jahresbudget zur Verfügung, das wahlweise für die Verhinderungs- oder die Kurzzeitpflege eingesetzt werden könne. Die Bundesregierung wolle dieses bedarfsorientierte Budget abschaffen. Der Leistungsanspruch im neuen Überbrückungsbudget sei auf unvorhergesehene Ereignisse beschränkt und daher kein Ersatz für die auch in geplanten Situationen nutzbare Verhinderungspflege.
Die Abgeordneten fordern, die Verhinderungspflege als eigenständigen Leistungsanspruch mit eigenem Budget zu erhalten. Der bisher auf Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 begrenzte Anspruch solle auf den Pflegegrad 1 ausgeweitet werden und die Erstattung der nachgewiesenen Kosten einer notwendigen Ersatzpflege bei Erholungsurlaub, Krankheit oder sonstiger Verhinderung der Pflegeperson umfassen. Die Ersatzpflege soll weiterhin sowohl tageweise als auch stundenweise in Anspruch genommen werden können.
Ferner sollen die besonderen Bedürfnisse pflegebedürftiger Kinder und Jugendlicher berücksichtigt werden. Ergänzend sollen bedarfsgerechte, kindgerechte und bindungsorientierte Kurzzeitpflegeangebote ausgebaut werden, insbesondere für junge Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf.