Wirtschaft

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe

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Berlin 07.08.2026

– Der moderate Aufwärtstrend der Produktion im Produzierenden Gewerbe setzt sich zur Jahresmitte fort. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist dessen Ausbringung im Juni zum dritten Mal in Folge gestiegen und liegt preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,2 Prozent über dem Vormonat.[1] Im gesamten zweiten Quartal erhöhte sich die Produktion damit um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das Niveau des Vorjahresquartals unterschritt sie allerdings noch leicht um 0,3 Prozent.

Wie schon im Mai legte vor allem die Energieerzeugung zuletzt deutlich um 1,9 Prozent im Vormonatsvergleich zu. Die Industrieproduktion (+ 0,0 Prozent) wie auch das Baugewerbe (+ 0,1 Prozent) stagnierten dagegen. Im Vorquartalsvergleich holte vor allem das Baugewerbe den witterungsbedingten Einbruch zu Jahresbeginn mit einem Zuwachs von + 1,9 Prozent im zweiten Quartal mehr als auf. Auch die Energieproduktion erholte sich mit + 0,8 Prozent im Quartalsvergleich spürbar, während die Ausbringung in der Industrie nur um + 0,3 Prozent zulegte. Die Produktion in den energieintensiven Industrien schwächte sich zuletzt mit – 1,8 Prozent im Vormonatsvergleich ab; im Vorquartalsvergleich weist sie aber einen kräftigen Anstieg um 2,5 Prozent auf.

Bei den industriellen Gütergruppen weisen die Konsumgüterproduzenten einen spürbaren Zuwachs im Vormonatsvergleich auf (+ 1,0 Prozent). Die Produktion bei Investitionsgütern stagnierte dagegen nahezu (+ 0,2 Prozent) und die Vorleistungsgüterproduzenten mussten einen Rückgang (- 0,9 Prozent) verzeichnen. Auch im Vorquartalsvergleich weisen die Konsumgüterproduzenten den kräftigsten Zuwachs auf (+ 2,0 Prozent), gefolgt von den Vorleistungsgüterproduzenten (+ 1,4 Prozent). Die Investitionsgüterproduktion war dagegen erneut rückläufig (- 1,1 Prozent).

Im Baugewerbe entwickelte sich zuletzt vor allem der Tiefbau mit einem Anstieg von 1,2 Prozent im Vormonatsvergleich positiv, während die Produktion im Hochbau (+ 0,1 Prozent) und im Ausbaugewerbe (- 0,1 Prozent) im Juni stagnierte. Im Vorquartalsvergleich zeigten aber alle Bereiche, insbesondere der witterungsabhängige Tiefbau, spürbare Zuwächse.

Innerhalb der Industrie wies im Juni die Mehrzahl der Wirtschaftszweige eine rückläufige Entwicklung auf. Vor allem im gewichtigen Maschinenbau (- 3,9 Prozent) sowie bei den chemischen Erzeugnissen (- 1,8 Prozent), Gummi und Kunststoffwaren (- 2,4 Prozent), Metallerzeugnissen (- 1,3 Prozent) und Metallerzeugung und -bearbeitung (- 2,0 Prozent) war die Ausbringung rückläufig. Zuwächse wiesen dagegen die Produktion von Kfz und Kfz-Teilen (+ 3,6 Prozent), pharmazeutischen Erzeugnissen (+ 3,5 Prozent), elektrischen Ausrüstungen (+ 1,1 Prozent) sowie dem sonstigen Fahrzeugbau (+ 8,4 Prozent) aus.

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat sich ungeachtet der außenwirtschaft­lichen Belastungen im vergangenen Quartal als recht widerstandsfähig erwiesen. Neben der Erholung im Baugewerbe könnte auch eine relative Verbesserung der Wettbewerbs­position bei den energieintensiven Industrien in Deutschland im Vergleich zu den asiatischen Konkurrenten eine Rolle gespielt haben. Letztere waren aufgrund ihrer höheren Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Nahen Osten stärker von Preiserhöhungen und Versorgungsengpässen betroffen. Die Umlenkung der Nachfrage auf europäische und auch deutsche Lieferanten zeigt sich auch in dem Anstieg der Auslandsumsätze der deutschen energieintensiven Industrien in den vergangenen Monaten.

Neben den anhaltenden Unsicherheiten um die weitere Entwicklung im Nahen Osten ist mit den aktuell historischen Niedrigwasserständen auf zentralen Binnenschifffahrtsstraßen in Deutschland eine zusätzliche Herausforderung für die regionale Rohstoff- und Materialversorgung bei Industrieunternehmen entstanden. Auch wenn viele Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Transportlogistik umgestellt haben, alternative Transportwege nutzen und größere Lagerbestände vorhalten, um ihre Lieferketten resilienter zu machen, sind bei einem längeren Anhalten der reduzierten Binnenschifffahrtskapazitäten temporäre Einschränkungen bei der Produktionstätigkeit von betroffenen Unternehmen nicht auszuschließen.

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