Wirtschaft
Commerzbank unterliegt Unicredit
Frankfurt am Main, 21. Oktober 2026
– Etwas mehr als zwei Jahre sind seit dem Einstieg der italienischen Großbank Unicredit bei der Commerzbank vergangen. Seit jenem Tag haben die Frankfurter sich unermüdlich gegen die drohende Übernahme gestemmt. Dieser Kampf ist inzwischen verloren. Für die Firmenkunden beider Häuser beginnt jetzt die richtige Arbeit: Wie sollen sie in Zukunft ihre Hausbanken aufstellen, besonders wenn sich Unicredit und Commerzbank als Kreditgeber überschneiden?
Die geplante Übernahme der Commerzbank durch Unicredit stößt bei deutschen Firmenkunden auf wachsende Skepsis. Das zeigt eine exklusive Befragung von FINANCE und F.A.Z. Business Media | research unter 334 CFOs, Finanzleitern und Treasurern deutscher Unternehmen.
Hier die wichtigsten Ergebnisse:
– 75 Prozent sehen die Übernahme negativ: Nur jeder Fünfte bewertet den Zusammenschluss positiv. Unter Unternehmen mit der Commerzbank als Hausbank steigt die Ablehnung auf 79 Prozent.
– Der Mittelstand ist besonders skeptisch: Im Umsatzsegment zwischen 250 Millionen und einer Milliarde Euro liegt die Ablehnung sogar bei 81 Prozent.
– Die Bankenpolitik gerät in Bewegung: 64 Prozent der Befragten geben an, dass die Übernahmeankündigung ihre Bankenpolitik verändert hat. Fast jeder Zweite überdenkt inzwischen seinen Bankenpool.
– Sorgen um Konditionen und Betreuung: Viele Finanzentscheider rechnen mit höheren Finanzierungskosten, weniger Wettbewerb und Veränderungen in der Betreuung. 15 Prozent berichten bereits von konkreten Auswirkungen auf ihre Geschäftsbeziehungen zu Commerzbank oder Unicredit.
– Der Wirtschaftsstandort Deutschland unter Druck: 62 Prozent befürchten, dass die Übernahme den Standort Deutschland schwächt.
– Noch führt die wachsende Verunsicherung nicht flächendeckend zu konkreten Konsequenzen: Die meisten Unternehmen sehen weiterhin ausreichend alternative Finanzierungspartner. Wie stark die Skepsis in tatsächliche Veränderungen der Bankbeziehungen mündet, dürfte wesentlich vom weiteren Verlauf der Übernahme und der angekündigten Restrukturierung abhängen.