Wirtschaft
Hitzebedingte Verluste
Berlin 18.08.2026
– Die Ernte 2026 fällt in Deutschland und der EU insgesamt durchwachsen aus, geprägt von Hitze, Trockenheit und regionalen Unwettern, mit Rückgängen bei Getreide, Erdbeeren und Spargel, während Raps stabil bleibt.
Getreide und Ölsaaten
Die Getreideernte in Deutschland wird auf rund 42,7 Millionen Tonnen geschätzt, was einem Rückgang von 5,6 % gegenüber 2025 entspricht. Die Hitzewelle im Juli hat vielerorts zu Ertragsverlusten geführt, insbesondere bei Weizen, dessen Winterware im Vergleich zum Vorjahr um 12 % zurückgeht. Gerste war die erste erntereife Sorte, während die Winter- und Sommergetreide von Mitte Juni bis Ende August geerntet werden. Raps zeigt sich stabil mit einer Prognose von gut vier Millionen Tonnen, leicht über dem Vorjahr, trotz regionaler Unwetterschäden. In Niedersachsen ist die Wintergerstenernte bereits abgeschlossen, jedoch haben Starkregen und Hagel Schäden auf etwa 100.000 Hektar Ackerfläche verursacht,
Obst und Gemüse
Die Erdbeerernte im Freiland wird voraussichtlich 71.300 Tonnen betragen, ein Rückgang von 11,3 % gegenüber 2025 und der niedrigste Wert seit 1995. Die abnehmenden Anbauflächen tragen zu diesem Rückgang bei, insbesondere in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Die Spargelernte wird auf 100.300 Tonnen geschätzt, leicht unter dem Vorjahreswert, jedoch stabiler als in den Vorjahren. Die größten Spargelmengen werden in Niedersachsen, Bayern und Brandenburg erwartet www.destatis.de.
EU-weite Lage
Die EU-Kommission hat ihre Ertragserwartungen für 2026 nach unten korrigiert. Besonders betroffen sind Sonnenblumenkerne, Körnermais und Sojabohnen, während Raps regional durch Flächenkorrekturen in Kanada teilweise ausgeglichen wird. Die extreme Wetterlage seit Mitte Juni führt zu Ertragseinbußen von bis zu 2 Mrd. € in der EU. Die Handelsströme werden durch geopolitische Spannungen, wie die eingeschränkte Schifffahrt über das Schwarze Meer, zusätzlich belastet. Die Preise für Weizen und Raps reagieren stark auf diese Entwicklungen, wobei die Erzeugerpreise für Raps bei etwa 510 €/t liegen
Zusammenfassung
Die Ernte 2026 ist durch extreme Wetterbedingungen geprägt, die zu regionalen Ertragsrückgängen führen. Während Raps stabil bleibt, sind Getreide, Erdbeeren und Spargel von Rückgängen betroffen. Die Situation wird durch geopolitische Faktoren und Handelsbeschränkungen verschärft, was die Marktpreise beeinflusst. Insgesamt bewegt sich die Ernte noch im Bereich einer durchschnittlichen bis leicht unterdurchschnittlichen Ernte, wobei einzelne Regionen deutlich stärker betroffen sind