Wirtschaft

ifo Institut: Selbständige benoten die Wirtschaftspolitik der Regierung mit einer Vier

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München 06.02.2026

– Soloselbständige und Kleinstunternehmen fühlen sich von der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung eher ausgebremst als unterstützt. Laut einer aktuellen ifo Umfrage stellen sie der Regierung ein schlechtes Zeugnis aus – und bewerten die Wirtschaftspolitik noch schlechter als die Gesamtwirtschaft. Für die aktuelle Wirtschaftspolitik vergeben sie im Schnitt die Schulnote 4,3. Besonders kritisch bewerten die Selbständigen die Sozial- und Rentenpolitik (4,7) sowie die Energie- und Klimapolitik (4,5). „Die schlechten Schulnoten spiegeln die Frustration vieler Selbständiger wider“, sagt ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. 

Die Politikfelder Infrastruktur- und Digitalisierungspolitik sowie Wettbewerbspolitik erhalten von ihnen jeweils die Note 4,3, die Finanzpolitik eine 4,2 und die Arbeitsmarktpolitik eine 4,2. „Den dringendsten Handlungsbedarf sehen die Selbständigen beim Bürokratieabbau, Entlastungen bei Steuern und Abgaben, niedrigeren Energiepreisen sowie Reformen der Sozial- und Rentensysteme“, ergänzt Demmelhuber.

Die schlechten Noten spiegeln auch die schwierige Wirtschaftslage wider: Zum Jahresbeginn hat sich das Geschäftsklima bei den Selbständigen zwar verbessert, bleibt aber auf niedrigem Niveau. Der „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ stieg auf minus 21,5 Punkte, nach minus 23,7 im Dezember. Ausschlaggebend dafür waren die etwas weniger pessimistischen Erwartungen. Die Beurteilung der laufenden Geschäfte fiel schlechter aus und erreichte ein Langzeittief.

Den befragten Soloselbständigen und Kleinstunternehmen fehlen vor allem die Aufträge: Im Januar waren es 46,6 Prozent, genauso viele wie im Oktober und deutlich mehr als im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft (36,3* Prozent). „Die wirtschaftliche Unsicherheit unter den Selbständigen bremst Investitionen und neue Aufträge“, sagt Demmelhuber. „Auch die Kaufzurückhaltung der Verbraucher setzt sie weiter unter Druck.“

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