Politik

Klimakonferenz bringt Schwung für Energiewende

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Berlin, Santa Marta 04.05.2026

– Mehr als 50 Länder, auf die ein Drittel des weltweiten Ölverbrauchs entfällt, haben in Kolumbien konstruktiv über Wege zum Ausstieg aus den fossilen Energien diskutiert. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch und Misereor ziehen ein positives Fazit der Konferenz in Santa Marta.

Als Erfolg sehen wir, dass in Santa Marta ein breiter und konstruktiver Dialog über die Wege weg von Kohle, Öl und Gas geführt worden ist. Während bei globalen Klimaverhandlungen zuletzt eher die Konfrontation zwischen der fossilen Lobby und den progressiven Staaten im Vordergrund stand, ging es hier nicht um die Frage des ‚ob‘, sondern des ‚wie‘. Es bestand Einigkeit, dass die Welt aus den fossilen Energien aussteigen muss und es wurde darum gerungen, wie das so schnell und sozial gerecht wie möglich gelingen kann. Anstatt über Texte zu verhandeln, konnten Regierungen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft und Interessengruppen ganz konkret über Ausstiegswege diskutieren. Dies wird in den UNFCCC-Prozess einfließen und kann den weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas entscheidend vorantreiben“, bilanzierte Petter Lydén, Leiter des Bereichs Internationale Klimapolitik bei Germanwatch.

OPEC bröckelt

Lydén sagte weiter: „Die Tatsache, dass diese Konferenz überhaupt stattgefunden hat, ist angesichts des massiven Drucks der von der fossilen Lobby dominierten Staaten rund um die USA ein großer Erfolg. Fast schon symbolisch begann der Zusammenschluss der Öl-produzierenden Länder, der OPEC, während dieser Konferenz zu bröckeln, als die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Austritt ankündigten.”

Die „Koalition der Willigen“, die sich in Santa Marta getroffen hat, habe nun auch eine nächste Station auf ihrem Weg in eine fossilfreie Zukunft, da Tuvalu und Irland als Gastgeber für die zweite Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen 2027 bestätigt wurden. “Deutschland mit seiner Erfahrung von über 20 Jahren Energiewende hat die große Chance, bei der Abkehr von fossilen Brennstoffen eine echte Vorreiterrolle zu übernehmen. Die Bundesregierung sollte sie nutzen und sich dafür einsetzen, dass als nächstes ein gemeinsames Ziel für die Elektrifizierung aller Sektoren gesetzt wird. Dies könnte entscheidende neue Dynamik in den Prozess bringen”, so Lydén.

Fatale Abhängigkeit

Laut Misereor zeigen die aktuellen geopolitischen Krisen – etwa der Iran-Krieg und die Spannungen rund um die Straße von Hormus – eindrücklich, wie risikoreich die weltweite Abhängigkeit von fossilen Energien ist. „Der Ausstieg aus fossilen Energien ist keine Frage des Ob mehr, sondern des Wie. Santa Marta und der wachsende internationale Zuspruch für die Vorreiter-Koalition zeigen, dass die politischen Weichen für einen weltweiten fossilen Ausstieg gestellt sind und dieser Prozess nun an Dynamik gewinnen wird“, betonte Misereor-Energieexpertin Madeleine Wörner. 

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