Berlin
Ergebnis der Aufsichtsratssitzung der KBB zum Thema Berlinale
Berlin 04.03.2026
– Auf der Sitzung hat der Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH unter Leitung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die Weichen für die Zukunft der Berlinale gestellt. Der Aufsichtsrat begrüßt die Breitschaft der Intendantin, Tricia Tuttle, ihre Tätigkeit fortzusetzen und bedauert die Überlagerung künstlerischer Arbeit der jüngsten Berlinale durch politischen Aktivismus.
Der Aufsichtsrat der KBB formulierte Empfehlungen für die Stärkung des Festivals, um es langfristig weiterzuentwickeln und im Hinblick auf gesellschaftliche Akzeptanz und wirtschaftliche Stabilität abzusichern. Diese sehen die Gründung eines beratenden Forums ebenso vor wie die Ausarbeitung eines KBB-weiten Verhaltenskodex.
Die Berlinale möge sich zudem personell und finanziell zukunftsfest machen, insbesondere mit Blick auf die Einbeziehung der Filmwirtschaft, der Medienhäuser sowie potentieller Investoren.
Der Aufsichtsrat bekräftigte dabei sein entschiedenes Engagement im Kampf gegen Antisemitismus und schloss sich der klaren Haltung der KBB an, jüdische Perspektiven zu schützen, zu fördern und hörbar zu machen.
Staatsminister Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, und Aufsichtsratsvorsitzender der KBB: „Tricia Tuttle hat in den zurückliegenden Monaten mit viel Energie wesentliche Weichenstellungen vorgenommen und der Berlinale den Weg aus einer sich bereits länger abzeichnenden Krise gewiesen. Ich bedanke mich für ihre Bereitschaft, diesen Weg fortzuführen. Der Aufsichtsrat der KBB und BKM werden die notwendigen Prozesse konstruktiv begleiten. Mit den heute beschlossenen Empfehlungen haben wir den Grundstein zur Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz des Festivals gelegt. Die Kunst und die Künstler sollen wieder im Zentrum der Berlinale stehen.“
Intendantin Tricia Tuttle sagte nach der Aufsichtsratssitzung. „Ich begrüße die heutige Entscheidung des Aufsichtsrats, sein Vertrauen in meine Leitung der Berlinale zu bekräftigen. Das Gremium hat eine Reihe von Empfehlungen ausgesprochen, die wir sorgfältig prüfen werden. Ich danke dem Aufsichtsrat für den konstruktiven Dialog und dafür, dass er die Bedeutung der Unabhängigkeit unserer Arbeit erneut hervorgehoben hat.“
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin sind ein Geschäftsbereich der KBB GmbH, zu denen auch das Haus der Kulturen der Welt und die Berliner Festspiele mit dem Martin-Gropius-Bau gehören. Der Aufsichtsrat der KBB GmbH setzt sich aus Vertreterinnen des Bundes, des Landes Berlin und aus derzeit drei fachlich versierten zusammen, die als Expertinnen und Experten in den Aufsichtsrat berufen werden.
Tricia Tuttle ist seit 2024 Intendantin der Berlinale und Geschäftsführerin der KBB. Die 76. Berlinale war die zweite Festivalausgabe unter ihrer Leitung.