Politik

BMZ-Reform: Nicht auf Kosten von Schukindern

Published

on

Wiesbaden 02.04.2026  

– Das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) befindet sich in einem Reformprozess, der tiefe Einschnitte in der Struktur des Hauses mit sich bringen wird. Das Recht auf Bildung dürfe im aktuellen BMZ-Reformprozess nicht unter die Räder kommen, fordert der World University Service (WUS) als Teil der Globalen Bildungskampagne.

Die Abschaffung eines eigenständigen Referats Bildung wäre ein schwerwiegender Fehler, erklärte die Globale Bildungskampagne. „Wir fordern den Erhalt und die Stärkung dieses Referats, denn Grundbildung ist die Grundlage einer menschenrechtsbasierten und zukunftsfähigen Entwicklungspolitik.“

Dass Bildung kein „Nice to have“ ist, habe Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan selbst im internationalen Dialog mit Partnern betont. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, brauche es ein eigenständiges Bildungsreferat und verstärkte Investitionen in die Grundbildung, denn sie sei der Schlüssel zur Armutsbekämpfung, wirtschaftlichen Entwicklung und gesellschaftlichen Teilhabe.

Deutsche Vorbildfunktion

International genieße Deutschland bislang als Vorreiter in der Bildungsförderung in Ländern mit niedrigem Einkommen und in Krisenkontexten hohes Ansehen und sei somit derzeit ein Vorbild für andere Länder. Als zentraler Geber bei den Fonds Global Partnership for Education und Education Cannot Wait für Bildung in Krisen und Konflikten, verfüge Deutschland über erhebliche Gestaltungskraft. Diese Rolle könne jedoch nur wirksam wahrgenommen werden, wenn die fachliche Expertise erhalten bleibt, um Qualität, Kontinuität, politische Steuerungsfähigkeit sowie internationale Sichtbarkeit langfristig zu sichern.

Das Streichen eines eigenständigen Referats für Bildung sende ein fatales Signal zum falschen Zeitpunkt, betonen die Sprecher*innen der Globalen Bildungskampagne Sandra Dworack und Malte Pfau. Die brandneuen Zahlen der UN verdeutlichten den dringenden Handlungsbedarf. Zum siebten Mal in Folge sei die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, gestiegen.

Derzeit können 273 Millionen Kinder und Jugendliche nicht zur Schule gehen. Das betrifft jedes sechste Kind weltweit. Nach neuesten Schätzungen wird diese Zahl weiter steigen. Sollten die angekündigten weiteren Kürzungen der offiziellen Entwicklungszusammenarbeit Realität werden, könnte die Zahl laut UNICEF bis Ende des Jahres um weitere sechs Millionen Kinder wachsen. Das entspreche der Anzahl aller Grundschulkinder in Deutschland und Italien zusammen.

Die Globale Bildungskampagne ist Teil der Global Campaign for Education (GCE), einem internationalen Bündnis von Nichtregierungsorganisationen und Bildungsgewerkschaften, das sich für die Verwirklichung des Menschenrechts auf gute, gebührenfreie, öffentliche und inklusive Bildung für alle Menschen weltweit einsetzt. Die GCE ist in ca. 100 Ländern aktiv. Mitglieder der GBK sind neben dem WUS auch: Kindernothilfe, Brot für die Welt, World Vision, Oxfam Deutschland, Weitblick, Christoffel-Blindenmissionund die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

The Week

Die mobile Version verlassen