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Mysteriöse Kältezone im Atlantik

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Berlin 22.06.2026

Ein Klimarätsel beunruhigt Wissenschaftler

Diese Meeresregion, bekannt als „Kältezone“ oder „Erwärmungslücke“, hat sich seit 1900 um etwa ein Grad Celsius abgekühlt. Wissenschaftler diskutieren seit Langem, ob dieses Phänomen durch Wärmeverluste an der Meeresoberfläche aufgrund von Veränderungen bei Wind und Wolken verursacht wird oder ob es auf eine Schwächung eines lebenswichtigen Systems von Meeresströmungen hinweist, die Wärme transportieren. Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass die Ursache im Letzteren liegt – eine Erkenntnis, die eine besorgniserregende Zukunft verheißt. Die Atlantische Meridian-Inversionszirkulation (AMOC) fungiert als riesiges Förderband in den Ozeanen und transportiert warmes Wasser von den Tropen zur Nordhalbkugel, wo es abkühlt und in die Tiefe sinkt, bevor es wieder nach Süden fließt.

Stehen die atlantischen Strömungen kurz vor dem Zusammenbruch? Und was bedeutet das für unser Leben? Immer mehr Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass dieses System aufgrund der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung allmählich geschwächt wird. Das Schmelzen des Eises führt zu einem zunehmenden Süßwasserzufluss in den Ozean und stört das empfindliche Gleichgewicht zwischen Wärme und Salzgehalt, von dem das System abhängt.

Einige Wissenschaftler warnen, dass die Atlantische Meridian-Umwälzzirkulation (AMOC) kurz vor einem Kipppunkt steht, der noch in diesem Jahrhundert eintreten könnte. Dies würde ihren zukünftigen Zusammenbruch nahezu unausweichlich machen.

Das Ende dieses Systems wäre eine globale Katastrophe: Der Meeresspiegelanstieg an der Ostküste der USA würde sich beschleunigen, Europa in bitterkalte Winter stürzen, die Monsunmuster in Afrika verändern und anhaltende Dürren verursachen.

Manche Wissenschaftler interpretieren diese Kältezone als „Fingerabdruck“ für Veränderungen im AMOC-System, da es sich um die Region handelt, in die dieses System einen erheblichen Teil seiner Wärme abgibt. Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Abkühlung in dieser Region über die Oberfläche hinaus bis in die Tiefsee erstreckt, wo Wetterphänomene wie Wind und Wolken eine deutlich geringere Rolle spielen.

Die Studie belegt, dass alle Indizien auf den Einfluss der Atlantischen Meridian-Inversionszirkulation (AMOC) hindeuten.

Stefan Rahmstorf, einer der Autoren der Studie und Professor für Physik und Ozeanographie an der Universität Potsdam, erklärte, das System verändere den Wärmetransport im Ozean und führe so zur Abkühlung des Kaltluftgebiets.

Er fügte hinzu, dass es viele weitere, von diesem speziellen Kaltluftgebiet unabhängige Hinweise auf eine Abschwächung der AMOC gebe. Einige Studien legten nahe, dass sich das System derzeit in seinem schwächsten Zustand seit etwa tausend Jahren befinde.

René van Westen, Meeres- und Atmosphärenwissenschaftler an der Universität Utrecht, der nicht an der Studie beteiligt war, erklärte, dass frühere Untersuchungen gezeigt hätten, dass sich ein Kaltluftgebiet allein durch Wetterbedingungen bilden könne. Er fügte hinzu, dass die Tatsache, dass die neue Studie über verschiedene Datensätze hinweg zu konsistenten Ergebnissen kam, die Schlussfolgerungen untermauert.

David Thornalley, Professor für Ozeanographie und Klimawissenschaften am University College London, erklärte, die Studie liefere starke Belege für den Zusammenhang zwischen dem Kaltluftfeld und der Abschwächung der Atlantischen Meridian-Inversionsrotation. Er warnte jedoch davor, dass die begrenzten Felddaten bedeuten, dass die verfügbaren Datenbanken eher gute Schätzungen der Realität als ein vollständiges und genaues Bild liefern. Er fügte hinzu, dass einige Unsicherheiten bestehen blieben und er nicht glaube, dass diese Studie das letzte Wort in dieser Angelegenheit sei.

Jonathan Baker, ein führender Klimawissenschaftler beim britischen Wetterdienst Met Office, stimmte dem zu und erklärte, die Studie liefere weitere Belege für den Beitrag der Atlantischen Meridian-Inversionsrotation zur Entstehung des Kaltluftfelds, kläre die Angelegenheit aber nicht endgültig.

The Week

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