Wirtschaft
Die Deutsche essen zu viel
Berlin 15.01.2026
In der Ernährungsindustrie erwirtschaften knapp 6.000 Betriebe einen jährlichen Umsatz von 232,6 Mrd. Euro. Mit rund 644.000 Beschäftigten ist diese Branche der viertgrößte Industriezweig Deutschlands. Über 90 Prozent der Unternehmen sind kleine und mittelständische Betriebe. Die Branche trägt wesentlich zur Stabilität, zum Wohlstand und zur Beschäftigung in allen Regionen Deutschlands bei.
Täglich überzeugt sie 84 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland mit bezahlbaren Lebensmitteln, die sich durch höchste Qualität, Sicherheit, Tradition, Zuverlässigkeit und Kundenorientierung auszeichnen. Dank eines Exportanteils von rund 35 Prozent genießen Menschen weltweit Lebensmittel „Made in Germany“.
Gleichzeitig steht die Branche vor großen Herausforderungen: steigende Bürokratieanforderungen, zunehmende wirtschaftspolitische Unsicherheiten und ein
gedämpftes Konsumverhalten belasten die Unternehmen. Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich insgesamt seit längerer Zeit schwächer als vergleichbare Industrieländer, und die Prognosen für den Standort Deutschland wurden erneut nach unten korrigiert. Auch die Ernährungsindustrie ist davon betroffen – der Ausblick bleibt verhalten, was sich negativ auf die Investitionsentscheidungen der Lebensmittelhersteller auswirkt.
Nachdem die Weltwirtschaft im Jahr 2024 nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 3,2 Prozent gewachsen ist, sieht der World Economic Outlook (Stand Januar 2025) für das Jahr 2025 ein Wachstum von plus 3,3 Prozent und für das Jahr 2026 von ebenfalls plus 3,3 Prozent vor. Damit korrigiert der IWF seine Prognose gegenüber Oktober 2023 um 0,1 Prozentpunkte für 2025 nach oben. Für die Industrieländer wird 2025 ein durchschnittliches Wachstum von 1,9 Prozent erwartet – eine Erhöhung der Prognose um 0,1 Prozentpunkte gegenüber Oktober 2024. Besonders stark wurde die Wachstumsprognose für die USA angehoben. Die Eurozone soll 2025 um 1,0 Prozent und 2026 um 1,7 Prozent wachsen. Von allen Weltregionen wird der Eurozone damit das geringste Wachstum prognostiziert. Innerhalb der Eurozone verzeichnet Deutschland mit voraussichtlich nur 0,3 Prozent Wachstum im Jahr 2025 die schwächste Entwicklung.