Politik
Libanon: Ein gescheiterter Staat
Berlin 28.05.2026
– Bis 1975 war der Libanon ein Zufluchtsort für Oppositionelle gegen einige arabische Regime. In Beirut lebten Religiosität und Atheismus nebeneinander. Die Presse war das Sprachrohr derer, die sie finanzierten. Der Libanon war das einzige Land, das mehrere politische Parteien zuließ, doch deren Ziele lagen nicht im besten Interesse des Landes.
Auch Syrien war für seine bürgerlichen Freiheiten, die Vielzahl politischer Parteien und die Pressefreiheit bekannt. Dies änderte sich jedoch, als die Baath-Partei und das Militär 1963 die Macht in Syrien übernahmen und bis Ende 2024 an der Macht blieben.
Seit 1975 ist der Libanon aufgrund der Interessen politischer Parteien, die im Auftrag anderer Länder, insbesondere des Irans, gegeneinander kämpfen, zu einem gescheiterten Staat geworden. Der Krieg zwischen dem Iran und Israel wird auf libanesischem Boden ausgetragen.
Der Nahostexperte Daniel Gerlach, der auf einem Seminar der Friedrich-Naumann-Stiftung für Internationale Studien und Hilfe sprach, ist der Ansicht, dass der Libanon nicht zu seinem früheren Zustand zurückkehren kann, solange die europäischen und arabischen Regierungen keine Pläne haben, das Leid des libanesischen Volkes durch die Kriege zu lindern, und dass Europa die Verantwortung für das Scheitern des libanesischen Staates trägt.
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