Politik

Fahrrad-Monitor 2025

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Kindgerechte Radwege entscheidend für spätere Radmobilität

Berlin 23.04.2026

Für die Bürgerinnen und Bürger ist das Fahrrad ein bedeutendes Verkehrsmittel, erneut mit leicht steigender Tendenz. Das zeigt der Fahrrad-Monitor 2025. Die repräsentative Studienreihe des SINUS Instituts gibt ein umfassendes Stimmungsbild zur Fahrrad- und Pedelec-Nutzung in Deutschland wieder und wird seit 2009 vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Sie erscheint alle zwei Jahre. Neu hinzugekommen ist eine eigenständige, repräsentative Befragung von Kindern und deren Eltern.

Die aktuelle Erwachsenen- und Jugendbefragung (14 bis 69 Jahre) belegt eine insgesamt stabile bis leicht steigende Fahrradnutzung: 80 Prozent der Menschen in Deutschland ordnen sich selbst als Radfahrer oder Radfahrerin ein (Vergleich 2023: 81 Prozent) und 41 Prozent der Bevölkerung nutzen Fahrrad oder Pedelec regelmäßig (Vergleich 2023: 39 Prozent). Das Fahrrad bleibt zudem das Verkehrsmittel mit dem größten subjektiven Wachstumspotenzial – mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, es künftig häufiger nutzen zu wollen.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder:

„Erstmals liefert der Fahrrad-Monitor Erkenntnisse, wie Kinder Radfahren in unserem Land erleben. Die Umfrage zeigt, dass vor allem positive, früh gewonnene Erfahrungen auf dem Rad Voraussetzung für eine langfristige Fahrradnutzung sind. Nur mit einer sicheren und gut ausgebauten Radverkehrsinfrastruktur können Kinder im frühen Alter unbeschwert Fahrrad fahren lernen. Sichere und kindgerechte Wege sind entscheidend für eine spätere selbstständige Radmobilität. Ich empfehle daher den zuständigen Ländern und Kommunen, geeignete Maßnahmen an den Bedürfnissen der jungenGeneration auszurichten, um die Radverkehrsinfrastruktur noch attraktiver und sicherer zu machen.“

Kinder fahren gern Rad – brauchen aber sichere Wege

Ein Schwerpunkt des Fahrrad-Monitor 2025 liegt erstmals auf einer umfassenden Kinder- und Elternbefragung. Sie zeigt u.a., welche Rolle das Fahrrad im Alltag von sehr jungen Menschen spielt und welche Bedingungen aus ihrer Sicht für eine sichere Nutzung entscheidend sind. Die Befragung kommt zu dem Ergebnis: Radfahren ist bei Kindern weit verbreitet und wird überwiegend positiv erlebt. Fast neun von zehn Rad fahrenden Kindern (88 Prozent) geben an, gerne Fahrrad zu fahren – insbesondere jüngere Kinder und solche, deren Eltern selbst regelmäßig Rad fahren. Früh erlernte Radmobilität – etwa durch die Nutzung von Laufrädern – wirkt dabei langfristig und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder auch später häufig Fahrrad fahren. Kinder, die schon im Alter von zwei bis drei Jahren das Radfahren gelernt haben, fahren im späteren Kindesalter zu 81 Prozent regelmäßig mit dem Fahrrad. Kinder, die es hingegen erst im Alter mit acht Jahren erlernt haben, nutzen später nur zu 57 Prozent regelmäßig das Fahrrad. Kinder nutzen außerdem das Fahrrad bislang deutlich häufiger zu Freizeitzwecken und aus Vergnüge als für Alltagswege wie den Schul- oder Kitabesuch. Als größte Hindernisse nennen sie zu viel Verkehr (57 Prozent), mangelhafte (41 Prozent) oder fehlende Radwege (35 Prozent) sowie Unsicherheiten gegenüber dem motorisierten Verkehr (75 Prozent), insbesondere gegenüber großen Fahrzeugen (78 Prozent).

Auch die Erwachsenenbefragung zeigt: Sicherheit bleibt ein zentrales Thema. Rund vier von zehn Radfahrenden fühlen sich im Straßenverkehr unsicher. Als Hauptursachen werden ein hohes Verkehrsaufkommen, zu hohe Geschwindigkeiten und rücksichtsloses Verhalten wahrgenommen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass für eine regelmäßige Fahrradnutzung eine gut ausgebaute, übersichtliche und vom motorisierten Verkehr geschützte Infrastruktur eine wesentliche Rolle spielt.

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